GoMoPa® - der Finanznachrichtendienst (www.gomopa.net) - Pressemeldung vom 25.10.2012

Verprasste Valeo-Invest Gelder für Timber Fonds und Fotovoltaik?


Bis auf einen Computervertrieb gibt es In der Freiherr-vom-Stein-Straße in Dorsten, der einstigen "Kleinen Hansestadt an der Lippe" in NRW, weit und breit kein Gewerbe.

Hinter den Gehsteigen im Stadtteil Hervest (13.600 Einwohner) drängeln sich lückenlos klobige Reihenhäuser mit Sonnengärten nach hinten raus, sauber abgezirkelt von Hecken, die vor neugierigen Blicken schützen. Im Stundentakt rauscht der Regional-Express RE 14 "Der Borkener" von Borken nach Essen vorbei.

Wohl in Erinnerung an die goldenen Zeiten, da der Holzhandel und Schiffbau viel Geld und Wohlstand nach Dorsten brachte (Mitte des 12. Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges im Jahre 1618) und im Angesicht gegenwärtig karger Einnahmen und hoher Rechnungen fasste in der Hausnummer 16 im Jahre 2009 der aus der Ruhrpott-Großstadt Gelsenkirchen zugezogene Neu-Dorstener Michael Adam Skowronek (34, nicht zu verwechseln mit Schlagerstar Michael Wender, 40, der ebenfalls als Michael Skowronek zur Welt kam und mit Ballermann Hits wie "Marterpfahl" im Jahre 2004 und "Sie liebt den DJ" drei Jahre später eine dauerhaft pralle Geldbörse erlangte) den Entschluss, mit Bauholz aus Brasilien und Solarstrom in Berlin sein Glück zu versuchen.

Um Geldgeber um sich zu scharen, musste eine wohlklingende Unternehmung her. Valeo schien für das neue Vorhaben angemessen zu sein. Valeo steht für gesund, kräftig und mit Einfluss.

Mit nur einem Euro Stammkapital gründete also Skowronek am 16. Februar 2009 die Valeo-Invest Verwaltungsgesellschaft UG (Unternehmergesellschaft, haftungsbeschränkt). Firmenzentrale wurde sein Wohnzimmer in der Freiherr-vom-Stein-Straße 16. Michas Frau Manuela (31) übernahm den Posten der Geschäftsführerin, wurde später aber von ihrem Ehemann abgelöst.

Diese 1-Euro-UG sollte nun der Grundstein für einen schwunghaften Bauholz-Handel in Brasilien werden, für den eigens ein Timber (Bauholz) Fonds geschaffen wurde. Außerdem sollten Berliner Dächer mit Solarzellen bestückt werden. Das Projekt wurde Fotovoltaik genannt.

Angeklagt: Sascha-Detlef<br /> Eggers (39) aus Barsbüttel
Angeklagt: Sascha-Detlef
Eggers (39) aus Barsbüttel
Obwohl die Firma in nur einem Jahr dafür 16 Privatinvestoren gewinnen konnte, die begeistert und Erwartung einer zehnprozentigen Ausschüttung pro Jahr insgesamt 718.000 Euro überwiesen, sei wohl nie ein müder Cent für eine Latte oder einen Baum in Brasilien oder für ein Fotovoltaik-Panel ausgegeben worden.

Das ganze Investorengeld sei privat verprasst und zum Stopfen privater Finanzlöcher genutzt worden, fand schließlich die Essener Staatsanwaltschaft heraus (Aktenzeichen: 301 Js 278/09), die dem Treiben im April 2009 ein Ende bereitete.

Auslöser der Ermittlungen war eine Geldwäsche-Verdachtsanzeige der Sparkasse Vest in Recklinghausen (Hervest-Dorsten gehört zum Landkreis Recklinghausen). Den dortigen Bankern waren die sprunghaften plötzlichen Zu- und wieder Abflüsse auf dem Firmenkonto der Valeo-Invest aufgefallen.

Die Banker sollten wohl Recht behalten. Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft habe es die Projekte Timber Fonds und Fotovoltaik nur in der Phantasie von Michael Skowronek und zweier Helfer gegeben - seinem Valeo-Invest-Vertriebsdirektor und Ruhrpott-Landsmann Daniel Heiko Radeck (34) aus Gelsenkirchen und seinem Valeo-Invest-Prokuristen Sascha-Detlef Eggers (39) aus Barsbüttel in Schleswig-Holstein.

Alle drei sitzen seit vorgestern wegen des Verdachts auf gewerbsmäßigen und bandenmäßigen Betrug auf der Anklagebank vor der 21. Strafkammer des Landgerichts Essen (Aktenzeichen 59 KLs 3/12).

Die nächste Verhandlung ist am 26. Oktober 2012. Das Urteil soll am 23. November 2012 verkündet werden.

Angeklagt: Daniel Heiko<br /> Radeck (34), Gelsenkirchen
Angeklagt: Daniel Heiko
Radeck (34), Gelsenkirchen
Beim Prozessauftakt bezeichnete Staatsanwältin Dr. Sonja Hüppe Michael Adam Skowronek, Daniel Heiko Radeck und Sascha-Detlef Eggers als "Berufsbetrüger".

Alle drei Angeklagten zogen es vor zu schweigen. Kein Wort zu den Tatvorwürfen. Auf Anraten ihrer drei Anwälte sperrten sie sich sogar davor, Angaben zu ihren Lebensläufen zu machen.

Wie Gerichtsreporter Werner von Braunschweig für die Dorstener Zeitung notierte, habe ein Verteidiger einen Vorstoß unternommen, das Verfahren wegen vermeintlich irreparabler Fehler und Ungereimtheiten in der Anklageschrift unverzüglich einzustellen. Der Vorstoß scheiterte.

So konnte Staatsanwältin Dr. Hüppe ungehindert ausbreiten, wie Inhaber Skowronek, Vertriebsdirektor Radeck und Prokurist Eggers den Anlegern durch Vorspiegelung falscher Taschen Geld aus der Tasche gezogen hätten. Dabei hätten die Angeklagten von vornherein nie die Absicht gehabt, das Geld zu investieren.

Michael Skowronek war ...

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