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20. Mai 2013
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02. Februar 13, 01:00:00

EU-Paradies zahlt jedem Einwanderer Hartz IV de luxe


Convent Welches EU-Land zahlt einem Single jeden Monat einen Haushalts- und Mietzuschuss von knapp 1.400 Euro netto plus Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung oder einer vierköpfigen Familie knapp 2.250 Euro, ohne, dass man einen Finger dafür krumm machen müsste und ohne, das man jemals in den dafür eigens aufgelegten Sozialfonds einen Cent eingezahlt hat?

Obendrauf darf ein Single noch knapp 400 Euro hinzuverdienen, ohne, dass das auf die monatliche Auszahlung angerechnet werden würde. Eine Familie mit zwei Kindern dürfte rund 660 Euro zusätzliche Einnahmen haben, ohne, dass diese mit der Monatszahlung von 2.250 Euro verrechnet würden.

Vernünftigerweise würden Sie jetzt sagen, so etwas kann es doch gar nicht geben. Der Finanznachrichtendienst GoMoPa.net fand jedoch genau so ein Geldparadies mitten in Europa und dazu noch in der EU.

Das monatliche Mindesteinkommen steht jedem EU-Bürger zu, der mindestens drei Monate "offiziell" in diesem Land wohnt und eine Aufenthaltsgenehmigung besitzt. Wirklich umziehen muss man aus Deutschland dafür nicht. Es reicht, wenn man in dem Land eine Wohnung anmietet, diese untervermietet und den Untermieter bittet, die Strom- und Telefonrechnung als Beweis für den Aufenthalt zuzuschicken - und schon fließt das Mindesteinkommen Monat für Monat aufs Konto. Einmal genehmigt, muss man nichts mehr tun. Verlängerungsanträge sind nicht nötig.

Registrierte GoMoPa.net-Leser erfahren nachfolgend, wo man dieses reale und legale Geldparadies findet und wie man als Deutscher das schöne Geld erhält. Die Anträge auf Deutsch sind gleich dabei:

Das Paradies liegt gleich hinter Rheinland-Pfalz und dem Saarland und ist nach Malta der zweitkleinste Staat der EU. Gemeint ist das Großherzogtum Luxemburg. Fast alle Leute verstehen Deutsch. Die größte Zeitung des Landes, "Wort", erscheint auf Deutsch.

6.000 EU-Bürger verlegen pro Jahr ihren Erstwohnsitz nach Luxemburg. Aus gutem Grund: Denn Luxemburg hat bereits im Jahre 1999 beschlossen, dass jeder Haushalt (auch ein Single) ein Mindesteinkommen (revenu minimum garanti - RMG) haben soll.

Jedem ersten Erwachsenen eines Haushalts stehen 1.315,31 Euro brutto zu. Davon gehen 36,83 Euro für die Krankenversicherung (Luxemburg hat nur ein gesetzliches Krankenversicherungssystem) und 11.95 Euro für die Pflege ab, so dass er netto 1.266,53 Euro ausgezahlt bekommt. Er darf zusätzlich ein Einkommen von 394,59 Euro haben, ohne dass es angerechnet wird.

Wohnt er zur Miete bekommt er einen Mietzuschuss in Höhe von 123,95 Euro pro gesamten Haushalt.

Der zweite Erwachsene des Haushalts erhält netto 636,50 Euro und darf 197,50 Euro anrechnungsfrei hinzuverdienen oder Einnahmen haben.

Jedes Kind erhält netto 116,22 Euro und darf 35,87 Euro weitere Arten Gelder ohne Anrechnung bekommen. Kindergeld wird gar nicht angerechnet, darf also zusätzlich in voller Höhe kassiert werden.

Dieses garantierte Mindesteinkommen steht jedem Erwachsenen zwischen 25 und 60 Jahren zu.

Ausgenommen vom Recht auf Mindesteinkommen sind Bürger, die mehr als einen Monat in Untersuchungshaft gesessen haben oder zu einer mehr als einmonatigen Haftstrafe verurteilt worden sind. Es sei denn, der Betroffene befindet sich im offenen Vollzug oder der Vollzug seiner Haftstrafe wurde ausgesetzt.

Auch den unter 25-jährigen steht das Mindesteinkommen als Haushaltsvorstand zu, wenn sie ein Kind erziehen, welches Kindergeld erhält, oder wenn sie selbst wegen Krankheit oder Behinderung weniger als das garantierte Mindesteinkommen verdienen sollten.

Das Mindesteinkommen steht auch den unter 25-jährigen ab einem Alter von 18 Jahren zu, wenn sie einen Kranken oder Behinderten pflegen.

Einziger Nachteil für die 25- bis 60-jährigen Normalempfänger des Mindesteinkommens (also wenn sie nicht krank sind, Kranke pflegen oder Kinder großziehen, nicht studieren oder in einer Ausbildung sind): Sie werden vom Nationalen Sozialamt zu Schulungen und anderen Eingliederungsmaßnahmen für den Arbeitsmarkt herangezogen.

Wer nicht abgeneigt ist, in Luxemburg einen Job zu bekommen, wird im Vermittlungsfall in Luxemburg ein Drittel mehr verdienen als in Deutschland (der Mindestlohn ab einem Alter von 18 Jahren beträgt 1.724,81 Euro). die Lebenshaltungskosten liegen nur 15 Prozent höher als in Deutschland. Ein durchschnittlicher männlicher Facharbeiter bekommt 4.750 Euro brutto, oft auch ein Firmenhandy und Firmenwagen, aber kein 13. oder gar 14. Monatsgehalt. Frauen verdienen deutlich weniger.

Aber, wer das Geld ohne Eingliederungsmaßnahmen in den Arbeitsmarkt erhalten möchte, muss einen Arzt finden, der ihn arbeitsunfähig schreibt. Das ist in Luxemburg einfacher als in Deutschland.

Die Arztmeinung wird in Luxemburg nicht angezweifelt, es wird kein Amtsarzt oder Gutachter bestellt.

Die Eingliederungsentschädigung (so heißt das garantierte Mindesteinkommen für Arbeitssuchende) wird dann einfach nur als Zuschuss gezahlt (gleiche Sache - anderer Name). Das Nationale Sozialamt lässt einen dann in Ruhe.

Um nun als Deutscher in Luxemburg das garantierte Mindesteinkommen zu erhalten, sind folgende Schritte nötig.

1. Schritt: Wohnungssuche und Einschreibebescheinigung oder Aufenthaltsgenehmigung

Ein Wohnstudio (1 Zimmerapartment) kann man ab 500 Euro mieten. Drei-Zimmer-Wohnungen gibt es zwischen 800 und 1.000 Euro Miete.

Die Hauspreise liegen im Durschnitt bei 750.000 Euro. Auf dem Land in Richtung Belgien fallen die Preise. Gute Häuser werden zwischen 400.000 und 600.000 Euro verkauft. Man findet aber auch ältere Häuser mit Investitionsbedarf für 70.000 Euro.

Ein Hauskauf bietet den Vorteil, an Gleichgesinnte unterzuvermieten, die dann ebenfalls einen offiziellen Erstwohnsitz in Luxemburg nachweisen können. Man kann das Haus zum Beispiel zu je 600 Euro an vier Interessenten vermieten und auch noch vier Mal 150 Euro für die Postnachsendung verlangen. So hätte man eventuelle Kreditraten für den Hauskauf abgesichert.

Die deutschsprachige Zeitung Wort veröffentlicht viele Immobilienangebote. Im Internet findet man die Angebote auf der Partnerseite der Zeitung: Immofinder.lu.

Die führende Immobiliendatenbank im Internet für Luxemburg ist Athome.lu. Eine weitere Datenbank in Luxemburg ist Immotop.lu mit teilweiser deutscher Beschreibung.

Immobilienmakler in Luxemburg helfen nicht nur bei der Wohnungssuche, sie helfen auch beim Nachweis von Werten wie verbrauchtem Strom, Wasser und Telefondienst, um die Bewohnbarkeit zu belegen.

Immobilienmakler sind Michels in Remich, Immo-Grober in der Stadt Luxemburg, Hellers Gast Immobiliere in Mondorf-les-Bains oder Rockenbrod mit Angeboten auf Deutsch in der Stadt Luxemburg.

Eigentum an einer Immobilie und an Ländereien beeinträchtigt normalerweise kaum den Anspruch auf das garantierte Mindesteinkommen und schmälert es auch im Normalfall nicht besonders stark. Es wird zwar angerechnet, aber die Umrechnung des immobilen Eigentums in eine fiktive Lebensrente lässt viel Spielraum.

Ein Beispiel:

Angenommen ein 50jähriger Haushaltsvorstand in Brüssel besitzt ein Haus mit Land im Verkehrswert von 210.000 Euro.

Dann rechnet der für die Verwaltung und Bewilligung zuständige Nationale Solidaritätsfonds in der Stadt Luxemburg (FNS - Fonds national d action sociale) folgende fiktive Lebensrente aus:

Der Einheitswert eines Hauses wird von der Steuerverwaltung mit 1.500 Euro angesetzt. Ländereien mit 1.000 Euro.

Der Einheitswert der Ländereien von 1.000 Euro wird mit dem Faktor 60 multipliziert und ergibt einen Verkehrswert von 60.000 Euro.

Der Einheitswert des Hauses von 1.500 Euro wird mit dem Faktor 100 multipliziert und ergibt einen Verkehrswert von 150.000 Euro.

Der Gesamtwert des Vermögens in Höhe von 60.000 Euro plus 150.000 Euro = 210.000 Euro wird nun mit einem Jahres-Lebensverrentungsfaktor 0,0507 multipliziert und durch 12 dividiert, so dass am Ende aus dem Immobilienvermögen eine fiktive Monatsrente von 887,25 Euro angesetzt wird.

Zusätzlich zum Wohnsitz benötigt man ab dem Aufenthalt von vier Monaten eine Einschreibebescheinigung. Das ist eine vorläufige Aufenthaltsgenehmigung, die nach fünf Jahren zu einer dauerhaften Aufenthaltsgenehmigung wird.

Eine Einschreibebescheinigung oder Aufenthaltsgenehmigung erhält man auf drei verschiedenen Wegen.

Erstens, wenn man ein Arbeitsverhältnis in Luxemburg nachweist. Gesucht werden vor allem technische Fachkräfte, IT-Spezialisten, Betriebswirte, Finanzfachleute, Hotelfachkräfte, Köche, Ärzte, Pfleger und Büroangestellte.

Aber, da schon der Mindestlohn von 1.724,81 Euro höher ist als das garantierte Mindesteinkommen eines Haushaltsvorstandes in Höhe von 1.315,31 Euro brutto, wäre eine sofortige Beantragung des garantierten Mindesteinkommens sinnlos.

Sobald man die Aufenthaltsgenehmigung hat, kann man sich von seinem Arbeitgeber betriebsbedingt kündigen lassen (auf keinen Fall wegen eines Verstoßes und auch nicht selbst kündigen, dann entstehen Wartezeiten von einem Vierteljahr) und kann anschließend das garantierte Mindesteinkommen beantragen.

Man bekommt eine Aufenthaltsgenehmigung aber auch, wenn man zum Beispiel am Zweitwohnsitz in Deutschland regelmäßiges Einkommen nachweisen kann (Renten oder Pensionen, Mieten).

Eine dritte Möglichkeit ist die Gründung einer eigenen Firma. Hierbei kann man sich zunutze machen, dass Luxemburg für Inhaber geistiger Schöpfungen ein reinstes Steuerparadies ist. Normalerweise unterliegen Firmen in Luxemburg einem Gesamtsteuersatz von 28,8 Prozent.

Gründet man aber eine Firma, die nur von der Verwertung geistiger Eigentumsrechte (Patente, Fabriken, Handelsmarken, Muster und Modelle, Gebrauchsmuster, Arzneimittel, Internet-Domain-Namen, Urheberrechte an Software) lebt, ist diese in Luxemburg zu 80 Prozent von der Körperschaftssteuer und Gewerbesteuer befreit, so dass sie auf Gewinne nur einen effektiven Steuersatz von 5,76 Prozent zahlt, wenn es denn überhaupt Gewinne geben soll.

Gründet man die Firma als Genossenschaft (ScoopSA) ist nicht mal ein Mindestkapital erforderlich. Eine GmbH (S.a.r.l.) erfordert ein Mindestkapital von 12.500 Euro, eine Aktiengesellschaft (SA) 31.000 Euro.

Ein nicht ganz billiger Gründungshelfer ist die SGG Group mit Angeboten in englischer Sprache aus der Stadt Luxemburg. Er kostet ein paar Tausend Euro, liefert aber eine ausführliche Analyse, Beratung und ein auf die persönlichen Verhältnisse zugeschnittenes Modell.

Weitere Gründungshelfer sind die Steuerberater und Wirtschaftsprüfer Diplom-Betriebswirtin Petra Salm von der Salcon S.a.r.l. mit Angeboten auf Deutsch in Grevenmacher und Diplom-Betriebswirt Günther Sprunck von Domolux.lu ebenfals mit Angeboten auf Deutsch in Remerschen.

Ein Büro (auch ein virtuelles) bekommt man beim Regus Business Center aus der Stadt Luxemburg und bei Luxemburg Virtual Office. Ein Vollservice mit Telefon und Fax kostet im Jahr 1.195 Euro.

Schritt 2: Antrag auf Eingliederungsentschädigung und Mietzuschuss

Mit der Aufenthaltsbescheinigung und einer Haushaltsbescheinigung kann nun beim Nationalen Solidaritätsfonds schriftlich ein Antrag auf die Eingliederungsentschädigung für den Haushaltsvorstand und für die Kinder gestellt werden. Die Adresse steht im Kopf des Antrages. Den Antrag gibt es auf Deutsch hier.

Für jeden weiteren Erwachsenen ist ein Extra-Antrag nötig. Den gibt es auf Deutsch hier.

Wer eine Mietwohnung hat, kann hier den Mietzuschuss von 123,95 Euro auf Deutsch beantragen.

Hat man die Anträge verschickt, wird sich nach ein paar Tagen das Nationale Sozialamt melden und eine Eingliederungsvereinbarung schicken, die man unterschreiben muss, will man keine Ablehnung riskieren, oder man meldet sich krank.

3. Schritt: Krankschrift und Umwandlung der Eingliederungsentschädigung in einen Zuschuss.

Hat man einen Arzt gefunden, der einen arbeitsunfähig schreibt, muss man die Krankschrift beim Nationalen Solidaritätsfonds und beim Nationalen Sozialamt einreichen, dann wird aus der Eingliederungsentschädigung automatisch ein Zuschuss ohne Auflagen. Die gemeinsame Postadresse für das garantierte Mindesteinkommen lautet: FONDS NATIONAL DE SOLIDARITE und SERVICE NATIONAL D ACTION SOCIALE, Boite Postale 2411, L-1024 Luxembourg.

Wer sich unsicher beim Ausfüllen der Anträge ist, kann sich vor Ort in Luxemburg an jede im Sozialbereich tätige Einrichtung (sozialmedizinische Zentren, Ortsstellen des Roten Kreuzes, therapeutische Zentren, Tages- und Nachtunterkünfte, Arbeitnehmerkammer) wenden, die beim Ausfüllen helfen und sich um die Einreichung der Anträge kümmern.

Nach Bearbeitung des Antrags durch den Nationalen Solidaritätsfonds FNS erhält der Antragsteller eine schriftliche Mitteilung (Bescheid). Anhand dieser Mitteilung wird er über die genaue Berechnung des Zuschusses informiert.

Im Falle einer Verweigerung wird der Antragsteller über die Verweigerungsgründe informiert.

Widerspruchsmöglichkeiten

Gegen die Entscheidungen des Solifonds FNS und des Sozialamtes SNAS kann Widerspruch eingelegt werden (wenn der Zuschuss vom FNS verweigert oder entzogen wurde oder wenn der Antragsteller mit bestimmten Punkten der Entscheidung, wie der Berechnung oder der Abrechnung, nicht einverstanden ist). Die Widersprüche sind beim Schiedsgericht der Sozialversicherung (Conseil arbitral de la Securite sociale) und die Berufung beim Obersten Schiedsgericht der Sozialversicherung (Conseil superieur de la Securite sociale) einzulegen. Gegen die Entscheidungen des Nationalen Sozialamtes bezüglich der Eingliederungsentschädigung kann bei den gleichen Instanzen Widerspruch eingelegt werden.

Überprüfung des Zuweisungsbescheids

Die Empfänger des Zuschusses müssen unverzüglich jegliche Tatsachen melden, welche einen Einfluss auf ihren Anspruch auf Zuschuss haben könnten. Der FNS nimmt seinerseits regelmäßig eine Überprüfung der Zuweisungsbedingungen vor.

Demzufolge können die Mitarbeiter des Fonds die Antragsteller einer Leistung zu Hause besuchen, um diese Überprüfung vorzunehmen.

Der Zuschuss wird gestrichen, wenn die Voraussetzungen für ihren Erhalt nicht mehr gegeben sind. Unrechtmäßig bezogene Beträge sind vom Empfänger oder seinen Rechtsnachfolgern zurückzuzahlen. Der eventuelle Untermieter sollte also gut instruiert sein. Nun denn ...

Links zum Thema
» Garantiertes Mindesteinkommen - alle Fakten auf Deutsch
» Tabelle des garantierten Mindesteinkommens vom 1.10.2012

Pressemeldung zum Thema
» Firmen-Steueroasen in der EU

Beitrag zum Thema
» Steueroasen - Steuerparadiese in Europa

Link zum Thema
» Alle Staaten, mit denen Deutschland ein Doppelbesteuerungsabkommen hat, Stand: 1.1.2012

Kategorie zum Thema
» Allgemein

 

02. Februar 12

Konto Korrekt - eine Software gegen Bankenabzocke


Bankkontenprüfer Hans Peter<br /> Eibl aus Lauffen, copyright Eibl
Bankkontenprüfer Hans Peter
Eibl aus Lauffen, copyright Eibl
Eigentlich hat der vor Gerichten schwer beschäftigte Bankengutachter Hans Peter Eibl aus Lauffen am Neckar in Baden-Württemberg schon im Jahre 1998 eine Computersoftware entwickelt, mit der man Kontoauszüge und Darlehen von heute bis ins Jahr 1965 zurück überprüfen kann.

Seit 1999 gilt die Software als gerichtsfest und wurde von keiner Bank widerlegt. Bislang haben nur Eibl selbst und ein paar wenige Lizenznehmer wie Steuerberater, Rechtsanwälte und Unternehmer die Software genutzt.

Einer der Lizenznehmer, Harry Schmidt mit der BlueMarket AG aus Pfäffikon in der Schweiz, hat am 30. November 2011 die Vermarktung der Software unter dem Namen Konto Korrekt für Jedermann übernommen. Erfinder Eibl sagte dem Finanznachrichtendienst GoMoPa.net: "Ich habe dafür leider nie Zeit gehabt. Harry Schmidt hat die Zeit und auch die richtige Firma dafür. Es ist ganz in meinem Sinne, wenn Harry Schmidt die Konto Korrekt nach dem Motto verkauft: Jeder sollte eine Antibankenviren-Software auf seinem Computer haben."

Als jüngstes Beispiel, warum die Aufklärungsarbeit mit Hilfe von Konto Korrekt so wichtig ist, schickte Eibl GoMoPa.net folgendes aktuelle Urteil hgegen die ApoBank Düsseldorf, die jahrelang einen freiberuflichen Apotheker abzockte. Eibl hat für diesen Fall nicht persönlich den Kontenverlauf begutachtet, das übernahm ein Gutachterkollege. Aber die Berechnungsgrundlage ist die von Konto Korrekt.

ApoBank muss einem Apotheker über 200.000 Euro zurückerstatten

Es ist beinahe unglaublich. Aber das Landgericht Duisburg (NRW) bescheinigte jetzt der ApoBank, dass diese einem treuen Kunden in 12 Jahren für zwei Kredite in einer Gesamthöhe von 700.000 Euro sage und schreibe 233.000 Euro an Zinsen und Zinscapgebühren zuviel in Rechnung stellte. Dabei habe sie laut Gerichtsurteil vom 1. Dezember 2011 (1 O 124/11) sogar gegen gesetzliche Bestimmungen verstoßen. Der Apotheker kann sich nun über eine Rückzahlung freuen, zu der die ApoBank verurteilt wurde.

Als der Apotheker nach 12 Jahren mal vorsichtig nachfragte, auf welcher Grundlage die Bank die bei Vertragsabschluss im Jahre 1997 als variable Zinsen ausgehandelten Zinsen eigentlich festgelegt hatte, überwies die Bank von sich aus dem Kunden rund 7.500 Euro zurück. Und pochte des weiteren auf Verjährung. Diese Ausrede ließ das Landgericht nicht gelten, da die Zeit erst ab Kenntnis von Unzulässigkeiten zählt. Die hier vorliegende willkürliche Erhebung von Zinsen und Gebühren, ohne zum Beispiel den Euribor (Zinssatz, mit dem sich Banken untereinander Geld leihen) zu berücksichtigen, kam erst im Jahre 2009 auf Nachfrage des Kunden teilweise heraus.

In seinem ganzen Ausmaß von 233.000 Euro wurde der Schaden, den die Bank dem Kunden zufügte, erst mit einem Gutachten sichtbar, das ein Privatsachverständiger für Kontokorrent und Darlehen am 21. April 2010 verfasste.

Die ApoBank hatte den Berechnungen des Prüfers nichts entgegenzusetzen und erhob keine Einwände. Auch das Landgericht Duisburg verwies in seiner Urteilsbegründung für die Zahlen und Berechnungsgrundlagen auf das Privatgutachten.

Heuschrecke Lone Star Funds aus Dallas muss 155.000 Euro zurückerstatten

Für Eibl gehören solche Fälle inzwischen zur Routine. Erst am 18. Oktober 2011 sorgte Eibl für eine Schlappe der amerikanischen Heuschrecke Lone Star Funds (LSF) aus Dallas in Texas vor dem Bundesgerichtshof in Karlsruhe. Eibl berechnete, dass die Inkasso-Firma von Lone Star Hudson Advisors Germany GmbH aus Frankfurt dem Käufer eines Grundstücks genau 155.109,91 Euro zuviel an Zinsen und an verschwundenen Guthaben bei der Ablöse seines Kredites berechnet und abverlangt hat. Dieses Geld muss Lone Star Funds, in den vor allem amerikanische Pensionskassen investierten, nun mit Zinsen seit dem Jahre 2006 zurückzahlen. Der Käufer des Grundstücks bekam das Grundstück damals nur, wenn die Lone Star Zweckgesellschaft aus dem Grundbuch verschwindet. Lone Star saß am längeren Hebel und verdoppelte für den abzulösenden Kredit einfach den Zinssatz von 4,5 auf 9 Prozent.

Begründung des Fonds: Man habe eine höhere Risikoadjustierung vornehmen müssen. Das Gericht konnte aber kein erhöhtes Risiko erkennen: Weder beim Leitzinssatz EURIBOR, noch bei der Wertentwicklung des besicherten Grundstücks, noch überhaupt im Marktumfeld. Dank Eibl konnte der Schaden des Käufers auf Heller und Pfennig ausgerechnet und nachgewiesen werden, den der Kreditablöser nun zurückbekommt (BGH, XI ZR 198/10).

Sparkasse Ostprignitz-Ruppin verlangt 30.000 Euro zuviel von einem Holzbau-Unternehmer

Auch steht Eibl gerade dem Holzbau-Unternehmer Wolfgang Schroth aus Rheinsberg im Land Brandenburg zur Seite, dem die Hausbank, die Sparkasse Ostprignitz-Ruppin, im Jahre 2001 unberechtigt die Kredite von insgesamt 102.000 Euro gekündigt hatte. Das Landgericht Neuruppin verurteilte das öffentlich-rechtliche Geldinstitut nach einem fünf Jahre schwelenden Rechtsstreit am 27. Mai 2011 dazu, die Kündigung zurückzunehmen und alle Kontobewegungen und Zinsberechnungen penibel genau abzurechnen, denn das Bankhaus hatte den Kunden mit immer neuen Gebühren und Zinsen auch nach der Kündigung weiter hingehalten.

Obwohl der Unternehmer die Raten trotz Kündigung samt Zinsen weiterzahlte (bis heute 275.000 Euro), verlangt die Sparkasse von ihm immer noch 30.000 Euro - ohne dafür eine nachvollziehbare Berechnung vorzulegen. Eibl kann da aushelfen und beweisen, dass die Sparkasse keine Ansprüche mehr an den Unternehmer hat, wie er GoMoPa.net wissen ließ.

Und nun gibt es Konto Korrekt für Jedermann

Harry Schmidt von der BlueMarket AG aus Pfäffikon<br /> © Schmidt
Harry Schmidt von der BlueMarket AG aus Pfäffikon
© Schmidt
Über die Internetseite Konto-Korrekt.com vertreibt Harry Schmidt nun die Computersoftware für Jedermann. Dafür sucht Schmidt auch noch Affiliate-Partner, die bis zu 25 Prozent vom vermittelten Umatz als Provision erhalten.

Etwas mit Konto Korrent Vergleichliches gibt es nach seinen Worte nicht auf dem Markt. Schmidt sagte gegenüber GoMoPa.net: "Konto Korrekt© ist die einzige Software, die schwarz auf weiß beweist, wann, wie oft und wie hoch Banken ihre Kunden betrügen und wie hoch der Betrag ist, den die Bank dem Kunden schuldet."

So gesehen, sollte jeder mal seine Kartons und Hefter nach alten Kontoauszügen durchwühlen. Jeder Auszug werde so zu einem Wertpapier. Denn die Sachverständigen, die schon seit vielen Jahren mit der Software arbeiten, haben noch nicht eine Bank erlebt, die nicht falsch berechnen würde. Die Software stellt die Berechnung der Hausbank nun der korrekten Berechnung gegenüber. Der Bankkunde sieht zwei Konten, den realen Verlauf bei seiner Bank und den Verlauf, wie er hätte sein müssen. Unterm Strich schulde die Bank jedem ihrer Kunden Geld. Die Software liefert den Beweis dafür im Einzelfall.

Man kann sich aussuchen ob man nur ein Jahr überprüfen will (97,50 Euro) oder drei Jahre checkt (bis 31. Januar 2012 kostet das 147 Euro, danach 247 Euro). Wer unlimitiert alle zurückliegenden 46 Jahre überprüfen will, zahlt für die Kontenüberprüfungssoftware 2.950 Euro, für eine unlimitierte Darlehensüberprüfung 2.450 Euro oder für beides 4.900 Euro.

"Sie werden staunen, welche verborgenen Schätze in Ihren Kontoauszügen schlummern", ist Harry Schmidt überzeugt. "Und Sie werden immer wertvoller, je älter sie sind, ähnlich einem guten Tropfen köstlichen Weins."

Immer wieder werde Schmidt gefragt: Und was mache ich mit dem Ergebnis, wenn ich mit "Konto Korrekt©" herausgefunden habe, dass die Bank mir Geld schuldet?

Schmidt beantwortet die Frage so: "Das ist recht einfach. Sie sprechen mit der Bank. Entweder Sie gehen alleine dort hin oder Sie fahren mit einem Anwalt auf. Oft ist den Banken an einer gütlichen Einigung gelegen. Sollte sie dennoch mit Drohgebärden reagieren, ist das lediglich Säbelrasseln. Gehen Sie zur Staatsanwaltschaft und erstatten Sie Anzeige.

Selbst dann, wenn Sie nicht über die finanziellen Mittel verfügen, können Sie unter Umständen Prozesskostenhilfe beantragen, wenn hinreichende Erfolgsaussicht der Rechtsverfolgung im Sinne des Paragraphen 114 der Zivilprozessordnung besteht. Der Weg fällt Ihnen mit Sicherheit leicht, wenn Sie mit Hilfe von "Konto Korrekt©" eindeutig erkennen, dass Sie zum Beispiel Ihr Haus schon das 2.mal am Abbezahlen sind. Könnten sie besser schlafen, wenn Sie etwas weniger finanziellen Druck haben?"

Die Software sei ein Schutzprogramm gegen modernes Raubrittertum, Beutezüge und Zinsabzocke geldgieriger Banken. Nun denn ...

Links zum Thema
» Konto-Korrent.com
» Geld verdienen mit Konto Korrent

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02. Februar 11

ERSTE MAI GmbH: Noch geheimer als GFE Nürnberg


Der Motor stotterte zwar, aber die seit dem 30. November 2010 inhaftierte Geschäftsleitung der Gesellschaft zur Förderung erneuerbarer Energien mbH (GFE) Nürnberg hat wenigstens noch auf ihrem Betriebsgelände ein Muster-Blockheizkraftwerk zum Laufen gebracht, ehe sie viele Phantasie-30-KW-Mini- Blockheizkraftwerke (BHKW) für 35.700 Euro pro Stück verkaufte.

Mindestens 1.000 Anleger seien laut Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth seit Anfang 2010 darauf hereingefallen. Der Schaden belaufe sich auf 50 Millionen Euro.

Convent Der erst ein Vierteljahr später gestartete Konkurrent, die ERSTE MAI GmbH aus Stuttgart, hält seine 30-KW-Blockheizkraftwerke noch geheimer als die GFE. Keiner hat bei der ERSTE MAI GmbH je ein funktionierendes BHKW gesehen. Auf der Internetseite der ERSTE MAI GmbH sieht man ein Foto von drei in Folie eingepackten angeblichen Blockheizkraftwerken, die demnächst ausgeliefert würden.

Die ERSTE MAI GmbH hat nichts mit dem 1. Mai zu tun hat. Die Abkürzung steht für "Erste Mission für Autarkie & Innovation". Anders als die GFE Nürnberg mietet die ERSTE MAI GmbH die verkauften BHKW nicht zurück. Sie bietet den Käufern ihrer BHKW an, gemeinsam mit maximal 15 Käufern eine Kommanditgesellschaft zu gründen und unter Führung einer ZWEITE MAI GmbH zu betreiben. Das soll in Form einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts geschehen. Also kein Sorglos-Paket wie bei der GFE Nürnberg.

Warnung vor ZWEITE MAI GmbH

Anwalt Guido Busko<br /> © Kanzlei Busko
Anwalt Guido Busko
© Kanzlei Busko
Rechtsanwalt Guido Busko aus Augsburg warnt alle Käufer von Kraft-Wärme-Kopplungs- (KWK) oder Blockheizkraftwerks- (BHKW) Anlagen der ERSTE MAI GmbH davor, die Verträge aufzukündigen, um mit der ZWEITE MAI GmbH eine GbR zur Betreibung der gekauften KWK oder BHKW zu gründen. Es sei möglicherweise nur ein Trick, um die Standorte geheim halten und gar nicht existente Anlagen verkaufen zu können. Busko teilt mit:

Zitat:


Die ERSTE MAI GmbH aus Stuttgart hat bis vor kurzem Miteigentumsanteile an KWK-Anlagen verkauft. Als Lieferzeitpunkt ist in hier vorliegenden Verträgen vom Juni 2010 ein Zeitraum von "zirka 6 bis 18 Wochen" nach Eingang des Kaufpreises angegeben. Die Käufer sollten dann mit anderen Miteigentümern eine so genannte GbR (Gesellschaft des bürgerlichen Rechts ) gründen, welche dann unter der Geschäftsführung der "ZWEITE MAI GmbH" die KWK-Anlagen betreiben sollte.

Trotz Zahlung ist hier bis heute kein Fall hier vertretener Mandanten bekannt, in welchem tatsächlich auch geliefert bzw. der Stellplatz einer KWK-Anlage, an welchem ein Miteigentumsanteil erworben wurde, bekanntgegeben wurde.

Anstatt nun auszuliefern beziehungsweise den Vertragspartnern den jeweiligen Stellplatz der jeweiligen Anlage bekannt zugeben und ihre Vertragspartner hinsichtlich der Miteigentümer ausführlich zu informieren, unterbreitet die "ERSTE MAI GmbH" nun ein Angebot zur Aufhebung der Kaufverträge in welchem sich der Vertragspartner verpflichten soll, den jeweiligen Kaufpreis in eine mit der "ZWEITE MAI GmbH" nun zu gründende Kommanditgesellschaft als Einlage zu erbringen.

Es drängt sich der Verdacht auf, dass diese Änderung des "Geschäftskonzepts" dazu dienen soll, angebliche Stellplätze von angeblichen KWK-Anlage den einzelnen Käufern nicht bekannt geben zu müssen und so möglicherweise gar nicht existente Anlagen verkaufen zu können.

Es kann nur dringend davon abgeraten werden, das Angebot der "Erste Mai GmbH" auf Aufhebung der Kaufverträge und Gründung einer Kommanditgesellschaft anzunehmen. Hier werden bereits zahlreiche Vertragspartner der "ERSTE MAI GmbH", welche den Kaufpreis bereits vor einem halben Jahr gezahlt haben und bis heute keinen Stellplatz auch nur einer KWK-Anlage kennen, von mir vertreten.


So beschreibt die ERSTE MAI GmbH ihr Kostenmodell:

Über ihren Rechtsanwalt Gerhard J. Schradi aus Stuttgart ließ die ERSTE MAI GmbH mitteilen:

Zitat:


Nach dem Geschäftsmodell der ERSTE MAI GmbH und ihrer Schwestergesell- schaft, ZWEITE MAI GmbH, emittiert die ZWEITE MAI GmbH Kommanditbeteili- gungen an von ihr als persönlich haftende Gesellschafterin geführten KWK- Anlagen Betreiberkommanditgesellschaften.

Die ZWEITE MAI GmbH hat inzwischen 20 solcher Betreiberkommanditgesellschaften gegründet, welche als KWK-Anlagen 1. Betreiberkommanditgesellschaft GmbH & Co. bis KWK-Anlagen 20. Betreiberkommanditgesellschaft GmbH & Co. firmieren. Beispielhaft wird der Handelsregisterauszug der KWK-Anlagen 1. Betreiberkommanditgesellschaft GmbH & Co. vom 20.12.2010 (HRA 725842) vorgelegt... Auch die übrigen 19 Betreiberkommanditgesellschaften sind im Handelsregister des AG Stuttgart eingetragen.

Die ZWEITE MAI GmbH bietet Anlegern Kommanditbeteiligungen an diesen Betreiberkommanditgesellschaften an.

Gegenstand sämtlicher Betreiberkommanditgesellschaften ist der ertragsorientierte Betrieb von Kraftwärmekoppelungsanlagen sowie die Vornahme aller die- sem Zweck förderlichen Maßnahmen und Rechtsgeschäfte. Zur Glaubhaftmachung wird die Anmeldung der 1. Betreiberkommanditgesellschaft vom 25.11.2010 an das AG Stuttgart - Handelsregister - vorgelegt...

Die ERSTE MAI GmbH bezieht von ihren Lieferanten BHKW mit einer Leistung von 30 kW und 50 kW und zwar in beiden Fällen sowohl mit Öl betriebene als auch mit Gas betriebene Anlagen. Diese veräußerte sie bislang zu folgenden Preisen an die Betreiberkommanditgesellschaften:

BHKW 30 kW Betriebsart Öl: 39.990,00 Euro!
BHKW 30 kW Betriebsart Gas: 48.990,00 Euro!
BHKW 50 kW Betriebsart Öl: 66.650,00 Euro!
BHKW 50 kW Betriebsart Gas: 81.650,00Euro!

jeweils zusätzlich gesetzlicher Mehrwertsteuer. In diesen Preisen ist der Transport vom Lieferwerk zum Stellplatz enthalten.


30 Prozent Rendite

Die in Aussicht gestellten Renditen sind hoch. Wie die GFE verspricht auch die ERSTE MAI GmbH den Käufern 30 Prozent im Jahr. Beziehungsweise 20 Jahre lang eine monatliche Einnahme von 1.000 Euro. Erste Zahlungen seien ab dem vierten Monat möglich.

Eigenkapital bräuchte man bei der ERSTE MAI GmbH keines. Nur Bonität. Alles werde finanziert. Und die ERSTE MAI GmbH setzt im Vergleich zur GFE Nürnberg für ihre Käufer noch ein tolles Immobilien-Koppelungsgeschäft obendrauf.

Bei Wohnungskauf gäbe es ein BHKW geschenkt

Während die GFE sich noch damit begnügte, parallel zum BHKW-Verkauf auch mit Photovoltaik-Anlagen für Hausdächer zu handeln (inzwischen insolvent und ein Fall für die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth), soll die ERSTE MAI Gmbh ihre Kraftwerksgeschäfte gleich mit einem Wohnungs- oder Häuserkauf koppeln.

Wer bei der ERSTE MAI GmbH eine Immobilie kauft, bekomme ein BHKW gratis dazu. Das versteht man wahrscheinlich nur, wenn man weiss, das die Macher und Entscheider bei der ERSTE MAI GmbH aus der Schrottimmobilienszene Leipzigs und Stuttgarts stammen, bei denen Käufer ihre künftigen Gewinne aus der Immobilie bereits mit einem überhöhten Kaufpreis als Vermittlerprovision ausgezahlt haben, ohne das in der Regel zu wissen.

Interessenten an der ERSTE MAI GmbH berichteten auf einem BHKW-Forum im Internet, dass ihnen bei den so genannten Informationstagen der ERSTE MAI GmbH in Stuttgart im August 2010 ein Immobilienkonzept angeboten worden war, bei dem sie beim Kauf einer 250.000 Euro teuren Immobilie ein BHKW geschenkt bekämen.

Nach Recherchen der Interessenten war die Immobilie aber tatsächlich nur 160.000 Euro wert. Auch seien die Interessenten durch die Behauptung der ERSTE MAI GmbH stutzig geworden, wonach es im August 2010 schon 6 Anlagen in Betrieb gegeben haben sollte, wobei die erste Anlage schon am 15. Mai 2010 ans Netz gegangen sei. Die Anlagen, so sei bei den Infotagen behauptet worden, würden per Fernüberwachung ständig überprüft werden. Doch als man Zahlen aus dieser ständigen Überwachung der Anlagen sehen wollte, konnten die Verkäufer nichts vorweisen.

Potentielle Investoren wurden außerdem zu Führungen nach Hamburg zu einem Yachthafen eingeladen. Dort erzählte ein Geschäftsführer dann den Interessenten, darunter waren in einem Fall Mitarbeiter des ZDF-Magazins Frontal 21, die heimlich Kameras mitlaufen ließen: "Unsere größeren Maschinen sind jetzt alle in Betrieb. Jetzt bauen wir gerade im Schwarzwald die nächsten 25 oder 30 Anlagen. In Frankfurt ist die Anlage jetzt da. Da müssen wir auf ein Hoteldach im 5. Stock."

Auf die Frage "Wieviel produzieren Sie?", antwortete der Geschäftsführer: "5 Anlagen pro Tag."

Wieviel von denen haben Sie schon ausgeliefert?

Antwort: "7,8,9."

Eine glatte Lüge, wie die Geschäftszentrale in Stuttgart dann sogar eigenhändig entlarvte. Sowohl die Angaben von den Infotagen im Sommer 2010 als auch die Behauptungen auf den Führungen im Hamburger Hafen wurden Ende letzten Jahres vom Vertriebsleiter der ERSTE MAI GmbH, Peter Schmidt, persönlich vor laufender Fernsehkamera ad absurdum geführt.

Schmidt gab in einem Interview mit dem ZDF (ausgestrahlt am 7. Dezember 2010) offen zu: "Installiert sind im Moment noch keine."

Der Anwalt der ERSTE MAI GmbH, Gerhard J. Schradi, nimmt dazu wie folgt Stellung:

Zitat:


Ferner wird behauptet, die Antragstellerin verfüge noch über keine BHKW. Auch diese Behauptung ist unrichtig. Tatsächlich hat die Antragstellerin bereits im Jahr 2010 bei der Firma Q-International Germany Ud., Niederlassung Deutschland, 22609 Hamburg, 25 BHKW erworben.

Diese wurden jeweils in unmittelbarem Zusammenhang mit der Bestellung bezahlt, von der Firma Q-International Ger- many Ud. fertiggestellt und der Antragstellerin gem. § 930 BGB unter gleichzeitiger Begründung eines Verwahrungsverhältnisses LS.v. §§ 688 ff BGB.

Die Auslieferung dieser Anlagen an von der ZWEITE MAI GmbH inzwischen erworbene Stellplatzrechte steht unmittelbar bevor. Der Transport der Anlagen von der Q-International Germany Ud., Hamburg, an die jeweiligen Stellplätze ist sowohl im Preis zwischen der Q-International Germany Ud. und der ERSTE MAI GmbH als auch im Preis der ERSTE MAI GmbH mit den Betreiberkommanditgesellschaften enthalten.

Unrichtig oder zumindest irreführend ist weiter die Behauptung, ein Geschäfts- führer habe dem Reporter des ZDF-Magazins "Frontal 21" erklärt, "unsere größe- ren Maschinen sind jetzt alle in Betrieb" und auf die Frage, wie viele von den An- lagen jetzt bereits ausgeliefert worden seien, geantwortet "7, 8 ,9".

Durch den daran angefügten Satz "eine glatte Lüge, wie die Geschäftszentrale in Stuttgart dann sogar eigenhändig entlarvte" werden diese Aussagen der ERSTE MAI GmbH zugeschrieben. Tatsächlich handelte es sich aber um Aussagen des Geschäftsführers Stefan Tomczak der Firma Q-International Germany Ud., welche Gesellschaft nicht nur die Antragstellerin beliefert, sondern auch andere Kunden.

Die entsprechenden Aussagen des Herrn Tomczak bezogen sich also nicht auf die ERSTE MAI GmbH, das heißt, nicht darauf, dass die ERSTE MAI GmbH "größere Maschinen in Betrieb habe" oder "7, 8, 9" Anlagen ausgeliefert worden seien, sondern auf Anlagen, die an andere Kunden ausgeliefert wurden.


Also noch keine an die Käufer der ERSTE MAI GmbH. Tatsächlich wird auf der Firmenpräsentation der ERSTE MAI GmbH im Internet als Referenzobjekt nur ein firmenfremdes Blockheizkraftwerk gezeigt, das das hessische Wirtschaftsministerium als Förderbeispiel zur Verbraucherinformation ins Netz gestellt hat. In dem Beispiel betreibt ein Hauseigentümer aus Rossdorf in Hessen seit 1998 ein Erdgas-BHKW und liefert für sieben Mietparteien Strom und Wärme. Das BHKW deckt dort 80 Prozent des Wärmebedarfs und 70 Prozent des Strombedarfs bei jährlich 7.000 Betriebsstunden für eine Wohnfläche von 800 Quadratmetern ab. An dem Beispiel ist nichts auszusetzen, nur, dass es nichts mit der ERSTE MAI GmbH zu tun hat.

Niemand bestreitet, dass es sich nicht lohnen würde, in Blockheizkraftwerke zu investieren. Doch Markus Gailfuß von der Firma BHKW-Consult aus Rastatt in Baden-Württemberg sagte dem ZDF nicht von ungefähr: "Eine Investition lohne sich zwar, aber nur in BHKW, die auch existieren."

Mit anscheinend nicht existierenden BHKW hat die ERSTE MAI GmbH offenkundig ein ernstes Problem. Und es kommt noch ein zweites hinzu. Inzwischen hat die ERSTE MAI GmbH wohl auch die ersten Vertriebsmitarbeiter verärgert. Laut BHKW-Forum würden etliche Vertriebler auf Provisionen warten und hätten deshalb sogar schon die Verträge mit der ERSTE MAI GmbH wieder gekündigt. Noch am 31. August 2010 hatte die ERSTE MAI GmbH auf Gigajob per Anzeige "Handelsvertreter, Vollzeit, variables Gehalt" in Heimarbeit oder im Multi-Level-Marketing (Strukturvertriebspyramide) gesucht. Nun soll es erste Enttäuschungen geben.

Eine Überraschung ist dies alles allerdings nicht.

Das Einsammeln von Kundengeldern ohne echte Investitionen wie auch das Nichtbezahlen von Vertrieblern scheinen bei den Initiatoren der ERSTE MAI GmbH eine lange Tradition zu haben, wie ein Blick auf das bisherige Schaffen der Hintermänner und -frauen zeigt:

Der erste im Bunde kommt aus Ex-Jugoslawien, dem heutigen Montenegro, ist in Deutschland aufgewachsen, lebt in Mainhardt im Kreis Schwäbisch Hall und heißt Ekrem Redzepagic (39). Seine Familie habe weit reichende Kontakte in Politik und Wirtschaft, schrieb der Wirtschaftsjournalist und Diplomökonom Uwe Pordzik am 1. Dezember 2008 in seiner Reportage "Montenegro - deine Kinder kehren zurück" über Redzepagic. Allerdings habe der angeblich heute erfolgreiche Immobilienkaufmann eine große Chance in seiner alten Heimatstadt Ulcinj verpasst. Pordzik schreibt: "Vor knapp zehn Jahren schlug der erfolgreiche Immobilienkaufmann noch den Rat seines Vaters in den Wind, umliegende Grundstücke in Ulcinj für einen Euro pro Quadratmeter zu erwerben. Die gleichen Grundstücke werden jetzt für bis zu 600 Euro gehandelt. Eine Wertsteigerung von 60.000 Prozent!" Dieser Kelch sei an Redzepagic vorbeigegangen, stellte Pordzik fest.

Redzepagic hat nun am 19. März 2010 die Domain erstemai.de als Inhaber in der Wilhem Waldmannstraße 1 in Mainhardt in Baden-Württemberg angemeldet. Die dazugehörige ERSTE MAI GmbH wurde mit Gesellschaftervertrag vom 16. April 2010 in der Marienstraße 28 in Stuttgart gegründet. Als Wirtschaftszweck wurde die Erzeugung von elektrischer Energie und Wärme mit Blockheizkraftwerken und Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen angegeben. Als Geschäftsführerin wurde zunächst eine Anna Schwertner, geborene Allbrand (32), eingesetzt, später übernahm den Geschäftsführerjob ein Oliver Schwertner.

Allerdings meldete sich nicht Geschäftsführer Schwertner, sondern Redzepagic, als der Finanznachrichtendienst GoMoPa.net um die Beantwortung von Fragen bat. Schriftlich antworten wollte Redzepagic nicht, dafür lud er GoMoPa.net wie schon zuvor das ZDF großspurig in die Firmenzentrale nach Stuttgart ein, obwohl es dort, wie die ZDF-Aufnahmen beweisen, weder etwas zu sehen noch Antworten auf die Frage nach echten Blockheizkraftwerken gibt.

Die ERSTE Mai GmbH schreibt unter der Rubrik "Das bieten wir" auf Ihrer Internetseite: "Unsere 15jährige Erfahrung im Energiemarkt ist die Grundlage für unseren Full-Service." Welche 15jährige Erfahrung im Energiemarkt meint die ERSTE MAI GmbH?

Ekrem Redzepagic und Anton Reinhofer haben keine Referenzen auf dem Energiemarkt. Redzepagic verwendete in der Vergangenheit allerdings viel Energie darin, Touristen und insbesondere reiche Deutsche ins angebliche "Steuerparadies Montenegro" zu locken. Werbewirksam ließ sich Rezdepagic als Lebemann mit Sonnenbrille vor einer Luxusjacht in Montenegro fotografieren.

Der Wirtschaftsjournalist Uwe Pordzik bescheinigte Redzepagic im Jahre 2008 noch: "Seine Firma blackrock.inc (www.blackrockinc.me) ist in Ulcinj angesiedelt und hilft dabei all denjenigen, die versuchen, Fuß zu fassen, ohne den Cousin aus Montenegro vorweisen zu können, mit dem wichtigsten Grundstein für Erfolg: Networking, networking, networking."

Nun, die reichen Kunden schienen ausgeblieben zu sein. Die Firmenseite blackrockinc.me ist nicht mehr erreichbar. Und Redzepagics Seite "steuerparadies-montenegro.de", für die er posierte, steht zum Verkauf.

Gemeinsam mit seiner deutschen Geschäftspartnerin, der Diplomingenieurin Angelika Bach (ehemals Reinhofer), gründete er sogar eine Management-, Internet- und Marketingberatung mit dem wohlklingenden Namen "Europäische Wirtschaftliche Interessenvereinigung" (EWIV.24.de), übrigens an gleicher Stelle wie die die Domain "erstemai.de" in der Wilhelm Waldmannstraße 1 in Mainhardt. Hinter der EWIV24.de steckt offenbar nur Show. Die dazugehörige Internetseite "fenomenom.com" ist vollkommen inhaltsleer.

Redzepagic versuchte, sich in Deutschland als Immobilienkaufmann einen Namen zu machen. Im Jahre 2006 veröffentlichte Ekrem Redzepagic massenweise Anzeigen als Makler & Vermittler für "Wohnkunstwerke" und "ausgesuchte Denkmalimmobilien in Leipzig und Stuttgart" zu "attraktiven Einstiegspreisen als Kapitalanlage oder zum Steuern sparen". Mitunter stellte er sich auch als Partner von Wüstenrot vor.

Die Anwaltssozietät Schroeter & Partner GbR aus München kam jedoch nicht umhin, vor einer Firmengruppe ausdrücklich zu warnen. Es handelt sich um das Firmennetzwerk des Kaufmannes Anton Reinhofer aus München. Die Anwälte schrieben auf Ihrer Internetseite: Wenn Sie in Dresden, Magdeburg, Leipzig oder Leonberg eine Immobilie erworben haben, ist es gut denkbar, "dass die Immobilie nicht werthaltig ist." Und wenn Sie auch noch eine stille Beteiligung gekauft haben, warnen die Anwälte weiter, "ist Ihr Kapital akut gefährdet."

Was war da geschehen?

Vielleicht wäre aus Redzepagic ein Immobilienkaufmann mit tadellosem Ruf geworden, wäre er bei seinem Networking, das der Journalist Pordzig als Grundstein für den Erfolg von Redzepagic beschrieb, nicht in die Nähe von Finanzdienstleistern wie die Eheleute Angelika und Anton Reinhofer und dessen Bruder Andreas oder den HDI-Versicherungsvermittler Michael Kalafatis, den SHB-Versicherungsvermittler Alfred Schweiger, den Immobilienverkäufer Fati Öztürk oder geraten, auch wenn er nach eigenen Aussagen nie selbst für die Firmen des Netzwerkes tätig gewesen war und auch keine verlustreichen stillen Beteiligungen und wenig werthaltigen Immobilien verkauft hat.

Dieses Netzwerk aus Finanzdienstleisterfirmen agierte bis Oktober 2003 in Stuttgart und danach in München. Und nun zum Teil wieder mit der ERSTE MAI GmbH in Stuttgart. Bei der ERSTE MAI GmbH ist Redzepagic nach eigenen Angagen lediglich angestellt.

Die Geschäftsmasche des Netzwerkes von Anton Reinhofer beschreiben geschädigte Anleger, geprellte Vertriebe und Rechtsanwälte zusammengefasst so:

Man macht eine GmbH auf, verkauft per telefonischer Kaltaquise (heute über Callcenter in der Türkei) Immobilien und atypische stille Beteiligungen als Verlustzuweisungen. Die Einnahmen werden in die Schweiz oder ins europäische Ausland geschafft. Gegenüber den Verkäufern wird behauptet, es sei zu gar keinen Abschlüssen gekommen, deshalb würden auch keine Provisionen gezahlt. Sobald auch noch die Anleger misstrauisch werden und Anzeigen erstatten, wird die Firma gegen die Wand gefahren. Und eine neue Firma aufgemacht.

Die Kette dieser Firmen ist lang. Es sind Namen wie Real Direkt AG und der Blindpoolfonds Real Direkt GbR von 1995 bis 2003 oder die Finanz- und Wirtschaftsberatung GmbH (FWR) Stuttgart im Jahre 2002, R & R Stuttgart im Jahre 2003, Reinhofer & Partner in München im Jahre 2001 und deren Nachfolger Renta Concept - Kanzlei für Financial Consulting in der Leopoldstraße 254 im Jahre 2004 sowie die M. E. Immobilien GmbH und Co. KG, Wirtschaftskanzlei Abraham Scheideler & Achmed Rümpler GbR und deren Nachfolger, das Prüfzentrum für Finanzen (PFZ), und auch Glory Growth, die allesamt von 2006 bis 2008 aus der Münchener Leopoldstraße 254 verlustreiche stille Beteiligungen und wenig werthaltige Immobilien verkauft haben sollen.





Als Schlaglicht dafür, von welchem Schrot und Korn nun der ERSTE MAI GmbH Initiator Anton Reinhofer ist, sei dieses Beispiel aus den vielen Skandalen herausgegriffen:

Die Real Direkt AG und die 36 versenkten Millionen für die Kartonfabrik Wurzen

Von einer atypischen stillen Beteiligung hatten viele der 6.000 Anleger zwischen 1995 und 2003 zwar noch nie in Ihrem Leben gehört. Dennoch ließen sie sich überreden, ihr gesamtes Vermögen bei der Real Direkt AG von Anton Reinhofer mit Sitz in Stuttgart zu investieren. Denn die dort gebotenen Renditen hörten sich toll an: 9 Prozent für Immobilienanlagen, bis zu 15 Prozent bei Unternehmensbeteiligungen.

Die Berater warben mit den steuerlichen Abzugsmöglichkeiten, die durch die Verlustzuweisungen in den ersten Jahren entstehen sollten. Mit diesen Steuervorteilen eingerechnet sollten im Ruhestand Traumrenditen kassiert werden. Was die meisten Anleger nicht wussten: Als "atypisch stille Gesellschafter" waren sie am gesamten Unternehmensrisiko beteiligt, ohne Mitspracherechte oder eine Kontrollmöglichkeit zu haben. Sie vertrauten auf die "blumigen" Angaben in den Prospekten, die von renditestarken Immobilien, tollen Unternehmensbeteiligungen und Wertpapieren bester Bonität "schwafelten".

Doch im September 2003 platzte der Traum vom großen Investment - die Real Direkt AG meldete Insolvenz an. Das gesamte Geld war futsch. Laut Emissionsprospekt hatten die Anleger sogar noch eine Nachschusspflicht im Insolvenzfall. Und mussten die "gewinnunabhängigen Entnahmen" zurückzahlen, die sie in den ersten Monaten bekommen hatten. Es waren keine Gewinnausschüttungen, sondern Entnahmen aus dem Eigenkapital.

Klaus Albert Maier, Fachanwalt für Insolvenzrecht in Stuttgart, fand im September 2003 nur noch verwaiste Büros vor. Seine Bilanz über das Vermögen der Real Direkt AG fiel ernüchternd aus. Von den Anlagegeldern über 36 Millionen Euro war fast nichts mehr übrig. Es existierten nur zwei sanierte Plattenbauten im sächsischen Wurzen, etwa 40 Kilometer östlich von Leipzig. Außerdem besaß die Real Direkt AG die Kartonagenfabrik Wurzen, eine Industrieruine, die saniert werden sollte.

Doch statt die Anlegergelder, wie versprochen, dort zu investieren, beliehen die Initiatoren die Gebäude sogar noch. Und von den versprochenen Unternehmensbeteiligungen fehlte fast jede Spur. Einige hochtrabende Investments in kleine Technologiefirmen waren gescheitert. Teilweise hatte die Real Direkt Horrorsummen nur für eine Geschäftsidee bezahlt. Insider vermuteten, dass einige dieser Beteiligungen nur Scheingeschäfte im engeren Familien- oder Bekanntenkreis der handelnden Vorstände waren.

Aufgrund der Fülle an Strafanzeigen, die seit der Real Direkt Pleite eingegangen sind, ermittelte auch die Staatsanwaltschaft Stuttgart wegen des Verdachts des Betruges. Doch strafbare Handlungen seien sehr schwer nachzuweisen, sagte Eckhard Maak, Sprecher der Staatsanwaltschaft Stuttgart, dem ARD- Magazin PlusMinus. Denn in den Emissionsprospekten sei schließlich auf das Risiko des Totalverlusts hingewiesen worden.

Ferrari-Fuhrpark für die Vorstände

Und auch die schwammigen Angaben zum Unternehmenszweck und zur Verwendung der Gelder machen eine Verfolgung schwierig. Die Real Direkt durfte also nach Lust und Laune die Anlegergelder investieren. Doch nicht nur in maroden Immobilien und riskanten Firmen wurde das Geld verspekuliert. Insolvenzverwalter Klaus Albert Maier hat in den schriftlichen Unterlagen Hinweise gefunden, dass rund die Hälfte des Kapitals für interne Provisionen, Fremdleistungen, Bewirtungskosten und den Fuhrpark draufgingen. Schließlich durften einige Vorstände als Dienstwagen Ferrari fahren.

Anton Reinhofer war Gründer und langjähriger Vorstand der Real Direkt AG. Er setzte sich im Jahr 2001 ab, als sich anscheinend ein Ende seines realen Abzockerkonzepts abzeichnete. Auch gegen ihn ermittelte die Staatsanwaltschaft Stuttgart, doch solange keine Anklage erhoben wird und Reinhofer rechtskräftig verurteilt wird, darf er weiter Kapitalanlagen vermitteln.

Prompt gründete er in München die Firma Reinhofer & Partner, die sich anschließend von 2004 bis 2006 "Renta Concept - Kanzlei für Financial Consulting" nannte und bot weiterhin seine schwammigen Unternehmensbeteiligungen und Immobilieninvestments an. Für Renta Concept bot Ekrem Redzepagic die vielen angeblichen Immobilien-Perlen in Leipzig und Stuttgart an.

Bei der Renta Concept von Reinhofer konnte man sich mit einer Mindesteinlage von 10.000 Euro beteiligen und hätte dann jährlich 10 Prozent Gewinnausschüttungen kassieren können.

Dasselbe gilt nun auch bei der ERSTE MAI GmbH. Auch hier liegt die Mindestbeteiligung bei 10.000 Euro. Doch die Renditen würden dieses Mal phantastische 30 Prozent im Jahr abwerfen. Schließlich habe man ja schon 15 Jahre Erfahrung auf dem Energiemarkt gesammelt.

Die 36 Millionen Euro aus der Wurzener Kartonage-Industriebrache sind allerdings bis heute verschwunden.

= unkenntlich gemacht und teilweise inhaltlich geändert gemäß Verfügung des Landgerichts Stuttgart vom 10. März 2011 (Aktenzeichen: 17 O 71/11).

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02. Februar 10

ACI: Keine Sorge, Robin Lohmann bucht ab


Es ist wie in dem Fernsehzweiteiler von Dieter Wedel. Finanzjongleur Robin Lohmann (34) schaltete sich per Video aus dem Ausland in die Stadthalle von Gütersloh (NRW) am Hauptsitz der Alternative Capital Invest GmbH zu, wo sich am 2. September letzten Jahres 350 von 8.000 deutschen, österreichischen und schweizer Kleinanlegern (ab 10.000 Euro) versammelt hatten, um zu erfahren, wo die vom Lohmann-Clan eingesammelten 300 Millionen Euro geblieben sind, die eigentlich für Wohnungstürme in Dubai gedacht waren.

Etwas abgemergelt schaute der ACI-Juniorchef von der Leinwand. Schließlich hat er vier Fonds (Kommanditgesellschaften II bis V) verloren. Und die Genußrechte (VI und VII) für die Promi-Tower mit den Namen von Michael Schumacher, Boris Becker und Nikki Lauda sind von der Pleite bedroht. Bei diesem Anblick fiel es den geprellten Geldgebern schwer, dem größten deutschen Dubai-Fonds-Aufleger böse zu sein.

Was kann schließlich Robin Lohmann für den plötzlichen Zusammenbruch einer Immobilienblase im Herbst 2008, die er zwar mit angeheizt hat, aber deren Opfer er schließlich geworden ist? Und was kann Robin Lohmann jetzt für die Willkür eines Scheichs, der sogar rückwirkend Gesetze ändern kann, wie es ihm beliebt, und es deswegen keine Kredite und keine Wohnungskäufer mehr in Dubai gibt?

Da kommt Verständnis auf. Dennoch will man wissen: Wo sind die 300 Millionen Euro der Anleger hin?

Robin Lohmann verweist auf Außenstände.

124,5 Millionen Euro schulde der emiratische Kohlenhändler Yama der ACI für den Komplettkauf von vier Fonds. Außerdem habe die ACI noch 72 Millionen Euro Außenstände, um deren Eintreibung man sich bemühe. Wo genau die sind und wie man sie hereinholen wolle, bleibt unklar. Klar wird nur eines: Robin Lohmann braucht noch mehr Geld von den Anlegern. Er müsse Anwälte einschalten, und die seien teuer.

Welche Anwälte meint Robin Lohmann?

Gegen die Yama wird Lohmann nicht zu Felde ziehen. Die emiratischen Kohlenhändler sind zugleich die Gesellschafter der ACI-Firmen, die die deutschen Anlegergelder verwaltet haben. Der Verkauf war doch nur ein Steuertrick, weil die Steueroase Dubai am 31. Dezember 2008 auslief. Also wofür braucht Robin Lohmann Anwälte?

Oder meint er die Abwehr von 25 Zivilklagen und zwei Einstweiligen Verfügungen, die erboste Anleger und Vertriebler eingereicht haben? Sollen die Anleger jetzt dafür bezahlen, dass die berechtigten Forderungen aus den eigenen Reihen abgeschmettert werden? Offenbar ja, denn jede Störung gefährde das Hereinholen der imaginären 124,5 Millionen Euro Wunschverkaufspreis der Fonds und weiterer angeblicher herumkreisender 72 Millionen Euro Außenstände. So die Argumentation der ACI-Führung.

Wie in dem Film Gier, wo die Anleger ihrem nach Südafrika geflohenen Idol, immer weiter Geld nachschießen, wollen die Anleger auch im Falle von Robin Lohmann nicht wahr haben, dass ihr sauer verdientes Geld weg ist und sind wie im Film bereit, den Jongleur mit zusätzlichem Geld weiter zu finanzieren.

Und das Vertrauen in Robin Lohmann ist bei den Anlegern so groß, dass Lohmann sein Gehalt gleich per Einzugsermächtigung von ihren Konten abbuchen darf.

Es seien doch nur 150 Euro pro 10.000 Euro Einlage, die die ACI auf unbestimmte Zeit pro Jahr abbuchen werde, rechnete Robins Vater, Uwe Lohmann (64), in einem Bettelbrief vom 17. Dezember 2009 vor. Immerhin fließen so 1,1 Millionen Euro pro Jahr an die Lohmann-Familie, immer im Voraus wie bei einem Vorkassemodell. Warum diese dreiste Abzocke funktioniert, ist ganz einfach:

Robin Lohmann hat wieder einmal alle Trümpfe in der Hand.

Als der Scheich im Jahre 2004 Ausländern erlaubte, Land in den Vereinigten Emiraten zu kaufen, war Robin Lohmann da und spülte sich an die Spitze eines unglaublichen Flipper-Systems (Verkauf von Wohnungen, die noch gar nicht gebaut waren).

Als das System kollabierte, fiel Robin Lohmann weich. Die Fonds waren zwar weg. Aber seine 8.000 Anleger fangen ihn nun auf. Nicht ganz freiwillig. Gier und die Drohung von Robin Lohmann, im Falle einer Insolvenz müssten die Anleger ihre Gewinnausschüttungen aus den fetten Anfangsjahren (immerhin 13,85 Millionen Euro) zurückzahlen, machen die Anleger gefügig und hörig. Sie brauchen auch nichts zu unternehmen - Robin Lohmann bucht einfach ab.

Großspurig sagte Robin Lohmann über seine Überlebensstrategie dieser Tage einem Wirtschaftsjournalisten: Schon möglich, dass die Fonds pleite gehen, die ACI GmbH in Gütersloh aber nicht.

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Angaben aus dem Departement of Economic Development (DED) in Dubai
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01. Februar 09, 01:00:00

Dubais Luxusblase ist geplatzt


Aus der Traum vom schnellen Geld im Scheichtum Dubai am Persischen Golf? Auf den ersten Blick scheint Dubai von der Finanzkrise genauso kalt erwischt worden zu sein wie die westliche Welt. Die Schreckensnachrichten reißen nicht ab.

Der halbstaatliche Dubai-Konzern Nakheel hat den Bau der dritten künstlichen Palmeninsel und den Bau des höchsten Hauses der Welt mit 200 Stockwerken und 1000 Metern Höhe im Zentrum Dubais auf Eis gelegt und 500 Angestellte (15 Prozent der Belegschaft) entlassen.

Auch das neue Stadtviertel Jumeirah Gardens für 100 Milliarden Dollar wurde verschoben. Donald Trump baut ebenfalls sein 600-Millionen-Dollar Hotel auf der Jumeirah-Palmeninsel vorerst nicht.

Abends bleiben viele Hochhaustürme dunkel, weil niemand die teuren Appartements kauft oder mietet. Das Arabian Park Hotel hat sogar im Dezember für die arbeitslos gewordenen Immobilienmakler eine Suppenküche eingerichtet.

?Keine Sorge, das war nur für einen Tag?, beruhigt Marktanalystin Kirsten Kraeter, Managerin der KLP GROUP EMIRATES aus Dubai. ?Es sind doch nur die Luxusblasen geplatzt. Nach wie vor gehört Dubai zu den am stärksten wachsenden Regionen der Welt. Dringend gebraucht werden bezahlbare Wohnungen und normale Gewerberäume. Der Herrscher von Dubai, Scheich Mohammed Al Maktoum, investiert 45 Prozent des Staatshaushalts in die Infrastruktur.?

Viele Glücksritter, die am normalen Leben vorbei investierten, fielen auf die Nase.

Einer davon ist Finanzwirt Georg Recker aus Hamm in Westfalen. Er hat 24,8 Millionen Euro von 1000 deutschen Anlegern buchstäblich in den Wüstensand gesetzt. Sein Luxus-Hotel Maritim Dubai, für das Recker seinen allerersten Fonds, den Dubai 1000 Hotelfonds, mit einem geplanten Volumen von 143 Millionen Euro ins Leben rief, endete als umzäunte Baugrube im Freizeitpark DUBAILAND, der ebenfalls nicht gebaut wurde.

Während sich die Anleger um die kläglichen 600.000 Euro streiten müssen, die Recker der Staatsanwaltschaft Dortmund hinterließ, gibt der Fondsinitiator heute das Hochglanz-Magazin Dubai heraus und hat eine neue Zielgruppe entdeckt: gutgläubige Ärzte. Für 50.000 Euro vermittelt der umtriebige Finanzwirt deutsche Mediziner in Dubais noch im Bau befindliche Gesundheitsstadt und verspricht ihnen Traumjobs.

Darüber kann der langjährige Ärztevermittler Roland Herbert von der Personalberatung Universitas aus Eggenfelden in Bayern nur den Kopf schütteln: ?In Dubai sind die golden Zeiten für Ärzte vorbei. Das einzige Krankenhaus in Dubai ist überrannt, die Gehälter im Keller. Die geplanten Kliniken sind nichts weiter als Ärzteniederlassungen. Man muss seinen Gewinn zur Hälfte mit einem einheimischen Bürgen teilen. Ein fieses Geschäft mit der Unwissenheit.?

Und seit Januar 2009 ist Dubai für Deutsche keine Steueroase mehr. Die Ärztegehälter von bis zu 120.000 Euro im Jahr sind nicht mehr netto. Und einen Chauffeur und kostenlose Dienstwohnungen gibt es auch nicht mehr.

Seine hochqualifizierten Fachärzten vermittelt Herbert an renommierte Krankenhäuser nach Saudi-Arabien, Jordanien, in die Vereinigten Arabischen Emirate mit der Hauptstadt Abu Dhabi, nach Oman, Qatar, Bahrain.

Lesen Sie die Fakten über das unglaubliche Glücksrittertum der letzten Jahre und wie es weiter geht in unseren Interviews und Markteinschätzungen und diskutieren Sie mit den anderen Lesern im GoMoPa-Forum.

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01. Februar 08

Scheingeschäfte in Milliardenhöhe

Ex Soci?t? G?n?rale Devisen Händler J?r?me Kerviel, der sich mit Scheingeschäften in Milliardenhöhe verzockte, hat sich jetzt einen PR-Berater zulegt. In Frankreich hat er mittlerweile einen Popstar ähnlichen Status und ist dabei lediglich mitverantwortlich dafür, dass sein Ex-Arbeitgeber seinetwegen zusätzliche 3.0 MRD Euro abschreiben musste, die den Gewinn der Bank in 2007 auf bescheidene 600 MIO Euro schmelzen ließen.

Dazu kommen 2.0 MRD Abschreibungen aus der US Immobilienkrise - und nun erreichen neue Hiobsbotschaften die Bank. Einige Topmanager - und mit ihnen verbundene Stiftungen - stehen wegen Insiderhandels im Visier der US Börsenaufsicht SEC. Das kann zwar Milliarden kosten, ist aber auch noch nicht die letzte schlechte Nachricht. Gerüchte machen nun die Runde, die Bank hätte im großen Stil Schwarzgeld aus Russland gewaschen!

Scheinfirmen sollen mit über 800 Konten Hunderte Millionen verschoben und gewaschen haben. Ein Teil der Gelder soll, unter Leitung der Bank, in große Immobilienprojekte in Paris geflossen sein. Banklenker ist ein Daniel Bouton ? und auch der steht nun vor Gericht. Ihm wird vorgeworfen weggeschaut zu haben, als ein Pariser Betrügerring im großen Stil in den 90er Jahren gestohlene Schecks einlösen wollte.

 

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