GoMoPa® - der Finanznachrichtendienst (www.gomopa.net) - Pressemeldung vom 11.09.2012

Das Ende des Komoren-Goldrausches


Drei volle Stunden schwärmte der bayerische Ex-Chef einer Lebensversicherungs-Kloppertruppe und Neubanker Arthur Hartl (35, 200 Mitarbeiter, bis zu 600.000 Euro Monatsverdienst) aus Irlbach vor drei Jahren dem Finanznachrichtendienst GoMoPa.net vor, dass er seit 2005 eine Bank auf den Komoren im indischen Ozean besitze, mit der er in eine Goldmine in Sierra Leone in Westafrika investiert habe.

 Arthur Hartl (35, links) stellte sein Goldprojekt<br /> sogar Fürst  Albert II. von Monaco (54) vor © Hartl
Arthur Hartl (35, links) stellte sein Goldprojekt
sogar Fürst Albert II. von Monaco (54) vor © Hartl
Der Clou: Als Minenbesitzer könne er das Gold zum halben Preis verkaufen. Die Bank lagere das Gold als Sondervermögen, also insolvenzsicher, ein und kaufe es nach drei Jahren zum regulären Londoner Goldpreis garantiert zurück. Ein Gewinn für die Kunden von 100 Prozent. Dafür sollten die Kunden, denen Hartl zuvor als HDI-Vertriebler Lebensversicherungen verkauft hatte, diese wieder kündigen und den Rückkaufswert zur Hälfte oder ganz für Gold auf den Komoren anlegen.

Als GoMoPa.net wissen wollte, wie denn die Bank auf den Komoren heißt, kannte Hartl nicht mal ihren Namen. "Ich glaube sie heißt Zentralbank." Auch behauptete Hartl, seine Bank habe wie die Deutsche Bank eine A-Lizenz, obwohl die autonome Insel Anjouan der Union der Komoren nur eine "Banking Licence Class B" vergibt, mit der man lediglich Zahlungsverkehr im internationalen Handel, aber keine gewerbliche Entgegennahme fremder Gelder mit unbedingter Rückzahlung (Einlagengeschäfte) abwickeln darf. Sie bekommt man schon für 4.000 Euro.

Als GoMoPa.net nachhakte, ob seine Bank auch wirklich existiere, entrüstete sich Hartl, er wäre nicht von bayerischen Eltern, wenn er nicht etwas kaufen würde, was er nicht mit eigenen Augen gesehen hätte.

Was seine Goldmine in Sierra Leone anbelangt, ist Hartl tatsächlich mit einem Jeep vier Stunden durchs Land gefahren und hat 5.000 Euro aus seiner Privatschatulle in die Mine investiert, die er persönlich gesehen hat.

Aber seine angeblich auf den Komoren lizensierte eBANK24 gab es nur auf dem Papier.

Hartl hat die Insel im Indischen Ozean wohl nie persönlich betreten. Wie die Staatsanwaltschaft Mannheim in Baden ermittelte, habe Hartl die Banklizenz in Mutsamudu, der Hauptstadt der autonomen Offshore-Insel Anjouan der Union der Komoren, lediglich über eine englische Firma gekauft - für 200.000 Euro. In London (95 Wilton Road Suite 3) besaß die Komorenbank eine Büroserviceadresse, an der noch 65.000 weitere Firmen angemeldet waren.

Seine Aktivitäten soll Hartl lediglich von seinem Mannheimer Büro aus gesteuert haben, wo er in der Ludwig-Beck-Straße 9-11 eine Projekt 100 GmbH für Büro- und Buchführungstätigkeiten unterhielt.

Gold könne selbst bei einer Pleite seiner eBANK24 nicht verloren gehen, pflegte Hartl Zweifler zu beruhigen. Doch was die 366 Anleger nicht ahnten, die Hartl 4,33 Millionen Euro offenbar im Komorengoldrausch überwiesen hatten, war: "Das Gold gab es nicht", sagte Staatsanwältin Tina Haltrich am vergangenen Freitag vor der Strafkammer 25 (Wirtschaftsstrafkammer) des Landgerichts Mannheim. Dies habe Hartl in den Vernehmungen eingeräumt.

Im Januar 2012 war Arthur Hartl verhaftet worden und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Seit dem 7. September 2012 wird dem Vorstand und alleinigen Anteilseigner, Arthur Hartl, als Organ der eBANK24 Corporation vor dem Landgericht Mannheim der Prozess wegen Kapitalanlagebetruges gemacht (Aktenzeichen: 25 KLs 609 Js 16074/12). Ein Urteil wird nach neun geplanten Verhandlungstagen am 31. Oktober 2012 erwartet.

Am 11. Oktober 2011 ließ sich Hartl schon mal freiwillig wegen einer erfundenen Straftat und unter Androhung, er werde fliehen, in Augsburg in Haft nehmen, um italienischen Verfolgern zu entkommen, die bei ihm Gold zum halben Preis gekauft hatten (GoMoPa.net berichtete).

Hartl hatte für weitere Einnahmen nach Italien ausweichen müssen, weil ...

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