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Hänsel und Gretel Pathfinder
Anmeldungsdatum: 08.02.2002 Beiträge: 416 Wohnort: Diese Erde
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Verfasst am: 28.Feb 2002 16:10 Titel: |
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Einfaches Denken. Was ist das und wie geht das? Kann man es trainieren? Dinge mit "anderen Augen" zu sehen bedeutet nicht, seinen liebgewonnenen Standpunkt, oder gar seine Meinung aufzugeben. Es kommt mehr dazu als das, was man zu verlieren glaubt.
Was soll es schon NEUES geben? Es wurde doch schon alles erfunden. Falsch. Seit langen Jahren führt die Firma IBM die Hitliste der jährlichen Erfindungen an und trägt diesen Sieg munter nach Hause.
Simplifizierung ist das Zauberwort. Die Vereinfachung der Umstände in punkto Handling, Funktionalität und Recycling. Wo beginnt die Strecke und wo hört diese auf? Am Anfang steht die Organisation. Die meisten uns bekannten Leute, sind absolut mangelhaft organisiert. Aus diesem Umstand kann kaum Erfolg wachsen. Kein Konzept, kein Background und ein Minus im Planen. Tausend Dinge werden begonnen, jedoch nicht fertiggestellt. Immer käme etwas dazwischen, was den Etappenerfolg verhindert, sind die Entschuldigungen.
Man verliert den Faden und lässt sich ablenken. Warum? Weil man die Prioritäten falsch gliedert. Man setzt Unwichtiges vor Wichtigem. Unbewusst. Diese "Wie werde ich erfolgreich." - Manuskripte, wurden noch vor Jahren an einige Hundert Vertriebspartner kostenlos als "Krücke zum Gehen" versandt. Anstatt sie zu LESEN und zu VERSTEHEN, sie umzusetzen und aus probaten Formeln Kapital zu schlagen, zogen es eine Zeitgenossen vor, sie zu "tunen". Diese Tunings erreichten eher das Zwerchfell zur Erheiterung, denn ein Wohlwollen. Man könnte doch an dieser oder jener Stelle auch so und so schreiben, oder das Ganze in einem anderen Schrifttyp setzen oder das Erscheinungsbild, sprich Layout mehr so und so... Schade ums Porto.
Das ist es. Die Verzettelung. Die Verwässerung des Charakters bis zur Unkenntlichkeit der Sache. Schweißausbrüche und Tobsuchtsanfälle seitens des Autors waren die Folge. So weit - so finster.
Legen Sie sich ein Konzept parat. Eine Anleitung quasi, wie ein Kochrezept, auf das Sie immer dann zurückgreifen können, wenn Ihnen der Faden zu entgleiten droht. Fahren Sie stets die gleiche Strecke ab, bis Sie diese rückwärts und indisch flöten können. Die Reihenfolge ist seit Urzeiten festgelegt. Amateur, Semiprofessionell, Profi und dann kommt die Krönung. Improvisation. Improvisieren Sie vor dem Status eines Profis schon oder versuchen Sie es, machen Sie nicht nur einen Fehler, sondern setzen den ganzen Erfolg aufs Spiel. Tun Sie nichts, was Sie wirklich nicht und ohne fremde Hilfe können allein. Fragen Sie, um Antworten zu erhalten. Fragen Sie aber keinen nach seiner Meinung. Sie werden sich nicht mehr entscheiden können.
Wir wollen einfach denken. Warum eigentlich? Weil es kaum noch praktiziert wird. Der Alltag bringt ständig Neues hervor, was es zu meistern und zu beherrschen gilt. Angefangen beim Handy, bis hin zu komplexer Office-Software im Büro. Jeder und alles will verstanden und begriffen werden. Das Gehirn wird zu Höchstleistungen angespornt und steht permanent unter Starkstrom. Wir kennen alle diesen eher verzweifelten Ausspruch: "...der macht es sich aber einfach...". Wir drücken unser Unvermögen darüber aus, dass einer die Stirn besitzt, Dinge nicht zu (ver)komplizieren und gleichzeitig attestieren wir uns, es nicht derartig zu handhaben.
Nun. Einfach denken. Und was bringt es? Eigentlich alles. Auf jeden Fall den Vorteil, des Überraschungsmoments. Das da, womit keiner rechnet. Die VERWIRRUNG. Verwirrung stiften, als strategischer Erstschlag beim Klang der Fanfaren auf dem Schauplatz des Business. Peng! Laden, zielen, Schuss und Treffer. Peng! Wo bleibt es? Was? Das Beispiel. Hier kommt's schon.
Gehen Sie in einen Supermarkt. In einen, in dem man Sie (noch) nicht kennt. Kaufen Sie etwas ein. Völlig egal was. Legen sie es auf das Laufband und fokussieren Sie die Kassiererin. Machen Sie ein neutrales Gesicht. (?) Wirken sie entspannt. Locker. Sicher. Nicht überheblich. "Es geht Ihnen gut" soll ihre Körpersprache aussagen. Jetzt, wenn Sie an die Reihe kommen und man Ihnen mit "Guten Tag" begegnet, fügen Sie hinter Ihre Erwiderung noch ein neugierig fragendes "wie geht's" an. Jetzt schauen Sie sich das Gesicht der Kassiererin noch einmal ganz genau an. Was sehen Sie? Es kann nur eines darin stehen. VERWIRRUNG.
In den Pupillen der Kassiererin stehen plötzlich zwei Fragezeichen. Kennt der mich und wenn ja, woher? Nanu,- hatten wir schon mal, das Vergnügen...? Mit etwas Verzögerung erhalten Sie eine Antwort, wenn überhaupt. In der Zeit der Verzögerung, spielte sich im Kopf unserer Probandin das reine Chaos ab. Ihr Vorteil.
Transponieren Sie diese Erfahrung in Ihren Alltag. Das Telefon klingelt. Sie nehmen den Anruf an. Eine Ihnen unbekannte Person meldet sich mit den üblichen Floskeln. Lassen Sie sie aussprechen. Und nun fragen Sie einfach: "Wie geht's...?". Glauben Sie mir. Am liebsten will der andere wieder einhängen und drei Wochen Urlaub beantragen. Er rechnet nicht damit. SIE sind plötzlich der LEADER. Sie sind vorne. Das ist ja einfach, werden Sie sagen. Haben wir je etwas anderes behauptet?
Ab genau diesem Moment haben Sie klargestellt, wer hier der Boss ist. SIE. Demolieren Sie diesen Zustand niemals mit Überheblichkeit. Chef sein und Chef spielen sind zweierlei. Also immer bescheiden bleiben, zumindest nach außen. Ein ebenfalls sehr amüsantes Spiel, ist das "Händeschütteln". Hierbei geht es darum, die uns anerzogene Höflichkeit bis zum Nervenzerfetzen des Gegenübers auszukosten.
Man gibt sich bei allen möglichen Anlässen und Situationen die Hand. Guten Tag, darf ich vorstellen...usw. Spielen Sie den Schussel, den Obertrottel. Seien Sie einmal der, dem man nicht mehr begegnen will. Beginnen Sie mit der Übung in einem, Ihnen bekannten Kreis. Zu Anfang ist das von Vorteil, zumal Sie dort die Lage im Griff haben sollten. Gehen Sie, so wie jeden Tag, auf einen Kollegen, Mitarbeiter, etc. zu und reichen die Hand zum Gruß. Man erwidert diese Geste (mit der uns anerzogenen Höflichkeit). Break.
Lassen Sie eine Zeit (10-15 Minuten) verstreichen und wiederholen Sie diesen alltäglichen Ablauf. Sie erhalten die Hand des Anderen erneut. "Ham' wir schon", wird er/sie zu korrigieren versuchen. Egal. Sie halten die Hand hin, so lange bis die andere Hand kommt. Bleiben Sie der Trottel. Stellen Sie sich als vergesslich hin und behalten Sie Poker-Face. Nach weiteren 15 Minuten ergreifen Sie erneut an. Wieder und wieder erhalten Sie die gewünschte Hand. Fragen Sie nicht, wie so etwas möglich ist. Nehmen Sie es als gegeben hin. Das ist Erfolg.
Der Triumph darüber, Menschen zu etwas zu veranlassen, was diese niemals sonst getan hätten, nämlich 5 Mal hintereinander "Guten Morgen" zu sagen, das ist Ihr Etappenziel. Je besser Sie Ihre Rolle dabei spielen, desto einfacher wird es sein. Wenn Sie es schaffen, dass Ihr Gegenüber Ihnen 5 Mal die Hand reicht, so werden Sie es auch schaffen 1 Mal seine Unterschrift auf ein Blatt Papier zu erhalten. Ob Sie Autos, Versicherungen, Wertanlagen, Hühneraugenpflaster oder den Central-Park von New York verkaufen wollen, spielt dabei keine eigentliche Rolle mehr. Sie sind der Boss.
So lange Sie nicht fragen, haben Sie ein NEIN. Fragen Sie und man gewährt und stimmt Ihnen zu, haben Sie ein JA. Fragen Sie nie, behalten Sie das NEIN. Will heißen: Sie können nicht verlieren. Sie können nur GEWINNEN. Und Gewinn heißt Erfolg. Wir nutzen nicht die Schwächen aus, sondern machen sie uns zu nutze. Wir engagieren sie als "Dritten Mann". Als unser Verbündeter, wie der Kiebitz in der Pokerrunde. Ein unsichtbarer Mitarbeiter, wenn man so will. Nur erheblich kostengünstiger im Gehaltswesen.
Seien Sie konsequent und autark. Treten Sie entschlossen auf. Zweifeln Sie nicht an Ihrem Tun und Handeln. Stellen Sie sich selbst nicht in Frage. Begründen Sie nicht unablässig Ihre Argumentation. Es könnte Ihnen als Schwäche oder Unsicherheit ausgelegt werden. "Holen" Sie sich NICHT unentwegt das berühmte "JA" Ihres Gegenüber. Warum nicht? So lehren es doch alle...! Wer hat Erfolg? Wenige! Warum? Weil sie das tun, was ALLE tun? Sicher nicht! Stimmt. Das hatten wir schon in der ersten Staffel...Aha. "Das hört sich alles viel zu einfach an..." Vorsicht! Jetzt stehen Sie mit einem Bein in der eigenen Falle. Aua. Tut das weh? Ja sehr. Gut. Und was heißt das nun wieder? Legen Sie niemals dort einen Köder aus, wo Sie der Einzige sind, der danach schnappt.
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