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01. Juli 17, 02:00:00

Mount Whitney: LG Berlin verurteilt Volker Tabaczek wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung


ConventVolker Tabaczek (56) aus Gräbendorf bei Berlin wurde am 22. Mai 2017 zur Rückzahlung von rund 27.300 Euro an einen Anleger des Private Placements der Mount Whitney Group aus Las Vegas verurteilt, da er laut Urteil, "in sittenwidriger Weise dem Kläger vorsätzlich Schaden zufügte, indem er durch Missbrauch seiner wirtschaftlichen Macht das Anlagegeld des Klägers vorenthält." Am Ende einer langen Schadensersatz-Verhandlung vor dem Berliner Landgericht (Tegeler Weg 17 in Charlottenburg) löste sich das dicke Gestrüpp aus Firmen, Verträgen, anwaltlichen Treuhandkonten und Verleumdungslegenden, das Volker Tabaczek (56) aus Gräbendorf bei Berlin zwischen sich und einem Anleger aus Hessen gelegt hatte, um ja nicht dessen Gelder zurückzahlen zu müssen, in Luft auf.

Tabaczek muss nun trotz seiner permanenten Weigerung dem Anleger rund 27.300 Euro nebst 5 Prozent Zinsen über dem Basissatz seit dem 7. Februar 2016 zurückzahlen, die der Anleger im Jahr 2013 im Vertrauen auf eine in Aussicht gestellte monatliche Verdoppelung seines Kapitals bei der US-amerikanischen Stiftung Mount Whitney Group mit Sitz in Las Vegas investiert hatte (Urteil des Landgerichts Berlin vom 22. Mai 2017, Geschäftsnummer: 11 O 30/15).

Tabaczek wurde laut Urteil deshalb zur Rückzahlung verurteilt:

Zitat:


da er in sittenwidriger Weise dem Kläger vorsätzlich Schaden zufügte, indem er durch Missbrauch seiner wirtschaftlichen Macht das Anlagegeld des Klägers vorenthält.


Volker Tabaczek wollte das Geld einfach nicht zurückzahlen. Aber er könne laut Einzelrichterin Claudia Bach (47) von der Zivilkammer 11 des Landgerichts Berlin bei den an ihn gerichteteten Schadensansprüchen nicht einfach auf eine Vertragskette verweisen, die er doch selbst geschaffen habe.



Einzelrichterin Bach:

Zitat:


Denn nach Ansicht des Gerichts benutzt der Beklagte die Konstruktion gerade, um den Kläger zu schädigen, indem er auf diese Weise einen Grund zum Behalten des Geldes konstruierte, so dass der Kläger den Beklagten auch direkt in Anspruch nehmen kann.


So kam es, dass vor dem Berliner Landgericht am Ende nicht die Mitangeklagten in der Regresspflicht standen,

wie der zwischengeschaltete Finanzchef Michael Rudolf (66) aus Berlin Rudow (Geschäftsführer COO der TI Technologie und Investment Consulting Corp. und laut eigenem Xing-Profil Direktor der Finanzabteilung der Mount Whitney Corp.)

und Tabaczeks Ehefrau Sofie Schützeichel, die sich in E-Mails als "Finance Department" und "Board member oft the group" bezeichnete,

und Patrycja Ryfa aus Berlin Wilmersdorf (Dolmetscherin und Assistentin der Geschäftsleitung der Mount Whitney Consulting Corporation), die geplant habe, mit Tabaczek und Sofie Schützeichel in die USA umzusiedeln.

Sondern im Rampenlicht der Schuld stand am Ende Volker Tabaczek ganz allein.

Denn Tabaczek konnte sich nicht hinter einer Konstruktion mit einer fremden Firma verstecken, bei der er angeblich mit den Anlegern gar nichts zu tun habe.

Für Richterin Bach spielte es gar keine Rolle, ob das Geld auf einem anwaltlichen Treuhandkonto einer TI Corp. oder auf einem Konto der Mount Whitney Group liegt:

Zitat:


Fakt bleibt, dass das Geld sich allein im Zugriffsbereich des Beklagten zu 2) (gemeint ist Tabaczek - Anmerkung der Redaktion) befindet, der als Trustee der Gesellschaft hierüber entscheiden kann.


Im Gericht stolperte Tabaczek über sein eigenes Rollenspiel.

Mit den Anlegern habe er nach seiner Darstellung ja deshalb nichts zu tun, da er als Treuhänder (Trustee) des Mount Whitney Trusts lediglich das Vermögen der TI Corp. verwaltet habe. Wegen fehlender Nachweise über die Herkunft des Geldes und wegen angeblich nicht mit ihm abgestimmter Renditeversprechen habe er am 31. Oktober 2014 den Vertrag mit der TI Corp. gekündigt.

In dem Kündigungsschreiben kündigte die Mount Whitney LLC gegenüber der TI Corp. die Rückzahlung der eingezahlten Gelder in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro an, abzüglich 5 Prozent Kostenerstattung und abzüglich bereits geleisteter Gewinnausschüttungen.

Insbesondere in seiner selbst in den Verträgen eingeräumten Rolle als Treuhänder hätte Tabaczek die Pflicht gehabt, die lediglich doch nur verwalteten Gelder nach der Kündigung sofort auszuzahlen.

"Verleumdungskampagne"

Aber laut Tabaczeks Anwalt sei der Mount-Whitney-Firmengruppe durch eine "groß angelegte Verleumdungskampagne ein massiver Schaden entstanden". Auch gegenüber der TI stehe ihr Schadensersatz zu. Bis zur Klärung stehe "der Mount Whitney Firmengruppe nach US-amerikanischem Recht an den Geldern des Vertragspartners ein Zurückbehaltungsrecht zu". Deshalb zahle sie keine Gelder aus.

Dieser Auffassung entgegnete Richterin Bach in ihrer Urteilsbegründung: Tabaczek habe doch das Verhalten der Anleger und ihres Anwalts erst veranlasst. Die Richterin führte aus:

Zitat:


Nachdem er die Auszahlung der Gelder im Kündigungsschreiben vom 31. Oktober 2014 angekündigt hatte und in der Folge nicht umsetzte, schlossen die Anleger daraus, dass er sie um ihr Geld "bringen" wollte.

Ihm beziehungsweise der Mount Whitney LLC stand zu diesem Zeitpunkt kein Recht zu, das Geld weiter zu blockieren.

Dass die Anleger dann die Auszahlung mit Nachdruck und auch unter Androhung rechtlicher Mittel forderten, ist ihr gutes Recht.

Insbesondere ist gerade die Einschaltung von Strafverfolgungsbehörden im Verdachtsfall ein legitimes Mittel. Diesen Verdacht hat der Beklagte gerade selbst begründet, da er nach Kündigung des SAMA (Subscription & Asset Management Agreements - Treuhandvertrag mit der TI Corp. - Anmerkung der Redaktion) und damit dem Wegfall seiner Treuhänderverpflichtung das Geld grundlos über mehr als 2 weitere Monate behielt.

Die Auszahlung nun davon abhängig zu machen, dass die Anleger keine Strafanzeige gegen ihn erstatten, könnte schon den Verdacht einer Nötigung begründen, ist aber zumindest sittenwidrig.

Der Beklagte zu 2) möge sich vor Augen führen, dass die Anleger erst tätig wurden, als er durch sein Verhalten die Rückzahlung der Anlagegelder ohne Rechtsgrund (da SAMA gekündigt war) verweigerte.

Sollte der Mount Whitney LLC tatsächlich Schaden aus dem Verhalten der Anleger entstanden sein, so ist dies die Folge aus dem vertragswidrigen Verhalten der Mount Whitney und des Beklagten zu 2) als Treuhänder.


Die Richterin fasste Tabaczeks wohl tatsächliche Rolle dann so zusammen:

Zitat:


Er verwaltet lediglich fremdes Geld und enthält es den Berechtigen vor.


Nach Recherchen des MDR-Magazins Exakt sollen laut Berlin Journal rund 40 Privatleute noch auf ihr Geld von Tabaczek warten. Es geht um rund fünf Millionen Euro, bei denen eine versprochene Kapitalvermehrung ausblieb. Auch auf die Rückzahlung warten die Anleger vergeblich. Die meisten geprellten Anleger kommen aus Berlin, Brandenburg und Sachsen.

Tabaczek kann nach Ansicht des Gerichts nicht die Verantwortung auf die TI Corp. abwälzen, da er das ganze Konstrukt inklusive der TI Corp. und Büros in Berlin erschaffen habe und daher wusste, dass die Gelder gar nicht der TI Corp. gehören, sondern den Anlegern.

Richterin Bach führte dazu in der Urteilsbegründung aus:

Zitat:


Der Beklagte zu 2) hat selbst die Konstruktion entwickelt, indem er Vermittler schulte, die Geld der Anleger akquirieren und der TI Corp. mittels eines Subscription & Asset Management Agreements (SAMA) zuführen sollten.

Die TI Corp. sollte dann nach den vom Beklagten zu 2) im SAMA getroffenen Regelungen dieses auf Herkunft überprüfen und "gebündelt" der Mount Whitney LLC zur Verfügung stellen.

Der Beklagte zu 2) wusste demnach, dass das Geld, dessen Rückzahlung er der TI Corp. verweigerte, das Geld der Anleger war.

Im Rahmen des Schadensanspruchs sind diese nicht auf die Vertragskette, die der Beklagte zu 2) geschaffen hatte, zu verweisen.


Sondern allein auf ihn, Volker Tabaczek. Der Trustee der Mount Whitney Group hat noch bis zum 29. Juni 2017 Zeit, gegen das Urteil Revision beim Berliner Kammergericht einzulegen.

Unabhänging davon ermittelt die Berliner Staatsanwaltschaft seit zweieinhalb Jahren in dem Fall unter dem Aktenzeichen 244 Js 1768/14. Anfang vorigen Jahres kam es bei Tabaczek und Rudolf zu Hausdurchsuchungen.

Inzwischen hat auch das Landeskriminalamt Mecklenburg-Vorpommern Ermittlungen wegen des Verdachts der Geldwäsche gegen Volker Tabaczek und dessen zweite Frau und Helferin Sofi Schützeichel aufgenommen, weil die beiden über die leere Vorratsgesellschaft Seascape LLC aus Las Vegas, die laut Handelsregistereinträgen und Firmenschildern der Mount Whitney Group zuzurechnen ist, in bar ein Doppelgrundstück direkt am Ostseestrand in Kühlungsborn anzahlten, um eine Villa Sofie zu errichten. Das Geschäft platzte, wie das Berlin Journal berichtete.

Im vorigen Jahr gab es ein 1. Zivilprozessurteil auf Schadensersatz gegen beide Verantwortliche: Tabaczek und Rudolf.

Das Landgericht Berlin (Aktenzeichen 31 O 101/15) hatte Tabaczek und Rudolf verurteilt, einer Anlegerin der in Berlin gegründeten Geschädigtengemeinschaft Tulpe 263 (25 Anleger, die in den letzten Jahren 9 Millionen Euro an die Mount Whitney Group eingezahlt haben) die Geldeinlage zurückzuzahlen. Das Geld sei auf das Konto der Mount Whitney Group eingezahlt worden und von dort auf ein Konto der Firma TI Incorporation von Michael Rudolf weitergeleitet worden. Beide konnten keinen Nachweis über die Verwendung des Geldes beim Landgericht Berlin vorlegen.

Tabaczek weigerte sich, einen Kontoauszug vorzulegen, so dass der Richter von einer Zweckentfremdung ausgehen musste und die Rückzahlung anordnete. Mount-Whitney-Finanzchef Rudolf vermietet eigentlich mit seiner Frau in Berlin-Rudow im Eigenheim Monteurszimmer.

Und der einstige Thüringer Radrennfahrer Tabaczek versucht sich seit letztem Jahr mit einem ebenfalls in US-Bundesstaat Nevada gegründeten On the Rockz Diamond Trust im Diamantenhandel. Nun denn...

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01. Juli 16, 02:00:00

Christian Wahi ein kriminelles Bandenmitglied? Deutsche Immobilienkasse GmbH trennte sich


ConventSo präsentierte sich Christian Wahi auf Facebook. (be) - Die Staatsanwaltschaft Essen ermittelt gegen Christian Avinash Wahi aus Düsseldorf wegen banden- und gewerbsmäßigen Betrugs in hunderten Fällen. Die Gesellschafter der Düsseldorfer Firma Deutsche Immobilienkasse GmbH haben Wahi als Geschäftsführer abberufen. Doch der sieht sich als Opfer.

Die Staatsanwaltschaft Essen beschuldigt den Diplom-Designer Christian Avinash Wahi (34) aus Düsseldorf, er habe sich im Sommer 2014 mit vier weiteren Personen zu einer kriminellen Bande zusammengeschlossen, die junge und unerfahrene Firmen mit Schein-Offerten hereingelegt haben soll.

Die Bande war aufgeflogen, als sie zusätzlich zu der mutmaßlichen Abzocke mit den Offertenschreiben auch noch mutmaßlich Steuern hinterziehen wollte.

Die Betrüger sollen pseudo-offizielle Rechnungen für Einträge in unnötige Firmenregister an mehr als 600 neu gegründete Unternehmen versandt haben. So haben sie offenbar einen Schaden in Höhe von insgesamt 6 Millionen Euro verursacht, berichtete GoMoPa Anfang März 2015, allerdings noch ohne die Namen der Beschuldigten zu kennen.

Oberstaatsanwältin Anette Milk sagte damals zu GoMoPa, dass die Beamten fünf Beschuldigte festgenommen hatten, die sich über mehrere Tage in Untersuchungshaft befanden. Nun sagte Oberstaatsanwältin Anette Milk zu GoMoPa:

Zitat:


Herr Christian Avinash Wahi war eine der dort erwähnten fünf Personen, gegen die Haftbefehle vollstreckt worden sind. Inzwischen ist er von der Untersuchungshaft verschont worden.

Ihm wird zur Last gelegt, auf einer mittleren Ebene der Hierarchie an den Betrügereien beteiligt gewesen zu sein. Die Ermittlungen dauern an.


GoMoPa.net stellt Strafanzeige gegen Wahi wegen Verleumdung

Vor zwei Jahren gab Wahi dem Finanznachrichtendienst GoMoPa.net ein Interview, wie er mit Immobilien aus Insolvenzverwertungen kräftige Gewinne machen würde. Als GoMoPa.net jedoch Wahis Nebenjob als Mitglied einer mutmaßlich kriminellen Bande dieses Mal mit allen Namen aufdeckte, fiel Wahi nichts Besseres ein, als GoMoPa.net zu verleumden. Wahi behauptete wahrheitswidrig in einer Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Düsseldorf, er sei von GoMoPa.net erpresst worden. Wahi zog dann angeblich die Anzeige wieder zurück und bedauere den Schritt.

Sein Anwalt teilte GoMoPa.net am 14. Juni 2016 mit:

Zitat:


Nach Rücksprache mit meinem Mandanten vom heutigen Tage kann ich mitteilen, dass er die Strafanzeige im März 2016 zurückgezogen hatte und es ihm auch sehr leid tut.


Schon wieder gelogen!

Denn am 9. Mai 2016 wies die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft die Strafanzeige Wahis gegen GoMoPa.net zurück und teilte Wahi mit:

Zitat:


Ihrem Vorbringen vermag ich keinen Hinweis auf irgendwelche tauglichen Beweismittel zu entnehmen; solche sind auch sonst nicht ersichtlich.


GoMoPa.net wird eine Strafanzeige gegen Wahi wegen Verleumdung stellen. Denn wegen solcher Falschbehauptungen ließ sich der Rechercheverbund von Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR blenden, kam aber über das Stadium einer Verdachtsberichterstattung nicht hinaus, weil es keinen Erpressten gab. Im Gegenteil musste der Medienverbund am Ende feststellen, dass es nicht einmal einen unzufriedenen Geschäftspartner von GoMoPa.net gibt.

Christian Wahi und die Deutsche Immobilienkasse GmbH

Bereits im August 2014 berichtete GoMoPa über die intransparenten Immobilien-Investments der Firma Deutsche Immobilienkasse GmbH mit Sitz in Düsseldorf. Bis Dezember war der Diplom-Designer Christian Wahi dort Geschäftsführer. Doch Wahi wurde im Dezember 2014 abberufen. Die neue Geschäftsführerin ist Maya Marinova (32) aus Düsseldorf.

Der Diplom-Immobilienökonom Daniel Rafael Forstmann (35) aus Erkrath (unmittelbar östlich von Düsseldorf gelegen) war bei der Deutschen Immobilienkasse seit ihrer Gründung im Juni 2013 dabei. Er ist Vertriebsdirektor. Zudem hat er die Webdomain der Deutschen Immobilienkasse www.di-k.de angemeldet.

Zuvor war Daniel Rafael Forstmann unter anderem Inhaber der im Jahr 2003 gegründeten Europa Capital Group GmbH mit Adressen in Düsseldorf und Berlin. In der letzten veröffentlichten Bilanz der inzwischen erloschenen Firma aus dem Jahr 2008 heißt es:

Zitat:


Die Gesellschaft weist in Höhe von EUR 274.393,57 einen Kapitalfehlbetrag aus. Die Verbindlichkeiten bestehen im Wesentlichen gegen nahestehende Personen des Gesellschafters [Daniel Rafael Forstmann].

Am 18. Oktober 2014 wurde bei Daniel Rafael Forstmann zum 18. Mal eine Gläubigerbefriedung nach Zivilprozessordnung ausgeschlossen. Im Jahr 2013 gab es ein Inkassoverfahren gegen ihn. Forstmann bestreitet, das sei der Grund dafür, dass er bei der DIK nur Vertriebsdirektor und nicht Geschäftsführer wurde.

Geschäftsführer wurde der 34-jährige Diplom-Designer Christian Avinash Wahi. Der ist eigentlich ein Werbefachmann. Vor seiner Tätigkeit für die DIK war er laut seinem Xing-Profil von 2010 bis 2013 Inhaber der Werbeagentur Corporate Studios in Düsseldorf.

Die Erfahrungen von Christian Wahi im Bereich Marketing und das Wissen von Daniel Rafael Forstmann im Bereich Immobilien von seiner Europa Capital Group GmbH sollten bei der DIK offenbar verbunden werden. Nun sind die beiden im Streit auseinandergegangen.

Die Geschäftspartner des Christian Wahi

Ende Dezember 2013 war der Firmensitz der DIK schon einmal in der Düsseldorfer Citadellstraße. In dieser hübschen Gasse machte der Diplom-Designer Christian Avinash Wahi Fotos für das Corporate Design der DIK, unter anderem auch von Daniel Welkert (27) aus Eppelborn und von Alexander Bräutigam (34) aus Düsseldorf.

Für Daniel Welkert hat Christian Wahi gerade eine Webseite entwickelt, berichtete GoMoPa. Die Seite wirbt damit, Lebensversicherungen für das Doppelte ihres Wertes aufzukaufen. Daniel Welkert macht auch Geschäfte mit Gold und Immobilien. Am 4. Februar 2015 verweigerte er die Vermögensauskunft nach Zivilprozessordnung. Auch Wahi hat wohl nie Geld von Welkert gesehen.

Alexander Bräutigam, früherer Vorstand von Mehmet Gökers MEG AG, bietet mit seinem Deutschen Finanzhaus am Rhein eine umfassende Finanzberatung. Doch die Geschäftsführerin Oksana Kupina ist eine Hair-Stylistin und offenbar nur eine Strohfrau, berichtete GoMoPa. Und der eigentliche Chef Alexander Bräutigam hat gerade zum dritten Mal die Vermögensauskunft verweigert.

ConventMit diesem Logo präsentiert sich die Deutsche Immobilienkasse. GoMoPa wollte wissen warum sich die Deutsche Immobilienkasse GmbH im Dezember von Christian Wahi als Geschäftsführer getrennt hat. Wahi selbst sagt, er habe sich abberufen lassen, weil er mit den Zielen der Gesellschaft nicht einverstanden war. Der Vertriebsdirektor Daniel Forstmann habe ihn mit einem Treuhandvertrag über den Tisch ziehen wollen.

Vertriebsdirektor Daniel Forstmann nennt GoMoPa einen anderen Grund für die Trennung von Christian Wahi: "Es ist umgedreht, die Deutsche Immobilienkasse hat sich von Herrn Wahi getrennt, denn der hat Unwahrheiten über die DIK verbreitet, das war rufschädigend."

Für Vertriebsdirektor Daniel Forstmanns Behauptung, dass Christian Wahi rufschädigende Dinge über ihn und die DIK verbreitet, gibt es durchaus Hinweise. So sagt Wahi zu GoMoPa unter anderem, dass Forstmann und dessen Bruder von Hartz4 leben und dass Forstmanns Frau eine Escort-Dame ist.

Zwar hat Christian Wahi die Webdomain clingle.de im Namen seiner Maharani Gruppe auf den Namen seines Vaters angemeldet. Doch der hat mit der Webseite für Daniel Welkert wohl überhaupt nichts zu tun.

Christian Wahis Bruder Alexander ist als cleverer Chefkoch aus der TV-Show "Abenteuer Leben" auf Kabel1 bekannt. Offenbar ist Christian das schwarze Schaf in der Familie Wahi. Nun denn...

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01. Juli 13, 02:00:00

Treuhand-Stiftungen sind die wahren Steueroasen


Stiftungen erleben einen Boom wie noch nie. Ende letzten Jahres zählte Deutschland 19.551 selbständige Stiftungen. 95 Prozent von ihnen sind gemeinnützig und damit von allen Steuern befreit. Mehr als die Hälfte entstanden im letzten Jahrzehnt. 645 solcher Stiftungen wurden allein im letzten Jahr gegründet.

Gründet man selbst eine gemeinnützige Stiftung, ist diese von Erbschafts- und Schenkungssteuer (bis zu 50 Prozent) und auch von der Körperschaftssteuer (15 Prozent plus Gewerbesteuer nach lokalen Hebesätzen) befreit. Die Zuwendung kommt also ungeschmälert dem Grundstockvermögen oder dem Stiftungszweck zugute.

Wenn Werte, die in die Stiftung eingebracht werden, selbst durch eine Erbschaft oder durch eine Schenkung erhalten wurden, so entfällt die Schenkungssteuer auf die Vermögenswerte rückwirkend, sofern sie innerhalb von 2 Jahren in eine gemeinnützige Stiftung eingebracht werden. Dazu gehören Geld und Wertpapiere, Immobilien, Unternehmen, Kunstsammlungen, Patente, Lizenzen oder Urheberrechte.

Und auch für Spender an Stiftungen gibt es Steuervorteile. Privatpersonen können jährlich bis zu 20 Prozent des Gesamtbetrages ihrer Einkünfte als Spende geltend machen, Unternehmer und Unternehmen als Stifter können wahlweise bis zu 20 Prozent des Gewinns oder 4 Prozent der Summe aller Umsätze und der im Kalenderjahr aufgewendeten Löhne und Gehälter absetzen (Paragraph 10 b, Absatz 1 und 2 des Einkommensteuergesetzes).

Das gestiftete Vermögen ist nur scheinbar für immer verloren.

In der Vergangenheit galt das gestiftete Vermögen für immer verloren. Man durfte als Single alle zehn Jahre 1 Million Euro steuerfrei einzahlen (Verheiratete das Doppelte) und durfte von einem Drittel der Erträge steuerfrei leben.

Man konnte sich das Vermögen nur zurückübertragen lassen, wenn man gewillt war, bei einer Rückübertragung bis zu 50 Prozent Schenkungssteuer zu berappen.

Doch nun gibt es Stiftungen, die man ganz verbrauchen darf und auch welche, die man sich ohne Steuer zurückübertragen kann.


Der neueste Schrei sind gemeinnützige steuerfreie Verbrauchsstiftungen.

Ab März 2013 werden auch Stiftungen als gemeinnützig anerkannt, deren Vermögen sich in einem Zeitraum von zehn Jahren aufbrauchen.

Der Nachteil gegenüber herkömmlichen Stiftungen: Man kann bei den Verbrauchsstiftungen keine Sonderausgaben für Spenden und Mitgliedsbeiträge absetzen.

Und am Ende ist das Vermögen naturgemäß weg, während normale Stiftungen es erhalten (ein Drittel der Stiftungseinnahmen sind dafür aufzuwenden).

Die beste Steueroase ist wohl die Treuhandstiftung.

Die Treuhandstiftung ist der kleine Bruder der selbständigen gemeinnützigen Stiftung. Sie erhält ebenso das Vermögen, hat aber noch einen wichtigen Steuervorteil, wenn man das Vermögen mal zurückhaben will.

Bei der gemeinnützigen Treuhandstiftung wird keine Stiftungsfirma oder kein Stiftungsverein gegründet, die oder der vom Finanzamt und von der Stiftungsaufsicht der Länder überwacht wird.

Hier wird einfach ein Treuhänder, eine natürliche oder juristische Person, bestimmt, die das übertragene Vermögen entsprechend der zu bestimmenden Satzung verwaltet. Die Gemeinnützigkeit muss nur vom Finanzamt anerkannt werden. Der einfachste Weg ist es, sich an eine schon bestehende Stiftung als Förderer heranzuhängen, also eine Förderstiftung zu gründen.

Der Vorteil der Treuhandstiftung gegenüber dem großen Bruder, der selbständigen Stiftung, besteht vor allem darin, dass bei einer Rückübertragung keine Schenkungssteuer entfällt.

Die Schenkungssteuer kann ganz schön wehtun. Sie erlaubt selbst für Eltern, Großeltern und Geschwister nur einen steuerlichen Freibetrag von 20.000 Euro. Danach werden in der Steuerklasse I (und Betriebsnachfolger sind unabhängig vom Verwandtschaftsverhältnis immer Steuerklasse I) bis 75.000 Euro sieben Prozent, bis 300.000 Euro elf Prozent, bis 600.000 Euro fünfzehn Prozent, bis 6 Millionen Euro 19 Prozent, bis 26 Millionen Euro siebenundzwanzig Prozent und ab 26 Millionen Euro dreißig Prozent Steuern fällig. In der Steuerklasse III sind bis 6 Millionen Euro dreißig Prozent Steuern zu bezahlen, darüber hinaus sogar 50 Prozent.

Dem kann man mit einer Treuhandstiftung aus dem Wege gehen. Das hat seinen guten Grund.

Der Diplomkaufmann und Steuerberater Oliver Over von der auf Stiftungsrecht spezialisierten Kempkes Rechtsanwalts- beratungsgesellschaft mbH in Köln erläutert:

Zitat:


Bei einer sogenannten Treuhandstiftung handelt es nach dem Steuergesetz nämlich nicht um eine Stiftung, sondern um ein "Zweckvermögen des Privaten Rechts" (§ 1 I Nr. 5 Körperschaftsteuergesetz).

Dies ist daran erkennbar, dass der Gesetzgeber ausdrücklich in § 1 I Nr. 5 Körperschaftsteuergesetz Stiftungen und Zweckvermögen des privaten Rechts getrennt benennt. Da es sich bei Treuhandstiftungen nicht um die Stiftung im Sinne des § 7 I Nr. 9 ErbStG handelt, kann diese Vorschrift auch von den Finanzbehörden nicht als Auslöser einer Schenkungssteuer herangezogen werden.


Außerdem zeigt auch ein Urteil des Bundesfinanzhofes, dass auch im Steuergesetz eine klare Trennung zwischen Stiftung und Zweckvermögen des privaten Rechts (sogenannte Treuhandstiftung) gewollt ist.

Anwalt Christian M. Schulter<br /> von der Kanzlei Dr. Schulte<br /> und Partner Rechtsanwälte<br /> Berlin © Kanzlei Dr. Schulte
Anwalt Christian M. Schulter
von der Kanzlei Dr. Schulte
und Partner Rechtsanwälte
Berlin © Kanzlei Dr. Schulte
Rechtsanwalt Christian M. Schulter von der Kanzlei Dr. Schulte und Partner aus Berlin teilte dem Finanznachrichtendienst GoMoPa.net mit:

Zitat:


Dazu entschied der Bundesfinanzhof mit Urteil vom 28.06.2007 Aktenzeichen II R 21/05:

Dass die Rückführung von Treuhandvermögen (Treuhandstiftung) auf den Stifter nicht der Schenkungssteuer unterliegt, wenn der Stifter auch im Vorstand der Stiftung eine beherrschende Funktion über das Stiftungsvermögen hatte.

Entsprechend ist bei Treuhandstiftungen die Rückübertragung des ursprünglich zugewendeten Vermögens auf den Stifter nicht gem. § 7 I Nr. 9 ErbStG (schenkungs-)steuerpflichtig. Der Stiftungsträger wird durch die Vermögensübertragung nicht tatsächlich bereichert. Er hat die Stiftungssatzung zu erfüllen. Im Umkehrschluss stellt die Rückübertragung auf den Stifter keine Schenkung durch den Stiftungsträger dar.


Der Wegfall der Schenkungssteuer bei Rückübertragung funktioniert aber nur, wenn die Rückübertragung auf den Stifter erfolgt, nicht auf andere:

Rechtsanwalt Schulter führt dazu aus:

Zitat:


Anders verhält es sich, wenn der Begünstigte nicht der Stifter selbst, sondern eine dritte Person ist. Diese Person wird durch die Übertragung des Stiftungsvermögens tatsächlich "beschenkt". Abhängig vom Verwandtschaftsgrad zum Stifter kann diese beschenkte Person auch die steuerlichen Freibeträge gem. § 16 ErbStG für Schenkungen in Anspruch nehmen.


Eine gemeinnützige Stiftung bürgerlichen Rechts wird als solche in der Regel ab einem Grundstock von 50.000 Euro von den einzelnen Bundesländern anerkannt. Eine nichtselbständige Treuhandstiftung wird von den Finanzämtern ab 10.000 Euro anerkannt.

Aber man braucht für die Treuhandstiftung auch gar keinen Cent zu besitzen und einzuzahlen. Eine Übertragung von Sachwerten ist auch völlig ausreichend. Wie das geht, beschreibt GoMoPa.net ausführlich in diesem Artikel "Ohne Bargeld eine steuerfreie Stiftung gründen". Nun denn...

Links zum Thema
» Die Treuhandstiftung - Stiftungsgründung mit Sachwerteinlagen
» Schenkungssteuer auf Rückübertragung von Treuhandvermögen
» Freibeträge bei der Erbschaftssteuer und Schenkungssteuer

Dokument zum Thema
» Vertragsmuster Treuhandstiftung
» Treuhänderliste März 2011

Pressemitteilung zum Thema
» Ohne Bargeld eine steuerfreie Stiftung gründen

Beitrag zum Thema
» Die Treuhandstiftung

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01. Juli 12

De Beira Goldfields: Wieder Börsenjournalisten angeklagt


Der Ex-Chefredakteur des Börsenpflichtblattes "Der Aktionär" aus Kulmbach in Bayern, Sascha Opel (39), der auch die Börsenbriefe Pennystockraketen, Rohstoffraketen und Trendraketen herausgibt, hatte schon im Jahre 2005 auf unrühmliche Art Justizgeschichte geschrieben.

Sascha Opel war der erste deutsche Journalist, der wegen Marktmanipulation verurteilt wurde. Opel kassierte im Januar 2005 vor dem Landgericht Stuttgart eine Gefängnisstrafe von einem Jahr auf Bewährung. Seinen damaligen Gewinn von 23.000 Euro musste er zurückzahlen.

Gelernt hat Opel daraus scheinbar nichts. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart musste ihn und drei weitere Männer nun vor demselben Gericht "wegen Marktmanipulation in ganz großem Stil" erneut anklagen, wie die Erste Staatsanwältin und Pressedezernentin der Staatsanwaltschaft Stuttgart, Claudia Krauth, heute dem Finanznachrichtendienst GoMoPa.net auf Nachfrage bestätigte.

Opel ist auf freiem Fuß und weitgehend geständig. Allerdings sieht sich Opel eher als Opfer denn als Täter. Opel schrieb GoMoPa.net: "Dass ich für die DeBeira-Kampagne von anderen missbraucht worden sein könnte, interessiert angesichts der wahren Tatsachen (die sie nicht nennen!) natürlich niemanden."

Mitangeklagt ist Pascal Geraths (32) aus Nordrhein-Westfalen. Seine Post ging nach Österreich. Dort betreibt der mit Haftbefehl gesuchte Geraths die Werbeagentur Pascal Geraths GmbH und zusammen mit seiner Mutter, Margitta Geraths, in der Griesgasse 29 in Salzburg eine Medienfamily GmbH (The brandgeneration AG sowie den Börsenbrief IQ.BB seiner Purple Capital AG). Geraths wurde zwar im März 2011 wegen des deutschen Haftbefehls von der Salzburger Kripo festgenommen, aber nach Prüfung der Vorwürfe wieder auf freiem Fuß gesetzt.

Denn in Österreich ist Marktmanipulation keine Straftat, sondern nur eine Verwaltungsübertretung und somit weder ein Haft-, noch ein Auslieferungsgrund. "Eine Verhandlung ohne ihn wird es nicht geben. Wie die Große Wirtschaftskammer allerdings den Angeklagten nach Stuttgart bekommt, wird sie zu gegebener Zeit entscheiden, zunächst einmal wurde ihm die Anklageschrift zugesandt", sagte Staatsanwaltschafts-Sprecherin Krauth gegenüber GoMoPa.net.

Die anderen beiden angeklagten Maktmanipulatoren sind ein kanadischer Billig-Aktienbeschaffer (33), der im August 2011 in Österreich geschnappt und nach Deutschland ausgeliefert wurde und noch immer in U-Haft sitzt, sowie der ehemalige Focus Money-Mitarbeiter und Herausgeber des Börsenbriefes Blue Sky Level, Christian Euler (46) aus Baden-Württemberg, der nach einer kurzen U-Haft in Freiheit auf den Prozess warten darf.

38 Millionen Euro Gewinn in nur einem Monat:

Die Anklageschrift wirft den vier Männern vor, in nur einem Monat im Jahre 2006 die inhaltslose Ramsch-Aktie eines vermeintlichen Goldexplorers mit dem Namen De Beira Goldfields Incorporation aus Kanada durch gezielte Falschmeldungen so hochgejubelt zu haben, dass Tausende von Kleinanlegern die wertlosen Aktien bis zum 1.000fachen ihres ursprünglichen Preises kauften, bevor die Aktien dann wieder kurz darauf ins Bodenlose abstürzten und die Kleinanleger ihre gesamten Investitionen verloren. Der Gewinn der Marktmanipulatoren war gewaltig.

Die Erste Staatsanwältin Krauth führt dazu aus:

Zitat:


Den Angeschuldigten wird vorgeworfen, im Zeitraum zwischen 15. Mai und 15. Juni 2006 durch Veröffentlichungen in diversen Medien über die Aktie De Beira Goldfields Inc. Kaufempfehlungen ausgesprochen zu haben, ohne bekannt zu geben, dass sie selbst erhebliche Bestände der Aktie besaßen und damit in einem Interessenkonflikt standen (so genanntes Scalping).

Darüber hinaus enthielten die Veröffentlichungen teilweise auch unrichtige und irreführende Angaben. Durch diese Veröffentlichungen beeinflussten die Angeschuldigten den Börsenpreis der Aktie, der sich im Mai 2006 anfänglich zwischen 1,40 Euro und 2,50 Euro bewegte und am 15. Juni 2006 einen Kurs von bis zu 18,50 Euro erreichte. Die Angeschuldigten verkauften aufgrund der großen Nachfrage und des gestiegenen Börsenkurses ihre Bestände gewinnbringend. Sie erzielten hierdurch einen Gewinn in Höhe von über 38 Millionen Euro.


Die Bonner Finanzaufsicht BaFin zeigte das auffällige Scalping im Freiverkehr der Frankfurter Börse im Sommer 2010 bei der Staatsanwaltschaft an. Die Akteure hatten da bereits, offenbar, um ihre Spuren zu verwischen, die De Beira Goldfields Incorporation einfach in Panex Resources Incorporation umbenannt. Die gegenwärtig 33.000 Aktien der Panex Resources Inc. liegen an der Frankfurter Börse bei einem Kurs weit unter einem Euro pro Aktie, aktuell bei 0,08 Cent pro Stück.

In Kanada wurde der Handel der De Beira Goldfields schon kurz nach Handelsaufnahme im Sommer 2006 wieder ausgesetzt, nachdem De Beira Goldfields Inc. am 16. Juni 2006 einen angeblichen Ecuador-Deal mit einer dortigen Mine mit Multi-Millionen-Goldunzen-Potential bekannt gegeben hatte. Die Mine gab es zwar, aber sie hatte ihre Glanzzeiten schon lange hinter sich, die Produktion begann dort im Jahre 1895 und wurde 1950 eingestellt.

Der OTC-Markt in den USA ließ zwar einen Handel der De Beira Goldfields Inc. zu, aber die Börse warnte alle Anleger, indem sie das Wertpapier-Kürzel von DBGF in DBGFE erweiterte. Das bedeutete, dass die Gesellschaft wichtige Papiere bei der US-amerikanischen Börsenaufsicht SEC gar nicht eingereicht hatte.

Nur in Deutschland nahm man es im Jahre 2006 im Freiverkehr der Frankfurter Börse nicht so genau. Die Börsenmanipulatoren hatten so leichtes Spiel.

Die Idee, sich am Markt eine Vielzahl von Aktien zu verschaffen und diese dann gewinnbringend weiterzuverkaufen, nachdem der Kurs künstlich in die Höhe getrieben worden war, habe laut Anklageschrift sowohl von Pascal Geraths gestammt, der damals 14 Goldexplorer als PR-Kunden hatte, als auch von dem 33 Jahre alten Kanadier.

Der Plan sei gewesen, dass der Kanadier den wesentlichen Anteil der ausgegeben Aktien der Gesellschaft beschaffte und der selbständige PR-Profi Geraths für die Vermarktung der Aktien zuständig sein sollte. Um die geplante Vermarktungskampagne besser durchsetzen zu können, hätten die beiden noch zwei weitere Personen an ihrer Tat beteiligt. Den freien Journalisten Christian Euler, der in Baden-Württemberg lebt und entsprechende Kaufempfehlungen in Focus Money sowie in Börsenbriefen veröffentlichte, und den bekannten Journalisten Sascha Opel, der in Bayern als Geschäftsführer lebte. Zu Opel schätzte die Erste Staatsanwälting Krauth ein: "Seine Tätigkeit bestand ebenfalls darin, die Aktie unter anderem in dem von ihm herausgegebenen Börsenbrief zu empfehlen. Er ist der einzige der Angeschuldigten, der bereits einschlägig vorbestraft ist."

Geschädigte mögen sich bitte bei der Staatsanwaltschaft melden

Nach der Anzeige der BaFin wurden laut Staatsanwaltschaft Stuttgart "Ermittlungen aufgenommen, die im Frühjahr 2011 zu Durchsuchungsmaßnahmen in Deutschland und Österreich sowie zu Arrestbeschlüssen in das Vermögen der Angeschuldigten zum Zweck der Rückgewinnungshilfe führten. Auf dieser Grundlage konnten diverse Vermögenswerte gesichert werden."

Staatsanwaltssprecherin Krauth weiter: "Personen, welche durch die oben genannten Taten der Angeschuldigten einen wirtschaftlichen Schaden erlitten haben, werden daher ausdrücklich aufgefordert, sich bei der Staatsanwaltschaft zu melden."

Sascha Opel hatte den Status eines Gurus, zwei Aktienfonds folgten seinen Empfehlungen blind.

Opel war nicht nur Chefredakteur (1999 und 2000) der Anlegerzeitschrift "Der Aktionär" gewesen. Er trat mit seinen Aktienempfehlungen auch in der "3sat-Börse" sowie im Privatsender n-tv auf und betrieb eine Börsen-Hotline. Zugleich beriet er zwei Aktienfonds mit erheblichem Anlagevolumen am Neuen Markt, die - so die Bundesrichter am Bundesgerichtshof in Karslruhe bei einer Revisionsverhandlung im November 2003 - seine Ratschläge in der Regel sofort umsetzten.

Auf dieser Grundlage entwickelte Opel ein System, um Anleger abzuzocken und sich selbst sowie seine Komplizen (damals der Mitangeklagte Finanzvermittler Daniel Kaufmann) zu bereichern. Er deckte sich mit bestimmten Dividendenpapieren ein, wofür er sich teilweise Geld lieh, und trieb deren Kurse dann mit gezielten Empfehlungen an die Investmentgesellschaften in die Höhe. Anschließend verkaufte er die Anteilsscheine wieder und teilte sich den Gewinn mit seinem Mittäter und den privaten Geldgebern. Damit erwirtschaftete er im Oktober 2000 innerhalb von zwei Wochen einen Gewinn von rund 115.000 Euro. In einem dieser Fälle stieß Opel die Papiere innerhalb einer Stunde nach ihrem Erwerb wieder ab, wie der Bundesgerichtshof feststellte. Bei seiner Suche nach weiteren Geldgebern geriet er jedoch an verdeckt arbeitende Fahnder.

Kein Insiderhandel sondern Kursmanipulation

In einem solchen Vorgehen hatten bis zum Jahre 2003 bisher die meisten Juristen einen verbotenen Insiderhandel (Paragraph 14 des Wertpapierhandelsgesetzes) gesehen. Als "Insiderwissen", dessen Verwendung beim Aktienhandel strafbar ist, stuften sie dabei die Kenntnis des Börsengurus von seiner eigenen geplanten Anlageempfehlung ein. Damit stellten sie dieses Vorgehen dem "Frontrunning" gleich, bei dem jemand Insiderkenntnisse darüber ausnutzt, daß eine andere Person ein größeres Aktienpaket erwerben oder veräußern will.

Die Bundesrichter verwarfen aber diese Ansicht Ende 2003. Der Journalist habe mit seiner Masche keine Informationen Dritter über kursrelevante Tatsachen ausgenutzt, sondern gleichsam selbst solche Tatsachen geschaffen. Ein Schuldspruch müsse sich vielmehr auf eine Kursmanipulation (Paragraph 20 a des Wertpapierhandelsgesetzes; früher: Paragraph 88 Börsengesetz) stützen. Diese Vorschrift ahndet es, wenn jemand durch Täuschungen auf einen Markt mit Wertpapieren einwirkt.

Der Erste Strafsenat des Bundesgerichtshofes akzeptierte es auch nicht als Entschuldigung, daß Opels Bewertungen möglicherweise objektiv zutreffend waren. Maßgeblich sei sein Ziel der Kursbeeinflussung gewesen (BGH, Aktenzeichen.: 1 StR 24/03). Das Landgericht Stuttgart musste den Fall im Januar 2005 neu aufrollen. Kursmanipulation kann mit bis zu fünf Jahren Haft (nach der alten Rechtslage: drei Jahre) oder einer Geldstrafe geahndet werden. Die Richter entschieden sich für eine Bewährungsstrafe von einem Jahr Gefängnis.

Schon nach seiner erstinstanzlichen Verurteilung durch das Landgericht Stuttgart im August 2006 zu dem besagten Jahr Gefängnis sagte Sascha Opel dem Manager Magazin, bevor er in die später verlorene Berufung ging: Wie es nach dem Urteil nun beruflich weitergehe, sei noch offen, er stehe für Anfragen jeder Art offen. Opel wörtlich: "Es muss auch nichts mit Börse sein." Aber leider wurde es wieder etwas mit der Börse, nun denn ...

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02. Juli 11

FWU AG - Atlanticlux Lebensversicherung S.A.: Nepp mit Vergütung


Sven Tintemann copyright<br /> Dr. Schulte und Partner<br /> Rechtsanwälte Berlin
Sven Tintemann copyright
Dr. Schulte und Partner
Rechtsanwälte Berlin
Der Berliner Rechtsanwalt Sven Tintemann von der Kanzlei Dr. Schulte und Partner Rechtsanwälte erstritt vor dem Berliner Landgericht am 19. Mai 2010 einen richtungweisenden Sieg für alle Versicherungskunden, die beim Abschluss einer Netto-Lebens- oder Rentenversicherung der FWU AG aus München und ihrer Tochter Atlanticlux Lebensversicherung S.A. aus Luxemburg zugleich mit dem Vermittler eine Provisionsvereinbarung in Höhe von rund 7 bis 8 Prozent der Beitragssumme (zwischen 2.500 und 4.000 Euro) vereinbart haben.

Diese volle Honorar-Summe wird nämlich selbst dann fällig, wenn man die Versicherung nach nur einem Monat kündigt. Bislang kamen die Kunden aus dieser Vertragsfalle kaum wieder heraus.

Und nun die gute Nachricht: "Wegen eines Formfehlers in den Widerrufsbelehrungen kann man die Provisionsvereinbarungen jederzeit widerrufen", sagte Anwalt Tintemann dem Finanznachrichtendienst GoMoPa.net und liefert den Beweis dazu.

Der Fall:

Konkret betroffen war eine junge Berliner Mutter, die ein Baby bekam, von dem sie bei Vertragsabschluss noch gar nichts ahnte. Da sie sich die Versicherung unter den veränderten Bedingungen gar nicht mehr leisten konnte, kündigte sie. Dabei musste sie erfahren, dass die Netto-Versicherung nicht einmal ihr eingezahltes Geld zurückgab, obwohl die Versicherung doch eigentlich vergütungsfrei war. Aber die Versicherung hatte die Spar-Beiträge einfach an den Vermittler verpfändet. Bei der Kündigung des Versicherungsvertrages kassierte er diese Sparanteile nicht nur ein, er verlangte dann auch noch den verbleibenden Restbetrag seiner Provision in einer einzigen Summe - das waren bei der betroffenen Berlinerin immerhin noch rund 3.000 Euro.

Convent Vermittelt hatte der Berlinerin diese Kosten-Konstruktion im Jahre 2007 eine RCM Royal Capital Management Grundvermögen und Vertriebsgesellschaft GmbH von Enrico Rohr aus Berlin-Charlottenburg, die allerdings am 8. April 2008 pleite ging. Diese RCM wiederum war ein Geschäftspartner (Untervermittler) der Superior Vertriebsmanagement GmbH (Excalibur Unternehmensgruppe) des Ehepaars Bruno und Zsuzsanna Tatarelis aus Kiefersfelden in Bayern (auf dem Foto rechts © FWU AG), die eine Exclusiv-Lizenz zum Vetrieb der Produkte der luxemburgischen Atlanticlux Lebensversicherung S. A. hatte und noch hat.

Die Atlanticlux Lebensversicherung S.A. ist ein Tochterunternehmen der Münchner FWU AG (Facility for Wordwide Unit Insurance) der Eheleute Dr. Manfred J. Dirrheimer und Dr. Angela S. Dirrheimer (auf dem Foto links). Das vermittelte Produkt heißt: Superior Investment Rente und ist eine so genannte Nettopolice mit Vermittlervergütungsvertrag.

Die Berliner Kundin unterschrieb am 18. April 2007 neben der fondsgebundenen Rente also auch eine Provisionsvereinbarung über 3.982,80 Euro. Fünf Jahre lang sollten 80 Prozent (66,38 Euro) von ihrem Versicherungs-Monatsbeitrag in Höhe von 82,98 Euro an die Vermittlergesellschaft gehen.

Als sie den Vertrag nach zehn gezahlten Monatsraten kündigte, bekam sie nicht nur ihr angespartes Geld nicht zurück, da ihr Sparanteil von 20 Prozent des Monatsbeitrages an die Vermittlergesellschaft verpfändet war. Die Kundin sollte nach Verrechnung ihrer Sparanteile die noch offene Vermittlerprovision in Höhe von 3.153,05 Euro auf einen Schlag bezahlen.

Das konnte und wollte sie nicht. Die Superior Vertriebsmanagement GmbH blieb hartnäckig. Normalerweise säße die junge Mutter nun in einer Kostenfalle, aus der sie nicht mehr herauskäme.

Wenn Rechtsanwalt Tintemann nicht einen Fehler im ansonsten wasserdichten Vertragswerk entdeckt hätte:

Der Knackpunkt ist die Ratenzahlung an den Vermittler

Tintemann sagte dem Finanznachrichtendienst: "Wir konnten zunächst vor dem Amtsgericht Pankow/Weißensee nachweisen, dass die Widerrufsbelehrung der Nettoprovisionsvereinbarung nicht den gesetzlichen Anforderungen entsprach. Wegen der ratierlichen Zahlungsweise gelten nicht die Regeln des Haustürgeschäfts, sondern die Regeln des Darlehensrechtes. Der Vertrag kann deshalb auch nach der sonst üblichen Zwei-Wochenfrist widerrufen werden. Das hatten wir für unsere Mandantin getan. Die Superior Vertriebsmanagement GmbH reichte gegen den Widerruf der Vermittlungsgebührenvereinbarung Klage ein. Das Amtsgericht Pankow/Weißensee wies diese Klage unter dem Aktenzeichen 4 C 100/10 ab. Die Superior Vetriebsmanagement GmbH ging in Berufung. Das Landgericht Berlin folgte ebenfalls unserer Auffassung und wies die Klage ab. Da eine Revision nicht zugelassen wurde und aufgrund des geringen Streitwerts unter 20.000 Euro eine Nichtzulassungsbeschwerde zum Bundesgerichtshof nicht möglich ist, ist das Urteil rechtskräftig."

Der Berliner Mutter ist nun eine für sie doch sehr große Schuldenlast von den Schultern genommen worden. Sie kann sich nach dem Urteil auch ihre an die Superior Vertriebsmanagement GmbH bereits gezahlte Provision von insgesamt 829,75 Euro zurückholen, da der Widerruf der Provisionsvereinbarung ja nun rechtens ist.

GoMoPa.net: Welche Bedeutung hat das Berliner Landgerichtsurteil für andere Versicherungskunden?

Rechtsanwalt Tintemann: "Es ist eine erfreuliche Fortsetzung der Rechtsprechung zu Netto-Policen und fehlerhaften Widerrufsbelehrungen. Anleger sollten hier keinesfalls sofort zahlen oder Angst vor einer Klage der Vermittlungsgesellschaft haben, sondern ihre rechtlichen Möglichkeiten durch einen spezialisierten Anwalt überprüfen lassen. Für die hiesige Anlegerin hat es sich gelohnt, nicht zu zahlen und die Sache durchzufechten. Auch das Argument der Beratungsgesellschaft, die Anlegerin müsse nach erfolgtem Widerruf Wertersatz leisten, ließ das Gericht nicht gelten."

Bei normalen deutschen Lebensversicherungen (Bruttoversicherungen) ist die Vermittlerprovision nicht ausgewiesen und Bestandteil des Vertrages. In den ersten drei Jahren bekommt man als Kunde keinen Rückkaufswert. Steigt man in dieser Zeit aus, ist das eingezahlte Geld zwar weg. Aber man schuldet dem Vermittler auch keine Provision.

Aber warum gehen deutsche Kunden so ein viel höheres Finanzrisiko überhaupt ein?

Die Lügen und Halbwahrheiten des Vermittlers Bruno Tatarelis

Viele Diskutanten im Forum von GoMoPa.net geben zu, dass sie einen möglichen vorzeitigen Ausstieg aus dem Vertrag mit dem Vermittler gar nicht richtig besprochen hätten und sich mit dem Satz zufrieden gaben: "Nach einer gewissen Zeit kommen Sie jederzeit an ihr Geld."

Andere ließen sich von Versprechungen des Vermittlerchefs Bruno Tatarelis blenden, die sich bei näherem Hinsehen als dicke Lügen erwiesen. Lüge Nummer 1: Der Vorteil für den Kunden sei vor allem eine unabhängige Beratung, weil die Handelsvertreter (Geschäftspartner) nicht an ein Versicherungsunternehmen gebunden seien. Lüge Nummer 2: Man könne angeblich die Vermittlerprovision bei der Steuer als Werbungskosten geltend machen.

Beides ist Unsinn! Hinzu kommt die Halbwahrheit, dass der BGH die Vermittlervergütung bestätigt habe (was aber entfällt, wenn gar keine Beratung im einzigen Interesse des zahlenden Kunden stattfindet) und das Ablenkungsmanöver der Atlanticlux Lebensversicherung S.A., dass die Nettopolice sich mit Transparenz von Bruttopolicen der Konkurrenz abhebe - obwohl am Ende die Kosten dieselben sind und man bei den fondsgebundenen Atlanticlux-Produkten eine Null oder ein Minus auf der Performance des eingezahlten Geldes finden kann.

Und zu guter Letzt kam auch noch heraus, dass bei dem privatrechtlichen Vermittlervertrag sogar geschummelt wurde. Doch der Reihe nach:

Lüge Nummer 1: ungebundener Vermittler

Bruno Tatarelis erklärte dem Fachmagazin RisControl im Jahre 2007: "In Deutschland ist der ungebundene Vermittler wohl eher am Aussterben. Die meisten Vermittler werden sich an eine Versicherungsgesellschaft binden. Nur wenige Exoten ? so wie wir ? bleiben dann noch übrig."

Fakt ist aber: Der deutsche "Pionier für Netto-Produkte" (so die Eigenwerbung), die Excalibur Unternehmensgruppe von Bruno und Zsuzsanna Tatarelis, haben seit 1994 bis zum Jahr 2020 eine Exclusiv-Lizenzvereinbarung mit der FWU AG aus München zum Verkauf der fondsgebundenen Netto-Policen der FWU-Tochter Atlanticlux Lebensversicherung S.A. aus Luxemburg, die zuletzt 2008 verlängert worden war (siehe Foto oben, Unterschrift unter die Exklusiv-Lizenzverlängerung am 6. November 2008 im Büro der FWU AG in Kuala Lumpur in Malaysia).

Auch die 600 Vertriebler, mit denen die Familie Tatarelis als Geschäftspartner zusammenarbeitet, beraten nicht unabhängig zum Wohle des provisionszahlenden Kunden, sondern verkaufen lediglich die Atlanticlux-Produkte.

Mit einer Ausnahme: Ab 2,5 Millionen Euro Beitragssumme im Monat

Kann ein Vertriebspartner eigene Produkte kreieren, fragte im Jahre 2007 das Fachmagazin RisControl Bruno Tatarelis.

Tatarelis antwortete: "Ja, das ist unser Marketingansatz. Das White-Label-Konzept der FWU Group bietet ab einer gewissen Umsatzgröße den eigenen Marktauftritt durch Auswahl des Produktnamens, der Umsetzung der Firmen-CI, dem eigenen Investmentkonzept und der Festlegung der Handelsspanne an."

Tatarelis schreibt auf seiner Firmenseite: "Die Excalibur Vertriebsmanagement GmbH bietet: Als Novität für deutsche Versicherungsmakler die standardisierte Honorarberatung durch rechtlich werthaltige Vergütungsvereinbarung (Maklerpolice). Eigener Marktauftritt (Branding) ab 2,5 Mio. Beitragssumme pro Monat möglich." Das gelte so ähnlich auch in Österreich.

Aber: Keine Beratung - kein Anspruch auf Vermittlungsgebühr

Das Landgericht Schwerin schätzte den Wert der unabhängigen Beratung, die angeblich eine Vermittlerprovision rechtfertigen würde, am 28. August 2008 (Aktenzeichen 2 S 40/07) ganz und gar nicht im Sinne des Kunden ein und schmetterte die Klage der Superior Vertriebsmanagement GmbH auf Zahlung der Vermittlerprovsion ab.

In der Urteilsbegründung befanden die Richter, dass die Beratung gegen die Interessen des Kunden verstieß:

Zitat:


Der Klägerin (Superior Vertriebsmanagement GmbH - Anmerkung der Redaktion) steht ein Anspruch auf die geltend gemachten Vermittlungsgebühren gemäß §§ 652, 398 BGB schon deshalb nicht zu, weil die Zedentin (Gläubigerin, hier die Superior Vertriebsmanagement GmbH - Anmerkung der Redaktion) ihren Lohnanspruch in entsprechender Anwendung des § 654 BGB verwirkt hat.


Weiter führen die Richter aus:

Zitat:


Die Zedentin, die sich des Handelns ihrer Untervermittlerin, der Zeugin G., als Erfüllungsgehilfin nach § 278 BGB zurechnen lassen muss, hat bei der Vermittlung des Versicherungsvertrages in schwerwiegender Weise gegen die ihr obliegenden besonderen Treuepflichten verstoßen und damit den Interessen des Beklagten zuwidergehandelt.

Die Klägerin wäre als Versicherungsmaklerin aufgrund ihrer Pflicht zu einer umfassenden, kundenorentierten und vergleichenden Beratung gehalten gewesen, zunächst die Bedürfnisse des Beklagten (des Kunden - Anmerkung der Redaktion) zu ermitteln und dann vergleichende Alternativprodukte oder andere Anlageformen hinzuweisen und über deren Vor- und Nachteile aufzuklären.

Dies durfte der Beklagte bei der nicht unerheblichen Vermittlungsprovision auch erwarten. Statt dessen hat die Zedentin durch die Zeugin G. dem Beklagten lediglich die von ihr vertriebene fondsgebundene Lebensversicherung der Atlanticlux S.A. angeboten.

Diese von vornherein auf die Vermittlung einer bestimmten Versicherung ausgerichtete Vorgehensweise der Zedentin entspricht der Tätigkeit eines Versicherungsvertreters, der im Auftrag der Versicherungsgesellschaft deren Produkte vertreibt und dafür auch von dieser honoriert wird.

Die Zedentin hat damit in schwerwiegender Weise gegen die fundamentalen Pflichten eines Versicherungsmaklers, der sich im Gegensatz zum Versicherungsvertreter ausschließlich an den Interessen des Versicherungsnehmers zu orientieren hat, verstoßen (vgl. auch LG Offenburg 20.04.2004 - 1 S 15/03).


Die Halbwahrheit mit dem BGH-Vergütungsurteil

Die Mahnschreiben der Superior Vertriebsmanagement GmbH von Tatarelis sagen nur die halbe Wahrheit. Sie endeten mit dem Absatz:

Zitat:


Sollten Sie von Dritter Seite zur Einstellung Ihrer Zahlungsverpflichtungen aus der mit uns geschlossenen Vermittlungsgebührenvereinbarung veranlasst worden sein, teilen wir Ihnen mit, dass die Vermittlungsgebührenvereinbarung amtsbekannt ist und ihre Rechtsmäßigkeit durch den BGH bestätigt wurde.


Der rechtliche Kommentar von Anwalt Jürgen Melchior aus Wismar zu diesem Mahnschreiben lautet:

Zitat:


Abgesehen davon, dass die Kunden sicherlich nicht ihre "Zahlungsverpflichtungen", sondern allenfalls ihre Zahlungen eingestellt haben, "Rechtsmäßigkeit" sich ohne "s" schreibt und "amtsbekannt" wohl eher gerichtsbekannt heißen soll, enthält dieser ach so wichtig klingende Satz auch ansonsten nur heiße Luft:

Das einzige, was der BGH tatsächlich mehrfach bestätigt hat, ist die grundsätzliche Zulässigkeit dieser Vertragskonstruktion - und nur diese. Das besagt über die Wirksamkeit einer Vermittlungsgebührenvereinbarung im konkreten Einzelfall schlicht gar nichts. Und aus eben diesem Grunde sind auch bereits diverse Gerichte zu der Auffassung gelangt, dass die als Versicherungsmakler zu qualifizierenden Versicherungsvermittler wegen Verstoßes gegen Beratungspflichten unter anderem aus der Vermittlungsgebührenvereinbarung nicht nur keinen Zahlungsanspruch herleiten können, sondern vielmehr verpflichtet sind, die bereits von Kunden vereinnahmten Vermittlungsgebühren an diese zurückzuerstatten (vgl. z.B. LG Mannheim 3 O 47/09 vom o2.09.2009 ... ; AG Bensheim 6 C 960/09 ... vom 25.03.2010).

So hat auch der BGH in seinem - soweit ersichtlich - letzten Urteil III ZR 269/06 vom 14.06.2007 zu dieser Thematik keineswegs abschließend entschieden, sondern die Sache zurückverwiesen.


In der Urteilsbegründung des BGH zum Vergütungsanspruch heißt es:

Zitat:


Der Beklagte hat sich außerdem auf mangelnde Beratung beim Abschluss des Lebensversicherungsvertrags berufen, insbesondere zu der Frage, ob die angebotene Lebensversicherung überhaupt seinem Bedarf und seiner finanziellen Leistungsfähigkeit entsprach. .... Auf dieser Grundlage wäre ... unter dem Gesichtspunkt der erörterten umfassenden Beratungs- und Betreuungspflicht des Versicherungsmaklers hinsichtlich des abzuschließenden Versicherungsvertrags eine Schadensersatzpflicht der Klägerin nach § 280 Abs. 1 BGB zu prüfen. ... Die Zurückverweisung gibt dem Berufungsgericht Gelegenheit, das Notwendige nachzuholen.


"Das ist die Wahrheit, Herr Tatarelis!", lautet dazu das Schlusswort von Rechtsanwalt Melchior.

Lüge Nummer 2: Absetzbarkeit der Vermittlergebühren von der Steuer

Am 27. Februar 2007 ließ Bruno Tatarelis, Mehrheitsgesellschafter der Superior Vertriebsmanagement GmbH, Geschäftsführer der Excalibur Vertriebsmanagement GmbH sowie Komplementär und Geschäftsführer der Excalibur Tatarelis & Partner KG, bei openpr.de folgendes veröffentlichen:

Zitat:


Im Vergleich zu herkömmlichen, provisionsorientierten Produkten bieten Nettoprodukte dem Kunden einen tatsächlichen Steuervorteil: Der Kunde kann die offen ausgewiesenen Vermittlungsgebühren seit Januar 2005, als unbeschränkt abzugsfähige Werbungskosten steuerlich geltend machen und sie somit von seinem zu versteuernden Einkommen in Abzug bringen.


Tatsächlich sind die Finanzgerichte aber anderer Ansicht, wie zum Beispiel das Niedersächsische Finanzgericht mit Urteil 11 K 85/08 vom 22.04.2010 sowie insbesondere der Bundesfinanzhof mit Beschluss VIII B 90/10 vom 28.10.2010.

Bezüglich der Absetzbarkeit der extern ausgewiesenen Vermittlerprovision von der Steuer, die Tatarelis anpreist, hat der Bundesfinanzhof mit Beschluss "Kein Werbungskostenabzug für Abschlusskosten bei Lebensversicherungsbeiträgen" vom 28.10.2010 klar gestellt, dass die Provision zum Beitrag gehöre (egal, ob direkt an die Versicherung gezahlt oder an Dritte über eine Extravereinbarung). Diesen könne man dann später insgesamt bei Auszahlung der Versicherungsleistung von dem zu versteuernden Teil abziehen, so dass man nur auf die Zinsen Steuern zu entrichten hat. Ein vorzeitiger Steuerabzug dieses Beitragsbestandteils wäre eine doppelte Steuerbegünstigung und sei deshalb nicht möglich.

Augenwischerei mit der Transparenz über die Nettopolicen-Kosten

Auch wenn man sich die Atlanticlux Lebensversicherung S.A. über die versteckten Kosten der Konkurrenz aufregt und sich nun mit Transparenz wohltuend von den anderen abheben möchte, fallen die Kosten ja dennoch an: Also alles in allem nur eine Augenwischerei.

Rechtsanwalt Jürgen Melchior aus Wismar setzte sich am 17. Mai 2011 in seinem Internetblog über "Atlanticlux Halbwahrheiten" mit folgenden Aussagen der Atlanticlux auseinander:

In den Investment-Informationen, einem Service der Atlanticlux Lebensversicherung S.A., veröffentlichte der Versicherungs-Administrator folgende Argumente zu seiner Nettopolice:

Zitat:


Nettopolice

Von ADMIN | Veröffentlicht: 11/01/2011

Für jeden Versicherungsvertrag fallen sowohl versicherungstechnische Kosten als auch Vertriebskosten an, die zu Beginn der Laufzeit aufwandsbedingt höher sind als mit zunehmender Laufzeit. Vor allem in den ersten Jahren des Vertrages schlagen Aufwendungen für die anfängliche Einrichtung des Vertrages, ggf. Versicherungsschutz und nicht zuletzt für die Vermarktung (Schulungen, Werbungen, Materialkosten, Vermittlung, etc.) zu Buche.

Bei der Bruttopolice werden diese Kosten von der gesamten Versichertengemeinschaft übernommen. Was sich vorerst als gut gemeint und sozial anhört, stellt sich auf den zweiten Blick als nachteilig für Kunden dar. Denn insbesondere Vermarktungskosten, die aufgrund einer frühzeitigen Vertragsbeendigung durch Kündigung anfallen, gehen zu Lasten von vertragstreuen Kunden! Die Folge ? laufende Verträge von treuen Kunden werden mit diesen Kosten belastet!

Aus diesem Grunde hat die ATLANTICLUX Lebensversicherung S.A. die so genannte Nettopolice entwickelt, welche keine Kosten für die Abschlussvermittlung beinhaltet. Individuell anfallende Vermarktungskosten werden mit Ihrem Vermittler/Makler mittels "Vergütungsvereinbarung" separat geregelt und belasten somit nicht die Leistungen der gesamten Versichertengemeinschaft!


Rechtsanwalt Melchior kontert:

Zitat:


Soweit richtig - ABER: Die anfangs erwähnten "versicherungstechnischen Kosten" werden hiervon nicht berührt, sondern fallen trotzdem an. O-Ton Atlanticlux in einem konkreten Fall (nach 47 Monaten Laufzeit der Lebensversicherung):

"Beiliegend erhalten Sie die gewünschte Abrechnung des Rückkaufswerts. Wie dort ausgewiesen, hatte Ihr Mandant Beiträge zur Hauptversicherung in Höhe von insgesamt 1.022,34 EUR erbracht. Nach Abzug der versicherungstechnischen Aufwendungen in Höhe von insgesamt 513,07 EUR betrug der investierte Beitragsanteil (= Sparanteil) 509,27 EUR. Für diesen Betrag konnten die in der Abrechnung ausgewiesenen Anteilseinheiten an den zugrundeliegenden Anlagestrategien erworben werden. Durch Multiplikation der jeweiligen Anteilsstückzahl mit dem jeweils zum Abrechnungstermin gültigen Anteilspreis ergab sich der Rückkaufswert von 460,38 EUR. Die Differenz zwischen dem investierten Beitragsanteil und dem Rückkaufswert resultiert aus Kursverlusten in der zurückgelegten Versicherungszeit."

Fazit: Der Mandant hat insgesamt 2.724,21 Euro gezahlt:
- 1.701,87 Euro davon entfielen auf (verlorene) Vermittlungsgebühren,
- 513,07 Euro gingen für "versicherungstechnische Aufwendungen" drauf,
- 48,89 Euro kamen durch Kursverluste "abhanden"
So verblieb ein Rückkaufswert von 460,38 Euro.

Tolle Performance, oder?


Und geschummelt wurde auch noch

Rechtsanwalt Jürgen Melchior verweist in seinem Anwaltsblog außerdem auf folgenden Fall:

Zitat:


Das AG Aalen (5 C 568/10 vom 11.04.2011) sah es als erwiesen an, dass die Mandantin Blankoformulare unterzeichnet hatte, die im Nachhinein - und wohl auch abredewidrig - von dem Vermittler "vervollständigt" und unautorisiert eingereicht wurden (pfui, pfui) - weshalb der Versicherungsvertrag analog § 159 VVG a.F. nicht wirksam wurde und hierfür auch keine Provision verlangt werden konnte.


Melchior kommt zu dem Schluss: "Man sieht - so gerichtsfest, wie gerne behauptet wird, sind die Vermittlungsgebührenvereinbarungen nicht ..."

GoMoPa.net: Herr Tintemann, Herr Melchior, wir danken für die Aufklärung.

Offener Brief von Bruno Tatarelis

In einem offenen Brief vom 3. Dezember 2010 verspricht Bruno Tatarelis unter anderem:

Zitat:


Wir wollen unsere Kunden im Rentenalter gut versorgt wissen!

Nachteilig für Kunden ist dieses Altersvorsorgeprodukt lediglich dann, wenn sie vorhaben, den Vertrag innerhalb der ersten Jahre wieder zu kündigen. Dann müssen die Kunden die Vermittlungsgebühr, die normalerweise in 60 Teilbeträgen erbracht wird, komplett bezahlen.

Und dies ist auch gerechtfertigt, denn zum einen hat der Vermittler seine Arbeit erbracht und zum anderen gibt es keinen Bereich in der Wirtschaft, in dem Sie Teilzahlungen nicht fertig bezahlen müssen. Wir weichen aber auch hier nicht von unserem Grundsatz der ?Fairness? ab!

Wir haben noch nie den Mahnweg beschritten, wenn der Kunde unverschuldet in eine finanziell schlechte Lage geriet oder aber uns eine schlechte Beratung nachweisen konnte.


Nun, dann fragt man sich allerdings, warum allein die Wismarer Kanzlei Melchior schon 25 Klagen gegen die Superior Vertriebsmanagement GmbH von Tatarelis einreichen musste.

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02. Juli 10

Schiffsfonds Lange: Fair oder fies?


Fondsgeschäftsführer<br /> Dirk Lange, München
Fondsgeschäftsführer
Dirk Lange, München
Der in diesem Jahr aufgelegte Schiffsfonds "ML Schiffsinvest 1" der Münchener Vermögensberatung Michael Lange geriet in die Kritik, weil er laut Prospekt 90 Prozent der Anlegergelder von der Gewinnverteilung ausschliessen soll. Der Initiator hält den Fonds für den fairsten Fonds, den er kennt, und bringt damit die ganze Branche gegen sich auf, die das Finanzkonstrukt der Lange-Gruppe aus Bayern eher für fies hält.

Denn nur 10 Prozent der eingezahlten Anleger-Gelder würden als ergebnisberechtigtes Kommanditkapital gezählt. Der Rest gelte als "nicht ergebnisberechtigte Rücklage". Das von den Initiatoren gehaltene Kapital von 1,2 Millionen Euro nehme dagegen zu 100 Prozent an der Gewinnentwicklung teil. Nachfragen zu dieser ungleichen Gewinnverteilung wich die Lange-Gruppe bislang aus. Zum ersten Mal nimmt nun der Initiator, Gesellschafter und Geschäftsführer des "ML Schiffsinvest 1" und gleichzeitig Junior-CEO der Lange Vermögensberatung GmbH, Dirk Lange, zu diesem Vorwurf öffentlich Stellung.

Dirk Lange schrieb dem Finanznachrichtendienst GoMoPa.net:

Zitat:


Würden Sie unser Fonds-Konzept mit dem eines "Standard-Fonds" mit Vorkosten von 15 bis 25 Prozent und laufenden Kosten von 1 bis 1,5 Prozent pro Jahr des Eigenkapitals vergleichen, würden auch Sie die Vorteilhaftigkeit unseres Konzeptes erkennen.

Die Prozentzahlen, die Sie in Ihrer Presseanfrage vom 12. Mai 2010 nennen, führen in die Irre.

(Anmerkung der Redaktion, GoMoPa.net hatte folgendes gefragt: Sie als Inititatoren (Lange Gruppe) wollen mit den Anlegern profitieren, nicht vorab. Deshalb werben Sie mit einer Investitionsquote von 99 Prozent. Allerdings dürfen nur 10 Prozent der Anlegergelder am Gewinn teilnehmen, 90 Prozent sind Rücklage. Bei der Anlage der Lange-Gruppe (1,2 Millionen Euro) nimmt 100 Prozent Kapital am Gewinn teil und bildet keine Rücklage. Daraus ergibt sich eine sehr ungünstige Gewinnverteilung: Nach den Prognosen für 2010 bis 2013 beträgt die jährliche Ausschüttung für die Lange-Gruppe rund 60 Prozent und für die Anleger nur 6 Prozent. Wie erklären Sie dieses Missverhältnis?)

Die Darstellung basiert auf einem Verkaufserlös von 100 Prozent der Zielinvestitionen und laufenden Auszahlungen von rund 6 Prozent (2011+2012) und rund 10 Prozent (2013 bis 2016). Diese Rückfluss-Annahme ist falsch. Würde man im übrigen einen Fonds mit 85 Prozent Investquote bewerten und 100 Prozent Verkaufserlös, wäre die Anleger-Rendite schlechter.

Konkrete Zahlen:

Der Fonds hat inzwischen in 21 Beteiligungen investiert (14,5 Millionen Euro). Der Fonds erwartet Rückflüsse von über 240 Prozent. Die Gewinnverteilung erfolgt 80 / 20. Das heißt, bei 80 Prozent werden zirka 190 Prozent an die Anleger ausgezahlt. Wir erwarten auf Basis der vereinbarten Vorab-Erträge des erworbenen Vorzugskapitals von aktuell 21 Beteiligungen eine jährliche Brutto-Rendite von zirka 15 Prozent.

Davon erhalten die Anleger mehr als 4/5 (= 12 Prozent pro Jahr) und wir 1/5 (= 3 Prozent pro Jahr). Das ist einfach + fair + transparent.

Ich kenne keinen Fonds, bei dem der Anleger so fair behandelt wird und der bei höchster Sicherheit ähnliche Renditen bringt.

Familie Lange hält im übrigen 2 Millionen Euro am Emissionskapital des Fonds, also zu gleichen Konditionen wie jeder Anleger (unabhängig von der 2,4prozentigen Gründungseinlage, die abhängig vom Gesamtvolumen ist).

Sie zitieren in Ihrer Berichterstattung (Anmerkung der Redaktion: Gemeint ist die GoMoPa.net-Pressemitteilung vom 18. Mai 2010 "Schiffsfonds-Rendite: die bayerische Art zu teilen?") Herrn Knut Weitkamp beziehungsweise die Analyse der Huneke GmbH. Die Angabe von internen Verzinsungen auf die Gründungseinlage führt vollkommen in die Irre. Was ist eigentlich bei Fonds, bei denen Initiatoren Gewinnbeteiligungen und Vorkosten vereinnahmen und gar nicht beziehungsweise minimal am Eigenkapital beteiligt sind? In solchen Fällen müssten - nach gleichem Rechenschema - Renditen von mehreren 1.000 Prozent ausgewiesen werden.


Fondsexperte Knut Weitkamp<br />
aus Münster © Weitkamp
Fondsexperte Knut Weitkamp
aus Münster © Weitkamp
GoMoPa.net bat den Fondsexperten Knut Weitkamp von der Hunekes Gesellschaft für Investitionsanalysen mbH aus Münster (NRW), die schon 1.500 Fonds analysiert hat, auf die Ausführungen von Dirk Lange zu antworten. Knut Weitkampf schrieb:

Zitat:


Sehr geehrter Herr Lange,

es ist überaus freundlich von Ihnen, dass Sie uns dabei helfen, Mißverständnisse auszuräumen.

Wenn die Rückflussannahmen in Höhe von rund 6 Prozent (2011 + 2012) und rund 10 Prozent (2013), wie Sie sagen, falsch sind, dann sollten Sie vielleicht eine Prospektergänzung vornehmen. Denn diese Zahlen sind Ihrem Prospekt entnommen.

Gestatten Sie bitte die Anmerkung, dass es sehr mißverständlich ist, wenn in Ihrem Prospekt auf Seite 75 in ?Bafin-Undeutsch? ? wie Sie es (im GoMoPa.net-Artikel vom 18. Mai 2010 - Anmerkung der Redaktion) bezeichnen - etwas von 9.119.312 Euro Provisionen steht. Dass das gar keine Provisionen sind, sondern unter anderem Ihr Anteil an den Erträgen der Betriebsphase, das muss Außenstehenden ja erst einmal erklärt werden.

Wenn man nun den in Ihrem neuen Schreiben von Ihnen erwarteten Gesamtrückfluss von mehr als 240 Prozent bei 15 Prozent pro Jahr zugrunde legt, dann ergibt sich unter der Annahme eines damit 150prozentigen Verkaufserlöses bei Auflösung des Fonds gleich ein ganz anderes Bild. Ein Blick auf die absoluten Zahlen (und nicht auf Prozentwerte) schärft doch immer wieder den Blick für das Wesentliche:


Knut Weitkamp rechnet vor:

Convent

Zitat:


Gewinnverteilung im "ML Schiffsinvest 1" bei 15 Prozent jährlichem Überschuss = 7.500.000 Euro pro Jahr und 150prozentigem Verkaufserlös (= 240 Prozent Rückfluss):

Die vorstehende Berechnung in der Tabelle entspricht Ihren Angaben von 6 mal 15 Prozent = 90 Prozent Ausschüttungen während der Betriebsphase plus 150 Prozent Erlös = 240 Prozent Gesamtmittelrückfluss. Ist das richtig so?!

Angesichts der Tatsache, dass Ihr Fonds mit einer 99prozentigen Investitionsquote praktisch kaum Vorkosten hat und auch keine gesonderte Managementgebühr für Ihre Bemühungen während der Fondslaufzeit vorgesehen ist, wird Ihnen niemand Ihre besonderen Rückflüsse in Höhe von 22.492.308 Euro aus dem Fonds streitig machen wollen. Das wären unter diesen Annahmen rund 45 Prozent, bezogen auf das insgesamt eingesetzte Eigenkapital oder 1.874 Prozent auf Ihre 1.200.000 Euro.

Sie ziehen zu Recht den Vergleich zu ?Standard-Fonds? mit Vorkosten von 15 bis 25 Prozent und laufenden Kosten von 1 bis 1,5 Prozent des Eigenkapitals pro Jahr. Man wird in wenigen Jahren sehen, bei welchem Fonds der Anleger besser fährt.

Wir haben interessehalber einmal in einen vergleichbaren Fonds der Konkurrenz hineingeschaut:

Die Höhe Ihrer Vergütungen ist jetzt etwas höher als zum Beispiel beim vergleichbaren Schnäppchenfonds 2 der Oltmanngruppe. Dort werden bei identischem Investitionsvolumen (50.000.000 Euro) 7.000.000 Euro Vertriebskosten und 2.250.000 Euro Managementgebühr in 6 Jahren veranschlagt, zusammen also 9.250.000 Euro oder 18,50 Prozent, bezogen auf das Eigenkapital.

Die Höhe Ihrer Gesamtvergütungen ist bei einem Return von 240 Prozent mit 22.492.308 Euro immerhin doppelt so hoch wie die 9.250.000 Euro bei Oltmann.

Bei Standardfonds ohne nennenswerte Beteiligung der Initiatoren geht deren Rendite gegen Unendlich oder ist bei Null Beteiligung gar überhaupt nicht errechenbar. In Ihrem Fall treten Sie jedoch als Gründungskommanditisten mit 1.200.000 Euro Kommanditkapital an und müssen es sich gefallen lassen, dass man nachrechnet, wie sich denn Ihre Einlage verzinst. Der Interne Zinsfuss von 127,53 Prozent für Ihr Kapital ist natürlich ein fast abstrus hoher Wert, den unser Computer aber programmgemäß errechnet und in das Fach schreibt. Uns interessiert jedoch vielmehr die Verzinsung des Anlegerkapitals (stolze 13,38 Prozent), nach der das Publikum sich zu Recht erkundigt. Wenn der Fonds nur 100 Prozent Verkaufserlös erzielte, hätten die Anleger immer noch eine Rendite von 9,07 Prozent Internen Zinsfusses.

Sie teilen uns mit, dass Sie Ihre Gebührenordnung für ?einfach + fair + transparent? halten. Diesem Urteil können viele neutrale Beobachter und auch wir nach wie vor nicht zustimmen und bemängeln, dass sich Ihre Gebührenordnung erst nach mehrfachem Aktenstudium und unter Zuhilfenahme von Rechnern erschließt. Bei Ihrem MS ?Pago? und ?Praia? konnte man noch auf einen einzigen Blick die unterschiedliche Höhe der Auszahlungen an die ?Altkommanditisten? und an die ?Investoren? erkennen. Wir meinen, dass Ihr ?ML Schiffsinvest 1?-Prospekt scharfe Kommentare geradezu herausfordert.


Weitkamp verweist auf "Den Internationalen Schiffsbau Newsletter Maritime Hotline?, der zu dieser Frage schreibt: ?Dem Anleger wird sowohl suggeriert, daß es sich hier um eine faire Gewinnverteilung handelt und ihm die teilweise recht hohen Kosten (Agio et cetera), die aus den Fonds anderer Emissionshäuser bekannt sind, erspart bleiben. Am Ende des Tages hält derjenige, der sich hier beteiligt, jedoch nicht mehr in der Hand, als es bei anderen Fonds der Fall ist?.

Zudem ist die Risikoverteilung extrem zugunsten des Initiators ausgelegt. Selbst wenn Lange mit dem eingesetzten Kapital nicht einen Cent verdient?. erhält er doch aus der Rücklage seine 19,75prozentige Provision und damit satte 8.668.421 Euro."

Auf dieses Schreiben von Knut Weitkamp hin schickte Dirk Lange folgende Antwort an GoMoPa.net:

Zitat:


Herr Weitkamp vergleicht also unseren Fonds mit dem "Schnäppchenfonds II", den er nach unseren Informationen selber vertreibt.

Machen wir den Vergleich fair:

Nehmen wir einmal an, der Initiator würde seine Gebühr (Vertriebs- plus Verwaltungskosten) in Höhe von 9.250.000,00 Euro nicht entnehmen, sondern im Fonds stehen lassen. Nehmen wir weiter an, dieser Fonds hätte die gleiche Rentabilität wie unser Fonds (240 Prozent Gesamtrückfluss).

Dann würden 9.250.000,00 Euro einen Gesamtertrag in Höhe von 22.200.000,00 Euro erbringen, also deutlich mehr als beim ML Schiffsinvest 1.

Da aber die Provisionen in der Vertriebs- und Verwaltungsphase entnommen werden, liegt die Vermutung nahe, dass entweder der Initiator (oder der Vertrieb) nicht an den Erfolg glaubt oder das Geld lieber sicher entnehmen möchte oder muss.

Jeder Anleger mag selber entscheiden, ob es ihm lieber ist, wenn der Initiator sein Geld ?auf der Bank? hat, oder es lieber stehen lässt und gemeinsam mit dem Anleger ins Risiko geht.

Herr Weitkamp argumentiert: Da sich die Lange Gruppe extrem hoch engagiert (1,2 Millionen Euro) müsste sie sich gefallen lassen, dass man hochrechnet, wie sich ihre Einlage verzinst.

Gut, rechnen wir doch mal gemeinsam beim ?Schnäppchenfonds II?:

Der Initiator ist mit 5.000,00 Euro am ?Schnäppchenfonds II? beteiligt und bekommt bei 50,005 Millionen Euro Eigenkapital eine Vertriebs-Provision in Höhe von 7 Millionen Euro (in Worten: sieben Millionen Euro) und laufende Managementgebühren von 2,25 Millionen Euro (0,75 Prozent pro Jahr auf das Eigenkapital).

Das entspricht einer Rendite in Höhe 185.000 Prozent (in Worten: einhundertfünfundachtzigtausend Prozent) für den Initiator. Ohne die laufende Managementgebühr immerhin noch 140.000 Prozent.


Unabhängig von der Weitkamp-Fondsanalyse und den Erläuterungen der Lange-Initiatorengruppe kommt "Maritime Hotline" zu dem Schluss:

Bei diesem Fondskonstrukt seien "zwar alle gleich, manche jedoch etwas gleicher."

Zitat:


So stellt sich die Prognose der Gewinnverteilung für die Jahre 2011 und 2012 äußerst vorteilhaft für die Lange Gruppe dar. Der erwartete Überschuss soll insgesamt 3.197.353 Euro betragen. Dies bedeutet, dass die Rendite der Michael Lange Gruppe hier bei 52,62 Prozent liegt, da der volle Kapitaleinsatz ergebnisberechtigt ist. Die Anleger erhalten lediglich eine Rendite von 5,26 Prozent, bezogen auf das eingesetzte Kapital. Im Jahr 2013, weiter gehen die Prognosen leider nicht, soll der erwirtschaftete Überschuss etwa 4,95 Millionen Euro betragen. Langes Rendite beträgt somit satte 81,47 Prozent, die der Anleger nur 8,14 Prozent."

Zudem erhält die Lange Gruppe bei Vollplatzierung des Fonds und spätestens am Ende der Fondslaufzeit noch einmal 19,74 Prozent der Rücklage, die bekanntlich nur die Anleger eingezahlt haben, und somit 8.668.421 Euro. In den Unterlagen heißt es dazu: "Weitere Provisionen im Sinne des §4 Satz 1 Nr. 12 VermVerkProspV fallen nicht an." So ein Glück für den Anleger, dass die Michael Lange Gruppe so generös auf weitere Provisionen verzichtet.

Alles in allem handelt es sich hierbei um eine recht ungleiche Gewinnverteilung, die zwar für den Profi aus den Unterlagen herauszuarbeiten ist, dem Laien aber im Zweifel verborgen bleibt. Dies ist daher auch Kernpunkt unserer Kritik.


Fazit von "Maritime Hotline":

"Ehrlichkeit und Transparenz sehen unserer Meinung nach anders aus. Da werden Anleger zwar nicht über den Tisch gezogen, aber man versucht, Ihnen gekonnt ein X für ein U vorzumachen."

Pressemitteilung zum Thema
Schiffsfonds-Rendite: die bayerische Art zu teilen?

Dokumente zum Thema
» Prospekt ML Schiffsinvest 1 vom 7. Januar 2010
» Analyse von Knut Weitkamp des "ML Schiffsinvest 1"

Link zum Thema
» Lange Vermögensberatung GmbH

















 

01. Juli 09, 02:00:00

Die ACI-Fonds-Pleite kratzt Dubai nur am Rande


Die Suche nach den verschwundenen Geldern des deutschen Fondsanbieters Alternative Capital Investment (ACI) aus Gütersloh in Nordrhein-Westfalen geht weiter. Sind es in Deutschland und Österreich 8.000 Anleger, die um ihre eingezahlten mindestens 300 Millionen Euro bangen, streiten sich in Dubai zudem eine noch völlig unklare Anzahl vor Ort ansässiger Immobilienkäufer mit der ACI Real Estate LLC Dubai um ? derzeit bekannt - 20 Millionen Euro (rund 100 Millionen Dirham). Die Dunkelziffer kann beim Vielfachen dessen liegen.

Aber gerade diese Immobilienkäufer ? Engländer, Deutsche, Araber, Australier und so weiter, die allesamt in Dubai vor Ort als sogenannte ?Expats? leben -machen ACI-Chef Robin Lohmann (34) vor Ort richtig Feuer unterm Hintern. Ihnen kann Robin Lohmann die verwaisten Baugruben, Baufundamente oder hochgezogenen Aufzugsschächte für die Niki Lauda Twin Towers (seit November 2007), den Boris Becker Business Tower (seit Januar 2008) und die Michael Schumacher Business Avenue (seit Sommer 2008) nicht als nachhaltige Immobilienprojekte verkaufen. Die ACI scheint praktisch gar kein Sagen mehr über die Bauarbeiten zu haben und hat das Geld der Anleger wohl in einem komplizierten Spekulationssystem aufgerieben.

Die Immobilienkäufer vor Ort haben den ersten deutschen Fondsanbieter in Dubai bei Polizei und Staatsanwaltschaft angezeigt. Der indische Manager Sanjay Chimnani, der für ACI die Kontakte in die arabische Geschäftswelt herstellte, hat sich abgesetzt. Robin Lohmann und Teile seiner "Managerials" wurden für einen Tag festgenommen. Robin Lohmann musste nach erkennungsdienstlicher Behandlung nicht nur seinen deutschen Reisepass abgeben - er muss sich nun regelmäßig bei Polizei und Staatsanwaltschaft in Dubai melden, solange der finanzielle Schaden, den Lohmann in Dubai angerichtet hat, nicht beglichen ist.

Seit März 2009 warten in Deutschland 6.000 Anleger vergeblich auf eine Auszahlung für ihre Fonds II bis V (insgesamt hat die ACI sieben Fonds aufgelegt). Kein Grund für Robin Lohmann, deshalb auf persönlichen Luxus zu verzichten. Er wollte sich sogar ein Privatflugzeug kaufen. Zum Glück habe der Händler in Abu Dhabi sicherheitshalber in der Firmenzentrale in Gütersloh noch einmal nachgefragt haben, nachdem Robin Lohmann den Kaufvertrag über einen Lear Jet für Listenpreis bis zu 17 Millionen Euro unterschrieben hatte. Papa Uwe Lohmann (64) soll das Geschäft sofort storniert haben.

Das hinderte Robin Lohmann jedoch nicht, obwohl er schon einen Maybach und einen Ferrari besitzt, in Dubai vor etwa vier Wochen sechs weitere Luxuslimousinen Bentley Continental GT (je 200.000 Euro) zu bestellen. Da in Dubai die 6-Tage-Woche herrscht und nur der Freitag frei ist, orderte Lohmann anscheinend für jeden Werktag in Dubai einen Bentley - einen für Montag, einen für Dienstag und so weiter.

Für eine Stellungnahme sind die Lohmanns nicht zu erreichen. Statt den deutschen Anlegern endlich reinen Wein einzuschenken, veröffentlichte die ACI auf ihrer Internetseite alte Verleumdungsgeschichten gegen den Finanznachrichtendienst GoMoPa und seinen GoMoPa-Korrespondenten Martin Kraeter in Dubai.

Ein GoMoPa-Leser und Firmenconsulter (57) aus Panama teilte GoMoPa heute mit: "Die beiden Lohmanns sind doch Spinner. Die haben mich in Panama angeschrieben, da einer im Internet behauptet hatte, dass ich GoMoPa vor Jahren übernommen habe und der tatsächliche Inhaber sei. Ich habe diesen Spinner Lohman Junior dann angeschrieben und ihm mitgeteilt, dass er ja nun in einigen Wochen oder Monaten ohnehin im Rashidiya-Knast in Dubai sitzen würde und ob ich ihm denn vielleicht mit meinen Dienstleistungen meiner Firma Confidential Business weiterhelfen kann? Danach habe ich nichts mehr ghört. Es ist doch offensichtlich, dass die Anlegergelder nicht in die Projekte geflossen sind und auch nicht fließen."

An dieser Stelle sei erklärt, dass der New Yorker Finanzachrichtendienst www.gomopa.net eine Gesellschaft ist, die über 100 Teilhabern gehört. GoMoPa hat wie jedes journalistische Medium in der Welt keinerlei Vorteil davon, ob die ACI im guten oder schlechten Licht dasteht.

Kraeter, der sowohl mit Fondsvermittlern (die jetzt in Erklärungsnot gegenüber ihren Mandanten sind) als auch mit Geschädigten in Dubai in engem Kontakt steht, beschreibt die ACI-Masche in Dubai wie folgt:

Kraeter: "Die ACI Masche hier vor Ort hat 2 Ausprägungen:
Nummer 1:
Ein Projekt wird beworben, Reservierungsgebühren werden vereinnahmt und nicht auf den Escrow Account (Treuhandkonto) eingezahlt, also höchstwahrscheinlich anderweitig verbuttert. Dann kommt zeitversetzt der Entwurf des Kaufvertrages, den viele Käufer wegen unzumutbarer Berechtigung von ACI zum Bauverzug ablehnen.

Statt die Vorauszahlungen zurückzuzahlen, wird aber behauptet, mit Zusendung des Vertrages sei eine rechtliche Basis gelegt worden, der Käufer habe zu erfüllen. Bezieht sich der Deal auf Projekte, die dann gecancelt werden, wird auch nicht zurückgezahlt. Der Käufer wird ? ob er will oder nicht ? umgeschichtet auf ein anderes Projekt. Wohlgemerkt, nachdem von seinen Zahlungen 20 Prozent (!!) Umschichtgebühren (das nennt man hier in Verbindung mit ACI "Hair Cut") abgezogen wurden. Das heißt, ich will eigentlich zum Beispiel im PALAZZO ein Apartment und lande letztendlich im Niki Lauda Twin Towers.

Nummer 2:
Der Käufer schließt einen Kaufvertrag ab. Er zahlt 30 Prozent Kaufpreisraten. Der Kaufvertrag enthält einen Ratenplan nach Baufortschritt. Weitere 10 Prozent sind zu zahlen, wenn die Fundamente gelegt sind. Diese 10 Prozent fordert die ACI aber ein, nachdem nur die Baugrube ausgehoben wurde. Der Käufer weigert sich und pocht auf den Vertrag. ACI kündigt diesen wegen käuferseitigen Vertragsbruchs und zahlt gar nichts zurück. Vor Gericht trägt die ACI vor, sie hätten mit dem Tower gar nichts zu tun, seien nur Broker!!! Developer (Bauträger) sei DEFINE Properties LLC (inzwischen von ACI aus der Not heraus übernommen). Die haben aber die Kundenzahlungen nie gesehen. Der Escrow Account des Niki Lauda Towers müsste eigentlich mit 400 Millionen AED saldieren. Er ist aber laut HSBC-internen Informationen bei quasi NULL.

Die Geschädigten, mit denen wir in unmittelbarem Kontakt sind (und wir haben erst vor drei Tagen angefangen, die einzusammeln!!!!) streiten sich per heute insgesamt mit ACI um schlappe zirka 100 Millionen Dirham (das sind 20 Mio. EUR).

Die ACI-Immoblase belief sich auf 1,5 Milliarden Euro.

Das ist wohl aber nur die Spitze des Eisberges! ACI hat seine 19 Projekte hier in Dubai allesamt als Mischfinanzierungsprojekte aufgestellt. Das bedeutet: Ein Teil der Projektkosten wird mit Anlegergeldern untersetzt, ein weiterer Teil mit Vorabverkäufen an Käufer vor Ort und der Rest mittels Bankkrediten.

Von 2006 bis Sommer 2008 war die üblicherweise von den Banken geforderte Eigenkapitalbasis (das sind die Gelder der deutschen Anleger) bei 10 bis 20 Prozent. Das bedeutet bei zum Beispiel 300 Millionen Euro Anlegergeldern einen sagenhaften Hebel: ACI konnte theoretisch mit Hilfe von Vorabverkäufen hier in Dubai einen "Projektballon" von bis zu 1,5 Milliarden Euro (7,5 Milliarden Dirhams) aufblasen. Da wird erst die eigentliche Dimension des sich anbahnenden Desasters deutlich ? nicht nur für Anleger in Deutschland, sondern auch für kleine Immobilienkäufer in Dubai und die Marke Dubai an sich."

Inzwischen lassen zwei deutsche Geschädigte (Anlagen von 100.000 und 50.000 Euro) über die Berliner Rechtsanwaltskanzlei Dr. Thomas Schulte Haftungsansprüche gegenüber Niki Lauda, Michael Schumacher und Boris Becker prüfen. Lauda gab für eine Million Euro, Schumacher für fünf Millionen Euro und Becker für zwei Millionen Euro ihren Namen für die Projekttürme der ACI,ohne die Projekte näher geprüft zu haben.

In Deutschland gibt es bereits mehrere Urteile, wonach Prominente deshalb Anleger entschädigen mussten. Darunter auch der Ex- Verteidigungsminister und Juraprofessor Dr. Rupert Scholz (Landgericht Mosbach, Aktenzeichen: 10135/06). Viele Anleger zahlten nur im Vertrauen gegenüber den Prominenten. Umgekehrt haben Lauda, Schumacher und Becker nicht einen Cent in die Projekte Lohmanns investiert.

Dubai schuf neue Immobilienaufsichtsbehörde und ermittelt gegen ACI.

Dubai hat zur besseren Regulierung der Schneeballsysteme des schnellen Abverkaufs von noch gar nicht gebauten Wohn- und Bürotürmen im Oktober 2008 eine Behörde gegründet: Die Immobilienaufsicht Real Estate Regulatory Authority (RERA). Laut dem arabischen Nachrichtendienst ArabianBusiness ermittelt die RERA gegen die ACI wegen geplatzter Schecks, Scheinbesitz an Grundstücken und Zweckentfremdung anvertrauter Gelder. Der Chef der RERA, Marwan Bin Ghalita, wird mit den Worten zitiert, dass seine Behörde gegen die ACI insbesondere bei dem internationalen Vorzeigeobjekt Niki Lauda Twin Towers überprüft, ob und inwieweit Gelder unrechtmäßig erlangt und verwendet wurden. Die ACI habe offenbar gegen Dubais Gesetze und Vorgaben verstoßen.

In Dubai wird weiter an der Stadt von übermorgen gebaut.

Dubai selbst hat als Retortenstadt in der Wüste durch die ACI-Pleite nur einen kleinen Kratzer abbekommen. An 600 Türmen wird weiter gearbeitet. Im Sommer soll der zweite Flughafen von Dubai (Dubai World Airport) fertig sein, der den Charles de Gaulle Flughafen in Paris und den John F Kennedy Airport in New York in die Westentasche stecken kann. Es ist der einzige Flughafen der Welt, an dem dann Riesen-Airbusse A380 ohne jedwede Wartezeit abgefertigt werden können. Er ist für Transitreisende ausgelegt. Gepäckstücke kreisen so lange auf einer gigantischen Gepäckumlaufbahn von der deutschen Firma Siemens, bis sie gebraucht werden. Eine Lagerhalle gibt es nicht. Der alles überragende Flugtower, der von Franzosen gebaut wurde, bekam von innen beheizte Scheiben, damit sie wegen der großen Außenhitze und klimatisierten Innenkühle nicht beschlagen. Ob der Flughafen von dem bereits ein Rollfeld und eine provisorische Abfertigungshalle in Betrieb sind, jemals ausgelastet wird, spielt in Dubai keine Rolle. Das Motto der Ölscheichs lautet: Wir stellen etwas hin, dann kommt die Welt von allein zu uns.

Das Konzept schien aufzugehen. Um die künstlichen Palmeninseln oder das einzige Sieben-Sterne-Hotel der Welt (Burj Al Arab) zu sehen, kamen im vergangenen Jahr rund 6 Millionen Touristen nach Dubai. Nach Australien reisten 7 Millionen Besucher. Der Unterschied: Viele Besucher von Dubai kommen nicht wieder, vor allem wenn sie im Sommer da waren. Künstliche Dinge schaut man sich nur ein Mal an.

Und für Dubai eröffnen sich bei dem Eingriff in die Natur ungeahnte Probleme. Während Schiffe weiterhin den Meeresboden aufsaugen, um einen künstlichen Erdanblick aus dem All in Inselform anzuschütten (Wüstensand ist dafür zu feinkörnig), besteht in den dicht bebauten Siedlungen auf den künstlich aufgeschütteten Palmenblätterinseln bald Seuchengefahr. Das Wasser hat keine natürliche Strömung und steht in den Palmenfächerdümpeln. Fäulnis macht sich breit. Dubai versucht nun, mit Umwälzpumpen Leben in die Gewässer zu bringen.

Und noch ein Problem ist noch nicht gelöst: Jeden Tag bildet sich vor den Toren Dubais eine lange Schlange von Fäkalienlastern. Die Kläranlage ist viel zu klein und dem Ansturm nicht gewachsen. Bis zu 48 Stunden müssen die Fahrer warten, bis sie ihre Ladung los werden. Sie werden aber nicht nach Stunden bezahlt, sondern nach Ladungen. Niemand mag die dadurch begründeten illegalen Verkippungen mitten in die Wüste wirklich zählen.

Und noch eine Schattenseite begleitet den Bau der Retortenstadt. Es gibt noch zu wenige große Vorzeigebaustellen, bei denen der Arbeitsschutz eingehalten wird. Die meisten Baustellen sind nicht einsehbar. 800 Bauarbeiter fanden bislang in Dubai bei Arbeitsunfällen der letzten 5 Jahre den Tod. Die meisten Arbeiter wohnen in sogenannten Labour Camps am Rande der Stadt. Immer zehn Mann auf einem Zimmer. Einen persönlichen Bereich für Wertsachen hat niemand. Der Mindest-Monatslohn für ungelernte Kräfte liegt bei 150 Euro.

Trotz oder wegen dieser Wachstumskrankheiten ? man darf nicht vergessen, dass alles, was Dubai heute ausmacht, gerade mal in den letzten 10 bis 15 Jahren entstanden ist ? wird Dubai in gleicher atemberaubender Geschwindigkeit in Bezug auf die Eindämmung von Missständen "erwachsen": Es gibt neue Gesetze zur Regulierung des Immobilienmarktes, neue strenge Bau- und Betriebsvorschriften für Arbeiterunterkünfte. Baufirmen beschweren sich bereits über bis zu 10 Prozent Arbeitszeitverluste wegen der nun vorgeschriebenen Sicherheitsunterweisungen. Dubai hat als erste Stadt der Welt außerhalb der USA eine generellen ?Green Building Standard? nach US-Muster. Seit heute, also dem 01. Juli 2009, gibt es eine eigene Regierungshotline für die Meldung von Beamtenkorruption.

Und auch die Löhne steigen analog zum Dollarverfall, wobei schon jetzt Durchschnitts-Baulöhne von zirka 300 Euro bei den Gastarbeitern vom Subkontinent dort zuhause ganze Familien ernähren und Wohlstand angedeihen lassen ? wie überall eine Frage der lokalen Kaufkraft. Die Arbeiter können die verdienten 300 Euro komplett nach Hause schicken, weil der Arbeitgeber in Dubai alle sonstigen Kosten (außer Zigaretten) wie Unterkunft, Essen, Trinken und Arzt übernimmt.

Für den ehemaligen Dubai-Consulter und jetzige Geschäftsführer von Königs Immobilien auf Sylt (Nordfriesland), Dieter Rödel, bleibt Dubai das Paradies auf Erden: "Sie finden dort alles Schöne auf einen Fleck vereint, wofür Sie sonst eine Weltreise unternehmen müssten."

Für den Wirtschaftstreuhänder und GoMoPa-Korrespondenten Martin Kraeter ist Dubai ein lohnenswerter Markt mit einem einzigartigen Wachstum, bei dem man aber auch nichts geschenkt bekommt: "Dubai ist in erster Linie viel Arbeit, die sich mit dem richtigen Partner aber auch auszahlt. Niemand wird Dubai die Funktion als Drehscheibe im Mittleren Osten streitig machen können ? hier ist der Aktionspunkt zwischen Westen, Arabien und Asien."

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01. Juli 08

Skandal im US-Innenministerium

Mehr als ein Dutzend Mitarbeiter feierten Orgien mit Angestellten der Ölindustrie, nahmen Berge von Geschenken entgegen und hielten Gelage mit Alkohol und Rauschgiften. Das geht aus einem Untersuchungsbericht hervor. Im Fokus stehen 13 gegenwärtige und ehemalige Angestellte der Abteilung, die für die Vermarktung von Öl- und Gaslieferungen zuständig ist.

Dem Report zufolge nahmen die Mitarbeiter zwischen 2002 und 2006 von Angestellten größerer Unternehmen Geschenke aller Art entgegen - von Golf- und Skiausflügen über Konzertkarten und feudale Abendessen bis hin zu Hotelübernachtungen. In dem Untersuchungsbericht ist weiter von einer «Kultur des Drogenmissbrauchs und der Promiskuität» die Rede.

Die Anzahl der Geschenke sei frappierend, heißt es in dem Report, der auf zweijährigen Ermittlungen beruht. Allein zwei der Mitarbeiter hätten in mindestens 135 Fällen Geschenke von vier Firmen erhalten, mit denen sie Geschäfte unterhielten. Einer der Angestellten inzwischen in einem Gerichtsverfahren schuldig bekannt. Ihm drohen nun bis zu fünf Jahre Gefängnis.

 

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