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Windenergiebranche: Staatliche Hilfen erforderlich!?

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Goodman
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Anmeldungsdatum: 16.01.2002
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BeitragVerfasst am: 21.Mai 2005 12:07    Titel: Potenzial der Windkraft weitgehend ungenutzt Antworten mit Zitat

Handelsblatt

Potenzial der Windkraft weitgehend ungenutzt

Amerikanische Meteorologen erstellen Weltkarte mit Windgeschwindigkeiten. Bei einer effektiveren Ausbeute würde die Windkraft ausreichen, um den weltweiten Bedarf an elektrischer Energie zu decken. Das geht aus einer Analyse von Messungen an 8 000 Orten hervor.

Zur besseren Nutzung des Windpotenzials haben Forscher der Stanford University in Kalifornien eine globale Karte erstellt, aus der die Orte mit den durchgehend höchsten Windgeschwindigkeiten abzulesen sind.

Als lukrativ gelten Winde, die in einer Höhe von 80 Metern über dem Erdboden wenigstens 6,9 Meter pro Sekunde vorankommen. Sie werden als Winde der Klasse 3 bezeichnet und sind an der Nordsee, der Südspitze Südamerikas, der australischen Insel Tasmanien und an den Großen Seen im Norden der USA üblich. Die Winde müssten gezielter genutzt werden als bislang, schreiben die Wissenschaftler. Der Bericht des Stanford-Teams um Cristina Archer und Mark Jacobson erscheint im "Journal of Geophysical Research-Atmospheres", wie der Herausgeber dieser Fachzeitschrift ankündigte.

"Das wichtigste Ergebnis unserer Studie ist, dass das Potenzial für preisgünstige Windenergie größer ist, als wir bisher angenommen hatten", sagt Archer. Die Autoren kalkulieren, dass die Orte mit fast durchgehenden Klasse-3-Winden jährlich etwa 72 Terawatt Energie erzeugen. Selbst wenn nur ein Bruchteil dieser Windkraft eingefangen und wirtschaftlich genutzt werden könnte, müsste er den weltweiten Energiebedarf problemlos decken: 2000 betrug er beispielsweise 1,6 bis 1,8 Terawatt, schreiben die Autoren. Ein Terawatt entspreche ein Milliarde Watt, eine Energiemenge, für deren Produktion etwa 500 Atomkraftwerke oder Tausende von Kohlekraftwerken benötigt werden.

Thomas Sperling von der Eurowind GmbH in Köln bestätigt die Einschätzung der amerikanischen Forscher speziell für Deutschland und die europäischen Nachbarländer. "Etwa die dreifache Menge an Windenergie gegenüber heute könnte geerntet werden", sagt der Geschäftsführer des meterologischen Dienstleisters. Eurowind berät Unternehmen seit 1996 bei der Planung und den Betrieb von Windparks. Vor allem in den Mittelgebirgen gebe es noch ein großes ungenutztes Potenzial bei der Nutzung der Windenergie. Allerdings werde es in Deutschland immer schwieriger eine Genehmigung für einen Windpark zu erhalten.

Das sieht auch Gerhard Lux, Sprecher des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach, so. "Die globale Karte kann jedoch nur erste Anhaltspunkte geben", sagt Lux. Für eine genaue Einschätzung des Windpotenzials an einem bestimmten Punkt der Erde werden eine Vielzahl weiterer Details benötigt, so beispielsweise aus der Orografie. Das ist ein Spezialgebiet der Geowissenschaften, das die Höhenstrukturen der Erdoberfläche untersucht. "Berge, Wälder oder Gebäude können die Windströmungen entscheidend verändern, so dass diese Einflüsse bei der Berechnung des Windprofils berücksichtigt werden müssen", erläutert der Meteorologe.

Auch der Deutsche Wetterdienst berät Investoren bei der Planung von Windparks. Grundlage dafür sind ein bundesweites Windmessnetz und die Erkenntnisse über die bodennahen Windverhältnisse, die im Wesentlichen aus der Aufbereitung und Interpretation dieser Messdaten stammen. Die Meteorologen erstellen daraus so genannte Windprofile, die angeben, zu welcher Zeit und in welchen Höhen der Wind mit welcher Kraft an einem bestimmten Ort bläst. "Diese Voraussagen werden dank des Fortschritts bei der Entwicklung physikalischer Modelle immer genauer", sagt Lux.

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Goodman
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Anmeldungsdatum: 16.01.2002
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BeitragVerfasst am: 11.Jun 2005 11:49    Titel: Bei Wende auch Wende in der Energiepolitik!? Antworten mit Zitat

Süddeutsche Zeitung; 10.06.2005

Ökostrom-Branche bangt um Existenz - Abbau der Hilfe zum jetzigen Zeitpunkt könnte Aus für Sonnenstrom bedeuten / Atomkraft profitiert.

Der Druck auf die Ökostrom-Erzeuger wächst. Nach dem Verband der Elektrizitätswirtschaft hat nun auch Kanzlerkandidatin Angela Merkel angekündigt, die Förderung erneuerbarer Energie zurückzufahren, sollte sie an die Macht kommen. "Das sind kritische Signale", sagte am Donnerstag Milan Nitzschke, Geschäftsführer des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE). "Die Branche ist verunsichert." Wie auch die traditionelle Stromwirtschaft will Merkel die Subventionen zurückfahren, alternative Energie soll sich langfristig ohne Hilfe am Markt behaupten. Doch gerade dies, sagt Nitzschke, würde zum derzeitigen Zeitpunkt das Aus für den Ökostrom bedeuten. Etwa bei der Gewinnung von Strom aus Sonnenenergie sei man noch weit von der Marktreife entfernt: "Die Produktion von Sonnenstrom etwa hätte keine Chance mehr", sagte Nitzschke. Angesichts geplanter Investitionen in der Branche von 200 Milliarden Euro bis zum Jahr 2020 fordert er von Merkel "sichere Rahmenbedingungen" ein.

Kritik an Merkels Grundsatzrede zur Energiepolitik übte am Donnerstag auch Fritz Vahrenholt, Vorstandsvorsitzender des Windkraftanlagenherstellers Repower Systems AG. "Wir sind drauf und dran, die Weltmärkte zu erobern. Es wäre fatal, wenn uns jetzt im eigenen Land die Beine weggeschlagen werden." Seiner Meinung nach brauche die Windenergie noch fünf bis acht Jahre Förderung, um die Marktreife zu erreichen. "Wir müssen uns Zeit kaufen", sagte Vahrenholt und setzt sich deshalb für eine begrenzte Verlängerung der Laufzeiten für Atomkraftwerke ein. In diesem Punkt begrüßt er Merkels Vorstoß, kritisiert sie aber scharf dafür, gleichzeitig bei den erneuerbaren Energien zu sparen. "Das passt nicht zusammen", sagte er.

Nach Ansicht des Marktforschungsunternehmens Trend Research profitieren vor allem die Betreiber von Kernkraftwerken von Merkels Energiepolitik. "Für die ist jedes Jahr an längerer Laufzeit nur gut", sagte Geschäftsführer Dirk Briese. "Die Kraftwerke sind abgeschrieben", sagte er. Mehr noch: Die bei einem Atomausstieg bis 2020 notwendigen Investitionen in konventionelle Kraftwerke würden sich deutlich verringern: Etwa 27 Milliarden Euro könnte die Branche sparen.

Zertifikate statt Garantien

Gerade diese Absicht hat Umweltminister Jürgen Trittin der Stromwirtschaft, die sich immer offener für längere Laufzeiten ausspricht, vorgeworfen. Auch der Bundesverband der Verbraucherzentralen befürchtet, dass der Fortschritt auf der Strecke bleibt: "Dadurch werden Innovationen nur hinausgezögert", sagte Energieexperte Holger Krawinkel. Er bezweifelt auch, dass die Einsparungen letztlich durch sinkende Strompreise an die Verbraucher weitergegeben werden.

Diesen Vorwürfen, die am schärfsten von Umweltminister Trittin vorgebracht wurden, widersprach der Verband der Elektrizitätswirtschaft (VDEW). "Bei den Investitionen bleibt es", sagte Verbandspräsident Werner Brinker. Ebenso verteidigte er das umstrittene Konzept für die künftige Förderung, das sein Verband erarbeitet hat. Danach soll die bislang bestehende Abnahmegarantie für Ökostrom wegfallen. Stattdessen soll ein Zertifikatemarkt eingeführt werden. "Die Fördersätze sind zu hoch", sagte er.

Zudem müssten die europaweit verschiedenen Fördersysteme harmonisiert werden. EU-Energiekommissar Andris Piebalgs hat eine schnelle Vereinheitlichung der unterschiedlichen Förderprogramme am Donnerstag aber abgelehnt. "Erst wenn ein Gesamtbild deutlich wird, lässt sich aufzeigen, in welche Richtung eine notwendige, langfristige Strategie gehen sollte", sagte er. Die Kommission werde zunächst die verschiedenen Modelle untersuchen.

ÖKOSTROM-FÖRDERUNG

Bislang regelt das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) die Förderung von Ökostrom. Wer in grünen Strom investieren will, fährt sicher damit. Das Gesetz garantiert, dass Energieunternehmen den grünen Strom abnehmen müssen, die Vergütung ist über Jahre hinweg fest geregelt. Die Union kündigte an, das EEG überarbeiten zu wollen, die Stromwirtschaft will es durch ein Quotenmodell ersetzen: Die Menge an Ökostrom wird dabei festgeschrieben. Wer grünen Strom erzeugt, erhält neben dem üblichen Marktpreis pro Kilowattstunde ein Zertifikat, das verkauft werden kann. Unternehmen, die zu wenig oder keinen Ökostrom erzeugen, müssen diese Zertifikate erwerben, um ihre Quote zu erfüllen. Gegner des Modells beklagen, dass der unternehmerische Druck auf die mittelständisch geprägte Branche zu groß wird, etwa weil Banken aufgrund steigender Risiken Kredite nur zurückhaltend vergeben.

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Anmeldungsdatum: 16.01.2002
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BeitragVerfasst am: 11.Jun 2005 11:51    Titel: Antworten mit Zitat

ftd.de; 09.06.2005

Stromversorger profitieren von Trittin-Geschenk

Der rasante Preisanstieg am Markt für Emissionsrechte beschert den Energieversorgern einen drastischen Gewinnschub. Die Notierungen für die Zertifikate haben sich seit Jahresbeginn fast verdreifacht; erst vor wenigen Tagen übersprangen sie erstmals die Marke von 20 Euro pro Tonne Kohlendioxid (CO2).

von Claus Hecking, Frankfurt, Michael Gassmann, Düsseldorf, und Timm Krägenow, Berlin - Parallel dazu schossen an der Leipziger Energiebörse EEX die Strompreise auf historische Rekorde - und näherten sich fast der Marke von 40 Euro pro Megawattstunde (MWh). "Die Großhandelspreise für Strom werden maßgeblich durch den Anstieg der CO2-Zertifikatspreise mitbeeinflusst", räumt selbst Stefan Judisch ein, Geschäftsführer von RWE Trading, einer Tochter des Energieversorgers. Zwar müssen die Stromerzeuger seit Anfang 2005 für jede ausgestoßene Tonne CO2 ein Zertifikat vorhalten. Das Kalkül: Weil Mehrkosten für Zertifikate drohen, reduzieren die Stromkonzerne ihre Emissionen. Allerdings hat das Bundesumweltministerium den Stromherstellern für die Zeit von 2005 bis 2007 knapp 1,2 Milliarden Zertifikate gratis zugeteilt.

"Dreiste Abzocke"

Den hohen Preis streichen die Energieversorger jetzt aber nicht nur für die Stromleistung ein, für die sie neue Zertifikate benötigen und auf dem Markt dazukaufen müssen - sondern auch für den Strom, der bereits mit kostenlosen Zertifikaten unterlegt ist. Schon wettert Bundesumweltminister Jürgen Trittin gegen die Praxis: "Die Zertifikate, die wir den Energieversorgern kostenlos zugeteilt haben, sind mittlerweile rund 6 Mrd. Euro wert. Wenn die Konzerne dieses Geschenk jetzt als Kosten auf den Strompreis aufschlagen, dann ist das eine ziemlich dreiste Abzocke", sagte Trittin der FTD. Die Stromerzeuger vermehrten ihre Gewinne zu Lasten der kleinen und großen Kunden, der Haushalte und des Produzierenden Gewerbes.

Diese Entwicklung konterkariert das eigentliche Ziel der Bundesregierung: Sie hatte die Unternehmen gerade deswegen mit kostenlosen Emissionsrechten ausgestattet, um eine rasche Erhöhung der Strompreise zu vermeiden. "Dieses Ziel ist nicht erreicht worden", sagt ein Sprecher des Verbands der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK), des Sprachrohrs der großen Stromverbraucher. Tatsächlich ist das Angebot an Zertifikaten äußerst knapp. "Viele Marktteilnehmer haben die Haltung, erst einmal ein paar Zertifikate auf die sichere Seite zu bringen", sagt Armin Sandhövel, Leiter des Emissionshandels bei der Dresdner Bank. Dies habe wesentlich dazu beigetragen, dass sich der Zertifikatepreis seit Jahresbeginn von rund 8 Euro auf etwa 19 Euro erhöht habe.

Dass durch diese Entwicklung auch steigende Gewinne zu erzielen sind, hatte zumindest RWE schon im September 2004 kalkuliert: Damals stellte RWE-Handelschef Judisch in einer Präsentation vor Investoren für 2005 einen Zusatzprofit von 300 bis 350 Mio. Euro in Aussicht - verursacht durch steigende Strompreise. "Die Energiewirtschaft hat überhaupt kein Interesse an niedrigen CO2-Preisen", sagt ein Händler eines Stromversorgers. "Je höher der Zertifikatspreis ist, desto besser für sie."

Nach internen Berechnungen von RWE Trading hat jeder Euro Anstieg bei den Zertifikaten die Stromnotierungen durchschnittlich mindestens um 0,49 Euro hochgetrieben. Da der Zertifikatspreis seit Jahresanfang rund 11 Euro zugelegt hat, bedeutet das einen Aufschlag auf den Strompreis von mindestens 5,40 Euro pro MWh. Würde man das auf den deutschen Jahresverbrauch von rund 550 Millionen MWh hochrechnen, ergäben sich Mehrbelastungen für die Abnehmer von knapp 3 Mrd. Euro.

"Die Versorger reiben sich die Hände"

Auf der Anbieterseite fallen für die Erzeugung von 1 MWh Strom fallen im Durchschnitt etwa 0,55 Tonnen CO2 an. Bei einem Preis von 20 Euro pro Zertifikat würde dies zusätzliche Kosten von 11 Euro pro MWh für die Hersteller bedeuten - doch die haben fast alle benötigten Zertifikate geschenkt bekommen. "Die Versorger reiben sich die Hände", sagt Stephan Illerhaus, Analyst des Energiehändlers Statkraft. Schließlich, das sagt auch Judisch, richtet sich der Marktpreis für Strom nach den Grenzkosten: Die Energieversorger bieten eine zusätzliche Megawattstunde nur an, wenn der Erlös dafür höher ist als die Kosten für diese zusätzliche Megawattstunde. Und nur hier fallen die zusätzlichen Kosten durch die CO2-Zertifikate voll ins Gewicht. Dagegen gilt der hohe Marktpreis aber für die gesamte verkaufte Strommenge.

Der Konflikt zwischen Anbietern und Abnehmern könnte sich verschärfen. So sieht die Investmentbank Dresdner Kleinwort Wasserstein die Emissionsrechte erst bei 25 Euro pro Tonne fair bewertet. "Sollten die Zertifikats- und damit die Strompreise weiter steigen, wird der politische Druck wachsen", sagt Sandhövel. Die Energiekonzerne fürchten genau das: "Ich hoffe nicht, dass sich diejenigen durchsetzen, die für dirigistische Maßnahmen plädieren", sagt RWE-Manager Judisch.

Das Geschenk und seine Folgen

Doppel-Hoch Die Zertifikatspreise treiben den Strompreis nach oben. Die Umsätze der Erzeuger schnellen hoch: Der Preisanstieg gilt für die gesamte verkaufte Menge.

Gewinner Den Versorgern entstehen nur Kosten für wenige zusätzliche Zertifikate; den Großteil der von ihnen benötigten Emissionsrechte haben sie kostenlos bekommen.

Verlierer Die Stromabnehmer klagen über gestiegene Kosten. Hauptleidtragende sind zurzeit die industriellen Großverbraucher, zukünftig wohl auch der Endkonsument.

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Goodman
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BeitragVerfasst am: 11.Jun 2005 12:04    Titel: Antworten mit Zitat

Handelsblatt; 08.06.2005

Solarhersteller frösteln vor der Neuwahl

Weil der Umfang der staatlichen Hilfen auf dem Spiel steht, orientiert sich die Branche mittelfristig in anderen Märkten. Man kann es bedenkenlos als Boom bezeichnen, was sich derzeit in der deutschen Solarindustrie abspielt: Mit rund 400 Megawatt neu installierter Kraftwerksleistung rechnet die Solarstrombranche für das laufende Jahr in Deutschland.

360 Megawatt waren es im vergangenen Jahr. Zur Einordnung: Mitte der 90-er Jahre lagen die jährlichen Verkaufszahlen in Deutschland noch im einstelligen Megawatt-Bereich.

Es herrscht Ausnahmezustand: Schon seit vergangenem Jahr sind Solarmodule knapp. Für die Solarfirmen ist die Situation natürlich einerseits positiv. Andererseits aber ist für jeden Firmenchef die Entscheidung, ob er die Kapazitäten seines Unternehmens ausweiten soll, schwierig. Denn der aktuelle Markt kann nicht als seriöse Planungsgrundlage für Millioneninvestitionen dienen - schließlich steht fest: Es werden auch wieder trübere Zeiten kommen.

Der Rückgang der Einspeisevergütung, der im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) mit jährlich fünf Prozent für Neuanlagen festgeschrieben ist, ist für die Branche dabei gar nicht das Problem. Denn diesen Rückgang - davon ist die Solarwirtschaft überzeugt - werde man durch mengenbedingte Effizienzgewinne auffangen können. In der Tat zeigt die Erfahrung der Vergangenheit, dass gemäß der so genannten "Lernkurve" jede Verdopplung der produzierten Menge bei der Photovoltaik einen Preisrückgang von 18 Prozent bringt.

Problematischer als die sinkende Vergütung sind politische Unsicherheiten. Denn die Photovoltaik braucht noch auf Jahre hinaus staatliche Unterstützung - der Markt hängt also stark vom Wohlwollen der jeweiligen Regierung ab. Und da der deutsche Markt derzeit fast 90 Prozent des europäischen Marktes und immerhin 39 Prozent des Weltmarktes ausmacht, kommt der deutschen Förderpolitik auch international eine enorme Bedeutung zu.

Die kritische Frage stellt sich mit den Neuwahlen im Herbst voraussichtlich früher als erwartet: Auf welche Rahmenbedingungen trifft die Solarwirtschaft nach der Bundestagswahl? Da die Solarunternehmen für Investitionen in weitere Fertigungsanlagen eine Planungssicherheit von etwa zehn Jahren brauchen, haben sie ein Problem. Und da "Wahljahre immer Bremsjahre für die Photovoltaik waren", wie man beim Berliner Solarzellenhersteller Solon beobachtet hat, kann die Branche nur versuchen, sich noch eilig möglichst gut zu positionieren.

Momentan wird zwar noch investiert, doch das Engagement ist von Vorsicht geprägt. Neue Fertigungsanlagen kommen schließlich für den aktuellen Boom ohnehin zu spät. Modulhersteller brauchen 9 bis 12 Monate Vorlauf, gar 15 bis 18 Monate benötigen die Hersteller der Wafer - also der Siliziumscheiben, aus denen die Solarzellen entstehen.

Trotz der politischen Unsicherheiten gibt sich die Branche optimistisch, und glaubt unabhängig von der politischen Couleur der Bundesregierung an die Zukunft des Solarstroms: "Die Sympathie für die Sonne geht durch alle politischen Parteien, die Gesellschaft will die Solarenergie", sagt Georg Salvamoser, Gründer und Chef der Freiburger Solar-Fabrik. Undenkbar sei es für ihn, dass der Markt zusammenbreche - auch bei einem möglichen Regierungswechsel in Deutschland.

Mittelfristig haben die Hersteller ohnehin mehr im Blick als den deutschen Heimatmarkt. Sie blicken längst auf jene Länder, die sie im Moment mangels Masse gar nicht beliefern können - Brasilien, Südafrika oder China. Dort bauen viele Firmen Kontakte für die Zukunft auf, um Rückgänge in Deutschland teilweise auffangen zu können.

Unter denen, die auf eine Beruhigung der überhitzen deutschen Solarstrombranche hoffen, sind übrigens inzwischen auch einige Anbieter von Solarthermie, also von Anlagen zur solaren Wärmegewinnung. Nach einer Umfrage des Fachmagazins "Solarthemen" beurteilt jeder dritte Hersteller und Händler solarer Wärmeanlagen den Boom des Solarstroms bereits als negativ für das eigene Geschäft. Denn zurzeit neigen Solarfreunde infolge der guten Einspeisekonditionen für Solarstrom dazu, ihre Dachflächen maximal zur Stromerzeugung zu nutzen. Die Solarthermie bleibt auf der Strecke: Mit 750 000 Quadratmetern wurden 2004 rund 20 Prozent weniger Kollektoren verkauft als drei Jahre zuvor. Aus ökologischer Sicht ist diese Entwicklung unbefriedigend: Sonnenkollektoren erzielen, gemessen an den vermiedenen CO2-Emissionen, eine mehrfache Umweltentlastung je Quadratmeter im Vergleich zu Solarzellen.

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BeitragVerfasst am: 18.Jun 2005 14:11    Titel: Antworten mit Zitat

Handelsblatt

USA Nachfrage treibt Windkraft-Markt an

Die deutschen Turbinen-Hersteller setzen zunehmend auf den Export. Für die Windbranche ist das BTM Consult-Büro im jütländischen Ringk?bing so etwas wie das Orakel von Delphi: Seit mehr als zehn Jahren veröffentlichen die beiden Geschäftsführer Per Krogsgaard und Birger Madsen ihren "World Market Update", eine genaue Marktanalyse und einen meist zutreffenden Ausblick für die Geschäfte der jeweils fünf kommenden Jahren.

RALF KÖPKE HANDELSBLATT, 15.6.2005 Für dieses Jahr erwarten die beiden dänischen Windkraft-Experten ein Plus von gleich 26 Prozent beim weltweiten Ausbau der Windkraft. Hatte es nach den BTM-Zahlen im vergangenen Jahr mit 8 154 Megawatt (MW) erstmals seit 1996 ein Minus von 2,3 Prozent gegeben, so soll bis zum Jahresende erstmals die 10 000-MW-Grenze überschritten werden. "Das hängt vor allem mit dem Wiederaufleben des amerikanischen Marktes zusammen", erklärt Krogsgaard.

Da es vor der Präsidentenwahl im vergangenen November monatelange Streitigkeiten zwischen der Bush-Administration und dem Kongress um die Verlängerung der Production Tax Credit-Regelung, einer wichtigen Steuergutschrift für Windmüller, gab, ging zwischen Pazifik und Atlantik nur eine installierte Leistung von 516 MW neu ans Netz. Für dieses Jahr rechnen die BTM-Fachleute mit mindestens 2 000 MW. Einige Windturbinen-Hersteller gehen bereits von gut 3 000 MW aus, auch die Amerikanische Windenergie-Vereinigung (AWEA) hält hinter vorgehaltener Hand die BTM-Prognose für zu niedrig gegriffen. "Wir bleiben aber offiziell bei den 2 000 MW, um uns selbst nicht unter Druck zu setzen", sagt AWEA-Geschäftsführer Randall Swisher.

Nicht nur die Wiederbelebung in den USA und der ansehnliche Markt in Spanien, das im vergangenen Jahr mit 2061 MW erstmals Deutschland bei der installierten Windkraft-Leistung überholt hat, sorgen für frohe Mienen bei den Windturbinen-Herstellern und ihren Zulieferern. Die Zahl der Teilmärkte wächst. Nach einer Auswertung des Welt-Windenergie-Verbandes haben im vergangenen Jahr bereits 19 Länder mehr als 100 MW Windenergie aufgebaut, im Jahr zuvor waren es nur zehn. "Die Windenergie breitet sich immer mehr aus", bewertet der Verband diese Entwicklung.

Ein Beispiel für diesen weltweiten Aufschwung der Windkraft bietet Indien, wo allein im vergangenen Jahr 875 MW Windkraft neu installiert worden sind. "Zu Jahresende wird es auf dem Subkontinent eine Windkraft-Kapazität von mehr als 3 000 MW geben", zeigt sich BTM-Experte Krogsgaard beeindruckt, "damit haben die Inder in wenigen Jahren das geschafft, wofür in Dänemark 20 Jahre notwendig gewesen sind."

Auf die wachsende Bedeutung der Windkraft bei der weltweiten Energieversorgung setzt auch Thorsten Herdan, Geschäftsführer der Fachgruppe Power Systems im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA): "Die deutsche Windtechnik ist weltweit Spitze und wird diesen Platz weiterhin behaupten." Nach seiner Auffassung hat es die deutsche Windindustrie geschafft, auf Basis des mit staatlicher Förderung aufgebauten starken Heimatmarktes ihren Weg im Ausland zu finden.

Die Exportquote der deutschen Windbranche, so das Ergebnis einer VDMA-Studie, liegt mittlerweile bei 58 Prozent - mit steigender Tendenz. Diese Zahl umfasst nicht nur komplette Propeller, sondern auch das Innenleben in der Gondel. Angefangen von Getrieben, Generatoren, Steckverbindungen bis hin zu Verschlusskappen für Schraubverbindungen.

"Diese 58 Prozent", sagt VDMA-Mann Herdan, "sind aber auch ein wichtiges Signal an die Politik. Die Förderung der Windenergie über das Erneuerbare-Energien-Gesetz zahlt sich nun mit nachhaltigen Arbeitsplätzen für den Export aus." Die Branche inklusive Zulieferer beschäftigt in Deutschland inzwischen 61 000 Menschen, wie der Bundesverband WindEnergie auf der HannoverMesse bekannt gegeben hat.

Für die deutschen Windturbinen-Hersteller ist der Export derzeit der einzige Weg, um die weiter nachlassenden Aufstellungszahlen auf dem deutschen Markt zu kompensieren. Der deutsche Marktführer, die Enercon GmbH aus Aurich, plant für das Jahr 2006 gut die Hälfte ihrer Produktion ins Ausland zu liefern. Diese Quote will Konkurrent REpower Systems AG aus Hamburg schon in diesem Jahr toppen. "Für dieses Jahr streben wir eine Exportquote von 50 bis 60 Prozent an", heißt es. Noch vor zwei Jahren hatten die Hanseaten lediglich sechs Maschinen ins Ausland geliefert. Allein nach Frankreich will REPower in diesem Jahr mehr als 60 Anlagen verkaufen. Auch nach England und China hat REpower in den zurückliegenden Wochen erste Maschinen verschifft.

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Schinderhanne
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Anmeldungsdatum: 05.04.2005
Beiträge: 128

BeitragVerfasst am: 25.Jun 2005 9:58    Titel: Antworten mit Zitat

Trotz eines möglichen Regierungd und Richtungswechsels innerhalb der Energiegewinnung:

Zitat:
Solarindustrie glaubt weiter an Wachstum

Shell baut weltweit größtes Photovoltaikkraftwerk. Trotz des erwarteten Regierungswechsels und einer damit verbundenen möglichen Kürzung der Förderung für Solarenergie zeigt sich die Branche auf der Fachmesse "Intersolar" in Freiburg betont optimistisch.

"Für 2005 rechnen wir in Deutschland mit einem Marktwachstum von 20 Prozent, sowohl im Bereich Solarstrom als auch im Bereich Solarwärme", sagte der Geschäftsführer des Bundesverbandes Solarindustrie, Gerhard Stryi-Hipp, bei der Eröffnung des Messe.

Die Solarenergie habe sich etabliert und gegenüber anderen Energieträgern behaupten können. Daran könne auch ein möglicher Regierungswechsel in Berlin nichts ändern. Der Verband schätzt den Umsatz der Branche auf 2,2 Mrd. Euro.

CDU-Chefin und Kanzlerkandidatin Angela Merkel hatte vor zwei Wochen eine Kurskorrektur in der Förderung der erneuerbaren Energien im Falle eines Wahlsieges angekündigt. Zwar vermied sie konkrete Aussagen, betonte aber, die Förderinstrumente müssten besser aufeinander abgestimmt werden. Derzeit erhalten Haushalte, die Strom aus Solaranlagen in das öffentliche Netz einspeisen, nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz knapp 55 Cent pro Kilowattstunde, rund das Zehnfache des Preises für den Bezug aus dem Netz der örtlichen Stadtwerke. Haushalte, die Sonnenenergie zur Erzeugung von Warmwasser nutzen (Solarthermie), werden über Kreditprogramme gefördert.

Nach einer auf der Messe veröffentlichten Umfrage der Marktforschungsfirma Europressedienst schätzen nur rund zehn Prozent der befragten Unternehmen, Händler und Installateure der Photovoltaikbranche ihre Geschäftserwartungen für die nächsten sechs Monate ungünstiger ein. Rund 45 Prozent glauben an eine Verbesserung. In der Solarthermiebranche glauben nach der Umfrage zwar rund 50 Prozent der Unternehmen an eine Verringerung der Förderung nach einem Regierungswechsel, doch die Unternehmen sehen dies sehr gelassen. Bei den Kunden stehe der Aspekt der Energieeinsparung inzwischen im Vordergrund.

Solarunternehmen wie Conergy sehen einen möglichen Regierungswechsel "sehr unaufgeregt". Der Aktienkurs sei nach der Ankündigung von Neuwahlen nur kurz gefallen, dann aber wieder auf das vorherige Niveau gestiegen und klettere weiter, sagte ein Sprecher. Die Deutsche Bank hat die Empfehlung für die Aktie der Bonner Solarworld von "Buy" auf "Hold" gesenkt, weil die Aktie das vorherige Kursziel überschritten habe. "Die Ängste, dass ein möglicher Regierungswechsel die Unternehmen der alternativen Energiequellen beeinflusse, haben scheinbar nachgelassen", heißt es bei der Bank. Ein positives Sentiment sei hinsichtlich der deutschen Solaraktien zurückgekehrt.

Auch die großen Ölkonzerne investieren weiter in die Solarenergie. So hat Shell Solar gestern verkündet, dass der Konzern auf einem ehemaligen Militärgelände in Bayern das weltweit größte Solarkraftwerk bauen wird. Es soll im März 2006 starten und aus 62 500 Solarmodulen Strom in fast 3 300 Haushalte einspeisen.

Quelle: Handelsblatt
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Anmeldungsdatum: 16.01.2002
Beiträge: 5415

BeitragVerfasst am: 16.Jul 2005 13:20    Titel: Antworten mit Zitat

Windjahr 2005: Erstes Halbjahr 2005 durchwachsen

Stromerzeugung aus regenerativen Energien steigt auch 2005 weiter an. In den ersten sechs Monaten des Jahres 2005 lag die Stromerzeugung aus Wind in den Küstengebieten über und im Binnenland unterhalb des 10-jährigen Mittels (1995-2004).

Münster (iwr-pressedienst) - Der IWR-Windertragsindex weist für die Küstengebiete bis Ende Juni 2005 im Schnitt ein Plus von 4,9 und für das nordwestdeutsche Binnenland ein Minus von 6,4 Prozent gegenüber dem 10-jährigen Mittel auf, teilte das Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) in Münster mit. "Wir erwarten für das Jahr 2005 wegen des Anlagenzubaus eine Steigerung der Wind-Stromerzeugung in Deutschland auf rd. 30 Mrd. Kilowattstunden," sagte IWR-Leiter Dr. Norbert Allnoch. Damit erhöht sich der Anteil der Windenergie am Bruttostromverbrauch (600 Mrd. Kilowattstunden) auf 5 Prozent. Zusammen mit der Wasserkraft, der Bioenergie und der Photovoltaik erwartet das IWR 2005 erstmals einen Anstieg der regenerativen Stromerzeugung auf rd. 60 Mrd. Kilowattstunden (rd. 10 Prozent am Bruttostromverbrauch).

Quelle: IWR
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Anmeldungsdatum: 25.01.2002
Beiträge: 2266

BeitragVerfasst am: 4.Sep 2005 9:14    Titel: Antworten mit Zitat

taz Nord Nr. 7755 vom 30.08.2005

Wind von vorne

Welche Folgen eine neue Bundesregierung für die Windenergiebranche hat, sei nicht abzusehen, sagt Ralf Bischof vom Verband WindEnergie. Dazu seien die Signale aus der CDU zu unterschiedlich.

taz: Unions-Kanzlerkandidatin Angela Merkel spricht von einer "Überförderung" der erneuerbaren Energien. Was halten Sie von einer solchen Aussage?

Ralf Bischof: Die Windenergie ist die günstigste erneuerbare Energie. Vielleicht mit Ausnahme der Wasserkraft, die können wir in Deutschland aber so gut wie nicht mehr ausbauen. Wer sagt, die Windenergie sei überfördert, der kennt die Fakten nicht.

Derzeit sind etwa 60.000 Menschen in der Planung und im Bau von Windkraftanlagen beschäftigt - mehr als im Kohlebergbau. Haben CDU und FDP die richtigen Ideen, als Regierungskoalition die Zahl der Arbeitsplätze in der Windenergiebranche zu erhöhen?

Die FDP - abgesehen von einzelnen Stimmen - ganz klar nicht. Sie hat angekündigt, das "Erneuerbare-Energien-Gesetz" abschaffen zu wollen, das alternative Energieformen fördert. Damit würde der Markt komplett zerstört. Was dann noch an Herstellern übrig bliebe, würde sicher ins Ausland gehen. Ich rechne damit, dass das 50.000 Arbeitsplätze in Deutschland kosten würde. Bei der Union ist noch nicht klar abzusehen, wohin die Reise geht. Aus Niedersachsen und Schleswig-Holstein bekommen wir deutliche Unterstützung. Aus anderen Ländern, allen voran von der neuen nordrhein-westfälischen Landesregierung, weht uns der Wind deutlich ins Gesicht. Welche Strömung sich da durchsetzen wird, ist für uns nicht erkennbar.

Die deutsche Windenergiebranche ist mit über 50 Prozent Anteil am Weltmarkt die Nummer Eins. Wie könnte dieser Anteil ausgebaut werden?

Das Wichtigste für den Export ist ein stabiler Heimatmarkt. Einmal als Produktionsbasis für die Hersteller und vor allen Dingen auch für die Zulieferer, denn die machen den größten Anteil beim Export aus. Wir brauchen natürlich auch die Möglichkeit, die neuesten Anlagentechnologien in Deutschland zu erproben und zu demonstrieren. Das heißt zum Beispiel, dass die in einigen Bundesländern geltenden Höhenbeschränkungen für Windanlagen hinderlich sind. Es muss auch erlaubt sein, leistungsfähigere Anlagen mit 120 Meter Rotordurchmesser zubauen.

Der nationale Markt für auf dem Festland stehende Windanlagen schwächelt. Was muss da getan werden?

Zwei Dinge sind wichtig: Das eine ist, dass die Einspeisevergütung, so wie sie heute gilt, nicht geändert werden darf. Die Vergütungen sinken jedes Jahr real um fast vier Prozent. Das ist im Gesetz so festgelegt. In spätestens zehn Jahren werden wir gegenüber konventionell erzeugtem Strom damit wettbewerbsfähig, ja sogar perspektivisch günstiger. Das zweite ist, dass wir auch tatsächlich die Möglichkeit haben müssen, neue Anlagen planen zu können und alte Anlagen durch neue, wesentlich leistungsstärkere auszutauschen. Dabei gibt es noch zu viele bürokratische Hindernisse.

Was können denn diese neuen Anlagen?

Mit nur einem Drittel der Anzahl an Windkraftanlagen könnten wir das Dreifache an Strom produzieren, ohne neue Flächen zu nutzen. Dazu müssten aber die verschiedensten Abstandsregelungen und Höhenbegrenzungen abgeschafft werden. In Nordrhein-Westfalen will man die aber gerade einführen. Da wird also genau das Falsche gemacht.

Ist der Strom aus Windenergie tatsächlich teurer als herkömmlicher Strom?

Auf lange Sicht gesehen ist Wind-Strom sicherlich nicht teurer. Heute schon können wir auf Grund der vom Gesetz verlangten sinkenden Preisvorgaben ausrechnen, dass wir spätestens 2015 wettbewerbsfähig sind. Und zwar selbst dann, wenn der Preis für normalen Strom nur relativ langsam ansteigt. Danach werden wir billiger sein. Wegen der jüngsten Ölpreiskapriolen, die sich auch auf Gas- und Kohle auswirken und die Energiepreise insgesamt verteuern, werden wir dieses Ziel jedoch wahrscheinlich eher erreichen können.

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Anmeldungsdatum: 25.01.2002
Beiträge: 2266

BeitragVerfasst am: 11.Sep 2005 7:07    Titel: Antworten mit Zitat

Süddeutsche Zeitung 07.09.2005

Die Errichtung von Windkraftanlagen wird in Nordrhein-Westfalen deutlich erschwert.

Die CDU/FDP-Koalition stimmte am Dienstag einem Erlass zu, der den Kommunen empfiehlt, bei der Planung von Windkraftanlagen einen Abstand zu Wohngebieten von mindestens 1500 Metern vorzuschreiben. Bisher galten Richtwerte von 300 Metern zu Einzelgebäuden und 500 Metern zu Ortschaften. Diese Abstände waren durch Gerichte festgelegt worden. Der Bau von Windrädern kann künftig sogar verboten werden, wenn das Ortsbild verunstaltet und der "städtebauliche Gesamteindruck erheblich gestört wird", heißt es in dem von Bau- und Verkehrsministers Oliver Wittke (CDU) vorgelegten Erlass. Eine maximale Höhe wird nicht festgelegt, eine Höhenbegrenzung muss städtebaulich begründet werden.

In Nordrhein-Westfalen gibt es derzeit 2300 Windanlagen. Sie erzeugen zwei Prozent des Stroms. Vor allem die FDP hatte sich im Vorfeld der Landtagswahl im Mai zum politischen Fürsprecher von Bürgerinitiativen gemacht, die gegen eine "Verspargelung" der Landschaft durch Windräder protestierten. Energieexperten bezweifeln aber, ob der Erlass den von den Windkraft-Gegnern erhofften Effekt erzielt. Künftig könnten in vielen Fällen nicht einmal mehr alte durch moderne Anlagen ersetzt werden, kritisierte der Präsident des Bundesverbandes Windenergie, Peter Ahmels, den Beschluss der schwarz-gelben Landesregierung. "Damit zementiert NRW den bisherigen Zustand und verbaut sich selbst die Chance, viele bestehende Windparks auszudünnen." Der energiepolitische Sprecher der Grünen im Düsseldorfer Landtag, Rainer Priggen, verwies auf die negativen Folgen die der Erlass für den Arbeitsmarkt haben könnte. Mit dieser Entscheidung werde die Windkraft-Industrie und damit 10 000 Arbeitsplätze aus dem Land vertrieben, sagte er.

Die CDU-Fraktion im Düsseldorfer Landtag kündigte dagegen weitere Einschnitte bei der Windkraft an. Per Gesetz will die Regierungspartei durchsetzen, dass die seit 1994 geltende staatliche Bevorzugung von Windkraft beendet wird. Es gebe keinen Grund, diesen Energieträger "an schlechten Standorten besonders zu fördern", hieß es in einer Erklärung nach einer Fraktionssitzung am Dienstag. Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) hat bereits mehrfach den Vorwurf zurückgewiesen, Windräder würden besonders gefördert. Deutschland liege bei den Vergütungen für Windenergie im Mittelfeld, so der Grünen-Politiker.

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Anmeldungsdatum: 25.01.2002
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BeitragVerfasst am: 25.Sep 2005 9:36    Titel: Antworten mit Zitat

ftd.de; 20.09.2005

Windindustrie konzentriert sich aufs Ausland

Das Ergebnis seiner Berechnungen hat Knud Rehfeldt nicht überrascht. "In der Vergangenheit haben wir hier zu Lande den Aufschwung beim Windkraftausbau stets unterschätzt, den gleichen Fehler macht die Windbranche nun bei den zurückgehenden Aufbauzahlen", sagt der Geschäftsführer der Deutschen Windguard.

Die Zahlen, die Rehfeldt in einem noch unveröffentlichten Gutachten für das Bundesumweltministerium ermittelt hat, dürfte die Vorfreude vieler Windmüller auf den traditionellen Branchentreff "Husumwind" in der zweiten Septemberhälfte deutlich schmälern: Innerhalb von weniger als drei Jahren hat sich der deutsche Windmarkt bei den Neuaufstellungen halbiert.

Die Baisse trifft die Windbranche zum ungünstigsten Zeitpunkt. Sollte es nach dem 18. September eine schwarz-gelbe Regierung geben, sehen politische Beobachter die Windkraftförderung in Gefahr. Dreh- und Angelpunkt ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das jedem Windmüller die Abnahme und eine feste Vergütung für seine grünen Elektronen garantiert. Diese Regelung will die FDP ganz abschaffen, die CDU hat im Wahlkampf bis jetzt eine klare Aussage gescheut.

Noch ringen Wirtschafts- und Umweltflügel in der Union um den künftigen Kurs beim Ausbau der erneuerbaren Energien, bei dem vor allem Biomasse und eingeschränkt Fotovoltaik Vorrang haben. Allerdings hat Kanzlerkandidatin Angela Merkel angekündigt, im Jahr 2007 die energiepolitischen Förderinstrumente wie das EEG, die Ökosteuer, das Gesetz zum Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung sowie den Emissionshandel überprüfen und alle zusammenlegen zu lassen - schlechte Prognosen für die Windkraft. "Wenn die CDU-Spitzenkandidatin ihre Ankündigung wahr macht, 2007 alle Förderinstrumente im Energiebereich zusammenzulegen, erleben wir im kommenden Jahr so etwas wie den Merkel-Schlussverkauf in der deutschen Windbranche", sagt Fritz Vahrenholt, Vorstandsvorsitzender des Windturbinenherstellers Repower Systems.

Die Argumente der CDU sind vor allem: Windanlagen verschandelten die Landschaft, und die Energieform werde überfördert. Da Solarenergie mit 55 Cent bezuschusst wird, Windenergie aber lediglich mit 8,5 Cent, vermuten Branchenkenner die wahre Ursache in der Nähe zu den großen Energiekonzernen. Die drängen darauf, dass die CDU konventionellen Strom unterstützt.

Als Rot-Grün 1998 die Regierungsgeschäfte übernahm, gab es bundesweit eine Windkraftkapazität von etwa 3000 Megawatt (MW). Bis Mitte dieses Jahres explodierte der Ausbau auf über 17 000 MW. Vor allem dank des EEG avancierte Deutschland in den vergangenen Jahren zum "Windkraft-Weltmeister".

Diese Zeiten sind vorbei. Im vergangenen Jahr brachten die Spanier erstmals mehr Windkraftleistung ans Netz als die Deutschen. Dieses Jahr werden auch die Amerikaner den einstigen Weltmeister um Längen überholen. Nachdem sich die Bush-Regierung im vergangenen Herbst mit dem Kongress auf eine Steuergutschrift für Windkraftbetreiber, die so genannte Production Tax Credit (PTC), geeinigt hat, halten Branchenexperten einen Ausbau von gut 3000 MW in den USA für möglich. Da die PTC-Regelung im Sommer um zwei Jahre verlängert worden ist, hält der Boom weiter an. In den USA sind Windparks viel leichter zu planen als bei uns, weil dort alles großflächiger ist. In einen Windpark passen mehr als 100 Anlagen, in Deutschland ist höchstens Platz für 20 Windmühlen. Damit lohnt sich der Bau neuer Areale für die amerikanische Windindustrie eher. Und gerade in Zeiten steigender Rohölpreise richten die Amerikaner ihren Fokus zunehmend auch auf erneuerbare Energien.

"Der US-Markt saugt seit Wochen förmlich alle Anlagen auf, Maschinen in Deutschland sind derzeit nur schwer zu bekommen", beschreibt Vahrenholt die Folgen des amerikanischen Windrausches. Wer in der deutschen Windbranche nicht längst im Ausland tätig ist, "hat künftig ganz schlechte Karten".

Bei den düsteren Aussichten rächt es sich, dass die beiden großen Hoffnungsträger der deutschen Windindustrie hinterherhinken: das Offshore-Geschäft und das Repowering, der Austausch alter gegen moderne, effizientere Mühlen.

Große Geschäfte mit Offshore-Parks wird es erst in der nächsten Dekade geben - vorausgesetzt, bis dahin sind genügend Netze für den Stromtransport vorhanden. Auch erst in acht bis zehn Jahren erwarten Branchenexperten eine große Repowering-Welle. "Wegen restriktiver Genehmigungen investieren Windmüller nicht in neue Anlagen. Damit verhindern die Küstenländer industrielles Wachstum, eine saubere Stromerzeugung und auch die gewünschte Entlastung des Landschaftsbilds", klagt Hermann Albers, Vizepräsident des Bundesverbandes Windenergie. Für ihn unverständlich: Mit dem Austausch der alten gegen fortschrittlichere Anlagen ließen sich in den kommenden zehn Jahren Investitionen von gut 40 Mrd. Euroanstoßen.

"In den nächsten Jahren wird der Export die eigentliche Stütze der deutschen Windindustrie sein", sagt Johannes Schiel, Windkraftexperte vom Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau. "Inklusive aller Zulieferer liegt die Exportquote der deutschen Windbranche schon heute bei über 60 Prozent."

Die deutschen Maschinenbauer sind bei Komponenten wie Generatoren, Getrieben oder Wälzlagern weltweit führend. Diese zumeist mittelständischen Betriebe haben in der Vergangenheit Millionenbeträge in Forschung und Entwicklung investiert. Mit der modernen Technik können die Windmühlen die Kilowattstunde Strom preiswerter produzieren. Deshalb greift beispielsweise auch der dänische Marktführer bei Windturbinen, der Vestas-Konzern, auf deutsche Technik zurück.

Um auch künftig die innovative Windtechnik auf dem Weltmarkt verkaufen zu können, warnt Schiel davor, den deutschen Windmarkt massiv zu schwächen: "Wir brauchen den Heimatmarkt als Schaufenster für das wachsende Exportgeschäft."

"Der Export wird die Stütze der deutschen Windindustrie sein" - Johannes Schiel, Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau

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BeitragVerfasst am: 29.Okt 2005 11:54    Titel: Antworten mit Zitat

Frankfurter Rundschau vom 28.10.2005

Ökostrom wird weiterhin gefördert

Koalition will an Gesetz über Erneuerbare Energien vorerst festhalten. Unterhändler verständigen sich auf Klimaziele. Union und SPD haben sich bei ihren Koalitionsverhandlungen offenbar auf ein umfangreiches ökologisches Gebäude-Sanierungsprogramm und die Förderung der Erneuerbaren Energien geeinigt.

Berlin - Nach Informationen der FR stimmte in den Verhandlungen der Koalitionsarbeitsgruppe Umwelt auch die Union zu, dass das Gesetz zur Förderung der Erneuerbaren Energien bis 2007 unangetastet bleiben soll. Damit würde zunächst auch die Windkraft im Binnenland und auf See weiter nach den geltenden Regeln gefördert. Die garantieren den Erzeugern des Stroms aus Wind, Sonne oder Biomasse Festpreise für jede Kilowattstunde Strom - und stärken auf diese Weise die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber konventioneller Energieerzeugung.

Bei den Erneuerbaren Energien wolle man die "bisherigen Entwicklungen nicht zerstören", hieß es aus der Union. 2007 müsse jedoch vor allem die Förderung der Windkraft im Binnenland überprüft und stärker an Effizienzkriterien gebunden werden. Über die Förderung an windschwächeren Orten gibt es zwischen den künftigen Koalitionspartnern offenbar noch Differenzen.

Geld für Renovierungen

Einvernehmlich verständigt habe man sich hingegen auf ein ehrgeiziges Gebäude-Sanierungsprogramm zur Energieeinsparung, berichteten SPD-Kreise. Danach sollen jährlich fünf Prozent des Wohnungsbestandes unter Energiespareffekten modernisiert werden. Jährlich 1,8 Milliarden Euro sollen dafür zur Verfügung gestellt werden. Bisher sind es 360 Millionen. Ob dieses Vorhaben der Umweltpolitiker angesichts dramatischer Haushältslöcher auch in der großen Koalitionsrunde mit den Finanzpolitikern abgesegnet wird, ist offen.

Geeinigt haben sich die Unterhändler von Union und SPD offenbar auch auf die Grundzüge eines Umweltgesetzbuches, das dem Bund deutlich mehr Kompetenzen in der Umweltpolitik zugestehen soll. Ein solches Gesetz könnte jedoch noch auf Widerstand der Länder stoßen. Bisher konnten sich Bund und Länder nicht auf ein Umweltgesetzbuch verständigen, das vor allem Planungsverfahren vereinfachen soll.

Gleichzeitig haben die künftigen Koalitionspartner in der Klimapolitik dem Vernehmen nach eine Einigung über die Ziele erreicht. Im Koalitionsvertrag soll festgeschrieben werden, die künftige Regierung werde sich aktiv dafür einsetzen, dass die EU bis 2020 den Ausstoß von Treibhausgasen um 30 Prozent senkt (gegenüber 1990). Unter der Voraussetzung, dass sich die EU auf dieses Ziel festlegt, solle Deutschland einen zusätzlichen Einsparbeitrag zur Reduzierung der Klimakiller leisten. Eine konkrete Zahl wolle man jedoch nicht festlegen, hieß es aus Verhandlungskreisen. Die rot-grüne Bundesregierung hatte sich im Koalitionsvertrag von 2002 ein Einsparziel von 40 Prozent gesteckt, wenn die EU die Treibhausgase um 30 Prozent mindere. Über ihren Hauptstreitpunkt, die Atompolitik, wollen die Umweltpolitiker erst nächste Woche beraten. Vera Gaserow

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BeitragVerfasst am: 5.Nov 2005 15:03    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Nur größeres Netz macht Ausbau der Windkraft möglich!

Erneuerbare Energien erhöhen Anforderungen an Netz- und Kraftwerksbetreiber. Die Stromerzeugung in Deutschland aus erneuerbaren Energien soll bis zum Jahr 2010 gegenüber 1999 verdoppelt werden. Das entspräche einem Versorgungsanteil von 13 Prozent.

Die jüngst abgelöste rot-grüne Bundesregierung hat zudem als Ziel definiert, dass die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien im Jahr 2020 mindestens 20 Prozent beträgt. Davon ist derzeit die Hälfte erreicht. Neben der Wasserkraft werden Windenergie und Biomasse den Hauptanteil übernehmen.

Die Folge ist, dass rund 47 000 Megawatt (MW) an erneuerbarer Kraftwerksleistung ausgebaut werden muss. Während Biomasse dank ihrer Lagerfähigkeit den Nutzungseigenschaften fossiler Energieträger entspricht, weist die Windenergie, wie auch die Fotovoltaik, besondere Erzeugungsmerkmale auf, die es zu berücksichtigen gilt.

Beispiel Windenergie: Für die Netz- und Kraftwerksbetreiber bestehen bei der Windenergie-Nutzung drei Hauptaufgaben: Zunächst der Ausbau und die Verstärkung des elektrischen Verbundnetzes zur Integration der Windkraftwerke unter besonderer Berücksichtigung des Ausbaus im Offshore-Bereich mit Schwerpunkt in der Nordsee. Zudem der Ausgleich der schwankenden Stromerzeugung und die Sicherstellung der Stromversorgung durch fossil befeuerte Kraftwerke. Schließlich die Beherrschung der Prognoseunsicherheit bezüglich der Verfügbarkeit der Leistung durch Windkraftwerke.

Diese Themen wurden in der Dena-Netzstudie auf ihre technische Machbarkeit sowie ihre ökonomischen und ökologischen Auswirkungen untersucht. Die Ergebnisse: Das Verbundnetz auf der 380-kV-Ebene muss auf einer Länge von 400 Kilometern verstärkt und um 850 Kilometer erweitert werden. Der Kapazitätseffekt der Windenergieleistung im Jahr 2015 auf die konventionelle Kraftwerksleistung beträgt rund sechs Prozent der Windleistung; das bedeutet, dass rund 2200 MW konventionelle Kraftwerke durch Windkraftwerke ersetzt werden. Für die Ausregelung der Prognosefehler bei der Windstromerzeugung sind in der Spitze rund 7000 MW schnell regelbare Reserveleistung erforderlich. Auf Grund dieser Anforderung wird der Zubau von Gasturbinen- sowie Gas- und Dampf-Kraftwerken erforderlich.

Betrachtet man diese Ergebnisse, so ist man geneigt festzustellen, dass diese Aufgaben aus der bisherigen verbundwirtschaftlichen Zusammenarbeit bekannt sind. Der Ausbau des Netzes bedeutet eine Erweiterung der bestehenden Trassenlänge von 16 000 Kilometern um fünf Prozent. Der Bau von konventionellen Kraftwerken stellt für die Energiewirtschaft ebenfalls keine besondere Anforderung dar.

Zu neuen Herausforderungen kommt es bei der Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit, wenn bestimmte Fehlersituationen im Netz auftreten. Hier müssen die technischen Eigenschaften von Windanlagen verbessert und bestehende Anlagen so weit wie möglich nachgerüstet werden. Als Voraussetzung dafür müssen die Anschlussbedingungen für Windanlagen ans Netz verbessert werden.

Ebenso kommen auf die Energiewirtschaft neue Aufgaben bei der optimierten Bereitstellung der Regel- und Reserveleistung zu, die insbesondere auch unter Kostengesichtspunkten erforderlich sind. Die Bereitstellung über den konventionellen Kraftwerkspark ist derzeit weder technisch noch wirtschaftlich optimal, was auch zu relativ hohen CO2-Vermeidungskosten bei der Windenergie führt. In diesem Bereich müssen neue Instrumente zum Lastmanagement eingeführt werden, um zum Beispiel die Nachfrage an das Windangebot anzupassen. Gleichzeitig sollte der Einsatz von zusätzlichen Speichertechnologien geprüft werden. Eine interessante Option stellen Druckluftspeicherkraftwerke dar, die ähnlich wie Pumpspeicherkraftwerke bewirtschaftet werden können.
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BeitragVerfasst am: 20.Nov 2005 18:55    Titel: Antworten mit Zitat

Koalitionsvertrag sichert politische Kontinuität für Windkraft

Der Wirtschaftsverband Windkraftwerke e.V. (WVW) begrüßt die Koalitionsvereinbarung zur Bildung einer großen Koalition ausdrücklich. "Die darin getroffenen Vereinbarungen zur Energiepolitik bringen der Windenergiebranche die notwendige politische Kontinuität in den kommenden Jahren", so WVW-Vorsitzender Dr. Wolfgang von Geldern.

Cuxhaven 14. 11. 2005 ? Positiv sei, dass das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in seiner bewährten Struktur erhalten bleibt. Das Gesetz soll wie vorgesehen im Jahr 2007 überprüft werden, um seine Regelungen an die Entwicklung der erneuerbaren Energien anzupassen. "Damit eröffnet sich dann die Möglichkeit, die gesetzlichen Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass Deutschland seine weltweite Spitzenposition behält und Technologieführer bei der Windkraft bleibt", so von Geldern weiter. Sichergestellt ist somit auch, dass die Kosten der Stromerzeugung aus Windenergie weiterhin kontinuierlich sinken können.

Der Wirtschaftsverband Windkraftwerke e.V. (WVW) vertritt die Interessen von rund 100 Unternehmen, die in Deutschland Windparks projektieren, bauen und betreiben.

Quelle: Pressemeldung Wirtschaftsverband Windkraftwerke
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BeitragVerfasst am: 10.Dez 2005 8:04    Titel: Antworten mit Zitat

Brüssel lobt Windstrom aus Deutschland

EU-Kommission: Förderung der erneuerbaren Energien ist besonders effektiv / Niederlage für Konzerne. Bei den erneuerbaren Energien ist Deutschland europaweit vorbildlich. Das geht aus einem Bericht der EU-Kommission vor, der dem Tagesspiegel vorliegt. Demnach liegt Deutschland insbesondere bei der Förderung der Windenergie zusammen mit Dänemark und Spanien vorn. Diese Länder hätten mit ihren Vergütungsmodellen "die effektivsten Systeme". Andere Staaten hingegen, die ihre erneuerbaren Energien über so genannte Quotensysteme fördern, könnten trotz höherer Kosten nur geringe Erfolge vorweisen.

An diesem Mittwoch soll der Bericht der EU-Kommission offiziell vorgestellt werden. Eigentlich hätte er schon Ende Oktober erscheinen sollen. Allerdings gab es immer wieder Verzögerungen wegen Unstimmigkeiten zwischen dem Umwelt-, dem Energie- und dem Wettbewerbskommissariat. Im Kern sollte der Bericht klären, welche Fördersysteme in den verschiedenen europäischen Ländern besonders erfolgreich und kostengünstig sind.

Dabei stehen zwei Systeme zur Auswahl: Zum einen ein Mindestpreissystem wie im deutschen Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das feste Vergütungssätze für Ökostrom vorschreibt; zum anderen Quotenmodelle, bei denen die erneuerbaren Energien wie zum Beispiel in Großbritannien und Italien über frei handelbare Öko-Zertifikate gefördert werden.

In Deutschland hatten die großen Stromkonzerne immer wieder einen Wechsel weg vom EEG hin zu einem Quotenmodell gefordert. Doch nach dem EU-Bericht dürfte aus diesen Plänen nichts werden. So benötigten die erneuerbaren Energien in Großbritannien und Italien eine "signifikant höhere Förderung", heißt es in dem Bericht. Wie sich die Kosten mittel- und langfristig entwickeln, könne man heute noch nicht sagen.

Nur für große Investoren lohne sich das Zertifikatemodell: "Der Kapitalrückfluss ist höher als bei Mindestpreisen", schreiben die Autoren des Berichts. Das deutsche EEG hingegen beschere den Stromerzeugern nur relativ geringe Gewinne. So seien in Deutschland - wie in Spanien und Dänemark - die Vergütungskosten relativ gut an die tatsächlichen Erzeugungskosten angepasst. Dennoch komme der Ausbau der erneuerbaren Energien besser voran.

Für eine europaweite Harmonisierung der Fördersysteme hält die Kommission daher ein Modell wie in Deutschland für möglich. Dies könne helfen, die Kosten für die erneuerbaren Energien zu senken. Früher war für ein europaweites System immer nur das Quotenmodell im Gespräch. Vorerst plädiert die Kommission allerdings weiterhin für ein Nebeneinander der verschiedenen Systeme. So seien zum Beispiel bei der Energie aus Biomasse beide Modelle gleich erfolgreich. Insgesamt sei es deshalb noch zu früh, über eine Harmonisierung zu entscheiden.

In Deutschland begrüßten Vertreter der Branche den Brüsseler Bericht. "Das deutsche Erneuerbare-Energien-Gesetz bekommt ein dickes Lob von der EU-Kommission", sagte der Präsident des Bundesverbands Windenergie (BWE), Peter Ahmels, dieser Zeitung. "Das zeigt, dass das Gesetz wirksam und effizient ist." Dagegen sei die britische Art der Förderung ein "Alibi-Modell, das nur viel Geld kostet, aber die erneuerbaren Energien in keinster Weise voranbringt."

BU Bildunterschrift: Noch nicht marktreif.Ohne Förderung kommen die erneuerbaren Energien derzeit nicht aus.Die Art der Beihilfen aber ist europaweit umstritten.
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BeitragVerfasst am: 3.Feb 2007 10:01    Titel: Antworten mit Zitat

Leichter Anstieg des Energieverbrauch in Deutschland - Anteil regenerativer Energie am Primärenergieverbrauch bei 5,3 Prozent

Der Energieverbrauch in Deutschland ist 2006 leicht angestiegen. Die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB) berechnete einen Zuwachs von 1,2 Prozent auf 493,6 Mio. Tonnen Steinkohleeinheiten (Mio. t SKE), das entspricht 14 464 Petajoule, gegenüber dem Vorjahr. Gebremst wurde der Zuwachs durch die milde Witterung in den letzten Monaten des Jahres sowie das hohe Preisniveau, teilte die AGEB mit.

Der Beitrag der Wasserkraftwerke und Windkraftanlagen stieg insgesamt um rd. 9 Prozent. Die Stromerzeugung aus Windenergie nahm um 12 Prozent, diejenige aus Wasserkraft um knapp 4 Prozent zu. Der Verbrauch von sonstigen Energieträgern stieg gegenüber dem Vorjahr um 16 Prozent. Der Anteil der erneuerbaren Energien am Primärenergieverbrauch belief sich 2006 auf 5,3 Prozent gegenüber 4,7 Prozent im Vorjahr.

Beim Mineralöl standen einem deutlich höheren Verbrauch von Diesel, Heizöl und Flugbenzin Verbrauchsrückgänge bei Ottokraftstoffen und Chemiebenzin gegenüber. Insgesamt erhöhte sich der Mineralölverbrauch um 0,2 Prozent auf 176,2 Mio. t SKE. Mit einem Anteil von über 35 Prozent bleibt Mineralöl der mit Abstand wichtigste Energieträger in Deutschland.

Der Erdgasverbrauch erhöhte sich im Jahr 2006 gegenüber dem Vorjahr um 1,5 Prozent auf 112,6 Mio. t SKE. In der Stromerzeugung stieg der Erdgaseinsatz kräftig um rund vier Prozent. Auch die Industrie verbrauchte mehr Erdgas als im Vorjahr. Die Auswirkungen der kalten Witterung in den ersten vier Monaten und des ungewöhnlich milden letzten Quartals auf den Bedarf an Raumwärme glichen sich in etwa aus, sodass der Erdgasverbrauch im Bereich Haushalte und Gewerbe, Handel, Dienstleistungen auf Vorjahresniveau lag.

IWR
_________________
Wenn der Staat pleite macht, geht natürlich
nicht der Staat pleite, sondern seine Bürger.

(Carl Fürstenberg, dt. Bankier, 1850-1933)

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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
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BeitragVerfasst am: 18.Feb 2007 7:30    Titel: Antworten mit Zitat

@binoxio hat folgendes geschrieben:

Zitat:
Hochinteressant finde ich den ersten Satz in diesem Bericht und zutreffend
für manche tolle Errungenschaft unserer so modernen Zeit.

http://www.naturschutzparadox.de/webside5.htm


schönes Wochenende für alle
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Kerstin1956
Newbie


Anmeldungsdatum: 20.04.2006
Beiträge: 48
Wohnort: Cloppenburg

BeitragVerfasst am: 21.Feb 2007 21:06    Titel: Antworten mit Zitat

Moderator GM&P hat folgendes geschrieben::
@binoxio hat folgendes geschrieben:

Zitat:
Hochinteressant finde ich den ersten Satz in diesem Bericht und zutreffend
für manche tolle Errungenschaft unserer so modernen Zeit.

http://www.naturschutzparadox.de/webside5.htm


schönes Wochenende für alle


Schade, dass auf der genannten Webseite Zitate stehen, die schon uralt sind und den Leser nur verwirren.
Es gibt inzw. schon bessere Windkraftanlagen als die Drei-Flügel-Variante und damit bekommt die Windenergie eine völlig neue Bedeutung, da die neue Variante das fünffache von den Drei-Flügel-Anlagen leistet.
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Roderich Hopp
* Ehrenmitglied *


Anmeldungsdatum: 17.05.2004
Beiträge: 947
Wohnort: Dorum-Mulsum

BeitragVerfasst am: 22.Feb 2007 13:25    Titel: Antworten mit Zitat

Werte @ Kerstin !
Da stehen nicht nur verwirrende Zahlen sondern es werden auch " wissenschaftliche " Behauptungen aufgestellt, die so nicht richtig und bewusst aus dem Gesamtkomplex erneuerbarer Energien herausgerissen sind um dem Bürger glaubhaft zu machen, dass nicht die marktbeherrschenden Energieversorgungsunternehmen für die Preiserhöhungen verantwortlich sind, sondern die "subventionierten " Technologien im Bereich erneuerbarer Energien, u.a. eben die Windmühlen.
Sicherlich sind bei den sog. Subventionen zumindest was die Höhe anbelangt, Fehler gemacht worden. die ich aber, wie z.B. bei einer technisch fast ausgelutschten Technologie wie PV aber eher der erfolgreichen Arbeit einer tüchtigen Lobby und der Unwissenheit der Politiker über mögliche Auswüchse , da Neuland, zuschreibe.

Derartige Technologien sind nicht nur nach der Anzahl der möglichen Arbeitsplätze sondern eben auch nach einer vernünftigen, ressourcenschonenden Ökobilanz auszurichten.
Und da hat die Politik eben Fehler gemacht und einigen Dingen offensichtlich auf das Falsche Pferd gesetzt.

Nur mal auf die Schnelle zur besagten HP.

Zu 1. Behauptet wird:
Windkraft ist wirtschaftlich.

Meine persönliche Antwort darauf .

Auf jeden Fall mindestens genauso wirtschaftlich wie jedes
Atomkraftwerk, dessen Stromproduktion nur scheinbar so
günstig ist und auch nur weil steuerlich subventioniert.
Des Weiteren, wenn der Standort stimmt, absolut ungefährlich, denn im größten Windpark Europas ist noch keine der hier zu Tausenden weidenden Kühen tot umgefallen. Auch gibt es dort eine beachtliche Artenvielfalt und einen enormen Wildbestand.


Fakt ist:
Die Gesamtkosten einer aus Windenergie produzierten Kilowattstunde betragen durchschnittlich rund das Drei- bis Vierfache der Kosten einer im bestehenden Kraftwerkspark erzeugten Kilowattstunde. (Prof. Elsässer, E-ON, 7/2002)


Hier bleibt Herr Prof. Elsässer die Antwort schuldig welchen Kraftwerkspark er meint. Den eines AKWs, eines mit Braunkohle, Steinkohle oder mit Erdgas betriebenen.

Windkraftanlagen sind CO² frei und bedürfen keiner Emmissionsschutzbriefe die ja auch subventioniert und den Stromversorgern sogar von Rot/Grün geschenkt wurden. Unterm Strich sind WK- Anlagen die günstigsten Anlagen zur Erzeugung von green energy. Die Stgromversorger v ergessne woh wissentlich dass Sie für ihre AKWs riesige Summen an " stillen " Subventionen erhalten haben.

Fortsetzung folgt ....


Mit freundlichen Grüßen

Roderich Hopp



PS. Lese gerade wie einer der größten Luftverschmutzer,AUSTRALIEN, nur noch Energiesparlampen zulassen will.
Mit dieser Mitteilung möchte der alte Premier bei den anstehenden Neuwahlen zum fünften Mal der neue Premier Australiens werden und von seinen eigentlichen umwelt- politischen Fehlern ablenken.