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Hänsel und Gretel Pathfinder
Anmeldungsdatum: 08.02.2002 Beiträge: 416 Wohnort: Diese Erde
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Verfasst am: 28.Feb 2002 16:09 Titel: |
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Die ersten Ermunterungen, sich von liebgewonnenen Eigenschaften zu trennen, haben eine Reihe Fragen aufgeworfen. Das WOMIT und das eigentliche WIE im Sinne einer TO-DO-Liste, sind nicht nur ein weiterer Aspekt auf dem Weg zum Erfolg, sondern der Kern der Sache.
Nehmen wir uns ein leeres Blatt Papier und einen Stift zum Schreiben zur Hand. Wir trennen das Blatt mit einer vertikalen Linie und einer horizontalen Linie im oberen Bereich. Zwei Spalten und zwei Header entstehen somit. Den linken Header beschriften wir mit einem Minuszeichen und den rechten mit einem Pluszeichen (-/+).
Nun schreiben wir in die linke Spalte unsere Abneigungen. Dinge die wir nicht mögen, die wir nicht tolerieren und Fertigkeiten, die wir nicht können, dennoch wir sie beherrschen sollten. Mit der rechten Spalte verfahren wir genau umgekehrt. Dort platzieren wir unsere Vorzüge und Fähigkeiten. Sich hier selbst zu übervorteilen ist nicht anzuraten. Tja,- was kann ich denn so richtig? Mit welcher meiner Fähigkeiten könnte ich erfolgreich sein? In Mathematik hatte ich eine dicke 5. Macht nichts. Albert Einstein auch.
Ein Beispiel. Sie können SEHEN. Ja,- das kann jeder...! Erwähnen Sie es bitte nicht im Beisein von Ray Charles. SIE können sehen, sonst blieben Ihnen diese Zeilen verborgen. Und mit der Fähigkeit zu sehen kann man erfolgreich sein? Oh ja. Sehen und sehen sind zweierlei. Sehen heißt auch beobachten. Genaues Betrachten von Dingen und Personen. Observieren nennt es der Fachmann. Stimmt. Damit kann man sehr viel Erfolg haben, wenn man es richtig kann.
Kehren wir zurück zum Papier. Festzustellen gilt es, dass unsere Fähigkeiten nicht gleichsam eines Staatsexamens zu setzen sind. Wir können erheblich mehr als das, was unsere Klassenlehrer mit ein paar Noten ins letzte Zeugnis zu notieren vermochten. Die Fertigkeit ein Fahrzeug gekonnt zu lenken, steht in keinem Zeugnis und in keiner Diplomarbeit. Allein jedoch diese herausragende Fähigkeit, bescherte Michael Schuhmacher 5 WM-Titel und ein beachtliches Vermögen. Erfolg!
Das ist ja einfach! Stimmt. Wäre Erfolg kompliziert, würde ihn keiner wollen. Wen treibt es schon gerne und freiwillig nach etwas Stacheligem mit bitterem Inhalt und schlechtem Aroma?! Die Genialität des Erfolgs liegt ergo in seiner Einfachheit. Genau. Und warum haben so wenig Leute echten Erfolg? Weil sie die Fähigkeit einfach zu denken verlernt haben!
Ein Beispiel. Wenn ein Kleinkind Hunger verspürt, schreit es herum. Die Mutter erfasst das Signal, gibt dem Signalsender Brust oder Flasche und beseitigt zwei Dinge auf einmal. Das Geschrei und den Hunger des Kindes. Jetzt ist es klar erkennbar. Ursache und Symptom. Ursache ist Hunger. Dieser macht sich über ein (unliebsames) Geräusch als Symptom bemerkbar. Ursache beseitigen und damit das Symptom ersticken. Wird der Mensch älter, so werden seine Symptome kultiviert.
Er schreit nicht mehr einfach nur herum, sondern formuliert in langen und komplizierten Formeln und Umständen sein Begehr. Er bestellt einen Tisch im Restaurant, liest eine Speisekarte und bestellt etwas in fester, als auch in flüssiger Form, so dann es der Ober kredenzt. Sehr umständlich und sehr zeitaufwendig. Einfach den Hals aufmachen und kräftig Plärren war erheblich einfacher und brachte das selbe Ergebnis. Sättigung.
Es ist also der Weg der zum Erfolg führt? Exakt! Kurz, schnell, einfach und überschaubar. Peng! Die meisten Dinge sind aber nicht einfach! Falsch! Alle Dinge sind einfach! Man muss sie nur von der richtigen Perspektive aus betrachten. Das ist der Punkt. Betrachten Sie einmal den Stift, den Sie halten, aus der Perspektive seiner Seelenachse und vergrößern dieses Bild auf eine Plakatwand. Kein Mensch erkennt darin ein Schreibwerkzeug. Es ist aber eines. Nur die Perspektive der Betrachtung, ist eine, die für die Benutzung des Gegenstands völlig ungewöhnlich ist. Also wird die Situation nicht richtig erkannt, wahrgenommen und demzufolge falsch umgesetzt. Fatale Fehler sind die Folge.
Und das ist das Geheimnis des Erfolgs? Ein nicht unbedeutender Teil jedenfalls. Viele Synonyme begleiten dieses Unterfangen. "Ein gutes Händchen für etwas haben..." sagen wir. "Der hat einen grünen Daumen", behaupten wir glattweg. "Das richtige Gespür haben..." heißt es oftmals. Der Volksmund hat dafür den Oberbegriff GLÜCK erfunden. Es klingt mehr wie eine Entschuldigung, denn nach Können. Glück haben kann jeder, etwas KÖNNEN bedeutet: Etwas zu leisten. Leisten wir uns den Luxus, nichts zu können und dennoch Erfolg zu haben? Mit ein wenig Glück schon!
Wir schauen einem Magier bei einem Trick zu. Begeisterung und Applaus. Wie macht er das bloß...? Er macht es einfach, so viel steht fest. Allerdings zeigt uns der Magier sein Kunststück aus einer Perspektive, die zur Auflösung des Rätsels völlig ungeeignet scheint, was aber so sein soll. Wir setzen jedoch voraus, dass es sehr schwierig sein muss. Fehler Nummer eins: Setze niemals etwas voraus. (Konfuzius) Wir veranlassen unser Gehirn NICHT einfach, sondern verzwickt und mit Haken und Ösen zu denken. Das führt zu Kopfschmerzen und wir versagen. Wir wollen nicht ums Verrecken kapieren, dass die Lösung so einfach ist wie 1+1=2. Ist sie aber.
Drehen und wenden wir die Dinge so lange, bis wir eine Perspektive erreichen, die sie uns so darstellt, bis man sie RICHTIG sieht. Jetzt sehen wir KLAR. "Ist doch logisch...!!!" Kennt man diesen Ausspruch nicht irgendwo her?! Jedes mal wenn etwas enttarnt, aufgedeckt oder entlarvt wird, ist es nachher für JEDEN logisch. Und vorher? Ja,- da hat man noch nicht gewusst, dass... dass man die Dinge aus einer anderen Perspektive sehen MUSS.
Broker X "sieht" einen Trend im Aktienmarkt. Broker Y steht daneben und sieht zwar das selbe, aber eigentlich gar nichts. Tomaten auf den Augen. Broker X ist gewieft und macht Broker Y deshalb auch nicht darauf aufmerksam. Selber essen macht dick. Broker X sieht die Dinge aus der richtigen Perspektive. Broker Y bleibt dieses verborgen, weil er zu kompliziert denkt. Er berät seine Klientel mit Blue Chips. Das ist sicher, das ist solide. Broker X versorgt seine Klientel mit Rallyes und hat dafür "ein gutes Händchen" entwickelt. Broker Y verdient nicht schlecht. Broker X verdient besser, leichter und schneller. Einfacher eben. "Ja ja,- der hat immer ein Glück...!" Das hören wir jeden Tag zu oft.
Schauen wir einmal wieder auf unser Blatt Papier. Rechts, unter der Rubrik "+" steht also immer noch "sehen". Mehr nicht? Was noch? Sehen reicht? Ja. Sie haben selber bemerkt, wie viel man damit erreichen kann, richtig zu sehen. Was wollen Sie noch? Ein Studium? Einen Doktor-Titel? Wozu? Es behindert nur. Sie lachen? Warum? Es stimmt doch aber. Ist Michael Schuhmacher etwa Dr. Sonstwas? Na also. Es behindert! Betrachten Sie ein Stock-Car. Wie sieht es aus? Schäbig um nicht zu sagen hässlich. Genau. Alles was nicht von Nütze ist, also beim Rennen behindert, wurde abmontiert. Das Wesentliche kommt zum Vorschein und der Wagen geht durchs Ziel. Erfolg. Einfach? Na klar ist das einfach. Jetzt fängt es erst richtig an Spaß zu machen.
Werfen Sie all den unnötigen Ballast von sich, von dem Sie noch vor einer Stunde dachten, ohne ihn nicht leben zu können. Ich soll mich also scheiden lassen? Ein Scherz wirkt manchmal erheiternd, aber so weit wollen wir es nicht kommen lassen. Betrachten Sie das Wesentliche. Verlieren Sie nicht den Faden. Behalten Sie das Ziel im Auge. Noch können Sie es nicht greifen, aber SEHEN.
Und was ist mit der Minus-Spalte unseres Papiers? Die Stöcke zwischen den Beinen, die Hürden und Steigungen auf unserem Weg? Die gilt es sich einzuprägen und zu umfahren, wie die Slalomstangen bei der Abfahrt. Sie sind der Wegweiser, der uns immer wieder auf die Strecke bringt. Es sind die Bojen, die wir auf hoher See erkennen und die uns mahnen; bis hierher und nicht einen Meter weiter. Die Schwächen und Fehler, die Unzulänglichkeiten und die Macken. Die Störenfriede und Erzfeinde des Erfolgs, an denen die Meisten kläglich scheitern und erbärmlich versagen. Sie gilt es in den Griff zu bekommen, um sie zu zähmen.
Man muss mit ihnen leben sonst stimmt die Polarität nicht mehr. Menschen ohne MINUS-SPALTE auf dem Papier sind langweilig, fad, farblos und ohne jeden Eigengeschmack. Ja-Sager und Bücklinge hat's schon genug. Rückratlose Oberschleimer mit operativ nicht mehr zu entfernendem Dauergrinsen, stehen niemals auf der Treppe mit der 1. Wo Licht ist, ist auch Schatten und wo gehobelt wird, fallen Späne. Erfolge MÜSSEN mit lautem Getöse gefeiert werden, sonst vernimmt keiner, dass es sie gibt.
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