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gnom Specialist
Anmeldungsdatum: 10.12.2002 Beiträge: 113 Wohnort: stuttgart
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Verfasst am: 30.Jun 2005 16:01 Titel: Psychologische Anlagefehler |
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Wir haben am letzten Wochenende einen interessanten Artikel über Anlagefehler gelesen. Da jedem Investor, egal ob Privatanleger oder Profi, immer wieder Fehler unterlaufen, möchten wir Ihnen die wichtigsten Aspekte, die genannt wurden, nicht vorenthalten.
“Behavioral Finance” ist ein relativ neues Gebiet im Bereich der Finanzwissenschaft und erfreut sich steigendem Interesse. Behavioural Finance kombiniert psychologische Studien des Entscheidungsprozesses mit Entscheidungsmodellen der traditionellen Finanztheorie. Auf diese Weise hofft man, irrationale Verhaltensweisen von Anlegern besser erklären zu können. Hier sind sechs häufige Fehler, die Wahrnehmung, Beurteilung und mögliche Implikationen von Investoren betreffen:
Selbstüberschätzung: Investoren neigen dazu, ihre eigenen Fähigkeiten und Kenntnisse überzubewerten. Weiterhin wird oftmals auch die Genauigkeit von Informationen überschätzt. Diese Selbstüberschätzung führt zu übermäßiger Handelsaktivität. Es gibt Studien, wonach Depots mit wenigen Positionswechseln eine deutlich bessere Performance aufweisen, als Depots von sehr aktiven Anlegern. Hier bewahrheitet sich also das Sprichwort: „ Viel hin und her, macht die Taschen leer“
Die Angst etwas zu bereuen: Die meisten Leute haben große Probleme zuzugeben, dass sie daneben liegen. Um Fehler zu vermeiden, die man zu einem späteren Zeitpunkt bereuen könnte, fällen manche Anleger sehr wenig Entscheidungen. Diese Angewohnheit führt oft dazu, dass Verliereraktien zu lange gehalten werden oder Gewinneraktien zu schnell verkauft werden.
Kognitive Dissonanz: Bei der kognitiven Dissonanz möchte man es vermeiden, zwei widersprüchlichen Informationen zu glauben. Diese emotionale Haltung führt dazu, dass Investoren neue Informationen gezielt nach Fakten filtern, die ihre ursprüngliche Auffassung untermauern. Gegensätzliches wird dabei grundsätzlich ausgeblendet. Sie können sich sicherlich denken, dass dies dem Anlageerfolg nicht gerade förderlich ist.
Preisanker: Hier bezieht sich der Investor auf den Referenzwert (Anker), den er sich zu Beginn setzt (meist den Einstiegskurs oder ein Kursziel). Neue Informationen werden dabei kaum berücksichtigt. Wenn Sie eine Aktie zu einem bestimmten Kurs erworben haben, dann sollten Sie unbedingt die aktuelle Informationslage als Bewertungsgrundlage nehmen und sich nicht an einen willkürlichen Referenzwert klammern.
Vergleichbarkeit: Dies ist die Annahme die das Gehirn bezüglich Dingen mit ähnlichen Merkmalen trifft. Dieses Denkverhalten führt dazu, dass Anleger Aktien anhand einer begrenzten Zahl von Kennzahlen vergleichen bzw. einordnen und führt zu Fehlern, wenn bei einer Aktie weitere Faktoren mit ins Spiel kommen.
Kurzsichtige Risikoaversion: Dies ist die Tendenz bei der Möglichkeit von Verlusten z.B. bei Spielen oder am Aktienmarkt zu kurzsichtig zu agieren. Das kann dazu führen, dass zu wenig investiert wird, da mögliche Verluste überbewertet werden.
Quelle: Investor Alert Team |
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Trader Insider
Anmeldungsdatum: 28.10.2003 Beiträge: 931 Wohnort: Weesen
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Verfasst am: 30.Jun 2005 17:24 Titel: |
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Ich meine dass mir kürzlich mal eine Rezension eines Buches über solche Anlagefehler untergekommen ist. Wurde von einem Profi geschrieben aber auch für Nichtprofis verständlich.
Lasst mich mal etwas grübeln und kramen - vielleicht finde ich zumindest den Artikel wieder.
Wird mir bestimmt wieder einfallen.
Grüsse
Trader |
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Browser .
Anmeldungsdatum: 17.11.2003 Beiträge: 2016
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Verfasst am: 30.Jun 2005 23:24 Titel: |
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Mir ist diese Behavioral Finance-Theorie auch schon vor einiger Zeit untergekommen. Unabhängig von der richtigen Erkenntnis wäre es interessant, den oder die Verfasser dieser Theorie zu kennen, da ich mich irgendwie daran zu erinnern glaube, daß bzgl. der Folgen dieser Erkenntnis im Hintergrund Hobbards Scientology oder Rudolf Steiners eigenartige Philosophie zum Tragen kommen werden.
Mit den besten Wünschen, Browser |
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Trader Insider
Anmeldungsdatum: 28.10.2003 Beiträge: 931 Wohnort: Weesen
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Verfasst am: 1.Jul 2005 0:34 Titel: |
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Jetzt habe ich es wieder gefunden. Das Buch das ich meinte wurde vor etwa 20 Jahren geschrieben ist aber so aktuell (ausser den Zahlenbeispielen) wie zuvor.
Es heisst:
Mindtraps - Die grossen Denkfehler beim investieren
von Robert Barach
ISBN 3-89879-126-2
Weitere derartige Litaeratur ist zu finden bei www.traders-mag.com im Buchshop oder direkt zu http://shop.traders-mag.com/
Wünsche viel Lesespass. Manche sagen ja Börse sei reine Psychologie - ist was dran.
Grüsse
Trader |
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Taeaen User gebannt
Anmeldungsdatum: 10.08.2003 Beiträge: 1940 Wohnort: Aachen
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Verfasst am: 1.Jul 2005 5:06 Titel: Anlagefehler |
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Hier z.B. kann man seine tatsächliche Risikobereitschaft testen:
www.perys.de
Besser vorher testen, als hinterher böse erwachen !
Freundliche Grüße
Taeaen |
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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 6451
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Verfasst am: 3.Okt 2007 9:16 Titel: |
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Börsenguru André Kostolany hatte es schon immer gewusst: "Die Börse reagiert gerade mal zu zehn Prozent auf Fakten. Alles andere ist Psychologie." Der Versuch, eine Brücke zwischen Psychologie und Finanzwissenschaft zu schlagen, findet ihren Niederschlag in der Forschungsdisziplin Behavioral Finance, zu deutsch Verhaltensökonomie oder verhaltenswissenschaftliche Finanztheorie.
Selbst Profis wissen: Behavioral Finance ist das offizielle Eingeständnis, dass die Börse nicht nur rational oder fundamental getrieben ist, sondern dass die Psychologie des Menschen zu teilweise irrationalen Kursen führen kann.
Um der eigenen Psyche auf die Schliche zu kommen, empfiehlt Martin Weber, Professor an der Universität Mannheim, allen Geldanlegern, ein Anlagetagebuch zu führen, in dem einzelne Entscheidungen begründet und Markteinschätzungen sowie Kursziele festgehalten werden. Weber: "Die subjektiven Prognosen im Nachhinein mit der tatsächlichen Entwicklung zu vergleichen, ist außerordentlich ernüchternd."
Behavioral Finance kann zwar nicht bei der Frage helfen, welche Investmententscheidung die richtige ist, aber sie kann den Prozess der Entscheidung und auftretende Fehler beleuchten. Noch immer wird diese wissenschaftliche Disziplin nicht von allen Marktteilnehmern anerkannt und umgesetzt.
Einige tendieren weiter zur Selbstüberschätzung, oder, wie der Aachener Professor Rüdiger von Nitzsch formuliert: "Der Mensch neigt zur Kontrollillusion. Er bildet sich ein, den Markt kraft eigener Prognosen im Griff zu haben." Finanzmarktanalyst Joachim Goldberg erklärt die Abläufe als "Mechanismen wie bei einer Kettenreaktion": Eine positive Stimmung ist vorhanden, viel Phantasie ist im Spiel, und jeder möchte dabei sein.
Selbst Menschen, die in sonstigen Lebensbereichen meist rational handeln, lassen sich in solchen Situationen von der Euphorie anstecken. Dabei sollte die Konsequenz aus den Forschungsergebnissen sein, Gewinnschätzungen von Analysten und auch Ausblicke von Unternehmen mit Vorsicht zu bewerten und Investmententscheidungen nicht nur darauf zu basieren.
Schon Kostolany wusste: "Beim Kauf soll man romantisch, beim Verkauf realistisch sein - zwischendurch soll man schlafen." Vielleicht können Anleger so einige Fehler vermeiden.
Der große Kostolany
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