GoMoPa® - der Finanznachrichtendienst (www.gomopa.net) - Pressemeldung vom 18.07.2012

Mitternachtsnotar Marcel Eupen verhaftet


Rechtsanwalt Marcel J.<br /> Eupen (51) aus Berlin<br /> Schöneberg © Kanzlei<br /> Eupen & Collegen
Rechtsanwalt Marcel J.
Eupen (51) aus Berlin
Schöneberg © Kanzlei
Eupen & Collegen
"Pack schon mal die Zahnbürste ein", hatten ihn Berliner Anwaltskollegen noch vor kurzem halb im Scherz, halb im Ernst gewarnt, nachdem am 23. Juni 2012 eine neunköpfige Maklertruppe um den Berliner Schrottimmobilien-König Kai-Uwe Klug (31) zu mehrjährigen Haftstrafen wegen gewerbsmäßigen bandenmäßigen Betruges verurteilt worden war, Aktenzeichen (536) 4 Wi Js2/08/8 (11).

Sieben der neun verurteilten Makler hatten ihren Hausnotar Marcel Eupen (51) in den 17 Verhandlungstagen vor der 36. Großen Strafkammer des Berliner Landgerichts schwer als Mittäter belastet.

Heute Morgen klickten bei Marcel Eupen in seiner Wohnung in Falkensee (Havelland, westlich von Berlin) die Handschellen, der Berliner Notar wurde verhaftet, kam tatsächlich in Untersuchungshaft. Der Haftbefehl wurde wegen der Schwere der Straftat, Verdunkelungsgefahr und Fluchtgefahr ausgestellt und vollstreckt.

Convent Eupen werden gegenwärtig 17 vollendete und ein versuchter bandenmäßiger Betrug beim Vertrieb von Schrottimmobilien (Finanzruinen) mit einem Schaden von rund einer Million Euro zur Last gelegt, die er von Juni 2008 bis März 2010 hautpsächlich mit Protzmakler Kai-Uwe Klug (Foto © KK Royal Basement GmbH) begangen haben soll. Dazu wurden heute auch vier Objekte in Berlin (darunter seine Kanzlei in der Wartburgstraße 19 im Stadtbezirk Schöneberg) und das Reihenhaus in Falkensee, in dem sich Eupen aufhielt, durchsucht und Beweise sichergestellt. Weitere Betrugsfälle würden vom Landeskriminalamt Berlin noch ermittelt.

Im Dezember vorigen Jahres hatte Eupen im GoMoPa.net-Interview den Beweis geliefert, dass der Berliner Senator für Justiz- und Verbraucherschutz, Michael Braun (55, CDU), als Notar Schrottimmobilien beurkundet hatte. Braun trat am 12. Dezember 2011 nach nur 12 Tagen im Amt zurück. Eupen hatte als Kronzeuge maßgeblichen Anteil daran.

Eupen hatte bemängelt, dass der Notar die Verträge viel zu schnell vorgelesen hätte, man hätte Pausen machen müssen. Die vorgeschriebene 14tägige Frist bis zur Unterschrift beim Notar sei gar nicht eingehalten worden. Und es sei unzulässig zwischen Angebot und Annahme getrennt worden, obwohl bereits das Angebot verbindlich und unwiderruflich war. Alles Fehler, die ihm nun auch selbst vorgeworfen werden.

Eupen hatte also aus dem Nähkästchen geplaudert. Gegenüber GoMoPa.net hatte Eupen sogar im Mai 2011 zugegeben, früher selbst ein so genannter Mitternachtsnotar gewesen zu sein, der Kaufverträge auch mal auf die Schnelle zur Unzeit nach 18 Uhr beurkundet hatte. Seit Anfang 2011 habe er damit aufgehört und hole nun als Anwalt Geschädigte aus den Schrottimmobilien-Verträgen wieder heraus.

Die Reue kam zu spät. Die Vergangenheit holte Eupen schließlich mit Prozessbeginn gegen Kai-Uwe Klug und Konsorten am 10. Februar 2012 schlagartig wieder ein.

Die Angeklagten belasteten Eupen der Reihe nach schwer. Darunter auch der Boss Kai Klug. Am 4. Verhandlungstag, dem 29. Februar 2012, verlas Anwalt Jan Stübing Klugs Geständnis.

Prozessbeobachter Rechtsanwalt Jochen Resch aus Berlin-Charlottenburg, der hundert Geschädigte von Klug und Eupen vertrat, notierte:

Rechtsanwalt<br />
Jochen Resch<br />
© Kanzlei Resch Berlin<br />
Rechtsanwalt
Jochen Resch
© Kanzlei Resch Berlin

Zitat:


Ein nahezu umfassendes Geständnis. Daraus ging auch hervor, dass die vierzehntägige Frist für die Übergabe der notariellen Kaufvertragsangebote nie eingehalten wurde. Die Vertriebsprovisionen in Höhe von bis zu 35 Prozent wurden bestätigt.

Im Anschluss wurde der Angeklagte Friedrichs gehört, der seine Einlassungen persönlich, teilweise von Tränen erstickter Stimme, sehr flüssig vortrug. Dabei betonte er, dass alle Entscheidungen von Kai Klug abgesegnet werden mussten.

So wunderte sich der Angeklagte auch darüber, wie es möglich sei, dass die Kunden bereits nach nur zwei Stunden zum Notar gebracht wurden. Mit dem Notar soll es sogar diesbezügliche Vorgespräche gegeben haben. Der Notar soll gesagt haben, "machen Sie sich keine Sorgen, ich bin selber Verkäufer gewesen". Die Kunden seien davon ausgegangen, dass sie beim Notar ein unverbindliches Angebot abgeben würden.


Dass Notar Eupen praktisch zu Klugs Bande gehörte habe, sieht auch die Berliner Staatsanwaltschaft so. Es habe mit Eupen und Kai Klug ein Rahmenvertrag zur Überredung der Kaufinteressenten gegeben.

Generalstaatsanwaltssprecher Martin Steltner teilte heute mit:

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