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A. Henneberg ** Consulter **
Anmeldungsdatum: 28.08.2002 Beiträge: 4931 Wohnort: Osten
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Verfasst am: 27.Jul 2005 8:50 Titel: Hongkongs oberste Richter weisen Klage gegen Reit ab |
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Hongkongs oberste Richter entzücken Anleger
Klage gegen Reit abgewiesen - Spekulationswelle auf Hongkonger Immobilien-Werte erwartet
Hongkongs höchstes Gericht hat nach sechs Monate währendem Rechtsstreit grünes Licht für den drei Mrd. Dollar umfassenden Link-Reit gegeben und damit dem Aufstieg der Real Estate Investment Trusts (Reits) in Asien weiteren Auftrieb verliehen. Der Link-Reit mit Immobilien aus dem Bestand der finanzschwachen städtischen Housing Authority sollte schon im Dezember an der Börse plaziert werden. Doch die Klage einer 67jährigen Sozialhilfe-Empfängerin bremste Hongkongs ersten und bis dato den weltweit größten Reit kurz vor dem Börsendebüt unsanft aus.
Private und Institutionelle Anleger hatten das neue Börsenvehikel kurz vor dem für die Regierung peinlichen Stop 130 Mal überzeichnet. Am Schwarzmarkt wurden die Anteile bereits Wochen vor dem geplanten Start des Handels mit einem Aufschlag von 25 Prozent auf den Einführungspreis verhökert. Der Link-Reit umfaßt neben 180 Malls, 79 000 Parkplätzen und 950 000 qm Gewerbe-Immobilien auch Wohnkomplexe, in denen viele Bewohner nach der Börseneinführung Mieterhöhungen befürchten. Real Estate Investment Trusts erzielen steuerliche Vorteile und höhere Veräußerungspreise für die darin gebündelten Immobilien und schütten dafür einen Großteil oder alle Mieteinnahmen als Dividende an die Aktionäre aus.
Die Hängepartie für den mit Spannung erwarteten Link-Reit vereitelte die Pläne der Housing Authority, ihr defizitäres Budget ins Gleichgewicht zu bringen. Die sechsmonatige Auszeit trug auch zu jener Regierungskrise bei, an deren Ende im März die frühzeitige Ablösung des unbeliebten Regierungschefs Tung Chee-Hwa stand. "Der Link-Reit wird jetzt so schnell wie möglich an die Börse gebracht", sagte gleich nach Bekanntwerden des Richterspruchs der in Hongkong für Wohnpolitik und Stadtplanung zuständige Sekretär Michael Suen Ming-yeung. An der Börse rechnen Händler mit der Einführung Ende November bis Anfang Dezember. Hongkongs Stadtväter müssen nun für den Link-Reit einen neuen Einführungspreis finden. Wäre das Immobilienpaket im Dezember ohne Verzug an die Börse gelangt, hätte es eine Dividendenrendite von 6,65 Prozent versprochen, bei einem Aufschlag auf die darin enthaltenen Immobilien von 25 Prozent.
Wegen der verzögerten Börseneinführung hat der Link-Reit seinen Pionier-Status eingebüßt. Hongkongs erster Reit überhaupt könnte schon in wenigen Wochen der bereits in Singapur gehandelte Fortune-Reit sein, ein Immobilienvehikel, dessen größte Anteilseigner die vom Hongkonger Milliardär kontrollierte Cheung Kong-Gruppe und der Mischkonzern Hutchison Whampoa sind. Hongkongs Reit-Szene erlebt im Vorfeld der ersten Börsendebüts seit Mitte Juni ein sprunghaft wachsendes Interesse.
Ein weiterer heißer Anwärter auf baldige Börseneinführung in Hongkong ist jener Reit, den derzeit Australiens größter industrieller Immobilienbesitzer, Macquarie Goodman, rund um die kürzlich zu 44 Prozent erworbene Evergain Plaza aufbaut. Der noch nicht benannte Reit soll mit einem Volumen von rund drei Mrd. Dollar in der ersten Jahreshälfte 2006 an die Börse gebracht werden.
Der Siegeszug der Asien-Reits wird sich mit dem Spruch der obersten Richter in Hongkong beschleunigen. Die Kapitalisierung der an Asiens Börsen eingeführten Reits explodierte in fünf Jahren auf 27 Mrd. Dollar. Sie könnte sich bis Ende des Jahrzehnts auf 160 Mrd. Dollar mehr als verfünffachen, sagt der Leiter des Investmentbanken-Geschäfts bei der UBS in Hongkong, Michael Smith. Der nächste Schub wird aus China erwartet, wo die Regierung noch keine Gesetze für die Markteinführung von Reits verabschiedet hat.
Im Reich der Mitte reiben sich lokale Regierungen, die größten Immobilienbesitzer in China, schon die Hände. Der Developer Capita Land aus Singapur kauft in China Malls, die in Reits wandern sollen. Und die Stadtväter vom südchinesischen Guangzhou beraten derzeit den Verkauf öffentlicher Gebäude, die in einen Hongkong-Reit gepackt werden sollen. China-Reits könnten eine neue Spekulationswelle auslösen, weil sie Dividenden von mindestens 6,5 Prozent bieten müssen. Denn chinesische Einkaufszentren verwöhnen ihre Besitzer auch ohne Reit-Formatierung mit hohen einstelligen Dividenden.
Quelle: Welt |
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