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A. Henneberg ** Consulter **
Anmeldungsdatum: 28.08.2002 Beiträge: 4936 Wohnort: Osten
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Verfasst am: 27.Jul 2005 13:51 Titel: Sexpartys bringen Fidelity in Bedrängnis |
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Die US-Börsenaufsicht US Securities and Exchange Commission (SEC) knöpft sich die Fondsgesellschaft Fidelity vor. Die SEC droht Fidelity Strafmaßnahmen wegen Bestechlichkeit und Vorteilsnahme an.
Wie die Financial Times Deutschland (FTD) in einem aktuellen Bericht schreibt, habe das Bostoner Büro der Aufsichtsbehörde SEC dem größten US-Fondsbetreiber eine so genannte „Wells Notice“ geschickt. Nach den SEC-Verfahrensrichtlinien gebe die Wells Notice Fidelity Gelegenheit, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen. Erst dann wolle die SEC darüber entscheiden, ob sie weitere Maßnahmen einleiten wird. Es wäre einer der seltenen Fälle, in denen die weltgrößte Fondsgesellschaft von den Behörden sanktioniert wird, so die FTD.
Der SEC-Warnung voraus geht eine monatelange Untersuchung um üppige Geschenke und rauschende Feste für Fidelity-Mitarbeiter. (FONDS professionell berichtete) Der Verdacht der Ermittler: Durch derartige Aufmerksamkeiten hätten Wall-Street-Brokerhäuser versucht, sich Aufträge von Fidelity zu sichern. Die Broker würden hart um die lukrativen Aufträge der großen Fonds wetteifern, Wertpapiere zu kaufen und zu verkaufen. Die Fondsgesellschaften ihrerseits seien gehalten, die Auswahl der Broker nach den für ihre Anteilseigner günstigsten Konditionen auszuwählen. Eine Vorschrift beschränke Vergünstigungen an die Fondshändler auf einen Wert nicht über 100 US-Dollar, so die FTD.
Drogen und Prostituierte
Unter anderem untersuchten die Behörden den Fall eines Brokers, der zu Weihnachten Wein im Wert von 10.000 Dollar an zwei Fidelity-Mitarbeiter geschickt hatte. Außerdem interessierten sich die Fahnder für großzügige Einladungen zum Tennisturnier in Wimbledon. Im Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit stünde jedoch eine Junggesellenabschiedsparty für einen Fidelity-Manager in Miami South Beach im Jahr 2003. Die staatlichen Ermittler wollten klären, wer die Zeche für das rauschende Fest bezahlt hat, auf dem laut Berichten Drogen und Prostituierte die Stimmung anheizten. Wie die FTD weiter schreibt, habe die Fondsgesellschaft bereits versichert, mit den Ermittlern zu kooperieren. „Wir werden uns jedoch energisch gegen Unterstellungen wehren, die unserer Meinung nach nicht durch Fakten gedeckt sind“, hieß es in der Stellungnahme des Fondsriesen.
Der Fidelity-Mitarbeiter, zu dessen Ehren die Party stattgefunden habe, hat die Fondsgesellschaft nach Angaben der FTD inzwischen verlassen - pikanterweise handle es sich um den Schwiegersohn von Dennis Kozlowski. Der Ex-Vorstandschef des Mischkonzerns Tyco, der der Junggesellenparty ebenfalls beigewohnt haben soll, war laut FTD-Bericht im vergangenen Monat wegen Unterschlagung und Betrugs verurteilt worden. Ihm drohten bis zu 25 Jahre Haft. Kozlowski hatte unter anderem mit einer mehr als zwei Millionen Dollar teuren Geburtstagsparty für seine Frau für Schlagzeilen gesorgt.
Die Party-Affäre treffe Fidelity zu einer Zeit, in der sich die 7000 Milliarden Dollar schwere Branche von den Auswirkungen des Fondsskandals erholt, so die FTD. New Yorks Generalstaatsanwalt Eliot Spitzer hatte die Handelspraktiken von Fonds angeprangert, die Spekulanten gegen Belohnung das Recht einräumten, auf Kosten langfristiger Anleger kurzfristig mit Fondsanteilen zu handeln. Die Fondsgesellschaften zahlten damals Millionen an Vergleichszahlungen, um die Vorwürfe beizulegen. Gegen Fidelity habe in diesem Zusammenhang allerdings nichts vorgelegen, schreibt die FTD.
Im vergangenen Jahr hatte Fidelity selbst eine eigene Untersuchung wegen der Bestechungsvorwürfe angestrengt. „Während unserer internen Revision haben wir Vorfälle aufgedeckt, die einen Bruch unserer Unternehmensrichtlinien zu Geschenken und Vergünstigungen darstellen“, wird die Fondsgesellschaft zitiert. Das Unternehmen habe daraufhin prompte Abhilfe geschaffen. Laut Medienberichten wurden 16 Angestellte bestraft. Mindestens fünf Händler haben Fidelity seit vergangenem November verlassen. Der einstige Fidelity-Star-Fondshändler Scott DeSano war im Zuge der internen Ermittlungen versetzt worden.
http://www.fondsprofessionell.at/redsys/newsText.php?sid=852844&nlc=AT |
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