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02. August 12

Hausdurchsuchung bei S&K-Boss Dr. (?) Jonas Köller


Convent Die Polizei rückte am 5. Juni 2012 zu einer Hausdurchsuchung beim Gründer und Vorstand der Frankfurter Immobiliengesellschaft Deutsche S&K Sachwerte AG, Dr. Jonas Köller (wurde am 29. Juni diesen Jahres 31, Ausriss aus S&K-Eigenwerbung) an seinem Geschäftssitz in Frankfurt in der Kennedyallee 123 und seinem privaten Villen-Anwesen in Erlenbach (Klingenberger Straße 41) im Kreis Aschaffenburg an, weil Köller angeblich im Geschäftsverkehr zwei falsche Doktortitel (Doktor und Doktor ehrenhalber) benutzt habe, die er sich bei einem 43jährigen Titelhändler aus Aschaffenburg gekauft haben soll.

Der mutmaßliche Titelhändler, der sich im Internet Professor und Promotionsberater nennt, soll aus Hamburg stammen und der Polizei im Frankfurter Milieu aufgefallen sein. Da der vorbestrafte Mann möglicherweise im Besitz einer Schusswaffe sein könnte, sei neben der normalen Polizei auch das SEK zum Schutz der Beamten zu den Durchsuchungen beim Titelhändler in Frankfurt und Aschaffenburg-Strietwald mit ausgerückt.

Dr. Köller bestätigte die Hausdurchsuchung am 6. Juni 2012 dem Finanznachrichtendienst GoMoPa.net.

Dr. Köller, der gerade einen 64-Millionen-Euro-Kredit von Anlegern des Emissionshauses United Investors aus Hamburg verwaltet und mit dem Geld seinen ersten Immobilienfonds "Deutsche S&K Sachwert" umsetzt, sagte zu GoMoPa.net: "Es ist richtig, dass es gestern bei mir Zuhause eine Durchsuchung gab. Das hing mit einer Razzia zusammen, die zuvor in Aschaffenburg stattfand. Da suchte die Polizei einen 43-Jährigen auf, dessen Namen ich nicht kenne.

Ich habe auch noch nie von ihm gehört. Die Revierpolizisten, die bei mir waren, erzählten mir, dass dieser Mann mit Doktortiteln in großem Stil handeln würde."

GoMoPa.net: Was hat das mit Ihnen zu tun?

Dr. Jonas Köller: "Ich habe die Beamten auch gefragt, wie sie gerade auf mich kämen. Ich bekam keine konkrete Antwort. Ich weiß aber, dass auf der Internetseite Who calls me behauptet wird, mein Doktortitel wäre gekauft."

GoMoPa.net: Und ist er gekauft?

Dr. Jonas Köller: "Nein, ich habe den Beamten die Nachweise darüber mitgegeben."

GoMoPa.net: Darf man erfahren, wann und wo Sie den Doktortitel errungen haben und über welches Thema Sie promovierten?

Dr. Jonas Köller: "Vor einem Jahr an einer Universität im Ausland. Wo und worüber möchte ich nicht sagen. Aber eines möchte ich deutlich sagen, ich habe keinen Cent dafür bezahlt."

GoMoPa.net: Herr Dr. Köller, wir danken für das Gespräch.

Gegen Dr. Köller wird wegen des Verdachts auf Urkundenfälschung und Missbrauch von Doktortiteln ermittelt.

Das Polizeipräsidium Unterfranken teilte GoMoPa.net mit:

Zitat:


Anlass der Aktion, bei der auch ein Spezialeinsatzkommando beteiligt war, waren Ermittlungsverfahren gegen einen 43-Jährigen und einen zwölf Jahre Jüngeren (Dr. Jonas Köller - Anmerkung von GoMoPa.net) unter anderem wegen des Verdachts der Urkundenfälschung und des Missbrauchs von Doktortiteln.

Die Ermittler der Kripo Aschaffenburg waren vor geraumer Zeit den beiden Beschuldigten auf die Spur gekommen. Der 31-Jährige (Dr. Jonas Köller - Anmerkung GoMoPa.net) mit Wohnsitz in Frankfurt am Main soll öffentlich einen Doktortitel und einen Doktortitel honoris causa in seinem Geschäftsverkehr geführt haben, ohne diesen akademisch erworben zu haben.

Den Ermittlungen zur Folge soll der 31-Jährige die falschen Urkunden über die Doktortitel von einem 43-Jährigen, der ursprünglich aus Hamburg stammt, erworben haben. Auch anhand von sichergestellten Beweismitteln wird derzeit geprüft, ob der Ältere der beiden, der sich ebenfalls mehrfach als Doktor ausgegeben hat, dieses "Geschäftsmodell" des öfteren betrieben haben könnte.

In den frühen Morgenstunden kam es dann zur Durchsuchung der beiden Wohn- und Geschäftsgebäude des 31-Jährigen (Dr. Jonas Köller - Anmerkung GoMoPa.net) in Frankfurt am Main und Erlenbach am Main.

Darüber hinaus wurden die Wohnadressen des Älteren in Frankfurt am Main und im Aschaffenburger Stadtteil Strietwald durchsucht. Das Amtsgericht Aschaffenburg hatte für alle Objekte auf Antrag der Aschaffenburger Staatsanwaltschaft Durchsuchungsbefehle erlassen.

In mehreren Objekten konnten diverse Beweismittel sichergestellt werden, die jetzt ausgewertet werden müssen.

Spezialkräfte waren in Frankfurt am Main und Strietwald zum Einsatz gekommen, um jegliche Gefährdung für Dritte und Polizeibeamte auszuschließen. Diese Prognose ergab sich aus den polizeilichen Erkenntnissen über den 43-Jährigen. Verletzt wurde bei den Einsätzen niemand.


Augenzeugen der Razzia berichteten dem Main-Netz, dass die Durchsuchung der herrschaftlichen Villa von Dr. Jonas Köller am Erlenbacher Ortsausgang Richtung Klingenberg eher unauffällig gewesen sei, während der Einsatz am frühen Morgen in der Strietwaldsiedlung bei dem mutmaßlichen Titelhändler offenbar ziemlich spektakulär ablief. Dort kamen schwarz gekleidete und behelmte Spezialkräfte zum Einsatz.

Michael Zimmer, Sprecher im Polizeipräsidium Würzburg, blieb gegenüber dem Main-Netz mit Informationen zurückhaltend, schließlich müsse nun zunächst das sichergestellte Beweismaterial bewertet werden. Es existiere bisher weder ein Haftbefehl, noch habe es vorübergehende Festnahmen gegeben.

Eine Ex-Mitarbeiterin habe Dr. Jonas Köller denunziert

S&K-Pressesprecher Michael Oehme machte GoMoPa.net darauf aufmerksam, dass möglicherweise eine Ex-S&K-Mitarbeiterin Dr. Jonas Köller denunziert habe.

Sprecher Ohme übersandte GoMoPa.net folgende Stellungnahme:

Zitat:


Im Zusammenhang mit Hausdurchsuchungen am 4. Juni 2012 gegen einen 43jährigen Mann in dessen Privat- und Geschäftsräumlichkeiten, bei denen aus Sicherheitsgründen auch ein Sondereinsatzkommando beteiligt war - immerhin ist er wegen Gewaltdelikten bekannt -, ermittelten aller Voraussicht nach aufgrund der Anzeige einer entlassenen Mitarbeiterin die Beamten auch in den Geschäftsräumlichkeiten der S&K in Frankfurt und den Privaträumlichkeiten eines S&K Vorstands in Erlenbach.

Ein Polizist nannte am Rande versehentlich den Namen der ehemaligen Mitarbeiterin. S&K sieht sich seit Längerem einer meist anonym geführten Diffamierungskampagne ausgesetzt.

"Nun auch noch eine nicht bestätigte Behauptung als Verurteilung hochzustilisieren, zeigt doch nur die Hilflosigkeit und Strategie der eindeutig auf Ruf- und Geschäftsschädigung ausgerichteten Denunzianten", so ein Anwalt des Hauses.

S&K Vorstand Dr. Jonas Köller äußerte sich zu dem Sachverhalt wie folgt: "Ich bestätige diese Untersuchungen im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen einen Urkundenfälscher. Die Person, gegen die sich diese Fahndung richtet, ist mir nicht bekannt. Ich habe meinen Doktortitel an einer ausländischen Universität legal erreicht und nicht gekauft. Aus diesem Grund habe ich den Beamten auch die Nachweise hierüber mitgegeben."

Die Anwälte der S&K gehen davon aus, dass der Verdacht der Urkundenfälschung und des möglichen Missbrauchs eines Doktor-Titels kurzfristig eingestellt wird. Gegen die Denunzianten laufen eine Vielzahl an rechtlichen Maßnahmen.


Der Bürobetrieb lief heute bei der S&K Sachwert AG routiniert weiter. Dr. (?) Jonas Köller war für GoMoPa.net ganz normal erreichbar. Nun denn ...

Nachtrag! Offizielle Stellungnahme der S&K

Im Zusammenhang mit Hausdurchsuchungen am 4. Juni gegen einen 43jährigen Mann in dessen Privat- und Geschäftsräumlichkeiten, bei denen aus Sicherheitsgründen auch ein Sondereinsatzkommando beteiligt war - immerhin ist er wegen Gewaltdelikten bekannt -, ermittelten aller Voraussicht nach aufgrund der Anzeige einer entlassenen Mitarbeiterin die Beamten auch in den Geschäftsräumlichkeiten der S&K in Frankfurt und den Privaträumlichkeiten eines S&K Vorstands in Erlenbach. Ein Polizist nannte am Rande versehentlich den Namen der ehemaligen Mitarbeiterin.

S&K sieht sich seit Längerem einer meist anonym geführten Diffamierungskampagne ausgesetzt. ?Nun auch noch eine nicht bestätigte Behauptung als Verurteilung hochzustilisieren, zeigt doch nur die Hilflosigkeit und Strategie der eindeutig auf Ruf- und Geschäftsschädigung ausgerichteten Denunzianten?, so ein Anwalt des Hauses. S&K Vorstand Dr. Jonas Köller äußerte sich zu dem Sachverhalt wie folgt: ?Ich bestätige diese Untersuchungen im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen einen Urkundenfälscher. Die Person, gegen die sich diese Fahndung richtet, ist mir nicht bekannt.

Ich habe meinen Doktortitel an einer ausländischen Universität legal erreicht und nicht gekauft. Aus diesem Grund habe ich den Beamten auch die Nachweise hierüber mitgegeben.? Die Anwälte der S&K gehen davon aus, dass der Verdacht der Urkundenfälschung und des möglichen Missbrauchs eines Doktor-Titels kurzfristig eingestellt wird. Gegen die Denunzianten laufen eine Vielzahl an rechtlichen Maßnahmen.

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02. August 11

KK Royal Nimmersatt Kai-Uwe Klug in U-Haft


Convent Protzmakler Kai-Uwe Klug (Foto copyright: KK Royal Basement GmbH) stolperte eigenartigerweise zunächst nicht über die vielen Käufer seiner so genannten Steuerspar-Wohnungen, an denen er sich mit doppelten Preisen und Finanzierungen ohne Eigenkapital dumm und dusselig verdiente.

Es war die eigene Nimmersattheit, die dafür sorgte, dass der "größte Angeber Berlins" (Spiegel TV) nun am 19. Juni 2011 seinen 30. Geburtstag nicht in seinem Loft im Paul-Lincke-Ufer 8c in Berlin-Kreuzberg, sondern in einer Zelle der Untersuchungshaftanstalt Berlin-Moabit verbringen durfte und da auch eine Weile bleiben muss.

Kai-Uwe Klug hatte wohl die eigene Firma KK Royal Basement GmbH (später IWC Management GmbH) und deren Tochter Steuerleuchte GmbH in der Brandenburgischen Straße 39 in Berlin-Wilmersdorf als Selbstbedienungsladen betrachtet. Nachdem er aus der Tochterfirma über einen Strohmann einen hohen sechsstelligen Betrag für eigene Zwecke abgezweigt haben soll, bekam der Boss eine Anzeige und musste im Jahre 2009 deshalb das erste Mal für einen Tag in U-Haft. Allerdings ging es da nach seinen eigenen Worten gegenüber Spiegel TV "nur" um Veruntreuung. Doch die schnell wiedergewonnene Freiheit des Maklers, der sich auf rund 100 selbstgedrehten Videos im Internet gern mit Hummer, Lamborghinis oder Bentleys und seiner schlossähnlichen Villa (Foto copyright: KK Royal Basement GmbH) in Wolzig bei Friedersdorf (Dahme-Spreewald) zur Erholung seiner Mitarbeiter zeigte, sollte aber nur von kurzer Dauer sein.

Convent Denn bei der damaligen Razzia in der Firmenzentrale bei der KK Royal Basement GmbH und Steuerleuchte GmbH in Berlin-Wilmersdorf und der Festnahme von Klug durch das Sondereinsatzkommando (SEK) stießen die Ermittler auf Dokumente, die den Boss nicht nur als Einzeltäter belasteten, sondern den Verdacht auf gewerbs- und bandenmäßigen Anlagebetrug begründeten.

Am 16. Juni 2011 schlugen die Fahnder erneut zu:

Letzten Donnerstag, drei Tage vor Klugs Geburtstag, schlugen die Ermittler erneut zu. Diesmal stürmten Polizei und Staatsanwaltschaft zwischen 7 und 8 Uhr 30 Berliner Wohnungen und Geschäftsräume. Die Haftbefehle an Kai-Uwe Klug und drei weiteren Maklern aus seinem Immobilien-Netzwerk, Christos Drame, Hartmut Siebrandt alias Dr. Lindemann und einem gewissen Herrn Hon, wurden vollstreckt. Der vermutete Schaden liegt annähernd im Millionenbereich. Nach Informationen der BILD-Zeitung soll Kai-Uwe Klug zudem engen Kontakt zu Mitgliedern einer kriminellen arabischen Großfamilie haben. Spiegel-TV-Reporter waren denn auch typisch bei Dreharbeiten in Wilmersdorf behindert worden: "Kamera aus oder ich mach Kamera kaputt."

Warum beim mutmaßlichen Anlagebetrüger Klug das SEK aufgeboten wurde, kann sowohl mit der Nähe von Klug zur polizeibekannten Familie zu tun haben. Oder aber auch mit seinen Videos, auf denen er selbst mit einem Gewehr schießt und in die Kamera ruft: "Wir bilden unsere eigenen Kämpfer aus. Wir erobern Berlin. Wir werden euch alle abschlachten." Dazu machte er die typische Handbewegung des Kehledurchschneidens gegen seinen Hals. An der Einfriedung des Firmenpools seiner Villa in Wolzig sorgt ein großes Graffiti für Angst und Schrecken: Ein Pistolenschuss pustet einem Affen das Gehirn aus dem Schädel.

Klug erklärte der Märkischen Allgemeinen Zeitung, die Vorlage für das Graffiti stamme von einem bekannten Aktionskünstler, der auf seine Art gegen Tierversuche eines Kosmetikkonzerns protestiere. "Mir hat es gefallen, ich habs an meine Hauswand malen lassen und mir nichts Böses dabei gedacht", sieht sich Klug in der Rolle des zu unrecht gescholtenen Buhmanns. Vorbehalte gegen sein Tun und ihn führt er auf sein auffälliges Aussehen ? der muskelbepackte, durchtrainierte Körper ist mit Tatoos übersät ? zurück.

Während Klug seine besten Vermittler nach eigenen Worten in der Wolziger Villa mit eingetragener Grundschuld in Höhe von 3 Millionen Euro wie an König Arthurs Tafelrunde speisen lassen wollte und die Fleißigsten mit einer echten Breitling-Armbanduhr belohnte, wissen viele Kunden nicht, ob sie überhaupt noch am Monatsende Geld übrig haben, um die Kredite für die überteuerten Wohnungen bedienen zu können.

So der Schlosser Ingolf Seiffert und seine Frau, die Erzieherin Kerstin Seiffert, aus Blankenburg im Harz, die zusammen ein Monatseinkommen von 2.401 Euro haben. Die Überraschung kam schon einen Monat nach dem Kauf der Leipziger Wohnung in Höhe von 117.000 Euro. Statt 46 Euro, wie die KK Royal und die Steuerleuchte versprochen hatten, betrug die Zuzahlung 360 Euro pro Monat. Für die Unterschrift unter den Kaufvertrag waren die Seifferts extra mit dem Firmen-Bentley (B-KK ...) aus dem Harz abgeholt und zum Berliner Notar gefahren worden. "Nach drei Stunden Überzeugungsarbeit haben wir unterschrieben", erinnert sich der Schlosser Seiffert im Fernsehinterview.

Gewinn werden die Seifferts nie machen. Den haben die royalen Makler in Höhe von geschätzten 30.000 Euro sich gleich beim Kauf als Provision in die Tasche gesteckt. Gutachter Ortwin Kober stellte später eine mangelhafte Sanierung fest, die keinen Kaufpreis von 2.000 Euro pro Quadratmeter rechtfertigen würde. Ein Weiterverkauf sei höchstens zur Hälfte des Preises möglich.

Finanziert wurde von der Online-Bank Deutschte Kreditbank (DKB), der ehemaligen Staatsbank der DDR, aus Berlin. Jürgen Blache von der Schutzgemeinschaft für geschädigte Kapitalanleger (SgK) aus Berlin-Schöneberg bemängelt gegenüber Spiegel TV: "Keiner der Erwerber war persönlich bei der DKB. Alles lief über Vermittler. Oder die Kredite wurden zu Hause von den Kunden unterschrieben. Uns sind 1.000 ähnliche Fälle bekannt."

Die DKB weist die Vorwürfe von sich. Man sei nun einmal eine Online-Bank. Der Kunde sei selbst verantwortlich, welchen Vermittler er sich für das Kreditgeschäft suche. Eine schöne Verklärung der Realität.

Der Schlosser Knut Jarisch und die Technische Zeichnerin Elke Jarisch aus Dresden kauften eine Wohnung von Klug, ohne sie je gesehen oder überhaupt einen Wohnungsschlüssel überreicht bekommen zu haben. Der Mitarbeiter der KK Royal Basement GmbH erzählte am Telefon, er sei vom Wirtschaftsinstitut für Statistik, das es überhaupt nicht gibt. Er sollte nur herausfinden, ob das Monatsnetto über oder unter 2.000 Euro liegt. Da es bei den Jarischs drüber lag, kamen sie für die Steuerleuchte GmbH in Betracht.

Am Ende besaßen die Jarischs für 123.000 Euro eine Drei-Zimmer-Wohnung in der Ludwigstraße 55 in Leipzig, die Klug drei Wochen zuvor für 54.000 Euro ersteigert hatte und die sich hinterher ohne weitere Investitionen als unvermietbar heraussstellte. Die Zuzahlung der Jarischs aus dem Steuersparmodell sollte 150 Euro betragen. In Wirklichkeit zahlen die Jarischs monatlich 750 Euro dazu. Ihr Kredit läuft erst im Jahre 2040 aus.

Elke Jarisch sagte Spiegel TV: "Uns war nicht klar, dass wir eine Wohnung kaufen sollten. Uns wurde gesagt, dass wir nur zwei Jahre lang eine Wohnung finanzieren müssten, dann könnten wir austreten und hätten 2.000 Euro Gewinn durch Steuernsparen gemacht." Eine unverschämte Lüge, wie die Jarischs heute wissen.

Das Landgericht Berlin hat die Steuerleuchte GmbH inzwischen zur Zahlung von 91.000 Euro an geprellte Kunden verurteilt. Aber durch einen geschickten Schachzug von Klug bekommen die Opfer dennoch kein Geld. Klug hatte als faktischer Geschäftsführer der Steuerleuchte GmbH vier im Firmenbestand befindliche Wohnungen in Leipzig an eine Firma namens IWC Management GmbH verkauft, deren Geschäftsführer er ebenfalls ist und die nach Informationen von Spiegel TV seiner Freundin gehören soll. Anschließend meldete er die Steuerleuchte GmbH insolvent. Die geprellten Kunden gehen nun leer aus.

Der Berliner Rechtsanwalt Jochen Resch, Vorsitzender der Verbraucherzentrale Brandenburg, kommentiert die Verhaftung von Klug gegenüber GoMoPa.net so:

Anwalt und Vereinschef<br />
Jochen Resch<br />
copyright: Kanzlei Resch<br />
Anwalt und Vereinschef
Jochen Resch
copyright: Kanzlei Resch

Zitat:


Er war die schrillste Gestalt auf dem Berliner Immobilienvertriebsmarkt. Kai Klug und eine Reihe seiner Männer, unter anderen Hartmut Siebrandt, alias Dr. Siebrandt, Dr. Lindemann oder Dr. Siebert, sind am Donnerstag in Berlin verhaftet worden. Ihnen wird bandenmäßiger Betrug vorgeworfen.

Kai Klug gründete eine Vielzahl von Unternehmungen. Seine Vertriebsorganisationen hatten so klangvolle Namen wie KK Royal Basement oder Steuerfüchse, Steueradler. Letzter Aufguss war die WFV (Wirtschaftsberatung für Verbraucher), mit der Christos Drame versuchte, überteuerte Wohnungen in der Ludwigstraße in Leipzig zu verkaufen. Uns war die Truppe durch rüde Verkaufsmethoden aufgefallen. Insbesondere Hartmut Siebrandt schaffte es unzählige Male, oft als Bundessteuerberater, den ahnungslosen Opfern weis zu machen, sie seien im Rahmen eines Steuersparprogramms ausgewählt, zehn Jahre eine steuerlich geförderte Wohnung zu erhalten. Diese werde dann anschließend mit Gewinn wieder weiterverkauft.

Dabei handelt es sich regelmäßig um weit überteuerte Wohnungen. Tatsächlich ist der Erwerb mit einer hohen monatlichen Zuzahlung verbunden und der Verkauf nach 10 Jahren ist wegen des überhöhten Kaufpreises illusorisch. Faktisch sind die Erwerber über 30 Jahre an den Kredit gebunden und werden weit mehr als das Doppelte der Kreditsumme an Zins und Tilgung zurückzahlen.


Sollte Klug nun wegen gewerbs- und bandenmäßigen Anlagebetruges verurteilt werden, müsste er seine Opfer entschädigen, falls noch Geld da ist.

Links zum Thema
» Resch Rechtsanwälte zu Kai Klug
» Spiegel TV filmte die Verhaftung am 16. Juni 2011
» El Presidente Mahmoud Al-Z. - der Pate von Berlin

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01. August 10

Was steckt hinter der Studie über Anlegerschützer?


Einleitung:

Es war ein Kopf-an-Kopf-Rennen bei der monatlichen Wahl zum Thema des Monats, welches die "wissenschaftliche Studie" dann letztendlich doch vor "HCI MPC - Deepsea Oil Explorer Anleger gucken 7 Jahre in die Röhre?" gewann. Mit nur zwei Stimmen mehr, hier also die Krönung:

20.000 Euro soll sie gekostet haben. Doch weder das Salär noch der glanzvolle Rahmen des Steigenberger Hotels Frankfurter Hof konnten am 10. Juni 2010 über die miserable Qualität einer wissenschaftlichen Studie hinwegtäuschen, die dort auf einer Pressekonferenz zum eigentlich wichtigen Thema Anlegerschutz präsentiert wurde. Das Motiv für die Studie "Anlegerschützer zwischen Dichtung und Wahrheit" dürfte allerdings weniger im Anlegerschutz liegen, sondern vielmehr im Konkurrenzkampf um Finanzprüfsiegel, Goldhandelsclaims und Vorteile im Immobilienvertrieb. Alles Dinge, die in der Studie angeprangert werden, aber vom Studienauftraggeber selbst praktiziert werden, wie ein Blick hinter die Kulissen zeigt.

Verfasser ist der bei Journalisten, die mal schnell zu einem Thema eine Expertenmeinung brauchen, sehr beliebte "Multi-Finanz-Experte" und pensionierte Mathematiklehrer an einer Erwachsenenweiterbildungs-Schule Werner Siepe (68) aus Erkrath in NRW, der nach eigener Darstellung auch als freier Berater der Stiftung Warentest auftritt.

Versicherungsberater<br /> und Goldhändler Hans-<br />Herrmann Lüschen aus<br /> Berlin © VERS Ver-<br />sicherungsberater mbH
Versicherungsberater
und Goldhändler Hans-
Herrmann Lüschen aus
Berlin © VERS Ver-
sicherungsberater mbH
Auftraggeber der Studie und Einladender zur Pressekonferenz war der Geschäftsführer der VERS Versicherungsberater Gesellschaft mbH aus Berlin-Reinickendorf, Hans-Herrmann Lüschen, den man an Berliner Gerichten als Rechtsbeistand in Versicherungsstreitigkeiten auf Honorarbasis (119 Euro die Stunde) kennt und der ansonsten eine eigens entwickelte Software über seinen Oldenburger VERS-Vertrieb verkauft (299 Jahresgebühr), mit der man alte Versicherungsbedingungen mit neuen vergleichen kann. Laut Wirtschaftsbilanzen laufen die Geschäfte eher schlecht als recht, woraus sich die Frage stellt, wovon Lüschen die "Studie" eigentlich bezahlt hat?

Die Studie ist 45 Seiten lang. Eine konkrete wissenschaftliche Fragestellung gibt es nicht, demzufolge auch keine stimmig zusammengetragenen Fakten. Die Studie gleicht einem schnell zusammengestoppelten Rundumschlag, bei der so genannte Anlegerschützer ihr Fett abkriegen. "Die Studie deckt die wahren Interessen bei bestimmten Anlegerschutzorganisationen auf und nennt dabei Ross und Reiter", schrieb Lüschen in der Einladung. Das weckte hohe Erwartungen, die allerdings mehr als enttäuscht wurden.

Viel Neues ist der Studie nicht zu entnehmen. Der Finanznachrichtendienst GoMoPa.net berichtet schon seit langem und öfter beispielsweise über die Praktiken des "Direkten Anlegerschutzes" von Heinz Gerlach (64) aus Oberursel in Hessen (gutes Rating gibt es garantiert bei einer Prospektvoruntersuchung für 12.500 Euro). Oder den Bund der Sparer aus Weilheim in Bayern, der übrigens genauso wie Studienauftraggeber Lüschen eine Vermittler-Software vertreibt, allerdings jeden, der nicht zahlt, auf eine öffentliche Warnliste setzt: "Berater ohne Empfehlung".

GoMoPa.net berichtete auch schon über den in der Studie vorkommenden Bund der Verbraucher aus München, dessen Gründer Verbraucherschützer Heinz Köller (60) mit Hilfe seines Vereins außerhalb der Börse und völlig ohne Banken eine angebliche Super-Anlagemöglichkeit verkauft. 200 Millionen US-Dollar will Köller bis zum Jahre 2018 von deutschen Anlegern für seine neue Firma Serve Advance Incorporation mit Sitz in Oregon (USA) einsammeln. Die Projekte seien innovativ. Doch in Wirklichkeit sind sie alt und, wie im Falle von Nicstic, einer rauchlosen Zigarette, ein Fall für den Staatsanwalt.

GoMoPa.net ist kein Anlegerschützer, sondern ein Finanznachrichtendienst

Studienautor Werner Siepe<br /> aus Erkrath (NRW) © Iduna
Studienautor Werner Siepe
aus Erkrath (NRW) © Iduna
Insofern mag Werner Siepe bei manchen seiner Beispiele ins Schwarze getroffen haben. Aber völlig neu und überraschend war seine Behauptung, dass GoMoPa.net ein Anlegerschützer sei. Siepe widmet GoMoPa.net in der Studie ein ganzes Kapitel und nahm als Aufhänger für eine angebliche dubiose Praxis die Meldung von GoMoPa.net, dass der am 18. Februar 2010 in Florida verhaftete deutsche mutmaßliche Scheinfirmengründer Michael Olaf Schütt (28), der über sein Firmengeflecht illegale Wettgewinne in den USA ausgezahlt haben soll, in seinem Geständnis die Vorstände des deutschen Bezahldienstes Wirecard AG aus Grasbrunn bei München als Auftraggeber belastet habe.

Zwar wurde die Wirecard AG tatsächlich bei einer deutschen Staatsanwaltschaft wegen Geldwäscheverdachts angezeigt, und auch die Kontoauszüge aus der Anklageschrift des FBI gegen den Verhafteten belegten, dass die Wirecard AG an die Firmen des Verhafteten Zahlungen geleistet hatte, aber, dass der Verhaftete die Wirecard zusätzlich auch noch persönlich belastete, war eine Falschinformation, die GoMoPa.net nicht genügend gegengecheckt hatte. Ein schlampiger Arbeitsfehler eines Redakteurs. Doch weder der Redakteur noch das Unternehmen GoMoPa.net hatten irgendeinen Vorteil von einer Kursschwankung der Wirecard AG an der Frankfurter Börse - die mitnichten 30 Prozent ausmachte, wie Siepe "recherchiert" haben will.

Wie kommt nun Lüschen dazu, GoMoPa.net als Anlegerschützer darzustellen, obwohl GoMoPa.net definitv keine Anlegerschutzorganisation ist, sondern schon immer ein kommerzielles Unternehmen war, wie im Übrigen jedes andere Unternehmen aus der Medienbranche auch? Die Besonderheit beim Finanznachrichtendienst GoMoPa.net besteht darin, dass die Verbreitung von Nachrichten nur ein Nebenprodukt der eigentlichen Arbeit ist. Diese besteht darin, für vermögende Klienten gegen Honorar Informationen über Chancen und Risiken von Investitionen und Personen auf dem Finanzmarkt zu beschaffen.

GoMoPa.net beschafft Insiderinformationen und überprüft dabei auch Finanzprodukte und klopft deren Anbieter ab. Die Besitzerin des inzwischen verbotenen Schwabenland-Büros (Schnellballsystem), Christl Bludau (35), sagte gegenüber GoMoPa.net: "Wer den GoMoPa.net-Test überstanden hat, der hat auf dem Markt einen guten Leumund." Das Schwabenland-Büro wurde von GoMoPa.net von Anfang an als Betrug entlarvt, es wurde von der BaFin geschlossen. Die GoMoPa.net-Leser konnten diese und andere Nachrichten gegen ein Honorar (Jahresabo) lesen. Aber deshalb ist GoMoPa.net keine Anlegerschutzorganisation.

GoMoPa.net ist scheinbar ein Konkurrent für den Studien-Auftraggeber

Aber GoMoPa.net ist scheinbar ein Konkurrent für die VERS Versicherungs mbH. Genauso wie die VERS Versicherungs mbH auf Honorar-Basis Klienten berät, tut das auch GoMoPa.net. Und was hat das nun mit den Anlegerschutzvereinen zu tun, die Lüschen in der Studie angreifen ließ?

Es gibt bei aller Verschiedenheit der in der Studie Aufgeführten eine Gemeinsamkeit: Alle bemühen sich auf die eine oder andere Art um ein Prüfsiegel für Finanzprodukte oder checken diese zumindestens. Auf GoMoPa.net gibt es zum Beispiel eine Warnliste vor dubiosen Anbietern und Finanzprodukten. Und da scheint für den Rundumschlag von Lüschen gegen alle Konkurrenten der erste Hase im Pfeffer zu liegen.

Lüschens Motiv Nummer 1: Sein Finanz-Siegel-Verein VSAV

Convent Um diesen Umstand zu verstehen, muss man wissen, dass Lüschen nicht nur ein einfacher unabhängiger Honorarberater ist, wie er sich bei VERS darstellt. Lüschen ist Mitglied und Beirat in dem hochkommerziellen Verein VSAV e.V. aus Schwaigern in Baden-Württemberg. Ausgeschrieben heißt der Verein "Vereinigung zum Schutz für Anlage- und Versicherungsvermittler". Ab 675 Euro verkauft der Verein hauseigene Produkte, die in Kooperation mit der Firma Ralf W. Barth GmbH für Vermittler von Versicherungen und Finanzanlagen erstellt werden. Unter den Produkten sind Vermögenshaftpflichtversicherungen für Vermittler, Manager, Geschäftsführer und Vorstände oder Prospekthaftungen für Emissionshäuser von Investmentfonds. Im Produktenetzwerk sind nach Vereinsangaben 56 Partner, darunter die Alpha Konzept GmbH aus Stuttgart, eine Tochter der AFB Group aus der Schweiz, die steueroptimierte Anlagestrategien und Depots bei einer Schweizer Bank anbietet und mit Swiss-Life und Fortuna Leben in Vaduz im Fürstentum Liechtenstein zusammenarbeitet. Vertriebler Ralf W. Barth wiederum ist Gründer und Vorstandsvorsitzender des Anlagevermittlerschutzvereins VSAV mit Lüschen im Beirat.

Lüschen ist für wichtige strategische Anliegen des Vereins verantwortlich. Im Beirat laufen laut Vereinsdarstellung alle Fäden zusammen. Auf der Mitgliederversammlung am 4. Juli 2008 im Hotel Nestor in Neckarsulm, bei der Lüschen um 10.30 Uhr erschien, musste der Verein die Weichen zu dessen eigener Rettung und zur Rettung seiner Mitglieder stellen. Wie aus dem Protokoll der Versammlung hervorgeht, wurde ein Mitgliederschwund von 100 Vermittlern beklagt, die wohl alle Pleite gingen (Berufsaufgabe). Als Konsequenz aus dieser Entwicklung vermerkt das Protokoll: "Zielgruppe des VSAV sind qualifizierte Vermittler, die am Markt überleben. Der VSAV kann/soll als Gütesiegel dienen."

Fazit: Herr Lüschen als unabhängiger Versicherungsberater will also ein Gütesiegel für den Vertrieb von Finanzprodukten wie Investmentfonds und Versicherungen an den Mann bringen. Das Siegel ist sein Verein VSAV, der wohl gemerkt als Vertriebsplattform für hauseigene Produkte dient. Da es aber schon genügend Vereins-Gütesiegel für Vermittler und Finanzprodukte gibt, versuchte es Lüschen jetzt mal mit einem Rundumschlag gegen alle Finanzbewerter. Denn der VSAV hat sich vorgenommen, seine zahlende Mitgliederzahl von 367 im Jahre 2008 auf 1.020 bis Jahresende 2010 zu erhöhen.

Das nun im Gerangel um das einzig wahre Gütesiegel im ganzen Lande eines der Hauptmotive für die Lüschen-Studie liegt, bezeugen in der Studie die Auseinandersetzung mit den Empfehlungssiegeln der Anlegerschutz-Vereine, der Hinweis auf das gescheiterte Siegel "Ampelcheck Geldanlage" der Verbraucherzentrale Hamburg im August 2009 sowie der Hinweis auf die Forderung von Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner, deren Ministerium seit 2009 mehrere Initiativen zur Verbesserung des Anlegerschutzes gestartet hat und zum Beispiel mit der Verbraucherzentrale Düsseldorf eine Checkliste Finanzberatung entwickelt hat. Gütesiegel und Finanzchecks ziehen sich wie ein roter Faden durch die gesamte Studie.

Lüschens Motiv Nummer 2: Er wettert gegen Goldhändler und ist selbst einer

Lüschen geht es mit der Studie offensichtlich auch darum, sich noch auf einem zweiten Feld einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Das sieht man am Beispiel des Goldhändlers MIDA, gegen den Lüschen unbegründete Verdachtskamellen aus der Mottenkiste holen ließ.

Lüschen warf GoMoPa.net in der Studie vor, dass die Potsdamer Edelmetallhandelsfirma MIDA auf der Internetseite von GoMoPa.net für einen Goldshop Werbung macht. MIDA wurde vor einem Jahr von einer Berliner Bank wegen Geldwäscheverdachts angezeigt. Die Berliner Generalstaatsanwaltschaft hat das Verfahren als unbegründet eingestellt. Dass sich Lüschen an der MIDA-Werbung auf GoMoPa.net stört, liegt allerdings auf der Hand. Denn der MIDA-Goldhändler aus Potsdam ist ein direkter Konkurrent von Lüschen. Lüschen ist einer von 381 Edelmetallberatern der MG Marketing GmbH aus Nürnberg, auf deren Internetseite Edelmetallberater.net sich Lüschen als qualifizierter Goldverkäufer und Goldberater präsentiert.

Lüschens Motiv Nummer 3: Rache für den Estavis-Rauswurf eines VSAV-Immobilienvertriebs

Motiv Nummer drei dürfte für Lüschen neben der Konkurrenz bei Finanzgütesiegeln und im Goldhandel auch noch eine Konkurrenz im Bereich von Immobilienvertrieben sein. Auf Seite 32 der Studie lässt Lüschen gegen die Tatsache wettern, dass das Immobilien-Investmenthaus Estavis AG aus Berlin ein Klient von GoMoPa.net ist.

Diese Kritik ist allerdings alles andere als ein Zufall. Zu den Vertrieben der Estavis AG gehörte früher einmal eine Firma namens Salesmax AG aus Berlin. Estavis hat die Salesmax AG samt ihrer Partnerfirma, der CWI Real Estate AG aus Bayreuth in Bayern, aus bestimmten Gründen abgestoßen.

Die Salesmax AG nun wiederum ist Mitglied in der VSAV, genau dem Verein für Versicherungs- und Anlageberater, bei dem der Versicherungskaufmann Lüschen Beirat ist. Mit seiner Firma VERS hat Lüschen nun das Gutachten von Werner Siepe in Auftrag gegeben.

Professor Loritz über Siepe: "Methoden halten wissenschaftlicher Nachprüfung nicht stand"

Professor Karl-Georg<br /> Loritz © Uni Bayreuth
Professor Karl-Georg
Loritz © Uni Bayreuth
Zum Autoren Werner Siepe muss gesagt werden, dass seine Studienqualitäten schon in der Vergangenheit verrissen worden sind. Professor Karl-Georg Loritz, der unter anderem 2006 auch als Experte eines Bundestagsausschusses zu Kapitalanlagerecht gehört wurde und Co-Autor von "Der geschlossene Immobilienfonds in Deutschland, Konstruktion und Zukunftsperspektiven aus juristischer und ökonomischer Sicht" ist, befand über eine Siepe-Studie über Prüfsiegel für Finanzprodukte Ende 2009 in seinem Fazit: "Die Methoden halten wissenschaftlicher Nachprüfung nicht stand, zum Teil werden spekulative Aussagen an die Stelle von Fakten und logischen Schlussfolgerungen gesetzt. Die Studie ist deshalb leider sogar in den wesentlichen Aussagen nicht haltbar, ja unrichtig.?

GoMoPa schickte an Professor Loritz die aktuelle Studie von Werner Siepe und bat den Rechts-Wissenschaftler um eine Einschätzung, ob diese neue Studie den Kriterien einer wissenschaftlichen Untersuchung genügen würde.

Professor Loritz antwortete: "Ich bestätige den Erhalt Ihrer Anfrage. Ich habe diese Studie daraufhin in erheblichen Teilen gelesen, von der ich auch schon vorher gehört hatte. Mit einer wissenschaftlichen Untersuchung hat das nichts zu tun. Wissenschaft setzt neben der entsprechenden Ausbildung und Erfahrung ein hohes Maß an Methodenanwendung bei der Arbeit voraus."

Prof. Dr. Dr. Karl-Georg Loritz ist seit 1998 Inhaber des Lehrstuhls für Zivilrecht, Steuerrecht und Arbeitsrecht und Leiter der Forschungsstelle für deutsches und internationales Unternehmensteuer- und Kapitalanlagerecht an der Universität Bayreuth in Bayern. Darüber hinaus ist er als Steuerberater tätig.

Werner Siepe hingegen war von 1975 bis 2007 diplomierter Handelslehrer am Wilhelm-Heinrich-Riehl-Weiterbildungskolleg in Düsseldorf tätig. An der Schule konnten Schüler zum Beispiel einen Realschulabschluss auf dem 2. Bildungsweg nachholen. Siepe gründete auf den Namen seiner Frau die Siepe Verlag GmbH. Auf der Internetseite des Verlages gibt es heute Werbelinks zu Krediten ohne Schufa, gebrauchten Computern, Bohrhämmern, Sägen und Häckslern. Siepe rühmt sich in zahlreichen Studien, seit langen Jahren als Experte und Prüfer für FinanzTEST von Stiftung Warentest tätig gewesen zu sein. Mitunter holte er seinen Sohn, Daniel Siepe, einen Mathestudenten an der Uni Ulm, zu Hilfe.

Der Mehrfach-Experte Siepe

Eine Suche im Internet nach Werner Siepe führt zu zahlreichen Zitaten in Fachmagazinen, dabei besonders gern in Artikeln von FinanzTEST und Börse Online. Wir finden Werner Siepe den "Immobilien-Experten", den "Finanz-Experten", den "Fonds-Experten", den "Pensions-Experten" und den "Ausbildungs-Experten". Nicht zu vergessen den "Anlegerschutz-Experten" und den "Studienerstellungs-Experten".

Siepe ist Autor des Buches "Geld verdienen auf Kredit". Er gibt damit dem Laien, also dem Kleinsparer, Ratschläge, wie dieser mit gehebelten Geschäften stinkreich werden könne. Offenbar hält Siepe eine profunde Beratung nicht mehr für erforderlich, wo es doch sein Buch gibt. Das hält ihn allerdings nicht davon ab, Hebelfonds wie zum Beispiel den der CIS Deutschland AG aus Frankfurt am Main vehement auch in dieser Studie unter Feuer zu nehmen, obgleich die CIS Deutschland AG ihre prognostizierten Ergebnisse nicht nur erreicht, sondern sogar übertroffen hat.

GoMoPa.net bat Werner Siepe um Beantwortung folgender Fragen:

Zitat:


Sehr geehrter Herr Siepe,

1.) Wie definieren Sie eine Studie, nach welchen wissenschaftlichen Kriterien haben Sie Ihre Studie erarbeitet? Bitte erläutern Sie kurz die Methodik und Struktur.

2.) In welchem Zeitraum haben Sie die Studie erstellt?

3.) Haben Sie auch die in der Studie Behandelten kontaktiert? Wenn ja, mit welchem Fragenkatalog? Wenn nein, warum nicht?

4.) Wieviel hat die Studie gekostet, und wer hat sie bezahlt?

5.) Was war der Anlass der Studie?

6.) Wer hat die in der Studie behandelten Personen und Firmen ausgesucht?

7.) Haben Sie gewusst, dass der Auftraggeber Hans-Herrmann Lüschen als Edelmetallhändler im Internet auftritt und somit ein direkter Konkurrent zu dem in Ihrer Studie kritisierten Goldhändler MIDA ist?

8.) Haben Sie gewusst, dass Lüschen den Schutzverein VSAV e.V. aus Schwaigern in Baden-Württemberg als Prüfsiegel für Vermittler von Anlagen und Versicherungen benutzt? Als Beirat des VSAV ist Lüschen sogar für die strategische Ausrichtung des Vereins zuständig.

9.) Warum bezeichnen Sie GoMoPa.net als Anlegerschützer? Diese Bezeichnung gibt es bei GoMoPa.net nirgendwo. Bei GoMoPa.net kommen Anleger lediglich zu Wort.

10.) Warum greifen Sie einerseits in Ihrer Studie Heinz Gerlachs "Direkten Anlegerschutz" aus Oberursel als Falschbewerter an, benutzen aber als vermeintliche Argumente gegen GoMoPa.net Gerlachs gerichtsfestgestellte Verleumdungen, zitieren also aus der von Ihnen als Dichtung klassifizierten Gerlach-Veröffentlichung (kein anderer außer Gerlach hat die Erpresser-Anzeige bezüglich der Estavis AG veröffentlicht)?

11.) Wir sind der Meinung, dass Hans-Herrmann Lüschen mit der Studie lediglich versucht, seine Konkurrenz in Sachen Honorarberatung, Prüfsiegel, Goldhandel und Immobilienvertriebe öffentlich schlecht zu machen. Auch GoMoPa.net arbeitet wie Hans-Herrmann Lüschen auf Honorarbasis, und bei GoMopa.net gibt es eine Warnliste vor unseriösen Anbietern und Produkten, also auch eine Art Prüfsiegel auf dem Finanzmarkt. War das der Hintergrund, warum GoMoPa.net in die Studie gelangen sollte? Wenn nein, was war dann der Grund?

12.) In Artikeln von FinanzTEST und Börse Online findet man Werner Siepe den "Immobilien-Experten", den "Finanz-Experten", den "Fonds-Experten", den "Pensions-Experten" und den "Ausbildungs-Experten". Nicht zu vergessen den "Anlegerschutz-Experten" und den "Studienerstellungs-Experten". Jetzt kommt auch noch der Anlegerschutz hinzu. Sind Sie wirklich ein so talentierter Allrounder, woher kommt Ihr Fachwissen? Unseres Wissens nach sind Sie ein ehemaliger diplomierter Handelslehrer an einer Erwachsenen-Schule (2. Bildungsweg) und kein Wissenschaftler.

13.) Bezüglich Ihrer letzten Studie über Prüfsiegel auf dem Finanzmarkt kam Professor Dr. Dr. Karl-Georg Loritz von der Uni Bayreuth Ende 2009 zu dem Fazit: "Die Methoden halten wissenschaftlicher Nachprüfung nicht stand, zum Teil werden spekulative Aussagen an die Stelle von Fakten und logischen Schlussfolgerungen gesetzt. Die Studie ist deshalb leider sogar in den wesentlichen Aussagen nicht haltbar, ja unrichtig.? Was sagen Sie zu dieser Einschätzung Ihrer wissenschaftlichen Arbeitsweise? Haben Sie bei Ihrer aktuellen Studie etwas anders gemacht als in der bewerteten? Wenn ja, was?

14.) Sie schreiben uns, dass zum Beispiel eine in Ihrer Studie nicht nachrecherchierte Verdächtigung gegenüber GoMoPa.net eine "freie Meinungsäusserung des 68jährigen Pensionärs Siepe" sei. Warum haben Sie das nicht so in Ihrer wissenschaftlichen Studie gekennzeichnet?

Für eine zeitnahe Beantwortung bedanken wir uns im voraus.


Werner Siepe zeigte auf die Presseanfrage, auch auf eine Erinnerung, keinerlei Reaktion.





















 

01. August 09, 02:00:00

Megadownloads: Staatsanwaltschaft erstickt fast vor Anzeigenflut


Die Vlothoer Inkasso-Zentrale (50 Mitarbeiter) von Mega-Downloads und Firstload im Teutoburger Wald droht nach einer Polizeirazzia nun von ganz unerwarteter Seite das Aus: Wegen des Lärms, den die Frankier- und Falzmaschinen für die 10.000 Mahnbriefe machen, die täglich verschickt werden (bis 80.000 Euro Portokosten), ist Vermieter Friedrich Klocke, der im selben Haus wohnt, so genervt, dass er den Gewerbe-Mietvertrag außerordentlich kündigen will. Klocke: "Es ist, als wenn nachts ein Traktor durch dein Schlafzimmer rattert."

Doch das trifft Eintreiber- und Schützenkönig Frank Babenhauserheide (45, "Ich würde auch 75 Cent bei Schuldnern eintreiben") längst nicht so hart wie die seit Juni eingefrorenen Konten seiner nun brach liegenden Inkasso-Expansionsfirmen L & H GmbH in Hannover. Rund 500 Strafanzeigen arbeitet die Staatsanwaltschaft zur Zeit gegen ihn und seine Führungscrew ab.

Im Wiener Galaxy Tower in der Praterstraße, dem Sitz der Geld-Zentrale von Megadownloads und Firstload, bricht leichte Hysterie aus. Papa Dr. Robert Fritzmann (50, Besitzer der Bezahlseite Firstload, 25 Millionen Euro Jahreseinnahmen) konnte an seinem neuerlichen Wohnsitz Dubai vor der Beschlagnahme der Hannover-Konten noch 323.000 Euro von der L & H in Empfang nehmen. Doch Sohn Valentin Peymann Fritzmann (25) in Wien wartet vergeblich auf knapp 1 Million Euro aus Deutschland. Sein Buchhalter Pils schickte besorgte E-Mails zur L & H nach Westfalen: "Da noch immer keine Überweisungen vom Konto der Sparkasse Hannover möglich sind, möchte ich mal nachfragen, ob da noch etwas passiert? 2. Frage. Bislang sind die Kontoauszüge noch nicht eingetroffen, ist da irgendetwas schief gelaufen? Bitte freundlichst umgehend das Problem zu lösen. Vielen Dank, Reinhard Pils".

Ermittelt wurde gegen die Fritzmänner, die gern kritische Medien mit Unterlassungsklagen (250.000 Euro, zuletzt ct-netz) oder DDOS-Computerattacken (GoMoPa) überziehen, und den Kalletaler Pferdehändler Babenhauserheide schon viel. Aber diesmal geht der bandenmäßig organisierte Betrug in Strafdimensionen von bis zu zehn Jahren Haft. Die Staatsanwaltschaft für Organisierte Kriminalität Hannover schiebt Überstunden, weil eine Flut von Betroffenen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz Anzeigen gegen die L & H und Megadownloads eingereicht haben, da sie zahlen sollen, obwohl sie nie auf einer der Aboseiten waren.

Für diese neue Qualität der Inkasso-Briefe haben die Fritzmanns eine eigene Vertriebsschiene aufgebaut. Sie beauftragen die sogenannte Rumänienbande mit der Entwicklung von Browser-Spielen. Das sind Matthias Müller (32) und Abdulla Saleh (32) von Mymovies, elicious, EyeStar und networx aus der Leopoldstraße 19 in München und Nico Gabriel Carjea, mit dem sie in Sibiu (Hermannstadt in Rumänien) die Firma SC Net Venture SRL betreiben. Sie sind zum Beispiel dafür verantwortlich, wenn beim Surfen im Internet plötzlich ein Popup-Fenster aufgeht mit den Worten: Sie haben einen Z4 gewonnen. Man braucht nur seine Daten eingeben, schon sitzt man in der Falle. Das geht auch bei den kostenfreien Test-Spielen.

Die Fritzmänner bezahlen bei Google scheinbar neutrale Seiten. Ein paar Tage sind sie im Netz ohne Abo-Hinweis. Man lädt sich scheinbar kostenlos etwas herunter. Wenige Tage später ist diesselbe Seite kostenpflichtig. Der Internetnutzer versteht die Welt nicht mehr, wenn er plötzlich eine Rechnung bekommt. Der Download schien doch kostenlos.

Eingetrieben wird das Geld dann über Inkassofirmen wie BWL Letter & Support GmbH, BWL Service GmbH Co. KG und Web-Inkasso unter Führung von Frank Babenhauserheide. Und über den Buchhalter der Fritzmänner, Reinhard Pils, in Wien kommt das Geld nach Österreich oder zu Briefkasten-Treuhandfirmen in Dubai.

Anzeigen von Geschädigten der L & H und Megadownloads nimmt die Staatsanwaltschaft Hannover schriftlich entgegen: Staatsanwaltschaft Hannover, Postfach 109, 30001 Hannover. Das Aktenzeichen lautet: 5302 Js 41769/09.

Wer schon Geld an die Inkassodienste überwiesen hat, bekommt sein Geld nicht automatisch zurück. Er muss die Ansprüche von einem Rechtsanwalt zurückholen lassen.

Alle Einzelheiten über das Abzock-Geflecht lesen Sie auf GoMoPa unter:

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01. August 08

Der Datenskandal

Wer angenommen hat, dass England und Deutschland den Supergau des Datenskandals erlebt haben, muss sich nun eines Besseren belehren lassen. Auch unseren skandinavischen Freunden in Norwegen bleibt gerade das Rentierfleisch im Halse stecken. Das norwegische Finanzamt hat jetzt ihre Medienvertreter mit Futter versorgt. Die Behörde verschickte die Steuernummern und Einkommen aller Steuerzahler an die wichtigsten Medienanstalten des Landes. Der Finanzministerin Kristin Halvorsen ist das Fettnäpfchen überaus peinlich.

In Norwegen ist es durchaus üblich, den Medien, mit einer jährlichen Liste einen Überblick über alle Einnahmen aller Einwohner zu geben. Darin enthalten waren bisher auch immer personenbezogene Daten, inklusive Namen und Einkommenssteuer, jedoch nicht die Steuer- oder Identifikationsnummer. Letztere wurde nun versehentlich gleich mit versendet. Diese Personennummer ist in Norwegen weitaus wichtiger als der Name.

Mit diesen Informationen erleichtert man Kriminellen das Leben, denn mit Kenntnis der Nummer könnten subversive Elemente andere Identitäten annehmen. Dem norwegischen Datenschutzbeauftragten stehen die Haare zu Berge. Die Finanzbehörde bat die Medien jetzt um die umgehende Rückgabe der Datenträger und entschuldigten sich bei ihren Steuerzahlern. Es geht immer schlimmer!

 

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