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Zweitmarkt für geschlossene Schiffsfonds

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A. Henneberg
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Anmeldungsdatum: 28.08.2002
Beiträge: 4931
Wohnort: Osten

BeitragVerfasst am: 11.Aug 2005 7:17    Titel: Zweitmarkt für geschlossene Schiffsfonds Antworten mit Zitat

Wer als Anleger aus einem geschlossenen Schiffsfonds aussteigen will, muss aufpassen:
Mittlerweile gibt es auf dem Zweitmarkt viele Wege, seinen Anteil zu verkaufen, doch die erzielbaren Preise sind sehr unterschiedlich.
Traditionelle Emissionshäuser und Anbieter so genannter Zweitmarkt-Fonds liefern sich einen harten Konkurrenzkampf. Die Schiffsfonds sind vom Steuerspar- zum Renditemodell mit tendenziell noch längeren Laufzeiten geworden - 20 Jahre sind nicht unüblich. Gleichzeitig steigt die Zahl der Anleger jedes Jahr auf neue Rekordhöhen und nicht alle sind gewillt oder in der Lage, bis zum Ende durchzuhalten. Noch bis vor wenigen Jahren war ein Investment in einen Schiffsfonds praktisch nicht handelbar. Wer das Papier wegen Arbeitslosigkeit oder Scheidung doch verkaufen musste, konnte nur hoffen, dass der Emittent ihm einen passenden Käufer vermitteln würde. Das hat sich grundlegend geändert.

Den Markt in Bewegung gebracht haben die Zweitmarkt-Fonds. 2003 legte Salomon & Partner den ersten Fonds dieser Art auf. Dafür kaufte das Unternehmen einigen privaten Investoren die Anteile verschiedener Schiffsfonds ab und formte daraus einen neuen Fonds, mit dem es neue Anleger warb. Mittlerweile hat Salomon & Partner bereits den fünften Fonds dieser Art platziert.

An der Fondsbörse Deutschland in Hamburg gibt es seit Ende vergangenen Jahres ein Premiumsegment mit Verkaufsgarantie für Beteiligungen an geschlossenen Fonds. Mit Hansa Treuhand, HCI und König & Cie haben drei auf Schiffsbeteiligungen spezialisierte Emissionshäuser die Gründung des Segments unterstützt und Fonds hier listen lassen. Als Market-Maker tritt die Fondsbörse Deutschland Beteiligungsmakler AG auf. Sie setzt einen jeweils aktuellen Mindestpreis für einen Anteil fest, zu dem sie garantiert kauft. "Nur in rund zehn Prozent der Fälle bleibt es bei diesem Preis, meistens wird der Market-Maker jedoch überboten", sagt Thomas Ledermann, Vorstandsmitglied der Börsen AG Hamburg/Hannover. Schon auf Grund der Langfristigkeit des Engagements seien Schiffsfonds zwar eine besondere Anlageform, dennoch ließen sich Elemente des Wertpapiergeschäfts auf sie übertragen. Die unabhängige Handelskontrolle sieht Ledermann dabei als besonderen Vorteil. Zwischen Januar und Mai dieses Jahres verzeichnete das neue Premiumsegment Umsätze mit Schiffsfonds-Anteilen in Höhe von 2 Mio. Euro. "Durch das Premiumsegment haben die Umsätze mit geschlossenen Fonds deutlich angezogen", sagt Ledermann.

Anteils-Auktion ist möglich

Zahlreiche Fonds-Anbieter haben mittlerweile auch einen internen Zweitmarkt entwickelt, der teilweise auch über das Internet organisiert wird. Mit einem neuartigen Service ist kürzlich das Hamburger Emissionshaus Nordcapital angetreten. Erstmals können Anleger ihre Anteile über ein Auktionsverfahren kaufen und verkaufen. Der integrierte Fondsrechner ermöglicht es dabei, Daten der Fonds mit eigenen Prognosen zu kombinieren und so den Einfluss einzelner Faktoren auf den Wert der Beteiligung durchzuspielen.

Seit dem Start der Handelsplattform im April wurde ein Handelsvolumen von 2,5 Mio. Euro erzielt. "Wir haben damit erstmals einen Insidermarkt transparent gemacht", sagt Jürgen Wollny, Geschäftsführer der Nordcapital. Nicht nur die Leistungsbilanz des jeweiligen Schiffs, sondern auch die zuletzt gebotenen Preise für den Anteil sind zu sehen. Solche Transparenz führe letztendlich zu besseren Preisen und sei damit auch wieder ein Werbeargument für neue Investoren in Schiffsbeteiligungen.

Im gleichen Maße wie die Emissionshäuser ihre eigenen Verkaufs-Plattformen ausgebaut haben, sind die Zweitmarkt-Fonds bei den Anbietern unbeliebt geworden. Die angebotenen Kaufpreise seien zu niedrig, Anleger würden verunsichert, kritisieren die Emissionshäuser. Conti aus München warnt seine Investoren in einem internen Schreiben bereits vor Geschäften mit Salomon & Partner: "Häufig werden Kaufpreise für Beteiligungen genannt, die unter den tatsächlich erzielbaren Preisen liegen." Bei einigen Fonds waren die Preisunterschiede eklatant. Wer seinen Anteil verkaufen will, braucht dazu die Zustimmung des Fonds-Treuhänders. Bislang war das eine reine Formalie. Conti aber hat angekündigt, keine Zustimmung zur Übertragung von Conti-Beteiligungen an die Zweitmarkt-Fonds mehr zu erteilen. Wer einen Verkauf bereits zugesagt hat, dem droht damit möglicherweise ein Streit über Schadensersatz wegen Nichterfüllung. Fonds-Experte Stefan Loipfinger meint, dass niedrigere Ankaufspreise nicht zwangsläufig in der Natur der Zweitmarkt-Fonds liegen. "Die haben im Moment überhöhte Gebühren, sonst könnten sie locker mitbieten." Das größere Angebot an potenziellen Käufern sei für Anleger eine positive Entwicklung, so Loipfinger. "Dadurch gibt es endlich Wettbewerb. Das kann sich finanziell lohnen."

Quelle: Financial Times Deutschland
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A. Henneberg
** Consulter **


Anmeldungsdatum: 28.08.2002
Beiträge: 4931
Wohnort: Osten

BeitragVerfasst am: 11.Aug 2005 19:29    Titel: Antworten mit Zitat

Preisdifferenzen am Zweitmarkt

Anteile geschlossener Fonds sind besser handelbar als früher. Doch Anleger sollten Vor- und Nachteile der Verkaufswege genau gegeneinander abwägen

Für T. Ra* aus Stuttgart war der 17. Juni ein Glückstag:
Der 40jährige Banker hat seine 100 000-Euro-Beteiligung am Containerschiff "E. R. Shanghai" für 131,3 Prozent, sprich 131 300 Euro, über eine Online-Handelsplattform versteigert. Der im April gegründete Deutsche Sekundärmarkt der Hamburger Nordcapital funktioniert so ähnlich wie das Auktionshaus Ebay - der Meistbietende erhält den Zuschlag. Ra: "Ein paar Minuten vor dem Ende haben sich die Bieter gegenseitig hochgeschaukelt."

Der Banker ist kein Einzelfall. Galten geschlossene Fonds vor Ende der Laufzeit früher als fast unverkäuflich, kommt der Handel mit gebrauchten Anteilen in Schwung - zumindest bei Schiffs- und Immobilienfonds. 2000 wechselten gerade mal 556 Beteiligungen den Besitzer, und im laufenden Jahr dürften es 4000 werden - jeweils ohne Dunkelziffer. Das schätzt Zweitmarktexperte Mark Hülk, Geschäftsführer der Beteiligungs-Datenbank Fondslux.

Viele Verkäufer brauchen Bares, weil sie sich scheiden lassen oder ihren Job verloren haben. Andere wollen ihre Erbschaft zu Geld machen, und Anleger wie Ra schichten ihr Portfolio um.

Sie haben mehrere Anlaufstellen im Zweitmarkt.
Es gibt neutrale Handelsräume im Internet, nämlich die Fondsbörse Deutschland der Börse AG in Hamburg sowie die Plattform Gefox der Börse Düsseldorf. Außerdem können Anleger sich an Online-Marktplätze ihrer Initiatoren wenden oder versuchen, mit einem Zweitmarktfonds ins Geschäft zu kommen. Das sind geschlossene Fonds, die in gebrauchte Schiffs- oder Immobilienanteile investieren.

Die Frage nach dem Königsweg läßt sich kaum beantworten. Gegenwärtig kann sich der Verkauf auf der Plattform des jeweiligen Initiators lohnen. So beobachten die Verantwortlichen bei Nordcapital bisweilen recht stattliche Preisdifferenzen im Vergleich zu Zweitmarktfonds.

Diese lassen sich erklären. Folgen doch auf Second-hand-Anteile spezialisierte Fonds und Initiatoren unterschiedlichen Interessen. Fondslux-Chef Hülk: "Ein Zweitmarktfonds muß günstig einkaufen, um eine möglichst gute Rendite für seine Anleger zu erzielen. Es liegt auf der Hand, daß er nicht die höchsten Preise zahlt."

Was Dietmar Scholz für seinen Zweitmarktfonds bestätigt. "Wir versuchen, keinen Verkäufer zu übervorteilen. Auf der anderen Seite hat ein Anleger mehrere Alternativen und muß nicht an den Zweitmarktfonds verkaufen", sagt der H.F.S.-Geschäftsführer.

Dagegen stört Matthias Brinckman, geschäftsführender Gesellschafter bei Salomon & Partner, der reine Blick auf den Preis: "Der Kurs ist nicht das einzige Kriterium - die Abwicklungs- und Beratungsqualität sind ebenso wichtig." Beim Zweitmarktfonds Maritim Invest sei beides gegeben.

Während ein spezialisierter Fonds günstig einkaufen will, nutzen Emissionshäuser ihre Plattformen zu Marketingzwecken. Lockt doch die Argumentation, ein neuer Fonds sei problemlos wieder verkäuflich, zusätzliche Anleger.

Eine erfolgreiche Versteigerung wie im Falle von T Ra hat jedoch eine Kehrseite - einen Käufer, der womöglich zuviel für den Fonds bezahlt hat. In Boomzeiten sind stolze Preise zu rechtfertigen. Aber der nächste Einbruch kommt bestimmt.

"Kunden kaufen über die Plattformen oft zu teuer ein. Unsere Zweitmarktfonds würden für einen Anteil nicht 130 Prozent ausgeben", sagt Roman Teufl, Geschäftsführer der HTB Hanseatische Schiffsfonds. Brinckmann von Salomon & Partner erwartet, daß Plattform-Verkäufer beim nächsten Einbruch der Schiffahrtsmärkte niedrigere Preise erzielen werden. Sein Haus kalkuliere indes langfristig: "Unsere Kurse werden auch bei einem vorübergehenden 20prozentigen Marktrückgang nicht unter unsere heutigen Bewertungsergebnisse fallen."

Nordcapital will einer Überhitzung bei den Auktionen vorbeugen. Jürgen Wollny, geschäftsführender Gesellschafter, kommentiert zwar keine Preisvorstellungen einzelner: "Aber wir stellen mit unserem Fondsrechner genug Informationen zur Verfügung, um zu verhindern, daß diese zuviel bieten." Mit dem Werkzeug könne der Anleger Preis- und Rendite-Szenarien errechnen.

Der Vergleich zeigt: Derzeit springt auf Marktplätzen oft mehr für den Veräußerer heraus. Ein Nachteil der Plattformen sind jedoch die Gebühren. Nordcapital nimmt von beiden Seiten 2,5 Prozent des Verkaufspreises, und bei Jamestown zahlt der Käufer einen zehnprozentigen Aufschlag. Bei Zweitmarktfonds fallen derlei Kosten nicht an. Sie wickeln Übertragungen schneller ab, und einige von ihnen kaufen Anteile verschiedener Anbieter im Paket. Was bequem für den Anleger ist.

Der Investor hat also die Wahl. Fragt er einen Vertriebler um Rat, sollte er aber wissen, daß dieser oft drei bis fünf Prozent Provision für jeden Verkäufer kassiert, den er an Zweitmarktfonds vermittelt. Ob Provision oder nicht - der Anleger fährt am besten, wenn er mehrere Varianten durchrechnet.

* Name von der Redaktion geändert


Quelle: Wams - von Christina Anastassiou
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