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01. Oktober 16, 02:00:00

Verbotene Gold-Aktien als Rückzahlung Partiarischer Darlehen an Gold International SE


ConventEckhard Schulz wohnt heute in Dortmund, kommt aber ursprünglich aus dem heute polnischen Stettin, sagt sein Facebook-Profil. Der Leitwolf von Dortmund, wie die Mitarbeiter des Dortmunder Callcenters CallOn V GmbH ihren Boss Eckhard Schulz (76) liebevoll nach dem Vorbild des skrupellosen, aber erfolgreichen Börsenhändlers aus dem Film Wolf of Wall Street mit Leonardo DiCaprio nennen, lebt in einer 800 Quadratmeter Traumvilla mit weißen Wänden, weißem Dach und einem vergoldeten Eingangstor in der Baurat-Marx-Allee.

Vor vier Jahren gründete er die Beteiligungsgesellschaft Gold International SE mit Sitzen im niederländischen Venlo und in Düsseldorf. Die Aktien seiner Firma nannte er Gold-Aktien, weil es laut Geschäftsbericht für das Gründungsjahr 2012 eine "Ausleihung an die GOLD AG, Düsseldorf" gab, die dem Leitwolf ebenfalls gehört. Sozusagen von Schreibtisch zu Schreibtisch an der gemeinsamen Adresse Füllenbachstraße 4. Die Gold AG war vorher eine Reisefirma namens Deutsche Reise AG. 2012 machte Schulz sie auf dem Papier zu einer Goldhandelsfirma, Goldschürffirma und zu einer Alleskönner-Firma, die sich an allem Möglichen beteiligen würde:

Zitat:


Investitionen in Unternehmen jedweder Art, insbesondere in den Bereichen eCommerce, Finanzen, Immobilien, Presse, Logistik, erneuerbare Energien und Nanotechnolgie.


Lag es nun daran, dass der Verkaufsleitwolf ein bisschen zu dick auftrug, indem er den Käufern seiner Gold-Aktien eine Rendite von 200.000 Prozent in Aussicht stellte? Jedenfalls fand sich keine Bank und auch kein Wertpapierhandelshaus, dass die vorbörslichen Gold-Aktien aufbewahren, geschweige denn handeln wollte. Ohne geht es aber nicht.

So musste Schulz in die Trickkiste greifen. Frei nach dem Motto, es wird schon nicht schiefgehen, gab Schulz als Aktienverwahrstelle und Händler gegenüber seinen Kunden einfach mal die renommierte Düsseldorfer SCHNIGGE Wertpapierhandelsbank AG aus. Deren Vorstand und Börsenmakler Florian Weber traf fast der Schlag, als etliche Anleger mit der Bitte an sein Bankhaus herantraten, die Aktien der Gold International SE für sie anzukaufen. Die Schnigge Wertpapierhandelsbank AG schickte dem Finanznachrichtendienst GoMoPa.net daraufhin eine Warnung mit der Bitte zur Veröffentlichung.

Denn die für 2 Euro angebotenen Gold-Aktien der Gold International SE gehörten allesamt (10 Millionen Stück zum Nennwert von 1 Euro) einer niederländischen Muttergesellschaft in Venlo namens European Services B.V. und waren laut einer notariellen Beurkundung beim Düsseldorfer Notar Dr. Wolfgang Weber nur zu 25,9 Prozent bezahlt. Statt 10 Millionen Euro hat die Muttergesellschaft nur 2,47 Millionen Euro bezahlt und wollte nun, dass deutsche Anleger über das Callcenter gar 20 Millionen Euro für die Gold Aktien bezahlen.

Die Bonner Finanzaufsicht BaFin verbot schließlich mit Wirkung vom 8. Juli 2014 an den öffentlichen Handel der Aktien der Gold International SE, weil der Leitwolf keinen Verkaufsprospekt vorlegen konnte, den die BaFin akzeptieren hätte können.

Und genau diese nirgendwo handelbaren und verbotenen Gold Aktien bietet nun Leitwolf Schulz in seinem aktuellen Investment-Angebot als Rückzahlung an. Es handelt sich bei dem Investmentangebot um Partiarische Darlehen, also Darlehen, die am Gewinn seiner Gold International SE beteiligt werden sollen. Die Sache hat nun neben den dubiosen Gold-Aktien gleich noch drei weitere dicke Haken:

Erstens: Partiarische Darlehen nehmen immer nur an Gewinnen teil.

Das Dumme ist nur: Die Gold International SE hat noch nie einen Gewinn ausgewiesen. In der zuletzt veröffentlichten Bilanz im Jahre 2014 für das Jahr 2012 steht ein Verlust von rund minus 96.000 Euro.

Laut Branchendienst kapital-markt intern aus Düsseldorf ändert sich an Nicht-Gewinnen auch wohl 2016 nichts:

Zitat:


Gemäß dem "Bericht über die Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr (...) 2015" durch den Wirtschaftsprüfer Manfred Bruckhoff/Mühlheim an der Ruhr betrug der Jahresfehlbetrag im Jahr 2015 minus 1,519 Millionen Euro nach minus 1,363 Millionen Euro im Vorjahr, so dass der Bilanzverlust inklusive Verlustvorträgen bei minus 3,73 Millionen Euro liegt. Die Gesellschaft rechnet laut Wirtschaftsprüfer "wegen der hohen Kosten für die Erstellung und Prüfung des Wertpapierprospektes und weiterer Vertriebskosten auch im Geschäftsjahr 2016 nicht mit einem positiven operativen Ergebnis".


Die Komplementärgesellschaft, also die persönlich haftende Gesellschafterin, der Gold International SE, ist die Programmierungsfirma Gold Medien International Se & Co. KG. aus Dortmund. Diese Firma vergrößerte ihr Eigenkapitalminus laut letzter veröffentlichter Bilanz von knapp minus 100.000 Euro im Jahr 2011 auf rund minus eine Viertelmillion Euro im Jahr 2012.

Die Zielinvestitionsfirma Gold AG aus Düsseldorf mit holländischer Muttergesellschaften Treusorge B.V. und Investors International B.V. schloss das letzte veröffentlichte Bilnanzjahr 2012 trotz eines neuen gezeichneten Kapitals von 4,1 Millionen Euro mit einem Jahresfehlbetrag von minus rund 408.000 Euro ab (der Verlustvortrag aus dem Vorjahr betrug minus rund 976.000 Euro).

Zweiter Haken: Investorengeld geht nach Holland

Das zweite zusätzliche Problem zu den nicht handelbaren Aktien: Die partiarischen Darlehen werden gar nicht an die Gold International SE in der Füllenbachstraße 4 in Düsseldorf überwiesen, sondern mit schuldbefreiender Wirkung auf das Konto der niederländischen Mehrheitsaktionärin Gold International BV in Venlo. Für eine Beteiligung ab je 1.000 Euro Darlehensbetrag soll der Investor am Gewinn der Gold Aktie in Höhe von 0,01 Promille beteiligt werden.

Dritter Haken: Neuer Streit mit der BaFin über die Schwarmfinanzierung

k-mi warnt:

Zitat:


Die Anbieter bezeichnen ihr Angebot als "Deutschlands innovativste Schwarmfinanzierung". Inwiefern es sich überhaupt um eine "Schwarmfinanzierung" handelt und ob gegebenenfalls die Befreiungsvorschriften des § 2a Vermögensanlagengesetz/VermAnlG zum Tragen kommen, ist unseres Erachtens unklar und somit mit entsprechenden rechtlichen Risiken verbunden. Wie die BaFin gegenüber 'k-mi' am 31. August 2016 mitgeteilt hat, ist die Frage, "inwieweit die Emittentin Gold International SE unter eine Befreiungsvorschrift nach dem Vermögensanlagengesetz fällt, derzeit Gegenstand einer rechtlichen Erörterung zwischen der BaFin und Gold International SE".


Leitwolf Eckhard Schulz ist also auf den Dreh gekommen, seine partiarischen Darlehen als Schwarmfinanzierung zu verkaufen, weshalb er aus den strengen Vorschriften des Anlagenvermögensgesetzes nach Paragraph 2a herausfallen könnte. Wenn das Wörtchen Wenn nicht wäre. Laut Paragraph 2 a (1) des Vermögensanlagengesetzes gilt die Befreiung für Schwarmfinanzierungen nämlich nur, "wenn der Verkaufspreis sämtlicher von dem Anbieter angebotener Vermögensanlagen desselben Emittenten 2,5 Millionen Euro nicht übersteigt."

Die Gold International SE (auch als Gold Aktie bezeichnet) beabsichtigt aber, ihr Unternehmenskapital durch die Aufnahme angeblich qualifiziert nachrangiger partiarischer Darlehen im Rahmen des 'Crowdinvestings' zu stärken und mindestens 25 Millionen Euro ("Investmentschwelle") über Websites und/oder Vertriebe einzuwerben. Die Gold Aktie darf partiarische Darlehen in maximaler Höhe von insgesamt 50 Millionen Euro ("Investmentlimit") an Anteilsinhaber begeben. Das partiarische Darlehen ist unbefristet und frühestens zum 31. Dezember 2026 kündbar. Die ertragsunabhängige feste Verzinsung des gewährten Darlehensbetrages beträgt 5 Hundertstel (Promille) pro Jahr, also 0,05 Prozent im Jahr. Kein allzugroßer Anreiz für die Anleger, aber eine feste bedingungslose Rückzahlungszusage für die BaFin, welche dem angeblich qualifizierten, also an Bedingungen gebundenen, Darlehen widerspricht und außerdem den Befreiungsrahmen für Schwarmfinanzierungen deutlich übersteigt.

Das "Risiko der zukünftigen Entwicklung", heißt es in dem Prüfbericht des Wirtschaftsprüfers folgerichtig, "liegt in der Möglichkeit, dass die Aufsichtsbehörde den Wertpapierprospekt und/oder den Prospekt nach dem VermAnlG nicht billigt und somit ein Vertrieb von Aktien beziehungsweise partiarischen Darlehen an Kunden der Gesellschaft untersagt wird."

Wie schon bei dem Direktverkauf der Gold Aktien könnte auch der Vertrieb der partiarischen Darlehen, bei dem indirekt die Gold Aktien an den Mann gebracht werden, wieder einmal daran scheitern, dass die BaFin den Verkaufsprospekt auch für den neuen Verkaufsschlager des Dortmunder Callcenter-Leitwolfs nicht genehmigt. Nun denn...

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01. Oktober 15, 02:00:00

Oil & Gas Invest: OGI AG erfüllte die unerlaubte Rückzahlungsgarantie


Die Bonner Finanzmarktaufsicht BaFin ist alles andere als zimperlich, wenn es um unerlaubte Einlagengeschäfte geht. Doch im Falle von Jürgen Wagentrotz, der eine persönliche Rückzahlungsgarantie für Nachrangdarlehen abgab, die er als Vorstandsvorsitzender und Mehrheitsaktionär der Oil & Gas Invest AG, kurz OGI AG, mit Sitz in Frankfurt am Main für die Entwicklung von Öl- und Gasfeldern in den USA einsammelte, gab es gar keine Zwangsmaßnahme, wie eine BaFin-Sprecherin bestätigte, sondern nur einen Hinweis, dass Wagentrotz so etwas ohne BaFin-Erlaubnis nicht versprechen durfte.

Jürgen Wagentrotz, CEO der OIL & GAS INVEST AG (OGI AG)
Jürgen Wagentrotz, CEO der OIL & GAS INVEST AG (OGI AG)

Millionär Wagentrotz, der laut Handelsregister auf der Karibikinsel Santa Lucia wohnt, hatte es aus seiner Sicht wohl nur gut gemeint, obwohl er sich mit seinem Versprechen auch sofort Kritik einfing, wie man denn die Rückzahlungsgarantie bei ihm persönlich vollstrecken solle.

Kritiker wie die Zeitschrift Finanztest rudern nun allerdings mit der Kritik zurück. Aus wichtigem Grund.

Wie der Prokurist der OGI AG, Percy Meiser, gegenüber dem Finanznachrichtendienst GoMoPa.net bestätigte, habe Wagentrotz alle bislang eingesammelten qualifizierten Nachrangdarlehen mit Sicherheitspaket in Höhe von 4,5 Millionen Euro plus der versprochenen Zinsen an die Anleger zurückgezahlt.

Das geschah bereits am 22. Mai 2015 - und sucht im Kapitalmarkt seinesgleichen.

Dennoch veröffentlichte Finanztest noch am 10. Juni 2015 einen Artikel unter der Überschrift: "Oil & Gas Invest: Aufsicht stoppt dubioses Angebot der OGI AG".

Mit negativen Folgen für die OGI AG. Denn die brachte im Juni ein neues Nachrangdarlehen auf den Markt, in Abstimmung mit der BaFin nun ohne die Rückzahlungsgarantie.

Die Altanleger waren aber so von der öffentlichen Kritik verschreckt, dass nur noch 45 Prozent in die OGI AG reinvestierten, wie OGI-Prokurist Meiser mitteilte.

Dennoch habe es laut Meiser eine hohe Nachfrage nach dem neuen nunmehr qualifizierten Nachrangdarlehen (also ohne Rückzahlungsgarantie) in Erdölvorkommen von 120 Millionen Barrel mit einem Marktwert von rund 6 Milliarden US-Dollar im Süden der Vereinigten Staaten gegeben. Eine Beteiligung, welche das Frankfurter Unternehmen mit Zinssätzen von 9, 10 und 12 Prozent vergütet, war bis zum 1. September 2015 bereits ab einer Summe von 1.000 Euro möglich.

Nunmehr will die OGI AG in den geregelten Markt und arbeitet nach eigenen Angaben an der Ausgabe von Inhaberschuldverschreibungen.

Die Zeitschrift Finanztest ist nun kleinlaut zurückgerudert und ergänzte ihren Artikel über die OGI AG wie folgt.

Zitat:


In dem Brief der OGI heißt es, dass die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) die Entgegennahme der Darlehen unter anderem aufgrund der von OGI-Vorstand Jürgen Wagentrotz persönlich gewährten Rückzahlungsgarantie als "erlaubnispflichtiges Einlagengeschäft" bewertet. Solche Geschäfte dürften grundsätzlich nur von Banken und Versicherungen betrieben werden.

Um langwierige Auseinandersetzungen mit der Bafin zu vermeiden, zahle die OGI allen Anlegern ihre Darlehen vorzeitig zurück. Die Bafin bestätigte auf Nachfrage, dass sie die OGI aufgefordert habe, die eingesammelten Gelder an Anleger zurückzuzahlen.

Dies sei inzwischen auch geschehen, erklärte Bafin-Sprecherin Anja Schuchardt. Wie berichtet, hatte die OGI von Anlegern Nachrangdarlehen für die Finanzierung von Ölbohrungen in den USA eingesammelt und dafür hohe Renditen versprochen. Die Rückzahlung des Darlehens plus der Rendite war Anlegern persönlich von OGI-Vorstand Wagentrotz garantiert worden.


Tatsächlich sind Nachrangdarlehen immer riskant, aber auf den Unterschied zwischen einer BaFin-Zwangsmaßnahme (Bescheid) oder einem Hinweis (Aufforderung) mit einvernehmlicher Regelung sollte man bei der Aufklärung der Anleger schon achten. Nun denn...

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Beiträge zum Thema
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» Pressemitteilung der Oil&Gas Invest AG (OGI AG)
» Arbeitsgemeinschaft Oil&Gas Invest (OGI AG)

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01. Oktober 14, 02:00:00

Wie Anlegerschutzanwälte ihre Mandanten bluten lassen


ConventRechtsanwälte der Kanzlei Sommerberg © Sommberg LLP (sa) Mehrere Tausend Rechtsanwaltskanzleien in Deutschland haben sich auf Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisiert. Sie haben wohlklingende Namen, wie Sommerberg, Marzillier oder Wirtschaftsrat Recht Bremer & Heller. Haupttätigkeitsfeld sind Klagen gegen Emittenten und Vermittler atypischer Beteiligungen, geschlossener Fonds und Anbietern von Sachwertinvestments. Auf der Jagd nach Mandanten strapazieren einige Kanzleien die Grenzen des Rechts - zum Schaden ihrer Mandanten.

Anlegerschutzanwälte gehören bei Emittenten und Vermittlern von geschlossenen Beteiligungen zu einer extrem unbeliebten Spezies. Waren es Anfang der 2000er Jahre noch drei Anwälte in Deutschland, die sich mit der Rückabwicklung von Kapitalanlagen beschäftigten, sind es mittlerweile "mindestens 3.000 Kanzleien, mit vielleicht sogar 30.000 Anwälten", schätzt Rechtsanwalt Jens Graf aus Düsseldorf.

Geraten Fondsanbieter oder Emittenten in die Schieflage überziehen die spezialisierten Kanzleien teils Hunderte Vermittler sowie die Emissionshäuser mit jahrelangen und kostenintensiven Klagen auf Rückabwicklung der Kapitalanlagen und Schadensersatz. Nicht immer zum Nutzen ihrer Mandanten, dafür immer zum Schaden der Gesellschaften und allen anderen Anlegern, bemängeln Kritiker.

Damit sich derartige Klagen lohnen, versuchen die Anlegerschutzanwälte möglichst viele Mandanten zu gewinnen, damit sich der Aufwand für Recherche und Erstellung von Klageschriften möglichst rentabel verwerten lässt. Steht die Argumentationslinie ist der Aufwand bei späteren Prozessen extrem überschaubar, während die Gebühren der Mandanten gesetzlich geregelt sind. Entsprechend lukrativ sind die Bildung von so genannten Interessensgemeinschaften und die Bündelung von Mandanteninteressen in einer Art Sammelklage-Pool.

Anlegerschutzanwälte gelten als sehr PR-affin.

Anlegerschutzanwälte bloggen was das<br />Zeug hält, Screenshot anwalt.de
Anlegerschutzanwälte bloggen was das
Zeug hält, Screenshot anwalt.de
In keinem anderen Rechtsgebiet ist die mediale Präsenz im Verhältnis zur Anzahl der Anwälte und Fälle derart hoch, wie im Segment des Bank- und Kapitalmarktrechts. Beispielsweise gibt es auf der Webseite anwalt.de, auf der sich Rechtsanwälte als Blogger austoben können, aktuell mehr als 7.000 Artikel rund um das Thema "Bankrecht & Kapitalmarktrecht". Zum Vergleich: Die großen Rechtsgebiete Arbeitsrecht, Familienrecht und Mietrecht kommen zusammen in etwa auf dieselbe Anzahl an Blogbeiträgen.

Jede größere Kanzlei im Bereich Bank- und Kapitalmarktrecht betreibt zudem eine eigene Webseite mit den Rubriken "Aktuelle Fälle" oder "News", in denen die eigene Arbeit meist ausführlich medial aufgearbeitet wird. Und auch das Betreiben von eigenen Blogs sowie die Verbreitung der Beiträge über Presseschleudern und offene Portale forcieren die Kanzleien.

Wer sich besonders clever vermarktet oder das nötige Kleingeld mitbringt, schafft es sogar soweit, dass er eine Empfehlungen der Wirtschaftswoche erhält. Zu den Kosten für die Werbung im redaktionellen Teil der Wirtschaftswoche in der Rubrik "Die besten Anwälte für Anlagerecht" möchten sich die empfohlenen und von GoMoPa.net befragten Juristen nicht äußern.

Einige Anwälte setzen verstärkt auf Google-Werbung.

ConventAnwälte und Suchmaschinen: Wer landet auf Platz 1 bei Google? Besonders umstritten sind aggressive Google-Werbekampagnen. Die Werbung wird nicht auf Schlagwörter wie "Rechtsanwalt" oder "Anlegerschutzanwalt" geschaltet, sondern es werden gezielt Tausende Euros eingesetzt um die Namen von Fonds und Emittenten zu bewerben.

Die Werbung ist einzig und allein darauf ausgelegt Angst bei potentiellen Mandanten zu schüren und diese zu einem Erstberatungstermin zu locken. Diese Erstberatung wird häufig kostenlos oder gegen eine geringe Beratungspauschale angeboten.

Beliebt ist auch die Gründung von Anlegerschutzvereinen und Interessensgemeinschaften.

Die mehr oder weniger verborgenen Hintermänner der so genannten Anlegerschutzvereine und Interessensgemeinschaften sind in der Regel Anwälte mit dem Schwerpunkt Bank- und Kapitalmarktrecht. In den Beratungsgesprächen der Vereine und Interessengemeinschaften geht es entsprechend immer darum potentielle neue Mandanten kennenzulernen und die eigene Kanzlei zu präsentieren.

Die selbsternannten Verbraucherschützer klingeln im Auftrag der Anwälte sogar an der Haustür von Sparern, um sie zu aussichtslosen Prozessen zu drängen. GoMoPa.net berichtete.

Beispielsweise vermittelt die Schutzgemeinschaft deutscher Kapitalanleger (SdK) Mandaten an Rechtsanwalt Markus Kienle.

Von Jena aus ging Philipp Wolfgang Beyer, Inhaber der Kanzlei PWB Rechtsanwälte, auf Mandantenfang. Der 49-Jährige steckt hinter mehreren Vereinen: Er ist Vorstand des Deutschen Insolvenzschutzrings, des Deutschen Schutzverbandes gegen Diskriminierung und des Deutschen Verbraucherschutzrings e.V. (DVS) aus Erfurt (Thüringen).

Die Zusammenarbeit zwischen Kanzleien und Anlegerschutzvereinen wird von vielen Rechtsanwälten kritisch gesehen.

Ex-Innenminister<br />Gerhart Baum (FDP)
Ex-Innenminister
Gerhart Baum (FDP)
Teilweise könnte es sich sogar um unzulässige Werbung handeln. Im Gespräch mit der Wirtschaftswoche kommentierte Ex-Innenminister Gerhart Baum (FDP), der selber Volljurist ist:

Zitat:


Das ist meines Erachtens nicht per se unzulässig. Eindeutig unseriös ist es aber, wenn die Anwälte den Verein selbst initiiert haben, der Anleger davon aber nicht informiert wird. Dadurch wird Geschädigten eine Neutralität vorgegaukelt, die gar nicht existiert. (...)

Bisher haben die Anwaltskammern in dieser Sache versagt. Wenn Anwälte Anleger ungefragt angeschrieben und in Angst und Schrecken versetzt haben, gab es zwar bisweilen eine Rüge - aber ansonsten wurde das Thema in der Regel totgeschwiegen. Hier wünsche ich mir in Zukunft mehr Offenheit und mehr Handlungsbereitschaft. Es darf auf keinen Fall der Eindruck entstehen, dass hier eine Krähe der anderen kein Auge aushackt.


Eine weitere umstrittene Methode sind gezielte Serienbrief-Kampagnen.

Um an die hierfür nötigen Kommanditisten-Listen zu gelangen reicht ein einziger Anleger, der dazu bewegt werden muss, gegen die jeweilige Fondsgesellschaft zu klagen. Nach Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH) hat der Kläger Anrecht auf Aushändigung der Kommanditisten-Listen.

Kaum in der Hand der Anlegerschutzanwälte werden die Adresslisten geldwert ausgeschlachtet. Mit Serienbriefen voller Panikmache werden die zukünftigen Mandanten dazu eingeladen sich bei der Kanzlei wegen einer Erstberatung zu melden. Kaum ein Emissionshaus am Markt musste solche Kampagnen in der Vergangenheit nicht aushalten.

Übt harsche Kritik an<br />Kollegen, Rechtsanwalt<br />Jens Graf
Übt harsche Kritik an
Kollegen, Rechtsanwalt
Jens Graf
Völlig unseriös ist diese Methode, findet der erfahrene Anlegerschutzanwalt Jens Graf, der als einer der ersten Rückabwicklungen aufgrund von Beratungsmängeln bei vermittelnden Banken erstreiten konnte, und geht hart mit seinen Kollegen ins Gericht:

Zitat:


Die meisten Kollegen wissen eher, wie man so einen Werbebrief verschärft, als dass sie wüssten, wie man einen Prozess beginnt. Ich bekomme das immer wieder mit.


Ist der Anleger erst einmal in der Kanzlei oder auf der Infoveranstaltung, dann werden alle Register gezogen, um ihn als Mandanten zu gewinnen.

Horrorgeschichten über gescheiterte Kapitalanlagen und Totalverluste werden erzählt, Immobilien als völlig überteuert dargestellt. Gerne wird auch auf bergeweise Aktenordner in den Regalen verwiesen, mit dem Hinweis, dass dies alles Fälle gegen den jeweiligen Emittenten seien.

Wenn der Anleger genug verunsichert wurde, wird Hoffnung geweckt. Man könne eine Rückabwicklung erzielen, das eingesetzte Kapital retten und eventuell sogar Schadensersatz erstreiten. Vor Abschluss eines Mandantenvertrages gelte es nur noch eine Sache zu klären: "Haben Sie eine Rechtsschutzversicherung?"

Wird diese entscheidende Frage bejaht, kann es losgehen und das weitere Vorgehen ist vorprogrammiert: Klageerhebung und Prozesse durch alle Instanzen, gerne auch bis zum Bundesgerichtshof. Denn dann sind die Gebühren besonders üppig.

Für viele Anwälte ist die Aussicht auf Erfolg der Klagen irrelevant.

Die Höhe der abrechenbaren Gebühren bemisst sich nach dem anzulegenden Streitwert und ist in einer Gebührenordnung festgehalten. Entsprechend wichtig ist es für die Anlegerschutzanwälte einen hohen Streitwert zu generieren.

Vor allem bei Ratensparverträgen kann dies zu absurden Vorgängen kommen, wie der Sprecher eines großen Emissionshauses, welches sich regelmäßig erfolgreich gegen klagende Anlegerschutzanwälte zur Wehr setzen muss, im Gespräch mit GoMoPa.net erläutert:

Zitat:


Die gehen gegen viele Gesellschaften (oft erfolglos) vor und haben auch vor 2 Jahren begonnen mit ehemaligen Vermittlern von uns auf Mandantensuche zu gehen. Sowohl in Deutschland als auch in Österreich haben sie Anleger verunsichert und so in ein Mandat getrieben.

In der Folge haben die Anleger riesig hohe Honorarrechnungen von der Kanzlei bekommen. Das lag auch daran, dass die meisten Anleger Ratensparer waren und die Kanzlei ihre Honorarnote aber nicht an dem eigentlich eingezahlten Geld festgemacht hat, sondern an der Vertragssumme die der Anleger innerhalb von 20 Jahren zu zahlen hätte. Die Anleger hatten dann z.B. 4000 Euro eingezahlt und mussten aber allein in der ersten Abschlagsrechnung 1000 Euro (also 25%!!!) an die Kanzlei bezahlen.

Die Schlussrechnung sollte dann gestellt werden, wenn ein Vergleich oder ein Urteil erzielt wurde und wäre nochmal ähnlich hoch geworden.

Interesse am Wohl der Anleger hatten die nie. Deren Ziel war es nur möglichst viele Mandanten zu finden und dann Rechnungen zu schreiben.


Auch Rechtsanwalt Jens Graf bemängelt das Vorgehen einiger seiner Kollegen, die den Ruf der ganzen Branche in Verruf bringen. Sein Gefühl ist, dass häufig mangelnde Kompetenz auf eine harte Händlermentalität trifft:

Zitat:


Mir tut das insofern Leid, dass ich das Gefühl habe, was vor 20 Jahren die Händler von Orientteppichen waren, sind heute teilweise die Rechtsanwälte.


Wer sich seriös mit Kapitalanlagerecht beschäftige, könne die Chancen eines Prozesses fast hundertprozentig voraussagen, so Graf weiter. Er selbst habe eine gefühlte Erfolgsquote vor Gericht von 99 Prozent.

Ausschlaggebend seien aber ein paar grundlegende Vorgaben, an die sich seriöse Anwälte halten:

Zitat:


Wir arbeiten nicht mit irgendwelchen dubiosen Prozesskosten-Finanzierern, die die Leute in Verfahren hetzen, von denen sie gehört haben, dass es 10-Prozent-Vergleiche gibt. Diese 10 Prozent, die dann fließen - wenn der Rechtsanwalt korrekt abrechnet, was er in der Regel tun wird - nutzen dem Anleger nichts. 12 Prozent werden wahrscheinlich die Anwaltskosten sein.


Vor allem das Vorgehen gegen Emittenten halten erfahrene Kapitalmarktjuristen für sinnlos.

Rechtsanwalt Jochen Resch
Rechtsanwalt Jochen Resch
Rechtsanwalt Jochen Resch erklärt die Problematik im Gespräch mit GoMoPa.net. Gegen die Fondsgesellschaft seien grundsätzlich nur Schadensersatzansprüche in Höhe des so genannten Auseinandersetzungsguthabens möglich. Der erfolgreich klagende Anleger kann also nur den aktuellen Wert seiner Beteiligung einklagen. Dieser liegt bei notleidenden Beteiligungen aber häufig nur bei 20 bis 30 Prozent des eingesetzten Kapitals.

Dem übersichtlichen Ertrag im Erfolgsfall stehen erhebliche Schwierigkeiten bei der Umsetzung gegenüber. Die Rückabwicklung ist nur aufgrund von nachgewiesenen Prospektfehlern oder fehlerhaften Widerrufsbelehrungen möglich. Doch diese sind häufig schwierig bis gar nicht beleg- und durchsetzbar.

Auch Rechtsanwalt Jens Graf sieht das ähnlich und erläutert die Problematik im Gespräch mit GoMoPa.net:

Zitat:


Wenn die Gesellschaft angeschlagen ist, wird es schwierig noch Forderungen zu realisieren. Man muss aber auch sagen, dass die juristischen Möglichkeiten gegenüber einer Fondsgesellschaft eingeschränkt sind. Da müssen Sie schon einen Prospektfehler nachweisen. Und das ist in der Regel juristisch schwierig. Geschätzt sind 90 bis 95 Prozent solcher Prozesse in die Hose gegangen.


Deutlich einfacher ist es hingegen die Vermittler wegen Falschberatung in Haftung zu nehmen.

Erfolgreiche Klagen gegen Vertriebe können eine Rückabwicklung nach sich ziehen, die eine Rückführung der eingezahlten Gelder ermöglicht. Allerdings ist ein solventer Vermittler oder eine adäquate Vermögensschadenshaftpflichtversicherung des Beklagten notwendig, wie Rechtsanwalt Jochen Resch im Gespräch mit GoMoPa.net erläutert.

Die einhellige Erfahrung klagender Anwälte ist aber eine andere. Die meisten Vermittler sind selbst nicht in der Lage etwaige Forderungen zu bedienen und sind daher kein geeignetes Ziel von Klagen. Nur bei Großvertrieben sei eine Schadensersatzklage überhaupt sinnvoll.

Glücklich können sich im Prinzip nur die Kunden schätzen, die sich von Banken beraten haben lassen, erklärt Rechtsanwalt Jens Graf:

Zitat:


Warum wir in der Regel Erfolg haben ist, weil die Banken oder Sparkassen zum Zeitpunkt der Empfehlung solcher Produkte, typischerweise die versteckten Provisionen verschwiegen haben. Juristisch nennt sich das Rückvergütung, in anderen Branchen nennt man das Schmiergeld. Aber in der Finanzbranche ist es seit über hundert Jahren üblich. Das ist der Grund warum Banken ihren Kunden über viele Jahre solche Produkte empfohlen haben.


Nicht alle Kanzleien interessieren sich für den Ausgang der Prozesse

Ein besonderes obszönes Beispiel vollzieht die Kanzlei Sommerberg LLP. Mit aggressiver Google-Werbung werden potentielle Mandanten angesprochen und auf die Kanzlei-Webseite gelockt. Bei der Erstberatung wird den Neukunden das Blaue vom Himmel versprochen, die Chancen auf Rückabwicklung - auch von nicht notleidenden Anlagen - in den Vordergrund gestellt.

Lässt sich der Anleger überreden ein Mandat an Sommerberg zu vergeben, sinkt das Interesse an dem Fall drastisch. Ein betroffenes Emissionshaus, das in diesem Zusammenhang nicht namentlich genannt werden möchte, berichtet GoMoPa.net von den Erlebnissen mit den Anwälten.

In den letzten Monaten habe es rund 10 Prozesse gegen die Kanzlei Sommerberg gegeben. Das Emissionshaus hat in jedem Fall Recht bekommen, was unter anderem daran lag, dass es die klagenden Anwälte nicht geschafft hatten, den Prozesstermin wahrzunehmen. Die Klagen wurden daher direkt zu Prozessbeginn abgeschmettert - quasi als Pendant zu einem Säumnisurteil.

Die Mandanten von Sommerberg hätten in allen Fällen üppige Honorarnoten erhalten, ohne auch nur die Aussicht auf einen Cent Schadensersatz oder Erstattung gehabt zu haben.

Derzeit wirbt die Kanzlei Sommerberg aktiv ehemalige Vermittler von Emissionshäusern mit einem unmoralischen Angebot an. Die Vermittler sollen ihre Kunden ansprechen und dazu überreden gegen ihren ehemaligen Arbeitgeber juristisch vorzugehen.

Der Vermittler soll den Anleger mit Informationen und Recherchen unterstützen. Im Gegenzug erhält der Vermittler im Erfolgsfall 15 Prozent des Schadensersatz beziehungsweise der Vergleichssumme als Kick-Back vom Anleger zurück. Der Kick-Back wird, wie in §6, der von Sommerberg aufgesetzten Vereinbarung beschrieben, direkt vom Anwalt an den Vermittler geleistet.

Die Vereinbarung bewegt sich nah an der Grenze des zulässigen, da Anwälten prinzipiell die Zahlung von Kick-Backs untersagt wird. Durch die Vertragskonstruktion versucht Sommerberg diese Rechtsvorschriften zu umgehen, was einem Umgehungstatbestand sehr nahe kommt.

Noch wichtiger für den Vermittler ist aber der Umstand, dass der Anleger in §4 einen Anspruchsverzicht gegenüber dem Vermittler unterzeichnet. Im Resultat entfällt für den Anleger damit die Möglichkeit einer aussichtsreichen Rückabwicklung wegen Fehlberatung.

Das gesamte Konzept, dass sich die Kanzlei Sommerberg als Mandantenschaufel einfallen lassen hat, basiert darauf, dass Vermittler durch Kick-Backs und Reduzierung von Prozessrisiken profitieren und die Anwälte ihre Honorare abrechnen können.

Die Interessen der Anleger spielen hingegen keine Rolle. Prozessiert wird, meist aussichtslos, gegen die Emittenten, da Vermittlerhaftung ja bereits ausgeschlossen wurde. Teilweise scheinen sich die Sommerberg-Anwälte nicht einmal bemüßigt zu fühlen, vor Gericht zu erscheinen, weil ihnen die Prozesse zu aussichtslos erscheinen. Auf Honorar verzichten wollen sie aber dennoch nicht.

Kommt es wider Erwarten doch zu einem Vergleich mit der Emittentin - dieser bewegt sich in der Regel zwischen 10 und 30 Prozent des eingezahlten Kapitals - dann kassieren die Anwälte ihre Gebühren, der Vertrieb seine Kick-Backs. Für den klagenden Anleger steht in jedem Fall ein hoher Teilverlust seines Investments, da eine vollständige Rückabwicklung nur gegenüber dem Vermittler durchsetzbar gewesen wäre.

Vorteile für den Anleger gibt es in dieser Rechtskonstruktion higegen keine. Besser wäre es sich einen unabhängigen Spezialisten zu suchen und gegen die Vermittler vorzugehen sowie Ansprüche gegen die Emittentin zu prüfen.

Die Hintermänner und Hauptprofiteure des Sommerberg-Konzepts sind die Anwälte der Kanzlei Wirtschaftsrat Recht Bremer & Heller.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Anwälte im Zusammenhang mit Schrottfonds auftauchen. Dr. Henrik Bremer und seine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Dr. Hillinger & Bremer GmbH wurden vom Oberlandesgericht zu Schadensersatz verdonnert (Az.: 13 U 221/09 - 226/09). Der Senat sah es als erwiesen an, dass die Beklagten die damals dramatische Situation der EuropLeasing AG & Co. Financial Solutions KG verschleiert hatten. Der Anwalt Bremer war noch nicht einmal davor zurückgeschreckt als Wirtschaftsprüfer und als Treuhänder für den Fonds zu agieren und damit einen hausgemachten Interessenskonflikt hervorzurufen.

In den Händen der dubiosen Anlegerschutzanwälte sind die Anleger meist verloren und verkauft. Alle Beteiligten profitieren, nur den Schaden trägt der Investor, der erst vom Emittenten geprellt und danach von seinen Anwälten ausgeweidet wird. Nun denn...

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01. Oktober 13, 02:00:00

Spottbilliger Zugang zu teuren Golfclubs


Convent
Der National Liberty Golfclub mit Blick auf die Freiheitsstatue von New York hat den teuersten Golfplatz der Welt und nur 100 Mitglieder. Beim diese Woche laufenden Barclays Tournier bekommt der Gewinner 7,5 Millionen Euro Preisgeld © Libertynationalgc.com
Die Mitgliedschaft in einen der 750 feinen Goldclubs Deutschlands mit ihren 1.000 Plätzen scheitert oft an hohen finanziellen Hürden. Das gilt auch fürs Ausland.

Getreu dem Golferspruch: "Die besten Geschäfte macht man auf dem Goldplatz" wollen Geldadel und Prominenz dabei ungestört unter sich bleiben. Die Hautevolee schottet sich mit in die Tausende gehenden Beteiligungen an den Clubs oder ebenso hohen Aufnahme- und Jahresgebühren ab, die jeder erst einmal entrichtet haben muss, bevor er überhaupt einen einzigen Ball geschlagen hat. Mal eben testen zu wollen, ob da überhaupt die Leute anzutreffen sind, die mich interessieren, kann schnell zu einem teuren Vergnügen werden.

Die Spitze des Abgehobenseins bilden Golfclubs in New York, Las Vegas und Moskau.

Eine Mitgliedschaft des Liberty National Golf Clubs von Reebok-Gründer Paul Fireman auf dem teuersten Golfplatz der Welt (96,5 Millionen Euro Baukosten) in Jersey City, New Jersey, im Schatten der Freiheitsstatue von New York und mit Blick auf die Skyline von Manhattan kostet 374.000 Euro. Man kann leider nicht einfach so hinfahren, eine Greenfee (Spielgebühr) entrichten und loslegen.

Man darf nur als Clubmitglied auf den Rasen. Doch das geht nur auf Einladung. Über die Website des Golfclubs kann man sich ein Formular herunterladen, welches man ausfüllt, faxt und wartet. Welche Voraussetzungen für einen Rückruf und eine Zusage erfüllt sein müssen (abgesehen von den 374.000 Euro) bleibt das Geheimnis von Inhaber Fireman, der Reebok im Jahre 2006 an Adidas verkaufte und den Club aus der Portokasse aufbaute. Immerhin haben es seit 2006 schon 100 Persönlichkeiten geschafft, Mitglied dieses Clubs zu werden.

Der teuerste Golfplatz der Welt ohne jegliche Clubmitgliedschaft ist der Shadow Creek in Las Vegas im US-Bundesstaat Nevada. Für eine Greenfee von 374 Euro darf jeder loslegen, der zugleich bei der Hotelgruppe MGM Resorts International in Las Vegas eine Übernachtung bucht (im Hotel und Casino Ario zum Beispiel ab 132 Euro pro Person im Deluxe King Room). Im Preis ist ein privater Limousinenservice und ein persönlicher Caddy (einer, der die ganze Zeit die Golftasche mit den Schlägern trägt) einbegriffen.

Wer auf absolute Noblesse wert legt, muss nach Moskau fliegen. 60 Kilometer nördlich vom Moskauer Stadtzentrum mitten im russischen Wald haben die Gost Luxury Clubs, eine Allianz des Moskauer Immobilienriesen Donstroy, des Rettungsunternehmens für vermögende Familien im Krisenfall Ingosstrach, der Ersten Sparkasse, die die Hälfte aller persönlichen Ersparnisse russischer Investoren verwaltet, des Rolls-Royce-Händlers Avilon, des Kinderluxuslabels Jakimanka und des Platinum Clubs der führenden Antiquitäten- und Kunsthändler, einen weltweit einmaligen Club erschaffen: den Tseleevo Golf & Polo Club.

Neben dem 18-Loch-Golfplatz gibt es eine private Ski-Abfahrt, ein Extra-Polo-Gelände, ein Extra-Jagdgebiet und einen Luxus-Spa, der eine Symbiose aus Buckingham Palace, Weißem Haus, Titanic von innen und ein bisschen aus Schloss Versailles darstellt.

Eine Clubmitgliedschaft wird nicht öffentlich angeboten. Um mal eine Gastrunde zu spielen, muss man ein Clubmitglied kennen oder von einem Consierge eines Moskauer Luxushotels für würdig befunden werden. Eine Gastrunde kostet dann 150 Euro.

Bedeutet so viel Exklusivität der Golfclubs, dass man als Nicht-Superreicher oder Nicht-Promi draußen bleiben und damit auf eine Geschäftsanbahnung oder einfach nur auf einen Prestigegewinn verzichten muss, der mit dem Golfen einhergeht?

Nein. Der Finanznachrichtendienst GoMoPa.net stellt zwei Lösungen vor, bei denen man mit vergleichsweise kleinem Geld in beinahe allen schicken Golfclubs dieser Welt nur gegen Bezahlung der Spielgebühr (Greenfee) eingelassen wird, ohne, dass man dort eine Aufnahme- oder Mitgliedsgebühr entrichten muss:

Die erste Lösung ist eine Discount-Fernmitgliedschaft im österreichischen Robinson-Golf-Club Ampflwang der TUI.com GmbH.

Während eines 7tägigen Voll-Inklusive-Verpflegungsurlaubs kann man in der Sommersaison von April bis 3. November mit Flug ab 873 Euro pro Person ganz locker eine Platzreife erwerben, die man braucht, um auf allen Golfplätzen überhaupt spielen zu dürfen.

Der Golfkurs zur Erlangung der Platzreife kostet im Robinsonclub Ampflwang 360 Euro für 12 Einheiten von jeweils 50 Minuten. Die Prüfungsgebühr beträgt 65 Euro. Hinzu kommen Aufnahmegebühr und Jahresbeitrag von 295 Euro. Summasummarum betragen die reinen Golfclubkosten also 799 Euro.

Der Golfclub Ampflwang ist ein ordentlicher Golf-Verein mit allem, was dazugehört. Er ist Mitglied im Österreichischen Golf Verband (ÖGV) und der European Golf Association, verfügt über einen 9-Loch-Golfplatz, ist seit Juni 1995 in Betrieb und hat von Ende April bis Anfang November Saison.

Robinson ist langjähriger Partner der PGA (Professional Golfers Association) von Deutschland.

Das Besondere am Golf-Club Ampflwang ist jedoch, dass nach wie vor finanzielle Engpässe überwunden werden und die Investitionskosten hereingeholt werden müssen. Nun kennen die Österreicher die deutschen Golfnöte ganz genau und haben sich deshalb für "die Piefkes" etwas ganz Spezielles einfallen lassen: die Fernmitgliedschaft.

Jeder, der wenigstens 100 Kilometer von Ampflwang entfernt wohnt, kann problemlos und zu vergleichsweise spottbilligen Sonderkonditionen Mitglied im Golfclub werden. Dadurch kommt Geld in die Kasse, und die Gefahr, dass sich die Fernmitglieder öfter blicken lassen und die Exklusivität stören, ist denkbar gering. Zumal sich diejenigen, die vor allem gesellschaftlichen Anschluss suchen, kaum mit der österreichischen Lokalprominenz werden abgeben wollen.

Die Kosten für eine Fernmitgliedschaft: Aufnahmegebühr 280 Euro / Jahresbeitrag 280 Euro. Billiger und einfacher kommt man kaum zu einer Mitgliedschaft in einem ordentlichen Golfclub.

Vorteile der Fern-Club-Lösung:

Hier fragt man sich natürlich, was so eine Discount-Fernmitgliedschaft bringt. Laut einer stillschweigenden Übereinkunft unter den Golfclubs darf jedes Club-Mitglied jederzeit auch die Golfanlagen und Annehmlichkeiten anderer Golfclubs benutzen.

Wird auf einer clubfremden Anlage gespielt, muss lediglich die sogenannte Greenfee bezahlt werden, eine übliche Tagesgebühr, die von jedem fremden Spieler zu entrichten ist.

Die billige Fernmitgliedschaft ist damit also gleichzeitig die Eintrittskarte in die deutsche Golf-Szene. Zudem ist einem ein gesellschaftliches Renommee durch die Mitgliedschaft in einem Golfclub allgemein sicher.

Risiko der Billig-Club-Lösung:

Leider birgt die vorgestellte Lösung ein Risiko. Muss man darauf gefasst sein, dass der Preisbrecher Ampflwang im Inner Circle der Szene bekannt ist und damit auf der Abschussliste steht. Es kann durchaus sein, dass mancher Pförtner die geheime Anweisung hat, Mitglieder dieses Clubs abzuweisen.

Doch ist das eher die Ausnahme, da es gegen den Ehrenkodex der Clubgesellschaft verstöße, bei Golfclubs in Gut und Böse beziehungsweise ehrenhaft und unehrenhaft zu unterscheiden. Das würde zudem unter Umständen böses Blut und die Gefahr hervorrufen, die Ampflwang-Lösung würde damit allgemein publik und die abgeschottete Gemeinschaft geriete womöglich in Verruf.

Aber die Deutschen sind im Erfinden von Schlichen nicht weniger kreativ als die Österreicher. Manche Golfclubs haben sich eine simple, aber wirksame Gegenmaßnahme für das Zutrittsbegehren von nicht standesgemäßen Billiggolfern einfallen lassen. In solchen Fällen gestatten sie ausschließlich den Spielern Zutritt, die nicht nur eine allgemeine Platzerlaubnis, sondern auch eine für diese spezielle Anlage haben.

Wieder andere erdreisten sich, ganz ungeniert den Nachweis eines Handicaps (36 Fehlabschläge, also Handicap 36, gilt als bestanden, Handicap 10 gilt als hervorragend) von clubfremden Spielern zu verlangen, und behaupten, dass die sogenannte Platzerlaubnis allein zum Spielen auf dieser Anlage nicht genügt.

Dagegen kann man sich nicht wehren. Entweder schleicht man gedemütigt von dannen oder lässt die teure und langwierige Prozedur bis zur Prüfung auch auf diesem Platz seiner Wahl zähneknirschend über sich ergehen. Zumindest hat man sich die viel teurere Aufnahmegebühr und Jahresgebühr für den auserwählten deutschen Golfclub erspart.

Die Club-Lösung ist also nicht unbedingt ideal und unter schlechten Umständen nur für den geeignet, der ganz genau weiß, in welchem Golfclub er sich damit kostengünstig Einlass verschaffen will, weshalb er auch bereit ist, die Platzerlaubnis ein zweites Mal hinter sich zu bringen.

Informationen und Anträge zur Mitgliedschaft im Robinson Golf Club Ampflwang können angefordert werden bei:

ROBINSON Golf Club Ampflwang
Wörmansedt 1, 4843 Ampflwang, Österreich
Tel. +43-7675-4020-675
Fax +43-7675-4020-622
Internet: Robinsonclub-Ampflwang.at

Man sieht, dass die Ampflwang-Lösung, so simpel und verlockend sie auch ist, zumindest einige kleine Tücken haben kann. Nicht notwendigerweise haben muss, denn in der Regel funktioniert sie hervorragend.

Mittlerweile bieten auch einige deutsche Golfclubs Fernmitgliedschaften an. Besonders solche, die auf dem Boden der neuen Bundesländer gegründet wurden und denen es finanziell nicht so gut geht. Allerdings ist der Ruf dieser Clubs nicht sonderlich gut. Sie gelten im alten Bundesgebiet meist als etwas zu prollig, was logischerweise auch auf die Mitglieder abfärbt. Inwiefern das richtig oder falsch ist, kann an dieser Stelle nicht beurteilt werden.

Es gibt jedoch noch einen weitaus einfacheren Weg, um auf den grünen Rasen zu kommen. Darüber hinaus ist dieser Weg noch günstiger als der oben beschriebene. Und - das kommt obendrein hinzu - er ist sicher. Wer diese Gelegenheit ergreift, läuft nirgends Gefahr, unter fadenscheinigen Behauptungen abgewiesen zu werden oder erniedrigende Prozeduren über sich ergehen lassen zu müssen.

Die clubunabhängige Lösung:

Eine sehr elegante und vor allem für angehende Golfer ideale Lösung bietet die Vereinigung clubfreier Golfspieler im Deutschen Golf Verband e.V. (VCG). Wer sich der VCG anschließt, öffnet sich die ganze Welt des Golf zu absolut konkurrenzlosen Konditionen.

Möglich macht das gleichsam ein Schlupfloch. Der VCG arbeitet eng mit dem Deutschen Golf Verband (DGV) zusammen. Letzterer ist gewissermaßen die Dachorganisation der deutschen Golfvereine und hat doch eine zumindest leicht von den einzelnen Golfclubs abweichende Zielsetzung. Sein Motto lautet nicht "wir wollen unter uns bleiben", sondern "gute Golfer braucht das Land".

Da gutes Golf unabhängig von Grundbesitz, Adelstiteln, Kapitalvermögen oder Bekanntheitsgrad ist, zudem das deutsche Golf, was seine Qualität betrifft, eine eher bescheidene Rolle im internationalen Golf-Zirkus spielt, hat der DGV allen seinen Mitgliedern - und das sind fast alle deutschen Golfclubs - quasi eine Qualitätskur verordnet, indem er ihnen "vorschreibt", Spielern aus der Vereinigung clubfreier Golfspieler jederzeit Zutritt zu allen Anlagen zu gewähren.

Und es funktioniert. Den VCG-Mitgliedern stehen landesweit nahezu 1.000 Spiel- und Übungsmöglichkeiten offen. Damit nicht genug: Die VCG-Mitgliedskarte berechtigt auch zum Spielen auf ausländischen Golfplätzen. Wer im Urlaub schon immer einmal über das Grün einer Golfanlage am Gardasee hinwegputten oder die sandige Bunkerlandschaft im luftigen Jütland kennen lernen wollte, liegt beim VCG genau richtig.

Natürlich, der Name sagt es schon, ist ein VCGler nicht Mitglied in einem Golfclub. Dieses Etikett kann man sich nicht ans Revers heften. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Schließlich steht es jedem frei, irgendwann einmal nach reiflicher Abwägung aller Vor- und Nachteile der einzelnen Clubs, eine feste Mitgliedschaft einzugehen. Wer sich tatsächlich spielbegeistert zeigt und durch Üben und Können sogar ein Handicap unter 10 erreicht, wird die heißbegehrte Mitgliedschaft unter Umständen dann sogar für einen Appel und ein Ei angetragen bekommen.

Bevor es soweit ist, bietet die VCG Gelegenheit, den Golfsport genauer kennen zu lernen und ihn auszuüben, ohne einem Club beitreten zu müssen. Man kann sich also Schritt für Schritt der Sache nähern. Das bietet bundesweit nur die VCG, denn sie ist die einzige vom Deutschen Golf Verband anerkannte und beauftragte derartige Interessengemeinschaft in der BRD.

Aber es kommt noch besser. Den gesamten Service und alle Vorzüge der VCG gibt es zu einem wahrhaften Traumpreis. Der Mitgliedsbeitrag beträgt pro Kalenderjahr:

» Angebot I: Mitgliedschaft 2013 (01. August bis 31. Dezember 2013) + Jubiläumsgeschenk 95,00 Euro.

Das Jubiläumsgeschenk 2013 besteht aus einem Golfführer 2013/2014 für Deutschland mit 255 Greenfee-Gutscheinen, einem Amazon-Gutschein im Wert von 40 Euro und einem Golf House-Einkaufsgutschein im Wert von 50 Euro.

Ab 01. Januar 2014 wird der reguläre Beitrag in Höhe von 195 Euro fällig. Für Journalisten 165 Euro (Nachweis erforderlich), Studenten bis 27 Jahre 95 Euro (Nachweis erforderlich). Der Anspruch auf den ermäßigten Studentenbeitrag gilt nur bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres und bei Zusendung der Immatrikulations-/Ausbildungsbescheinigung für das laufende Kalenderjahr. Kinder & Jugendliche bis 21 Jahre zahlen 95 Euro.

» Angebot II: Mitgliedschaft 2013 + 2014 (01. August 2013 bis 31. Dezember 2014) + Jubiläumsgeschenk 275 Euro.

Das ist so konkurrenzlos günstig, dass man es fast nicht glauben mag. Doch die VCG setzt noch einen obendrauf: Die sonst überall übliche Aufnahmegebühr entfällt ersatzlos. Aber auch das ist noch lange nicht alles, was die VCG zu bieten hat. Im Geiste echter Sportsmenship nimmt sie sich ihrer Mitglieder an und hilft ihnen, alle möglichen und unmöglichen Klippen im Golferleben zu umschiffen.

Zunächst geht alles den gewohnten Gang: Erst die Arbeit, dann...

Ohne Platzerlaubnis läuft nichts. VCG-Mitglieder begeben sich mit ihrem nagelneuen Mitgliedsausweis bewaffnet zur nächstgelegenen Golfanlage und belegen dort einen Grundkurs, der zur Erlangung der Platzerlaubnis führt. Jetzt aber kommt der Clou. Nach dem Kurs macht man die abschließende Prüfung nicht im Golfclub, sondern direkt bei der VCG.

Wie schon im Ampflwang-Beispiel beschrieben ist es mit der Platzerlaubnis so eine Sache. Sie ist kein übertragbarer Nachweis der Spielstärke, und man kann je nach Golfclub auf Schwierigkeiten stoßen.

Wer die Prüfung jedoch bei der VCG ablegt, erhält eine sogenannte "VCG-Green-Card", den quasi einzigen bundesweit anerkannten "Jagdschein", mit dem man bei allen gastgebenden Golfclubs anstandslos "auf die Runde" gehen kann. Die VCG veranstaltet dazu bundesweit regelmäßig viele Prüfungen. Den Mitgliedern geht eine ausführliche Liste mit den jeweiligen Orten und Terminen zu, so dass jeder die Möglichkeit hat, die Prüfung in unmittelbarer Nähe abzulegen.

Übrigens keine Scheu. Die Prüfung ist nicht sonderlich schwer: Einige Fragen im sogenannten Multiple-Choice-Verfahren (Lösung durch Ankreuzen) betreffs Allgemeines zum Golf, Regeln und Etikette. Dabei darf man auch im Regelbuch nachschlagen. Dazu einige praktische Übungen, bei denen es weniger darauf ankommt, halbwegs mittelprächtiges Golf zu demonstrieren, als vielmehr zu zeigen, dass man den Schläger richtig zu halten versteht und einen Ball unterschiedlich weit schlagen kann. Wahrlich kein Kunststück, sogar Kinder machen die Prüfung in der Regel mit links. Im Bedarfsfall lässt sie sich zudem beliebig oft wiederholen.

Nach Erhalt der Green-Card können VCG-Mitglieder gegen Tagesgebühr (Greenfee) auf den meisten Golfplätzen spielen. Auch bei der Erlangung eines Handicaps ist die VCG behilflich. Als Mitglied des DGV ist sie berechtigt, ein Handicap zu vergeben. Um ein solches zu erspielen respektive zu verbessern, bietet die VCG eine Vielzahl eigener Turniere und Wettspiele an. Auf diesen Turnieren besteht auch die ideale Gelegenheit, mit anderen Golfspielern in Kontakt zu kommen.

Spätestens nach Erhalt eines Handicaps - auch das ist nicht besonders schwer - steht einem die Golfwelt offen. Wer jetzt noch Lust oder die Absicht hat, zusätzlich einem bestimmten Golfclub als ordentliches Mitglied beizutreten, kann das ohne weiteres tun. Die Mitgliedschaft in der VCG schließt das nicht aus, dasselbe gilt auch umgekehrt.

Vorteile der clubfreien Lösung:

» Persönliche Mitgliedskarte, die das Üben und Spielen auf fast 1.000 deutschen Golfanlagen ermöglicht.

» Green-Card, die praktisch überall als allgemeine Platzerlaubnis anerkannt ist.

» Weltweite Akzeptanz des Handicaps.

» Mitgliederservice. Ständiger Erhalt von wichtigen Informationen, Turnierterminen und so weiter.

» Laufend anwachsende Erweiterung der Spiel- und Übungsmöglichkeiten für VCG-Mitglieder.

» Breite Akzeptanz der VCG-Mitgliedskarte im Ausland

» Haftpflicht- und Unfallversicherung auf Golfplätzen im Mitgliedsbeitrag eingeschlossen.

» Absolut günstiger Jahresbeitrag von 195 Euro.

» Keine Aufnahmegebühr.

» Nachteile: Keine ersichtlich.

Mit Ausnahme der unmittelbaren Zugehörigkeit zu einem Golfclub erhält ein VCG-Mitglied also alles, was das Golferherz begehrt. Durch die Green-Card sogar mehr als das, was Golfclubs normalerweise zu bieten haben, denn dadurch öffnen sich gleichsam automatisch auch die Pforten anderer Golfanlagen - zu einem Spottpreis, der seinesgleichen sucht. Golfkarriere für jedermann - freie Auswahl unter den deutschen Golfclubs inbegriffen.

Wie wird man Mitglied in der VCG?

Nichts einfacher als das. Sie können sämtliche nötigen Unterlagen per Post oder Fax anfordern oder gleich alles per Internet erledigen. Das Informationspaket enthält eine ausführliche Beschreibung der Zielsetzung der VCG, allgemeine Informationen zum Golfsport, Hinweise über Serviceleistungen und formale Aspekte (Platzerlaubnis, Green-Card, Handicap usw.). Darüber hinaus bekommen Sie gleich einen umfassenden Veranstaltungskalender, in dem alle Termine mit Ortsangaben aufgelistet sind, wo und wann die VCG diverse Golfkurse und Prüfungen zur Erlangung der Green -Card oder des Handicaps anbietet sowie welche Turniere und Wettspiele eigens für VCG-Mitglieder veranstaltet werden.

Natürlich liegt auch ein Aufnahmeantrag zur Mitgliedschaft in der VCG bei bzw. kann die Anmeldung online erfolgen. Ausfüllen und abschicken - schon sind Sie ausgewiesener Golfer. Außerdem erhalten Sie einen kleinen Vorgeschmack auf die Golfanlagen, die Sie zukünftig willkommen heißen werden. Eine Übersicht listet deutsche Golfanlagen auf, die VCG-Mitgliedern als "Übungsmöglichkeit" zur Verfügung stehen. Fein säuberlich nach Bundesländern unterteilt, finden Sie auf diese Weise sofort die nächstgelegenen Clubs. Ein ausführliches Verzeichnis mit sämtlichen relevanten Angaben erhalten Sie bei Mitgliedschaft.

Alle nötigen Unterlagen und Informationen können angefordert werden bei:

Vereinigung clubfreier Golfspieler im Deutschen Golf Verband e.V.
Humboldtstraße 7, 65189 Wiesbaden
Tel. 0611-34104-0
Fax 0611-34104-10
Internet: VCG.de

Den "besten Geschäften, die man auf dem Golfplatz macht", steht deutschlandweit und international damit keine echte finanzielle Hürde mehr im Wege. Nun denn...

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01. Oktober 12, 02:00:00

fairvesta: Otmar Knoll wehrt sich gegen Schmähungen


Weder das Hamburger Analysehaus G.U.B. noch der wegen seiner akribischen Untersuchungen gefürchtete Stephan Appel von CHECK aus Hamburg, noch der scharfzüngige Chefredakteur Uwe Kremer vom Branchendienst kapital-markt intern aus Düsseldorf konnten bislang ein Haar in der Suppe des Tübinger Emissionshauses fairvesta Group AG ausmachen. Und tatsächlich zahlt fairvesta seit seiner Gründung im Jahre 2002 den Anlegern auf ihre 600 Millionen Euro, die sie in elf fairvesta-Fonds eingezahlt haben, stets die vereinbarte zweistellige Rendite im Jahr aus.

Natürlich wollen alle wissen, wie macht fairvesta das.

 fairvesta-Asset Manager Otmar<br /> Knoll aus Tübingen © fairvesta
fairvesta-Asset Manager Otmar
Knoll aus Tübingen © fairvesta
Der leitende Asset-Manager des Unternehmens, Otmar Knoll, ist deswegen inzwischen ein gefragter Podiumsteilnehmer zum Beispiel zur Euro-Debatte oder Finanzmarktregulierung. Beim Institutional Money Kongress für professionelle Investoren im Februar 2012 in Frankfurt stand Knoll den Gästen Seite an Seite mit Theo Waigel, dem "Vater" des Euro, für Fragen zur Verfügung.

Davor leitete er Podiumsrunden zur Zukunft des Euros mit Prof. Dr. Wilhelm Hankel und Prof. Dr. Karl Albrecht Schachtschneider auf den FONDS professionell-Kongressen in Mannheim und Wien. Im September 2012 werden der wirtschaftspolitische Sprecher der FDP im Deutschen Bundestag, Dr. Martin Lindner, sowie der Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Cem Özdemir, zu einer Diskussionsrunde von fairvesta in Tübingen erwartet.

Doch seit Juni 2012 sieht sich Otmar Knoll und dessen Familie anonymen Schmähungen und Beleidigungen ausgesetzt. Die harmlosesten dabei sind noch, dass Knoll einen auf dicke Hose mache, aber seine Frau und Tochter für ihn arbeiten lasse.

Knoll habe zwar Strafverfolgungsbehörden eingeschaltet, wie er dem Finanznachrichtendienst GoMoPan.net mitteilte, aber man könne sich nur schwer dagegen zur Wehr setzen.

Otmar Knoll: "Ein Problem dieser Art von Kriminalität ist, dass sich die in der Anonymität verborgenen Täter nur sehr schwer ermitteln lassen. Gleichwohl gibt es inzwischen Indizien, die Rückschlüsse auf die Täter erlauben. Dem wird derzeit mit Hochdruck nachgegangen."

Convent Des Weiteren begann im Dezember letzten Jahres der gerichtsbekannte und mehrfach verurteilte Banken-Verfolger Hermann Schühle aus Überlingen in Baden-Württemberg die fairvesta und Otmar Knoll durch zahllose Faxschreiben an Behörden, bundesweit verlegten Tageszeitungen und Vertriebspartner zu diffamieren.

In einem Interview mit Thomas Bremer, verantwortlicher Redakteur von Die Bewertung aus Leipzig, kritisierte Schühle am 14. August 2012:

Zitat:


fairvesta wirbt in den wichtigsten Presseorganen mit einer Durchschnittrendite von 12,37 Prozent. Bei weichen Kosten von über 20 Prozent können Sie sich vorstellen, welche Renditen das bedeuten würde. Diese Renditen kann fairvesta aber niemals darstellen. Ich hatte einfach den Eindruck, dass dieses Prinzip nicht sauber ist und habe nach einer Leistungsbilanz nachgefragt. Stattdessen gab es Schreiben vom Anwalt und rechtliche Drohungen.


Und Robert Krüger-Kassissa von der Berliner Finanzzeitschrift procontra kritisierte an fairvesta in seinem Artikel "Schwäbische Bergfahrt" am 10. August 2012, dass die Leistungsbilanz 2010 "erstaunlich schlank" sei: "Das Immobilienhandelsgeschäft des Tübinger Unternehmens enthält einige Intransparenzen." Man könne nicht erkennen, wie die Renditen zustande kämen, hat Krüger-Kassissa gegenüber GoMoPa.net erklärt und habe auf seine Presseanfrage auch keine erschöpfende Antwort erhalten.

GoMoPa.net bat Otmar Knoll um eine Stellungnahme

Otmar Knoll erklärte: "Zuerst einmal zu Hermann Schühle, Herr Schühle hat bereits 10 Prozesse vor dem Landgericht verloren und wurde von diesem sogar zu einem Ordnungsgeld verurteilt. Alle Urteile sind zwischenzeitlich rechtskräftig. Trotz gerichtlichem Verbot und Unterlassung macht er mit seinen Verleumdungen weiter. Wir vermuten, dass Herr Schühle krank ist und professionelle Hilfe benötigt.

Wie alle unsere Anleger und Vertriebspartner laden wir auch jeden Journalisten, der eine seriöse Recherche durchführt, ein, zu uns nach Tübingen zu kommen, um sich alle Unterlagen zu jedem Fonds im Original nach der Unterzeichnung einer üblichen Vertraulichkeitserklärung anzusehen. Lediglich Objektkaufpreise und Mieterträge sowie die Namen der Verkäufer und Käufer unterliegen der Verschwiegenheit, nicht jedoch die Ergebnisse."

GoMoPa.net: Gab es viele solche Anfragen?

Otmar Knoll: "Es gab in der Vergangenheit lediglich zwei Redakteure, die zwar angefragt, aber dann angeblich keine Zeit hatten, zu uns zu kommen, weil der Druckschluss (immerhin 3 Wochen vor Erscheinungstermin) nahte und somit angeblich keine Zeit war.

Hier geht Schnelligkeit offenbar vor Gründlichkeit, dies führte bislang zu den einzigen kritischen Berichterstattungen. Bei den großen Analysehäusern ist das anders. Sowohl die Experten von G.U.B., Stephan Appel von CHECK oder Uwe Kremer von kapital-markt intern haben diese Möglichkeit genutzt und konnten nur Positives berichten."

GoMoPa.net: Auch wir ließen uns im vergangenen Jahr alle Geschäftsdokumente in Tübingen vorlegen.

Otmar Knoll: "Und Sie haben nichts berichtet!"

GoMoPa.net: Wohl wahr. Für uns war es von vordergründiger Bedeutung, die Gewissheit zu haben, dass das Geschäftsmodell von fairvesta funktioniert. Wir sind ein Warndienst.

Im Übrigen hat GoMoPa.net schon im Jahre 2007 in seinem Forum ausdiskutiert, ob fairvesta tatsächlich mit seinem Geschäftsmodell und ordentlicher Bezahlung der Vertriebe für die Anleger auf Dauer zweistellige Renditen erwirtschaften könne.

Die kritische Frage eines Lesers lautete schon damals:

Zitat:


Berücksichtigt man dabei, dass laut Emissionsprospekt die Kosten des Anlegers für Konzeption, Marketing, Vertrieb, Verwaltung und so weiter zirka 19 Prozent der Anlagesumme ausmachen (ohne Berücksichtigung der Abwicklungsgebühr), dann fragt man sich, wie die fairvesta die erwarteten Renditen tatsächlich erwirtschaften möchte.


Unser Experte, der Diplomingenieur und Finanzwirt Kurt Kaiser von der Firma Kaiserfinanz aus Hohen Neuendorf bei Berlin, kam zu dem Urteil:

Zitat:


 Kurt Kaiser von<br /> Kaiserfinanz © Kaiser
Kurt Kaiser von
Kaiserfinanz © Kaiser
fairvesta ist die einzige mir bekannte Gesellschaft, die sich nicht nur beim Einsammeln der Gelder, sondern über die gesamte Fondslaufzeit einer strengen Mittelverwendungskontrolle unterwirft und alle Konten als "Und-Konten" führt, also ohne Mittelfreigabe über keinen Euro allein verfügen kann.

Die Rendite ist alles andere als unglaubhaft.

Man sollte aber etwas in der Materie stehen und zumindest rechnen können. Machen wir es einfach: fairvesta kauft aus Bankenverwertung oder Insolvenz zu etwa 50 bis 60 Prozent des aktuellen Wertes laut Gutachten .

Der Gesellschafter hat, wie bemängelt, 15 Prozent Nebenkosten zuzüglich Agio, also zirka 20 Prozent Prozent Kosten. Nur 80 Prozent gehen in die Anlage. Dann erhält er schon nach dem ersten Einkauf bei Erwerb zu 50 Prozent (80 Prozent/0,5) 160 Prozent Sachwert für sein Geld, bei Einkauf zu 60 Prozent sind das immerhin noch 133 Prozent (80/0,6).

Dazu kommt die Miete, die zum tatsächlichen Erwerbspreis nicht unter 10 Prozent liegt, zum investierten Kapital also 8 Prozent! Wie das ausgehen kann, wenn die Immobilie nicht gehalten, sondern gehandelt wird, sollte man allein nachrechnen können!

Nennen Sie mir bitte ein Angebot, in dem sich die Sicherheit der guten Sachwertanlage mit einer hohen Renditechance besser vereint und wo der Kunde nicht eine kleine Ewigkeit warten muss, bis die Rendite die Anlaufkosten erwirtschaftet hat!


Und ein Wirtschaftsprüfer veröffentlichte auf GoMoPa.net folgende Einschätzung:

Zitat:


Relativ einfach erklärt:

Ziehen wir die Abschlussgebühr ("Abwicklungsgebühr"), in der Regel nicht unter 5 Prozent, ab, so landen wir bei einer Kostenquote von 14 Prozent, die allerdings einmalig beziehungsweise pro rata fällig sein dürfte. Darin eingeschlossen sind nicht selten zwischen 0,25 bis 1 Prozent, welche sich die mit der Prospekterstellung beauftragte Anwaltskanzlei als begleitende Beratungskosten einverleibt. Ich persönlich halte dies zwar für überzogen, es ist aber eine am Markt mehr oder minder übliche Regel, und hat nichts mit dem Emittenten an sich zu tun.

(Hinzu kommen) die Erstellungskosten eines Prospekts, Vorkosten für den Steuerberater/Wirtschaftsprüfer, die Werbeagentur, den Prospektdruck, die Infrastruktur und nicht zuletzt den teuren Vertriebsaufbau.

Nur sehr wenige leistungsfähige Vertriebe geben sich mit Provisionen unterhalb 11 Prozent zufrieden, die Regel liegt zwischen 12 bis 13,5 Prozent (auch mehr ist keine Seltenheit). Dies sollte man fairer Weise neben die Kosten einer Lebensversicherung legen. Dort gibt es erste so genannte Rückkaufswerte irgendwann zwischen dem 2. und 4. Jahr. Ein Schelm wer denkt, man hätte zwischendrin den Vertrieb bezahlen müssen, da niemand kostenlos arbeitet.

Unterstellen wir nun, dass der Vertrieb von risikobehafteten Kapitalanlagen etwas aufwändiger und schwieriger ist, als ein Produkt namens "Allianz" und "Deutsche Bank" zu verkaufen, wird der Vertrieb logischer Weise mehr verlangen (müssen).

Bei also 14 Prozent Gesamtkosten nach Agio (ok, ich vermute weitere jährliche, aber sicher weitaus geringere Kosten werden in den Folgejahren berechnet) ist zu berücksichtigen, dass sich diese auf die gesamte Laufzeit beziehen. Diese beträgt meist nicht weniger als zehn Jahre, ergo 1,4 Prozent Kapitalbeschaffungskosten pro Jahr.

Und JA, vorausgesetzt das Geschäftsmodell ist tragfähig, und das Management qualifiziert, ist es durchaus möglich, die prognostizierten Renditen zu erzielen. Ich schließe mich dabei den Ausführungen von Kaiserfinanz und den Ausführungen zum Geschäftsmodell grundsätzlich an, da es logisch und nachvollziehbar begründet ist.


GoMoPa.net: Die jüngsten Aktivitäten im Internet haben nichts mit kritischen Fragen oder Warnungen zu tun, weshalb wir diese nicht aufgegriffen haben. Die Websites enthielten teilweise persönliche Angriffe auf Sie und Ihre Familie.

Otmar Knoll: "Ja, und das geht gar nicht! Fairer Wettbewerb ist völlig in Ordnung und notwendig, aber wenn meine Familienmitglieder diffamiert werden, hört der Spaß eindeutig auf. Daher haben wir diese Domains umgehend löschen lassen. Einige sind jedoch ganz bewusst im Ausland registriert, um deren Herkunft und Rechtsverfolgung zu verschleiern. Wir haben daher die Staatsanwaltschaft und unsere Anwälte gebeten, dem nachzugehen und dies aufzuklären."

GoMoPa.net: Ihre Anwälte waren schon bei diebewertung.de aktiv. Hier soll die Art und Weise der Berichterstattung nicht in Ordnung gewesen sein.

Otmar Knoll: "Bei dem Telefongespräch zwischen unserem Anwalt und Herrn Bremer war ich nicht anwesend, da ich im Urlaub war. Natürlich habe ich unseren Anwalt gebeten, gewisse Einträge zu unseriösen Websites löschen zu lassen. Das ist doch ganz klar! Insbesondere zu den illegalen anonymen und verleumderischen Domains. Vor allem, da Herr Bremer ja nicht nur als Journalist tätig ist."

GoMoPa.net: Wie meinen Sie das?

Otmar Knoll: "Das ist relativ einfach: Die Domain diebewertung.de ist auf Herrn Tamasi Beriaschwili registriert. Dieser ist zugleich Geschäftsführer eines Produktgebers für Kapitalanlageprodukte. Zudem war Thomas Bremer selbst im Finanzvertrieb tätig. Daher sehen wir hier eine Wettbewerbssituation, die der Grund für die Berichterstattung auf diebewertung.de sein könnte. Allerdings möchte ich mich hierzu derzeit noch nicht näher äußern, da unsere Anwälte im Moment weitere rechtliche Schritte vorbereiten."

GoMoPa.net: Sie gehen also nicht davon aus, dass andere Mitbewerber oder ehemalige Geschäftspartner dahinter stecken?

Otmar Knoll: "fairvesta beteiligt sich nicht an Spekulationen. Außerdem werden wir uns nicht zu Mitbewerbern äußern. Was die machen, ist deren Sache. Wir sind fairvesta und Marktführer in unserem Segment und können auch in diesem Jahr schon außerordentliche Erfolge vorweisen.

fairvesta belegte in diesem Jahr bereits Spitzenplätze in den Rankings des VGF und von Cash. Die Analysen von CHECK, G.U.B. und k-mi betonen die Plausibilität des Geschäftsmodells und die Stärke des Initiators ebenso wie die Wirtschaftsprüfer Testierten Leistungsbilanzen. Immobilien sind derzeit die gefragteste Anlageklasse bei Geschlossenen Fonds. Das spricht für weitere Umsatzzuwächse, was sicherlich zu weiterem Neid innerhalb der Branche führen wird."

GoMoPa.net: Herr Knoll, danke für Ihre offenen Worte. Nun denn ...

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04. Oktober 11

ERSTE MAI GmbH: Zwei Drittel der Anlegergelder verprasst


Seit Mai letzten Jahres haben mehr als 100 Anleger von der ERSTE MAI GmbH (ERSTE Mission für Autarkie & Innovation) aus Stuttgart ein 30-KW-Miniblockheizkraftwerk (BHKW) für rund 40.000 Euro (viele auf Kredit) gekauft und im voraus bezahlt. Insgesamt rund 4,5 Millionen Euro flossen so an die ERSTE MAI GmbH. Doch bis heute wurde nicht ein einziges Blockheizkraftwerk in Betrieb genommen, weil die überwiegende Mehrheit des Geldes nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft Stuttgart verprasst worden sei.

Letzten Freitag (29. Juli 2011) rückte die Staatsanwaltschaft mit Polizisten an, durchsuchte unter anderem die Büroräume in der Marienstraße 28 in Stuttgart und verhaftete die komplette Führungsriege. Nach Informationen des Finanznachrichtendienstes GoMoPa.net kamen neben dem Geschäftsführer Oliver Schwertner auch die Initiatoren und leitenden Mitarbeiter Anton Reinhofer und Ekrem Redzepagic (beide aus Meinhardt im Kreis Schwäbisch-Hall) in Untersuchungshaft. Der Vorwurf lautet: bandenmäßiger Betrug (Aktenzeichen: 162 Js 462 42/11).

Der amtierende Sprecher der Behörde, Staatsanwalt Stefan Biehl, sagte heute gegenüber GoMoPa.net: "Nach unseren Ermittlungen ging es bei der Masche um Investitionen in Blockheizkraftwerke, die angeboten wurden. Versprochen wurde eine Gewinnerwartung von 50 Prozent im Jahr. Mindestens zwei Drittel der Investitionsgelder wurden für andere Zwecke verwandt. Der Schaden für die Anleger beläuft sich nach augenblicklichen Erkenntnissen auf mindestens drei Millionen Euro. Die drei beschuldigten Männer aus der ERSTE MAI GmbH sitzen noch in Untersuchungshaft."

GoMoPa.net versuchte, jemanden bei der ERSTE MAI GmbH zu erreichen. Doch das Firmentelefon klingelte, ohne, dass jemand ranging. Bei der angegebenen Firmenhandynummer lief nur ein Anrufbeantworter. Die Fotos von drei bereits verpackten Blockheizkraftwerken mit dem Schriftzug ERSTE MAI GmbH wurden von der Website entfernt. Nicht einmal der Anwalt des inhaftierten Ex-Jugoslawen Ekrem Redzepagic, Rechtsanwalt Gerhard J. Schradi aus Stuttgart, antwortete auf eine E-Mail-Anfrage von GoMoPa.net.

Dabei hatte Schradi noch am 2. Februar 2011 dem Landgericht Stuttgart mitgeteilt: Die ERSTE MAI GmbH habe "bereits im Jahr 2010 bei der Firma Q-International Germany Ud., Niederlassung Deutschland, 22609 Hamburg, 25 BHKW erworben." Und weiter: "Die Auslieferung dieser Anlagen an ? inzwischen erworbene Stellplatzrechte steht unmittelbar bevor."

Als GoMoPa.net die ERSTE MAI GmbH in einem Artikel "ERSTE MAI GmbH: Noch geheimer als GFE Nürnberg" vom 31. Januar 2011 mit der Gesellschaft zur Förderung erneuerbarer Energien mbH (GFE) Nürnberg verglich, deren Geschäftsführung aus gleichem Grunde am 30. November 2010 verhaftet wurde, erwirkte die ERSTE MAI GmbH am 7. Februar 2011 eine einstweilige Verfügung gegen GoMoPa.net.

GoMoPa.net legte dagegen Widerspruch ein. Schließlich stritt sich die ERSTE MAI GmbH am 10. März 2011 vor dem Landgericht Stuttgart mit GoMoPa.net darüber, was GoMoPa.net schreiben dürfe und was nicht.

GoMoPa.net musste daraufhin einige Passagen im Artikel schwärzen (Geschäftszeichen der 17. Zivilkammer des Landgerichts Stuttgart: 17 O 71/11). Der anwesende ERSTE MAI GmbH-Angestellte Ekrem Redzepagic machte in der Verhandlungspause mit seinem Handy nicht nur ein Foto vom GoMoPa.net-Anwalt. Redzepagic versuchte auch noch, GoMoPa.net zu erpressen.

Der GoMoPa.net-Anwalt erinnert sich wie folgt: "Herr Redzepagic kam auf mich zu, schaute mich mit einem stechenden Blick an und drohte mir."

Redzepagic sagte dem GoMoPa.net-Anwalt: "Richten Sie Ihrem Mandanten aus, ich habe eine CD mit Informationen über ihn. Und wenn er mir noch einmal in die Quere kommt oder irgendwas gegen mich tut, werde ich die Infos gegen ihn verwenden. Wir können auch anders." Der Anwalt kommentiert: "Das war ganz eindeutig Erpressung."

Nun also sitzt Redzepagic im Gefängnis. Was auf der ominösen CD an brisanten Informationen gespeichert sein soll, ist bis heute nicht bekannt. GoMoPa.net bekam lediglich einen Hinweis, dass sich Redzepagic nach dieser Verhandlung im März und vor seiner Verhaftung im Juli im spanischen Marbella mit einem Magister Bernd Pulch (51) getroffen haben soll. Pulch stammt aus Aarbergen in Hessen und wird nach Anzeigen mehrerer Geschädigter von mindestens vier Staatsanwaltschaften (Berlin, Wiesbaden, Düsseldorf, Wien) wegen Internetstalking, Verleumdung und Erpressung gesucht.

Redzepagic soll sich mit Pulch getroffen haben, um zu besprechen, wie man gemeinsam GoMoPa.net mundtot machen könne.

Pulch ist vermutlich in Wien untergetaucht und verleumdet seit Monaten beinahe täglich auf anonymen Seiten mit beispiellosen Hasstiraden GoMoPa.net.

GoMoPa.net hatte die Geschäftspraktiken von Pulch aufgedeckt und somit weitere Opfer gewarnt. Pulch gibt gegenüber Fondsgesellschaften vor, ein Journalist und Verleger zu sein. Zuerst bietet er ein harmloses, kostenloses Interview an. Anschließend sollen die Gesellschaften aber für den Artikel bezahlen. Wer nicht zahlt, wird mit einer Lügenkampagne überzogen. Mit dieser Qualifikation war Pulch offenbar genau der Richtige für Ekrem Redzepagic.

Wie viel Vermögen die Staatsanwaltschaft Stuttgart bei der Razzia Ende vergangener Woche beschlagnahmen konnte, steht noch nicht fest. Staatsanwalt Biehl zu GoMoPa.net: "Das ist alles noch zu früh."

Glück hatten auf jeden Fall die BHKW-Käufer, die sich ihr Geld noch rechtzeitig per Gerichtsbeschluss gesichert hatten. Rechtsanwalt Guido Busko aus Augsburg berichtete letzten Monat:

Zitat:


Zwangsvollstreckung gegen Erste Mai GmbH erfolgreich, (19. Juli 2011)

Im Rahmen der eingeleiteten Zwangsvollstreckung, welche für Geschädigte durchgeführt wurde, konnten Vermögenswerte der Erste Mai GmbH gepfändet werden.

Landgericht Stuttgart erlässt Arrestbefehl gegen Erste Mai GmbH, (18. Juli 2011)

Auf Antrag eines hier vertretenen weiteren Geschädigten hat das Landgericht Stuttgart ( Geschäftszeichen: 26 O 278/11 ) den dinglichen Arrest in Vermögensgegenstände der Erste Mai GmbH ausgesprochen. Das Gericht hat hier insbesondere angegeben, dass der Geschädigte, welcher den seiner Zahlung zugrundeliegenden Vertrag angefochten hat, den Anfechtungsgrund der arglistigen Täuschung glaubhaft machen konnte.


Die ERSTE MAI GmbH spielte auf Zeit

Anwalt Busko deckte weiter auf, dass die Anleger wohl mit einem Trick hingehalten worden sind. Die Anleger sollten nämlich nach Recherchen des Anwalts die Kaufverträge mit der ERSTEN MAI GmbH aufkündigen und sich verpflichten, das Geld auf eine zu gründende Kommanditgesellschaft zu übertragen, die von einer ZWEITE MAI GmbH am gleichen Ort betrieben werden soll. Diese ZWEITE MAI GmbH wurde dann am 27. Dezember 2010 in Eurokraftwerk GmbH umbenannt. Mit gleicher Adresse, Telefonnummer, Faxnummer, E-Mail-Adresse und gleichem Geschäftsführer Oliver Schwertner wie die ERSTE MAI GmbH. Bei dieser Gesellschaft musste man nicht ein Minikraftwerk komplett kaufen, sondern konnte sich schon ab 10.000 Euro Mindesteinlage an einer Kraft-Wärme-Kopplungsanlage (KWK) beteiligen.

Busko schätzte ein: "Es drängt sich der Verdacht auf, dass diese Änderung des Geschäftskonzepts dazu dienen soll, angebliche Stellplätze von angeblichen KWK-Anlage den einzelnen Käufern nicht bekannt geben zu müssen und so möglicherweise gar nicht existente Anlagen verkaufen zu können."

Als die ersten Anleger ihr Geld zurückverlangten, aber nicht bekamen, erstritt Busko nach eigenen Angaben mit der ERSTE MAI GmbH im Frühjahr 2011 etliche Vergleiche. Doch auch hier spielte die ERSTE MAI GmbH auf Zeit. Die Rückzahlungen erfolgten nicht zu den Terminen, wie sie in den Vergleichen vereinbart worden waren, sondern erst eineinhalb Wochen später, nachdem Rechtsanwalt Busko mit einer Strafanzeige gedroht hatte.

In einigen Fällen habe die ERSTE MAI GmbH zunächst eine Rückzahlung zugesagt und hier sogar angeblich bereits erteilte Überweisungsaufträge vorgelegt, so Busko weiter. Ein Zahlungseingang erfolgte jedoch nicht.

Busko erwirkte daraufhin erste Vollstreckungstitel gegen die ERSTE MAI GmbH und musste schließlich zum äußersten Mittel greifen: dem dinglichen Arrest.

ERSTE MAI GmbH und GFE Nürnberg sind nur die Spitze des Eisbergs

Die Rechtsanwälte der Kanzlei Dr. Schulte & Partner Rechtsanwälte mit Sitz in Berlin Charlottenburg und München hatten im Zusammenhang mit der Kapitalanlage in Blockheizkraftwerke und andere "grüne Anlageprodukte" bereits vor dieser Entwicklung vor einer Investition in die ERSTE MAI GmbH gewarnt. "Die Parallelen zu den Entwicklungen bei der GFE mbH waren bereits offensichtlich. Dabei sind diese beiden Fälle längst nicht die einzigen. Es zeigt sich immer mehr, dass hier nur die sprichwörtliche Spitze des Eisbergs zu sehen ist und dass das Dicke Ende erst noch kommt", warnt Rechtsanwalt Dr. Thomas Schulte gegenüber GoMoPa.net.

Schulte weiter: "Die Vorgehensweisen sind dabei stets gleich. Die Anleger werden mit völlig überzogenen Renditen und dem moralischen Appell für die Umwelt geködert. Oft zeigt sich schon schnell nach der Investition, dass die versprochenen Renditen nicht erwirtschaftet werden können. Nicht selten läuft das vermeintliche Geschäftsprojekt gar nicht erst an, und die Anleger hören nach der Zahlung ihrer Investition erst wieder etwas von der Gesellschaft, wenn das Aus vor der Tür steht."

Vorsicht vor RWI Real Wert Invest GmbH, der TIV Trendinvest GmbH oder der Quadrosol AG

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen sei daher bei der Investition in Blockheizkraftwerke (so genannte BHKW), Wind- und Solarparks, Umweltfonds und so weiter zu größter Vorsicht zu raten. Dabei stünden den Anwälten der Kanzlei Dr. Schulte und Partner Informationen zur Verfügung, aufgrund denen zumindest von Investitionen bei der RWI Real Wert Invest GmbH, der TIV Trendinvest GmbH oder der Quadrosol AG abzuraten sei.

Um die ersparten Gelder nicht vollständig in vermeintlichen Umweltanlagen zu verbrennen, wir empfohlen, vor dem Abschluss einer solchen Kapitalanlage das Konzept von einem im Bank- und Kapitalmarktrecht erfahrenen Rechtsanwalt auf dessen Seriosität hin prüfen zu lassen.

Sofern bereits Gelder in grüne Kapitalanlagemodelle (Umweltfonds, BHKWs) investiert wurden, sollte so schnell wie möglich ein im Bank- und Kapitalmarktrecht erfahrener Anwalt aufgesucht werden, um gegebenenfalls schnellstmöglich die investierten Gelder zu sichern oder gleich zurückzufordern.

GoMoPa.net: Herr Busko, Herr Dr. Schulte, wir danken für die Informationen.

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05. Oktober 10

Auf Volkssolidarität rollt Millionen-Klagewelle zu


Mit dem Rentnerehepaar Manfred (75) und Karin Krause (68) aus Güstrow hatte die Volkssolidarität vor dem Landgericht Rostock am 27. August 2010 noch ein leichtes Spiel, deren Ansprüche von 8.000 Euro waren verjährt. Doch nun rollt auf die Wohlfahrtsorganisation eine Welle von 30 Musterverfahren stellvertretend für die über 250 Mitglieder des Interessenverbandes der Geschädigten der Volkssolidarität Geldanlagen (IVG) zu.

Diesmal geht es um Mitwisserschaft an einem Schneeballsystem. Und dafür gibt es keine Verjährung. Insgesamt hatten in die Immobilien-Fonds der Volkssolidarität 1.400 zumeist ältere Leute rund sieben Millionen Euro eingezahlt. Die Fonds gingen im letzten Jahr pleite.

Im Alleingang hatten die beiden Güstrower Rentner versucht, von der Volkssolidarität 8.000 Euro Schadenersatz zu erhalten, weil sie im März 1998 rund 5.000 Euro als stille Beteiligung an einem Seniorenwohnprojekt der Volkssolidarität-Sozial-Immobiliengesellschaft mbH (VSI) in Teterow eingezahlt hatten. Ihnen wurden neben einer guten Rendite von 4,5 Prozent bevorzugt Plätze in Senioren-Wohnanlagen und Altersheimen angeboten. Die Richter schmetterten die Klage ab. Bei Prospektfehlern betrage die Haftung nur drei Jahre.

Davon lassen sich die anderen Anleger nicht entmutigen. Ein am 29. April 2010 in Rostock gegründeter Interessenverband der Geschädigten von Volkssolidarität Geldanlagen (IVG), einer Initiative der Neuen Verbraucherzentrale von Mecklenburg-Vorpommern, hat seine Recherchen beendet.

Jürgen Fischer, NVZMV<br /> © NDR
Jürgen Fischer, NVZMV
© NDR
Das Ergebnis fasste der Vorstandsvorsitzende der Neuen Verbraucherzentrale MV, Jürgen Fischer, gegenüber dem Fernsehsender NDR wie folgt zusammen: "Hier wurden Fonds aufgelegt, die zu einem bestimmten Zeitpunkt keine rentablen Fonds mehr waren und erkennbar für Insider ein Schneeballsystem. Alle, die ab diesem Zeitpunkt angelegt haben, haben gute Chancen, ihr Geld zurückzubekommen."



Resch Rechtsanwälte haben 30 Musterverfahren vorbereitet

Deutschlands älteste Anlegerschutzkanzlei, Resch Rechtsanwälte aus Berlin (24 Anwälte, 60 Mitarbeiter), geht für die IVG in die Offensive und fordert jetzt die Volkssolidarität zur Anerkennung und zum Ausgleich des Schadens in zunächst rund dreißig Musterfällen auf. "Wenn nicht binnen eines Monats eine gütliche Einigung erzielt werden kann, werden Klagen eingereicht", sagte Jochen Resch dem Finanznachrichtendienst GoMoPa.net.

GoMoPa.net: "Wie begründen Sie Ihre in Aussicht gestellten Klagen?

Jochen Resch: "Dem Volkssolidarität Bundesverband und dem Landesverband von Mecklenburg-Vorpommern werden vorgeworfen, trotz Kenntnis der skandalösen Vorgänge um die Volkssolidarität-Sozialimmobilienfonds die Nutzung des Namens Volkssolidarität und ihres allseits bekannten rot-grünen Logos geduldet zu haben.

Im Vertrauen darauf hatten über 1.400 meist ältere Anleger ihre Ersparnisse in die Volkssolidarität Immobilienfonds eingezahlt. Die Kreisverbände von Mecklenburg-Mitte und von Bad Doberan/Rostock Land haften als Vertriebspartner der Fondsgesellschaften für die Falschberatung der Anleger.

Die beiden Kreisverbände hatten die Volkssolidarität Sozial-Immobiliengesellschaft mbH und später die Volkssolidarität Sozialimmobilienfonds GmbH & Co. KG gegründet. Es gab zahlreiche personelle Verflechtungen auf Kreis- und Landesverbandsebene bis in den Bundesverband hinein.

Gelockt wurden die Anleger mit hohen Zinsen und einer sicheren Anlage. Den Anlegern war dabei nicht bewusst, dass sie eine unternehmerische Beteiligung mit dem Risiko des Totalverlustes abgeschlossen hatten.

Im Herbst 2009 gingen die Volkssolidarität Sozialimmobilienfonds in Insolvenz. Die Chancen, dass sie das eingezahlte Geld aus der Insolvenzmasse zurückerhalten, sind nahezu ausgeschlossen.

So bleibt den Anlegern nur die Chance, ihre Ansprüche gegenüber den verantwortlichen Verbänden der Volkssolidarität durchzusetzen."

Die Volkssolidarität versucht jedoch, die Schuld allein auf die Ex-Manager der Fonds abzuwälzen, gegen die die Rostocker Staatsanwaltschaft ermittelt. Diese wirft den Managern Anlagebetrug und Insolvenzverschleppung vor.

Volkssolidarität sieht sich als Opfer skrupelloser Manager

Volkssolidarität-<br />Landesvorstand<br /> Reinholt Subotka © NDR
Volkssolidarität-
Landesvorstand
Reinholt Subotka © NDR
Reinholt Subotka, Landesvorstand Volkssolidarität Mecklenburg-Vorpommern, sieht sich selbst als Opfer. Er sagte dem NDR: "Das ist keine Sternstunde der Volkssolidarität insgesamt, weil ihr durch die Machenschaften einiger weniger von zwei Kreisvorständen großer Schaden, insbesondere Imageschaden, zugefügt wurde."

Gegenüber der Nachrichtenagentur DPA sagte Subotka: ?Wir erwarten, dass mit der ganzen Härte des Gesetzes verurteilt wird.? Eine Möglichkeit zur Entschädigung der Opfer sehe er aber nicht, die Volkssolidarität finanziere sich aus Mitgliedsbeiträgen und den Ergebnissen ihrer sozialen Arbeit. Diese Gelder müssten für soziale Zwecke wieder eingesetzt werden.

Doch die Kreisvorstände sollen seit 2002 Bescheid gewusst haben

Die Verbraucherschützer müssen also nachweisen, dass die Kreisvorstände der Volkssolidarität in Mecklenburg-Mitte und Rostock-Land/Bad Doberan von dem Schneeballsystem wussten. Recherchen des NDR-Nordmagazins haben ergeben, dass die Landesspitze des Wohlfahrtsverbandes früher als bislang zugegeben von den riskanten Geschäften wusste.

Bereits im Jahr 2002 sei auf einer Bundesversammlung der Volkssolidarität ein Strategie-Papier diskutiert worden, das vorsah, Fonds zur Entwicklung und Realisierung von Immobilien für soziale Einrichtungen zu nutzen. Am Tisch saßen damals auch Mitglieder des Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern.

Der Chef der Neuen Verbraucherzentrale, Jürgen Fischer, sagte, der Landesverband müsse zumindest stillschweigend akzeptiert haben, dass mit teils riskanten Anlage-Produkten frisches Geld für Projekte eingesammelt werden sollte. "Wir sind uns sicher, dass das eine klare Methode war - kein Betriebsunfall", urteilt Fischer.

Wenn das zutrifft, sei der Beschluss der Delegiertenversammlung laut Oberstaatsanwalt Lückemann eine Beihilfe zu Kapitalanlagebetrug und Konkursverschleppung.

Axel Drückler von der NeuenVerbraucherzentrale MV: "Wir wollen die Volkssolidarität zur Verantwortung ziehen." Es sei komplett unglaubwürdig, dass der Landesverband von den finanziellen Schwierigkeiten der beiden Gesellschaften nichts gewusst haben wolle. "Die Volkssolidarität hätte untersagen müssen, dass die Gesellschaften mit ihrem Namen hausieren gehen. Jetzt müssen sie auch mit ihrem Vermögen für den Verlust einstehen", sagte Drückler.

Und weiter: "Die Zahlungsströme waren jedoch extrem undurchsichtig, und das Geld wurde teilweise in völlig sachfremde Anlagen investiert. So gab es beispielsweise ein Darlehen für einen Zirkus. Die Volkssolidarität hätte untersagen müssen, dass die Gesellschaften mit ihrem Namen hausieren gehen. Jetzt müssen sie auch mit ihrem Vermögen für den Verlust einstehen."

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02. Oktober 09

Banderole für die Pressefreiheit


Ausgerechnet eine Bank, die von deutschen Bürgern mit Milliarden Euro aus den Miesen geholt wurde, schränkt obendrein noch die Bürgerrechte ein. Mit einer unvergleichlichen Selbstverständlichkeit entschied die Bank vor kurzem, was über sie geschrieben werden durfte und was nicht.

Am 16. September 2009 genügte wohl ein Anruf des Geldhauses bei Deutschlands größter Presseagentur, der DPA, - und die Meldung über einen Skandal war gelöscht. Keine Zeitung, kein Radio- oder Fernsehsender sollte erfahren, dass das deutsche Geldhaus von einem Internet-Kriminellen gehackt wurde.

Die Bank mit Sitz in Frankfurt am Main und 15 Millionen Privatkunden war zum Glück für die Kunden nicht das eigentliche Ziel des Angriffs. Der Hacker wollte sich nur der Kraft des hochwertigen Bankrechners bemächtigen, um damit auf das Internetportal des New Yorker Finanznachrichtendienstes www.GoMoPa.net zu schießen. Der Kriminelle installierte auf dem Bankrechner einen Trojaner. Auf Knopfdruck schoss der Bankrechner Massen-Müll-Anfragen (DDoS-Attacken) auf die Webseite von GoMoPa ab.

GoMoPa war deshalb seit dem 1. September 2009 nicht mehr zu erreichen. GoMoPa informierte nach zwei Wochen Dauerattacken den Sicherheits-Chef der Bank und teilte ihm die IP-Adresse mit, von der die Angriffe ausgingen. Der Sicherheits-Chef teilte GoMoPa mit, dass die genannte IP-Adresse zur Bank gehöre und dass er alle 40.000 Rechner der Bank überprüfen lassen werde. Die Auswertung dauere allerdings ein paar Tage.

GoMoPa entschied sich für eine OTS-(Original-Text-Service)-Meldung, Inhalt: Im Zusammenhang mit einem Internetangriff auf GoMoPa wurde ein Bankrechner in Deutschland missbraucht, die Banktechniker suchen den Fehler. Die Tochter der Deutschen Presseagentur (DPA) verbreitete die Meldung am Nachmittag des 16. September 2009 in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Viele Medien veröffentlichten den Sachverhalt sofort auf ihren Internet-Seiten.

Die Bank drohte allen

Doch kaum hatte die Bankzentrale die Meldung auf dem Tisch, riefen die Banker bei GoMoPa an, GoMoPa sollte die Meldung zurückziehen. Man wolle als Bank nicht im Zusammenhang mit Internet-Terrorismus genannt werden. GoMoPa zog die Meldung selbstverständlich nicht zurück, schließlich war es die Wahrheit. Allerdings rief die Bank daraufhin bei allen Medien an, die die Nachricht veröffentlicht hatten, und drohte den Medien Maßnahmen von der Bank-Rechtsabteilung an. Welches Medium legt sich mit einem Geldhaus an? Die DPA-Tochter und viele andere Medien löschten die Meldung. Darunter auch Zeitungen, die in ihren Titeln das Wort "Freie", "Freier" oder "unabhängig" verwendeten.

Redakteure verschiedener Medien riefen bei GoMoPa an und entschuldigten sich, sie seien zu klein oder wollten einfach keinen Streit mit einer Bank. Aber man hoffe, so der Grundtenor der Journalisten, dass die Wahrheit dennoch ans Licht gelange. Viele warteten auf den Spiegel aus Hamburg, der als Meinungs-Flaggschiff in Deutschland gilt. Doch auch der blieb stumm.

Die DPA schrieb GoMoPa einen Brief. Inhalt: Da Sie Ihren Sitz und Rechtsstand im Ausland haben und es Beschwerden über Ihre Meldungen gab, verbreiten wir die Meldungen nicht mehr. Die DPA wird von einem Pool deutscher Zeitungen bezahlt. Hauptzahler ist die Axel Springer AG aus Berlin (Bild, Welt, Morgenpost, BZ, Euro am Sonntag, Finanzen.net). Ein Geldhaus schaltet nicht nur Anzeigen bei den Zeitungs-Verlagen, es sitzt in vielen Aufsichtsräten, hat die Verlage als Kunden und entscheidet auch über Kredite. Da könnte natürlich ein Anruf genügen.

Verleger müssen hart kalkulieren: Freiheit oder Geld

Aber nicht nur Banken entscheiden in Deutschland über die Pressefreiheit. Jeder, der Geld hat, kann in Deutschland praktisch jede Zeitung zum Schweigen bringen. Wer allerdings nicht ganz so hoch in der deutschen Machthierarchie steht, der setzt Anwälte ein. Meist gewinnen diese schon im Vorfeld. Denn hinter den Redakteuren müssen Verlagskaufleute hart kalkulieren: Bringt uns eine Schlagzeile so viel mehr Auflage und damit höhere Anzeigenpreise und mehr Werbekunden ein, dass es sich lohnt, gegen Unterlassungsklagen mit Streitwerten von 250.000 Euro zu kämpfen?

Die springereigene Euro am Sonntag und auch die Financial Times Deutschland der Gruner + Jahr AG & Co KG aus Hamburg knickten Anfang August vor den Drohschreiben des Gütersloher Dubai-Fonds-Emissionshauses Alternative Capital Invest (ACI) ein. Zwar versicherten sich die Chefredakteure bei GoMoPa, dass die von GoMoPa gelieferten Recherche-Ergebnisse über die ACI und deren Chefs, Uwe Lohmann (64) und dessen Sohn Robin (34), aus erstklassigen Quellen stammen und vor Gericht beweisbar sind, aber dennoch wolle man einem finanziellen Risiko aus dem Weg gehen und löschte bereits online veröffentliche Meldungen kommentarlos.

ACI verklärte Löschungen als Wahrheitssieg

Die ACI feierte die Löschungen und schrieb in einer Pressemitteilung wörtlich: "Darüber hinaus wurde über Herrn Robin Lohmann weiter behauptet (ursprünglich in GoMoPa veröffentlicht und anschließend unter anderem in der Financial Times und Euro am Sonntag von dort übernommen), er habe einen Privatjet für 17 Millionen Euro sowie 6 Bentleys bestellt. Zudem hätten die Lohmanns in Panama eine neue Identität beantragt. Sämtliche Äußerungen sind frei erfunden. Die beiden letztgenannten Medien, Financial Times und Euro am Sonntag, haben hinsichtlich dieser Äußerungen strafbewehrte Unterlassungserklärungen abgegeben beziehungsweise ihnen wurde diese Äußerung durch einstweilige gerichtliche Verfügung verboten."

Keine Stellungnahme von Euro am Sonntag und Financial Times

GoMoPa schrieb beide Zeitungen an und bat um eine Stellungnahme. Die Zeitungen zogen es vor zu schweigen. GoMoPa veröffentlicht weiterhin die Wahrheit über die ACI. Die ACI reagierte mit einer Schmähkritik auf der Firmen-Internetseite. GoMoPa ging rechtlich dagegen vor und gewann. Die ACI nahm die Verunglimpfung aus dem Netz und zahlte die Kosten für den GoMoPa-Anwalt: 1.500 Euro. Der Inhalt der GoMoPa-Meldungen war nie strittig.

Störende Pressefreiheit: Hypo Real Estate

Kommentator Hans-Jürgen Jakobs schrieb am 2. Juni 2009 in der Süddeutschen Zeitung über die außerordentliche Hauptversammlung an diesem Tag der Skandalbank Hypo Real Estate in München, bei der die Presse ausgesperrt wurde:

"Die Fast-Pleitebank Hypo Real Estate überlebte nur, weil der Staat Milliarden zuschoss - doch Fernsehbilder soll es von der außerordentlichen Hauptversammlung nicht geben.

Die Hypo Real Estate ist eine besondere Bank. Vor einem Jahr noch war sie weithin unbekannt, inzwischen ist sie ein Synonym für Fehlsteuerungen im Finanzmarkt. Weil sie aber als "systemisch" gilt, eine Pleite andere Banken und Betriebe nach unten reißen würde, steigt der Staat ein und gewährt Bürgschaften von mehr als 100 Milliarden Euro.

Es handelt sich also um eine durch und durch öffentliche Bank, die sich doch den Luxus leistet, auf der außerordentlichen Hauptversammlung an diesem Dienstag (2. Juni 2009) die elektronischen Medien auszusperren. Es wird in Bild und Ton nichts geben: nicht einmal, wie sonst, Mitschnitte der offiziellen Reden. Die Pressefreiheit verschwindet pikanterweise an einem Tag, an dem die Tagesordnung nur einen Punkt hat: die Übernahme von 90 Prozent der Aktien durch den staatlichen Rettungsfonds Soffin.

Offenbar könnten Bilder von wütenden Aktionären im Saal stören. Die Anleger des aus dem Reich der Hypo-Vereinsbank hervorgegangenen Immobilienfinanzierers haben eine lange Leidenszeit hinter sich. Womöglich soll nicht mittels Krawall-Impressionen der Eindruck vermittelt werden, die Steuerzahler müssten für eine windige Sache geradestehen. Am Ende fliegen noch Schuhe aufs Pult! Der Boykott der Presse ist angesichts dieser wichtigen öffentlichen Angelegenheit ein gedanklicher Irrläufer. Zu Recht protestieren ausgesperrte Fernsehsender.

Die restriktive Politik börsennotierter Unternehmen hat Tradition. 2004 erhielt der damalige Aufsichtsratschef der Hypo-Vereinsbank deshalb stellvertretend den Anti-Medienpreis Verschlossene Auster. Gelernt haben die Nachfolger nichts - und das im neuen Staatskapitalismus deutscher Art."

Diese Vorgehensweise hat auch die ACI für ihre Anlegerversammlung in der Gütersloher Stadthalle gewählt. Anlegerschutzanwälte und Journalisten waren nicht zugelassen. Die Polizei machte Ausweiskontrollen und sperrte die Stadthalle für Nichtanleger ab. Aus Angst vor GoMoPa und seinem Netzwerk von Anwälten, wie man der Presse erzählte - dazu ist sie wohl noch gut genug, die Pressefreiheit.




 

01. Oktober 08

Die Bankenwelt als angeschlagener Boxer

wwDie Bankenwelt gleicht momentan einem angeschlagenen Boxer kurz vor dem K.o. - und die nächste Krise steht schon vor der Tür. Genauso fahrlässig wie bei den Immobilienkrediten vergaben US-Banken Kredite auf Kreditkarten. In den USA ist es normal, dass das alltägliche Leben auf Pump finanziert wird. Und am einfachsten geht das mit einer Kreditkarte. Das funktioniert wie ein Bankdarlehen, aber das Geld ist noch einfacher zu bekommen.

Auf 900 Milliarden Dollar belaufen sich die Kreditkartenschulden der US-Bevölkerung. Das Volumen der Anlageprodukte, die auf Forderungen aus US-Kreditkarten basieren, beträgt rund 450 Milliarden Dollar. Platzen diese Kredite, die diesen Papieren zugrunde liegen, startet die nächste Kettenreaktion. Aktuell gelten bereits 25 Mrd. Dollar als faul. Das Geld kann von den bonitätsschwachen Kreditkarten-Besitzern niemals zurückgezahlt werden.

Die faulen Kreditkarten-Schulden werden die 100-Mrd. Grenze erreichen ? und das ist noch immer nicht alles! Auch US-Autokredite wurden den Bürgern nachgeworfen und gebündelt als ?Wertanlagen? verkauft. Noch weiß niemand wie diese bezahlt werden sollen! Raffgier von Banken und Kapital sowie die grenzenlose Naivität der Politiker, all das ergibt eine Situation ? die im größten Wirtschaftschaos der Geschichte enden könnte!

 

User - Stimmen
"Klasse! Wird gut und einfach erklärt."

"Seit 6 Jahren bin ich auch Mitglied und wurde schon vor mancher Dummheit bewahrt."

"Fazit: Wenn es Gomopa nicht gebe, es müsste erfunden werden!"

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