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Scluß mit den Schwätzern ...

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Goodman
*** Consulter ***


Anmeldungsdatum: 16.01.2002
Beiträge: 5415

BeitragVerfasst am: 29.Jun 2005 6:36    Titel: Scluß mit den Schwätzern ... Antworten mit Zitat

Mehr Rechte per Gesetz: Bald müssen Versicherungsverkäufer dafür haften, wenn sie ihre Kunden falsch beraten.

Heizung kaputt, Stromleitung unterbrochen? Da darf in Deutschland nur der Fachmann ran. Versicherungen hingegen kann jeder - ohne jeglichen Qualifikationsnachweis - verkaufen. Verträge, mit denen der Kunde oftmals jahrzehntelange Verpflichtungen eingeht und in die er hohe Summen einzahlt, wie bei Lebens- oder Rentenversicherungen üblich, werden einfach so verhökert. Wer Glück hat, wird gut beraten, wer Pech hat, übers Ohr gehauen. Qualitätskontrolle bei Versicherungsvertretern? Fehlanzeige!

Damit soll nun Schluss sein. Künftig, so sieht es eine EU-Richtlinie vor, müssen die Verkäufer die Schulbank drücken, bevor sie ihre Policen an den Mann oder die Frau bringen dürfen. Damit die Qualität der Beratung dann auch wirklich steigt, werden Verkäufer künftig 230 Stunden lang zum Versicherungskaufmann geschult und von der Industrie- und Handelskammer geprüft. In Deutschland allerdings wird diese Richtlinie schleppend umgesetzt und wahrscheinlich erst zum Ende des Jahres geltendes Recht.

Der Verbraucherschutz soll noch durch eine weitere Änderung verbessert werden. Ob Auto- oder Lebensversicherung - für jede Sparte entwickeln die Versicherer derzeit einen Beratungsbogen, den der Vertreter nach neuem Recht ausfüllen muss. Zwar hat der Kunde die Wahl, ob die Ergebnisse der Beratung in einem Dokumentationsbogen schriftlich festgehalten oder nur mündlich vereinbart werden. Aber da dieser Bogen im Haftungsfall das entscheidende Beweisdokument sein wird, sollte man nie auf die schriftliche Form verzichten. Kommt es zum Schadensfall und Versicherung und Kunde sind sich nicht einig und streiten um hohe Summen, muss der Makler im Ernstfall auch zur Kasse gebeten werden können. Dafür schließt er künftig laut Gesetz eine Berufshaftpflichtversicherung über rund 1,5 Millionen Euro pro Jahr ab.

In den Bogen soll zunächst eingetragen werden, mit welcher Art von Verkäufer es der potenzielle Kunde zu tun hat. Ist es ein Versicherungsagent, arbeitet der in der Regel für nur einen Auftraggeber. Damit ist klar, dass er auch nur Produkte einer Versicherung anbietet.

Mit einer Preis- und Produktübersicht der Konkurrenz kann der Schutzsuchende nicht rechnen. Anders beim Makler, der Produkte mehrerer Versicherungen anbietet. Auch wenn der Makler künftig besser beraten könnte - das Dilemma bleibt: die provisionsabhängige Bezahlung. Deren Höhe hängt von den Prämienzahlungen ab, die das Versicherungsunternehmen vom Kunden nach einem Geschäftsabschluss regelmäßig kassiert.

Deshalb wird auch in Zukunft kein Makler viel Zeit aufwenden, über Einzelheiten beispielsweise bei der Privathaftpflicht zu sprechen. Sie ist die wohl wichtigste Versicherung überhaupt, kostet aber nur etwa 70 Euro im Jahr. Nur ein paar Euro Provision kassiert der Makler für den Abschluss. Verkauft er hingegen eine private Krankenversicherung, kassiert er bis zu 4000 Euro Provision dafür. Die Entscheidung, für welche Beratung er mehr Zeit investiert, fällt da sehr leicht.

Im Sinne des Verbrauchers ist das nicht, obwohl der Makler seinem Kunden gern Schutz und Beratung für alle Lebenslagen verspricht. An erster Stelle kommt bei den Versicherungsvertretern oft die eigene Provision, erst an zweiter Stelle das Wohl der Kunden.

Nach einer Schätzung der Verbraucherzentralen gibt es rund 500 000 Vermittler in Deutschland - viele von ihnen verfügen nicht über ein ausreichendes Einkommen und seien deshalb gezwungen, möglichst einträgliche Versicherungen zu verkaufen.

Deshalb bleibt ein zentrales Manko aus Verbrauchersicht auch nach Inkrafttreten der EU-Richtlinie bestehen: Viele Deutsche sind falsch versichert, weil ihnen niemand sagt, welche Policen sie wirklich brauchen - und bei welchen ein Vertrag nur für die Assekuranz lukrativ ist, für den Kunden aber überflüssig.

Mehr Infos: www.versicherungsombudsmann.de

Quelle: Stern
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Wolfrum
Pathfinder


Anmeldungsdatum: 26.04.2003
Beiträge: 371
Wohnort: Oberkirch

BeitragVerfasst am: 29.Jun 2005 8:14    Titel: Antworten mit Zitat

@KM
Na endlich, wenn ich das noch erleben dürfte.
Es wird zeit, daß allen denen es versagt wird, durch schnellen Abschluss beim Kunden verbrannte Erde zu hinterlassen.
Jeder der in Deutschland einen Gewerbeschein zum Vermitteln von Versicherungsverträgen und Bausparverträgen für 10-15 Euro sich bei der zuständigen Gewerbebehörde abholt, darf andere "beraten" oder sich sogar Versicherungsmakler nennen.
In anderen Ländern der EU, wie Frankreich und England bedarf es dort seit langem einer umfassenden Ausbildung.
Ob es allerdingst genügt in 230 Stunden deie Kaufmannsgehilfenprüfung bei der IHK abzulegen, um sich dann Versicherungskaufmann zu nennen, möchte ich stark bezweifeln.
Sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung, aber nur halbherzig.
Sind dann diese Kaufleute denjenigen gleichgestellt, welche eine 2-2 1/2 jährige Ausbildung bei einem VU oder einem anderem Unternehmen absolviert haben ?
KM: 20 Euro für den Abschluss einer PH für einen Versicherungsmakler, was er meist tel. erledigt ist doch eine gute Vergütung im Massengeschäft. oder nicht ?
Wenn ein Kunde bei einem vernünftigen Makler einen Geschäftbesorgungsauftrag unterzeichnet, ist der Makler sehr wohl verpflichtet auf den Geldbeutel seines Mandaten zu achten.
Die ganze Problematik liegt vielmehr im Bereich der nebenberuflichen Versicherungsvermittler und Strukturvertrieben jedweder Art.
Solange dort seitens des Gestzgebers nicht Einhalt geboten wird, wird sich auch am Berufsbild des Versicherungsvermittlers in der Bevölkerung nichts ändern, dahingehend er streitet sich in jeder Umfrage mit Politikern um den ersten Platz im negativen Erscheinungbild und Ansehen.
Beim Bundesverband Versicherungskaufleute übrigens ist vortrefflich nachzuforschen, wieviele Versicherungsvermitler von der Hand im Mund leben, deswegen sind auch viele Vermittler mit Nebentätigkeiten beschäftigt und vernachlässigen dadurch ihre berufliche Fortbildung.
Mit freundlichem Gruß
Wolfrum
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fredericus
Specialist


Anmeldungsdatum: 29.04.2003
Beiträge: 109
Wohnort: Hannover

BeitragVerfasst am: 1.Jul 2005 9:43    Titel: Schluss mit den Schwätzern... / EU-Vermittlerrichtlinie Antworten mit Zitat

Bisher galt auch schon, egal ob Versicherungskaufmann oder Versicherungsfachmann.......
Versicherungskaufmann bedingt eine 2 1/2 jährige Ausbildung mit IHK Abschluss und dazu gibt es einen Ausweis, den sich der Kunde gerne zeigen lassen kann.
oder
Versicherungsfachmann mit nicht nur 200 Std. Unterricht nach BWV
Auch hier trägt der Versicherungs-Mensch einen Ausweis bei sich, den der Kunde sich vorzeigen lassen kann.
Das Problem sehe ich bei Strukturvertrieben (ich weiss, wovon ich rede, so habe ich auch einmal angefangen - aber dann sehr schnell erkannt, dass das nicht der richtige Weg sein kann und eine "ordentliche Ausbildung" gemacht. Danach noch Fachberater und Fachwirt. Damit genügt man selbst den Richtlinien die noch weit in der Zukunft liegen)

Bei Strukturvertrieben gibt es ein "Grundseminar" (das ist manchmal nur 1 Wochenende) und die Leute werden "geschult" auf die Menschheit losgelassen. Statt fachlicher Weiterbildung gibt's "Motivationstrainings".

Bei vielen Strukturvertrieben ist auch eine sehr begrenzte Produktpalette im Angebot, also muß der Kunde "passend für ein Produkt" gemacht werden.
Bei seriöser Beratung muss es aber gerade umgekehrt sein. Der Kunde steht im Blickpunkt und dann muß der Mehrfachagent oder Makler sehen, welches Produkt für den Kunden passen könnte.
Der Makler ist schon aufgrund seines Vertrages verepflichtet, die beste (nicht immer die günstigste) Lösung für den Kunden zu finden - in sehr vielen Fällen ist dies aber auch tatsächlich die günstigere Möglichkeit.

Bei Mehrfachagenten sollte schon dem Vermittler der gleiche Gesichtspunkt am wichtigsten sein - denn nur ein zufriedener Kunde ist ein guter Kunde - denn er kommt wieder und gibt Empfehlungen.
Der vermeintlich schnelle Erfolg ist niemals ein nachhaltiger - deswegen gehen ja so viele Struckis am Stock und in die Pleite. Deshalb müssen diese Strukturvertriebe (übrigens nicht nur im Finanzdienstleistungs-gewerbe....) "soooo viel Menschenmaterial durchschleusen" (das ist nicht meine Aussage, sondern die eines ehemaligen Vorgesetzten von mir), um überhaupt als Organisation Erfolg zu haben.

Was nun die Ausbildungen angeht. Hier lügen sich viele Strukturvertriebe selbst in die Tasche. Manche Ansätze sind gut, aber bei vielen Firmen wird blumig erzählt, "ja wir bilden unsere Leute dann selbst aus". Die guten Ansätze sind z.B. über verschiedene Wirtschaftsakademien, wie z.B. Tutor oder WAK (ich will hier keine Schleichwerbung machen). Aber die Praxis sieht dann leider ganz anders aus.
Da werden aus dem Mitarbeiterkreis eigens "Ausbilder ernannt", die gar nicht genug eigenes Wissen haben. Entsprechend schlecht ist dann das
weitergegebene Wissen. Es gibt vielfach gar keinen Ausbildungsplan und die armen Delinquenten würden sich umschauen, was bei den Prüfungen vor der IHK so alles verlangt wird. Aber so lange sind die meisten doch nicht im Unternehmen - damit kalkulieren die Strucki-Vertriebe doch.....

Ich weiss, das ist jetzt harter Tobak, was ich hier geschrieben habe, entspricht aber bei vielen Firmen der Realität. Ausnahmen gibt es und auch gute Ansätze, wie ich vorher geschrieben habe.

Bei vielen Strukturvertrieben ist die größte Leistung eines neuen Mitarbeiters, dass er erst einmal zu Anfang eine Liste hingelegt bekommt, auf diese soll er 250 Personen (mit Adresse und möglichst vielen Zusatzinformationen) aufschreiben. Dies ist es, was die Firmen wollen. Möglichst viele Adressen, die man dann auf Empfehlung von XXX anrufen kann, um dort zu verkaufen. Der neue MA ist dann schon weniger interessant. Wer sagt, das gäbe es nicht, der lügt.

Selbst viele Versicherungsunternehmen haben schon eine relative Umkehr gemacht. Weg von Nebenberuflern. Teilweise auch im großen Stil weg von Ausschließlichkeitsvermittlern, denn diese können und dürfen nur die eigenen Produkte der Gesellschaft verkaufen. Die Tendenz geht zu Mehrfachagenten und Maklern, denn auch die Versicherungsgesellschaften haben erkannt, dass diese Mehrfachagenten und Makler denen das umfangreichere Geschäft abliefern. Der eigene Aussendienst wird zusehends ausgedünnt. Selbst ehemals angestellte Vertriebsleiter werden genötigt eine eigene Agentur aufzumachen (da man dann einen HGB § 84-er hat, der keine Lohnnebenkosten produziert) So sieht's aus.

Gruss

FREDERICUS
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mike451
Newbie


Anmeldungsdatum: 11.03.2005
Beiträge: 5
Wohnort: Deutschland

BeitragVerfasst am: 1.Jul 2005 9:51    Titel: Antworten mit Zitat

Mal ein paar Ansichten von der anderen Seite der Theke.

Ich stosse immer wieder auf ein Unwissen bei den Kunden, das ist schon erstaunlich. Hierzu sollte jeder den Bericht der Bertelsmannstiftung lesen. Da werden Privathaftpflicht und Hausratversicherung fröhlich durcheinandergeworfen. Standartunwissenheit beim Auto: Vollkasko und Teilkasko. Das ganze gepaart mit einem Halbwissen aus einschlägigen Magazinen und Foren. Ich habe lange Zeit mal das Spiel gemacht und Kunden 3 Fragen gestellt: aktuelle Sparzinsen, Kurs der Telekomaktie und die Höhe Ihrer Hausratversicherungssumme. Frage 1 + 2 wurden meist richtig beantwortet, Frage 3 ergab keine Antwort.

Dort werden LV mit Bausparen und Sparanlage verglichen. Ich habe bis heute keine LV gefunden, die Baudarlehen zum geringen Zinssatz vergibt, in z.B. 10 Jahren oder einen Bausparvertrag mit Todesfallsumme.

Dazu kommt das Internetgeschäft. Hier wird angeblich „billig“ versichert und dann im Schadensfall ein Vertreter aufgesucht, der alles regeln soll. Bei mir heisst das, der Kunde möge doch bitte Herrn Internet aufsuchen und das mit ihm regeln. Wenn es dann um hohe Telefonkosten oder nicht geregelte Schäden geht, ist das nicht mein Problem.

Auf der anderen Seite wollen viele Kunden auch keinen ausreichenden Schutz oder haben das Geld nicht dafür. Im Schadensfalle sind es jedoch genau diese, die dann über die Ablehnung der Gesellschaft schimpfen, aber was nicht versichert ist wird auch nicht ersetzt. Gerade hier wird das neue Vermittlergesetz erreichen, das teilweise haltlose Behauptungen aufgedeckt werden.

Damit nicht der falsche Eindruck entsteht, ich bin für die Vermittlerrichtlinie. Diese wird eine grössere Rechtssicherheit bringen, für beide Seiten. Und es wird hoffentlich die Strukturvertriebe eindämmen, die „ die verbrannte Erde „ hinterlassen.

Ich selber arbeite seit Jahren als Mehrfachagent und bin zu der Überzeugung gekommen, die meisten Deutschen sind falsch oder zu teuer versichert.

Dies spiegelt sich in treuen und zufriedenen Kunden wieder.

Mit freundlichem Gruß

Mike451
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MariBo
Newbie


Anmeldungsdatum: 02.03.2004
Beiträge: 21

BeitragVerfasst am: 1.Jul 2005 10:31    Titel: Alles richtig aber.... Antworten mit Zitat

Meinen Vorrednern gebe ich allen recht, es wird höchste Zeit das Anforderungen gestellt werden, die ein Grundmaß an Ahnung und nicht nur verkäuferisches Talent fordern. Das sollte allerdings auch für Immobilienmakler gelten, aber das ist ein anderes Thema...

Ich hatte die zweifelhafte Ehre, bis vor einiger Zeit u.a. 6 Jahre als Vertreter nach HGB § 84 für die Allianz zu arbeiten. Ich selbst bin gut ausgebildeter Versicherungskaufmann mit mittlerweile 15 Jahren selbständiger Berufserfahrung und bilde mir immer noch nicht ein, alles zu wissen. Aufgrund meines Bestandes war ich verpflichtet, nun auch eigene Mitarbeiter einzustellen. Da gibts dann diverse Programme für branchenfremde Kundenbetreuer etc..

Die Ausbildungsgänge der Allianz sind zwar anerkanntermaßen recht gut, vor allem wenn man sie mit denen mancher Strukkis vergleicht, aber die dort ausgebildeten Versicherungsfachmänner/frauen, werden zunächst in erster Linie auf den Verkauf von für das Unternehmen gewinnträchtigen Produkten geschult. Erst in der 2. Phase kommen dann Sach- und weitere Produkte an die Reihe.

Die Folge : Geworbene Verkäufer werden selten gute Berater, denn die potentiell guten Berater fliegen vorher raus. Meist bereits nach 3 Monaten wird lediglich auf den Umsatz geschaut. Nicht genug Unfallversicherungen mit Beitragsrückgewähr (UPR/UBR) verkauft (ein an sich schon betrügerisches Produkt), kaum Rentenversicherungen vertickert ? Sorry, nicht gut genug, kannst gehen, Ausbildung beendet.

So läuft es nicht nur bei der Allianz, die somit ebenfalls viel Menschenmaterial verschleisst und den Ruf der Branche durch den auf Verkäufer erzeugten Druck zusätzlich schädigt. Sie begreifen es aber alle nicht.

Auch die Vermittlerrichtlinie in der derzeit geplanten Form wird hieran nicht viel ändern. Ich befürchte das Gegenteil. Ausschließliche Vermittler begeben sich unter ein Haftungsdach ihrer Gesellschaften, freie Makler wie ich werden von zusätzlichen bürokratischen Hürden, sind sie nicht groß genug, ins Abseits gedrängt.

Ziel verfehlt liebe EU und liebe Gremien in den Parlamenten.
6 - setzen.

Dennoch wird dies und die künftige Berichterstattung über das Thema hoffentlich zu einem führen: Bessere Information, häufiegeres Hinterfragen durch die Kunden.

Zu den angesprochenen und besonders provisionsträchtigen, weil langfrstigen Verträgen und gegen das hierdurch verursachte Fehlberatungspotenzial hilft nur eines: Verbot des Zillmerverfahrens, keine hohen Abschlußprovisionen, sondern wie in der Sachversicherung durchlaufende ratierliche Courtagen, die den Vermittler zwar kurzfristig weniger Umsatz bringen, langfristig aber besser beraten und auch verdienen lassen werden.

Zu wenige haben das bislang erkannt. es gibt kaum Gesellschaften die solche Tarife anbieten, in denen die Rückkaufswerte eben bereits im ersten Jahr bei 80-90 % liegen. Es gibt auch nur wenige Vermittler die solche Produkte anbieten und verkaufen wollen.

So wird wohl erst die Neuordnung des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG, frühestens umgesetzt in 2007) wenn überhaupt, zwingend solche Tarife forden.

Viel zu spät.

Gier frist Hirn, das will in keine Birn

Den seriösen unter Euch sei gesagt, macht weiter so, bleibt tapfer, auch wenns schwer fällt. Haltet durch. Eure Kunden werden es Euch danken. Und ich auch.

Viele Grüße

Maribo
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Wolfrum
Pathfinder


Anmeldungsdatum: 26.04.2003
Beiträge: 371
Wohnort: Oberkirch

BeitragVerfasst am: 1.Jul 2005 11:13    Titel: Antworten mit Zitat

@Maribo
Dafür zählt die UPRaber für HV/GV doppelt beim Vertreterversorgungswerk
und der eigene Hausverein schaut diesem bösen Spiel seit Jahrzehnten fröhlich zu.
Solange es VU`s gibt, die soetwas fördern auf dem deutschen Markt, braucht sich niemand zu wundern, wenn Versicherungen in Deutschland oftmals mit Betrug gleich gesetzt wird.
Die Versuche mancher Berater weg zu kommen von AP/Courtagen wurde immer erfolgreich von den VU`s unterlaufen.
Frdl. Grüße
Wolfrum
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fredericus
Specialist


Anmeldungsdatum: 29.04.2003
Beiträge: 109
Wohnort: Hannover

BeitragVerfasst am: 1.Jul 2005 11:17    Titel: Schluß mit den Schwätzern Antworten mit Zitat

Lieber Vorredner,

das kann ich nur unterstreichen. Sie sprechen mir aus dem Munde !
Ich habe das mehrfach erlebt, bei großen Produktvorstellungen von Gesellschaften, bei denen dann die Herren Ausschließlichkeitsvermittler gesagt haben, da verdienen wir zu wenig d'ran, das Produkt verkaufen wir nicht, obwohl das Produkt wirklich gut war.
Speziell bei Investmentschulungen fehlten den Herren (alteingesessene Agentur-Leiter) jegliches Verständnis, Vorwissen etc. Die saßen 3 Std. in so einem Vortrag, der wirklich sehr interessant war, und fragten dann danach nach dem kleinen 1 x 1 der Investmentbranche - Auch hier kann man nur sagen: " Setzen - Note 6 "

Klar ist natürlich, wenn ein Vermittler nur Provision verdient, dann tut er sich schwer, ein Produkt zu verkaufen, welches nicht gezillmert ist und bei dem er nur ratierliche Provisionen verdient.

Deshalb habe ich auch schon frühzeitig angefangen, einen wesentlichen Teil meiner Einkünfte mit Immobilienfinanzierungen zu machen. Da verdiene ich mein Geld für den täglichen Bedarf und dann ist es mir völlig egal, ob ich einen gezillmerten Vertrag dazu / oder später verkaufe oder einen mit ratierelicher Provision.

So sind aber nicht viele Mehrfachagenten oder Ausschliesslichkeitsvermittler oder Struckis aufgestellt und deshalb entscheidet deren Geldbeuten / deren Einkünfte über das angebotene Produkt beim Kunden.

Gruß
FREDERICUS
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m-finanz
Newbie


Anmeldungsdatum: 15.11.2004
Beiträge: 21
Wohnort: 35687 Dillenburg

BeitragVerfasst am: 1.Jul 2005 13:54    Titel: Re: Schluß mit den Schwätzern Antworten mit Zitat

Hallöchen an Alle und den Vorrednern,
ich muss Ihnen leider Allen Recht geben, wenn es darum geht, dass ein Strukki oder ein Vertreter mit Ausschliesslichkeit, nur Produkte verkauft die zum wohlergehen seines Geldbeutels arbeitet.

Um das eigentliche anfängliche Thema nicht zu verfehlen: durch die Vermittlerrichtlinie stehen aber fast sämtliche kapitalbildende Produkte aus dem deutschen Markt im Feuer, sollte der Kunde nicht ausreichend über seine Vor- und Nachteile informiert worden sein.
Nur um ein Punkt zu nennen: die Kosten die bei Zahlung des ersten Beitrages entstehen - unabhängig davon ob es die Provision von einem gezillmerten (???) Vertrag ist oder einem ratierlichem.

Somit würden, rein haftungstechnisch alle Produkte durchfallen, wo der Kunde nicht genau deren Nachteile kennt. Einige wenige Vermittler, wie z.B. unabhängige Makler, können einige wirklich gute Produkte anbieten - die sehr gut für den Kunden sind.
Man muss natürlich aber den Schneid haben mit den Kunden darüber reden zu können, was Er daran verdient und was es den Kunden kostet.

Für sich selbst natürlich auch - man kann sich das ganze schnell ausrechnen, wie lange ich brauche um von diesen Provisionen leben zu können.

Bei reinen Fondssparplänen ist es für viele Vermittler uninteressant, sich mit dem Kunden zu unterhalten - was ich eigentlich schade finde.
Den Fondssparpläne sind immer lukrativer - man höre und staune - auch für Vermittler, bestimmte Altersvorsorge-Produkte natürlich auch.

Was ich eigentlich noch beifügen wollte ist, dass ich vielmehr die Befürchtung habe, dass es etliche Vertriebe geben wird, die einen 2Std.-Seminar Teilnehmer oder einen 2-Tages Teilnehmer auf die Menschheit los lassen wird und es immer wieder Schlupflöcher geben wird (auch die EU-Richtlinien zu umgehen, oder den Kunden im dunklen zu lassen), wo dann der seriöse Vermittler unter dem Ruf aller Vermittler (Versicherungsfuzzi)zu leiden hat.

Ehrliche Vermittler aller Bundesländer - vereinigt Euch !!!

Grüße von der M-Finanz
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Brendle
Insider


Anmeldungsdatum: 27.11.2002
Beiträge: 603

BeitragVerfasst am: 1.Jul 2005 14:19    Titel: Antworten mit Zitat

das Problem ist, dass der Kunde bei vielen meiner Kollegen genauso schlecht beraten wird, wie bei Ausschließlichkeitsvertretern. Das hat sich gerade wieder herausgestellt (WISO?). Es war eine Schande!
Herr Maurischat: dass eine HP weniger Zeit in Anspruch nimmt als eine Krankenversicherung weiß man spätestens wenn man mal beides verkauft hat. Und mit Verkaufen meine ich incl. einer gründlichen Beratung.
eine HP kann man ohne große Fehler zu machen mit einem Abfragesystem finden. Eine KV mit Sicherheit nicht. Ich möchte sogar behaupten, dass gerade die KV eine der Versicherungsarten ist, die am wissensintensievsten ist. Eine gute Beratung dauert mit Sicherheit mindestens eine Stunde, die einer HP höchstens eine halbe.
eine HP kann man sogar online dem Kunden zumuten (wenn der Vergleich gut gemacht ist). Die KV ist Online nicht zumutbar.
Wo allerdings noch gewaltig Nachholbedarf ist, das ist die LV-Branche. Die meisten Vermittler verkaufen nach Tabelle: "Wie alt? Aha, 30 Jahre. Dann müssen Sie xx Euro machen. Kostet....." Frage des Kunden ob auch sein Geld bei der Pfefderminzia mit 2,75 % verzinst wird: "Aber ja!" Und schon hat er falsch beraten. Denn sein Geld wird nicht mit 2,75 verzinst, sondern nur der Sparanteil davon. Und wie hoch ist der? Darüber schweigen die Versicherungen meist. Verständlich: bei einigen ist der Kostenanteil über 60 %!
Hier sollte mal Klarheit geschaffen werden. Doch dann sieht es übel aus mit den LVs.
Grüße
Brendle
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