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Müssen Anleger wirklich für die Magellan-Zockerei bluten?

14. Juli 16, 11:21:35

Eigentlich haben die 10.000 Schiffscontainer-Käufer der Magellan Maritime Service GmbH aus Hamburg 400 Millionen Euro anvertraut, damit die Magellan für sie die Container in China produzieren lässt, kauft, an Reedereien vermietet und die Mieten für die Investoren kassiert. Doch wie die Investoren am 4. Juli 2016 vom Insolvenzverwalter erfahren mussten, könnte die Service-Gesellschaft wegen eines "von dem Investitionsgeschäft unabhängigen Handels mit Containern", also wegen eigener Zockerei, in finanzielle Not in Höhe von 12 Millionen Euro geraten sein.

Das könnte den Container-Investoren aber eigentlich egal sein, wenn der Insolvenzverwalter nicht versuchen würde, mit den Mieteinnahmen der Investoren auch das Zockerei-Minus der Service-Gesellschaft auszugleichen, indem er die Mieteinnahmen einfach zur Insolvenzmasse erklärt. Der Insolvenzverwalter argumentiert: Laut einem Gutachten von CMS Hasche Sigle habe Magellan die Mieteinnahmen bei Vertragsabschluß nicht rechtswirksam an die Investoren abgetreten. Damit seien die Investoren nun Gläubiger im Insolvenzverfahren.

Dem widerspricht Rechtsanwalt Peter Mattil aus München. Die Vertragsklauseln seien eindeutig. Gegenüber k-mi sagte Mattil: "Die Magellan hätte bereits nach dem Verkauf an den Investor die für ihn eingezogene Miete gesondert und getrennt von ihrem sonstigen Vermögen verwalten müssen. Der Insolvenzverwalter wäre jetzt verpflichtet, die Mieten auszusondern und von dem übrigen Vermögen bzw. Verbindlichkeiten der Magellan zu trennen. Die Mieten stehen direkt den Investoren zu, nicht dem Insolvenzverwalter." ... » Mehr

BGH: INFINUS-Agenten haften nicht persönlich für Beratung

12. Juli 16, 12:12:31

Jetzt herrscht endlich Rechtssicherheit für alle Finanzberater und Vermittler, die unter ein Haftungsdach schlüpfen. Sie können sich auch im Krisenfall darauf verlassen, nicht in Regress genommen zu werden. Mit Beschluss vom 28. April 2016 (Az. III ZR 95/15) hat der BGH eine Nichtzulassungsbeschwerde eines Anlegers gegen einen Agenten der INFINUS AG Finanzdienstleistungsinstitut mit Sitz in Dresden abgewiesen. Der Agent wurde von Rechtsanwalt Nikolaus Sochurek aus München vertreten. Die Klage war bereits vor dem OLG Schleswig gescheitert (Az. 5U 203/14). Laut BGH habe ein unternehmensbezogenes Geschäft vorgelegen.

Auch das Provisionsinteresse des Agenten begründe keine Eigenhaftung oder persönliche Gewähr, sprach das OLG Zweibrücken am 11. Mai 2016 einen INFINUS-Agenten von einer Regressforderung frei, der von Rechtsanwalt Daniel Blazek aus Bielefeld vertreten wurde ... » Mehr

Martin Kristeks Care Energy droht ein Kollaps

07. Juli 16, 08:11:57

Care-Energy droht ein Kollaps, denn namenhafte Stromnetzbetreiber wollen nicht länger mit dem Unternehmen des in Hamburg lebenden Österreichers Martin Kristek (44) in Verbindung gebracht werden. Nachdem bereits der Berliner Netzbetreiber 50Hertz seinen Vertrag mit Care Energy gekündigt hat, drohen nach Informationen des Manager Magazins auch Tennet, Amprion und Transnet BW mit diesem Schritt.

Wie wir berichteten, hat die Bonner Bundesnetzagentur am 28.Juni 2016 gegen die Kristek gehörende Care-Energy AG aus München wegen des Verdachts der fehlenden Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit gemäß § 5 EnWG ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Kristek verbat sich uns gegenüber, sein Wahlplakat mit seinem Foto zu veröffentlichen.

Spätestens seit Kristek auf Youtube im Dezember 2015 als Parteivorsitzender der Care Partei Deutschland mehr Transparenz verspricht und dafür sorgen will, "dass die Bürger erfahren, was hinter verschlossenen Türen passiert", ist Kristek eine Person des öffentlichen Interesses. Die Bundesnetzagentur gibt seiner Care-Energy AG bis 13. Juli 2016 Zeit, über dubiose Kundenabmeldungen aufzuklären, sonst verhängt sie ein Bußgeld von einer Million Euro ... » Mehr

BGH: Bei Schneeballsystem zählt volle Anlagesumme als Schaden (trotz Auszahlungen)

05. Juli 16, 10:33:13

Vor ein paar Jahren mussten wir Opfern eines Schneeballsystems eine schlechte Nachricht überbringen: In einem Urteil vom 16. März 2010 (BFH - VIII R 4/07) bestätigte der Bundesfinanzhof seine laufende Rechtsprechung, dass Scheinrenditen aus Schneeballsystemen zu versteuern sind, auch wenn diese dem Betroffenen nicht zugeflossen sind.

Auch wenn der Fiskus auf diese Art weiter an Schneeballsystemen verdient, gibt es nun dennoch eine gute Nachricht für betroffene Anleger. Die Anwälte Alexandra und Tim Wullbrandt aus Heidelberg und Wörrstadt teilten mit: "Bei einem Anlagebetrug im Rahmen eines Schneeballsystems gilt die gesamte Anlagesumme als Schaden. Dies entschied der BGH mit Beschluss vom 02.03.2016 - Aktenzeichen 1 StR 433/15 (Vorinstanz LG Nürnberg-Fürth)."

Das bedeutet, so die Kanzlei: Nach Ansicht des BGH "ist es daher für die Berechnung des Schadens auch unerheblich, ob der Täter zwischenzeitlich den Anlegern des Schneeballsystems (anteilige) Beträge zurückerstattet hat. Das wirkt sich lediglich auf die Strafzumessung aus. Für die Berechnung des Schadens beim Anlagebetrug ist daher lediglich relevant, ob das Anlagesystem wie bei einem Schneeballsystem von Anfang an darauf ausgelegt war, das Geld der Anleger zweckwidrig zu verwenden. In diesem Fall ist der Schaden bereits in voller Höhe der Anlagesumme entstanden, wenn der Anleger die Anlagesumme an den Betreiber des Schneeballsystems verfügt hat." ... » Mehr

Hanseatisches Fußball Kontor: Wieder ein von Fonds Finanz vertriebenes Produkt pleite

30. Juni 16, 10:31:04

Wieder mal ist ein Anbieter, dessen Produkt vom Münchener Maklerpool Fonds Finanz des Norbert Porazik (30.000 angeschlossene Makler) vertrieben wurde, pleite. Vier Anleger haben beim Amtsgericht Schwerin gegen die dortige Hanseatische Fußball Kontor Invest GmbH Insolvenzantrag gestellt, das vorläufige Verfahren wurde am 17. Juni 2016 eröffnet (Az.: 580 IN 325/16), weil seit Oktober letzten Jahres keine Zahlungen mehr auf Nachrangdarlehen oder Anleihen geleistet worden seien. Der Anbieter hat von 2.500 Anlegern rund 24 Millionen Euro eingesammelt. Wir warnten Anfang 2014, dass die GmbH seit 2013 bilanziell überschuldet ist.

Wie der Versicherungsbote berichtete, stellte im März 2016 Geschäftsführer Kai-Volker Langhinrichs im Rahmen des 14. Fondsrating-Tages in Hamburg eine börsennotierte Anleihe vor. Diese wurde auf den Markt gebracht, um das Unternehmen umzustrukturieren. Während das ursprüngliche Geschäftsmodell auf die Beteiligung an Transferrechten für Fußballer ausgelegt war, sollten nun Beteiligungen an Vereinen erworben werden. Investiert wurde unter anderem in Vereine wie Atletico Madrid, FK Dukla Prag oder auch den FC Carl Zeiss Jena.

Zu diesem Zeitpunkt hatte eine Anlegerin aus Schleswig-Holstein bereits mehrere Mahnschreiben wegen ausbleibender Rückzahlung geschickt. Antworten blieben jedoch aus. Daraufhin schaltete die Frau Anfang 2016 den Hamburger Rechtsanwalt Dr. Ernst Hoffmann ein, stellte Strafanzeige. Die Schweriner Staatsanwaltschaft leitete jedoch kein Ermittlungsverfahren ein, weil es für eine Straftat keine Beweise gäbe, was der Anwalt für einen Skandal hält ... » Mehr

VW-Abgas-Schreck US-Anwalt Hausfeld springt Postbankaktionären gegen Deutsche Bank bei

28. Juni 16, 10:15:19

Es klang ein bisschen wie David gegen Goliath, als wir im Herbst vorigen Jahres meldeten, dass Postbankaktionäre gegen die Deutsche Bank wegen der Squeeze-out-Abspeisung von nur 35,05 Euro pro Aktie klagten. Doch nun bekommen die Aktionäre prominente Unterstützung. Der VW-Schreck im Abgasskandal, der US-Staranwalt Michael Hausfeld (71), unterstützt die Klagen des Berliner Anwalts Dr. Wolfgang Schirp (51) und gibt dem Rechtsstreit um die Postbankübernahme einen globalen Drive.

Das Manager Magazin schrieb letzten Freitag: "Gelingt der Nachweis, dass die Deutsche Bank bei der Postbank schon als Minderheitseigner die Macht hatte, müsste sie nachträglich allen Aktionären 57,25 Euro zahlen. Insgesamt haben Hausfeld und Schirp 284 institutionelle Investoren als mögliche Kläger ausgemacht, womit sich der Streitwert auf zwei Milliarden Euro summieren könnte." Hausfeld und Schirp wollen nun weitere potenzielle Kläger ansprechen - darunter mit Blackrock und Norwegens Ölfonds zwei der weltgrößten Vermögensverwalter, die zugleich auch Großaktionäre der Deutschen Bank sind. "Der Fall hat für uns hohe Priorität", sagte Hausfelds Deutschland-Statthalter Christopher Rother ... » Mehr

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01. Juli 16

Christian Wahi ein kriminelles Bandenmitglied? Deutsche Immobilienkasse GmbH trennte sich


ConventSo präsentierte sich Christian Wahi auf Facebook. (be) - Die Staatsanwaltschaft Essen ermittelt gegen Christian Avinash Wahi aus Düsseldorf wegen banden- und gewerbsmäßigen Betrugs in hunderten Fällen. Die Gesellschafter der Düsseldorfer Firma Deutsche Immobilienkasse GmbH haben Wahi als Geschäftsführer abberufen. Doch der sieht sich als Opfer.

Die Staatsanwaltschaft Essen beschuldigt den Diplom-Designer Christian Avinash Wahi (34) aus Düsseldorf, er habe sich im Sommer 2014 mit vier weiteren Personen zu einer kriminellen Bande zusammengeschlossen, die junge und unerfahrene Firmen mit Schein-Offerten hereingelegt haben soll.

Die Bande war aufgeflogen, als sie zusätzlich zu der mutmaßlichen Abzocke mit den Offertenschreiben auch noch mutmaßlich Steuern hinterziehen wollte.

Die Betrüger sollen pseudo-offizielle Rechnungen für Einträge in unnötige Firmenregister an mehr als 600 neu gegründete Unternehmen versandt haben. So haben sie offenbar einen Schaden in Höhe von insgesamt 6 Millionen Euro verursacht, berichtete GoMoPa Anfang März 2015, allerdings noch ohne die Namen der Beschuldigten zu kennen.

Oberstaatsanwältin Anette Milk sagte damals zu GoMoPa, dass die Beamten fünf Beschuldigte festgenommen hatten, die sich über mehrere Tage in Untersuchungshaft befanden. Nun sagte Oberstaatsanwältin Anette Milk zu GoMoPa:

Zitat:


Herr Christian Avinash Wahi war eine der dort erwähnten fünf Personen, gegen die Haftbefehle vollstreckt worden sind. Inzwischen ist er von der Untersuchungshaft verschont worden.

Ihm wird zur Last gelegt, auf einer mittleren Ebene de ...
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