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02. Dezember 12, 01:00:00

Trend Capital AG: Vorstand Frank Simon in U-Haft


Nach zweijähriger Ermittlungsarbeit wegen des Verdachts auf Untreue und Betrug ließ die Schwerpunktstaatsanwaltschaft Koblenz am 11. Oktober 2012 den Initiator und Vorstand des Mainzer Emissionshauses Trend Capital AG, Frank Simon (40), in Mainz verhaften.

Simon war gerade unterwegs, um Bankgeschäfte zu erledigen und seinen Steuerberater aufzusuchen, als die Polizisten einen Haftbefehl vollstreckten. Es bestehe Flucht- oder Verdunkelungsgefahr.

Bereits im November 2011 wurden die Geschäftsräume der Trend Capital und das Steuerberaterbüro in Mainz durchsucht.

Der Leitende Oberstaatsanwalt und Behördenleiter der Staatsanwaltschaft Koblenz, Harald Kruse, teilte dem Finanznachrichtendienst GoMoPa.net mit:

Zitat:


Der Beschuldigte ist am 11. Oktober 2012 aufgrund eines Haftbefehls des Amtsgerichts Koblenz vom 27. September 2012 in Mainz verhaftet worden.

Dem war eine Durchsuchung am 16. November 2011 vorausgegengen.

Gegen den Beschuldigten besteht der Verdacht der Untreue durch die zweckwidrige Verwendung von Anlagegeld des von ihm aufgelegten Fonds Trend Capital Dubai Business Bay sowie der Urkundenfälschung.

Letztere betrifft die in Ihrer Anfrage genannten Urkunden, die in einem Zivilprozess vor dem LG Mainz vorgelegt worden sind. Der Beschuldigte bestreitet die Vorwürfe.

(Anmerkung der Redaktion: GoMoPa.net hatte gefragt, können Sie bestätigen, dass Frank Simon Kontoauszüge der Mashreq Bank in Dubai gefälscht habe, um vorzutäuschen, dass Gelder der Dubai Business Bay II KG investiert worden seien, obwohl die Originalkontoauszüge belegen, dass Simon sich Geld abgezweigt haben soll?

Desweiteren hatte GoMoPa.net angefragt, können Sie bestätigen, dass Simon für ein unbebautes Grundstück Nr. 281 in Dubai, auf dem einmal ein Silver Star Tower des 1. Dubai-Fonds enstehen sollte, das amtliche Grundstücksgutachten um 20 Millionen Euro geschönt, also gefälscht, habe, aber dabei leider vergaß, auch die Zahlen in arabischer Schrift zu fälschen?)

Bezugnehmend auf letztere Frage teile ich mit, dass ein Grundstücksgutachten im Rahmen der Ermittlungen bekannt geworden ist. Ob und in welchem Umfang dieses Dokument gefälscht ist, vermag ich allerdings nicht zu sagen, zumal aus dem Dokument bisher keine strafrechtlichen Folgerungen gezogen worden sind.

Angaben zum Umfang des Schadens, der Zahl der Geschädigten und eine Prognose, wann mit Anklageerhebung gerechnet werden kann, können derzeit noch nicht gemacht werden.


Simon habe mit seinen beiden geschlossenen Dubai-Fonds Trend Capital GmbH & Co. Dubai Business Bay II und III KG sowie seinem Quatar-Fonds Trend Capital GmbH & Co. Quatar Pearl KG rund 2.900 Anleger um mehr als 50 Millionen Euro gebracht.

Dazu habe er Kontoauszügen sowie ein Grundstückswertgutachten gefälscht und Gelder zu eigenen Zwecken umgeleitet.

Keiner der Bauträger in Dubai, nicht einmal die Reseller (Zwischen- und Weiterverkäufer), hätten mit Frank Simon je verhandelt. Von Anfang an habe Simon gewusst, dass es gar keinen britischen Investor gebe, der den geplanten Silver Star Tower in Dubai kaufen würde. Simon habe den britischen Investor einfach erfunden.

Für all diese Anschuldigungen habe Anlegeranwalt Martin Buck in Dubai Beweise gesammelt.

Rechtsanwalt Martin Buck aus Hamburg<br /> © esb Rechtsanwälte
Rechtsanwalt Martin Buck aus Hamburg
© esb Rechtsanwälte
"Ich war inzwischen vier Mal in Dubai und habe Fakten recherchiert, die Frank Simon bislang nicht widerlegen konnte", sagte der Hamburger Rechtsanwalt Martin Buck, Seniorpartner der Kanzlei esb Rechtsanwälte, heute am Telefon gegenüber dem Finanznachrichtendienst GoMoPa.net, da er schon wieder im Ausland unterwegs ist.

Buck hat das Strafverfahren bei der Staatsanwaltschaft Koblenz eingeleitet und bereits 50 Zivilklagen gegen Frank Simon und die Trend Capital AG eingereicht. "Zu einer Verurteilung ist es bislang in noch keinem einzigen Fall gekommen", erläutert Buck.

"Das liegt daran, dass die Beweisaufnahmen noch nicht abgeschlossen sind. Frank Simon verfolgt eine ganz besondere Taktik gegenüber den Zivilrichtern. Er lässt seine Schriftsätze in Romanformat ausarbeiten und bringt die Verfahren damit praktisch zum Erliegen. Selbst, wenn wir nachweisen, dass Simon Unterlagen gefälscht hat, so besteht die Schwierigkeit bei Zivilprozessen im Gegensatz zu einem Strafprozess darin, ihm nachzuweisen, dass er zum Zeitpunkt des Beitritts den Anleger betrogen hat.

Aber auch das ist uns inzwischen gelungen. Denn wir sprachen mit allen in Frage kommenden Bauträgern und Resellern. Keiner hat je mit Frank Simon verhandelt oder Geschäfte gemacht. Weder hatte Simon Anstalten gemacht, den Turm zu bauen, noch gab es einen britischen Investor, der den Turm hätte kaufen können. Simon hat haarsträubende Dinge getan, um seine Absichten zu verdunkeln. Möglicherweise wurde er deshalb jetzt in Untersuchungshaft genommen."

Beweis Nummer 1: Simon habe Kontoauszüge gefälscht

In einem laufenden Zivilprozess im Mai 2012 "hat Frank Simon mit gefälschten Kontoauszügen der Dubaier Mashreq Bank versucht", so Rechtsanwalt Buck, "Investitionen der Trend Capital GmbH & Co. Dubai Business Bay II KG in Dubai zu belegen, die er tatsächlich gar nicht vorgenommen hat.

Uns liegen die ungefälschten Versionen der Kontoauszüge vor, aus denen hervorgeht, dass die Gelder auf andere Konten abgezweigt wurden.

Die von ihm angekündigten Zinszahlungen der Trend Capital GmbH & Co. Dubai Business Bay III KG im Monat März 2012 erfolgten auch nicht. Es überrascht uns daher nicht, dass die angekündigten Einladungen zur Gesellschafterversammlung und die angekündigten Rundschreiben nicht versandt worden sind. Die letzten Gesellschafterversammlungen der Dubai Fonds fanden im Jahre 2009 statt."

Beweis Nummer 2: Simon habe Gutachten gefälscht

In einem Zivilprozess gegen die Trend Capital AG im Januar 2012 geschah folgendes, wie Rechtsanwalt Buck berichtet:

Zitat:


Zum Beleg der Werthaltigkeit des unbebauten Grundstücks 281 in Dubai - wo eigentlich längst der Silver Star Tower des ersten Dubai Fonds stehen müsste - wurde der Wert im amtlichen Wertgutachten um zirka 20 Millionen Euro angehoben. Bei der Fälschung wurde aber vergessen, den auch in arabischen Worten angegebenen Wert, entsprechend zu ändern.

Frank Simon stellt sich dumm und teilt im Originalton der Anwälte mit:

"Der Beklagte (Frank Simon) und auch die sonstigen Mitarbeiter ... sind der Schrift des Arabischen nicht kundig, so dass ihnen ein diesbezüglicher Fehler, so er denn überhaupt vorliegt, nicht aufgefallen ist."

Trotz der Offenbarung als Fälschung, hielt er es bisher nicht für nötig, den Urkundenbeweis zurückzuziehen.


Im Juni 2011 machte Simon den Anlegern das Angebot, sich ein Drittel des ursprünglichen Wertes in bar auszahlen zu lassen oder die Hälfte des Wertes auf eine angeblich von der Trend Capital AG unabhängige Immobilienportfolio-Firma GW Grund & Wert Service GmbH in Mainz umzuschreiben, deren Geschäftsführer er seit dem 7. Mai 2010 ist und die eine Bestandsrendite von mindestens 8 Prozent im Jahr verspreche, oder die volle Beteiligungssumme für mindestens drei Jahre an einem im April 2011 abgeschlossenen Joint Venture-Projekt zu beteiligen. Die Trend Capital-Gruppe hat nach ihren eigenen Angaben am 28. April 2011 mit einer Abdulsalam Al Rafi Group die Bebauung eines "im Ergebnis aus der Konsolidierung resultierenden Grundstücks" vereinbart, das die Fondsgesellschaften in das Joint Venture einbringen.

Rechtsanwalt Buck kommentiert das gegenüber GoMoPa.net: "Wir sprechen hier von einem Mann, der behauptet, er sei ein Geschäftsmann mit langjährigen Erfahrungen. In Wirklichkeit hat er sein BWL-Studium abgebrochen und war Musiker. Das einzige, was er kann, und dafür verdient er Bewunderung, ihm gelingt es, die Leute zu hypnotisieren und an sich zu binden wie kein Zweiter.

Seine Masche ist das Wurstprinzip. Wie einem Hund die Wurst hält Simon den Anlegern immer ein neues Versprechen vor die Nase. Die Menschen klammen sich an Hoffnungshäppchen, obwohl Simon den Laden eigentlich seit 4 Jahren immer wieder an die Wand fährt. Bei manchen seiner Fonds gibt es schon seit vier oder fünf Jahren keine Versammlung mehr und keine Jahresabschlüsse. Der eigentliche Skandal ist nicht, dass Simon verhaftet wurde, sondern dass er erst jetzt verhaftet wurde." Nun denn ...

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02. Dezember 11

Gruner + Jahr: Schuss ins Spiegelbild


Eigentlich wollte die Gruner + Jahr-Redakteurin Renate Daum (41) wiederholt einen kräftigen Schuss gegen den Finanz-Nachrichtendienst GoMoPa.net loslassen. Doch die am 18. Oktober 2011 abgelieferte Zusammenstellung wurde zu einem Schuss ins eigene Spiegelbild. Daum gibt damit die eigenen Wirtschaftsmedien wie Financial Times Deutschland und Börse Online der Lächerlichkeit preis.

Renate Daum zweifelt die journalistische Unabhängigkeit der GoMoPa.net-Redaktion an, weil angeblich eine Berliner Niederlassung Geld von Emittenten, Rechtsanwälten und Anlegern kassieren würde, was Rechnungsauszüge belegten, die ihr vorlägen.

Nicht mal als studierte Volkswirtschaftlerin und langjährige Wirtschaftsjournalistin will sie die juristischen Unterschiede zwischen dem Nachrichtendienst Goldman Morgenstern & Partners LLC (GoMoPa.net) und der Berliner Unternehmerberatung GoMoPa GmbH kennen? Die Verwischung passt besser in ihre Story von einer angeblich verkauften Unabhängigkeit.

Fakt ist: Bei GoMoPa.net muss jeder zahlen. GoMoPa.net lebt davon, dass jeder User zahlt. Anders ist das Geschäft von GoMoPa.net nicht möglich. Ansonsten wäre GoMoPa.net so abhängig wie Gruner + Jahr.

Auch unter GoMoPa.net-Usern sind Geschädigte

Entgegen des Eindrucks von Renate Daum ist GoMoPa.net dabei nur an der Wahrheit interessiert, weil auch Mitglieder (User) von GoMoPa.net zu den Geschädigten im Grauen Kapitalmarkt gehören. GoMoPa.net kann es sich nicht leisten, seine Leser mit Halbwahrheiten oder Verdrehungen vor den Kopf zu schlagen. Das gilt auch für Beiträge über das Emissionshaus BAC Berlin Atlantic Capital, bei dem Renate Daum eine zu wohlgefällige Berichterstattung vermutet, weil der Emittent bei der GoMoPa GmbH vor kurzem eine Informationsbeschaffung in Auftrag gab und gegen Bezahlung auch erhielt.

Die Veröffentlichungen von GoMoPa.net blieben davon unberührt. Die Mitglieder von GoMoPa.net würden einen geschönten Bericht sofort erkennen. Da Renate Daum keine Leserin auf GoMoPa.net ist, weiss sie auch nicht, dass selbst ihre Artikel zur BAC auszugsweise in der GoMoPa.net-Datenbank zu finden sind und alle Pros und Contras zur BAC schonungslos und unzensiert im Forum von GoMoPa.net ausdiskutiert werden.

Für die Unabhängigkeit gab GoMoPa.net einen Werbepartner auf

Im Fall der GoMoPa.net-Pressemitteilungen über die BAC verlor GoMoPa.net sogar einen seiner wenigen Werbekunden ? den Prozessfinanzierer Intract GmbH aus Wiesbaden. GoMoPa.net verschwieg nicht, dass die Intract mit unbewiesenen Anschuldigungen bei BAC-Anlegern auf Kundenfang gegangen sein soll und den Vermittlern dafür hohe Provisionen versprochen habe. Für die Falschbehauptungen kassierte Intract sogar eine einstweilige Unterlassungsverfügung.

Ein solcher Umgang mit Werbepartnern ist aus dem Hause Gruner + Jahr nicht bekannt. Aber ungeachtet dessen suchten die BAC-Anleger in der Financial Times Deutschland oder auf Börse Online vergeblich eine entsprechende Aufklärung über diese Kundenschaufelei.

Auch die anonyme Anzeige vom Sommer diesen Jahres gegen das Emissionshaus hieß bei Gruner + Jahr noch anonym, als längst feststand, dass dahinter der entlassene BAC-Finanzchef Oliver Schulz aus Berlin Grunewald stand.

Obwohl Renate Daum in der Recherche über den einstigen BAC-Finanzchef wie gelähmt schien und sich den Fakten entzog, findet sie in der Berichterstattung von GoMoPa.net jetzt Stoff für eine Verschwörungstheorie gegen Schulz.

Auch im Falle von Schulz sah GoMoPa.net keinen Grund, Rechercheergebnisse zurückzuhalten. Auch wenn Schulz deswegen stark in der Kritik stand. GoMoPa.net hatte Schulz um Auskunft gebeten, doch der verweigert bis heute jede Stellungnahme. Damit ist klar, dass man nur die vorhandenen Vorwürfe und Sachbeweise bringen kann.

Renate Daum hingegen, die sich gern als Anlegerschützerin ausgibt (das von ihr verantwortete Graumartkinfo nennt sich im Untertitel "Das unabhängige Anlegerschutzportal"), gibt die Fakten, die ihr von GoMoPa.net "ungefragt" (Daum) zugesandt wurden, nicht an ihre Anleger-Leser weiter.

Im Gegenteil: Die Anleger wurden in den Gruner + Jahr-Medien sogar noch verhöhnt, indem ihnen Redakteurin Daum riet, dass sie ihre möglichen Verluste ja versuchen könnten, bei der Steuer abzuschreiben.

GoMoPa.net suchte und fand stattdessen für die Anleger einen Weg, wie die Anleger die scheinbar verlorenen Einlagen doch noch zurückerhalten können: Indem sie die Banken wegen mangelnder Risikoaufklärung zur Rückabwicklung des BAC-Beteiligungsverkaufs zwingen.

Renate Daum bleibt im Gestern

Renate Daum bleibt inhaltlich und in der Rechtsprechung für die Anleger im Gestern. Sie lenkt den Blick ihrer Leser auf die Schuldzuweisungen im BAC-Management, obwohl dort für die Anleger kaum etwas zu holen ist.

Entweder hat Renate Daum wirklich keine Ahnung von der aktuellen Rechtsprechung (Bankenhaftung), wenn sie die eindeutigen Hinweise des Anlegerschutzanwalts Michael Minderjahn von der Kanzlei Nittel aus Heidelberg diesbezüglich ignoriert, oder ihr ist es egal, ob die Mandanten Minderjahns Geld zurückbekommen oder nicht. Mit ihrer Berichterstattung kommt Renate Daum regelmäßig zu spät. Und wenn sie dann noch die Schlussfolgerungen von GoMoPa.net, sich an die Banken zu halten und nicht an die möglicherweise insolvente BAC, mit einem Wahrheitsgehalt wie bei der Sendung "Der schwarze Kanal" aus dem ehemaligen DDR-Fernsehen vergleicht, betreibt Renate Daum endgültig einen Totengräber-Anlegerschutz.

Erinnert sei an die Geburtsstunde von Graumarktinfo. Am 22. November 2007 hießt es in einer Pressemeldung: "Das Anlegermagazin Börse Online von der Gruner + Jahr Wirtschaftspresse startet ein neuartiges Anlegerschutz-Portal." Die Börse Online-Chefredakteurin Stefanie Burgmaier unterstrich den Stellenwert des neuen Angebots: "Graumarktinfo.de ist eine journalistisch einzigartige Website. Damit erweitern wir unser Themenspektrum in der Berichterstattung über Kapitalanlagen und schärfen unser Profil in der investigativen Recherche."

Offensichtlich wollte Gruner + Jahr bei GoMoPa.net abgucken. GoMoPa.net war zu diesem Zeitpunkt schon seit mehr als sieben Jahren erfolgreich am Markt. Während jedoch bei GoMoPa.net jeder einzelne User investigative Recherche betreibt, mangelt es daran auf Graumarktinfo bis heute sehr.

Mangel an investigativer Recherche

Die scheinbar gut zusammengepuzzelte Graumarktinfo-Story über GoMoPa.net "Kreativer Umgang mit Fakten" scheitert dann auch an falschen Rückschlüssen und mangelnder Eigenrecherche der Gruner + Jahr-Vorzeigejournalistin Daum. Sie stört sich daran, dass GoMoPa.net korrigierte Fassungen von Nachrichten verschickt. Im Falle einer Meldung über Oliver Schulz behauptet Daum dann auch noch, dass nicht mal die einwandfrei gewesen sei.

Wenn sich die Wahrheit ständig anders darstellt, fühlt sich GoMoPa.net verpflichtet, Meldungen zu korrigieren. Hätte Renate Daum investigativ recherchiert, hätte sie gewusst, dass die Vorwürfe gegen Oliver Schulz noch aktuell sind. Am Landgericht Berlin läuft weiterhin eine Schadenersatzklage (Aktenzeichen 98 O 67/11) der BAC gegen Schulz und die von ihm kontrollierten Firmen (Sworn Capital Group), wie der Berliner Justizsprecher für Zivilrecht, Dr. Ulrich Wimmer, gegenüber GoMoPa.net bestätigte.

In einem Interview gab Renate Daum zu, dass nur 20 Prozent ihrer Recherchen investigativ seien. Bleibt zu hoffen, dass die restlichen 80 Prozent Recherchen nicht zu Anleger-Tipps führen wie denen von Daums ehemaligen Ressortchefs Georg Breu (42) und Günter Pollersbeck (39).

Die Ex-Börse-Online-Chefs sollen zu der Clique der Finanzjournalisten gehören, die sich nun für 21 Marktmanipulationen verantworten müssen. Nun denn ...

Dokument zum Thema
» Financial Times Deutschland 18.10.2011 über GoMoPa.net

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» BAC Berlin Atlantic Capital: 1. Erfolg gegen US-Bank
» BAC Berlin Atlantic Capital ./. Wells Fargo: Tag der Entscheidung

Links zum Thema
» Kanzlei Nittel: BAC Life Trust Fonds in der Krise - Hilfe für Anleger
» Stellungnahme BAC zur Razzia am 20.9.2011
» Artikel von Renate Daum, FTD
» kmi über BAC
» BAC zu Oliver Schulz
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Beiträge zum Thema
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» Ethikbank - Vorstand Klaus Euler
» Journalisten der Qualitätspresse manipulieren Nebenwerte?
» Schutzgemeinschaften und Aktionärsschützer

Kategorien zum Thema
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02. Dezember 10

BOERSE ONLINE: Zwei ehemalige Ressortchefs sollen Aktien manipuliert haben


Convent Das Hamburger Gruner+Jahr-Magazin BÖRSE ONLINE nennt sich selbst "das unabhängige Anlegermagazin". Aber so unabhängig waren seine Aktientipps in der Vergangenheit gar nicht, wie das Blatt nun tröpfchenweise zugab.

Ihre Geldredakteurin Renate Daum und der Leitende Redakteur Finanzen Christian Kirchner geißelten noch eine Woche nach der deutschlandweiten Aktienmanipulations-Razzia (Wirecard, Nascacell, Thielert, Conergy) die Doppelmoral der dabei ins Hauptvisier geratenen Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger e.V. (SdK) aus der feinen Maximilianstraße 8 in München.

Verhaftet: Ex-SdK-Funktionär<br /> Tobias Bosler ©Zapp
Verhaftet: Ex-SdK-Funktionär
Tobias Bosler ©Zapp
Die Exfunktionäre der SdK Tobias Bosler und Markus Straub wurden am 21. September 2010 im Zuge der Hausdurchsuchungen verhaftet. Ihnen wird vorgeworfen, mit gezielten Falschinformationen in der Presse (Wallstreet Online, GoMoPa.net) die Aktie der Wirecard im Frühjahr 2010 schon zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres zum Absturz gebracht zu haben, um sich zu bereichern, in dem sie an der Börse auf fallende Kurse von Wirecard gesetzt hatten. Der mutmaßliche Drahtzieher Bosler soll laut Durchsuchungsbeschluss beim diesjährigen Wirecard-Absturz mindestens 400.000 Euro verdient haben.

Die BÖRSE ONLINE Autoren warfen den Aktionärsschützern "wenig Unrechtsgewußtsein vor" und hielten insbesondere dem einstigen Sprecher der SdK Markus Straub vor, dass dieser vor vier Jahren noch auf den Anlegerschutztagen in Berlin gegen "die Maßlosigkeit der Banken wetterte". Erbost stellte nun BÖRSE ONLINE am 29. September 2010 die einstigen SdK-Funktionäre an den Pranger: "Über Jahre hat sich eine Clique von Finanzjongleuren mit windigen Geschäften gegenseitig Millionen zugeschachert."

Was BÖRSE ONLINE allerdings dabei unterschlug, war die Tatsache, dass zu dieser Clique um die SdK auch zwei ehemals langjährige und leitende Finanzredakteure von BÖRSE ONLINE gehören sollen, wie aus dem Durchsuchungsbeschluss des Münchener Amtsrichters Meixners vom 7. Juli 2010 hervorgeht. Als andere Medien diese Information veröffentlichten, sah sich Chefredakteurin Stefanie Burgmaier genötigt, sich mit dem angeprangerten fehlenden Unrechtsbewußtsein nun auch im eigenen Haus auseinanderzusetzen.

In einem Kommentar räumte die Chefredakteurin nur zwei Tage nach der einseitigen reißerischen Berichterstattung gegen die SdK kleinlaut ein:

BÖRSE ONLINE<br /> Chefredakteurin<br /> Stefanie Burgmaier
BÖRSE ONLINE
Chefredakteurin
Stefanie Burgmaier

Zitat:


Leider sind es gerade Finanzjournalisten, die leicht in Versuchung geraten. Sie kommen ständig mit Leuten zusammen, die scheinbar mühelos reich geworden sind. Und einige können nicht widerstehen, diesem Erfolg nachzueifern. So wollen wir nicht verschweigen, dass nach unseren Informationen zwei der Verdächtigen einmal für BÖRSE ONLINE gearbeitet haben. Beide sind seit Jahren nicht mehr für uns tätig. Zudem haben die Fälle, die jetzt untersucht werden, nach ihrer Zeit in unserer Redaktion stattgefunden. Dennoch ist uns ihre mögliche Verstrickung Mahnung, ständig wachsam zu bleiben.


Gemeint sind namentlich der Diplombetriebswirt Georg Breu (41) und der Asset-Manager Günter Pollersbeck (38). Die beiden betreiben Tür an Tür mit der SdK in der Maximilianstraße 8 in München seit Januar 2004 ihre Firma InvestorPress GmbH.

Georg Breu<br /> war Ressortleiter<br /> Deutsche Aktien
Georg Breu
war Ressortleiter
Deutsche Aktien
Mit dem einsitzenden Straub arbeiten sie schon seit Jahren zusammen. So übernahmen Breu und Pollersbeck zum Beispiel die Investorenbetreung der im Mai 2008 in Leipzig gegründeten Solarhybrid AG und präsentierten die Firma mit einem Messestand auf der Intersolar 2008 in München. Im Aufsichtsrat dieser Firma, die Sonnenwärme und Sonnenlicht zugleich nutzen will, sitzt Markus Straub.

Stolz verweisen Breu und Pollersbeck noch heute auf ihre Redakteurszeit bei BÖRSE ONLINE. Breu schreibt auf seiner Firmenseite, dass er 7 Jahre bei BÖRSE ONLINE war, "davon 3 Jahre als Ressortleiter Deutsche Aktien".

Günter Pollersbeck<br /> war Ressortleiter<br /> Internationale Aktien
Günter Pollersbeck
war Ressortleiter
Internationale Aktien
Pollersbeck gibt auf der Firmenseite und auch im Sozialnetzwerk XING zum besten, dass er 6 Jahre Redakteur bei BÖRSE ONLINE war, davon in der Zeit von Januar 1999 bis Dezember 2003 sogar "Ressortleiter Internationale Aktien."

Und in dieser Zeit haben die beiden einen Shootingstar an der Börse, den Akademiker-Finanzdienstleister MLP aus Wiesloch in Baden, so abgeschossen, dass sich die Aktie bis heute nicht wieder davon erholt hat.


Die BÖRSE ONLINE Ressortleiter brachten 2002 die MLP-Aktie zu Fall

Die Aktie der MLP erlebte 2001 einen Höhenflug von bis zu 172 Euro, um dann im Jahre 2002 auf 8 Euro abzustürzen. Im Gegensatz zu heute ermittelte die Staatsanwaltschaft damals noch nicht gegen die Journalisten wegen Markmanipulation. Bislang weiß noch kein Außenstehender, was die Clique Bosler, Straub, Breu und Pollersbeck an dem Aktiensturz verdient hat.

Wochenlang hatte BÖRSE ONLINE als einziges Medium berichtet. "Die wahre MLP Story" titelte das Magazin am 15. Mai 2002 und sah am 16. Mai 2002 die "MLP: Vor einem Gewitter". Börse Online kritisierte undurchsichtige Bilanzen und legte wöchentlich nach: "Nebelkerzen aus Heidelberg" schrieb das Magazin am 26. Mai 2002. Am Ende waren es über zehn Berichte: "Mangelhafte Antworten" am 20. Juni 2002, "Dubiose Verkäufe ? es wird enger" am 01. August 2002, "Verwirrung um die Kundenzahlen" am 22. August 2002 oder "Vorstandsmitglied weg - Bilanzrisiken bleiben" am 12. September 2002.

WiWo-Chefredakteur<br /> Roland Tichy © Zapp
WiWo-Chefredakteur
Roland Tichy © Zapp
Der Chefredakteur der Wirtschaftswoche, Roland Tichy, wundert sich noch heute darüber. Dem NDR sagte Tichy: "Die massive Berichterstattung an und für sich war noch nicht merkwürdig, da es ja so sein kann, dass Unternehmen von sich aus Daten verschleiern. Die Häufung dieser Berichte und die Zentrierung auf ein einziges Blatt war allerdings seltsam."

Seltsam vor allem war auch: Alle Berichte wurden von einem unbekannten Journalisten geschrieben, einem geheimnisvollen "Felix S. Lohmann". Ein Pseudonym, wie BÖRSE ONLINE damals einräumte. Wer allerdings dahinter steckt, das verriet BÖRSE ONLINE damals nicht.

Roland Tichy urteilt: "Es handelt sich hier um sehr hochbrisante Informationen, die müssen zuverlässig sein. Und das größte Maß an Zuverlässigkeit ist immer noch die personale Verantwortung eines einzelnen Redakteurs. Immer, wenn anonyme Autoren da auftauchen, ist der Verdacht nahe, dass da jemand handelt, der in Wirklichkeit im Trüben fischt."

Damals gab es Gerüchte, dass hinter dem Pseudonym der Aktionärsschützer Markus Straub stecken könnte: "Lohmanns Enthüllungen" titelte die Süddeutsche Zeitung am 07. August 2002 und lenkte den Verdacht auf Straub. Der stritt das ab.

Nun tauchen bei den aktuellen Ermittlungen unter den Verdächtigen des kriminellen Netzwerkes die beiden Namen der damaligen Ressortchefs von BÖRSE ONLINE, Georg Breu und Günter Pollersbeck, auf. Sie waren für die Veröffentlichungen des Lohmann, oder soll man Straub sagen, verantwortlich.

Ihre Nähe zu den verdächtigten Aktionärsschützern ist bis heute auffällig. Nicht nur wegen ihrer Tür an Tür liegenden Geschäftsräume in München. Auf Anfrage des NDR-Magazins Zapp bestätigt die heutige Chefredakteurin von BÖRSE ONLINE, Stefanie Burgmaier, dass sämtliche MLP-kritischen Berichte von den verdächtigten Journalisten verfasst wurden. Die Verdächtigen reagieren auf Medienanfragen nicht, geben keine Stellungnahmen ab.

Die Staatsanwaltschaft München ermittelt in dem Mammutverfahren Manipulationen von 20 Aktiengesellschaften.

Der jetzige BÖRSE ONLINE Ressortleiter Finanzen, Christian Kirchner, hält die Enthüllungen nur für die Spitze des Eisbergs. Kirchner sagte gegenüber Zapp: "Ich glaube unter dem Strich auch, dass auch nur diese 20 Aktien ein Ausschnitt sind, weil das sind wahrscheinlich die, bei denen man das am einfachsten nachweisen kann in Form der Ermittlungen, ich glaube aber schon, dass da noch mehr dahinterstehen."

Merkwürdige "Hotstocks" von Focus Money

Focus Money Mitarbeiter<br /> Oliver Janich
Focus Money Mitarbeiter
Oliver Janich
Auch gegen einen freien Mitarbeiter von Focus Money, einem Anlegermagazin aus München, wird derzeit ermittelt. Er soll ebenfall Teil des geheimen Netzwerkes sein. Seine Name: Oliver Janich. Er ist Bundesvorsitzender der am 30. Mai 2009 gegründeten Partei der Vernunft für Freiheit und Bürgerrecht mit Sitz in Hilzingen in Baden-Württemberg. Im Parteiprogramm fordert die Partei der Vernunft die Abschaffung der Besteuerung von Dividenden- und Aktienkursgewinnen. Keine Abgeltungssteuer heißt es da. Die Maxime seiner Partei beschreibt Janich so: "Du kannst tun und lassen, was Du willst, solange Du dabei niemandem schadest."

Focus Money und der Fall Petrohunter Energy

Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen ihn wegen Marktmanipulation. 2006 ging ein gänzlich unbekanntes Unternehmen an die Börse. Eine Firma mit dem klangvollen Namen "Petrohunter Energy".

Christian Kirchner erklärt: "Das ist ein Unternehmen, das früher einmal, vor acht bis zehn Jahren, in der Lieferung von Mineralwasser für amerikanische Büros tätig war, pleite war und dann anschließend, im Jahr 2005 war das, quasi über Nacht zu einem neuen Unternehmen wird, das angeblich auf irgendwelchen Ölreserven in Australien oder Nordamerika sitzt. Und mit dieser Geschichte ausgestattet und umbenannt von Digital Eco Systems, wie das Unternehmen früher hieß, in Petrohunter - klingt natürlich auch toll: Petrohunter, der Öljäger - ist man an die Öffentlichkeit gegangen."

Ein merkwürdiges Unternehmen. Doch bei Focus Money war die neue Aktie der "Hotstock" der Woche. Dort beschwor der Focus-Money-Mitarbeiter am 8. Februar 2006 das "Neue Gasfieber" mit "Gigantischen Chancen" und empfahl: "Spekulative Anleger sollten einsteigen, bevor Details bekannt werden." In einem zweiten Artikel errechnete er sogar ein Gewinnpotenzial von "163 Prozent", ein Journalist im "Gas Rausch", wie Focus Money am 25. Januar 2006 schrieb. Seine Quellen unbekannt.

Ralf Drescher vom Handelsblatt ist über die Berichte erstaunt: "Es gibt aus öffentlichen Quellen keine Berichte, es gibt kaum Mitteilungen außer ein paar Jubel-ad-hoc-Mitteilungen des Unternehmens selbst. Also, ich weiß nicht, wo diese Recherchen herkommen sollen, und entsprechend glaube ich auch nicht, dass da seriös recherchiert wurde."

"Es gibt ganz klar geregelte Vorschriften im Wertpapierhandelsgesetz, dass die Finanzanalysen und darunter fallen eben solche Beiträge von Journalisten, die sich mit Aktien befassen, dass solche Finanzanalysen korrekt und sachlich abgefasst werden sollen und keinen irreführenden Eindruck erwecken dürfen", so Heinfried Hahn, Experte für Kapitalmarktrecht gegenüber dem NDR.

Jubel-Artikel steigerten den eigenen Profit

Das undurchsichtige Unternehmen wurde in Focus Money Artikeln hochgejubelt. Pikant daran: Ein Blick in die Dokumente der amerikanischen Börsenaufsicht SEC verrät, wer sich zuvor mit Aktien eingedeckt hatte. Der ehemalige Aktionärsschützer Tobias Bosler war mit 100.000 Aktien dabei, sein ehemaliger Kollege Markus Straub mit 200.000 Aktien. Und auch andere nun verdächtigte Personen tauchen als Aktionäre auf. Und die Rechnung ging auf. Für Insider, die früh investiert hatten und rechtzeitig wieder ausstiegen, ein Riesengeschäft. Direkt nach dem Börsengang stürzte die Aktie ab, war schließlich nur noch Cent-Beträge wert. Wenige journalistische Artikel mit großer Wirkung.

"Finanzjournalisten haben eines: Sie machen Masse, sie machen Stimmung. Man braucht Leute, die bestimmte Aktien kaufen und dabei nicht merken, dass sie wertloses Zeug von Leuten kaufen, die sich ins Fäustchen lachen", meint WiWo-Chefredakteur Roland Tichy.

Focus Money und der Fall Nascacell

Die Börse in Frankfurt: Gleiches Jahr, gleiche Clique, gleiches Muster. Diesmal war es ein unbekanntes Biotech-Unternehmen, namens Nascacell, das offenbar in Berichten nach oben geschrieben wurde. Auch hier sollten mutmaßliche Mitglieder des geheimen Netzwerkes beteiligt gewesen sein. Und auch hier wieder Jubelberichte vom gleichen Focus-Money-Mitarbeiter. Trotz fehlender offizieller Informationen war Nascacell der "Hotstock der Woche", wie in Focus Money am 31. Mai 2006 zu lesen war.

Der Focus-Money-Journalist tönte: Der Börsenneuling "könnte bald für Furore sorgen". Nascacell sei quasi ein Geheimtipp, und er versprach vollmundig: "Für Anleger ist dies die einmalige Chance, zu Schnäppchenpreise an die Aktie zu kommen." Viele glaubten den Berichten und bereuten es. Denn der Aktienkurs fiel schon am allerersten Tag von sieben Euro auf 20 Cent. Mittlerweile ist das Unternehmen abgewickelt. Die schriftlichen Fragen von Zapp hat der Focus-Money-Journalist nicht beantwortet. Auch die Focus-Money-Chefredaktion gab Zapp keine schriftlichen Antworten. Nur weitschweifige Ausführungen am Telefon. Die Zusammenarbeit mit dem Journalisten sei ausgesetzt: jetzt.

Zweifel an der Arbeit des Focus-Money-Journalisten gab es schon lange. Ralf Drescher vom Handelsblatt und sein damaliger Kollege Christian Kirchner haben bereits vor zwei Jahren recherchiert. "Wir haben uns die so genannten Hotstocks mal angeschaut, die das Magazin in den Jahren 2006 bis 2008 empfohlen hat. Das waren ungefähr 140 Werte und da sind wir zu dem Schluss gekommen, dass lediglich 18 Werte überhaupt nur eine, meist leicht positive, Rendite erzielt haben, bis zum Zeitpunkt unserer Betrachtungen im Sommer 2008", so Christian Kirchner.

Der Rest rauschte nach unten ab. Rund ein Drittel der empfohlenen "Hotstocks" erlitten sogar am Ende einen Totalverlust. Und das zu einer Zeit, in der es an der Börse stabil zuging. "Das Ganze ist wirklich himmelschreiend, und jeder Affe mit Dartpfeilen würde deutlich bessere Ergebnisse erzielen, als der Kollege, der die "Hotstocks der Woche" empfohlen hat", meint Ralf Drescher vom Handelsblatt.

Link zum Thema
» Solarhybrid AG Aufsichtsrat Markus Straub, Investor Relations: Georg Breu & Günter Pollersbeck

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02. Dezember 09

1337-crew: Armee der Unschuldigen?


Mehr als 18.000 Menschen haben sich im kriminellen Online-Shop 1337-crew registriert. Nachdem dieser am 24. November 2009 von der Polizei gesprengt wurde und der Administrator Dominik B. (19) alias 13speedtest37 aus Wien umfänglich auspackte, müssen alle 18.000 Registranten nun fürchten, dass gegen sie ein Ermittlungsverfahren wegen Computerbetruges, Kreditkartenbetruges, Diebstahls, Hehlerei, Dealens mit Drogen, Waffen und Kinderpornografie-Zugängen oder zumindest wegen Beihilfe von alldem eingeleitet wird. Auch die Mitwisserschaft ist strafbar.

In Internetforen versuchen sich die Mitglieder von 1337-crew als Unschuldige rein zu waschen. "Ich wollte mich doch nur mal informieren", heisst es da. Oder: "Ich habe doch nichts Verbotenes angeboten."

Falsch: Bei der Cybercrime-Armee gab es keine Unschuldigen. Um in den kriminellen Shop zu gelangen, brauchte man zwei kriminelle Bürgen. Die wiederum selbst etwas Verbotenes getan haben mussten.

Oder man musste selbst schon einmal gestohlene Handys, raubkopierte Spiele, Kreditkartenzugänge oder ein Botnetz mit Zombie-Computern kaufen und bar über anonyme Pay Safe Cards (an Tankstellen erhältliche Prepaid-Cards) bezahlt haben, um in das für den Normalbürger geschlossene Forum zu gelangen.

Niemand, der nur ahnungslos im Internet surft, kommt in dieses kriminelle Netz per Zufall hinein. Dazu bedarf es einer gehörigen Portion an eigener krimineller Energie. Die Schäden, die der betrügerische Kreditkarten- oder PayPal-Einkauf bei Händlern, Spieleherstellern und Bankkunden verursachte, gehen nach Aussagen des zuständigen Oberstaatsanwalts Fred Apostel in Bonn in den siebenstelligen Bereich (also in Millionen von Euros). Dubiose Firmen konnten mit DDoS-Attacken (Massenmüllanfragen) jeden missliebigen Konkurrenten oder kritische Stimmen in den Ruin treiben lassen. Banken zahlen inzwischen monatlich 250.000 Euro, um ihr Online-Banking einigermassen zu schützen.

13speedtest37 gelang es dennoch, im September 2009 sogar einen der 40.000 hochgeschützten Rechner der Commerzbank in Frankfurt am Main mit einem Trojaner zu infizieren. 13speedtest37 alias Dominik B. fühlte sich bis zum letzten Tag vor seiner Verhaftung an seinem Firmensitz in Retz bei Wien sicher. Warnungen, dass seine Identität bei der Polizei aufgeflogen war, schlug er in den Wind. Seinen kriminellen Anhängern empfahl er, doch sicherheitshalber die Passwörter zu ändern. Die Polizei war schneller.

Der Chef des Bundeskriminalamtes in Wiesbaden, Jörg Ziercke, schätzte am 25. November 2009 auf der Herbsttagung seiner Behörde ein, dass schon 350.000 Personal Computer in Deutschland ?Zombie-PCs? seien, die ohne das Wissen ihrer rechtmäßigen Eigentümer über eingeschleuste Programme durch ein kriminelles Netzwerk kontrolliert werden könnten. "Kriminelle versuchen derzeit, die gesamte Identität aller User abzugreifen?, um sie für Verbrechen zu nutzen, warnt der BKA-Chef.

13speedtest37 hatte über seine Firma Heihachi.net ein Schutzgeld- und Preis-Kartell aufgebaut. Wenn sich Konkurrenten bei Heihachi.net anmeldeten, waren sie von DDoS-Attacken verschont. Dafür durften sie aber im Gegenzug seinen Preis von 5 Euro für eine Kreditkarte nicht unterbieten. Er selbst kaufte die Karten für zwei Euro das Stück ein. Die Konkurrenten mussten ihm Kreditkarten zu Hunderten abnehmen und durften diese dann für 10 Euro weiterverkaufen. Die Szene fürchtete 13speedtest37 und gab ihm den Spitznamen "Hitler".

Nun, da "Hitler" aufgeflogen ist, stehen die Konkurrenten Schlange, um die Anbieter und Käufer der 1337-crew zu übernehmen. Einer ist das erst am 3. März 2009 in Moskau angemeldete deutschsprachige Kreditkartenklau- und -handelsunternehmen Carders.CC mit 5.700 angemeldeten Mitgliedern. "Bei uns findet ihr alles, was es auch auf 1337-Crew gab, nur alles mit mehr Niveau, erfahrenes Team, User, ein grosser Marktplatz...und vieles mehr", heisst es in einer E-Mail an die ehemaligen Mitglieder der 1337-crew. Und verhöhnt dabei noch die Polizei: "Auch die Cops, die sich mitten euch befinden: Fuer euch haben wir immer Platz, sonst werdet ihr ja arbeitslos."

Aber auch bei Carders.CC in Moskau gibt es keinen zufälligen Zugang. Eine Registrierung ist nur über einen Invite-Code möglich. Es kommt also nur der in den Shop hinein, der auch wirklich betrügen will.

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31. Dezember 08, 01:00:00

Toter mit zur Scheckeinreichnung

David Dalaia und James O'Hare sind nach Angaben der New Yorker Polizei Kleinkriminelle, die schon in den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts in Konflikt mit dem Gesetz kamen. Am letzten Dienstag wollten sie den Sozialhilfe-Scheck ihres Freundes in einem Geschäft einlösen. Der Kassierer teilte Ihnen jedoch mit, dass die auf dem Scheck eingetragene Person beim Einlösen des Schecks persönlich anwesend sein müsse.

Und genau das war das Problem. Ihr Freund wurde nach Angaben von Verwandten kürzlich im Krankenhaus wegen der Parkinsonschen Krankheit behandelt und vermutlich starb der 66 Jährige kurze Zeit später. Aus diesem Grunde zogen sie ihm Hosen, T-Shirt und Schuhe an, legten einen Mantel über die Knie, setzten ihn letztlich auf einen Bürostuhl und schoben die Leiche so durch die New Yorker City ? Richtung Scheckeinlösung!

Das makabre Geschehen beendete Polizist Travis Rapp, der die Szene beim Mittagessen von einem Restaurant aus beobachtete. Seinen Angaben zufolge täuschte das Duo vor, völlig überrascht zu sein. Als es zur Rede gestellt wurde sagte einer von ihnen: "Oh, mein Gott, er ist tot? Er muss soeben gestorben sein! Das haben wir nicht bemerkt!? Die Männer wurden festgenommen, die Leiche beerdigt und die Stadt New York sparte 355,- USD.

 

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