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01. September 17, 02:00:00

NULL-PERFORMANCE: Thomas Olek's publity AG kauft Assets vom Performance Fonds 5 selbst


Convent Aus einem Trio wurde ein Duo: Nicht mehr Vorstand der Leipziger publity AG ist der Leipziger Rechtsanwalt Christoph Blacha (60, links). Übrig bleiben der aus Essen stammende Vorstandsvorsitzende und Mehrheitseigentümer (94 Prozent) Thomas Olek (49) und der aus Saarbrücken stammende Vorstand und Wirtschaftsingenieur Frederik Mehlitz (52) © Pressefoto publity AG Von Performance kann beim Leipziger Fonds publity Performance Nummer 5 wohl nicht die Rede sein. Die liegt bei weniger als Null.

Um die Anleger wenigstens einigermaßen glatt zu stellen (die Fondslaufzeit endet 2017), ist die publity AG, die mit dem Verkauf der Fonds-Objekte beauftragt ist, gezwungen, die Fonds-Assets selbst zu kaufen, weil sie kein Dritter haben will.

Es handelt sich dabei um Forderungen aus notleidenden Krediten, sogenannte NPLs (non performing loans). Bereits die Vorgänger-NPL-Fonds publity 2, 3 und 4 erreichten die Prognosen der publity AG nicht. Nr. 2 und 3 werfen, wenn überhaupt, nach jetzigem Stand wohl nur eine sehr geringe Rendite ab.

Noch bis zum Jahresende will die publity Gruppe für ihren publity Performance Fonds Nr. 8 frisches Kapital in Höhe von 30 Millionen Euro einsammeln. Risikofaktoren würden bei allen publity Performance Fonds minimiert, weil zum Beispiel Fonds-zu-Fonds-Transaktionen ausgeschlossen seien, wie Vorstandschef Thomas Olek (49) aus Leipzig auf der Homepage verspricht. Kein Wort, dass ja auch der hauseigene Servicer, nämlich die publity AG selbst, das Portfolio beziehungsweise Restportfolio aufkaufen kann.

Die publity AG legt nicht nur den zu zahlenden Kaufpreis selbst fest. Sie muss nicht mal eigenes Geld dafür aufwenden.

Im Fall des Fonds Nr. 5 kann sie es praktisch aus der bislang erhaltenen Vergütung begleichen. So kommt sie ganz elegant in den Besitz von Sachwerten ohne eigenen finanziellen Aufwand, während die Anleger auf ihren Gewinn verzichten müssen.

Denn:

"Die Vergütung für Servicing und Aktenverwaltung durch die publity AG bemisst sich auf 22 Prozent der Zahlungseingänge zuzüglich Umsatzsteuer", teilte der ehemalige publity AG-Vorstand und Ex-Fondsgeschäftsführer Rechtsanwalt Christoph Blacha (60) im Jahresabschluss für den Fonds Nr. 5 für das Jahr 2015 mit.

Inzwischen hat der Leipziger Rechtsanwalt Blacha allerdings alle Chefposten in der publity Gruppe aufgegeben: Am 25. Oktober 2016 trat er als Vorstand der publity AG zurück, am 18. April 2017 als Geschäftsführer der Fondsanbieterin publity Performance GmbH und am 22. September 2016 als Geschäftsführer der persönlich haftenden Gesellschafterin und Verwalterin der Fonds publity investor GmbH.

Mittelbarer Besitzer aller drei publity-Gesellschaften ist zu 94 Prozent Thomas Olek. Statt als Trio kämpft der einstige Bankenberater Thomas Olek nur noch als Duo mit Vorstand und Wirtschaftsingenieur Frederik Christian Mehlitz (52) aus München an der Spitze der publity Gruppe weiter.

Beim Fonds Nr. 5 hätten die Anleger ihr Geld auch unters Kopfkissen legen können.

Womöglich hätten sie dann beruhigter schlafen können. Denn es steht ja noch nicht einmal fest, ob die publity AG auch wirklich die Assets kaufen wird. Es handelt sich nämlich lediglich um ein Kaufangebot.

Die publity AG verfügt bereits über ein NPL-Portfolio, das laut Mitteilung des Vorstandsvorsitzenden Thomas Olek (49) aus Leipzig vom 18. August 2017 bereits auf 3,2 Milliarden Euro angewachsen ist. Diese Forderungsausfälle müssen erst einmal an den Mann gebracht beziehungsweise verwertet werden.

Die publity AG machte aber im ersten Halbjahr 2017 lediglich einen Umwatz von 12,9 Millionen Euro (I. Halbjahr im Vorjahr 11,6 Millionen Euro) und erwirtschaftete einen Halbjahres-Überschuß von 5,5 Millionen Euro (gleicher Zeitraum im Vorjahr 4,2 Millionen Euro).

Der neue Fondsgeschäftsführer Johannes Kraus (45) aus Halle (Geschäftsführer der publity investor GmbH und neben Frederik Mehlitz Ko-Geschäftsführer der publity Performance GmbH) teilte den Fonds Nr. 5-Anlegern am 14. August 2017 mit:

Zitat:


Derzeit verfügt die Fondsgesellschaft - nach dem vorstehend beschriebenen Stand der Verwertung - über ein bilanziertes Restportfolio an Kreditforderungen mit einem Forderungsvolumen von insgesamt zirka 44 Millionen Euro aus 8 Engagements gegen insgesamt 17 Schuldner.

Die Fondsgesellschaft war in den letzten Monaten bemüht, Kaufinteressenten für das Restportfolio zu finden. Bisher fand sich jedoch kein externer Investor.

Die publity AG, die derzeit mit der Verwertung der Kreditforderungen betraut ist, macht jedoch unter Berücksichtigung der aktuellen Marktbedingungen ein Kaufangebot in Höhe von 8.500.000 Euro. Als langjähriger von der Fondsgesellschaft beauftragter Servicer verfügt sie über die Erfahrung und ist in der Lage, die Werthaltigkeit des Restportfolios gut einschätzen zu können.

Sollte ein kurzfristiger Verkauf des Restportfolios an die publity AG zustande kommen, könnte eine weitere Auszahlung an die Gesellschafter/Treugeber von rund 43 Prozent ihres jeweiligen Kommanditanteiles unter Zurückbehaltung einer angemessenen Liquiditätsreserve (zum Beispiel für Gewerbesteuer, Erstellung des Jahresabschlusses sowie Liquidation der Gesellschaft) vorgenommen werden.

Bislang lief die Verwertung der Fondsassets wohl so ab:

Die Kommanditisten hatten bis Ende der Emissionsphase im Dezember 2013 rund 22 Millionen Euro eingezahlt. Davon wurden etwa 84 Prozent (18,4 Millionen Euro) in vier Forderungsportfolios investiert.

Durch Verkauf der Forderungen konnten zwar 21,76 Millionen Euro eingenommen werden. Die wurden aber den Kommanditisten nicht gut geschrieben. Erst gingen davon noch erstaunliche 6,39 Millionen Euro für eine Service-Gebühr und Aktenverwaltung ab, so dass für die Kommanditisten letztlich nur 15,37 Millionen Euro als Rückfluss übrig blieben (rund 70 Prozent des Eigenkapitals der Kommanditisten).

Ohne diese enorme Service- und Verwaltungsgebühr wären die Anleger ja eigentlich schon fast glatt gestellt und der Verkauf des Restportfolios zum Marktwert von 8,5 Millionen Euro wäre als Gewinn verbucht worden.

Aber mit den Gebühren wurde daraus nur ein Nullsummenspiel für die Anleger. Einzig die Initiatoren machten Gewinn und bekommen nun obendrauf praktisch für Null ein 8,5 Millionen schweres NPL-Portfolio, wenn sie es überhaupt kaufen.

Gern hätte GoMoPa.net Mehrheitseigentümer Thomas Olek zum hauseigenen Kaufangebot für das Restportfolio des Fonds Nr. 5 aus Mitteln der Servicegebühr befragt, doch die freundliche Dame am Empfang wimmelte nach Rücksprache ab: "Ich kann Sie leider nicht durchstellen." GoMoPa.net bat um einen Rückruf. Der wurde zwar versprochen, blieb aber aus.

Auch hätte GoMoPa.net gern Rechtsanwalt Christoph Blacha gefragt, warum er hingeworfen hat und was er zu der hohen Servicegebühr der publity AG von 22 Prozent aller NPL-Verwertungseinnahmen der Fonds sagt, mit denen man nun locker ein Sachwertportfolio aus einem Fonds kaufen kann.

Aber Blacha, der immer noch nur unter einer publity-Telefonnummer zu erreichen ist und im Haus der publity AG in der Landsteinerstraße 6 in Leipzig residiert, war für GoMoPa.net nicht erreichbar, nicht einmal seine Assistentin. Nun denn...

Info: NPL-Fonds der publity Gruppe aus Leipzig:

Im Jahr 2009 hat die publity Investor GmbH den ersten deutschen NPL-Publikum-Fonds aufgelegt.

Bis heute wurden acht Publikums-Fonds aufgelegt, die in dinglich besicherte und unbesicherte Forderungen aus in der Regel gekündigten Immobiliendarlehen sowie zuletzt unmittelbar in Immobilien investiert haben bzw. investieren.

Die TASK FORCE NPL Fonds Nr. 1 und Nr. 2 haben in den Ankauf von unbesicherten bzw. nicht mehr besicherten Forderungen investiert. Bei den seit 2012 aufgelegten publity Performance Fonds Nr. 3 bis Nr. 5 lag der Schwerpunkt der Investitionen in grundpfandrechtlich (bzw. immobilien-)besicherten Kreditforderungen.

Der im Jahr 2013 aufgelegte publity Performance Fonds Nr. 6 und der aktuelle publity Performance Fonds Nr. 7 investieren in deutsche Immobilien, in der Regel Gewerbeimmobilien, aus Bankenverwertung.

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01. September 16, 02:00:00

Ölverklappung durch MS Cornelia: Reederei MST gab Schuld zu und zahlte 1 Million Dollar


Convent10 Mal soll die bayerische Reederei MST im letzten Jahr in Minnesota's Lake Superior (Oberer See) ölverschmutztes Wasser illegal verklappt haben © MST Der Einsatz des Motorschiffes CORNELIA vom Hamburger Emissionshaus Neitzel & Cie. währte nur eine Atlantiküberquerung. Das MS Cornelia wurde im November 2015 wegen des Vorwurfs, ölverschmutztes Wasser in Minnesota's Lake Superior verklappt zu haben, von der US Coast Guard in Duluth, am westlichsten Ende der großen Binnenseen im Norden der USA im Bundesstaat Minnesota, an die Kette gelegt.

Gegen Zahlung einer Kaution in Höhe von 325.000 US-Dollar (286.358 Euro) kam das Schiff Ende Dezember 2015 wieder frei und nahm Kurs Richtung Tunesien. Aber nicht lange.

Wie das Berliner fondstelegramm im Februar 2016 meldete, war das Schiff Ende Dezember 2015 wieder freigelassen worden und nahm Kurs Richtung Tunesien. Dort wurde es aber wieder festgesetzt.

Tilman Welther von fondstelegramm schrieb:

Zitat:


Dort angekommen wurde das Schiff gleich wieder an die Kette gelegt. Zwei Gläubiger reklamierten Schadensersatz in Höhe von 650.000 US-Dollar wegen verspäteter Lieferung.

Treuhänder Bernd Neitzel äußert Zweifel daran, dass es gelingt, das Schiff in Tunesien noch mal freizubekommen. Einer der Gläubiger oder die Kommanditisten müssten dafür mehrere Millionen Dollar zur Verfügung stellen, was aber angesichts der Tatsache, dass das Schiff bereits im vorläufigen Insolvenzverfahren ist, keinem Kommanditisten zu empfehlen wäre, und auch der infrage kommende Gläubiger habe bereits abgelehnt.


Es folgte eine vorläufige Insolvenz, die im Januar 2016 zu einer Hauptinsolvenz beim Amtsgericht Bremen (Az.: 504 IN 16/15) geworden ist. Insolvenzverwalter Tim Beyer von schubra.de aus Achern in Baden-Württemberg soll das Schiff inzwischen versteigert haben.

Der wegen Umweltverschmutzung beschuldigten Reederei MST drohte ein Strafverfahren in den USA

Wie der Finanznachrichtendienst GoMoPa.net erfuhr, soll sich die süddeutsche Reederei MST aus Schnaittenbach in der Oberpfalz in Bayern für die Anschuldigungen der Ölverschmutzung durch das MS CORNELIA und damit auch für die anschließende Insolvenz für schuldig bekannt und bereits 1 Million US-Dollar (881.100 Euro) bezahlt haben. Nicht ganz freiwillig:

Wie die New Yorker Nachrichtenagentur LAW360 meldete, wollte MST mit dem Deal einem angedrohten Strafprozess in den USA aus dem Wege gehen.

Das US Justizministerium teilte am 5. Juli 2016, dem Tag des Schuldbekenntnisses durch MST, folgende Einzelheiten zu den auferlegten Zahlungen mit. Demnach musste MST 800.000 US-Dollar an die amerikanische Regierung bezahlen und 200.000 US-Dollar an eine Schutzorganisation zur Überwachung des Lake Superior (Oberer See), in den das Öl verklappt worden war.

MST hat zudem gerade eine unfassbare Schiffsbeteiligung an Schiffen namens Marguerita & Tanja herausgegeben, die ebenfalls von MST bereedert wird. Laut fondstelegramm müssten die neuen Anleger in einem Nachtragsprospekt über die Millionenvergleichszahlung der Reederei aufgeklärt werden, was noch nicht geschehen ist:

Aber unglaublich ist das Schiffsbeteilgungsangebot von MST wegen etwas noch ganz Anderem:

Der Charterer soll das Dreifache des aktuellen Marktes zahlen, im Chartervertrag ist allerdings eine flexible Rücklieferung (wenn der Charterer möchte!!) vereinbart wird. Charterer ist der 50%-Gesellschafter von MST.

An den Schiffen können sich Kommanditisten mit einer Mindesteinlage von 20.000 Euro ohne Agio beteiligen. Die Gesamtinvestition der von MST im Jahre 2013 bestellten Schiffe beläuft sich auf 58,6 Millionen Euro, wovon die Kommanditisten einen Eigenkapitalanteil von 28 Millionen Euro aufbringen sollen und der Rest über Banken finanziert wird. Die beiden Schiffe sollen die beiden MST-Schiffe Jutta und Anette ablösen und in den nächsten 5 Jahren Flüssigkaolin zwischen Berasilien, USA und Kanada transportieren.

Die Laufzeit für die Kommanditisten geht bis zum 30. September 2035. Die Beschäftigung der beiden Schiffe erfolgt durch eine Imerys Clays Incorporation. Die Bereederung geschieht durch die MST Mineralien Schiffahrt Spedition und Transport GmbH aus Schnaittenbach. Sie ist die alleinige Gesellschafterin der Kapitalverwaltungsgesellschafterin MST AIF Eins Fondsmanager GmbH an selber Stelle.

Man geht von einer ähnlichen Tagescharter wie bei den abzulösenden Schiffen aus: 16.5oo US-Dollar, die bis zum 5. Jahr auf 17.170 US-Dollar pro Tag ansteigen soll, so der Prospekt.

Was den Bereederung des Neitzel & Cie. Schiffsfonds MS Cornelia angeht, so hatte Neitzel & Cie. diesen Ende 2007 aufgelegt und überwiegend im Jahr 2008 vertrieben. Die Anleger konnten sich mit einer Mindestsumme von 15.000 Euro an der MS Conny Schifffahrtsgesellschaft mbH & Co. KG beteiligen. Auch wenn das Fondsschiff MS Cornelia nach Angaben des fondstelegramms nun offenbar verkauft wurde, müssen die Anleger weiterhin finanzielle Verluste befürchten, meint Rechtsanwalt Michael Rainer aus Köln.

Und die Kommaditisten des MS Cornelia könnten ihren Schaden, den die MST dem Neitzel & Cie. Fonds durch die Ölwasserverklappung zugefügt haben, geltend machen, schrieb Tilman Welther:

Zitat:


Die Neitzel & Cie. Treuhand macht darauf aufmerksam, dass es ihrer Kenntnis nach Teil der Einigung mit den US-Behörden war, die Geschädigten zu entschädigen, was auch heißen würde, dass die Kommanditisten des MS Cornelia ihren durch die Arrestierung des Schiffes eingetreten Schaden, mithin der Verlust infolge der Insolvenz, gegen die Reederei MST geltend machen könnten.


"Die Ozeane und unsere Binnenwasserstraßen können nicht als Mülldeponien verwendet werden", sagte Jeff Martinez, Special Agent der US Energie Polizei EPA (Environmental Protection Agency), verantwortlich für die strafrechtliche Durchsetzung in Minnesota. Die Verurteilung zur Geldzahlung sei eine klare Botschaft an alle "Möchtegern-Verletzer, dass das amerikanische Volk nicht zulässt, dass US-Umweltgesetze verletzt werden, was sich negativ auf die öffentliche Gesundheit auswirkt und das Leben im Meer beeinflußt. "

Mindestens 10 Mal zwischen Februar und Oktober 2015 soll der MS Cornelia Chefingenieur oder zweite Ingenieur der Maschinenraum-Besatzung angeordnet haben, Bilgenwasser - eine Mischung aus Wasser, Öl und Schlamm - von einem schmutzigen Bilgentank in einen für sauberes Wassers umzufüllen und dann unter dem Anschein, es handelt sich um sauberes ölfreies Wasser, über Bord zu werfen, teilte das US-Justizministerium mit.

Als das Abwasser über Bord geworfen wurde, habe dies der Chefingenieur absichtlich nicht notiert, um den falschen Eindruck zu erwecken, dass das Unternehmen die ölhaltigen Abwässer ordnungsgemäß behandelt hatte, so das US-Justizministerium weiter.

Während am Hafen in Duluth, Minnesota, im November 2015 Getreide für den Transport geladen wurde, wurde das MS Cornelia an Bord von Inspektoren der US-Küstenwache inspiziert, die die Schiffs-Aufzeichnungen untersuchten. Die Inspektoren fanden dann die Versäumnisse aus den Öl-Aufzeichnungen des Schiffes. Und setzten das MS Cornelia fest. Nun denn...

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01. September 15, 02:00:00

DIE ZEIT schweigt - wenn man sie beim Lügen ertappt


Convent© Youtube Eine Lüge ist, wenn man etwas schreibt, obwohl man das Gegenteil weiß. Im Fall des Finanznachrichtendienstes GoMoPa.net hat die Hamburger Wochenzeitung DIE ZEIT (Verleger Stefan und Dieter Holtzbrinck) gelogen. Schon vor zwei Jahren.

Heute dazu zur Rede gestellt, schweigen der verantwortliche Chefredakteur Giovanni di Lorenzo und der recherchierende Wirtschaftsredakteur Christian Tenbrock genauso wie die eigens fürs Schreiben angeheuerte Jungjournalistin Anna Loll aus Berlin.

Für DIE ZEIT geht es um die Glaubwürdigkeit. Und damit um alles.

Damit hat GoMoPa.net kein Problem. Denn die Wahrheit hat den Online-Abo-Dienst stark gemacht.

Für GoMoPa.net geht es um den guten Ruf.

Denn DIE ZEIT dichtete GoMoPa.net Erpressung an. Am 7. und 16. März 2013 (Print/Online) veröffentlichte DIE ZEIT eine skandalträchtige Abrechnung mit GoMoPa.net.

Der CEO Klaus Maurischat wurde in einer überdimensionalen Zeichnung als Al Capone dargestellt. Der Artikel wurde mit dem Ende einer E-Mail von Klaus Maurischat an einen Hamburger Kaufmann überschrieben. In der Darstellung DER ZEIT fühlte sich der Kaufmann von Klaus Maurischat bedroht, ja mehr noch erpresst. DIE-ZEIT-Überschrift lautete: "Jetzt Du wieder! Gruß Klaus".

Eine glatte Lüge, wie nun der damalige Hauptzeuge der ZEIT, der Hamburger Kaufmann, selbst zu Protokoll gab.

In einer Gerichtsverhandlung vom 29. Mai 2015 vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht (9. Zivilsenat) gab der Kaufmann folgende Erklärung zum Aktenzeichen 9498/14 OLG Hamm, 334 0 142/12 LG Hamburg ab.

Zitat:


Hinsichtlich der Veröffentlichung in der ZEIT mit der Überschrift "Jetzt Du wieder! Gruß Klaus" vom 16.03.2013 gibt der Kläger vor dem Protokoll gegenüber der Beklagten folgende Erklärungen ab:

a) Hinsichtlich der Einforderung der Rate von Euro 175.500,-- hat eine Nötigung, Bedrohung oder gar eine Erpressung zum Nachteil meiner Person weder durch Herrn Maurischat noch durch die Beklagte stattgefunden. Gleiches gilt für die Unterzeichnung der Beteiligungserklärung an der Firma GoMoPa-Control Inc. vom 23.04.2012 sowie für die Unterzeichnung des Schuldanerkenntnisses vom 01.06.2012.

b) Ich kann nicht bestätigen, dass die im ZEIT-Artikel mit der Überschrift "Jetzt Du wieder! Gruß Klaus" vom 16.03.2013 erwähnten anonymen E-Mails und SMS aus dem Umfeld von GoMoPa oder Herrn Klaus Maurischat stammen.


Damit fällt die Erpressungs-Story DER ZEIT, die ja auf den E-Mail-Verkehr mit dem Kaufmann fußt, wie ein Kartenhaus zusammen.

GoMoPa.net schickte an DIE ZEIT folgende Fragen:

Die 1. Frage an Sie lautet: Wie stellen Sie in diesem Fall Ihre Glaubwürdigkeit wieder her?

DIE ZEIT: Keine Antwort.

Die 2. Frage an Sie lautet: Warum haben Sie die Story wider besseren Wissens gebracht?

Denn schon mit Beschluss vom 11. September 2012, also ein halbes Jahr vor Veröffentlichung des Artikels, hat das Landgericht Hamburg (34. Zivilkammer) unter dem Aktenzeichen 334 0 142/12 festgestellt:

Zitat:


Die von W. - unter anderem durch das Einreichen selektiver Emails - behauptete Drohung ist für das Gericht nicht erkennbar.


Das Urteil war am 14. Februar 2014 der Wirtschaftsredaktion in Beantwortung der Fragen von Christian Tenbrock durch GoMoPa-CEO Klaus Maurischat zugemailt worden.

DIE ZEIT: Keine Antwort.

Die 3. Frage an Sie lautet: Was sagen Sie dazu, dass Ihr Zeuge seine Medienaktion vorher angekündigt hatte?

Der Hamburger Kaufmann hat die Hamburger Richterin Hannah Clausen, die gegen ihn entschieden hatte, über seinen Anwalt Dirk Feldmann von der Kanzlei Unverzagt von Have aus Hamburg am 30. August 2012 damit am Telefon erpresst, über diese Geschichte werde eine große Story im SPIEGEL erscheinen.

Beim SPIEGEL hat es der Kaufmann nicht geschafft. DIE ZEIT war sich offensichtlich für so etwas nicht zu schade.

DIE ZEIT: Keine Antwort.

Die 4. Frage an Sie lautet: Warum haben Sie die erfundene Erpressungs-Geschichte nicht von einem eigenen Wirtschaftsredakteur schreiben lassen, sondern von der freien und auf diesem Gebiet unerfahrenen Journalistin Anna Loll?

DIE ZEIT: Keine Antwort.

Die 5. Frage an Sie lautet: Wann haben Sie Anna Loll das Recherche-Material Ihrer Wirtschaftsredaktion übergeben? Eine Redakteurin, die mit dem Thema Graumarkt sichtbar überfordert scheint.

DIE ZEIT und auch Anna Loll: Keine Antwort.

Die 6. Frage an Sie lautet: Wie können Sie schreiben, Ihnen seien 15 Firmen bekannt, "die behaupten, im Zusammenhang mit GoMoPa-Berichten zu Geldzahlungen genötigt worden zu sein", wenn bei allen Nachrecherchen von Tagesschau.de, NDR, WDR und Süddeutsche Zeitung bei sämtlichen Firmen, die an GoMoPa für Consultingleistungen Geld zahlten oder zahlen, nicht eine darunter ist, die mit den Leistungen der Goldman Morgenstern & Partners Consulting LLC (GoMoPa) unzufrieden war oder sich gar genötigt oder erpresst fühlte oder fühlt?

DIE ZEIT und auch Anna Loll: Keine Antwort.

Convent In der ZEIT-Titelgeschichte "Alles Lügen?" vom 25. Juni 2015 (Printausgabe) erkennt der stellvertretende Ressortleiter der Wirtschaftsredaktion, Götz Hamann, selbstkritisch auch für DIE ZEIT einen gegenwärtigen journalistischen Fehler der Presse an, der das Vertrauen der Leser schwinden lässt: die tägliche Skandalisierung.

Er zieht den Schluss: "Die permanente Skandalisierung bedeutet die Abkehr von Aufklärung und echter Auseinandersetzung."

In dem besagten Essay über Fehler von Journalisten beklagt DER-ZEIT-Redakteur wohl zu Recht: "Statt Orientierung und Aufklärung zu liefern [...] ziehen die Journalisten nach dem Gemetzel mit der Medienkarawane einfach weiter, und auf der Strecke bleibt ihre eigene Glaubwürdigkeit." Nun denn...

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01. September 14, 02:00:00

WELLSTAR: Marke BYAS nur ein Billig-Label aus China?


Convent Lange ließ eine Erfolgsstory des Mutter-Sohn-Gespanns von Frau Dr. Keywan Grashoff und Christian Cyrus Wiesner (47) aus Berlin Hermsdorf auf sich warten. Nun ist mit einer Eigen-Marke BYOS zur Verjüngung des Gesichts und zum Schmelzen des Hüftgoldes ein Durchbruch gelungen.

Doch wie freie Handelsvertreter und Kunden herausfanden, gibt es baugleiche Produkte und Produkte mit denselben Inhaltsstoffen und zum Teil in höherer Dosierung für einen Bruchteil auf einem chinesischen Internetverkaufsportal oder sogar in der Apotheke um die Ecke.

Anlass für den Finanznachrichtendienst GoMoPa.net, den Fragen nachzugehen: Was kosten die angebotenen WELLSTAR-Produkte wirklich? Was bleibt den angeworbenen Handelsvertretern, die sich für diese Produkte in hohe Kosten stürzen, unterm Strich auf der Hand? Und welche Erfolge haben die Führungsmanager des WELLSTAR-Strukturvertriebes in der Vergangenheit hinterlassen?

Lesen Sie heute den ersten Teil einer Serie über das scheinbar erfolgreiche Geschäftsmodell der Berliner WELLSTAR GmbH & Co. KG.

ConventDer Feuchtigkeismesser für die Gesichtshaut wird nur als Starterset von BYAS zum Paketpreis von 549 Euro verkauft, das Gerät kostet in China zwischen 70 Cent und 7 Euro © GoMoPa.net Die Frau mit dem Titel "WELLSTAR Vice President Products" Dr. Keywan Grashoff ist eine langjährige Fachärztin für Naturheilverfahren und Ernährungsmethoden.

Ihr Sohn und einziger Inhaber von WELLSTAR ist ein ebenso erfahrener Netzwerkmarketing-Motivator auf Hotelbühnen, der seine Sporen beim amerikanischen Diätmittelanbieter Herbalife aus Los Angeles in Kalifornien verdiente, deren Produkte im Verdacht stehen, die Leber zu schädigen. Der Focus titelte im Jahr 2008: "Krank statt schlank!"

ConventDer Feuchtigkeismesser für die Gesichtshaut kostet in China nur 70 Cent bis 7 Euro, WELLSTAR verkauft das Gerät im BYAS zum Paketpreis von 549 Euro. Dr. Keywan Grashoff und ihr Sohn Christian Wiesner hatten im Jahr 2003 die WELLSTAR Gruppe gegründet. Sie besteht aus einer WELLSTAR Beteiligungs GmbH, die als persönlich haftende Gesellschafterin (Komplementärin) einer WELLSTAR GmbH & Co. KG fungiert. Beide sitzen in der Charlottenstraße 4 in Berlin Kreuzberg.

Im Jahr 2009 kam noch eine C.y.r.u.s Wellness Consulting GmbH am Leipziger Platz 9 (gleich neben dem Potsdamer Platz) in Berlin Mitte dazu.

Bis 2011 ging es den Firmen eher schlecht als recht. Die C.y.r.u.s. Wellness Consulting GmbH schrieb von 2010 bis 2012 nur Verluste. Das Gleiche gilt für die WELLSTAR Beteiligungs GmbH. Sie schrieb in den letzten drei veröffentlichten Bilanzen von 2009 bis 2011 ebenfalls nur Verluste.

ConventEin Bionic Lifter gegen Gesichtsfalten kostet unter der Marke BYAS bei WELLSTAR zwischen 299 und 499 Euro. Auf einem China-Portal wird dasselbe Gerät für 10 bis 20 US-Dollar (7 bis 15 Euro) verkauft © GoMoPa.net Und die WELLSTAR GmbH & Co. KG vertiefte ihre bilanzielle Überschuldung. Ein nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag wuchs von rund minus 1,6 Millionen Euro im Jahr 2011 auf rund minus 1,86 Millionen Euro im Jahr 2012. Diese WELLSTAR GmbH & Co. KG hält 100prozentige Beteiligungen an Wellstar Aps in Dänemark, Wellstar Ukraine, Weltstar ehf in Irland und einer Betriebsstätte in Ungarn.

Eine Handelsvertreterin aus Berlin schätzte gegenüber GoMoPa.net ein: "Ich kenne Mutter und Sohn schon lange. Sie haben von 2008 bis 2010 in Ungarn einen Vertrieb von Algenpulver-Präparaten aufgezogen. Er floppte. Es ging um Mikroalgen wie Spirulina, Chlorella und Lithutamnium, die angeblich in China in kristallklarem Wasser gezüchtet werden. Die wohltuende Wirkung der Algen ist altbekannt. Aber nur bei WELLSTAR würde man eine weltpatentierte Zusammensetzung dieser Mikroalgen bekommen. Manche Handelsvertreter kauften auf den Werbeveranstaltungen gleich Pakete zu 2.000 oder 5.000 Euro und durften sich dann WELLSTAR Direktor nennen.

Doch die Produkte floppten, weil man gleichwertige Algen woanders deutlich günstiger kaufen konnte. Außerdem gab es bei der Konkurrenz Kapseln, die viel angenehmer einzunehmen waren als das Pulver von WELLSTAR."

ConventDer Bionic Lifter von BYAS heißt in China Galvanic Spa und kostet nur 10 bis 20 US-Dollar (7 bis 15 Euro). WELLSTAR verlangt für das gleiche Produkt zwischen 299 und 499 Euro. Aber mitten in der Umsatzkrise hatten Mutter und Sohn eine zündende Idee. Sie schwenkten von Nahrungsergänzungen auf Kosmetik um und erfanden eine Serie, die sie BYAS nannten.

BYAS heißt Bionic Youth Activating System. Es verspricht den Kunden, im Gesicht wieder jung auszusehen und ohne Diät und Sport 5 bis 15 Kilo an Bauch und Po abnehmen zu können. Freie Handelsvertreter könnten mit BYAS eine Handelsspanne zwischen 40 und 60 Prozent kassieren.

Das komplette Starterset für beides (Hyaluron-Cremes mit Feuchtigkeitsmessgerät gegen Falten im Gesicht sowie Radiofrequenz-Lifter, der das Fett an Po und Bauch schmelzen lässt) kostet rund 1.000 Euro und kann problemlos ohne Anzahlung und ohne Schufa per vollfinanziertem Warenkredit über die dänische Bank Collector Credit AB aus Göteborg gekauft werden. Der effektive Jahreszins liegt bei 12,08 Prozent.

ConventWELLSTAR CEO Christian Wiesner hat sich 2012 mal eben selbst ein Handels-Zertifikat für die BYAS-Produkte in Deutschland und Europa ausgestellt. Eine freie Handelsvertreterin, die Christian Wiesner schon länger kennt, schildert: "Es gab einen regelrechten Run auf die Serie. Mit den BYAS Produkten hatte Christian Wiesner immer volle Hütte. Freie Handelsvertreter gründeten Beauty Clubs, in denen die Produkte vorgeführt werden konnten.

Zu den anfangs freien Informationsveranstaltungen im Hotel am Gendarmenmarkt in Berlin Mitte kamen immer dienstags und freitags von 17 bis 20 Uhr 100 Handelsvertreter mit jeweils vier Neulingen, die auch Handelsvertreter werden wollten. Alle deckten sich mit Paketen ein. Das Starterset fürs Gesicht kostete rund 500 Euro.

Der Andrang war schließlich so groß, dass Christian Wiesner die Veranstaltungen nach Prag verlegte, wohin er tonnenweise Ware aus Hong Kong kommen ließ. Wer ein großes Paket kaufe, könne im Strukturvertrieb viel mehr Geld verdienen als ein einfacher Starter."

ConventIm März 2014 verkündete WELLSTAR auf YouTube, dass WELLSTAR 2013 ein Wachstum von 2.000 Prozent hatte.

Einfache Handelsvertreter laden Gäste zu einer Party ein, auf der ein Profi gratis eine Hyaluron-Gesichtsbehandlung vorführt. Wenn nur ein Kunde das Doppelset für Gesicht und Body zum Endpreis von 1.300 Euro kauft, hat der Handelsvertreter zwischen 500 und 700 Euro verdient. Bei vier Partys verdiene er zwischen 2.000 und 8.000 Euro. Dafür muss er aber bei der Wiesner-Veranstaltung vorher die Ware kaufen.

Besser fahre man, wenn man nicht nur an Kunden verkauft, sondern gleich auch noch neue Handelsvertreter anwirbt. Die sollen dann weitere Handelsvertreter anwerben. Dafür gibt es dann einen Performance Bonus von fast 8.000 Euro in 6 Ebenen bei 216 Partnern mit jeweils einem Kunden. In Ebene 8 wären das 864 angeworbene Partner mit je einem Kunden. Man bekäme einen Performance Bonus von 31.104 Euro. Dafür sollte man einen BSC Beauty Style Club gründen.

Handelsvertreter berichteten GoMoPa.net, dass die Handelsvertreter in Prag nicht selten Pakete von 5.000 Euro abkauften und sofort bar oder mit Karte bezahlten, um schnell in der Verkaufspyramide aufzusteigen.

ConventDie BYAS Tagescreme Dose trägt die Aufschrift: Made in France. Doch dort hat WELLSTAR keine Produktionsstätte © GoMoPa.net In Prag wurden 2.000 Leute pro Abend gezählt. Wenn jeder entweder nur ein Gesichts-Starterset oder nur ein Body-Starterset von jeweils rund 500 Euro von Christian Wiesner gekauft hat (um freier Handelsvertreter werden zu können, musste man kaufen), dann nahm Christian Wiesner pro Abend mindestens 1 Million Euro ein.

In einem YouTube-Video sprach Wiesner im März 2014 von einem Wachstum im Jahr 2013 von 2.000 Prozent. Auf der European Success Tour im Mai 2014 stellte Wiesner bereits für dieses Jahr ein weiteres Wachstum von 100 Prozent fest. Im selben Video wird mitgeteilt: WELLSTAR befinde sich auf dem Weg zu 1 Milliarde Umsatz innerhalb von drei Jahren.

Erklärtes Ziel sei es, bis nächstes Jahr 20.000 Beauty Style Clubs anzugliedern. Über 200 Clubs habe man 2013 in Deutschland gegründet. Der Vorteil: Eine stornofreie Sofortprovision zu 100 Prozent im gleichen Monat, keine Angestellten und keine Lizenzgebühr.

Doch wie Handelsvertreter GoMoPa.net berichten, lassen sich die Produkte nur schwer an die Frau oder den Mann bringen. Trotz der BYAS Finanzierung mit 0 Euro Anzahlung ab 21 Euro monatlich über 24 Monate, die die dänische Bank Collector Credit AB finanziert.

Nach außen erwecke WELLSTAR den Eindruck, als ob WELLSTAR die BYAS Produkte erfunden hätte, selbst produziere und selbst vertreiben würde. So, als käme alles aus einer Hand. So, als sei WELLSTAR unabhängig.

Doch dieser Eindruck ist offenbar falsch.

Auf den Verpackungen, Beipackzetteln und Gefäßen für die Gesichts- und Body-Geräte, für das Feuchtigkeitsmessgerät, die Tag- und Nachtcremes mit Hyaluron-Serum gegen Falten, das Reinigungs-Serum und den transformatorischen Abnehmshake wird behauptet: Produzent ist die WELLSTAR GmbH & Co. KG aus Berlin. Mal findet sich der Vermerk: Made in Germany. Mal: Made in France. Doch weder in Deutschland noch in Frankreich verfügt WELLSTAR über eine Produktionsstätte.

Und wo ist die Produktzulassung? Es gibt keine. Auf Nachfrage von GoMoPa zeigt WELLSTAR CEO Christian Wiesner keinerlei Reaktion.

Das Abnehm-Nahrungsergänzungsmittel XLR8 Caps aus der BYAS Serie besteht zum Großteil aus konjugierter Linolsäure aus Diestelöl und Gelatine. Hier verzichtet WELLSTAR gleich ganz, überhaupt einen Hersteller anzugeben.

Nicht nur die Endkunden, auch die Vertriebe haben bislang keine Nachweise über Herstellungslizenzen und Produktionsstätten gesehen.

Auch auf dem WELLSTAR-eigenen Online-Shop Webstar.biz gibt es dazu keinerlei Hinweise oder Aufklärung.

Für die Lizenzierung des Handels mit den BYAS Produkten stellte sich Christian Wiesner am 23. Juni 2012 einfach selbst ein Zertifikat aus, mit schönen Verschnörkelungen, aber ohne amtliche Gültigkeit.

Die Produkte selbst, die Wiesner tonnenweise aus Hong Kong nach Prag zu den dortigen Verkaufs-Veranstaltungen an Handelsvertreter heranschaffen lässt, sind offenbar chinesische Billigprodukte, die Wiesner einfach nur als WELLSTAR Produkte umlabelt.

So findet man das Gesichts-Behandlungsgerät Bionic Lifter, den WELLSTAR zwischen 299 und 499 Euro verkauft, auf einer chinesischen Handelsplattform für 10 bis 20 US-Dollar (rund 7 bis 15 Euro).

Ein Skin Scanner, auch Moisture Monitor genannt, zum Messen des Feuchtigkeitsgehalts der Haut, ist bei WELLSTAR Bestandteil des BYAS Faststart Sets, welches man für 549 Euro bekommt. In China kann man den Skin Scanner auch einzeln kaufen, er kostet zwischen 1 bis 10 US-Dollar (70 Cent bis 7 Euro).

Produkte überteuert zu verkaufen ist eine Sache. Eine andere Sache ist, Leute professionell anzuwerben und denen zusagen: Ich habe das Ei des Kolumbus. Da könnt Ihr noch mehr Geld draufschlagen. Und an einem Gerät 20 bis 30 Prozent verdienen. Kauft gleich 1.000 Geräte, dann könnt Ihr richtig Geld verdienen. Holt euch 10.000 Euro als Darlehen von der Bank und gründet einen Beauty Style Club (Kosmetik Launch) und verkauft die Geräte dort. Schmeißt eure Existenz in die Ecke und baut Euch eine neue Existenz mit WELLSTAR auf.

Keiner der Handelsvertreter ahnte, dass BYAS gar keine eigenen Produkte hat, sondern auf dem Markt vorhandene Ware so überteuert anbietet, dass davon kein Handelsvertreter wirtschaftlich überleben kann.

Einige Handelsvertreter beklagten gegenüber GoMoPa.net, dass sie den Keller voller BYAS Produkte hätten, dass sie ständig gezwungen sind, weitere Ware zu bestellen, weil sie sonst die Provisionsstufen verlieren, aber keine Kunden finden, die die überteuerte Ware abkaufen.

ConventNotverkauf auf eBay für 149 Euro. Der Handelsvertreter hatte den BYAS Bionic Lifter für 499 Euro von WELLSTAR gekauft und wurde ihn offensichtlich zu diesem Preis nicht los. Bei eBay hat kürzlich ein Handelsvertreter einen für rund 500 Euro angeschafften BYAS Bionic Lifter gegen Gesichtsfalten für nur noch 149 Euro angeboten.

GoMoPa.net schickte Christian Wiesner folgende Fragen:

1.) Sie sind mit Nahrungsergänzungsmitteln (Algenkräutern) von WELLSTAR schon seit 2003 am Markt, der Durchbruch und Riesenboom gelang ihnen vor zwei Jahren mit der Kosmetik-Serie BYAS?

Was macht den Erfolg dieser Serie aus? Worin besteht die Einzigartigkeit?

2.) Wie schlägt sich der Erfolg in Ihren Bilanzen wieder? Ist es richtig, dass WELLSTAR einen mehr als 1.000prozentigen Sprung gemacht hat und in den letzten drei Jahren einen Umsatz von mehr als 15 Millionen Euro erreicht hat?

3.) Ist es richtig, dass zu manchen Meetings bis zu 2.000 Menschen kommen, die bei einem Paketpreis von mindestens 500 Euro für einen abendlichen Umsatz von 1 Million Euro und mehr sorgen?

4.) Würden Sie sich in der Sache als Erfinder bezeichnen? Haben Sie ein Patent angemeldet, wenn ja wo und für welchen Geltungsbereich?

5.) Auf den Packungen wird als Produzent WELLSTAR aus der Charlottenstraße 4 ausgewiesen? Haben Sie dort ein Forschungslabor oder eine Produktionsstätte?

Wenn nicht, wo forscht und produziert WELLSTAR?

6.) Könnten Sie uns für das Detox Serum ein Produktanforderungsblatt nachweisen und die Produktionsstätte benennen?

7.) Könnten Sie uns für den Shake eine Zulassung und Produktzulassungsbestätigung nachweisen? Wo produziert WELLSTAR den Shake?

8.) Die Verpackung der XLR 8 Caps weist keinen Hersteller aus. Von wem und wo werden die XLR 8 Caps hergestellt?

9.) Die Radiofrequenztechnologie ist umstritten und in einigen Ländern wegen negativer Auswirkungen nicht erlaubt. Welche professionelle Ausbildung haben Ihre Berater, um die Radiofrequenztechnologie richtig anzuwenden und den Kunden zu erklären?

10.) Wo werden die BYOS-Beraterinnen ausgebildet? Könnten Sie uns bitte ein Ausbildungszertifikat schicken?

11.) Wer haftet für Schäden am Kunden?

12.) Warum setzen Sie die Radiofrequenztechnologie neuerdings auch im Kopfbereich ein? Was sagen Sie zu ersten Erfahrungsberichten, wonach man bei der Anwendung seine Zahnplomben gespürt habe?

13.) Ist Ihre Mutter als Ärztin an der Entwicklung und Produktion der Kosmetikprodukte beteiligt, inwiefern?

14.) Bei der Tages- und der Nachtcreme steht als Hersteller die WELLSTAR GmbH & Co. KG, jedoch der Vermerk Made in France. Wo in Frankreich hat WELLSTAR eine Produktionsstätte?

15.) Wie erklären Sie sich, dass man das BYAS-Set Bionic Lifter mit 2 Mal Serum Creme, das WELLSTAR selbst produziert und für rund 500 Euro anbietet, gleichzeitig auf einer chinesischen Plattform für 10 bis 20 US-Dollar kaufen kann? Kauft WELLSTAR in China lediglich billig ein und labelt die Chinaprodukte einfach nur um?

16.) Warum enthält Ihre Hyaluroncreme nur 2 Prozent Hyaluron und kostet 659 Euro, während man doch eine 90prozentige Hyaluroncreme in einer deutschen Apotheke für 36 Euro kaufen kann?

17.) Könnten Sie einmal kurz erklären, wie bei Ihnen freie Handelsvertreter mit dieser Serie sehr viel Geld verdienen können? Die Vertreter kaufen auf Ihren Veranstaltungen die Produkte ja gleich in Paketen zu 3.000 oder 5.000 Euro in bar oder mit Kreditkarte? Wie funktioniert das Geldverdienen in der Praxis?

18.) Ihr Provisionsmodell ist so aufgebaut, dass man mehr Geld mit der Anwerbung von Vertrieblern verdient als mit dem Verkauf an Endkunden. Geht es Ihnen gar nicht darum, die Produkte an die Endkunden zu verkaufen? Wenn doch, warum dann der höhere Verdienst beim Anwerben von freien Handelsvertretern als beim Endverkauf?

Christian Wiesner gab GoMoPa.net keine Antwort.

Lesen Sie im nächsten Teil: Woran liegt es, dass die Clubs in Berlin, Leipzig oder Düsseldorf sich nur ein halbes Jahr gehalten haben und dann wieder schlossen? Nun denn...

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01. September 13, 02:00:00

Grand Hotel Heiligendamm: Razzia bei Käufern Palladio AG und De & De Holding-GmbH


Der Insolvenzverwalter Dr. Jörg Zumbaum aus Düren muss Tomaten auf den Augen gehabt haben. Vor 16 Monaten hat er die Leitung des Grand Hotels Heiligendamm von Anno August Jagdfeld übernommen, der für das 222-Bettenhaus mit 30 Millionen Euro Schulden wegen zu geringer Buchungen Insolvenz anmelden musste. 1.900 Anleger seines Fonds Fundus 34 mussten 90 Prozent ihrer eingezahlten 130 Millionen Euro abschreiben.

Dr. Zumbaum suchte nun als neuer Hotelchef dringend einen Käufer. Nur eine ernsthafte Interessentengruppe meldete sich: Die Palladio AG und die De & De Holding-GmbH aus Berlin boten an, das Hotel für 27 Millionen Euro plus 2,5 Millionen Euro für die Einrichtung kaufen zu wollen. Und legten Dr. Zumbaum eine notariell beglaubte Finanzierungszusage vor.

Dr. Zumbaum unterschrieb den Vertrag und wartete nun zum 1. Juli 2013 zunächst vergeblich auf die Überweisung der ersten Rate in Höhe von 2,5 Millionen Euro. Auch heute wartete Dr. Zumbaum vergeblich auf die Restzahlung.

Laut Kaufvertrag haben die Käufer nun immer noch 14 Tage Zeit, das Geld aufzubringen. Doch dazu wird es wohl nicht kommen.

Das Wirtschaftsministerium von Mecklenburg-Vorpommern hatte das Finanzierungsangebot der Berliner schon vor drei Wochen unter die Lupe genommen und gemerkt, dass sich da offenbar jemand mit falschen Federn schmückte, um möglicherweise Landeszuschüsse für die Rettung des seit dem G8-Gipfel im Jahre 2007 weit über die Landesgrenzen hinaus bekannten Hotels zu erschleichen.

Das Wirtschaftsministerium in Schwerin stellte gegen die Führungsriege und den Notar aus Berlin Strafanzeige. Die Staatsanwaltschaft Rostock nahm die Ermittlungen wegen des Verdachts auf banden- und gewerbsmäßigen Betruges auf.

Am Mittwoch dieser Woche rückten Rostocker Ermittler mit Unterstützung des Berliner Landeskriminalamtes bei fünf Managern und dem Notar zu Hausdurchsuchungen in Berliner Wohnungen und Büros an. Nach Angaben von Staatsanwalt Volker Schütt, Sprecher der Staatsanwaltschaft Rostock, wurde umfangreiches Material sichergestellt.

Der Vorwurf lautet:

Die Beschuldigten sollen "bei den Verhandlungen zum Kauf und beim Abschluss des Vertrags zum Erwerb des Hotels über ihre Zahlungsfähigkeit und -willigkeit getäuscht haben", so Staatsanwalt Schütt. Demnach wären die Finanzierungsgarantien, die die Käufer dem Insolvenzverwalter Jörg Zumbaum vorgelegt hatten, gar nicht belastbar gewesen.

Neben Führungskräften der Käufergesellschaften wird auch gegen einen Berliner Notar ermittelt, dem konkret vorgeworfen wird, "den übrigen Beschuldigten zur Vorlage bei den Kaufverhandlungen eine falsche Finanzierungsbestätigung erstellt zu haben".

Der Name des Notars blieb geheim. Die Namen der Führungsriege sind bekannt.

Hinter der Pallagio AG mit Sitzen am Berliner Kurfürstendamm 44, 188-189 und 213 sowie in der Karlsbader Straße 1 (Berlin Schmargendorf) sowie Olivaer Platz 13 (Berlin Charlottenburg) steht die gerichtsbekannte schillernde Gallionsfigur der Berliner Schrottimmobilienszene Ernst Bär (52).

Ernst Bär wurde von der Berliner Anlegerschutzkanzlei Dr. Thomas Schulte & Partner Rechtsanwälte seit 9. Mai 2011 per Haftbefehl zur Abgabe einer Eidesstattlichen Versicherung gesucht, weil er als Vorstandsvorsitzender der GRÜEZI Real Estate AG aus dem Kurfürstendamm 188 von zwei Frauen nicht eine völlig überteuerte Wohnung für 103.000 Euro zurückkaufte, obwohl ihn Berlins höchstes Gericht, das Kammergericht, dazu verdonnert hatte.

Die Muttergesellschaft der GRÜEZI Real Estate AG, die GRÜEZI Invest AG, befindet sich im Schweizerischen Zug in Liquidation. Die GRÜEZI Real Estate AG ist aus dem Kurfürstendamm 188 ausgezogen und versteckt sich heute hinter einem Billig-Büroservice in der Hauptstraße 117 in Berlin Schöneberg, der nicht zur Geschäftsleitung durchstellt.

Bär gab am 29. September 2011 den Offenbarungseid über seine persönliche Zahlungsunfähigkeit und Vermögenslosigkeit ab. Und wiederholte diesen Eid gegenüber dem Gerichtsvollzieher am 14. Februar 2013.

Das hielt Bär nicht davon ab, am 24. Mai 2011 an der alten GRÜEZI-Adresse Kurfürstendamm 188 eine Ernst Bär Consulting KG zugründen. Ein Fonds, über den noch keine Zahlen veröffentlicht wurden.

An selber Stelle dümpelt schon sein 1999 gegründeter Fonds Contest Grundbesitz GmbH & Co. Wohnbauten KG vor sich hin. Bei einem gezeichneten Kapital von rund 371.000 Euro hatte der Fonds 2011 und 2012 jeweils fast eine halbe Million Euro Verluste, die nicht durch Vermögenseinlagen gedeckt waren. Ernst Bär ist seit dem 18. März 2011 nur noch der Liquidator für diesen Pleitefonds.

Für den Vorsitzenden der Verbraucherzentrale Brandenburg, Rechtsanwalt Jochen Resch aus Berlin Charlottenburg, ist Bär ein alter Bekannter. Resch teilte GoMoPa.net mit: "Schon seit den Neunzigern hat er Palladio Gesellschaften. Derzeit macht er noch die GRÜEZI."

Wie Dr. Zumbaum als Verkäufer des Heiligendamm-Hotels auf so einen Investor hereinfallen konnte, ist nicht nachvollziehbar. Dr. Zumbaum war für GoMoPa.net nicht zu erreichen und rief auch nicht zurück.

Bär dagegen ging lachend an sein Handy. Als GoMoPa.net ihn um eine Stellungnahme zur Razzia und den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft Rostock bat, wich er aus: "Ich habe gerade eine Besprechung, keine Zeit."

Sein GRÜEZI-Notar Manfred Oehme aus Berlin Grunewald gibt zwar zu, für die GRÜEZI gearbeitet zu haben, aber mit dem neuen Fall will Oehme nichts zu tun gehabt haben. Gegenüber GoMoPa.net sagte Oehme am Telefon: "Ich weiß von nichts, bei mir gab es keine Hausdurchsuchung."

Bärs Beteiligungen an der Palladio Gruppe machen nicht die beste Figur.

So legt beispielsweise seine Palladio Vermietungstreuhand GmbH aus der Karlsbader Straße 1 schon seit 2006 keine Finanzzahlen mehr vor. Sein Mitgeschäftsführer Wolfgang Pahnke (67) aus Berlin Heiligensee legte am 10. Dezember 2012 ebenfalls einen Offenbarungseid gegenüber einem Gerichtsvollzieher ab.

Die Palladio AG hat zuletzt einen Geschäftsbericht für das Jahr 2010 vorgelegt. In jenem Jahr war das Eigenkapital der Gesellschaft gegenüber dem Vorjahr um rund die Hälfte von 2,4 Millionen Euro auf 1,3 Millionen Euro geschrumpft und das Anlagevermögen von 1 Million Euro auf 50.000 Euro. Nach einen Plus von 52.000 Euro im Jahre 2009 hatte die Palladio AG im Jahre 2010 ein Minus von einer Million Euro. Zwar bestanden noch Außenstände an einem beteiligten Unternehmen aus dem Kurfürstendamm 44, der PBM GmbH. Aber diese PBM GmbH macht seit Jahren Verluste von knapp 100.000 Euro im Jahr und kann die Verpflichtung daher nicht erfüllen.

Im Jahre 2010 führte noch Bärs Sohn Hans Bär die Geschäfte als Vorstand der Palladio AG.

Am 27. Dezember 2012 trat Hans Bär zurück. Neuer Vorstandsvorsitzender der Palladio AG wurde der alte GRÜEZI-Vorstand (12. Januar 2010 bis 29. September 2010) Michael Stehr (65) aus Berlin.

Zweiter Vorstand der Palladio AG ist eine Alexandra Schellenberg (44) aus Hamburg.

Die erst knapp ein Jahr alte De & De Holding-GmbH aus dem Kurfürstendamm 44 gehört einem Marcel Seide (34) aus Großbeeren. Er ist auch Geschäftsführer. Eine Bilanz gibt es von ihm noch nicht.

Das ist also die Investorengruppe, die sich anschickte, für knapp 30 Millionen Euro das Grand Hotel Heiligendamm zu kaufen.

Die Übergabe des Hotels an die neuen Besitzer war ja Anfang Juli 2013 gescheitert, weil es Streit um die Fälligkeit des Kaufpreises gab. Der von einer Berliner Kanzlei ausgearbeitete Vertrag soll schon wenige Tage nach der Unterschrift weiterverhandelt worden sein.

"Mich wundert das nicht. Man hätte wissen können, mit wem man es zu tun hat", kommentierte Anno August Jagdfeld die Vorgänge. "Jetzt muss endlich ein seriöser Käufer mit lauteren Absichten gefunden werden, der Erfahrung hat, Leidenschaft mitbringt und Heiligendamm und das Grand Hotel kennt und versteht."

Mit größtmöglicher Sorgfalt müsse sichergestellt werden, dass das Grand Hotel nicht erneut in falsche Hände gerät, die mit einer Zerstückelung nur das schnelle Geld machen wollen, so der Unternehmer, der das Grand Hotel Heiligendamm 2003 nach Sanierung wiedereröffnet und bis 2012 geführt hatte.

Der Insolvenzverwalter Dr. Jörg Zumbaum hält aber offenbar schon nach anderen möglichen Käufern Ausschau. Per Harald Lokkevik, Besitzer der Yachthafenresidenz Hohe Düne in Rostock, soll Interesse an dem Luxushotel haben. Allerdings steht auch Lokkevik unter Verdacht, nicht sauber zu arbeiten: Wegen millionenschwerem Fördermittelbetruges im Zusammenhang mit der Yachthafenresidenz saß er bereits einige Monate in Untersuchungshaft. Nun denn...

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02. September 12, 02:00:00

Wie bekommt man einen Diplomatenpass?


K1-Initiator Helmut Kiener<br /> aus Aschaffenburg in Bayern
K1-Initiator Helmut Kiener
aus Aschaffenburg in Bayern
Da hatte K1-Hedgefonds-Multimillionär Helmut Kiener (52) nicht aufgepasst und sich den falschen Diplomatenpass besorgt.

Der aus Aschaffenburg stammende Diplom-Sozialpädagoge, der in Florida ein geheimes Doppelleben mit 23-Millionen-Dollar-Villa, Privatjet und Helikopter geführt hatte, reiste im Jahre 2009 als Attache der Republik Guinea-Bissau nach Deutschland ein und war eigentlich im November 2009 zu einem Promi-Golfturnier mit Franz Beckenbauer, Oliver Kahn und Guido Westerwelle verabredet. Dazu sollte es nicht kommen.

Trotz seines Diplomatenpasses wurde Kiener am 28. Oktober 2009 verhaftet und kam bis heute nicht mehr frei. Der afrikanische Diplomat wurde sogar vor Gericht gestellt. Das Landgericht Würzburg verurteilte Kiener am 22. Juni 2011 zu zehn Jahren und acht Monaten Haft ohne Bewährung, weil Kiener in neun Jahren 5.000 Kleinanleger und zwei Großbanken um 334 Millionen Euro geprellt hatte.

Weder die Haftbeschwerde seines Münchner Anwalts Lutz Libbertz noch der Brief des Botschafters von Guinea-Bissau in Deutschland, Henrique da Silva, an die Würzburger Landgerichtspräsidentin konnten Kiener retten.

Was hatte Kiener falsch gemacht?

Kiener hat sich einfach das falsche Land ausgesucht. Um als Exterritorialer in Deutschland außerhalb der deutschen Gerichtsbarkeit zu stehen, müssen sich Diplomatenpassinhaber aus den meisten Ländern der Welt bei der deutschen Ausländerbehörde anmelden und einen Aufenthaltstitel (Akkreditierung) beim Auswärtigen Amt beantragen. Diesen Aufenthaltstitel hätte der mit Haftbefehl gesuchte Hedgefondsmanager natürlich nie bekommen.

Wäre Kiener Attache eines anderen Landes gewesen, wäre er vor Strafverfolgung in Deutschland geschützt gewesen.

Denn Kiener hätte gar nicht einen Aufenthaltstitel beantragen müssen, hätte Kiener als Diplomat ein Land vertreten, das auf der Ausnahmeliste für solche lästigen Formalitäten steht. Die Anlage B des Paragrafen 19 der deutschen Aufenthaltsverordnung sieht dafür folgende Länder vor: Bolivien, Ghana, Kolumbien, Philippinen, Thailand, Tschad, Türkei, Albanien, Algerien, Bosnien und Herzegowina, Indien, Jamaika, Kasachstan, Kenia, Malawi, Marokko, Mazedonien, ehemalige Jugoslawische Republik, Moldau, Montenegro, Namibia, Pakistan, Peru, Russische Föderation, Serbien, Südafrika, Tunesien, Ukraine und Vereinigte Arabische Emirate.

Die westafrikanische Republik Guinea-Bissau, die Kiener vertrat, ist bei dieser Liste nicht dabei.

Umgekehrt hätte sich Kiener auch mit einem deutschen Diplomatenpass, wie ihn das Referat 505-9 des Auswärtigen Amtes für Dienstreisen von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundestagspräsidenten Christian Wulff oder überhaupt für jeden Bundestagsabgeordneten und deren mitreisende Familienangehörige ausstellt, nicht straffrei in Deutschland bewegen dürfen. Die Immunität gilt nur fürs Ausland.

Kann man einen gültigen deutschen Diplomatenpass erwerben?

Der Finanznachrichtendienst GoMoPa.net fragte den Schweizer Ruben Schnyders von der Firma Confidential Business aus Isle of Man, ob man auch ohne eine einjährige diplomatische Ausbildung an der Akademie Auswärtiger Dienst in Berlin Mitte oder ohne ein Mandat als Bundestagsabgeordneter oder ein Amt als Ministerpräsident oder Staatssekretär in den Besitz eines gültigen Diplomatenpasses mit Akkreditierung eines Landes gelangen könnte.

Ruben Schnyders: "Nein, einen gültigen deutschen Diplomatenpass können Sie nicht kaufen. Wer einen deutschen Diplomatenpass haben will, muss zum Beispiel in der Regierung, beim Bundeskriminalamt oder beim Bundesnachrichtendienst tätig sein. Den dunkelblauen deutschen Diplomatenpass gibt es nur vom Auswärtigen Amt."

GoMoPa.net: Aber als deutscher Geschäftsmann, so wie Kiener, kann ich doch Sonderbeauftragter (Attache) eines ausländischen Landes werden oder eines völkerrechtlichen Subjekts oder einer internationalen Organisationen wie der UNO, dem Souveränen Malteserorden oder dem Internationalen Komitee des Deutschen Roten Kreuzes oder?

Schnyders: "Ja, wenn ein deutscher Staatsbürger nun Sonderbeauftragter der Regierung von Venezuela ist, von dort auch einen Diplomatenpass erhält, kann er die Vorzüge eines Diplomatenpasses weltweit nutzen. Zum Beispiel auf seinen Reisen. Er unterliegt aber als Deutscher nur der diplomatischen Immunität in Deutschland, wenn er sich beim Auswärtigen Amt akkreditiert. Oder er hat einen Pass eines Landes, bei dem man sich in Deutschland nicht akkreditieren muss."

GoMoPa.net: Die Confidential Business besorgt also für Geschäftsleute echte Diplomatenpässe als Sonderbeauftragter für verschiedene Länder, welche wären das?

Schnyders: "So ist es. Wir bevorzugen einen Diplomatenstatus von ausgewählten Ländern in Lateinamerika und karibischen Staaten. Wir arbeiten mit Venezuela, Brasilien, Argentinien, Honduras, Dominica, den Bahamas oder auch den Britischen Jungferninseln zusammen."

GoMoPa.net: Können Sie die Vorteile des Diplomatenpasses dieser Länder aufzählen?

Schnyders: "Das sind diplomatische Immunität. Ein Diplomaten-Bankkonto. Diplomaten-KFZ-Kennzeichen. Nutzung der Diplomatenline an internationalen Flughäfen. Diplomaten-Gepäck. Keine Polizei-, Grenz- und Gepäckkontrollen. Verbilligte Flugreisen in der First-Class bei zahlreichen renommierten Fluggesellschaften. Repräsentationsaufgaben bei internationalen Regierungs- und Botschaftsempfängen. Zutritt zum elitären Kreis des Establishments."

GoMoPa.net: Was muss ich als Geschäftsmann dafür tun und bezahlen?

Schnyders: "Um einen Diplomatenpass zu erwerben, muss der Interessent auch bereit sein, gewisse Aufgaben zum Beispiel als Sonderbeauftragter der Regierung zu übernehmen. Das sind in der Regel beratende Tätigkeiten im Finanz-, Gesundheits- oder im Militärbereich. Der Interessent muss an den Endsendestaat eine Spende leisten. Die Spenden beziffern sich auf 150.000 US-Dollar. Hinzu kommen die Kosten für Confidential Business. Unser Honorar beziffert sich auf 35.000 US-Dollar zuzüglich Reisekosten und Spesen. Grundsätzlich gilt: Je attraktiver der Staat, der Diplomatenpass, desto größer der finanzielle Einsatz, der Bewerbern abverlangt wird."

GoMoPa.net: Auf dem Schwarzmarkt werden angeblich gültige Diplomatenpässe schon ab 1.000 US-Dollar angeboten, was sagen Sie dazu?

Schnyders: "Der Handel mit Diplomatenpässen hat sich in den letzten Jahren zu einem eigenen Wirtschaftsbereich mit respektablen Umsätzen entwickelt, weil einige Staaten, so genannte Bananenrepubliken, solche Diplomatenpässe über zwielichtige Vermittler gegen ein Entgelt von 1.000 oder 5.000 US-Dollar vergeben.

Dieses gilt nicht nur für Diplomatenpässe, sondern auch für Honorarkonsulate, die dem Besitzer diplomatische Immunität gewähren sollen. Die Diplomatenpässe werden in der Regel von korrupten Staatsbediensteten ausgestellt, sind für den zukünftigen Besitzer völlig wertlos und haben zudem noch staatsanwaltschaftliche Ermittlungen zur Folge, falls der Inhaber versucht, sich mit diesem Dokument bei Polizei- oder Grenzkontrollen zu legitimieren."

GoMoPa.net: Der K1-Hedgefonds-Gründer Helmut Kiener hatte einen afrikanischen Diplomatenpass, was halten Sie davon?

Schnyders: "Ein Diplomatenpass aus Afrika sollte eigentlich genauso viel wert sein, wie ein Diplomatenpass aus der Schweiz, Österreich, Deutschland oder den USA, ist er aber nicht. Zöllner und Immigration in Europa und Nordamerika lassen sich reichlich wenig von einem afrikanischen Diplomatenpass beeindrucken, wenn es um Kontrollen des Reisegepäcks oder des Autos geht. Auch bei der Einreise werden diese Diplomaten oftmals genau kontrolliert.

Wir raten daher von dem Erwerb eines Diplomatenpasses aus afrikanischen Ländern grundsätzlich ab, auch dann, wenn der Inhaber ordentlich akkreditiert wurde. Auch auf Diplomatenpässe und ebenso auf Staatsbürgerschaften der dominikanischen Republik sollte man tunlichst verzichten. Über 90 Prozent aller von der dominikanischen Republik verliehenen Pässe und Staatsbürgerschaften wurden für ungültig erklärt, obwohl sie für viel Geld ausgestellt worden waren, von korrupten Regierungsbeamten, Ministern und auch dem Staatspräsidenten."

GoMoPa.net: Können Sie mal ein Beispiel nennen?

Schnyders: "Mir ist ein belgischer Geschäftsmann bekannt, der dieser Regierung im Jahre 2010 drei neue Rettungswagen gekauft und geliefert hat. Als Dank erhielt die Position als Sonderberater der Regierung im Gesundheitswesen sowie einen dazu gehörigen Diplomatenpass. Mitte 2011 wurde ihm dieser Diplomatenpass entzogen, weil er den finanziellen Nachforderungen eines Ministers nicht nachkommen wollte. Ein durch und durch korruptes Systems in der dominikanischen Republik. Aber nicht nur da."

GoMoPa.net: Herr Schnyders, wir danken für das Interview.

Wer sich ganz normal als Diplomat beim Auswärtigen Amt bewerben möchte, das Alter spielt keine Rolle, man muss nur einen Magister (Fach- oder Hochschule) haben und Englisch und eine UN-Amtssprache wie Französisch, Arabisch, Chinesisch, Russisch oder Spanisch beherrschen, kann sich zu den nächsten Bewerbertagen für den höheren diplomatischen Dienst einfinden. Sie finden am Dienstag, 7. Februar 2012, ab 12.00 Uhr in der Dienststelle des Auswärtigen Amtes in Bonn (Eingang Tempelstraße 1-3) und am Donnerstag, 9. Februar, in der Zentrale des Auswärtigen Amtes in Berlin (Eingang Unterwasserstraße 10) statt.

Aus Sicherheitsgründen ist eine Anmeldung erforderlich: Bis zum 2. Februar (für die Veranstaltung in Bonn), bis zum 6. Februar (für die Veranstaltung in Berlin) unter Auwärtiges Amt Bewerbertage. Motto: "Ihr Arbeitsplatz - die Welt".

Für alle anderen gilt, es doch etwas schlauer als Häftling Kiener anzustellen. Nun denn ...

Link zum Thema:
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02. September 11

GRÜEZI - Schrottimmobilienverkäufer werden Aktienpusher


Convent Einige alte Immobilienhasen des Wohnungs-Handelshauses GRÜEZI Real Estate AG vom Berliner Kurfürstendamm 188 suchen ihr neues Heil in Erneuerbaren Energien. Und weil sie von diesem Geschäft als Immobilienmakler natürlich keine Ahnung haben, versuchen sie, sich mit dubiosen Aktientauschangeboten in bereits etablierte Solarfirmen hineinzuschmuggeln, um von steigenden oder fallenden Aktienkursen zu profitieren.

Dabei nutzen die Aktienpusher eine Gesetzeslücke aus. Denn, solange das Volumen der zum Tausch angebotenen Wertpapiere nicht die Grenze von 100.000 Euro überschreitet, fallen die entsprechenden Umtauschangebote nicht unter die Prospektpflicht nach dem Wertpapierprospektgesetz, erläutert die Bonner Finanzmarktaufsicht Bafin in einer Stellungnahme.

Bei der 1999 gegründeten GRÜEZI Real Estate AG sind die goldenen Maklerzeiten offenbar vorbei. Nach Aussagen eines Vorsitzenden Richters am Berliner Landgericht laufen gegen das börsennotierte Unternehmen mehr als 117 Klagen von ruinierten Käufern, die mit falschen Versprechungen von Steuersparimmobilien, die sich angeblich durch Mietpool-Garantien ohne Eigenkapital von selbst tragen würden, getäuscht worden sind.

Gegen den Vorstandsvorsitzenden, Bankkaufmann Klaus Bär (50), hat eine Gerichtsvollzieherin am 25. Mai 2011 einen Haftbefehl beantragt, weil sich die GRÜEZI Real Estate AG weigert, 103.000 Euro an zwei Frauen wegen einer Schrottwohnung in Köpenick zurückzuzahlen, obwohl das Landgericht Berlin die GRÜEZI dazu verurteilt hat.

Die Führungsriege eines Vertriebes von GRÜEZI, der KK Royal Basement GmbH aus der Brandenburgischen Straße 39 in Berlin Wilmersdorf, sitzt in Untersuchungshaft. Der Chef, Kai Uwe Klug (30), und die Makler Christos Drame, Hartmut Siebrandt alias Dr. Lindemann und ein gewisser Herr Hon wurden am 16. Juni 2011 von einem Sondereinsatzkommando der Berliner Polizei überwältigt und wegen gewerbs- und bandenmäßigen Betruges in Millionen Höhe verhaftet.

KK Royal vermittelte Wohnungen für die Vito Handelsgesellschaft, die zur GRÜEZI Real Estate AG gehört.

Die Aktien der GRÜEZI Real Estate AG sind mittlerweile zu einem Pennystock verkommen und werden zur Zeit für 41 Cent pro Aktie an der Börse gehandelt, dem tiefsten Stand seit Handelsbeginn der Aktie am 9. Mai 2007 (Grafik © Finanzen100). GRÜEZI Real Estate AG belegt von 286 an der deutschen Börse gelisteten Immobilienunternehmen mit Platz 281 den sechstvorletzten Platz.

Wohl Gründe genug, dass sich einige GRÜEZI-Macher ein neues Betätigungsfeld gesucht haben:

Den Tausch eigener gut klingender, aber wertloser Aktien gegen werthaltige Aktien oder Fondsanteile. Als Köder genügt eine Anzeige im elektronischen Bundesanzeiger. Die kostet gut 30 Euro. Dann geht alles automatisch. Denn die Banken verpflichten sich, alle Offerten an die Depotinhaber weiterzuleiten. Bei der Targo Bank heißt es etwa, man werde "insbesondere Informationen über freiwillige Kauf- und Umtauschangebote zur Kenntnis geben", schreibt Euro am Sonntag.

So bekamen Aktionäre so renommierter Unternehmen wie Tonkens Agrar AG, KTG Agrar AG, Solar Millenium AG, Suntech Power und die solarhybrid AG plötzlich ein Angebot von einer Schweizer Firma namens iEnergy AG aus Zug, ihre Aktien gegen zweieinhalb Anteile der deutschen Tochter, der angeblich aufstrebenden Berliner Smart Grids AG, zu tauschen.

Die Berliner Smart Grids AG ist aber in Wirklichkeit ein alter Firmenmantel einer BRG Vermögensverwaltung vom Kurfürstendamm 130, nur ein paar Schritte von der Kudammzentrale der GRÜEZI Real Estate AG entfernt, die mit Erneuerbaren Energien bislang nichts am Hut hatte.

Verschiedene Verantwortliche der Smart Grids AG und iEnergy stammen aus dem Umfeld der GRÜEZI Invest AG aus Zug in der Schweiz und deren deutscher Tochter Grüezi Real Estate AG, die ja, wie schon erwähnt, zum Pennystock verkommen ist. So ist deren früherer Vorstandschef Roland Döbele laut dem Schweizer Wirtschaftsauskunftsdienst Moneyhouse zugleich Verwaltungsrat der iEnergy und der GRÜEZI Invest. Auch iEnergy-Direktor Roland Bacon ist bei der GRÜEZI Invest als Zeichnungsberechtigter aktiv, Smart-Grids-Aufsichtsrat Ulrich Alexander Setzermann (43) wiederum war ehemals Assistent des Vorstandes der GRÜEZI Real Estate AG und beim Börsengang der GRÜEZI Real Estate AG mit an Bord. "Alte Bekannte also", wie Euro am Sonntag urteilt.

"Wir sind nicht GRÜEZI-verseucht", sagt dagegen Smart-Grids-Aufsichtsrat Patrick? Wittke, der wie Döbele und Setzermann aus der Immobilienwirtschaft kommt und bislang mit Erneuerbaren Energien weniger zu tun hatte. Dennoch verteidigt er die Umtauschangebote gegenüber der Zeitung: "Das ist fair."

Convent Die iEnergie AG, die 50 Prozent an der Smart Grids AG hält (der Rest ist Streubesitz), kündigt die Umtauschangebote auch ganz offensiv auf ihrer Homepage an (siehe Ausriss © iEnergy AG) und schreibt:

Zitat:


Tauschangebote iEnergy

Unser Unternehmen ist an verschiedenen Unternehmen beteiligt.

Wir sind daran interessiert, dieses Portfolio zu verbreitern und wollen deshalb in Unternehmen investieren, die ihren Schwerpunkt im Bereich erneuerbarer Energien, Technologie und Immobilien haben.

Eine Form von Investition und Diversifikation besteht darin, eigene Firmenassets gegen andere Finanzinstrumente, wie Aktien oder Fondsanteile zu tauschen.

Unser Unternehmen wird daher zu gegebener Zeit mit entsprechenden Tauschangeboten an den Markt gehen.


Die von dem Angebot überrumpelte solarhybrid AG fand das allerdings gar nicht gut und warnte vor dem Umtausch ihrer Aktien in die Aktien der Smart Grids AG am 1. Juli 2011 wie folgt:

Zitat:


solarhybrid AG: Stellungnahme zum aktuellen Umtauschangebot der iEnergy AG

Markranstädt, 1. Juli 2011. Gemäß einer Veröffentlichung im elektronischen Bundesanzeiger vom 28. Juni 2011 wird den Aktionären der solarhybrid AG von der iEnergy AG mit Sitz in Zug/Schweiz ein freiwilliges öffentliches Umtauschangebot unterbreitet.

Der Umtausch wird im Verhältnis 5 solarhybrid-Aktien gegen 7 Aktien der Smart Grids AG, Berlin, angeboten. Das Umtauschangebot ist auf insgesamt 1.100.000 Aktien der Smart Grids AG begrenzt und führt damit rechnerisch zu einer Beteiligung am Grundkapital der solarhybrid AG von höchstens 12,5 Prozent.

Die solarhybrid AG wurde durch die iEnergy AG nicht über das Umtauschangebot in Kenntnis gesetzt. Der Unternehmensleitung der solarhybrid AG war bis zur Veröffentlichung des Angebots weder die iEnergy noch die Smart Grids AG bekannt.

Einige Vorstände und Aufsichtsräte der solarhybrid AG halten zum Teil in erheblichem Umfang Aktien. Von diesen wird keiner das Umtauschangebot annehmen. Dies haben auch sämtliche Aktionäre bestätigt, die vom Vorstand auf die Annahme des Angebotes angesprochen wurden.

Vorstand und Aufsichtsrat raten den Aktionären, die sich mit dem Gedanken befassen, ihre Aktien zu tauschen, dringend, sich sehr intensiv mit der Smart Grids AG zu beschäftigen und weisen darauf hin, dass alleine der Börsenwert der Gesellschaften nicht unbedingt den wahren Wert der Gesellschaft widerspiegeln muss.

Insoweit wird auch auf ein Schreiben der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) vom 19. Dezember 2008 verwiesen, die in einem allgemeinen Hinweis allen Anlegern geraten hat, vor der Annahme eines Umtauschangebotes sowohl Anbieter als auch wirtschaftliche Substanz der Anlage genau zu prüfen und gegebenenfalls auf weiteren Informationen über das anbietende Unternehmen und die angebotenen Wertpapiere zu bestehen.


Die Smart Grids AG wird heute an der Frankfurter Börse mit 7 Euro gehandelt. Das sind 39 Cent weniger als gestern. 39 Cent hören sich nicht viel an. Aber hält der Trend wie im Augenblick an, wird die Firma schnell bei 0 Cent stehen. Wenn nicht ein Umtauschangebot gelingt ...

Links zur Pressemitteilung:
» Warnung der BaFin
» iEnergy AG Handelsregisterauszug
» iEngergy AG Bonitätsauskunft

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01. September 10

Fauler Kreditzauber aus Paraguay


Einleitung: Mit fast 20% der Stimmen wurde die Story zum Top-Thema des Monats August gewählt. Aber lesen Sie selbst:

Geld scheint im südamerikanischen Paraguay nicht viel zu zählen. Banken müssen offenbar mit 25 Prozent Zinsen auf die Einlage locken, damit man die Paraguay Guarani (1 Euro sind rund 6.000 Guarani) überhaupt aufs Konto bringt. Ein Darlehen aus Kreditkarten kostet dann auch gleich 42,5 Prozent.

Dennoch bietet derzeit eine Ahorros & Prestamos AP Finanz S.A. (übersetzt Spargeld & Kredite) aus der paraguayischen Hauptstadt Asuncion per Anzeige in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) einen Spezialkredit mit Fondsbeteiligung an, bei dem man lediglich ein Startkapital in Höhe von 2.000 Euro via Western Union auf die Banco Continental Asuncion überweist und sich schon nach vier Monaten auf einen Geldrückfluss von 350.000 Euro und nach 15 Jahren noch einmal von 600.000 Euro freuen darf. Und der Clou: Beide Summen bräuchten laut Angebot nicht zurückgezahlt zu werden. Ein Wunder oder Vorkostenbetrug?

Die Firma stellt neben der Bargeldanweisung nur eine Bedingung: Man müsse den beiden Geschäftsführern in Asuncion, Jose Luis Benitez Roja und Rolf Michael Schwarz, eine Generalvollmacht erteilen, dass diese auf die Namen der Kunden Kredite aufnehmen und Fondsbeteiligungen kaufen dürfen. Insgesamt würden pro Kunde von der AP Finanz S.A. rund eine Million Euro an Kredit aufgenommen werden, mit denen die AP Finanz S.A. arbeiten.

Wie das mit nur 2.000 Euro Startkapital gehen soll, erläutert Exekutive Manager Schwarz auf Kundenanfrage so: "Das Finanzierungsmodell ist simpel, aber äußerst effektiv". Man habe es gerade in der Schweiz erfolgreich erprobt und wolle "nun den deutschen Kapitalmarkt erobern."

Es ist ein 4-Kredit-Modell, bei dem man sich in vier Stufen zum Millionenkredit hangeln würde. Für 2.000 Euro bekäme man einen privaten Kleinkredit von 8.000 Euro. Das ergibt ein Eigenkapital von 10.000 Euro. Darauf bekäme man einen Kredit von 40.000 Euro. Schon hätte man ein Eigenkapital von 50.000 Euro. Darauf gibt es einen Kredit von 200.000 Euro. So hat man dann ein Kapital von 250.000 Euro auf dem Konto. Darauf bekäme man einen Kredit von 1 Million Euro für eine Laufzeit von 15 Jahren mit einem Zins von 3,95 Prozent pro Jahr und hätte somit 1,25 Millionen Euro zur Verfügung.

Die Bank zahle davon als Sicherheit 600.000 Euro in einen Fonds, angeblich staatlich geförderte Projekte in Argentinien, Brasilien, Karibik und den USA. "Die garantierte Mindestrendite beträgt 15 Prozent pro Jahr", heißt es im Angebot. Die drei ersten Kredite (rund 250.000 Euro) werden abgelöst. Von den verbleibenden 400.000 Euro gehen 50.000 Euro für Kosten ab. 350.000 Euro würden nach vier Monaten ausgezahlt und bräuchten nicht zurückgegeben werden. Nach 15 Jahren folgen dann die 600.000 Euro Kapitalrückfluss aus den Fonds bei getilgtem Kredit.

Der Finanznachrichtendienst GoMopPa.net stellte die Angebotsunterlagen einem Kaufmann und einem Fondsprospektierer vor und bat um eine Einschätzung. Beide Wirtschaftsexperten raten von einer Kreditanfrage ab. Lesen Sie, warum.

Der Kaufmann schrieb: "Es geht hier in erster Linie um das Dokument AP Finanz 7 - Zahlung Inititalbetrag, also um die 2.000 Euro über Western Union an einen Herrn Frank Irrling als Emfpänger. Falls dieser Betrag gezahlt ist, werden mit Sicherheit weitere Kostenforderungen erfolgen, da das Opfer schon einmal am Haken zappelt und dieses Geld nicht abschreiben will.

Eventuell passiert auch gar nichts mehr, wenn der Intitiator sich mit den 2.000 Euro zufrieden gibt, aber das halte ich für unwahrscheinlich. Das Spiel wird so lange gespielt, wie das Opfer bereit ist, weitere Gelder für irgendwelche Kosten oder denEigenkapitalnachweis nachzuschießen. Das Ganze ist eine Variante der beliebten Vorkostenabzocke.

Sobald der Geldfluss aufhört, passiert nichts mehr. Kredite für Investitionen, insbesondere Sich-selbst-zurückzahlende-Kredite und Anlagen mit garantierter jährlicher Rendite von 15 Prozent wird es niemals geben, insofern wird man auch keinen Millionenkredit an der Backe haben, soviel kann ich Sie beruhigen."

Der Fondsprospektierer schrieb: "Das Angebot ist wirklich selten skuril und hat prinzipiell gleich mehrere Pferdefüsse, wobei der eine den anderen nicht ausschließt:"

Zitat:


1.) Ganz banal mag es um Vorkostenabzocke gehen, denn 2.000 Euro sind in Paraguay eine ganze Menge Geld (umgerechnet 124 Millionen Paraguay Guarani - die Redaktion).

2.) Es wird eine Vollmacht zur Kreditaufnahme ausgestellt. Hier gewährleistet niemand für das, was dann mit dem Geld passiert. Folgendes Szenario (wenn man es überhaupt so kompliziert aufbauen würde): A nimmt für Kunden bei B einen Kredit auf - auf dem Papier. B hat somit Forderungen gegen Kunden. Was nun, wenn dieser die Forderung(en) fällig stellt? Außerordentliche Kündigung / Kündigung aus wichtigem Grunde?

3.) Was, wenn dies nicht nur einmal passiert, sodern dergleich mit mehreren "Krediten"?

4.) Selbst wenn (und das dürfte ausgeschlossen sein) alles mit den Krediten liefe, wie erwartet: Was passiert, wenn der Fonds knallt? Die Verbindlichkeiten hätte man ohne Abstriche erstmal am Hals.

5.) Und nur mal für den "normalen" Menschenverstand: Wäre ein solches Modell für 2.000-Euro-"Habenichtse" wirklich machbar, und das ausgerechnet in einem der ärmsten Länder dieser Erde, so würden bereits 1.000 Habenichtse eine gute Milliarde Euro in einen Fonds stecken können. Vergleichen Sie das mit den Platzierungszahlen des Verbandes Geschlossener Fonds VGF, und Sie werden sehen, wie jenseits von Gut und Böse dieser Quatsch ist. Oder anders gefragt: Wieviele Arbeitslose hat Berlin, und wie wenige Prozent von denen wären nötig, um richtig abzukassieren? 2.000 Euro sind mit etwas Mühe für nahezu jeden "auftreibbar".

Da die Firma mit Referenzen wirbt, die es angeblich gibt, würde ich doch diese einfach mal anfordern. Ein seriöser Anbieter sollte damit kein Problem haben, denn es ist kostenlose Werbung. Werbung nicht erwünscht, kann kein Argument sein, denn andernfalls wäre Werbung in der FAZ ebenso unnötig. Allein die gewonnenen Referenzen müssten dermaßen trommeln, dass Tausende anderer Habenichtse der AP Finanz S.A. die Bude einlaufen.


GoMoPa.net schickte an die AP-Finanz-Geschäftsführer folgende Fragen:

Zitat:


Sehr geehrter Herr Schwarz, sehr geehrter Herr Benitez Roja,
Ihr 4-Kredite-Modell mit Fondsinvest, das Sie in der FAZ bewerben, klingt interessant.
Ich hätte noch folgende Fragen an Sie:
1.) Könnten Sie Referenzen nennen?
2.) In welche Fonds mit welchen Renditen investieren Sie?
3.) Was passiert, wenn die Banken zwischendurch die Kredite fällig stellen (kündigen), aus welchen Gründen auch immer, wie soll der Kunde diese dann zurückzahlen?
4.) Was passiert, wenn nach 4 Monaten nicht die versprochenen 350.000 Euro ausgezahlt werden können, weil die Kredite nicht geklappt haben, bekommt der Antragsteller sein Startkapital von 2.000 Euro zurück und auf welchem Wege?


Rolf Schwarz schickte GoMoPa.net daraufhin ein paar Links zu Internetseiten, auf denen GoMoPa.net verleumdet wurde, und schrieb: "Gerne würde ich Ihre Fragen beantworten, aber folgende Links lassen mich befürchten, dass dabei nichts Gutes herauskommt. MfG Rolf Schwarz."

GoMoPa.net versucht seit zehn Jahren, einen einzigen erfolgreich vermittelten Kredit aus Paraguay nach Deutschland aufzuspüren. Bislang hat es einen solchen Kredit nie gegeben und wird es auch mit großer Sicherheit nicht geben.

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02. September 09

Heinz Gerlach & Co: Ratings, die keiner braucht


Der Steuergehilfe Heinz Gerlach (64) aus Oberursel in Hessen ist so sehr von sich überzeugt, dass er seine Anlegerschutz-Postillen sogar direkt an Staatsanwaltschaften verschickt. Dabei erfahren die Staatsanwälte in den Gerlach-E-Mails nichts, was sie nicht selbst öffentlich nachlesen könnten.

Gerlachs "journalistische" Leistung besteht eigentlich nur darin, dass er aus 50 Seiten eines Emissionsprospektes die Fakten auf zwei Seiten herausfiltert. Also nichts weiter bietet als einen Zusammenfassungs- und Abheftservice, der mit einer inhaltlichen Bewertung überhaupt nichts zu tun hat. Sein für Laien auf den ersten Blick beeindruckender Doppelhaken am Ende eines "Beitrages" bedeutet nicht wirklich eine Rating-Einschätzung. Die Häkchen bedeuten nur: Es haben alle Unterlagen vollständig vorgelegen. Mehr nicht. So steht es auch bei Heinz Gerlach im Kleingedruckten, damit Heinz Gerlach für nichts haften muss.

OLG Düsseldorf: Gerlach ist kein Anlegeschützer

Dass Gerlach kein Anlegeschützer ist, stellte bereits das Oberlandesgericht Düsseldorf am 19. März 1996 fest (AZ 20 U76/95): "Zumindest insoweit ist der Klägerin Recht zu geben, was der Beklagte (Gerlach) mache, sei überhaupt kein Anlegerschutz."

Bei der Begründung gaben die Düsseldorfer Richter Gerlach eine schallende Ohrfeige: "Von einem Unternehmen, das sich selbst als Die Anlegerschutzadresse bezeichnet, wird jedoch mehr erwartet als diese angeblich einzigartige Systematisierung zum Fragenbereich der Aufklärungspflichten im Verkaufsprospekten über Kapitalanlagen. Der angesprochene Verkehr erwartet nicht in erster Linie diese Aufarbeitung rechtlicher Fragen, sondern - zumindest auch - die (kritische) Berichterstattung über aktuelle und konkrete Kapitalanlage-Projekte.

Die Anleger sollen - jedenfalls in erster Linie - geschützt werden durch eine kritische wirtschaftliche Analyse derjenigen Kapitalmarktprodukte, die aktuell am Markt angeboten werden. Wenn der Beklagte (Gerlach) in seinen Anlegerschutz-Publikationen gerade solche Informationen ausklammert, kann er auf diesem Gebiet keine Spitzenstellung für sich in Anspruch nehmen. Durch eine solche Behauptung werden die Kapitalanleger, zumindest ein ganz erheblicher Teil von ihnen irregeführt, weil sie von einem Anlegerschutz gerade das erwarten, was der Beklagte nicht anbietet."

LG Frankfurt: Gerlach diskriminiert und behindert den Wettbewerb

Das Landgericht Frankfurt am Main setzte am 10. August 2007 noch eins drauf und untersagt Gerlach ?generell? dessen Geschäftsmethoden (AZ 3.1102/07). Es spricht von ?diskriminierender Wettbewerbshandlung? und ?gezielter Behinderung?. Gerlach droht ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro oder bis zu sechs Monaten Haft, sollte er einem Emissionshaus, das die Zusammenarbeit mit Gerlach verweigert, mit seinem Anlegerschutz-Transparenz-Ratings drohen.

Im Fall einer Komplementärin von Medienfonds-Kommanditgesellschaften entschied das Landgericht Frankfurt am Main am 22. Juni 2005, dass Gerlach für Verleumdungen haften muss (AZ 3-08012/05). Bei Wiederholung seiner Schmähkritik (so das Gericht wörtlich) gegen das Emissionshaus muss Gerlach 250.000 Euro zahlen oder für sechs Monate hinter Gitter.

Gerlach zeigt nicht zahlende Häuser an und berichtet, dass die Staatsanwaltschaft ermittelt

Gern zeigt Gerlach auch mal ein Emissionshaus, das ihm nicht die mindestens 12.500 Euro "Prospekt-Vorprüfungsgebühr" bezahlt, bei der Staatsanwaltschaft an. Der Staatsanwaltschaft stellt das Verfahren natürlich wegen haltloser Vorwürfe ein. Doch Gerlach verbreitet in der Zwischenzeit marktschreierisch, dass gegen das Emissionshaus seitens der Staatsanwaltschaft ermittelt wird. Dass Gerlach mit Veröffentlichung der Ermittlungsakte Geld verdient, erzürnte einen Kölner Staatsanwaltschaft so sehr, dass er Gerlach am 15. Oktober 1999 eine Rüge erteilte (AZ 110 Js 752/99). Staatsanwalt Wolfgang Hartung schrieb dem Anwalt eines Gerlach-Opfers: "In dem Verfahren hat der Unterzeichner (Staatsanwalt) erstaunt zur Kennnis nehmen müssen, dass der Anzeigenerstatter (Gerlach) anscheindend durch Publikationen der in der Ermittlungsakte geführten Korrespondenz Geld verdient, indem er diese durch Verbreitung auf CD-Rom gegen Entgelt veröffentlicht.

Besonders bedenklich aber stimmt den Unterzeichner (Staatsanwalt), dass Ihr Mandant (Gerlach-Opfer) sein Prospektierungs-Know-How in Form einer Prospekt-Vorprüfung entgeltlich für 25.000 D-Mark angedient hatte, was in der Strafanzeige allerdings noch nicht einmal erwähnt wurde. Vor diesem Hintergrund kann man sich des Verdachts nicht erwehren, dass die Motivation für die Strafanzeige nur darin liegt, dem Beschuldigten (Gerlach-Opfer) durch diese Strafaktion vor Augen zu führen, dass er besser das diesmal vergeblich angediente Prospektierungs-Know-How des Anzeigenerstatters (Gerlach) natürlich gegen Entgelt angenommen hätte."

Gerlachs Netzwerk vernichtete in zehn Jahren 4 Milliarden Euro

Ein Prospektanwalt schätzt gegenüber dem Finanznachrichtendienst www.gomopa.net Gerlachs Schaden für die Anleger wie folgt ein: "Gerlach steht nicht für sich allein. Da Gerlach in einem Netzwerk einer Interessengruppe agiert, ist es gerechtfertigt, im Falle Gerlachs vom größten deutschen Finanzskandal nach dem 2. Weltkrieg zu sprechen. Die Interessengruppe, für die Gerlach die Schmutzarbeit macht, hat sich vor langer Zeit das Ziel gesetzt, neue Produkte mit unlauteren Mitteln aus dem Markt zu drängen, damit sie selbst davon profitiert. Es geht dabei um schätzungsweise 3,5 bis 4 Milliarden Euro. Eine zentrale Rolle spielt dabei ein Kölner Prospektanwalt, für den Gerlach Mandanten besorgt.

Als Finanzberater warne ich vor der Heinz Gerlach Medien e.K. Ich kann viele wirklich gute Fonds nicht verkaufen, weil Gerlach sie grundlos äußerst negativ bewertet.

Grundlos heißt, dass es für seine Negativ-Ratings keine objektiven Gründe gibt. Die Emittenden sind solvent und die Renditen realistisch und über dem Marktnivau.

Natürlich hat er Gründe für sein Verhalten, und zwar sehr subjektive. Ich kenne viele Unternehmen, den er einen Beratervertrag abverlangt hat mit der Garantie, dann gute Bewertungen in seiner Zeitung Direkter Anlegerschutz zu schreiben.

Lehnt ein Unternehmen dieses Angebot ab, dann schreibt er selbst die besten Produkte in Grund und Boden. Das kann nicht im Sinne des Anlegerschutzes sein, den Heinz Gerlach vorgibt zu vertreten.

Denn mit vielen von Heinz Gerlach schlecht gerateten Fonds lässt sich auch für Kleinanleger gutes Geld sicher verdienen. Fatal ist, dass wir als Finanzberater auch Gerlachs unfundierte Berichte an die potenziellen Anleger weiter geben müssen. Dabei hat er diese nur aus reinem eigenen finanziellen Interesse verfasst.

Betroffen sind viele von Gerlachs Erpressungsversuchen. Doch an die Öffentlichkeit trauen sich nur wenige - aus Angst, weiteren geschäftlichen Schaden davon zu tragen. Denn erfahrungsgemäß schießt Gerlach in einem solchen Fall gnadenlos seine mit Unwahrheiten vergifteten Pfeile ab."

Die Anleger, die Gerlach für voll nehmen, stehen am Ende im Regen

Beispiel 1: Gerlach beriet die Dubai-Fonds Business Bay der Trend Capital AG, die jetzt in Schieflage sind

Gerlach lobte zum Beispiel die Dubai-Fonds Business Bay II und III KG der Trend Capital AG (Fondsvolumen: 51,5 Millionen Euro, Firmen-Motto: "Trends erkennen") aus Mainz in Rheinland-Pfalz. Beide Fonds sind laut Pressemitteilung der Trend Capital vom 18. Februar 2009 in Schieflage. Die Prospekte erstellte die Kanzlei seines Kölner Anwalts. Gerlach "beriet" das Emissionshaus, indem er beiden Fonds einen Doppelhaken verpasste, die erst jetzt verschwanden, nachdem das Kind in den Brunnen gefallen war.

Beispiel 2: Gerlach verlinkte Vertriebe auf die Immovation AG, gegen die die Staatsanwaltschaft Kassel ermittelt

Gerlach lobte und verlinkte auch die Immovation AG in Kassel (Hessen). Gegen das Emissionshaus ermittelt seit 21. August 2009 die Staatsanwaltschaft Kassel wegen schweren gewerbsmäßigen Betruges und Kapitalanlagenbetruges sowie Gründung einer kriminellen Vereinigung. Der Immovation (eingesammeltes Anlegergeld: 112 Millionen Euro) wird darin vorgeworfen, ein Schneeballsystem mit immer neuen Kleinanlegern aufgrund falscher Fernseh-Versprechungen wie "garantierte Zusatzrente" zu betreiben und sich mit Renditen von 20 Prozent zu schmücken, die kein unabhängiger Wirtschaftsprüfer, sondern der eigene Steuerberater wissentlich falsch bescheinigt haben soll.

Ein Vertriebsmitarbeiter: "Wir werden angehalten, riskante Geldanlagen ohne die gesetzlich vorgeschriebenen Risikohinweise an unbedarfte, normale Menschen zu verkaufen, seit zwei Jahren sogar intensiv an Rentner, die garantierte Zusatzrenten aufgeschwatzt bekommen, und an Kleinanleger, die mit Raten ansparen sollen."

Und darin bestehe die Gemeinheit, so der Vertriebsmitarbeiter weiter: "Das Geld geht in Firmen, die den Vorständen als GbR gehören und deshalb in keiner Bilanz auftauchen, oder wird für die Befriedigung von alten Anlegern verwendet, die Auszahlungen und Gewinne fordern. Ein verbotenes Schneeballsystem also."

Die Immovation AG weist zwar die Vorwürfe als aus der Luft gegriffen zurück. Aber ein unabhängiger Fondsemissionär schätzte gegenüber GoMoPa ein: "Der involvierte Wirtschaftsprüfer Wolfgang Annecke hat offenbar allzu sorglos Gutachten für Verkaufsprospekte von Vermögensanlagen mit beanstandungsfreien Ergebnissen erstellt, testiert und ebenso Leistungsbilanzen des Unternehmens unterzeichnet. Allerdings ohne zu erwähnen, dass er als sonstiger Berater der Unternehmensgruppe zumindest nicht als unbefangen gelten kann.

Die erstellten Gutachten dienen auch dazu, mit dem Verkauf der Kapitalanlage beauftragte Vertriebe von möglichen Haftungen freizustellen. Sollten sich die massiven Vorwürfe während der Ermittlungen erhärten, dürfte der Haftungsschutz für den Vertrieb damit wohl hinfällig sein."

Hinsichtlich der Rolle Gerlachs & Co schätzte der Insider ein: "Zu prüfen sei die Rolle verschiedener Analysten, welche die Kapitalanlage geprüft haben wollen. Fachzeitungen sollen gegen Geldzahlung oder Werbeverträge den Vertrieb mit positiver Berichterstattung unterstützt haben.

So hat der branchenbekannt- und berüchtigte Heinz Gerlach mit seinem Direkten Anlegerschutz zum Beispiel nicht nur volle Transparenz bescheinigt, sondern gewillte Vertriebler über die eigene Internetpräsenz gleich mit Immovation verlinkt.

Möglicherweise droht hier ein ähnliches Versagen der vermeintlichen Kontrollinstanzen wie bei der Pleite der US-Bank Lehman-Brothers, bei der die Rating-Agenturen gegen Entgelte involviert waren."

Gerlach ist offiziell pleite, aber sein Anderkonto bei einem Kölner Anwalt ist gut gefüllt

Aber was geht es Heinz Gerlach überhaupt an, was Fondshäuser in ihre Prospekte schreiben, zumal er laut eigener Einschätzung inhaltlich gar nichts zu sagen hat? Gerlach ist zum Kampf für mehr Transparenz bei den Emissionshäusern angetreten. Sein Lieblingsdrohsatz zur Verschreckung von Vertrieben und zum Gefügigmachen von Fondshäusern lautet: "Bei Nichtaufklärung (drohen) weitere extrem hohe Haftungsrisiken im Vertrieb."In eigener Sache schloss sich Gerlach im vergangenen Jahr einer Verfassungsklage gegen die Offenlegungspflicht von Unternehmerbilanzen an. Damit meinte er offenbar seine eigene Bilanz. Diese blieb er laut einem Spiegel-Bericht im Jahre 2008 dem Finanzamt seit mehreren Jahren schuldig.

Dazu hat er wohl auch allen Grund. Denn wie sollte er der Behörde erklären, dass er einerseits offiziell pleite sein muss, seine Heinz Gerlach Medien AG hat im Januar 2009 ihren offiziellen Betrieb eingestellt, damit die von ihm in Misskredit gebrachten Emissionshäuser ihn nicht in Regress nehmen können (Gerlach wurde mehrfach einschlägig verurteilt und dürfte unter Androhung von Bußgeldern seinen Anlegerschutz gar nicht ausführen). Andererseits ist sein Provisions-Anderkonto bei eine Kölner Kanzlei gut gefüllt, weil Gerlach gute Prospekte für schlecht erklärt und dann von seinem Anwalt noch einmal neu schreiben lässt.

Der Prospektanwalt verlangt aber nicht nur die normale Prospektgebühr von bis zu 150.000 Euro, sondern obendrauf noch für sich und Gerlach je ein Prozent vom Fondsvolumen. Im jüngsten Fall kassiert jeder der beiden von einem Emissionshaus 1 Million Euro. Aber eigentlich zahlt das Geld nicht das Emissionshaus, sondern in Wahrheit die Anleger, die Gerlach vorgibt zu schützen.

Gerlachs neuestes geplantes Anlegerschutz-Projekt heißt Leistungs-Rating im Internet. Doch wer soll dieses Gerlach-Rating brauchen oder gar fürchten? Gerlach, den viele Fondsanbieter vor ein paar Jahren tatsächlich unterschätzt hatten und die dafür jeweils Verluste von bis zu 10 Millionen Euro erlitten, hat nun für immer seinen Schrecken verloren, nachdem seine sogannten Berater-Verträge zum Nachteil der Anleger auch auf GoMoPa transparent geworden sind. Ob Heinz Gerlach künftig einen Haken oder zwei oder gar keinen macht, das interessiert bestenfalls noch Gerlachs Freundin Lenka Sychrova (46) aus Sumprek. Die tschechische Kosmetikern sitzt als Finanzexpertin im Aufsichtsrat der Heinz Gerlach Medien AG.

Bäcker Markus Frick gab Börsentipps zum eigenen Vorteil

Heinz Gerlach steht als Symbol für eine ganze Schar von Anlegerschützern, die den Grauen, vom Staat nicht kontrollierten Markt zur Verunsicherung oder Irreführung der Anleger und zum eigenen finanziellen Vorteil nutzen. Der gelernte Bäcker Markus Frick zum Beispiel schwor im schneeweißen Anzug auf dem Fernsehsender N 24 Tausende Anleger auf Aktien ein, die tatsächlich gar nichts wert waren. Vom An- und Abverkauf sollen Frick und seine Geschäftspartner profitiert haben. Erhebungen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) in Bonn ergaben, dass mehr als 20.000 Anleger in einem Umfang von insgesamt über 760 Millionen Euro Aktien dieser drei Unternehmen erwarben. Durch den anschließenden rapiden Kursverfall erlitten insbesondere viele Kleinanleger, die den Empfehlungen des Angeschuldigten gefolgt waren, einen Totalverlust. 10.000 Anleger nahmen Schaden. Die Berliner Staatsanwaltschaft hat gegen den in Berlin lebenden Frick, der ungehemmt weiter im Börsentipps verbreitet, Anklage erhoben.

Bund der Verbraucher wirbt wieder mal für die rauchlose Zigarette Nicstic

Auf andere Art schlimm ist es, wenn ein eigens gegründer Bund der Verbraucher in München (Bayern) von seinem Gründer und jetzigen Ehrenpräsidenten, dem gelernten Starkstromtechniker Heinz Köller (60), zur Eigenwerbung für einen Fonds genutzt wird, der lediglich die Kassen des Vereins und der Privatfirmen des Ehrenpräsidenten füllen soll. Vorgekaukelt wird den Anlegern zum wiederholten Mal die Marktreife einer rauchlosen Zigarette. Dass die Staatsanwaltschaft Stuttgart gerade gegen die bisherigen Geldeinsammler für eine solche Zigarette wegen Betruges ermittelt, scheint Köller mit seiner neuen Firma Serve Advance Incorporation mit Sitz in Oregon (USA), die nichts weiter als ein leerer Mantel ist, dabei nicht zu stören.

SdK und DSW werden für Eigenprofite missbraucht

Als Rettungsanker im Kampf gegen Falschberatung und für Mitbestimmungsrecht zahlen viele Kleinanleger monatliche Beiträge an die beiden Schutzorganisationen für Kleinanleger, der Schutzgemeinschaft für Kapitalanleger e.V aus München (SdK, 12.000 Mitglieder, 65 Euro Jahresbeitrag, 500 kontrollierte Aktionsärsversammlungen im Jahr) und die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz aus Düsseldorf (DSW, 28.000 Mitglieder, 95 Euro Jahresbeitrag, 800 Hauptversammlunsbesuche im Jahr).

Aber auch diese eigentlich sehr nützlichen Organisationen sind zum Tummelplatz für Eigenprofiteure geworden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt noch immer gegen den Ex-Vizechef der SdK, Markus Straub, der 2008 zurücktreten musste, nachdem bekannt wurde, dass er privat auf sinkende Kurse beim Internet-Bezahldienst Wirecard AG aus Grasbrunn bei München gesetzt hatte. Das Unternehmen war von der SdK, wie sich hinterher herausstellte, zu Unrecht kritisiert worden. Die Kurse sanken, Straub soll in nur sieben Wochen 3,3 Millionen Euro Gewinn gemacht haben. Wirecard hat sich bis heute nicht wieder vollständig erholt.

Deutschlands größte und älteste Aktionärsvereinigung, die DSW, geht nicht wirklich auf Distanz. Neue Regeln, wonach Anlegerschützer künftig keine Aktien mehr halten dürfen, lehnt Geschäftsführer Marc Tüngler ab: ?Wir dürfen alles sein, nur keine Trockenschwimmer?, sagte er dem Handelsblatt. Auch die Mandate, die die Funktionäre der DSW in 18 Aufsichtsräten etwa bei Eon, der Deutschen Telekom, Tui und Volkswagen halten, sorgen immer wieder für Diskussionen. Der Spiegel schrieb dazu: "So trat Daniela Bergdolt einst als Sprecherin der DSW beim Aktionärstreffen von EM.TV auf, um später 55 Kleinanleger bei einer Schadensersatzklage gegen das Unternehmen zu vertreten. Bergdolt fungiert bis heute als Chefin des DSW-Landesverbandes Bayern.

Ebenfalls ein umstrittener Vertreter der DSW ist der Rechtsanwalt Klaus Nieding. Standardisierte Massenverfahren sind seine lukrative Spezialität. Großpleiten wie beim Finanzdienstleister Phoenix, der 600 Millionen Euro Anlegergelder verbrannte, machen Nieding reich."

25.000 Euro für eine Auszeichnung vom falschen Ritter und seiner erfundenen Europäischen Wirtschafskammer und Europäischen Verbraucherzentrale

Schillernste Figur im Anlegerschutz ist Ritter Vejpustik aus dem Wiener Wald in Österreich. Heinz Helmut Vejpustek (73) ist gar kein echter Ritter, sondern nur ein pensionierter Mitarbeiter der Wirtschaftskammer Österreichs, der nun seine eigene Kammer gegründet hat. Nämlich eine Europäische Wirtschaftskammer, die in Brüssel eine Briefkastenadresse hat. Über diese Kammer und eine Europäische Verbraucherzentrale seines bayerischen Geschäftspartners Dr. Stefan Kletsch (50) aus Regensburg verkauft Ritter Vejpustek Professoren- und Doktorentitel und Zertifikate für Beste Hotels oder Finanzberatungsgesellschaften. Die Preise reichen von 500 bis 25.000 Euro. Ein Presseausweis kostet 150 Euro. Titel, Auszeichnungen oder Presseausweise haben in Deutschland keine Gültigkeit oder Bedeutung. Aber sie klinen gut und füllen die Kasse des ritterlichen Verbraucherschützers.

Gibt es Ratings, denen man trauen kann?

Die Antwort gab das Oberlandesgericht Dresden, als es dem falschen Ritter Vejpustek untersagte, mit seiner Schein-Wirtschaftskammer zu werben. Zu den Ratings führte das Gericht am 29. Februar 2000 aus (AZ: 14 U 3716/99): "Die Werbung für die Vergabe einer Auszeichnung der Europäischen Wirtschaftskammer Brüssel ist irreführend, wenn ein solches Gütesiegel nicht auf anerkannten und veröffentlichten Gütebedingungen beruht."

Das Geheimnis ist also die Transparenz. Die fordert zwar Heinz Gerlach in seinem Direkten Anlegerschutz von den Emissionshäusern. Aber in seine Unternehmerberater-Verträge mit den Häusern lässt er stets eine Verschwiegenheitsklausel einarbeiten.

Dokumentation zum Thema
» Die Akte Heinz Gerlach
» Beratervertrag und Honorare ICC/Aufina
» Gerlach gegen SHB-Fonds
» Gerlachs Millionenkredit
» LG Frankfurt am 10.8.07 gegen Anlegerschutz-Transparent-Ratings von Gerlach
» Spiegel über Gerlach
» Strafanzeige gegen Immovation
» Strafanzeige gegen Immovation-Vertriebe
» Immovation Verkaufsprospekt
» Das sagt die Immovation

Pressemitteilungen zum Thema
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01. September 09

Globale Finanzkrise

Die Finanzkrise hat die Autobauer fest im Griff. Ohnehin durch den starken Euro und den schwachen US-Markt unter Druck gesetzt fegte sie das Verbrauchervertrauen weg! Wer gibt schon Geld für Neufahrzeuge aus wenn er nicht weiß was morgen ist? Verständlich! Die Autokonzerne reagieren. Prognosen werden zurückgeschraubt, Produktionen gedrosselt und Entlassungen im großen Stil vorbereitet!

Daimler hat angesichts schwacher Verkaufszahlen seine Gewinnerwartungen von 7 auf 6 Milliarden Euro gesenkt und auch bei VW stöhnt man unter den "beinharten" Rahmenbedingungen. Der Konzern leitete die Drosselung der Produktion bei Seat, Skoda und seiner Nutzfahrzeuge ein und will sich offenbar von einem großen Teil der 25.000 Leiharbeiter trennen, möglicherweise sogar von allen!

Auch BMW hat in seinen Werken Kurzarbeit angekündigt oder bereits eingeführt. Die Krise soll in der deutschen Autoindustrie bis 2015 einen massiven Stellenabbau von rund 10 bis 15 % auslösen. Dies beträfe bis zu 115.000 der derzeit rund 763.000 Beschäftigten der deutschen Autoindustrie. Was diese Tatsachen für die deutsche Wirtschaft bedeuten ist noch nicht auszurechen!

 

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