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01. April 13, 02:00:00

Welche Rolle spielte S&K-Anwalt Igor Petri?


Von Sophia Zwiebel

Handbuch des Maklerrechts<br /> © Igor Petri
Handbuch des Maklerrechts
© Igor Petri
Seit 15 Jahren schreibt der Frankfurter Notar Igor Petri (49) allen Maklern und Notaren in seinem "Handbuch des Maklerrechts" (Wissenschaftsverlag NOMOS, Baden-Baden, 709 Seiten, 101 Euro) vor, wie sie Immobilien-Vertragstexte gesetzeskonform zu verfassen haben. Er selbst jedoch soll nach Erkenntnissen der Frankfurter Staatsanwaltschaft als Hausnotar der S&K-Gruppe Kaufverträge beglaubigt haben, die auf frisierten Immobiliengutachten des Frankfurter Architekten Bernd Zimmermann (70) beruht haben sollen.

Notar Igor Petri und Bernd Z. wurden am 19. Februar 2013 "wegen des Verdachts des banden- und gewerbsmäßigen Betruges mit Kapitalanlagen, der Untreue und weiterer Straftaten" verhaftet und sitzen seitdem in Untersuchungshaft.

Genauso wie deren beider Mandanten Stephan Schäfer (33) und Jonas Köller (31), die zwar gemeinsam, aber in getrennten Zellen in der Justizvollzugsanstalt Weiterstadt in Hessen untergebracht sind.

Igor Petri habe mit seiner 2005 gegründeten Kanzlei mit Sitz in der Kleebergstraße 12 in Frankfurt Kraft seines Notarstempels einige höchst fragwürdige Immobilienkäufe beglaubigt und damit gezielt dazu beigetragen, Käufer zu übervorteilen, wie die Regionalausgabe Frankfurt der BILD-Zeitung recherchierte.

Notare wie Petri hätten nach Informationen der BILD Frankfurt "derart komplizierte Verträge mit Käufern abschlossen, dass die gar nicht bemerkten, dass sie zwar die Wohnungen bezahlten, sie ihnen durch eingetragene Grundschulden verschiedenster Firmen (meist S&K-Töchter) aber gar nicht gehörten."

Petri beglaubigte Kaufverträge von Immobilien, die mit unfassbaren Methoden zustande gekommen sein sollen.

Nach Erkenntnissen der Ermittler hatte die Firma S&K eine Menge "Spezialisten" als Mitarbeiter. Die sollen angeblich so eingesetzt worden sein:

Zitat:


Hatte man ein Haus mit mehreren Wohnungen als geeignetes Kauf-Objekt ausgemacht, setzte man "Mieter-Vertreiber" an.

Die sabotierten Wasser- oder Stromleitungen, zerstörten sie teilweise. Das gab Ärger mit den Mietern, von denen viele ihre Mieten minderten oder auszogen.

Wenn sich die Firma so in dem Haus eine erste Wohnung gesichert hatte, soll sie eigene "Terror-Mieter" eingesetzt haben. Am liebsten Männer mit Kampfhunden. Gleichzeit machten sie einen Riesenlärm, verschmierten die Hausflure.

Ziel: Alle anderen Mieter zu vertreiben, sich das ganze (inzwischen im Preis sehr gesunkene) Objekt billig zu sichern.

Hatte man das geschafft, soll man "Billig-Renovierer" eingesetzt haben, die Schäden unsichtbar machten. Die Mietwohnungen wurden anschließend in Eigentums-Wohnungen umgewandelt, zu einem enorm überhöhten Preis verkauft.

Dazu brauchte man Gutachter und Architekten, die den neuen Preis als marktgerecht oder sogar als Schnäppchen anpriesen. Und Notare ...


Dazu kamen Juristen, die aus diesem betrügerischen Geschäfts-Modell noch eine Fonds-Gesellschaft entwickelt haben sollen, die Anlegern in Immobilien-Fonds von S&K gute Gewinne versprach.

Das S&K-Modell lief zusammengefasst also so: Die Investoren ersteigern Immobilien aus einer Insolvenz. Diese werden notdürftig saniert, ihr Preis steigt damit angeblich, was ein bezahlter Notar beglaubigt.

Die Frankfurter Anlegerin Zivka S. wollte vier Wohnungen im Stadtteil Sossenheim kaufen (als Altersversicherung für ihre Kinder). Am 21. Juni 2000, so lange sind Schäfer und Köller schon am Markt, zahlte sie einem Vermittler den Teilkaufpreis von umgerechnet rund 38.000 Euro in bar. Dafür bekam sie die 4 Wohnungsschlüssel und den Auflassungsvermerk. Käufer und Verkäufer einigten sich, dass das Eigentum im Grundbuch auf den Käufer umgeschrieben wird. Aber erst, wenn alle Kaufbedingungen erfüllt sind.

In den folgenden Jahren wechselten die Eigentümer der Wohnungen ständig. Immer neue Firmen und Personen tauchen auf.

Zivka S. will seit 13 Jahren den Rest des Kaufpreises zahlen, weiß aber nicht an wen.

Am 7. Januar 2013 wurde ihre erste Wohnung versteigert, am 28. Februar 2013 ist die zweite dran. Wohnungen, die eigentlich Zivka S. gehören.

Seit 13 Jahren kämpft sie vergeblich, zahlte viel Geld an Anwälte, Hausverwaltungen und Grundsteuer.

168.000 Euro hat die Ex-Jugoslawin verloren - nur weil sie in die Zukunft ihrer Kinder investieren wollte. Und habe damit das schrille Leben der Verhafteten mitbezahlt.

Igor Petri, der zugleich Rechtsanwalt ist, hatte noch kurz vor seiner Verhaftung am 11. Februar die Wirtschaftswoche aus Düsseldorf auf Unterlassung und Schadensersatz im Streitwert von 2,31 Millionen Euro verklagt. Die Wirtschaftswoche zeigte am 28. Januar 2013 auf dem Titelbild Stefan Schäfer in Angeberpose vor seinem Lamborghini-Fuhrpark und mit vielen halbnackten Miet-Damen.

Die Wirtschaftswoche bemängelte in ihrer Titelblatt-Story, dass Anlegergelder gar nicht direkt in Immobilien, sondern als Kredite an verbundene Unternehmen ausgereicht wurden, die allerdings zuerst einmal aufgekaufte Lebensversicherungen zu bedienen hätten, ehe die kreditgebenden Anleger dran wären, und überschrieb ihren Bericht gar mit: "Finger weg! Wo Sie besser nicht investieren sollten". Die Wirtschaftswoche berichtete auch über den Verdacht, dass S&K Immobilien, die das Unternehmen in seinem Referenzkatalog aufführt, tatsächlich nicht besitzt.

Petri ist auch jener S&K-Anwalt, der im April letzten Jahres vergeblich die Sparkasse Miltenberg aufforderte, die Kontenkündigung gegen die Eltern von Jonas Köller wegen nicht nachvollziehbarer Umsätze und intransparenter Komplexität der Unternehmensgruppe der beiden Köller-Söhne Jonas (31) und Lukas (21, Chef einer Modelagentur in der Erlenbach-Villa seines Bruders) wieder zurückzunehmen.

Petri wird es wohl schwer haben, alle von ihm ausgestellten Klagen und einstweiligen Verfügungen weiter zu verfolgen. Während er in Untersuchungshaft sitzt, kamen neue Details aus dem Geschäftsleben ans Tageslicht, bei denen Anwalt Petri eine Ex-Mitarbeiterin mit Klageandrohung zum Schweigen bringen wollte, die im Internetforum Null Zensur über Vorgänge bei S&K geschrieben hatte. Nun wandte sie sich an den Finanznachrichtendienst GoMoPa.net.

Genau einen Tag vor der großen Razzia wurde der E-Mail-Account dieser Ex-S&K-Mitarbeiterin gehackt und deren Inhalte weitgehend gelöscht. Warum? Weil sie als ehemalige Mitarbeiterin von S&K in der Kennedy Allee 123 in Frankfurt im Laufe der Zeit so einiges mitbekommen und gesammelt hat.

Sie war eine unbequeme Mitarbeiterin, unbestechlich und stellte Fragen, warum zum Beispiel die Gehaltszahlungen für Mitarbeiter 3 bis 5 Tage zu spät kamen, während Schäfer und Koller sich aber gleichzeitig Shoppingtrips mit neuestem Luxusauto und in Begleitung von irgendwelchen Models leisteten. Nach einige Monaten stieg sie bei S&K wieder aus, erzählte in Internetforen wie Null Zensur (welches inzwischen nicht mehr aufzurufen ist) von ihren Erlebnissen und bekam daraufhin Post von Anwalt Igor Petri.

Petri bezichtigte sie der "Rufmordkampagne" an S&K, und warf ihr Verleumdung, Beleidigung, üble Nachrede und Verbreitung von Firmengeheimnissen vor. Natürlich behielt er sich weitere rechtliche Schritte vor, die für die ehemalige Mitarbeiterin "nicht zu ihrem Vorteil sein würden", deshalb riet er ihr "in ihrem ureigenen Interesse davon ab", weitere Veröffentlichungen vorzunehmen. Das Schreiben ist auf Ende Oktober 2012 datiert.

Die ehemalige Mitarbeiterin lässt sich nicht einschüchtern, packt aus:

Partyfoto aus Las Vegas mit Jonas Köller,<br /> obere Reihe Zweiter von rechts
Partyfoto aus Las Vegas mit Jonas Köller,
obere Reihe Zweiter von rechts
Sie war monatelang mittendrin im S&K-Geschehen und hat Details zu erzählen, was das Treiben der S&K-Truppe auf eine neue negative Qualitätsstufe stellt. Denn anscheinend haben Stephan Schäfer und Jonas Köller nicht nur die S&K-Anleger zu tausenden um ihr Geld erleichtert, sondern auch die eigenen Mitarbeiter bespitzelt und gemobbt.

Die Ex-Mitarbeiterin sagte am Telefon zu GoMoPa.net:

Zitat:


Alles was bisher so über S&K, die Parties und was da sonst noch so abging, berichtet wurde, kann ich vollkommen bestätigen. Ich hab da sogar noch mehr mitbekommen. Es ist alles richtig.


Während die Schlüsselpositionen von den eigenen Vertrauten besetzt wurden, wurden einige Mitarbeiter durch exorbitante Gehälter (bis zu 7.000 Euro für einen Sachbearbeiter) und andere Boni mundtot gemacht. Die Nutznießer des Systems durften auf Firmenkosten auf Konzerte gehen, sahen sich Fußballspiele des Bundesligaklubs Eintracht Frankfurt von der VIP-Lounge aus an, durften Autos des Fuhrparks privat am Wochenende nutzen.

Als Praktikant durfte zum Beispiel der kleine Bruder von Marc-Christian Schraut (38) aus Röllbach, Geschäftsführer der SHB GmbH und der SHB-Fonds (seit Herbst 2012 unter S&K-Führung) in Doppelfunktion, an Wochenenden einen Ferrari fahren, während normale Praktikanten die skurrilen Wünsche von Schäfer und Köller erfüllen mussten. Zum Beispiel innerhalb weniger Stunden hunderte kleine Wasserspritzpistolen in braungoldener Farbe mit S&K-Logo organisieren. Oder literweise das Energy-Getränk Red Bull besorgen, als Schäfer beschloss, immer wach sein zu wollen.

Zum Wachbleiben gebrauchte Schäfer noch ganz andere Mittelchen als nur Energydrinks, wie die Informantin weiß:

Zitat:


Schäfer nimmt Kokain, das war kaum zu übersehen.

Ich glaube, dass er sich nicht an mich erinnert hat, als er mich bei S&K eingestellt hat. Wir waren uns bereits 3 Jahre zuvor schon mal begegnet. Ich habe damals für einen Partyservice als Aushilfe gearbeitet, wir sollten im Hause Schäfers eine Party für den Abend vorbereiten.

Als wir dort ankamen, öffnete Schäfer uns in Unterwäsche die Tür. Das Haus sah aus, als ob schon die Nacht davor eine große Party gestiegen war. Im Hintergrund waren auf dem Schachbrett noch die Reste von den Kokslinien zu sehen.


Die Fassade der reichen und erfolgreichen Lebemänner reichte Koller und Schäfer wohl nicht aus, auch sollte der Anschein entstehen, sie hätten die arbeitsamsten und fleißigsten Mitarbeiter. Wenn Meetings mit hohen Managern der Finanzbranche anstanden, etwa mit Bankvorständen der Postbank oder der Nordbank, wurden die Mitarbeiter aufgefordert, bis weit in die Nacht hinein zu arbeiten. Unbesetzte Büros mussten extra unordentlich hergerichtet werden, um sich den Anschein der Masse zu geben. Diese Meetings fanden auch gern mal Sonntagabend statt, die weibliche Besetzung sollte in sexy Outfits am Schreibtisch sitzen.

S&K reichte Kredite an notleidende Hausbesitzer zu horrenden Zinsen aus, ohne eine Erlaubnis für das Kreditgeschäft zu besitzen. Konnten die Geretteten nach einem halben oder einem Jahr die Immobilie nicht zurückkaufen, verfiel sie an S&K, wie beispielsweise das Hotel Gerbermühle.

S&K betrieben anscheinend auch ein relativ geheimes "safe home"-Programm, über das auch nur Aufsichtsrat Marvin Metzger aus Weilerbach von der Deutsche S&K Sachwert AG in Frankfurt, entscheiden durfte. Dieses wurde in finanzielle Schräglage geratenen Privatpersonen angeboten, denen das Haus für einen günstigen Preis abgekauft wurde. Ihnen blieb aber das Wohnrecht für ein weiteres Jahr. In dieser Zeit hatten sie die Möglichkeit, sich um eine andere Finanzierung zu bemühen und S&K anschließend ihr Haus mit einem Zinssatz von 20 bis 30 Prozent zurückzukaufen. Geschah das nicht, ging das Haus auf S&K über. Gerüchten zufolge ist Stephan Schäfer im Jahr 2011 so auch an seine Villa in Offenbach gekommen.

Schäfer und Köller unternahmen gerne mal Reisen in umfangreicher Begleitung von Freunden und jungen Frauen, zum Beispiel nach Miami und Las Vegas in den USA. Jeder Mitreisende erhielt dafür ein Taschengeld in Höhe von 20.000 Euro, was diese aber vor Ort den Herren wieder aushändigen mussten. Ganz so spendierfreudig waren sie dann wohl doch nicht.

Jonas Köller brauchte für seine kostspieligen Reisen offenbar sehr viel Geld, weshalb er eine schwarze AMEX Karte (Kreditkarte von American Express) besitzen wollte. Diese Karte kann vom Kunden nicht beantragt werden, sondern wird vom Kreditkartenherausgeber American Express aus New York City nach langjährigen, guten Geschäftsbeziehungen mit hohem sechsstelligen Jahresumsatz angeboten. Deshalb sollte Thomas Kramer (55), ein sehr bekannter, deutschstämmiger US-Immobilienhändler aus Bad Soden im Taunus, die Karte besorgen. Sie wurde ihm verwehrt.

Warten wir ab, welche Details aus dem Lebensstil von Köller und Schäfer noch so ans Tageslicht kommen.

S&K-Anwalt Igor Petri kann den Weg der Wahrheitsfindung nicht stoppen. Schäfer und Köller hatten ein Computersystem eingeführt, bei dem man mit immer demselben Passwort überall hineinkam. Insofern kam selbst die Putzperle an sensibelste Daten und Fotos. Nun denn...

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02. April 12

Neuapostolische Kirche NRW verzockte 15 Millionen Euro


Für die Medien in der britischen Grafschaft Norfolk ist die deutsche Neuapostolische Kirche Nordrhein-Westfalen aus Dortmund reich. Deshalb wird in den Artikeln über einen großen Betrugsprozess eher klein erwähnt, dass die sechs Briten und ein Holländer, die seit 13. Februar 2012 in der Hauptstadt Norwich wegen Investmentbetruges und Geldwäsche vor Gericht stehen, unter anderem eben auch die "reiche deutsche Kirche" im Jahre 2007 um 15 Millionen Euro erleichterten. Insgesamt habe die Bande 30 Millionen Euro für sich abgezweigt, anstatt das Geld auf dem High Yield Parkett zu investieren.

Kirchenpräsident und Bezirksapostel Armin Brinkmann,<br /> Eigendarstellung im Geschäftsbericht auf der Webseite
Kirchenpräsident und Bezirksapostel Armin Brinkmann,
Eigendarstellung im Geschäftsbericht auf der Webseite
Die Neuapostolische Kirche räumte heute erstmals öffentlich ein, dass sie sich im Jahre 2007 bei einem Anlagegeschäft verzockte - weil sie an Kriminelle geraten war.

Die sieben Angeklagten hätten versprochen, das Geld auf einer High-Yield-Handelsplattform hochprofitabel anzulegen. High Yields sind festverzinsliche Anleihen (Bonds) von Unternehmen und Staaten, die wegen eines schlechten Ratings nur schwer Anleger finden und deshalb besonders hohe Zinsen versprechen. Staatsanwalt Mark Fenhall aus Norwich habe aber keinen Beweis für eine Handelsaktivität finden können. Stattdessen sei das Geld in einem Netz von Offshore-Konten verschwunden.

Der deutsche Kirchenpräsident und Bezirksapostel Armin Brinkmann spricht von zehn Millionen Euro, die man an Kriminelle verloren habe. "Die Enttäuschung ist groß", bekennt Brinkmann. "Unsere Hoffnung setzen wir nun darauf, nach dem Prozess das eingesetzte Kapital zurück zu erlangen."

Als Teil der Kirche Jesu Christi habe die Neuapostolischen Kirche Nordrhein-Westfalen die zentrale Aufgabe, die Gläubigen auf die baldige Wiederkunft des Sohnes Gottes Jesu Christi vorzubereiten. Dafür haben die 85.711 Mitglieder der 420 Gemeinden ihren 4.258 Amtsträgern im Jahre 2010 rund 18,7 Millionen Euro geopfert. Insgesamt nahm die Neuapostolische Kirche im selben Jahr 31,3 Millionen Euro ein, unter anderem, weil sie eines ihrer Goldposten für 8,2 Millionen Euro verkaufte.

Der Marktwert der Vermögensanlagen der Neuapostolischen Kirche Nordrhein-Westfalen lag per 31. Dezember 2010 bei 168,5 Millionen Euro. Aufgeteilt in 24 Prozent Liquidität, 6 Prozent Edelmetalle, 13 Prozent Aktien, 32 Prozent Rentenpapiere und 25 Prozent Immobilien. Kirchen und kirchliches Land sind da noch nicht enthalten. 2010 erwirtschaftete die Kirche eine Gesamtrendite von 7,1 Prozent. Im Jahre 2007 erhoffte man sich offenbar noch mehr.

Aus Anlass des Prozessauftakts gegen die mutmaßliche Betrügerbande in Norwich teilte heute der Pressesprecher der Neuapostolischen Kirche Nordrhein-Westfalen, Frank Schuldt, mit: "Ende 2007 führte die Kirche erste Gespräche mit internationalen Investoren über eine neue Kapitalanlage. Das Investment erschien gewinnbringend und sicher."

Kirchenpräsident Brinkmann ergänzt: "Nach den Gesprächen waren wir überzeugt, eine weitere sinnvolle Kapitalanlage gefunden zu haben."

Doch schon bald kam das böse Erwachen. Kirchensprecher Schuldt erinnert sich: "Nach Abschluss der Investition im Jahr 2007 traten jedoch erste Ungereimtheiten auf. Drei Jahre lang bemühte sich die Neuapostolische Kirche intensiv, auf dem Verhandlungsweg das eingezahlte Kapital zurück zu erhalten. Als klar wurde, dass es sich um kriminelle Machenschaften handelte, schaltete die Kirchenleitung umgehend die deutschen Behörden ein. Strafanzeige erstattete die Kirche bei der Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftsdelikte in Bochum.

In Großbritannien wurde in Absprache mit den Strafverfolgungsbehörden ebenfalls Anzeige erstattet, weil auch dort ? wie sich herausstellte ? eine Person des öffentlichen Lebens geschädigt worden war. Bis Ende 2011 wurden daraufhin alle Akteure des Betrügerrings verhaftet.

Ziel des in den letzten Monaten verdeckt geführten Strafverfahrens war nicht nur die Strafverfolgung der verantwortlichen Personen, sondern vor allem die Klärung der Frage, wo sich das eingesetzte Kapital befindet. Die Gerichtsverhandlung, so hofft die Kirchenleitung, soll Licht in den Fall bringen."

Die Angeklagten streiten alles ab

Habe die Kirche belogen: Holländer Georg<br /> Katcharian, Ausriss aus Norwich EveningNews24
Habe die Kirche belogen: Holländer Georg
Katcharian, Ausriss aus Norwich EveningNews24
Angeklagt sind: der Holländer Georg Katcharian (59), der sich erst heute den Justizbehörden in Norwich stellte und verhaftet wurde und der der deutschen Kirche falsche Informationen über das Investment-Schema gegeben haben soll. Sowie der Brite Ian Yorkshire (61) aus Brighton, der bei der Landesbank Liechtenstein ein Konto unterhielt, auf das das Geld überwiesen wurde. Weiter David Fraser Roberts (62) aus Brighton, Arthur Ford-Batey (61) aus Carlisle, die Brüder Kevin Brennan (55) aus Driffield und Martin Brennan (40) aus Stockton-on-Tees sowie Alan Hunt (65) aus Poole.

Die Briten bestritten bislang vor dem Königlichen Gericht in Norwich alle Vorwürfe. Laut Staatsanwaltschaft hätten sie sich bei ihren Taten einen Anschein von "christlicher Nächstenliebe" und einen "Hauch von Seriosität" gegeben.

Hunt habe sich als Anwalt ausgegeben, der finanziell ein gemeinnütziges Projekt für Ex-Soldaten unterstützen würde. Man sei auch an eine Wohltätigkeitsorganisation namens Humanitarian Aid Foundation Coalition angeschlossen, die Aidskranken umfassende Hilfe gewähren würde.

Ford-Batey verwendete in seinen E-Mails die Buchstabenfolge AOE, was Engel auf Erden (angel of earth) bedeuten sollte.

Die deutsche Kirche war nur das zweite Opfer

Die deutsche Kirche war nicht das einzige Opfer. Auf die christliche mutmaßliche Betrügerbande fiel zuerst im April 2005 der US-Immobilienhändler Randall Schreiber herein. Schreiber überwies 570.000 Euro.

Ende 2007 zahlte dann die deutsche Kirche.

Prominentes britisches Opfer: Automillionär Graham<br /> Dacre, Ausriss aus network norwich
Prominentes britisches Opfer: Automillionär Graham
Dacre, Ausriss aus network norwich
Und zum Schluss fiel das für die Briten prominenteste Opfer auf den mutmaßlichen Anlageschwindel herein. Der bekannte Wohltäter Graham Dacre (60) aus Norwich überwies im Mai 2008 die stolze Summe von 12,6 Millionen Euro auf das Konto von Ian Yorkshire in Liechtenstein, weil Hunt dem Millionär versprochen hatte, er könne das Geld von Dacre vor der Finanzkrise retten und außerdem aus den 12,6 Millionen Euro am Ende 45 Millionen Euro erwirtschaften.

Dacre ist ein zutiefst gläubiger Mensch. Der Unternehmer hatte sein Vermögen durch Autohäuser und Werkstätten (unter anderem Porsche) gemacht. Im Jahre 2006 verkaufte Dacre die Lind Automotive Group für 129 Millionen Euro, um mit dem Geld christliche Projekte zu finanzieren.

Zu seinen Unternehmen gehört der Open Youth Trust, eine Wohltätigkeitsorganisation, um jungen Leuten zu helfen. Hunt hatte den Mäzen im April 2005 aufgesucht und ihn betört, er werde bald aus dem High-Yield-Handel dem Open Youth Trust 3,6 Millionen Euro an Gewinnen überweisen können, wenn Dacre einsteige.

Dacre war laut Staatsanwalt Fenhall wohl sehr "empfänglich, diese Art von Zeug zu glauben".

Schließlich bot Hunt auch noch als Referenz einen amerikanischen Pastor Price auf, der in E-Mals an Dacre mit einem biblischen Verweis versprach, er vertraue Hunt mehr als "David in der Lage war, Jonathan zu trauen".

Dacre zahlte im Mai 2008 und flog im Juni 2008 nach Zürich, um dort, wie vereinbart, ein Konto zu eröffnen, auf das das Geld für seine Projekte eingehen sollte. Doch es kam kein Geld an.

Als Dacre im September 2008 nachfragte, warum nichts geschah, erklärte man ihm, das ginge gerade wegen der Finanzkrise nicht. Hunt schob im Oktober 2008 noch eine christliche Geschichte nach und schrieb an Dacre, er habe in Ruanda gearbeitet, um Frieden zwischen Tutsis und Hutus zu stiften. Der Krieg der Volksstämme hätte in den 90ern zum Völkermord geführt. Und er sei erschüttert, dass er, Hunt, keinen Friedensnobelpreis für die internationale Diplomatie bekommen habe.

Am 1. November 2011 schickte Dacre eine E-Mail unter der Überschrift Armageddon an Hunt. Darin setzte er den Gaunern ein Ultimatum von drei Tagen, um sein Geld zurück zu überweisen.

Hunt reagierte mit einem Erpressungsversuch. Ein Sicherheitsmann namens Kevin habe eine tiefe Untersuchung des Geschäfts- und Privatlebens von Dacre vorgenommen. Hunt: "Wir gehen mit dieser Datei an die Öffentlichkeit, wenn Sie zur Polizei gehen ... Wenn Sie einen Krieg wollen, können Sie einen haben."

Graham Dacre ließ sich nicht einschüchtern. Er ging zur Polizei. Die stellte fest, dass es nie eine Datei über Dacre gegeben habe. Und wo ist das Geld geblieben? Hunt und Konsorten behaupteten, das Geld für High Yield Handel ausgegeben zu haben. Ein Beleg dafür fehlt bis heute.

Aber vielleicht bringt ja der Strafprozess in Norwich doch noch Licht ins Dunkel - das hofft nicht zuletzt auch die Neuapostolische Kirche Nordrhein-Westfalen. Sprecher Schuldt: "Die Rücklagen tragen ... dazu bei, die Finanzierung der kirchlichen Aufgaben in der Zukunft sicherzustellen." Nun denn ...

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02. April 11

Debi Select trennt sich von TelDaFax


Debi-Select-Sprecher<br /> Michael Oehme,<br /> FinanzMarketingBeratung
Debi-Select-Sprecher
Michael Oehme,
FinanzMarketingBeratung
Buchstäblich in letzter Minute haben die Manager der Debi Select Fonds (Handel mit Factoring-Kreditforderungen) aus Landshut alle 70 Millionen Euro ihrer 5.000 Anleger zurückholen und damit retten können, die angeblich ohne Wissen der Chefs in den strauchelnden Billigstromanbieter Teldafax (800.000 Privatkunden, 700 Mitarbeiter, 500 Millionen Euro Umsatz 2010) aus Troisdorf, geflossen waren.

Geht Teldafax, dem inzwischen viele Netzbetreiber wegen ausstehender Zahlungen gekündigt haben, pleite, hätten die Anleger nicht nur den Größtenteil der seit 2006 an die Debi Select Fonds gezahlten 90 Millionen Euro für immer verloren, die Anleger der Debi Select Kommanditgesellschaft hätten darüber hinaus noch mit ihrem gesamten privaten Vermögen haften müssen, weil die Fondsmanager es versäumten, im Handelsregister eine Haftungsbeschränkung eintragen zu lassen.

Debi Select hat seinen TelDaFax-Anteil mit Gewinn verkauft

Dieser doppelte Verlustkelch scheint nun abgewendet zu sein. "Der TelDaFax-Anteil wurde mit Gewinn verkauft", teilte Debi-Select-Pressesprecher Michael Oehme heute dem Finanznachrichtendienst GoMoPa.net mit. Zum Jahresende ist sogar die Abwicklung der Fonds geplant. Dann sollen die Anleger ihr Geld zurückbekommen. Debi-Select-Sprecher Oehme verspricht: "Das hierin enthaltene Kapital soll dann an die Anleger ausgeschüttet werden."

Hier die Einzelheiten des Rettungs-Deals:

Die CPA Invest AG (CPA), die zur Debi Select Gruppe gehört, hatte erst vor wenigen Wochen die knappe Mehrheit von 51 Prozent an der TelDaFax Holding AG übernommen, "um ihre Ansprüche an den Troisdorfer Energieanbieter zu sichern. Mit dem vereinbarten Erlös aus der jetzigen Veräußerung sind diese abgegolten, so dass die Debi Select Fonds ihre in der TelDaFax Holding AG gebundenen Mittel wieder zu freien Verfügung haben."

Der Retter heißt Prime Mark Financial Group aus Zypern

Oehme weiter: "Käufer und damit künftiger Mehrheitsaktionär des größten unabhängigen Energieanbieters Deutschlands ist der Finanzinvestor Prime Mark. Die übrigen 49 Prozent der Aktien an der TelDaFax Holding AG hält nach wie vor die Sigma Capital Strategies Limited Citation (die hinter dem russischen Billigstromanbieter Energo Stream steht und eine Private Equity-Gesellschaft mit Sitz in Jersey ist, die auf die Verwaltung osteuropäischer Vermögenswerte und auf Investments in etablierte Unternehmen mit Wachstumspotenzial spezialisiert ist - Anmerkung der Redaktion). Der neue Finanzinvestor Prime Mark hat einen zweistelligen Millionenbetrag zur Verfügung gestellt, um TelDaFax zügig auszubauen, und will auch weiterhin in Wachstum investieren."

Kann der Käufer noch abspringen?

Oehme: "Prime Mark ist eine Private Equity Gesellschaft, und die kann und wird nicht mehr abspringen, da sie bereits hohe zweistellige Millionenbeträge in TelDaFax investiert hat, was sich nur rechnet, wenn sie die Anteile übernimmt."

GoMoPa.net: Warum geht Prime Mark in die angeschlagene TelDaFax?

Oehme: "Die Investorengesellschaft sieht das Potential von TelDaFax, wenn es professionell geführt wird. Hieran haben wir in den letzten Monaten gearbeitet. Ich denke, TelDaFax wird in Kürze auch eine eigene Pressemitteilung hierzu herausgeben."

GoMoPa.net: Wie hoch war der Kaufpreis genau?

Oehme: "Zum Kaufpreis wurde Verschwiegenheit vereinbart."

GoMoPa.net: Was heißt das nun konkret für die Anlegergelder?

"Die Debi Select Gruppe plant nun eine Abwicklung der Fonds zum 31. Dezember 2011", so Oehme weiter. Die Anleger hätten dann die Wahl. Sie können sich die Ausschüttung auszahlen lassen. Oder sie reinvestieren ihr Kapital. Oehme: "Alternativ haben die Anleger die Möglichkeit, ihr Kapital in das Nachfolgeprodukt der Debi Select Gruppe zu investieren. Aktuell plant Debi Select gemeinsam mit Bankenpartnern die Umsetzung eines Sparproduktes mit Factoring aus versicherten oder besicherten Forderungen."

GoMoPa.net: Ist die Rückführung der Anlegergelder wirklich sichergestellt?

Oehme: "Ich kann Ihnen offiziell mitteilen, dass die Rückführung der Anlegergelder in diesen Ausflug damit sichergestellt ist. Derzeit stehen wir noch in Gesprächen mit den potentiellen Käufern der Projektgesellschaften (der Debi Select Fonds - Anmerkung der Redaktion) und auch hier direkt vor einem Abschluss."

GoMoPa.net: Worum geht es konkret bei den künftigen Projekten der Debi Select?

Oehme: "Ich schlage vor, dass wir das Thema dann aufgreifen, wenn wir unsere gesamten Hausaufgaben gemacht haben und Ihnen dann auch das neue Produkt vorstellen können. Ich kann Ihnen schon jetzt sagen, dass es viel mit Berlin zu tun haben wird. Zumindest dann, wenn alles gut geht."

GoMoPa.net: Herr Oehme, wir danken für das Interview.

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01. April 10

Griechenlands - Bargeld Verbot


Finanzminister George <br />Papaconstantinou (48) © MNEC
Finanzminister George
Papaconstantinou (48) © MNEC
Mit Wirkung vom 1. Januar 2011 schafft Griechenland als erstes EU-Land jeglichen Bargeldverkehr von mehr als 1.500 Euro ab.

Private und geschäftliche Zahlungen von mehr als 1.500 Euro müssen dann auf elektronischem Wege mit EC- oder Kreditkarten erfolgen. Das gab der griechische Wirtschafts- und Finanzminister George Papaconstantinou (48) am 9. Februar 2010 nach einer Parlamentsdebatte gegen Schwarzarbeit und Steuerhinter- ziehung bekannt, teilte das Athener Büro von Reuters dem Finanznachrichtendienst GoMoPa.net mit.

Wörtlich sagte Papaconstantinou: "Ab dem 1. Januar 2011 wird jede Transaktion über 1.500 Euro zwischen natürlichen Personen und Geschäftsleuten nicht mehr als legal angesehen werden, wenn diese bar getan wird. Transaktionen müssen mit Hilfe von EC- oder Kreditkarten vorgenommen werden." Zuwiderhandlungen werden drakonisch bestraft.

Griechen müssen auch Auslandskonten offenlegen

Doch damit nicht genug. Wie die International Business Times erfuhr, wurden die Bürger des Landes aufgefordert, alle Konten im Ausland offen zu legen. Wer dies innerhalb einer 6-monatigen Frist nicht tut und später erwischt wird, dessen Vermögen wird konfiziert. Der griechische Finanzminister hofft so, an die geschätzten 30 Milliarden Euro heranzukommen, die angeblich auf ausländischen Schwarzgeldkonten schlummern. Papaconstantinou sagte: "Einlagen bei Banken außerhalb Griechenlands sind aus den Prüfungen von ihrer Herkunft befreit, wenn sie innerhalb von sechs Monaten nach der Verabschiedung der Steuerbelastung zurückgeführt werden und mit 5 Prozent besteuert werden."

Alexander Hahn vom Investor Verlag fügt in seinem Newsletter ?Investoren Wissen? hinzu, es komme ?noch dicker: Angeblich sollen in Zukunft auch die Banken dazu gezwungen werden, ihre Daten in Echtzeit an das griechische Finanzministerium zu übermitteln. Weiterhin werden Rechnungen über 3.000 Euro nur noch in digitaler Form akzeptiert.?

Steuervergünstigungen für Berufsgruppen werden abgeschafft Papaconstantinou schafft auch steuerliche Sonderrechte für bestimmte Berufsgruppen ab. Der Finanzminister sagte: "Jede autonome Besteuerung für spezielle Berufe wie Ingenieure, Architekten, Taxifahrer, Gas-Tankstellen-Besitzer und Kioskbetreiber ist abgeschafft." Als Folge müssen Taxifahrer nun Quittungsdrucker in ihren Autos installieren. Sie sollen künftig nicht mehr mit einer niedrigen Pauschale, sondern nach ihrem tatsächlichen Einkommen besteuert werden. "Die Zeit" schreibt, Finanzminister Papaconstantinou wolle das Land "mit einem lückenlosen Netz von Registrierkassen überziehen". So sollen auch Ärzte und Rechtsanwälte gezwungen werden, Quittungen auszudrucken.

Außerdem will die Regierung Konsumprofile der Steuerbürger erstellen, um Steuersündern auf die Schliche zu kommen, meldet die International Business Times weiter. Ein Jahreseinkommen von nur 10.000 Euro zu deklarieren, den Sohn aber auf eine teure Privatschule zu schicken oder mit der eigenen Motoryacht durch die Ägäis zu kreuzen, werde demnach künftig nicht mehr möglich sein: Der Fiskus solle künftig das gemeldete Einkommen mit den individuellen Ausgaben abgleichen.

Drastische Ausgabenkürzungen

Papaconstantiniou kündigte auch drastische Ausgabenkürzungen an:

"Die Gehälter von Vorständen in nicht börsennotierten staatlichen Unternehmen fallen um 50 Prozent.

"Es wird keine Lohnerhöhung für den Ministerpräsidenten und die Minister geben, und ihre Zulagen werden um 10 Prozent gesenkt werden."

"Im Haushaltsgesetz werden die Zulagen und Vergütungen um 10 Prozent gesenkt."

Griechenland muss sich dennoch vor den Bundesgerichtshof verantworten

Wie die östereichische Nachrichtenagentur APA meldet, erhöht die EU-Kommission ihren Druck auf das hochverschuldete Griechenland. Sie verklagt den Euro-Staat vor dem Europäischen Gerichtshof, weil er von Unternehmen illegale Steuervorteile nicht eingetrieben hat. Rechtswidrige Beihilfen müssten zurückgefordert werden, um gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle zu sichern, erklärte EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia heute in Brüssel.

Einige Firmen konnten unter der beanstandeten Regelung 35 Prozent ihrer Gewinne aus den Jahren 2003 und 2004 von der Steuer absetzen, solange sie in ihre Modernisierung oder die Fortbildung der Mitarbeiter investierten. Die Kommission hatte die Regelung im Juli 2007 für illegal erklärt und die Regierung in Athen aufgefordert, das Geld zurückzuverlangen. "Die begünstigten Unternehmen haben die Beihilfen aber bis heute nicht zurückgezahlt", stellte die Kommission fest. Nach früheren Angaben geht es um einen Steuerausfall von insgesamt 200 Millionen Euro.

Die EU hat die Finanzpolitik der Regierung in Athen unter strenge Aufsicht gestellt. Die Kommission hat außerdem ein Vertragsverletzungsverfahren wegen der Fälschung von Haushaltsstatistiken eingeleitet. Finanzminister Papaconstantinou sieht offenbar nur noch einen Ausweg: Er schafft den freien Geldverkehr über 1.500 Euro einfach ab.

Beitrag zum Thema
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» Niederlande: Banken ohne Bargeld - auch Supermärkte machen mit

 

01. April 08

Leistungssteigerung für Reiche

Viele Menschen helfen ihrer Hirnleistung schon heute mit chemischen Mitteln auf die Sprünge, sowohl mit zugelassenen Medikamenten aber auch mit illegalen Drogen. Künftig dürfte die Auswahl noch größer werden - denn Pharmaunternehmen wittern einen gewinnträchtigen Zukunftsmarkt. Das Stichwort heist: Leistungssteigerung

Das Niveau halten, bisher reichten dafür Kaffee und Energy-Drink's und wach zu bleiben, Traubenzucker fürs Gehirn oder Alkohol zum Abspannen. Die Pille zur Problemlösung, und dabei sind es nicht nur die frei käuflichen pflanzlichen Präperate. Immer öfter sind es auch illegale Drogen .. die "weise Linie" soll helfen ...

Die Online-Foren sind voll von experimentierfreudigen Menschen, die sich Tipps geben, mit welchem Medikament es sich am besten lernen, am längsten arbeiten, besser dem Druck standhalten zu können, den Jetlag entgehen oder am zuverlässigsten Prüfungsangst ausschalten lässt, zuweilen in beängstigend sorgloser Kombination.

 

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