GoMoPa: Themen-des-Monats
Sie sind noch kein Mitglied auf GoMoPa? Jetzt registrieren!
22. September 2017
365 User online, 50.476 Mitglieder
Scoredex anfordern!
Scoredex anfordern!
Vergleich der Leistungen
Registrieren
GoMoPa® - Wahl



Ihr Thema nicht dabei?
» Thema vorschlagen
GoMoPa® Affiliates
Presse-Echo
GoMoPa® Mastercard Gold


Jetzt sämtliche Vorteile der GoMoPa® Mastercard Gold geniessen! » Hier beantragen
Jan   Feb   Mär   Apr   Mai   Jun   Jul   Aug   Sep   Okt   Nov   Dez  

 

02. November 16, 01:00:00

German Pellets GmbH - die Wiederauferstehung des Peter Leibold mit Global Wood Service GmbH


ConventGerman Pellets Gründer Peter Leibold (60) aus Wismar in Mecklenburg-Vorpommern Der Wismarer Brennstoffhersteller German Pellets GmbH von Peter Horst Leibold (60) ist tot. Obwohl sich German Pellets "in einer Größenordnung von rund 237,5 Millionen Euro über Anleihen und Genussscheine finanziert" hat, so der Bericht der Insolvenzverwalterin Bettina Schmudde vom 26. September 2016. Bereits am 2. Mai 2016 hatte sie dem Amtsgericht Schwerin die Masseunzulänglichkeit melden müssen. Das heißt, Leibold kann nicht mal mehr die Insolvenzgerichtskosten bezahlen.

Gleichzeitig fliegt Leibold laut Gertrud Hussla vom Handelsblatt mit seinem Privatflugzeug durch Europa (Leipzig, Maastricht, Wien) umher und ist als Pellets-Unternehmer wieder auferstanden.

Gertrud Hussla schrieb:

Zitat:


Der Mann, der mit Holzpellets Hunderte Millionen verheizt hat, ist unbeirrt von allen Vorwürfen inzwischen wieder in derselben Branche aktiv: als Geschäftsführer der in Leipzig angemeldeten US Wood Service GmbH.

Das Unternehmen handelt laut Registerdaten mit Holzbrennstoffen. Per Stellenanzeige wird eine Kraft als Assistenz der Geschäftsführung gesucht. Oberste Aufgabe: Unterstützung des Geschäftsführers im internationalen Tagesgeschäft.


Gemeint ist die am 9. März 2016 gegründete Global Wood Service GmbH aus der Fuggerstraße 1A in Leipzig. Sie gehört zu 100 Prozent Leibolds Tochter Kathrin Wiedmer (34). Und zwar über deren Mitteldeutsche Pellets Vertrieb GmbH, die am 8. Dezember 2015 ebenfalls in der Fuggerstraße 1A gegründet wurde.

Diese neue Vertriebsgesellschaft übernahm laut einem gemeinsamen Brief von Leibold und seiner Tochter ab 14. Dezember 2015 den Vertrieb dreier Holzpellets-Werke, die bis dato von einer inzwischen aufgelösten Woodox Management GmbH an selber Stelle in Leipzig abgerechnet worden waren. (Siehe hier)

Es handelt sich bei den Werken um die drei Woodox-Werke Sachsen GmbH (Löbau), Sachsen-Anhalt Nord GmbH (Oranienbaum) und Sachsen-Anhalt Süd GmbH (Osterfeld). Sie gehören nicht zu German Pellets, doch das Unternehmen durfte die Werke betreiben und Woodox den Vertrieb steuern. Während die Woodox-Werke weiter produzieren, stand die Produktion in German Pellets eigenen Werken zuletzt still, schrieb Annina Reimann von der Wirtschaftswoche.

Doch Ostdeutschland ist für Leibold wohl eher nur ein Nebenschauplatz. Laut Handelsblatt versuchte Leibold, in den USA ein noch viel größeres Rad in Schwung zu bringen. Mithilfe des deutschen Anlegergelds habe der Gründer eine riesige Pelletsproduktion aufziehen wollen. Die US-Werke in Texas und Louisiana seien aber inzwischen ebenfalls in Schieflage und befinden sich im Gläubigerschutzverfahren nach dem so genannten "Chapter 11".

Aber nicht nur deshalb haben die 17.000 deutschen Anleger, die um 270 Millionen Euro bangen, kaum eine Chance, Geld aus den USA zurückzuholen. Wie die engagierte Insolvenzverwalterin Bettina Schmudde herausfand, soll Leibold mit einer abenteuerlichen Konstruktion dafür gesorgt haben, dass mit dem Geld der deutschen Anleger die USA-Produktion zwar angekurbelt wurde, aber ohne, dass die Anleger an den Werken beteiligt sein würden. Endnutznießer soll eine Stiftung sein, die Familienmitglieder Leibolds begünstigen würde.

Der Düsseldorfer Branchendienst kapital-markt intern nennt es einen "Verschiebebahnhof" und eine "'kreative' Umleitung des Anleihekapitals in eine private Stiftung, die der Familie Leibold zugerechnet wird" und schreibt:

Zitat:


Laut Insolvenzverwalterbericht war der Knackpunkt dabei folgender: German Pellets als Anleiheemittentin hatte nur eine 51%ige Beteiligung an der German Pellets Holding USA, Inc., die über zwei Tochtergesellschaften jedoch nur Werkunternehmerin der Pelletwerke in Texas und Louisiana war. Die Pelletwerke selber stehen jedoch nicht in deren Eigentum, sondern befinden sich mittelbar im Vermögen der Pele Privatstiftung, deren Begünstigte die Mitglieder der Familie Leibold sein sollen.

Die Emittentin, in die die Anleiheinvestoren ihr Geld gesteckt haben, "trägt somit in erheblichem Umfang die wirtschaftlichen Risiken der in den USA angesiedelten Gesellschaften, ohne dass sie an diesen unmittelbar beteiligt ist oder über Gewinnabführungsverträge an dem wirtschaftlichen Erfolg der Gesellschaften partizipiert", so der Bericht.


Die Staatsanwaltschaft Rostock ermittelt zwar seit 2012 gegen German Pellets Gründer Leibold, wie GoMoPa.net berichtete, unter anderem wegen des Verdachts der Insolvenzverschleppung und des Bankrotts, aber bislang konnte sie "keine belastbaren Ergebnisse" finden, wie jetzt das Handelsblatt schrieb. Ein eigens beauftragter Gutachter sei noch immer dabei, den exakten Zeitpunkt der Zahlungsunfähigkeit zu bestimmen, erklärte ein Sprecher der Behörde. Bisher gebe es nur Vermutungen aber keine belastbaren Ergebnisse. Peter Leibold war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Eine schriftliche Anfrage des Handelsblattes ließ er unbeantwortet. Nun denn...

Pressemeldungen zum Thema
» German Pellets GmbH: Eigeninsolvenz abgelehnt - Insolvenz angeordne
» German Pellets GmbH: Fragwürdige Aufwertung der 52-Millionen-Anleihe
» Anleihentausch bei German Pellets: Chance oder Risiko?

Beiträge zum Thema
» Eilmeldung: German Pellets hat Insolvenz angemeldet
» German Pellets GmbH: Anleihe mit Rendite von über sieben Prozent
» Gläubigerversammlung bei German Pellets am 10.02.2016
» German Pellets GmbH - Anleihe mit Rendite von über sieben Prozent
» Etikettenschwindel mit Mittelstand
» Waldbesitzer sind die Ölscheichs von morgen

Kategorien zum Thema
» Beteiligungen
» Kommentare & Meinungen
» Rohstoffe » Wirtschaft

» Mehr

 

01. November 15, 01:00:00

procontra betrügt die eigenen Leser


Conventprocontra-Vize-Chefredakteur Robert Krüger Kassissa (40) aus Berlin Den studierten Soziologen Robert Krüger Kassissa (40) könnte man sich gut am Schreibtisch einer Behörde vorstellen: Ein neues Formular hier, eine neue Gesetzesvorlage da, Verpassen Sie bloß nicht diesen Termin. So jedenfalls informiert Robert Krüger Kassissa als stellvertretender Chefredakteur die Leser der Marketingpostille procontra aus Berlin Mitte tagein, tagaus.

Frei nach dem Beamten-Klischee: Bloß nicht zu viel bewegen und etwa eine eigene Story recherchieren. Andere zitieren und ein bisschen seinen Senf dazugeben, das eckt nirgendwo an und hält die Kunden des Hamburger Alsterspree Verlages, dem procontra gehört, bei Laune.

Denn um Auflagezahlen muss sich niemand in der Chefredaktion von procontra, die sich als Finanzzeitschrift vorstellt, wirklich sorgen. Der im Jahr 2008 gegründete Verlag konzentriert sich insbesondere auch auf Corporate Publishing (journalistische Unternehmenskommunikation).

Wurde man auf diese Weise erst einmal für einen großen Maklerpool auf Messen tätig, fallen die Berichte in der hauseigenen Zeitschrift nicht nur seicht und fröhlich aus, der Maklerpool reicht natürlich die Berichte in einem Zuge an alle, in einem Fall gar an 27.000 angeschlossene Vermittler weiter.

Auf diese Weise schaffte es das vergleichsweise junge Magazin procontra, sogar die BGH-Pflichtlektüre für Finanzvermittler, nämlich das Handelsblatt online, in der Reichweite zu überholen, was man in den Mediadaten nachlesen kann.

In der Eigendarstellung sieht sich procontra als ein unabhängiges Medium. Im Newsletter Anhang bekommt der Leser mitgeteilt:

Zitat:


procontra spricht Berater, Makler und Vermittler der Finanz- und Versicherungswirtschaft an. Ziel ist es, Trends, Entwicklungen, Produkte und Märkte der Branche kontrovers, analytisch und journalistisch fundiert aufzubereiten.

Die Leser nutzen procontra als Informationsquelle und Begleiter für ihre tägliche Beratungsarbeit.

Die unabhängige Berichterstattung ermöglicht den Lesern einen vertrauenswürdigen Blick auf Stimmungen, Meinungen und Produkte des Finanzdienstleistungsmarktes.


Journalistisch fundierte unabhängige Berichterstattung. Mit dem Vermelden von Vorlagen, Terminen, Änderungen von Provisionsmodellen und dem Zeigen schöner Bilder auf Messeveranstaltungen setzt man sich nicht der Gefahr aus, dass sich der wahre Charakter der Zeitschrift als Vertriebs- und Marketinginstrument entblößt.

Doch es gibt Momente, da kann der studierte Soziologe und Psychologe Krüger Kassissa auch Zähne zeigen. Das passiert nämlich besonders dann, wenn jemand das Wohlbefinden eines Alsterspree-Verlagskunden stört und die angeschlossenen Vermittler möglicherweise Unschönes über den Kunden erfahren könnten.

Da reichen schon ein paar kritische Fragen an einen Kunden aus.

Und schon wird Kassissa zum Kämpfer für eine scheinbar gerechte Sache. Der sonst so joviale Krüger Kassissa rafft sich auf und gebärdet sich als Wachhund für die Kunden: Vor der Tür stehen böse Jungs, denen man nicht glauben kann, weil sie gekauft sind. So seine Botschaft.

Doch so clever es Krüger Kassissa auch anstellt, am Ende findet die Wahrheit dann doch ihren Weg und schubst ihn wieder auf seinen Vizechefsessel zurück, den er laut seinem Xing-Profil schon seit 2004 innehaben will, obwohl in jedem Newsletter von procontra im Anhang steht, dass der Alsterspree Verlag erst im Jahr 2008 gegründet wurde.

Ein eklatantes Beispiel für Betrug am eigenen Leser war procontras Angriff auf kapital-markt intern.

Krüger Kassissa raffte sich im Jahr 2012 im Auftrag eines wichtigen Alsterspree-Verlags-Kunden auf, dem kapital-markt intern zu dessen Intransparenz Fragen gestellt hatte, und ging wie eine Furie auf den Fragesteller km-i los. Krüger Kassissa gaukelte seinen Lesern vor, er wäre in der Lage, "Das System kapital-markt intern" zu erklären. Der procontra-Vize scheiterte. Wohl nicht aus Dummheit oder Faulheit, sondern weil die Gerüchte, die er verbreitete, sehr schnell zum Himmel stanken.

Obwohl sich der einzige Zeuge vor Gericht, es war der betroffene Alsterspree-Verlags-Kunde, als Blindgänger erwies, hatte Krüger Kassissa in seinem Newsletter über den altgedienten Düsseldorfer Branchenverlag kapital-markt intern einfach so herausgehauen:

Convent

Zitat:


Sie geben sich als die unabhängigen und kritischen Journalisten, doch kapital-markt intern sei käuflich und übe Druck aus.

So heißt es zumindest hinter vorgehaltener Hand. Offen sprechen will darüber keiner - aus Angst vor der Vergeltung des mächtigen Verlags.


An einer Journalistenschule, auf der Krüger Kassissa laut eigener Vita nie war, wäre das ein Paradebeispiel für Nicht-Journalismus. Der Alsterspree-Verlags-Kunde hatte allerdings nichts Eiligeres zu tun, als diesen Newsletter sofort an seine 27.000 angeschlossene Vermittler zu verteilen, bevor k-mi ein Verbot von einem Richter erwirkte.

Allerdings könnten die Leser, da sie ja bei Krüger Kassissa auf quasi halbamtliche Mitteilungen getrimmt sind, möglicherweise denken: "Da muss ja was dran sein, wenn der das sagt." Darin besteht nun wieder die Raffinesse des Systems Alsterspreeverlag mit der hauseigenen procontra.

Man traut ja einem Fast-Beamten Schreibtischhengst wie dem Krüger Kassissa eine Auftrags-Schmiererei gar nicht zu.

Und dennoch war es eine.

Der Alsterspreeverlag musste sie löschen. Der Bericht wurde am 9. August 2012 nach einer neunstündigen mündlichen Verhandlung in all seinen Kernaussagen vom Landgericht Düsseldorf verboten (Aktenzeichen 37 091/12).

Und nicht alle procontra-Leser ließen sich von Krüger Kassissa ins Box Horn jagen, etliche Leser gaben dazu kritische Kommentare ab. Procontra-Leser Eberhard Stopp merkte an:

Zitat:


Der Beitrag ist unseriös und unsachlich ... Der Artikel von Herrn Krüger erweckt eher den Eindruck, dass man hier einen unliebsamen Konkurrenten vom Markt haben möchte. Er ergießt sich in Andeutungen, ohne Konkretes zu benennen, oder gar Namen und Zeugen anzugeben. Herr Krüger Kassissa, das war ein Eigentor erster Klasse!


Lange Zeit war daraufhin Ruhe gewesen. Robert Krüger Kassissa war zur gewohnten Tagesordnung übergegangen. Ein neues Formular hier, eine Gesetzesnovelle da. Bis letzten Montag, den 19. Oktober 2015. Wieder raffte sich Robert Krüger Kassissa auf, um seinen Lesern ein neues System und wieder mit angeblich bösen Buben zu erklären.

Diesmal traf es die Schweizer Rating Agentur Scoredex.com.

Und diesmal hatte sich Krüger Kassissa etwas besser vorbereitet, so schien es jedenfalls auf den ersten Blick.

Sie ahnen es schon: Auch dieser Versuch ging schief, weil Krüger Kassissa die Wahrheit, die vor seinen Augen lag, bewusst unter den Teppich kehrte und damit seine Leser wieder einmal betrog.

Mit scheinbar hohem Anspruch kündigte der Finanzlaie in seinem Newsletter an:

Zitat:


Scoredex

Weiße Ritter oder böse Buben?

procontra schaute sich das Ratingunternehmen Scoredex mal genauer an und stieß auf einige Intransparenzen.


Es folgten drei Seiten Text, unterlegt mit eigenen Grafiken. Der erste Eindruck war glänzend. Scheinbar fleißig und mit akribischer Genauigkeit kopierte der dubiose Wirtschaftsjournalist eine Ratingkurve von Scoredex über das Frankfurter Unternehmen Oil & Gas Invest AG (OGI AG) und markierte ein Datum: den 2. Februar 2015. Denn an dem Tag ging das Rating der OGI AG nach oben.

Der Vorwurf des Leser-Betrügers lautete nun scheinheilig: Man könne überhaupt nichts entdecken, was den Anstieg des Ratings am 2. Februar 2015 erklären könnte.

ConventDie Ratingkurve im Original auf Scoredex.com. Der Knick vom 2. Februar 2015 wird im Feld darüber erklärt. Es hatte eine ausführliche Befragung der OGI AG am 29. Januar 2015 stattgefunden © Scoredex.com Was für ein Unsinn!

Jeder, der das echte Rating auf Scoredex.com besucht, sieht sofort den Grund für das Ansteigen der Kurve an jenem 2. Februar 2015. Er steht über dem Rating unter Transparenzvolumen (Sie sehen es hier im Artikel, wenn Sie mit der Maus auf die Grafik links gehen):

Zitat:


SCOREDEX hat mit dem Unternehmen "Oil & Gas Invest AG" am 29.01.2015 um 15.59 Uhr die Befragung durchgeführt.


Befragung bedeutet: Scoredex.com hat von der OGI AG einen sehr ausführlichen und wie bei allen Befragten nicht öffentlichen Fragenkatalog beantwortet bekommen - die persönliche Befragung der Anbieter ist eine wesentliche Säule bei Scoredex - und konnte daher dann eine sehr viel höhere Seriositätsnote am 2. Februar 2015 vergeben.

Die mehr als 100 Fragen werden stets mündlich am Telefon abgearbeitet, damit sich die Befragten nicht die Antworten zurechtlegen können. Die Fragen sind so gestaltet, dass Lügen durch Widersprüche schnell aufgedeckt werden können. Niemand soll und kann sich darauf vorbereiten, um eben das Ratingergebnis nicht beeinflussen zu können.

Und das geht auch nicht mit Geld.

ConventDie von procontra ausgeschmückte Ratingkurve der OGI AG aus Frankfurt. Es fehlt bewusst die Befragung durch Scoredex am 19. Januar 2015, die der wahre Grund für den Knick nach oben am 2. Februar 2015 ist, Ausriss aus procontra Aber das versucht Krüger Kassissa, seinen Lesern zu implizieren. Er bearbeitete die Scoredex-Kurve und baute folgende Randbemerkung ein: "Januar-Februar 2015: Vertrag zwischen OGI und Scoredex".

Der procontra-Leser soll nun schlussfolgern, dass ein bewertetes Unternehmen möglicherweise Einfluss auf die Ratingkurve nehmen könnte, wenn sich das Unternehmen einfach eine Freischaltung des Scoredex für Außenstehende erkaufe.

Das ist aber bei Scoredex ausgeschlossen.

Unternehmen können das Ergebnis des Scoring nicht bestimmen, sondern lediglich das Ergebnis für alle sichtbar freischalten lassen und auch mit dem Logo von Scoredex.com arbeiten. Tun sie es nicht, muss sich jeder Interessierte zum Einzelpreis das Rating kaufen, was natürlich eine Hemmschwelle darstellt. Es wäre also für ein seriöses Unternehmen verschenktes Potential, wenn ein positives Resultat nicht als Flatrate für alle sichtbar wird.

Das hat auch die OGI AG erkannt, die übrigens keinen Maklerpool und auch keinen Alsterspree Verlag als Corporating Publisher braucht.

Wenn Blinde über Farbe schreiben.

Doch der fleißige Wirtschaftsjournalist belässt es nicht beim mutwilligen Weglassen von Fakten, er schreibt Scoredex auch noch vor, wie das Rating seiner Meinung nach hätte aussehen müssen.

Der dubiose Redakteur wirft Scoredex vor, dass Scoredex die Warnung von professionellen Journalisten wie Niklas Hoyer von der Wirtschaftswoche oder dem Renate-Daum-Team von Finanztest in die Bewertung der OGI AG nicht negativ einfließen ließ.

Auch hier betrügt Krüger Kassissa wieder seine Leser, in dem er nur die halbe Wahrheit erzählt.

Denn die von ihm angeführten professionellen Journalisten warnten eigenartigerweise davor, dass jemand die Einlagen plus versprochener Zinsen zurückzahlt.

Als die Bonner Finanzmarktaufsicht verfügte, das OGI die Nachrangdarlehen mit einer Rückzahlungsgarantie zurückgeben müsse, weil eine solche Garantie nicht erlaubt ist, zahlte die OGI AG alle bislang eingesammelten 4,5 Millionen Euro plus der versprochenen Zinsen an die Anleger zurück. Das geschah am 22. Mai 2015 - und ist auf dem Kapitalmarkt so noch nie passiert.

Wie sollte Scoredex so eine Warnung der Profi-Journalisten negativ in eine Bewertung der OGI AG einfließen lassen? Eigentlich hätte die Kurve zuätzlich nach oben gehen müssen und nicht nach unten, wie Krüger Kassissa es aufgrund fehlenden Sachverstandes oder bewusst falsch vor seinen Lesern einfordert.

Die vom BGH als Pflichtlektüre für Vermittler von Finanzprodukten definierten Leitmedien, die Börsenzeitung, Frankfurter Allgemeine Zeitung FAZ und das Handelsblatt, verhielten sich übrigens in Sachen OGI AG neutral, was man auf der Scoredex-Seite auch nachlesen kann.

Nur zu gern hätte dann Schlitzohr Krüger Kassissa schließlich auch noch gewusst, wie der Scoredex-Algorithmus funktioniert, der mit einer namhaften Uni erarbeitet wurde, und natürlich auch, wie diese Uni und der Professor heißen.

Fragen Sie mal eine Bank nach der Offenlegung von Kundenbewertungen, die SCHUFA nach den Bonitätsformeln oder die Allianz nach der Berechnung von Risikozuschlägen.

Warum sollte Scoredex.com da eine Ausnahme sein? Die Wissenschaftler werden nicht in die Schusslinie von schlecht bewerteten Unternehmen oder Un-Journalisten wie Krüger Kassissa kommen, die so manche Interessen vertreten, nur keine ehrbaren.

Die Finanzlaien Krüger Kassissa und WiWo-Redakteur Niklas Hoyer spielen offenbar zusammen.

In einem kürzlichen Artikel der WiWo über den Tübinger Emittenten für geschlossene Immobilienfonds Fairvesta, der einen eigen Vertrieb hat und auch auf Maklerpools nicht angewiesen ist, erhebt Niklas Hoyer procontra gar zum "Fachmagazin".

Und kaum hatte procontra den Bericht über Scoredex online geschaltet, sprang Niklas Hoyer zur Seite: Auf Twitter postete der dubiose Redakteur am Dienstag (20. Oktober 2015): "Was sind Ratings von der Gomopa-nahen Scoredex wert? Interessante Hintergründe von procontra-online.de".

Was für Hintergründe? Da lobt wohl ein Esel den anderen. Hoyer, der einfach nicht verstehen will, dass procontra kein Fachmagazin ist, sondern nur ein Vertriebs- und Marketinginstrument, das maßgeblich finanziert wird von einem Maklerpool, der sich selbst als größter bezeichnet. Doch das lesen Sie im nächsten Teil. Nun denn...

Pressemeldungen zum Thema
» k-mi obsiegt über procontra - Zeuge Norbert Porazik von Fonds Finanz zerrissen
» Was steckt hinter dem Angriff von procontra auf kapital-markt intern?
» Captura GmbH München: Vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet
» S&K: USA-Kontakte im Superman-Slip?
» S&K ein Schneeballsystem? Ex-Vertriebschef packt aus!
» S&K Asset GmbH: Kein Segen für das Gorbitz Center Dresden
» S&K: Undurchsichtige Immobiliengeschäfte
» S&K: Protz auf Pump und den Staatsanwalt im Nacken?
» Hausdurchsuchung bei S&K-Boss Dr. (?) Jonas Köller
» Chronos Finanz AG - der nächste Flop des Prof. Frank Audilet
» Juragent AG und ProzessGarant AG: Prozessfinanzierer auf und davon
» ACI: Chefs bestellten neue Identität in Panama
» Debi Select - von Tino Herold hinters Licht geführt?

Beiträge zum Thema
» Deutsche S&K Sachwert AG - sorgt für Gesprächsstoff
» Deutsche S&K Sachwert AG - S&K Gruppe - Das S&K Firmengeflecht
» Platzierungsstand 65 Prozent
» S&K übernimmt Midas
» S&K kauft gebrauchte Lebensversicherungen
» kmi vom 13. Juli 2012

Kategorie zum Thema
» Buschtrommel

 

30. November 14, 01:00:00

FlexKom International AG und Cengiz Ehli: Cashback oder Cash weg?


ConventFlexKom-Macher Cengiz Ehliz aus Oberbayern war schon am Schneeballsystem von IQ-Concept beteiligt. (ta) - Die FlexKom International AG aus dem Schweizer Kanton Thurgau verspricht nichts Geringeres, als die Welt des Handels zu verändern. Sie vertreibt ein in sich geschlossenes Cashback-System mit einer eigenen Währung. So will FlexKom den Einzelhandel wiederbeleben und Kunden Einkaufsersparnisse von bis 1000 Euro pro Jahr ermöglichen. Am Ende gewinnen jedoch nur die Initiatoren des Systems, denn die Kunden werden ihre Rabattpunkte nicht mehr los. Nun gründen die FlexKom-Macher um Cengiz Ehliz in Ungarn eine Genossenschaftskasse. Wollen sie das mutmaßliche Schneeballsystem so künstlich in die Länge zu ziehen?

Die FlexKom International AG mit Sitz im schweizerischen Kreuzlingen vertreibt ein Cashback-System in Form von Kundenkarten und Smartphone-Apps. Die Kunden sammeln Bonuspunkte, sogenanntes FlexMoney, dass sie anschließend in Läden und Online-Shops ausgeben können, die bei dem Rabattsystem mitmachen, oder zum Telefonieren verwenden können. Dadurch verspricht sich FlexKom eine "Win-Win-Win-Situation" und erklärt dies wie folgt:

Zitat:


Hier gewinnen alle. Wir helfen dem Kunden einzigartige Vorteile zu erhalten, dem Händler neue Kunden zu gewinnen, bestehende Kunden zu binden und zusätzliche Gewinne zu generieren.


Probleme mit den Produkten

ConventAuch wenn die FlexCard aussieht wie eine Kreditkarte, kann man mit ihr nicht bezahlen. Die sogenannte FlexCard steht dabei im Zentrum des Rabattsystems. Auf ihr werden die Bonuspunkte gesammelt, die dann beim Einkaufen die versprochenen Einsparungen ermöglichen sollen. Dumm nur, dass der FlexCard im Gegensatz zu herkömmlichen Kreditkarten eine entscheidende Funktion fehlt: Die Bezahlfunktion. Zwar wird die Karte beworben wie eine Kreditkarte, doch als Zahlungsmittel akzeptiert wird sie nicht.

Doch da die Ära der Kundenkarten sowieso vorbei ist, geht man auch bei FlexKom mit der Zeit und setzt auf neueste Technologie. Mit der FlexApp können Kunden per Smartphone im Internet shoppen und in partizipierenden Online-Shops ihre Bonuspunkte in Form von FlexMoney ausgeben, die sie zuvor gegen Euros getauscht haben. Zudem erhalten die App-Nutzer jedes Mal FlexMoney, wenn sie die App bewerben und mit anderen teilen.

Den dritten Teil des in sich geschlossenen FlexKom-Kreislaufes stellt das Produkt FlexCall dar. Es soll den Kunden ermöglichen, ihre Rabattpunkte als Telefonguthaben zu nutzen. Das Unternehmen nutzt dafür den Billig-Tarif-Anbieter "01039" und die Rechnungen werden mit der Deutschen Telekom abgerechnet. Das Schweizer Unternehmen verspricht, dass die Kunden ihre Telefonkosten mit FlexCall um die Hälfte senken können.

Im Endeffekt dient jedoch auch dieses Produkt nur dazu, die Nutzer im Rabattsystem zu halten und ihnen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Die Grundgebühr beläuft sich bereits auf 2,99 Euro pro Woche (rund 12 Euro pro Monat). Hinzu kommen 2 Cent pro Minute ins Deutsche Mobilfunknetz. Die günstigsten Allnet-Flats für Mobiltelefone sind mittlerweile schon unter 12 Euro pro Monat, und dabei fallen keine zusätzlichen Kosten für die Gesprächsdauer an.

Vergütungssystem mit mehrere Stufen

Wie bei vermeintlichen Schneeballsystemen üblich, steht auch bei FlexKom nicht der Vertrieb des Produktes im Vordergrund, sondern das Werben neuer Mitglieder. Je nach Stufe profitieren die Netzwerker von FlexKom durch Provisionen von neuen Mitgliedern. Der Zugang zu den Stufen muss sich jedoch mit bestellten FlexCards und echten Euros erkauft werden. So schlägt die Einsteigerstufe schon mit 149 Euro jährlich und einer Verlängerungsgebühr von 99 Euro zu Buche. Die zweite Stufe kostet bereits 399 Euro sowie 25 FlexCards, die an neue Kunden verteilt werden sollen. Im Gegenzug wird eine Umsatzprovision von 10 Prozent versprochen.

Der Zugang zur dritten Stufe kostet schon 799 Euro sowie 50 FlexCards und die Provision erhöht sich auf 15 Prozent. Und um die höchste Stufe der Pyramide zu erreichen, müssen Mitglieder sogar 1.490 Euro und 100 FlexCards unter die Leute bringen, was mit 20 Prozent Umsatzprovision belohnt wird. Ein FlexGold Terminal zur Abwicklung der Transaktionen im Handel schlägt nochmals mit 699 Euro zu Buche und muss von den FlexKom-Netzwerkern anschließend an den Handel gebracht werden. Nur so werden die neuen Akzeptanzstellen für die Bonuspunkte namens FlexMoneys gewonnen.

Doch damit nicht genug der Innovationen: FlexKom will auch noch unter die Goldgräber gehen. So sollen Kunden künftig neben den Bonuspunkten auch Goldguthaben beim Einkaufen ansammeln. Wo das Gold verwahrt werden soll, erwähnt das Unternehmen allerdings nicht:

Zitat:


Ab Juli 2014 erhält der Flexkom Kunde weltweit bei jedem Einkauf in Flexkom-Akzeptanzstellen echtes, physisches Gold. Das ist absolut einmalig am Markt. Die Abwicklung beim Händler erfolgt über die Flexbank und unser POS-Terminal vollautomatisch in Bruchteilen von Sekunden. Dabei erhält der Kunde ein eigenes Gold Depot in Hochsicherheitsverwahrung und kann Gold ansammeln.


Wo verstecken sich die FlexKom-Akzeptanzstellen?

Durch das Bezahlen mit FlexMoney in den Akzeptanzstellen sollen Kunden jährlich bis zu 1000 Euro beim Einkaufen sparen. Dies Sache hat nur einen Haken: Es gibt es kaum Läden, die FlexMoney als Bezahlung im Austausch für Waren akzeptieren. Nirgendwo findet sich eine konkrete Zahl an Akzeptanzstellen, die über einen entsprechendes Terminal verfügen, um die Bonuspunkte zu verrechnen. Angeblich sollen in den Städten Leipzig, Gera und Plauen Einzelhändler mit FlexKom arbeiten.

Auf Nachfrage von GoMoPa.net konnte ein FlexKom-Vertriebler jedoch keinen einzigen Laden mit Namen nennen und wusste auch keine konkrete (oder geschätzte) Anzahl an Akzeptanzstellen in Deutschland. Er gestand zudem ein, dass er beim Einkaufen nicht von dem Rabattsystem profitiert. Immerhin einen Friseurladen im österreichischen Mellau und eine Pizzeria in Leipzig konnte GoMoPa.net ausfindig machen, die an dem Rabattsystem teilnehmen.

Ohne ein dichtmaschiges Netzwerk an Akzeptanzstellen bleiben die Teilnehmer auf ihren Rabattpunkten und Kundenkarten sitzen und es wird folglich auch kein Umsatz generiert, aus denen Provisionen ausbezahlt werden könnten. Folglich müssen immer neue Mitglieder angeworben werden, um aus ihren Beiträgen die Provisionen begleichen zu können. Wahrscheinlich verkünden die FlexKom-Macher deshalb vollmundig ihre ambitionierten Expansionspläne:

Zitat:


Ab 2016 wollen wir mit FlexKom in 40 Ländern aktiv sein. Je 5.000 Vertriebspartnern sollen 200 Millionen Kunden aufbauen und jährlich einen Umsatz von 120 Milliarden Euro erwirtschaften.


Dubiose Werbepartner machen Stimmung für FlexKom

Ausgerechnet der Bund der Sparer e.V. (BdS) um Franz J. Herrmann bewirbt das FlexKom-System. So heißt es in einer Jubelmeldung der vermeintlichen Anlegerschützer:

Zitat:


Das Konzept der Flexkom International ist außergewöhnlich, um nicht zu sagen genial. Dieses Konzept wurde, wie Sie alle wissen, im Ausland erprobt und hat seine Kinderkrankheiten schon hinter sich gelassen. Bis dato gibt es kein vergleichbares Konzept, das nicht nur den Handel revolutionieren wird, sondern dem Handel auch eine Zukunft gibt. Die Flexkom International Holding AG hat in den letzten 9 Monaten gezeigt, wozu ein gutes Konzept fähig ist: 4 Millionen Kunden innerhalb von 9 Monaten aufzubauen und damit eine Einkaufsgemeinschaft, die seinesgleichen sucht, das ist nicht nur hervorragend - das ist sensationell!


Wolf im Schafpelz: BdS-Vorstand<br /> Franz Hermann
Wolf im Schafpelz: BdS-Vorstand
Franz Hermann
Die Verbraucherzentrale Hessen warnt ausdrücklich vor diesem Bund der Sparer (BdS) aus Starnberg in Bayern. Beim BdS handele es sich statt um einen Verbraucherschutzbund in Wirklichkeit um einen gewerblichen Anbieter, der hochprovisionierte Strukturvertriebsprodukte verkauft. Das BdS-Siegel konnte man sich in der Vergangenheit für einen Jahresbeitrag von 20 Euro kaufen, wenn man als Vermittler auf klassische kapitalgebundene Versicherungen und Immobilienfonds im Verkauf verzichtet. GoMoPa.net berichtete.

Doch auch andere dubiose und einschlägig bekannte Promotion-Seiten machen Werbung für FlexKom. Neben MLM-Magazinen wie Network-Karriere von Bernd Seitz, der regelmäßig mutmaßliche Pyramiden-Spiele und vermeintliche Schneeballsysteme bewirbt, befindet sich auch die Seite Performance Vertraulich unter den FlexKom-Fans. Schwerpunkt der Performance-Berichterstattung sind Beteiligungen am Grauen Markt, wie geschlossene Fonds, Genussrechte und andere typische Beteiligungen, sowie der gesamte Versicherungsbereich. "Eben alles was die meisten Vermittler interessiert", erklärt Herausgeberin Ivona Okanik. Dabei drückt man auch mal ein Auge bei Interessenskonflikten zu, so zum Beispiel wenn Marktteilnehmer wie Carsten Simon von der VOLZ-Gruppe Einfluss auf die Berichterstattung nehmen. GoMoPa.net berichtete.

Die Flexkom-Macher Cengiz Ehliz

FlexKom-Gründer Cengiz Ehliz
FlexKom-Gründer Cengiz Ehliz
FlexKom-Gründer und Präsident ist Cengiz Ehliz. Der gebürtige Oberbayer mit türkischem Familienstamm, gilt als wahrer Vertriebskünstler. Sein Handwerk hat Ehliz scheinbar beim Betrugssystem der IQ-Concept GmbH aus Ismaning gelernt. Im Jahr 2007 wurde Ehliz vom damaligen Geschäftsführer Walter Münch als Vertriebsleiter angeworben. Das Schneeballsystem rund um Shoppingportale und Klubkarten mit angeblichen Vergünstigungen kollabierte wenig später mangels neuer Mitglieder. Ehliz versucht sich noch immer von seinen früheren IQ-Concept-Sünden reinzuwaschen und spielt seine Rolle herunter:

Zitat:


Die Geschäftsführung hatte laut Aussage von Walter Münch einen Investor gefunden. So sollten IQ-Concept frische 750.000 Euro zum Aufbau zur Verfügung stehen. Doch ich wurde wohl mit solchen Aussagen nur hingehalten, fünf Monate lang. Es kam kein Investor und somit auch kein Geld. Das Projekt IQ-Concept konnte somit nicht realisiert und umgesetzt werden. Herr Walter Münch hat in München Insolvenz angemeldet. Natürlich waren viele Vertriebspartner verärgert, die Geld und Zeit in dieses Konzept investiert hatten. Und die Schuld der Nicht-Realisierung wurde mir zugeschoben. So wurde gegen die Geschäftsführung und mich ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, das eingestellt wurde. Mein eigener finanzieller Schaden beläuft sich auf rund 64.000 Euro.


Cengiz Ehliz behauptet, er habe zwar den Vertrieb aufgebaut und geleitet, von dem Betrug an den Anlegern jedoch nicht gewusst. Vielmehr sei er selbst hinters Licht geführt worden und habe daraus seine Lehren gezogen.

Zitat:


Ich war keinesfalls an der IQ-Katastrophe schuld! Mein Fehler war es, mit den falschen Menschen Geschäfte getätigt zu haben. Natürlich habe ich aus den Fehlern als Vertriebsleiter bei IQ dazu gelernt. Die 64.000 Euro Verlust und die Zeit sehe ich als Lehrgeld, das ich bei FlexKom als Erfahrung gut einsetzen konnte.


Die Staatsanwaltschaft München I ermittelte zunächst auch gegen Ehliz wegen Betruges im Fall IQ Concept, stellte das Verfahren jedoch später wieder ein. Auch in der Türkei - dem Vorzeigemarkt von FlexKom - droht Ehliz neuer juristischer Ungemach. Nach unbestätigten Aussagen ermittelt dort bereits die Staatsanwaltschaft gegen die Vertriebspartner wegen des Verdachts auf Betrug.

Lebensverlängernde Maßnahmen dringend gesucht

FlexKom-CEO Rudolf Engelsberger
FlexKom-CEO Rudolf Engelsberger
Im März 2014 übernahm Rudolf Engelsberger den Posten des Vorstandschefs bei der FlexKom International AG vom Ehliz-Wegbegleiter Hasan Süslü. Die Gründe für den Wechsel in der Chefetage sind nicht bekannt, doch der neue Vorstandschef kündigte sogleich nach seinem Amtsantritt vollmündig an, sich um eine Banklizenz zu bemühen.

Zitat:


FACEBOOK kriegt sie bald, GOOGLE hat sie schon und FLEXKOM will diese bald auch: Die Banklizenz! (...) Mit einem solchen Schritt will das deutsch-schweizerische Unternehmen von Gründer Cengiz Ehliz Finanzdienstleistungen anbieten und zum Zahlungsabwickler im Netz werden. Die Sogwirkung auf Konsumenten und Einzelhandel dürfte gewaltig sein.


Die Erteilung einer Banklizenz ist allerdings ebenso ausgeblieben, wie die beschriebene Sogwirkung auf die Kunden. Stattdessen versucht man bei FlexKom nun das vermeintliche Schneeballsystem mit der Gründung einer Genossenschaftskasse in Ungarn am Laufen zu halten. Darüber sollen Genossenschaftsanteile vertrieben werden, vermutlich um die wegfallenden Einnahmen zu kompensieren:

Zitat:


Das Stammkapital von derzeit 28 Millionen HUF (umgerechnet 90.000 Euro, Anm. d. Red.) soll Zug um Zug erhöht werden. Dabei plant das FlexKom-Management um Cengiz Ehliz und Rudolf Engelesberger gerade auch neue Genossenschaftsanteile zu begeben, um die Kasse auf breitere Beine zu stellen und guten Partnern zusätzliche Perspektiven zu bieten.


Sollte die Genossenschaftsbank das mutmaßliche Schneeballsystem nicht vor dem jähen Ende bewahren, kann nur noch ein Risikokapitalgeber das Unternehmen retten. Ehliz und FlexKom-Chef Engelsberger hoffen dabei wohl auf Klaas Wintorp und seine Beteiligungsgesellschaft Batwolf AG aus Vaduz im Fürstentum Liechtenstein. Der millionenschwere Wintorp winkte jedoch schon öffentlich ab. "Cengiz Ehliz ist ein prima Kerl und FlexKom eine tolle Idee. Allein die technische Realisierung der FlexApp hat mich noch nicht überzeugt." zitiert Performance Vertraulich Unternehmer Wintorp.

Derweil wird spekuliert, ob Wintorp nicht doch im Hintergrund die Fäden zieht. So schreibt das Anlegerschutz-Plattform Cafe4Eck:

Zitat:


Es wäre nicht das erste Mal, dass Klaas Wintorp einen anderen erfolgreich Unternehmer spielen lässt, dabei aber selbst die Zügel in der Hand hält, ist sich die Redaktion sicher. Klaas Wintorp kann mit einem mehrstelligen Millionenvermögen, das steuerlich offensichtlich über diverse Stiftungen und Beteiligungen in Liechtenstein und anderswo erfasst wird, so einiges im Kapitalmarkt bewegen. Zudem wird dem ehemaligen BND-Mitarbeiter ein weit reichendes Netzwerk nachgesagt - das könnte einer FlexKom durchaus nützen.


Bei den ersten FlexKom-Vertrieblern regt sich indes schon Ungemach. Die Karte hat keine Bezahlfunktion, die App ist technologisch nicht ausgereift und trotz anders lautender Versprechen kommen zu wenige Akzeptanzstellen hinzu. Dadurch werden die FlexKom-Nutzer ihre Bonuspunkte nicht mehr los. Dennoch scheinen sich viele von ihnen noch von den vermeintlich innovativen Produkten blenden zu lassen. Ein ehemaliger FlexKom-Vertriebler beschreibt die Logik der Teilnehmer wie folgt:

Zitat:


Wenn du mir zehn Euro gibst und ich gebe dir zwei Euro zurück, würdest du sagen, du hast acht Euro Verlust gemacht. Die FlexKom-Leute denken dagegen, sie haben zwei Euro Gewinn gemacht.


Wenn ich jemandem zehn Euro gebe und er gibt mir nur zwei Euro zurück, würde ich sagen, er hat mich betrogen. Nun denn...

Pressemeldung zum Thema
» GlobePartners: Oliver Brecht geht mit Börsenroulette auf Bauernfang
» Schneeballsystem mit Paraguay-Investments: Power Passiv Rente Eco 365
» Die eigenartigen Pechsträhnen des Mallorca-Forex-Traders Dörg Pech
» MG Marketing GmbH: Gebührenschinderei oder Schneeballsystem?
» WELLSTAR Christian Wiesner: Beauty Style Clubs zum arm werden?
» WELLSTAR: Marke BYAS nur ein Billig-Label aus China?
» Vito und der Rückabwicklungs-Beweis, Senator Michael Braun!
» Razzia bei 2 Notaren, 6 Schrottimmobilien-Händler verhaftet
» Berlin: Vom Mitternachtsnotar zum Verbraucherschutzsenator?
» Großrazzia bei Managern der BESTLIFE SELECT AG und SAM AG
» S&K: Daniel Fritsch - der Spesenkönig?

Beiträge zum Thema
» Marketing Terminal GmbH - GF Nicole Müller
» Wellstar-International
» Wieder mal betrogen = innoflex.de
» FlexStrom

Kategorien zum Thema
» MLM Firmen A - Z
» Private: HINTERGRUENDE

 

01. November 14, 01:00:00

Marketing Terminal GmbH: Schneeballsystem in Millionenhöhe kollabiert im Allgäu


(ta) - Auf dem Markt für Online-Werbung verdienen Firmen wie Google und Yahoo jährlich Milliarden. Auch Privatanleger könnten daran partizipieren und müssten dafür noch nicht einmal eine Webseite vorweisen, versprach das Unternehmen Marketing Terminal GmbH. Leichtgläubige wurden mit bis zu 100 Prozent Rendite gelockt. Nun sitzt der Drahtzieher der Abzocke Meik Frankenhauser in Untersuchungshaft. Zurück bleiben mehr als 10.000 geprellte Anleger und ein Schaden von bis zu 40 Millionen Euro.

Auf der Webseite der Firma mit Sitz in Kempten wurde das Scheinprodukt im Bereich Online-Werbung angepriesen:

Zitat:


Wir blicken auf eine langjährige Erfahrung im Bereich Marketing und Werbung zurück. Durch unsere Tätigkeit haben wir über die Jahre unzählige Kontakte und Kompetenzen aufgebaut. Das Internet gibt uns die Möglichkeit all unser Wissen und die Beziehungen in einem neuen Konzept zu vereinen. Daher haben wir eine neue Innovation auf den Markt gebracht. Das Affiliate Marketing Radar:

- 120/240/365 Tage Laufzeit
- Auszahlung am Ende der Laufzeit
- kein Verwaltungsaufwand
- kein Hosting
- aktuelle Statistiken
- erfolgreicher Markt


Kunden konnten für mehrere Hundert Euro Marketing-Pakete erwerben. Doch um von den üppigen Provisionszahlungen zu profitieren, mussten sie in der Folge neue Mitglieder anwerben. So wollte das Unternehmen angeblich seine Reichweite im Werbegeschäft erhöhen und die traumhaften Renditen von bis zu 200 Prozent mit Online-Werbung erwirtschaften.

"Ich fand das logisch", zitiert die Süddeutsche eine geprellte Teilnehmerin. "Ich dachte, Mensch, da hast du ja einen Goldklumpen in der Hand." Sie hatte anfangs noch 3.000 Euro monatlich verdient und deshalb sogar ihren Job gekündigt.

Zunächst flossen die üppigen Provisionen auch noch, doch dann fragten einige Teilnehmer des Ponzi-Schemas, ob den ganzen verkauften Marketingpaketen überhaupt ausreichend gebuchte Werbung gegenüber stünde. Die Marketing Terminal GmbH versuchte die unbequemen Fragen mit Fantasie-Aussagen abzuwürgen:

Zitat:


Es ist so, dass Marketing Terminal ein monatliches Werbebudget, der Partner die Werbung buchen, zur Verfügung gestellt bekommt. Natürlich können nicht mehr Pakete verkauft werden, als auf der anderen Seite Werbebuchungen getätigt werden. Marketing Terminal ist aber in der glücklichen Lage, dass ein monatliches Budget von mehreren Millionen Euro vorliegt.


Wäre das wirklich der Fall gewesen, hätte das unbekannte Unternehmen aus dem Allgäu im hartumkämpften Werbemarkt bereits ganz oben mitgespielt. Tatsächlich waren die Marketing-Pakete wohl nur das berühmte "Alibiprodukt ", um das Schneeballsystem am Laufen zu halten. In einer Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West heißt es:

Zitat:


Durch den im Oberallgäu wohnhaften 45-jährigen Tatverdächtigen war 2013 eine augenscheinlich auf "Affiliate-Marketing" spezialisierte Firma mit angeblichem Sitz in München gegründet worden. Die Firma gab dabei vor, dass Investoren durch Provisionen aus Online Werbung hohe Gewinne erzielen könnten. Entgegen der Werbeversprechen der Firma, die ihren tatsächlichen Sitz in Kempten hatte, besteht nach bisherigen Ermittlungen der Verdacht, dass die angeblichen Gewinne, die in der Anfangsphase auch an die Investoren ausgezahlt wurden, primär nicht aus Werbeumsätzen sondern im Wesentlichen aus den Investitionen der neugewonnenen Anleger stammen.


Polizeisprecher Christian Owsinksi
Polizeisprecher Christian Owsinksi
Der Polizeisprecher Christian Owsinksi bestätigte gegenüber GoMoPa.net indirekt, dass es sich bei der Firma um die Marketing Terminal GmbH handelte:

Zitat:


Es ist so, dass die Staatsanwaltschaft die Vorgabe gemacht hat, dass die Namen [der Tatverdächtigen und der Firma, Anm.d.Red.] nicht genannt werden. Gleichwohl haben die Kollegen sehr gut recherchiert, die gerade darüber berichten.


ConventMeik Frankenhauser aus Kempten gilt als Drahtzieher hinter dem Schneeballsystem. Demnach ist der Hintermann des Ponzi-Schemas Meik Frankenhauser (45) aus Weitnau bei Kempten. Er hat bereits im Jahr 2004 zwei Privatinsolvenzen durchgemacht. Im Jahr 2007 wurde dann auch noch ein Inkassoverfahren gegen Frankenhauser aufgrund unbezahlter Rechnungen in Höhe von 407 Euro erlassen.

Doch davon ließ sich das "Steh-Auf-Männchen" scheinbar nicht beeindrucken und stürzte sich wieder ins Geschäftsleben - mit bescheidenem Erfolg. Im Jahr 2012 wurde er wegen offener Forderungen in Höhe von 9.930 Euro unter Inkasso-Überwachung gestellt. Am 25. September hob Frankenhauser dann erneut den Finger und gab den "Offenbarungseid" ab.

Doch Frankenhauser hatte die rettende Idee, um sich aus dem finanziellen Ruin zu befreien. In einer Online-Präsentation bewarb er seine neugegründete Firma Marketing Terminal GmbH mit den Worten vorgestellt: "Ähnlich wie Bannersbroker, aber deutsches Unternehmen!".

Immerhin in diesem Punkt war der Hintermann der Firma aus dem Allgäu ehrlich, denn bei Bannersbroker handelte es sich um ein internationales Schneeballsystem, das auf Online-Werbung als Produkt-Vehikel setzte und bei dem Anleger um Millionen betrogen wurden. Der Bannersbroker-Schneeball fiel bereits 2012 in sich zusammen und rief Strafverfolgungsbehörden verschiedener Länder auf den Plan. Obwohl die Verantwortlichen versuchten, ihre Beute im Steuerparadies Belize zu verstecken, konnten Ermittler einen Teil der Anlegergelder auf kanadischen Konten sicherstellen.

Frankenhauser wollte die Idee scheinbar kopieren und nutzte dazu die Firmen Marketing Terminal GmbH, Provisionsnetz Deutschland Vertriebs GmbH und Allgäu Consulting Betriebe GmbH ab. Bei allen drei Firmen wurde Nicole Müller (23) - vermutlich als Strohfrau - im Posten der Geschäftsführerin platziert. Ebenfalls involviert war Ralf Schwärzler (44), der zusammen mit Frankenhauser stets den Posten des Prokuristen bei den Firmen innehatte. Gegen die beiden wird ebenfalls ermittelt, sie befinden sich jedoch noch auf freiem Fuß.

Ehemalige Geschäftsführerin aller drei Firmen ist Christine Hösler (46), die polizeilich an derselben Adresse gemeldet ist wie Frankenhauser. Ihre Rolle in der Millionenabzocke ist unklar und sie scheint auch bei den Ermittlungen bisher nicht zu den tatverdächtigen zu zählen.

Bereits im Sommer 2014 brach der Marketing-Terminal-Schneeball mangels neuer Einzahlungen in sich zusammen. Zunächst wurden Auszahlungen nur verspätet getätigt, schließlich wurden sie drastisch gekürzt. Die Schuld trugen natürlich die bayerischen Ermittlungsbehörden, die die Marketing Terminal GmbH mit unliebsamen Fragen zum Thema Geldwäsche konfrontierten:

Zitat:


Im Laufe dieser Woche wurden wir von der Staatsanwaltschaft in Kenntnis gesetzt, dass diverse Geldwäscheanzeigen der Banken gemacht wurden, die nun eine Überprüfung unseres Unternehmens notwendig machen. Da dies ein völlig normaler Vorgang ist, kooperieren wir mit den Behörden in vollem Umfang und halten Euch über den Stand der Ermittlungen weiter auf dem Laufenden.


Die "Affiliate-Partner" wurden darüber in Kenntnis gesetzt, dass die Preise der Marketing-Pakete künftig um die Hälfte steigen, während die Provisionen um die Hälfte gekürzt werden. Vertriebsprovisionen würden zudem gänzlich gestrichen. Alle Rückfragen verbot sich die Firma:

Zitat:


Alle Diskussionen über "was wäre wenn" halten uns von unserer Arbeit ab. Ich bitte hier noch mal alle Partner uns in Ruhe weiter arbeiten zu lassen und uns nicht zu löchern mit Emails und Anrufen warum es so ist wie es ist. Unsere Entscheidung steht bis auf weiteres fest.


Die Horrornachrichten für die Teilnehmer endeten mit dem süffisanten Satz "Der Geschäftsbetrieb läuft ganz normal weiter". Verständlich, dass enttäuschte MT-Jünger - von denen einige immerhin mit 250.000 Euro investiert waren - ihrem Ärger lautstark Luft machten und sogar Morddrohungen an Strohfrau Nicole Müller aussprachen. Doch es sollte in den folgenden Wochen noch schlimmer für die Teilnehmer des Schneeballsystems kommen. So gab die Marketing Terminal GmbH wenig später bekannt:

Zitat:


Im Zuge der Ermittlungen wurden natürlich auch unsere Konten vorübergehend blockiert. Dies bedeutet allerdings nicht, dass wir zahlungsunfähig sind oder das Geld weg ist, sondern lediglich das für einen begrenzten Zeitraum auf die Konten nicht zugegriffen werden kann. Wir rechnen nun mit einer zeitnahen Freigabe innerhalb der nächsten Woche. Diese Vorgänge sind allerdings als völlig normal anzusehen, wenn es sich um Beträge in unserer Größenordnung handelt! Wir würden es sehr begrüßen, wenn sich alle ruhig verhalten. Es besteht keinerlei Anlass zu wilden Spekulationen. Was uns nun getroffen hat ist ein völlig normaler Vorgang, wenn ein Unternehmen zu schnell wächst.


In der Tat riecht es immer schnell nach Betrug, wenn ein Unternehmen Millionen einsammelt ohne über ein vorzeigbares Produkt oder ein Geschäftsmodell zu verfügen. Während den MT-Gläubigen zu dem Zeitpunkt noch vorgegaukelt wurde, dass dem Unternehmen durch die Ermittlungen der Behörden und die Querulanten in den eigenen Reihen ein Schaden in Höhe von 10 Millionen Euro entstanden sei, setzte sich Drahtzieher Frankenhauser vorsorglich ins Ausland ab. Die schwäbische Polizei berichtet:

Zitat:


Der 45-Jährige Tatverdächtige, der sich bereits zeitweise ins Ausland abgesetzt hatte, wurde am 7. Oktober aufgrund eines von der Staatsanwaltschaft erwirkten Haftbefehls festgenommen und dem Haftrichter vorgeführt, der die Untersuchungshaft anordnete. Die Ermittlungen der Kripo Kempten richten sich zudem gegen einen 44-jährigen Mann sowie eine 23-jährige Frau, die an den Taten beteiligt gewesen sein sollen. Im Rahmen der Ermittlungen wurden sechs Gewerbe- bzw. Privatobjekte durchsucht und umfangreiches Beweismaterial sichergestellt. Die auf den Firmen- bzw. Privatkonto des Mannes vorhandenen Summen wurden von der Polizei eingefroren.


Wenige Tage vor seiner Verhaftung wandte sich Frankenhauser noch ein letztes Mal an die geprellten MT-Teilnehmer:

Zitat:


Wir möchten hier jetzt nicht auf "nicht vorhandenen Garantien" und "nicht vorhandenen Zusagen" herumreiten, haben allerdings schmerzlich kennengelernt wie es ist, wenn man etwas Gutes machen will, aber dies immer wieder falsch verstanden wird.


Ob auch im Fall Marketing Terminal GmbH noch Anlegergelder zu retten sind, bleibt abzuwarten. Das Schicksal des Drahtziehers dürfte trotz "guter Absichten" dasselbe sein wie bei seinem internationalen Vorbild: Anklage, Prozess und mögliche Haftstrafe wegen Betruges. "Ähnlich wie bei Bannersbroker, aber deutsches Unternehmen!" Nun denn...

Pressemeldung zum Thema
» GlobePartners: Oliver Brecht geht mit Börsenroulette auf Bauernfang
» Schneeballsystem mit Paraguay-Investments: Power Passiv Rente Eco 365
» Die eigenartigen Pechsträhnen des Mallorca-Forex-Traders Dörg Pech
» MG Marketing GmbH: Gebührenschinderei oder Schneeballsystem?
» WELLSTAR Christian Wiesner: Beauty Style Clubs zum arm werden?
» WELLSTAR: Marke BYAS nur ein Billig-Label aus China?
» Vito und der Rückabwicklungs-Beweis, Senator Michael Braun!
» Razzia bei 2 Notaren, 6 Schrottimmobilien-Händler verhaftet
» Berlin: Vom Mitternachtsnotar zum Verbraucherschutzsenator?
» Großrazzia bei Managern der BESTLIFE SELECT AG und SAM AG
» S&K: Daniel Fritsch - der Spesenkönig?

Beiträge zum Thema
» Marketing Terminal GmbH - GF Nicole Müller
» Wellstar-International
» Wieder mal betrogen = innoflex.de
» FlexStrom

Kategorien zum Thema
» MLM Firmen A - Z
» Private: HINTERGRUENDE

» Mehr

 

01. November 13, 01:00:00

Schutz vor NSA-Spionage im Internet


Vor vier Monaten machte Edward Snowden öffentlich, dass er als ehemaliger Systemadministrator des US-Geheimdienstes NSA (National Security Agency) jederzeit jeden Menschen heimlich überwachen hätte können, wie er dem Guardian sagte.

Der South China Morning Post erläuterte er, die NSA hacke sich in die Backbones des Internets, was der Behörde Zugang zu Hunderttausenden Kommunikationsvorgängen gleichzeitig verschaffe. Backbones sind untereinander verbundene große Netzwerke von individuellen Internetdienstanbietern.

In 41 PowerPoint-Folien präsentierte Snowden zum Beispiel das System Prism, das die Onlinekommunikation von Menschen aus aller Welt überwachen kann. Also die E-Mails, Bilder, Videos und andere Dateninhalte all jener, die Produkte und Dienstleitungen von Google, YouTube, Facebook, Microsoft, dem Intenettelefoniedienst Skype, PalTalk, AOL, Yahoo und Apple nutzen. Das geschehe entweder über eine Schnittstelle, über die die Firmen die Daten per Gerichtsbeschluss ableiten, oder laut Snowden auch per direktem Zugriff (Hacken) auf die Server.

Prism habe laut Snowden noch drei Geschwister: Mainway sammelt, wer mit wem wie lange telefoniert. Nucleon hört Telefongespräche ab und wertet den Inhalt aus. Marina kontrolliert, wer wem wann eine E-Mail geschickt hat, oder wer wann und wie lange online war, und welche Internetseiten er dabei aufgerufen hat.

Wie aus Unterlagen aus dem Archiv von Edward Snowden hervorgeht, die der SPIEGEL einsehen konnte, überwacht die NSA weite Teile des internationalen Zahlungsverkehrs sowie Banken und Kreditkartentransaktionen. Danach ist ein NSA-Zweig namens "Follow the Money" für das Ausspähen von Finanzdaten zuständig. Die dort gewonnenen Informationen fließen in eine NSA-eigene Finanzdatenbank namens Tracfin. 2011 enthielt sie 180 Millionen Datensätze. Beim Gros der Daten, 84 Prozent, handelte es sich um Kreditkartendaten wie etwa von VISA.

In der NSA-Datenbank Tracfin landen aber auch Daten der in Brüssel beheimateten Genossenschaft Swift, über die Tausende Banken ihren internationalen Zahlungsverkehr abwickeln und die von der NSA als "Ziel" definiert wird. Einer der Zugangswege zu den Swift-Informationen besteht den Dokumenten zufolge darin, den "Swift-Druckerverkehr zahlreicher Banken" auszulesen.

Ist man dieser Total-Schnüffelei völlig schutzlos ausgeliefert, oder gibt es Möglichkeiten, ohne Überwachung im Internet zu kommunizieren, einzukaufen und Geld zu überweisen?

Es gibt Möglichkeiten der Selbsthilfe.

"Hilflos sind Sie den Datenspionen aber nicht ausgeliefert", schreibt zum Beispiel der Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. (VZBV) aus Berlin in seinem Ratgeber "Meine Daten gehören mir", den man im Internetshop der Dachorganisation aller Verbraucherzentralen für 9,90 Euro zuzüglich Versandkosten erstehen kann. Der Ratgeber zeige, wie man sich schützen kann.

"Sicherheit im Internet für Alle" verspricht der forensische IT-Inspektor und IT-Fachbuchautor Thorsten Petrowski aus Brüssel in seinem im Juli 2013 erschienenen gleichnamigen Aufklärungsbuch (Kopp Verlag, Rottenburg, 256 Seiten, 14.95 Euro ohne Versandkosten innerhalb Europas online bestellbar).

Der Finanznachrichtendienst GoMoPa.net hat ein paar praktische Tipps zusammengestellt, wie man sich mit einfachen Maßnahmen vor Spionage im Internet schützen kann.

Tipp Nummer 1: Anonym bezahlen und anonym Geld erhalten

Die Wirecard Bank AG aus Aschheim bei München bietet über ihren Internet-Bezahldienst Mywirecard.de eine gebührenfreie virtuelle Mastercard auf Prepaid-Basis an.

Damit kann man jede Summe in Sekunden rund um die Uhr versenden oder empfangen. Auf der Kreditkarte erscheint der Name, den sie festlegen, er wird nicht von der Wirecard Bank AG überprüft, also auch nicht per Post-Identverfahren.

Es kann also auch ein Phantasiename sein. Die Karte kann per Bareinzahlung an Tankstellen oder Kiosken oder per Überweisung oder Sofortüberweisung oder per sonstiger Kreditkarte aufgeladen werden.

Falls die virtuelle Kreditkarte zum ersten Mal per Überweisung oder Sofortüberweisung von einem Konto aufgeladen werden soll, muss man eine funktionierende Bankverbindung bei mywirecard.de angeben. Mywirecard überweist einen Cent mit einem Code auf das Konto. Der Code wird auf dem Kontoauszug angezeigt, gibt man diesen dann bei Mywirecard.de ein, ist die virtuelle Kredit-Mastercard für zwei Jahre freigeschaltet. Wem das Konto gehört, auf den der Cent einging, spielt keine Rolle. Hauptsache man kennt dann den Code zur Aktivierung der Masercard.

Jede Aufladung bar an Tankstellen oder in Kiosken kostet 4 Prozent, also bei 50 Euro 2 Euro. Jede Überweisung per Konto oder Kreditkarte auf das virtuelle Kreditkartenkonto, das übrigens durch den Einlagensicherungsfonds der deutschen Banken geschützt ist, kostet 1 Euro, egal in welcher Höhe.

Es gibt kein Limit. Überweisungen im SEPA-Raum sind kostenlos, außerhalb werden 1,5 Prozent vom Umsatz berechnet.

Beim Bezahlen im Internet gibt man gewöhnlich nur drei Nummern an: die Kartennummer, das Ablaufdatum und die Kartenprüfnummer. Mehr nicht. Wer der Karteninhaber ist, bleibt anonym.

Will man zur virtuellen Karte noch eine Karte in Plastikform, so wird diese auf Wunsch an die Adresse und auf den Namen meiner Wahl innerhalb von 10 Tagen zugesandt. Die Jahresgebühr beträgt 24,90 Euro plus Versand. Barabhebungen kosten mit dieser Plastikkarte eine Gebühr von 2 Prozent, mindestens jedoch 4,50 Euro. Ansonsten kann man auch damit völlig anonym weltweit shoppen gehen.

Wer Visa bevorzug, kann sich eine Visacard der Wirecard Bank AG gleich zum Mitnehmen für 9,95 Euro an Tankstellen und Kiosken kaufen. Sie gilt für den Preis ein Jahr. Die Bedingungen sind wie bei der Mastercard von Mywirecard.de, nur dass es keine virtuelle Visa Card gibt, nur eben eine virtuelle Master Card.

Tipp Nummer 2: Anonym im Internet surfen

So wie man einer echten Kreditkarte eine anonyme virtuelle Kreditkarte vorschalten kann, kann man auch seiner echten Identität im Internet eine virtuelle Identität mit einem Künstlernamen vorschalten. Das ist natürlich im Geschäftsverkehr nicht erlaubt und sogar strafbar, insbesondere, wenn man sich als eine andere, bereits existierende echte Person ausgibt, aber privat kann man sich mit einer Künstleridentität durchaus sehr effektiv vor dem Ausspähen schützen und gegen den Missbrauch seiner Daten abschirmen.

Man besorgt sich bei einem Anbieter, der auch eine automatische E-Mail-Weiterleitung anbietet, eine zweite kostenlose E-Mail-Adresse mit Phantasienamen.

Bei der Postanschrift darf man nicht zu weit abschweifen. Da es Webseiten gibt, die die Echtheit einer Adresse überprüfen. Manche Anbieter kostenloser E-Mail-Adressen verlangen die Bestätigung der Anmeldung über eine bereits bestehende E-Mail-Adresse. Es kann also nützlich sein, noch eine dritte E-Mail-Adresse (bei einem nicht so strengen Anbieter) eingerichtet zu haben, natürlich auch mit einem Künstlernamen.

Mit ihrer alten E-Mail-Adresse kommuniziert man weiterhin mit vertrauten Menschen.

Die Zweit-E-Mail wird immer angegeben, wenn man sich auf einer Webseite registriert. Man richtet im Zweit-E-Mail-Account eine Weiterleitung auf die eigentliche alte E-Mail mit richtigem Namen. Man behält so die Kontrolle und kann die Weiterleitung abschalten, sollten sich Spams häufen. So bleibt die Hauptadresse sauber.

Tipp Nummer 3: Möglichst wenig Spuren hinterlassen

Egal ob mit virtueller Identität oder mit echter Identität, man sollte immer im Modus "Private Browsen" ins Internet gehen. Microsoft nennt dieses private Browsen für seinen Internet Explorer "InPrivate". Aktiviert man dieses, bewahrt der Internet Explorer keine temporären Dateien auf, hinterlegt nichts und deaktiviert alle Add-Ins und Programmstarts von Java/JavaScript, die sonst oft unbemerkt im Hintergrund und ohne eigene Kontrolle ablaufen.

Nutzt man nach dem Starten des Computers kein Reinigungsprogramm wie den CCleaner, dann sollte man stets vor dem ersten Gang ins Internet rechts oben beim Aufrufen des Internetprogramms auf Verlauf klicken und alle Browserdaten löschen. Damit kann niemand mehr sehen, wo sie beim letzten Mal waren.

Tipp Nummer 4: einen fremden Server (Proxy Server) vorschalten

Die IP-Adresse verrät ihren Computer, sie wird stets nach außen kommuniziert. Aber man kann sich bei einem kommerziellen Anonymisierungsdienst einen virtuellen Server mit einer IP-Adresse im Ausland kaufen, der zudem alle Daten vom und zum eigenen Server verschlüsselt überträgt.

Bei Computerfans, Hackern oder Interessengruppen gibt es solche Proxy Server auch umsonst, aber man kann nicht sicher sein, dass man wirklich sicher ist. Nur wenn man einfach nur Webseiten aufrufen will, ohne dabei mit IP-Adresse erkannt zu werden, wäre dagegen nichts einzuwenden. "Auf keinen Fall sollten Sie Internet-Banking oder Online-Bestellungen über Proxy-Server tätigen. Das wäre den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben", schreibt Thorsten Petrowski in "Sicherheit im Internet für Alle".

Wie man einen ordentlichen Proxy Server erhält beschreibt Petrowski so:

Zitat:


Internet-Suchdienste wie Google liefern sehr schnell Übersichten über private Proxy-Server. Eine gute Quelle ist übrigens auch Proxy.speedtest.at oder Proxy-listen.de.

Wenn Sie dort auf den Tab mit Anonym klicken, bekommen Sie eine umfangreiche Übersicht.

Wie nutzt man einen Proxy-Server?

Kommerzielle Dienste liefern meist ein Zusatzprogramm, ein Plug-In für Ihren Browser.

Bei den privaten Proxys müssen Sie selber Hand anlegen.

Wenn Sie eine Liste mit Proxys gefunden haben, markieren Sie die IP-Adresse des gewünschten Proxys und kopieren Sie sie mit den Tasten STRG und C. In den meisten Listen steht auch noch, auf welchem Port der Proxy angesprochen werden möchte - das können Sie sich merken.

Im Internet Explorer wählen Sie dann im Einstellungsmenü Internetoptionen, dort die Registertabe Verbindungen.

Klicken Sie auf LAN-Einstellungen.

Sie sehen ungefähr Folgendes unter Einstellungen für lokales Netzwerk: Proxyserver

Adresse (weißes Feld): 201.211.240.86 Port (weißes Feld): 8080.

Fügen Sie nun bei Adresse die IP-Adresse des Proxy-Servers ein. Bitte nicht vergessen, bei Port den richtigen Port einzutragen. Prüfen Sie, dass ein Häkchen bei Proxyserver für LAN verwenden gesetzt ist.

Ein Klick auf OK übernimmt die Einstellungen.

Und auf einmal befinden Sie sich nicht mehr in Deutschland, sondern in Venezuela.

Vergessen Sie bitte nicht, den Proxyeintrag zu deaktivieren, sobald Sie wieder "normal" surfen möchten.


Im privaten und Geschäftsleben kommt man ja kaum noch an Facebook vorbei. Hier lautet der entscheidende Tipp vom IT Forensiker Petrowski: Finger weg von Like-Sammlern wie "Gefällt mir" (es sei denn man will extrem vernetzt werden und ganz viel Werbung haben) und Finger weg von "Diese Anwendung erhält Zugriff auf Deine allgemeinen Informationen, Deine E-Mail-Adresse, Deinen Geburtstag".

Mit der harmlosen Nachfrage von Facebook, ob die Anwendung (zum Beispiel eine Seifenblase platzen lassen mit dem Spiel Bubble) auf persönliche Daten oder das Adressbuch zugreifen kann, opfert man jedwede Privatsphäre. Also niemals Zugriffsrechte erteilen. Facebook erinnert einen auch ohne Drittanbieter automatisch an Geburtstage. Nun denn...

Pressemeldungen zum Thema
» Serie "Aussteigen, aber richtig" - Teil I: Der Scheinaussteiger
» Serie "Aussteigen, aber richtig" - Teil II: Die drei Persönlichkeiten des Scheinaussteigers
» Fünf goldene Regeln wenn die Steuerfahndung klingelt.
» Immobilien steuerfrei verkaufen und Konten weiß waschen
» Diskretes Auslandskonto ohne Schufa und ohne Reisen
» Abgetaucht
» Vermögenssicherung im unabhängigen Panama
» Aussteigerfarm in Panama - mit 10.000 Euro sind Sie dabei
» Monaco bleibt Steuerparadies für Private - Firmen werden zur Kasse gebeten und verraten
» Firmensitz auf den Seychellen - ja, aber ohne Konto
» Wie sicher ist das Bankgeheimnis in Hongkong und Singapur?
» Dr. Fiala: Pfändungsschutz - die Tücken in Versorgungswerken, in Liechtenstein und der Schweiz
» Uruguay: anonyme Konten und lohnende Investments
» Steuersünder-Paradies Deutschland
» Schwarzgeld-Paradiese geben Bankgeheimnis auf
» Gibraltar - die legale EU-Steuerfluchtinsel
» EU-Steueroasen: So geht es ganz legal!
» Firmen-Steueroasen in der EU

Beiträge zum Thema
» USA haben Zugriff auf weltweite Bankdaten
»NSA: Warum Sie Ihr Gold gut verstecken sollten
» Facebook und NSA
» Wegweiser fürs Aussteigen
» Auswandern und Ab
» Der Albtraum von der Auslandsimmobilie
» Für immer auf die Insel

Kategorien zum Thema
» Nachrichten & Meldungen
» Offshore, Banken, Gesellschaften, Stiftungen und Trusts
» Steuerberatung & Steueroptimierung
» Wirtschaft
» Gold
» Kommentare & Meinungen

 

02. November 12, 01:00:00

Neue Mitternachtsnotare aus der Schrottimmobilienszene


Nachdem Anfang des Jahres in Bremen Notar Werner Degenhardt seinen Notartitel abgelegt hat, weil mit seiner mutmaßlichen Hilfe sogar Penner mit getürkten Geschäftsführer-Gehältern und erschlichenen Bankkrediten Eigentumswohnungen kaufen konnten, und nachdem in Berlin der Notar Michael Braun (CDU, 56) als Verbrauchschutz-Senator am 12. Dezember 2011 zurücktreten musste, weil er den finanziellen Ruin von Wohnungskäufern beurkundet hatte, und sein Amtskollege Marcel Eupen (51) am 18. Juli 2012 als Mitternachts-Notar einer verurteilten Schrottimmobilien-Bande verhaftet wurde und in Untersuchungshaft sitzt, tauchen nun auch in Hessen neue Namen von Mitternachtsnotaren aus der Schrottimmobilienszene auf, mit denen sich die Justiz beschäftigt.

Das Wort Mitternachtsnotar hat sich für Notare eingebürgert, die für windige Immobilienvertriebe in einer Art Dauerbereitschaft zur Verfügung stehen und auch mal zu Unzeiten Ihren Stempel auf ein verbindliches Kaufangebot eines meist überrumpelten Kunden drücken und nicht bohrend nachforschen, ob auch wirklich, wie vorgeschrieben, 14 Tage zwischen der Aushändigung eines Vertrages und dem Notartermin verstrichen sind, oder ob der Kaufpreis nicht sittenwidrig überhöht sein könnte.

Ein Notar auf der Anklagebank

Gestern wurde vor der 9. Strafkammer des Landgerichts Darmstadt dem Notar Norbert L. (67) aus Kronberg im Taunus die Anklageschrift wegen des Verdachts des bandenmäßigen Immobilienkredit-Betruges verlesen. Neben dem Notar saßen neun mutmaßliche weitere Bandenmitglieder auf der Anklagebank.

Norbert L. soll als Notar in Kenntnis der überhöhten Preise einige Kaufverträge beurkundet haben, erfuhr der Finanznachrichtendienst GoMoPa.net von der Pressestelle des Landgerichts Darmstadt. Der Prozess begann am 24. August 2012. Das Urteil soll nach 17 angesetzten Verhandlungstagen am 7. Dezember 2012 gesprochen werden.

Den insgesamt 10 Angeklagten wird vorgeworfen, aufgrund eines gemeinsamen Tatplanes in unterschiedlicher Beteiligung in zahlreichen Fällen von November 2006 bis März 2010 in Raunheim, Offenbach, Wiesbaden und anderenorts Immobilien zu weit überhöhten Preisen an kreditsuchende Personen mit schlechter Bonität verkauft zu haben. Die Angeklagten sollen Kreditanträge zur Finanzierung der Kaufpreise in Höhe von über 5,9 Millionen Euro gestellt haben, die auch zur Auszahlung gelangten. Teilweise sollen gefälschte Bonitätsnachweise vorgelegt worden sein.

Die meisten Kredite sollen - wie von allen Angeklagten zumindest billigend in Kauf genommen - notleidend geworden sein; aufgrund Minder-Erlöses bei notwendig gewordenen Zwangsversteigerungen soll den Banken ein tatsächlicher Schaden entstanden sein.

Der Angeklagte Siegfried Scheffler (49) aus Wiesbaden ist Mitbesitzer und Mitgeschäftsführer der Bauträgerfirma K&S Bauträger GmbH aus der Emil-Krag-Straße 3 H in Wiesbaden und einer ASG Grundbesitz GmbH an gleicher Stelle. Während Scheffler trotz des Strafprozesses seine Mitgeschäftsführerposten in beiden Firmen weiterführt, ist er als Geschäftsführer der Magenta Grundbesitz GmbH in der Frankfurter Straße 10 in Wiesbaden, die ihm ebenfalls zur Hälfte gehört, am 19. Oktober 2011 zurückgetreten.

Scheffler soll überhöhte Quadratmeterpreise für die verkauften Eigentumswohnungen festgelegt haben. Zur Vermittlung der Wohnungen unter anderem in Mainz und Raunheim sollen für ihn die Angeklagten Levent I. (42), Tarik S. (29), Gülay K. (47), Ali T. (50), Özkan D. (40), Muhammet A. (32) und Yilmaz H. (71) als Vermittler tätig gewesen sein, wobei teilweise schriftliche Vereinbarungen über die Gewinnverteilung getroffen worden sein sollen.

Der weitere Mitangeklagte Roland M. (61), Inhaber einer Einzelunternehmens zum Verkauf von Immobilien, soll die Firmen der Angeklagten Levent I. und Yilmaz H. mit dem Vertrieb beauftragt haben.

Ohne die getürkten Papiere von Scheffler und den Amtsstempel von Norbert L. unter den verbindlichen Kaufverträgen wären die Banken wohl nicht bereit gewesen, 5,9 Millionen Euro an Krediten auszureichen.

Zwei Notare zu jeweils mehr als fünf Jahren Haft verurteilt

Einen Tag zuvor, am 4. September 2012, waren von der gleichen Strafkammer des Landgerichts Darmstadt die beiden hessischen Notare Dr. Peter Simon (61, siehe Ausriss aus fnp.de) aus Limburg an der Lahn (Offheimer Weg 46a) und Hans-Peter Schäfer aus Rüsselsheim (Burggrafenlacher Weg 4) wegen Beihilfe zum bandenmäßigen und gewerbsmäßigen Immobilienkredit-Betrug und zur Urkundenfälschung zu fünf Jahren und sechs beziehungsweise zehn Monaten Haft verurteilt. Ein dritter mitangeklagter Notar, Klaus Stuart, Sozius von Dr. Peter Simon aus Limburg, konnte nicht verurteilt werden, weil er zwischenzeitlich starb.

Die Notare sollen zu einer insgesamt 14köpfigen Schrottimmobilien-Bande um die Maklerin Sabine H. (46) aus Hanau gehört haben.

Die Rädelsführerin wurde ebenfalls am 4. September 2012 vom Landgericht Darmstadt zu zwölfeinhalb Jahren Haft verurteilt. Sie brach bei der Urteilsverkündung in Tränen aus.

Sechs Mittäter, darunter ihre "rechte Hand", die Unterlagenfälscherin Ingrid Sch., die Makler Christian S. und Desmond Q.-J. aus Wiesbaden, Lothar D. aus Rüsselsheim und Robert H. (55) aus Wiesbaden, bekamen mehrjährige Haftstrafen.

Vier Mittäter waren schon im April 2011 zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Gegen einen Handlanger ist ein Extraprozess geplant.

Das Landgericht Darmstadt sah es im Fall der Notare und Makler als erwiesen an, dass kreditgebende Banken durch gefälschte Unterlagen um sieben Millionen Euro geschädigt wurden. Für die Käufer der Immobilien "führten die Taten meist zum finanziellen Ruin."

Vom 9. Mai 2003 bis 24. April 2008 soll Sabine und ihre Bande laut Ermittlungen der Staatsanwaltschaft in 450 Fällen bei 23 Banken Immobilienkredite in Höhe von 25 Millionen Euro eingereicht haben. Ausgezahlt seien in 200 Immobiliengeschäften 14,3 Millionen Euro. Verhandelt wurden schließlich nur 106 Fälle mit einem Schaden von 7 Millionen Euro.

Sabine H. und ihre Helfer kauften jeweils für einen Appel und ein Ei heruntergekommene Immobilien vor allem in Ostdeutschland, aber auch von der inzwischen insolventen Casa Art Immobilien Beteiligungs GmbH des Geschäftsführers Axel Kuhn und des Verkäufers Steffen Roth in Wiesbaden, einer "Keimzelle unzähliger betrügerischer Geschäfte", wie der Wiesbadener Kurier schrieb.

"Wertsteigerung durch Teilung", beschreibt ein Ermittler vor Gericht das Geschäftsmodell. Häuser werden gekauft, dann einzelne Wohnungen völlig überteuert losgeschlagen, es werden Kredite erschlichen.

Casa Art "verkaufte" zum Beispiel dem Wiesbadener Hartz-IV-Empfänger Alfred F. (55) ein unsaniertes Haus in der Schneebergstraße in Wiesbadener Stadtteil Schierstein für 725.000 Euro. Der Hilfsbedürftige brauche nur unterschreiben und seinen Ausweis zur Verfügung stellen.

Für diesen Gefallen sollte er 10.000 Euro erhalten. Am Ende bekam Alfred F. nur 50 Euro Trinkgeld und stand später als Helfer der Kreditbetrügerbande vor Gericht. Er kam mit einer Bewährungsstrafe davon.

Sinn und zweck des Ganzen war, dem unsanierten Haus einen hohen Wert zu verleihen. Denn am selben Tag, an dem Alfred F. den Kaufvertrag für das Haus über 725.000 Euro unterschrieb, unterschrieb er auch einen Verkauf einer Wohnung aus diesem Haus an den nächsten Hilfsbedürftigen.

Den Kauf dieser Wohnung aus einem scheinbar solide mit Eigenkapital erworbenen Haus finanzierte nun eine Wiesbadener Bank gern. Und bewilligte dem neuen Käufer, den die Bande von Sabine H. besorgte, einen Kredit in Höhe von 230.000 Euro, den die Bank auf ein Notarkonto überwies (das Geld ging von da selbstredend nicht an Alfred F., sondern an die Casa Art und die Sabine H.-Truppe).

Erst als der Kredit nicht bedient wurde und die Bank die Wohnung versteigern wollte, kam heraus, dass sie eigentlich nur einen Verkehrswert von 100.000 Euro hat. Der Schaden für die Bank: 130.000 Euro.

Die Makler inserierten Kleinkredite ohne Schufa

Solche Fälle produzierten die Fälscher um Sabine H. und deren Notare am laufenden Band. Käufer und Kreditnehmer für die hochfrisierten Wohnungen fanden Sabine H. & Co. über Anzeigen. Sie inserierten die Besorgung von Kleinkrediten ohne Schufa.

Für die kleinen Geschäftsleute und Geringverdiener, die sich auf den Kleinkredit plus einem Geschenk einer Wohnung, die ihnen nach 15 Jahren gehören würde, da sich der dafür aufzunehmende Kredit von alleine durch Mieten trage, bedeutete das Geschäft den finanziellen Ruin.

Die Staatsanwaltschaft Darmstadt leitete bereits im Jahre 2006 ein Ermittlungsverfahren ein, nachdem eine Anzeige wegen Geldwäsche gegen die Makler eingegangen war.

Am 12. Mai 2009 rückten Polizei und Staatsanwaltschaft zu einer Razzia in 70 Objekten aus. Die Notare und Sabine H. sowie Ingrid Sch. saßen bis zur Urteilsverkündung am Dienstag dieser Woche in Untersuchungshaft.

Die Notare haben die Kreditgelder entgegengenommen und zum größten Teil an die Makler verteilt. Damit die Banken auszahlten, wurde über Nacht auf dem Papier aus zahlungsunfähigen Handwerkern, finanziell klammen Kosmetikerinnen oder kleinen Ladenbesitzern plötzlich wohlhabende Bürger. Den Banken wurde vorgegaukelt, die Wohnungskäufer hätten ein Monatseinkommen von 8.000 Euro.

Eingereicht wurden manipulierte Gehaltsabrechnungen, Steuerbescheide und Kontoauszüge. Die Notare beurkundeten die verfälschten Exposes der Häuser und Wohnungen. In manchen Fällen sei eine Wohnung auf dem Papier so viel wert gewesen wie real das ganze Haus.

Notar Dr. Peter Simon - ein "auf Betrug spezialisierter Kanzleibetrieb"

Notar Dr. Peter Simon aus Limburg habe dafür nach Überzeugung des Gerichts seinen "auf Betrug spezialisierten Kanzleibetrieb" bereitgestellt. Dr. Simon war am Morgen des 12. Mai 2009 aus seiner Villa in Hangenmeilingen abgeholt worden, weil er 40 Verträge mit "nicht werthaltigen Immobilien beurkundet hatte".

Der Vorsitzende Richter Rainer Buss am Landgericht Darmstadt verwies schon zu Prozessauftakt im August 2010, wo es darum ging, ob Notar Dr. Simon noch weiter in Untersuchungshaft bleiben müsse, was das Gericht bejahte, auf drei Vorstrafen. 2003, 2006 und 2008 hat das Limburger Landgericht Dr. Simon jeweils wegen Betrugs, einmal in Tateinheit mit Konkursverschleppung und zuletzt in Verbindung mit Untreue, verurteilt. Das letzte Urteil (vier Jahre und drei Monate Haft) war erst im Mai 2010 rechtswirksam geworden. Seit dem 1. Juni 2010 sitzt Dr. Simon dafür, überstellt aus der U-Haft, ein.

In seinem Schlusswort bat er nun am vergangenen Dienstag vor der 9. Strafkammer um Gnade. Der Limburger Ex-Notar hatte schließlich als erster Angeklagter seine Beteiligung gestanden. "Mir war klar, dass da etwas faul war", sagte er.

"Nie eine Amtsperson"

Vor fast zwei Jahren, am 26. September 2010, hatte Dr. Simon vor Gericht ausführlich über seinen schnellen Aufstieg und tiefen Fall berichtet. Während einer kaufmännischen Ausbildung reifte der Entschluss, Rechtsanwalt zu werden, notierte die Frankfurter Neue Presse als Prozessbeobachter. Der junge Mann holte deshalb 1972 das Abitur nach und machte sich nach dem Jura-Studium 1985 selbstständig.

Dass sein Vater in Hangenmeilingen Bürgermeister gewesen sei, habe für ihn erhebliche Vorteile gehabt, erläuterte Dr. Simon. Die Kanzlei entwickelte sich prächtig, Ende der 1990er-Jahre beschäftigte sie 40 Mitarbeiter. Es gab allerdings auch schnell Probleme: "Ich war nie eine Amtsperson", sagte Dr. Simon. Die Entscheidung, sich um ein Notariat zu bewerben, bezeichnete er als die schlechteste seines Lebens. Nach mehreren Regressen erfolgte 2005 die vorläufige Amtsenthebung.

Der Vorwurf der Anklage, Dr. Simon habe als Mitglied der Bande in großem Stil abkassiert, konnte nicht bewiesen werden. Wenn Geld geflossen ist, dann unter der Hand. Dr. Simon "begnügte" sich mit den Notar-Gebühren für die Millionen-Geschäfte.

Das Urteil lautete nun dennoch auf fünfeinhalb Jahre Haft ohne Bewährung. Dem Antrag der Verteidigung, dass drei Jahre der neuen Haftstrafe als vollstreckt gelten sollen, gab die 9. Strafkammer nicht nach. Die alte Strafe könne nicht auf die neue angerechnet werden. Die Richter berücksichtigten allerdings die so genannte Härteausgleichsklausel, weil Dr. Simon aufgrund des langen Prozesses von 122 Verhandlungstagen nicht vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen beziehungsweise die Strafe nicht zur Bewährung ausgesetzt werden konnte.

Auch Notar Hans-Peter Schäfer war der Justiz bekannt

Und der zweite nun verurteilte Notar Hans-Peter Schäfer aus Rüsselsheim stand bereits früher wegen des Verdachts auf Bestechlichkeit unter Anklage. Das Landgericht Darmstadt stellte die Ermittlungen letztlich gegen Zahlung einer Geldbuße ein und Schäfer blieb zunächst im Amt.

Nach seiner Verhaftung am 12. Mai 2009 war er seines Amtes enthoben worden. Das Landgericht Darmstadt hatte bereits zwei Tage später Rechtsanwalt und Notar Thomas Müller aus Rüsselsheim als Vertreter von Rechtsanwalt und Notar Hans-Peter Schäfer bestellt.

Die faulen Geschäfte mit Schrott-Immobilien bezeichnete der Vorsitzende Richter Rainer Buss als "eine hemmungslose, von Gier getriebene Bereicherung." Die Angeklagten hätten Käufer wie Kreditgeber mit "höchster krimineller Energie" getäuscht und belogen.

Die hohen Strafen für die Notare begründete der Vorsitzende Richter mit dem Hinweis, "ohne die Helfer wäre es nicht gegangen." Die Juristen hätten den Drahtziehern ihr eingespieltes Service-System zur Verfügung gestellt und dadurch die kriminellen Machenschaften ermöglicht. Nun denn ...

Pressemeldungen zum Thema
» Bremen: Penner konnten Eigentumswohnungen kaufen
» Der Rückabwicklungs-Beweis, Senator Michael Braun!
» Mitternachtsnotar Marcel Eupen: Haftverschonung abgelehnt

Beiträge zum Thema
» Betrug mit Schrott-Immobilien - ein Mammut-Prozess
» Notar Werner Degenhardt, Sögestrasse 42, Bremen
» Schwere Vorwürfe gegen Ex-Justizsenator Michael Braun
» Beschwerden gegen Berliner Notare im Zusammenhang mit dem Verkauf von Schrottimmobilien
» Mitternachtsnotare
» Casa Art - Vermögensgesellschaft - Axel Kuhn

Kategorien zum Thema
» Buschtrommel
» Schrottimmobilien
» Nachrichten & Meldungen

 

02. November 11

Michael Krall: Flop mit Lueshe-Mine und Liso Goldmines im Kongo


Convent Der Wiener Buntmetallhändler Michael Krall (64, auf dem Foto links copyright Liso Goldmines PLC) sicherte sich vor 12 Jahren im Kongo die Bergbaurechte für einen 9.800 Quadratkilometer großen Claim voller seltener Metalle.

Schwer war es allerdings nicht, die Schürfrechte vom damaligen Präsidenten Laurent Kabila für diesen Claim zu bekommen. Der Claim liegt mitten im Kivu-Rebellengebiet, das sich mit Unterstützung vom benachbarten Ruanda mit der kongolesischen Zentralregierung in Kinshasa einen bis heute andauernden Bürgerkrieg liefert - mit inzwischen mehr als 6 Millionen Toten.

OKIMO, der staatliche Bergbaubetrieb der Republik Kongo, hat sich mitte der 1990er Jahre aus dem Krisengebiet zurückgezogen und kassiert nur noch von den einheimischen Schürfern, die sonst keine Arbeit hätten und etwa 20 Dollar pro Tag verdienen, Lizenzgebühren für die schwere Arbeit. Die Schürfer arbeiten ohne Maschinen.

Convent Der Claim, den Krall zugesprochen bekam und den Krall wegen des Namens seiner Firma Krall Metal Congo Scarl heute als KMC-Area bezeichnet, liegt westlich von der Kivu-Provinzhauptstadt Goma und schließt auch den Ort Lueshe ein. In Lueshe wiederum befindet sich die einzige industriell betriebene Bergbaumine Ostkongos.

Und die hat zum Leidwesen Kralls einen deutschen Besitzer, der auch noch viel ältere Schürfrechte als Krall aufweisen kann. Die Lueshe-Mine gehört seit 1982 zu 70 Prozent der Gesellschaft für Elektrometallurgie (GfE) mit Sitz in Nürnberg. 20 Prozent gehören dem kongolesischen Staat. Das deutsch-kongolesische Gemeinschaftsunternehmen heißt Somikivu (Societe Miniere du Kivu). 10 Prozent waren Streubesitz und sind seit 1. September 2011 im Besitz der russischen Aktiengesellschaft Klyuchjevskii Ferroalloy Plant (KFP), die in ihrer Fabrik in Swerdlowsk seltene Metalle vorlegiert und dem russischen Bergbaukonzern Rosspessplav gehört. Die russische KFP weist wiederum als einzigen Übersee-Verkaufsagenten einen Deutschen auf: die Ostwind Metallhandels GmbH in Reutlingen bei Stuttgart.

An dieser deutschen Mine nun mitten in seinem Claim biss sich Krall bis heute vergeblich die Zähne aus.

Wegen der Kriegswirren stellte die Somikivu die Produktion in der Lueshe-Mine im Jahre 1993 offiziell ein. Inoffiziell produzierte die Mine aber bis zum Jahre 2005 weiter das in der Handy-, Computer- und Raketenindustrie so unentbehrliche und zugleich so seltene Schwermetall Niob. Seit 2005 sucht die GfE in Nürnberg einen Käufer, der die Produktion wieder aufnimmt. Im Gespräch ist Rosspessplav. Krall hat wohl kein Angebot abgegeben.

Über den Verkauf würde sich auch die deutsche Bundesregierung freuen, da sie dann ihre umgerechnet 4 Millionen Euro Ausfallbürgschaften zurückbekommen würde, die sie im Jahre 2000 an die GfE gezahlt hat. Diesen Schaden der Bundesregierung müsste der neue Käufer ersetzen.

Zum aktuellen Sachstand in Sachen Lueshe-Mine befragt, teilte der Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums, Tobias Pierlings, dem Finanznachrichtendienst GoMoPa.net am 26. September 2011 mit:

Deutsche Pyrochlor-Mine in Lueshe nördlich von Goma<br /> im Rebellengebiet Ostkongo
Deutsche Pyrochlor-Mine in Lueshe nördlich von Goma
im Rebellengebiet Ostkongo

Zitat:


Sehr geehrter Herr Siewert,

vielen Dank für Ihre Rückfragen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie teilt Ihnen dazu mit, dass die Bundesregierung die Haupteigentümerin der Minengesellschaft Somikivu, die Gesellschaft für Elektrometallurgie mbH, Nürnberg (GfE), nach wie vor dabei unterstützt, einen geeigneten Investor zu finden, der sich im Rahmen der Extractive Industries Transparency Initiative (EITI) und unter Berücksichtigung der OECD-Leitlinien einem verantwortungsvollen Betrieb der Mine verschreibt.

Als Anteilsverkäuferin obliegt es der GfE, sich mit einem möglichen Investor über vertragliche Details, wie beispielsweise den Kaufpreis für die Anteile, zu einigen.

Nach Kenntnis der Bundesregierung findet derzeit kein Rohstoffabbau in der Mine Somikivu statt. Die Bundesregierung kann keine Bewertung rechtlicher Vorgaben der Demokratischen Republik Kongo vornehmen. Es obliegt einem zukünftigen Investor, sich über die rechtlichen Voraussetzungen und die zum Rohstoffabbau benötigten Genehmigungen zu informieren.

Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag
Tobias Pierlings


Die Lueshe-Mine war einer der drei Hauptproduzenten für Niob in der Welt. Die anderen Minen sind in Brasilien und Kanada. Alle drei Minen sind in der Hand der New Yorker Firma Metallurg Incorporation. Die Lueshe-Mine gehört deshalb ebenfalls Metallurg, weil die deutsche GfE in Nürnberg eine Tochter der amerikanischen Firma ist.

Krall wollte nun mit seinen 1999 erworbenen Schürfrechten gegen diese alte Konstellation ankämpfen und holte sich eine Abfuhr nach der anderen. Sowohl 2004 als auch noch einmal im Jahre 2009 bekräftigte die Kongolesische Regierung, dass die Lueshe-Mine der Somikivu und damit den Deutschen gehört. Eine interministerielle Kommission des Landes habe Krall sogar gewarnt, endlich aufzuhören, auf Lueshe Anspruch zu erheben.

Krall Metal habe kein Recht auf Lueshe. Er könne sich ja an den ICSID (International Centre for Settlement of Investment Disputes), einer Schlichtungsstelle der Weltbank Gruppe in Washington, wenden, wenn es ihm nicht passen würde. Wenn der Bergbauminister von Kongo entscheide, dann müsse auch Krall das akzeptieren oder den Rechtsweg gehen - der führe laut Bergbauvertrag mit der Krall Metal nach Washington und nur dorthin.

Convent Krall ging jedoch einen anderen Weg. Krall schwenkte einfach von Niob auf Gold um.

Auch von Gold sei Kongo reichlich gesegnet, will Krall nach mehr als zehn Jahren vor Ort endlich ausgemacht haben. Allerdings kostet die Erschließung der Goldtagebaue Geld.

Krall hob Ende vorigen Jahres als Executive Director eine in London angesiedelte Aktiengesellschaft Liso Goldmines PLC aus der Taufe und brachte anfang diesen Jahres 25 Millionen Aktien in den Freiverkehr der Frankfurter Börse. Fast im Wochentakt heizte die Liso mit Erfolgsmeldungen über kostenlose Medien die Stimmung der deutschen Käufer an.

Krall ließ sich nach eigenen Angaben Anfang Februar 2011 in Brüssel zusammen mit dem Vizegouverneur der Provinz Nord-Kivu, Lutaichirwa Mulwahale Feller, fotografieren, der ihm bei dieser Gelegenheit Unterstützung zugesichert habe (siehe Foto oben).

Zwei Wochen später veröffentlichte die Liso Goldmines PLC ein Foto, das Krall mit dem Justizminister der Provinz Nord-Kivu, Francois Tuyimbaze Rucogaza, zeigt. Die Nachricht der Liso Goldmines dazu lautete: "Das Unternehmen hatte im Vorfeld eines geplanten Goldschmuggels den Behörden unterstützend beigestanden und somit entscheidend dazu beigetragen, dass Anfang Februar der Goldschmuggel am Flughafen in Goma vereitelt werden konnte. Liso setzt damit die enge Zusammenarbeit mit den kongolesischen Behörden fort und trägt dadurch zur weiteren wirtschaftlichen Stabilisierung der Demokratischen Republik Kongo (DRC) bei."

Irgendwie scheinen die selbst verfassten Meldungen auf fruchtbaren Boden gestoßen zu sein. Die Aktie der Liso schoss im ersten Vierteljahr auf über 1,20 Euro, was eine Marktkapitalisierung von 30 Millionen Euro bedeutete. Doch die Goldaktien-Hausse endete ziemlich schmerzhaft, als die Zentralregierung der Republik Kongo in einer offiziellen Pressemitteilung zum 10. März 2011 das seit einem halben Jahr bestehende Schürf- und Handels- und Exportverbot mit Gold und Mineralien im Ostkongo wieder aufhob.

Schürfverbot, Handels- und Exportverbot?

Die meisten Aktionäre der britischen Liso Goldmines PLC hörten nun zum ersten Mal davon, dass es überhaupt ein Schürf- und Handelsverbot für den Ostkongo, also in ihrem Claim, gegeben habe. Davon war in den Erfolgsmeldungen der Krall Metal Congo nichts zu lesen gewesen.

Im Gegenteil. Am 7. Februar 2011, also zur Verbotszeit, meldete die Liso Goldmines den Aktionären: Die Liso Goldmines hätten für ein 3,5 Millionen Unzen Gold schweres Walunguprojekt im Süd-Kivo-Goldgürtel noch einmal 1.200 Minenarbeiter eingestellt, nachdem bereits wenige Wochen zuvor 800 Arbeiter mit der Produktion begonnen und bereits 155 Unzen Gold gefördert hätten.

Wie sollte das gehen? Krall beeilte sich zu verbreiten, Liso Goldmines seien von dem Verbot gar nicht betroffen gewesen, da der industrielle Abbau von dem Verbot ausgenommen gewesen sei.

Von welchem industriellen Abbau sprach Krall? Krall hatte doch seinen Aktionären am 27. Januar 2011 selbst über seine Liso Goldmines mitgeteilt, "dass die Förderung im Abbaugebiet des Walungu Projekts ohne Verwendung von maschinellen Anlagen erfolgt."

Den einzigen industriellen Abbau in Kralls Claim betrieb die deutsche Lueshe-Mine, und auch nur bis zum Jahre 2005.

Im April 2011 ist die staubige Wahrheit aus dem Ostkongo wohl bis in den Freiverkehr der Frankfurter Börse gedrungen. Die Aktie stürzte im April auf 18 Cent ab, wo sie auch heute noch herumdümpelt.

Mit dem Ostminen-Bann (eastern mining ban) wollte eigentlich die Zentralregierung in Kinshasa den Ruanda-Milizen die Finanzquelle für deren Waffenkäufe abschneiden. Aber das Gegenteil trat ein. Alle ehrbaren Investoren und Händler verließen den Ostkongo. Von den einst 5.000 Minenarbeitern verloren 4.500 Schürfer ihre Jobs und flohen aus Existenzangst nach Ruanda. Die Militärmafia konnte sich ohne Konkurrenz und ohne Widerstand ausbreiten und einen florierenden Schmuggel von Gold und seltenen Metallen über Goma aufbauen. Und jetzt, da die Zentralregierung den Schürf- und Handelsbann wieder aufhob, kann die Mafia ihre aufgebauten Strukturen auch noch legalisieren.

Drei Krall-Mitarbeiter bei Lueshe entführt?

Wie will sich Krall als Ausländer gegen die bewaffnete Mafia mit seinem zu zu erschließenden Tagebauen behaupten? Wie GoMoPa.net von einem langjährigen Insider im afrikanischen Minengeschäft erfuhr, seien am 16. September 2011 drei Krall-Mitarbeiter in Rutshuru (nähe Lueshe) entführt worden.

GoMoPa.net fragte bei Krall Metal Congo und Liso Goldmines an, ob das stimme, wer dahinter stecke und wie hoch die Forderungen seien. Es gab seitens der Firmen keine Reaktion.

Offenbar hatte Krall die Anleger nicht nur über die Lage in seinem Claim, sondern über die eigene Person und auch die Krall Metal Congo getäuscht. Zu seinem Lebenslauf, den Krall auf der Liso Goldmines Webseite veröffentlichte, schickte ein Krall-Kenner folgende Anmerkungen zu GoMoPa.net:

Krall stellt sich auf der Liso-Seite als Manager so vor: "Herr Krall war von 1973-1986 für internationale Konsulententätigkeit im Metallhandel und Mining im Auftrag des Herrn Baron Hans Ludwigstorff (Wien) im Einsatz."

Kommentar des Insiders: "Baron Ludwigstorff hatte mehrere Strafverfahren wegen Betrugsverdachts, Münzfälschung und hat mit Krall Spielautomaten aufgestellt ? Ludwigstorff stammt aus feiner Familie mit Schloss, ist aber selbst bettelarm und hat meines Wissens nie in seinem Leben richtig gearbeitet, immer nur Krall-Geschäfte gemacht, die laut Kralls eigenen Aussagen immer in endlosen Gerichtsverfahren (Straf- und Zivil-Gerichtsverfahren) endeten."

Krall schreibt auf der Liso-Seite weiter über sich: "Daran anschließend übernahm er von 1987-1990 eine führende Tätigkeit im Bereich Internationale Buntmetallhandel bei der Firma Quadrifoglio GmbH (Wien) für die Region der damaligen UdSSR."

Der Kommentar des Krall-Kenners dazu: "Quadrifoglio hat Messekunden für Messen in Russland bezahlen lassen, aber dann nicht geliefert und ist in Konkurs gegangen."

Krall schreibt: "Herr Krall ist seit 1993 General Manager der E. Krall Investment Ltd. (Uganda)."

Der Krall-Kenner bemerkt dazu: "E.Krall Investment hat 10 Millionen US-Dollar Verbindlichkeiten akkumuliert und schuldet der staatlich ungarischen C&W Bank Wien Millionen ? die Bank wurde zu Kralls großem Glück liquidiert, und der Masseverwalter ist desinteressiert."

Krall schreibt über sich: "Im Weiteren war er dann von 1991 bis 1993 als Bereichsleiter Metallhandel Russland bei der Krall Consulting (Wien) tätig."

Der Krall-Kenner: "Krall Consulting Metallhandel hat über 15 Jahre 10 Tonnen Arsen (Metall) aus Georgien nicht verkauft, aber dafür ewige fruchtlose Prozesse geführt."

Krall führt in seiner Vita aus: "E. Krall Investment Ltd. (Uganda). Hier ist er verantwortlich für das Recycling von Kupferschmelzabfällen zu hochwertigen Kobalt-, Gold- und Kupferkonzentraten mit neuen Verfahren und Anlagen der Deutschen Metallgesellschaft (Lurgi Deconterra Anlage)."

Kommentar des Krall-Kenners: "Krall ist laut Homepage verantwortlich für das Recycling von Kobaltschlacke mit der Lub Lurgi Anlage ? NIEMALS hat die Firma auch nur eine Tonne produziert ? die Anlage verstaubt seit fast 20 Jahren."

Krall schreibt über sich: "Das Controlling und die Weiterführung der in Zusammenarbeit mit TU-Berlin und TU-Hannover erstellten Saarberg-Interplan Studien sowie das Controlling der Definierung und die Bestätigung der Rohstoffvorkommen der angeschlossenen Konzession in Zusammenarbeit mit dem Royal Museum for Gold, Tantalit, Zinn und Wolfram obliegen ebenfalls seiner Verantwortung. Als General Manager der Congo Mining Sprl (Lubumbashi) ist er außerdem für die Entwicklung und den Aufbau der Rohstoffproduktion von Kobalt und Tantalit verantwortlich."

Dazu der Krall-Kenner: "Die Saarberg Interplan Studie die TU Berlin und die TU Hannover haben für GfE / Metallurg und die Deutsche Regierung gearbeitet, aber NIEMALS für Krall, dessen einzige Qualifikation war, als Maschinist einige Jahre auf deutschen Handelsschiffen zu fahren. Nicht ein einziges dieser aufgezählten Unternehmen war erfolgreich oder von Krall durchgeführt ? wäre die Staatsanwaltschaft nicht so hoffnungslos überfordert, müsste man an diese eine Sachverhaltsdarstellung wegen grober Irreführung von potentiellen Investoren senden."

Doch es kommt noch schlimmer:

Wie GoMoPa.net aus gut unterrichteten Kreisen erfuhr, gehöre die Firma Liso Goldmines PLC rechtens gar nicht mehr Krall, weil die Anteile übertragen worden seien. Die Firma sei nach Angaben der Kenner sowieso auf Sand gebaut, weil Stammkapital fehle.

Einer der Informanten sagte gegenüber GoMoPa.net: "Und jetzt werden munter Gold-Anleger zum Investieren ermutigt. Das wird sicher genau so ein tolles Projekt wie Lueshe."

GoMoPa.net bat Krall mehrmals um Stellungnahme. Der sonst so mitteilungsfreudige Krall zog es vor zu schweigen.

Und behauptet nach wie vor auf der Liso Goldmines Webseite: "Seit 1999 ist Herr Krall als Präsident der Krall Metal Congo Scarl (DR Congo) für die Entwicklung der Niobium-Produktion Lagerstätte Lueshe verantwortlich", obwohl ihm die Lueshe-Mine gar nicht gehört. Nun denn ...

Link zum Thema
» Liso Goldmines PLC Management

Pressemitteilung zum Thema
» Minen-Besitzer im Kongo gesucht

Beiträge zum Thema
» Goldmine im Kongo - ogoc.de@googlemail.com
» Goldschmuggler - und das Gold bleibt unauffindbar
» Landnahme in Afrika - billige Pachtzinsen
» Willy Strothotte - der mächtigste Rohstoffhändler der Welt
» China-Afrika-Forum (FOCAC) - China baut und finanziert
» Goldrausch - Die 1.000 Prozent Chance - Moto Goldmines Ltd.
» Schweiz und Mobutu's Millionen

Kategorien zum Thema
» Private: HINTERGRUENDE
» Wirtschaft
» Penny Stocks
» Rohstoffe
» Wer kennt, was meint Ihr dazu?
» Dubios

 

02. November 10

Gruner+Jahr: Der andere Anlegerschutz der Renate Daum


Convent Die Gruner+Jahr-Journalistin Renate Daum (Foto) aus München schreibt, ihre Internetseite Graumarktinfo sei ein "Anlegerschutzportal". Außerdem das einzige Portal, "das von einem bekannten und seriösen Medium betrieben wird", hob BÖRSE ONLINE schon bei der Gründung seines Ablegers im Jahre 2007 hervor.

Allerdings hatte da der Finanznachrichtendienst GoMoPa.net schon sieben Jahre lang erfolgreich vor Abzockern und Betrügern auf dem Grauen Kapitalmarkt gewarnt und wurde dafür im Jahre 2006 von BÖRSE ONLINE als "Munition für den Kampf mit den Banken" gelobt.

Doch mit der Installation des eigenen Portals Graumarktinfo wendete sich ganz plötzlich die Einstellung zu GoMoPa.net.

Vorige Woche schoss Renate Daum nicht zum ersten Mal gegen ihren Konkurrenten GoMoPa.net, obwohl der Daumsche Anlegerschutz nur wenig mit dem Schutz gemein hat, den GoMoPa.net anbietet. In gleich drei Artikeln ?Wo gehobelt wird, fallen Späne?, ?Agent in eigener Sache? und ?Anwälte als Finanzierungsquelle? versuchte Renate Daum, GoMoPa.net als einen unmoralischen Anlegerschützer darzustellen. Doch ihre Argumente halten keiner näheren Betrachtung stand.

Vorwurf Nummer eins: ?GoMoPa betont, nichts mit Anlegerschutz zu tun zu haben.? (Daum)

Das stimmt. GoMoPa.net ist kein Anlegerschützer, sondern ein Frühwarnsystem, das nicht nur die Anleger, sondern alle Marktteilnehmer und Interessierte informiert und warnt. Und nicht nur in der größeren Zielgruppe unterscheidet sich der Frühwarnsystem vom Anlegerschutz der Renate Daum, sondern auch in Zeit und Inhalt. Auf BÖRSE ONLINE, Graumarktinfo und Financial Times Deutschland erfahren die Anleger von der Anlegerschützerin Daum, wann ihre Fonds beerdigt werden und dass ihr Geld nun verschwunden ist. GoMoPa.net schlägt bei den ersten Anzeichen Alarm.

Vorwurf Nummer zwei: ?GoMoPa dürfte ... ein Glaubwürdigkeitsproblem haben, denn der Dienst fiel mit falschen oder fragwürdigen Äußerungen auf.? (Daum)

GoMoPa.net machte Fehler, die aber sofort berichtigt wurden. Im Fall der Wirecard AG hatte GoMoPa.net ein zugespieltes Zitat veröffentlicht, dass die Vorstände der Wirecard belastete. GoMoPa.net hatte sich vor Veröffentlichung eine Stellungnahme der Wirecard eingeholt und diese gleichzeitig mit dem Vorwurf veröffentlicht. Als sich herausstellte, dass das Zitat falsch war, wurde die Meldung sofort berichtigt.

Im zweiten Fall ordnete GoMoPa.net den Rücktritt eines brandenburgischen Justizministers dem Schrottimmobilien-Verkäufer Lars Bergmann aus Kassel (heute Immovation-Vorstand) persönlich zu. Der Minister fiel jedoch namentlich auf andere Schrottimmobilienverkäufer herein. Auch das hat GoMoPa.net sofort nach Kenntnis richtig gestellt.

Wer allerdings gar nicht erst Auffälligkeiten nachgeht, kann natürlich auch keine inhaltlichen Fehler machen. Nur ?wo gehobelt wird, fallen Späne?, sagte ein GoMoPa.net-Experte der Renate Daum, als sie ihn fragte, ob ihm ?die vielen inhaltlichen Fehler in GoMoPa-Berichten stören? würden. Mal abgesehen davon, dass Renate Daum aus zwei Fehlern gleich viele Fehler machte, unterschlug sie in ihrem Zitat den Hinweis auf die Hitler-Tagebücher aus dem Hause Gruner+Jahr.

Vorwurf Nummer drei: GoMoPa.net löse Interessenkonflikte aus

Renate Daum sorgt sich auch, was passieren könnte, wenn ein Bauträger von GoMoPa.net Informationen kauft und der gegnerische Anwalt ebenso. Entstünden da nicht Interessenkonflikte, wollte Renate Daum wissen und offenbart so Ihre Unwissenheit über das System GoMoPa.net. Nämlich, dass Informationen für unsauberes Arbeiten von Vertrieben nicht nur dem Anwalt, sondern auch dem Bauträger helfen, denn letzterer kann sich endlich von unsauber arbeitenden Vertrieben trennen und ist so vor künftigen Rückabwicklungen gefeit. Das Wichtigste, der Anlegerschutz wird bei GoMoPa nebenbei befriedigt: Mit der Benennung der unseriösen Vertriebe.

Der späte Anlegerschutz der Renate Daum

"Renate Daum beschäftigt sich seit Jahren mit dem grauen Kapitalmarkt", steht unter ihren Artikeln. Tatsächlich feierte sie Achtungserfolge. Die Verurteilung des Bilanzfälschers Bodo Schnabel vom Neuen-Markt-Unternehmen ComRoad zum Beispiel, der im November 2002 für 7 Jahre ins Gefängnis geschickt wurde, sei vor allem ihr zu verdanken gewesen, attestierte ihr das Manager Magazin. Die Allgemeine Deutsche Direktbank verlieh Renate Daum im selben Jahr den Helmut Schmidt Journalistenpreis für besondere Leistungen in der verbraucherfreundlichen Berichterstattung.

Von dieser mutigen Journalistin ist heute anscheinend nicht mehr viel übrig. Der Finanznachrichtendienst GoMoPa.net schickt der Graumarkt-Redakteurin schon seit über einem Jahr kostenlos und "ungefragt" (Zitat Daum) Fakten über die Verschwendung der Anlegergelder bei den inzwischen insolventen Dubai-Fonds der ACI aus Gütersloh. Während GoMoPa.net die Wahrheit bis zur Insolvenz berichtete, knickte die Financial Times Deutschland anfang August 2009 vor den Drohschreiben des Emissionshauses ein und löschte die bereits online veröffentlichten GoMoPa.net-Meldungen kommentarlos.

ACI durfte Löschungen als Wahrheitssieg verklären

Die ACI feierte die Löschungen und schrieb in einer Pressemitteilung wörtlich: "Sämtliche Äußerungen sind frei erfunden? Financial Times hat hinsichtlich dieser Äußerungen strafbewehrte Unterlassungserklärungen abgegeben." GoMoPa.net bat die Financial Times Deutschland um eine Stellungnahme. Die Gruner+Jahr-Publikation zog es vor zu schweigen. Renate Daum berichtete über die ACI erst wieder im Dezember vorigen Jahres, als an dem Untergang kaum mehr etwas zu Rütteln war und Gruner+Jahr den Anlegerschutz wieder gefahrlos aufnehmen konnte.

Dennoch wundert sich die Gruner+Jahr-Anlegerschützerin und zitiert aus einer internen Teilhaberinformation von GoMoPa.net, dass die Kosten für die Abwehr Einstweiliger Verfügungen gestiegen seien und müsste eigentlich durch ihren Verlag wissen, dass die Wahrheit über Millionenbetrüger oft eine ungleiche finanzielle Kraftprobe darstellt.

Auf BÖRSE ONLINE wurden die Leser in die Irre geführt

Auch im Fall des Börsengurus Markus Frick, bei dem die Staatsanwaltschaft Berlin nach Kursmanipulationen im Jahre 2007 rund 80 Millionen Euro sicherstellte, reagierte BÖRSE ONLINE erst, als die Finanzmarktaufsicht BaFin und die Staatsanwaltschaft die massiven Vorwürfe im Internet zu prüfen begannen und der TV-Sender N24 die Sendung "Make Money - Markus Frick Show" absetzte, berichtete endlich auch BÖRSE ONLINE am 15. Juni 2007 über den Werbekunden Markus Frick und stellte vorsichtig die Frage: "Kurskapriolen oder Abzocke?" GoMoPa.net hatte bereits im Januar 2006, also anderthalb Jahre zuvor, gewarnt.

Markus Frick schaltete bis zur "Enthüllung" in BÖRSE ONLINE weiter ganzseitige Werbeanzeigen und machte so die eigenen Leser zu Betrugsopfern. Für wahr ein anderer Anlegerschutz, als ihn GoMoPa.net anbietet.

Links zum Thema
» "Anwälte als Finanzierungsquelle"
» "Wo gehobelt wird, da fallen Späne"

Pressemitteilungen zum Thema
» Markus Frick: Börsentipps verbrannten 760 Millionen Euro
» Süddeutsche Zeitung: Die Ahnungslosigkeit ihres Finanzkorrespondenten
» Pressefreiheit endet beim Geldhahn

 

09. November 09

Neues Wirtschaftsgesetz ab 1. Januar 2010 beschlossen


Unternehmen und Bürger sollen jedes Jahr um 8,5 Milliarden Euro entlastet werden. Dazu beschloss das Kabinett am 9. November ein Wachstumsbeschleunigungsgesetz, das am 1. Januar 2010 inkraft treten soll. Der Bundesrat muss noch zustimmen.

Steuersenkung für Hotelgewerbe:

Nicht nur Hoteliers und Gastronomen, sondern auch ihre Gäste sollen von einem niedrigeren Umsatzsteuersatz für Beherbergungsleistungen profitieren. Der Steuersatz wird auf sieben Prozent abgesenkt.

Sofortabschreibungen für Wirtschaftsgüter:

Für Unternehmer sollen Abschreibungsregeln geändert werden. Die Bundesregierung plant eine Sofortabschreibung von Wirtschaftsgütern bis 410 Euro. Schon im Jahr der Anschaffung können dadurch Unternehmer von steuerlichen Vorteilen durch die Abschreibung profitieren. Alternativ dazu soll es auch möglich sein, einen Sammelposten für alle Wirtschaftsgüter zwischen 150 Euro und 1.000 Euro einzurichten.

Zinsfreigrenze von auf drei Millionen Euro erhöht:

Die Zinsschranke wird abgemildert. Die Idee bei der Einführung der Zinsschranke war, das vor allem Konzerne, die in Deutschland Gewinne verbuchen, diese nicht einfach auf Tochtergesellschaften im Ausland verlagern können, um in Deutschland weniger oder keine Steuer zu zahlen. Die Regeln der Zinsschranke stellen krisenbedingt für viele kleine und mittlere Unternehmen ein Problem dar. Deshalb wird unter anderem die Freigrenze von 1 Millionen Euro dauerhaft auf 3 Millionen Euro erhöht, um vor allem den Mittelstand zu entlasten.

Rettung alter Windanlagen:

Ein weiterer Baustein des Gesetzes ist es, den Ausbau erneuerbarer Energien zu fördern. Deutschlands Technologieführerschaft bei Energie aus Wind, Sonne oder Wasser soll gesichert werden. Für modular aufgebaute Anlagen, die vor dem Jahr 2009 in Betrieb genommen wurden, soll so ein wirtschaftlicher Weiterbetrieb ermöglicht werden.

Die Bundesregierung entlastet mit dem steuerlichen Sofortprogramm vor allem Familien:
Die Kinderfreibeträge für jedes Kind werden angehoben. Statt 6.024 Euro sollen sie ab dem Veranlagungszeitraum 2010 insgesamt bei 7.008 Euro liegen.
Zugleich wird das Kindergeld erhöht. Es steigt für jedes Kind um 20 Euro. Das hilft vor allem Familien mit kleinem und mittlerem Einkommen. Für das erste und zweite Kind soll es damit statt 164 Euro 184 Euro geben, für das dritte 190 Euro, ab dem vierten Kind 215 Euro.

Auch für Erben sind Verbesserungen geplant. Ziel ist, eine geringere Steuerbelastung für Geschwister und Geschwisterkinder zu erreichen. Vorgesehen ist ein neuer Steuertarif von 15 bis 43 Prozent. Zudem werden auch die Bedingungen für die Unternehmensnachfolge weiter verbessert.

Weitere Änderungen finden sich im beigefügten Gesetzesentwurf:
Wachstumsbeschleunigungsgesetz

 

01. November 08

Spanische Bank trotzt der Finanzkrise

Die Nachrichten, sie grenzen in diesen Tagen fast an Körperverletzung. Unerfreuliches gibt es dutzendfach. Kreditklemmen, Banken-Crashs, massive Wertverluste an den Börsen. Wir erleben momentan keinen kurzfristigen Abschwung, sondern eine der größten Krisen in den letzten 100 Jahren! Aber - ist Ihnen aufgefallen, dass keineswegs alle in das Untergangslied einstimmen? Dass es Menschen gibt, die gelassen und optimistisch sind? Es ist so!

Einer davon ist Emilio Bot?n, Chef der spanischen Bank Santander. Diese erwirtschaftete in der Krise 6% Gewinn. Warum? Weil die Bank nicht das macht, was alle machen. Und weil sie einfache Regeln befolgt: "Wenn Du ein Finanzinstrument nicht verstehst ? kaufe es nicht." "Wenn Du das Produkt nicht selbst kaufen würdest, versuche es nicht, jemand anderem zu verkaufen." "Wenn Du jemanden nicht ganz genau kennst, dann leihe ihm niemals Geld."??

Diese Geradlinigkeit wird gerade jetzt belohnt! Vor einigen Monaten lächelten Bankmanager der großen Top-Banken noch über den altmodischen Kauz aus Spanien. Und jetzt? Jetzt ist Senor Bot?n auf Einkaufstour in Europa und den USA, kauft marode Finanzhäuser wie andere Leute Unterhosen und päppelt sie auf. Krisen sind Chancen! Leute mit klaren Grundsätzen malen nichts Schwarzes an die Wand, sie nutzen konsequent ihre Möglichkeiten.

 

User - Stimmen
"Klasse! Wird gut und einfach erklärt."

"Seit 6 Jahren bin ich auch Mitglied und wurde schon vor mancher Dummheit bewahrt."

"Fazit: Wenn es Gomopa nicht gebe, es müsste erfunden werden!"

» User über uns
» Presse über uns
» Produkttester über uns
» Werbepartner über uns
Fachautoren von GoMoPa®

Hans Peter Eibl
Kontenprüfer


Dr. Johannes Fiala
Rechtsanwalt


Jürgen Roth
Buchautor

» Weitere Team - Mitglieder
GoMoPa bei Facebook