GoMoPa® - der Finanznachrichtendienst (www.gomopa.net) - Pressemeldung vom 18.01.2013

Wegen Flyer-Lügen: Aktona-Fondsgründer müssen zahlen


Wer Anleger mit falschen Versprechungen in Werbeflyern geködert hatte, musste bislang kaum fürchten, dafür irgendwann mal in Regress genommen zu werden. Fondsanbieter und deren Vertriebe konnten sich meist erfolgreich darauf berufen, dass am Ende nur das zähle, was in den Prospekten geschrieben stehe.

Doch wenn der Vermittler oder Berater den Prospekt erst aushändigt, nachdem der Kunde den Vertrag unterschrieben hat, oder wenn der Prospekt eine fehlerhafte Flyerwerbung nicht ausdrücklich richtig stellt, dann können in diesen Fällen die Vermittler und die Emittenten für Fehler in den Produktflyern voll haftbar gemacht werden. Die Einlagen müssen dann auf Verlangen des Kunden zurückgezahlt werden. Es sind außerdem auch keine weiteren monatlichen Raten mehr aus der Beteiligung an den Fonds zu zahlen.

Rechtsanwalt Christian<br /> Heinrich Röhlke aus<br /> Berlin © Bankenskandal.de
Rechtsanwalt Christian
Heinrich Röhlke aus
Berlin © Bankenskandal.de
Das teilte der Berliner Rechtsanwalt Christian Heinrich Röhlke dem Finanznachrichtendienst GoMoPa.net mit und lieferte dafür auch Beispiele. Seine Kanzlei hat gegen die Aktona-Gruppe (ehemals Fondax Gruppe) aus der Industriestraße 4 in Holzkirchen bei München in jüngerer Vergangenheit eine ganze Serie an Prozessen gewonnen, nach denen die Gründungsgesellschafter der jeweiligen Aktona (Fondax) Fonds nun für die falschen Flyerversprechen ohne Richtigstellung in den Prospekten oder als alleinige Entscheidungsgrundlage (kein Prospekt vor Unterschrift) die Einlagen zurückzahlen müssen.

Die Palette der Falschaussagen in den Aktona-Flyern reicht von einer Auszahlbarkeit schon in 7 Jahren, obwohl die Verträge 15 oder 20 Jahre laufen, 9prozentige Renditen, bei denen "vergessen" wurde, die 27prozentigen Kosten der Fondsgesellschaft abzuziehen, bis hin zu einer Verrentung der Einlage oder Rückzahlungsgarantie, obwohl die Auszahlung in Wirklichkeit allein von der Liquidität der Fondsgesellschaft abhängig ist.

Das jüngste Urteil gegen die beiden Gründungsgesellschafter der bislang vier aufgelegten Fonds aus Holzkirchen, die FONDAX Beteiligungstreuhand GmbH als Kommandittreuhänderin und die AKTONA (vormals FONDAX) Vermögensverwaltung GmbH als Komplementärin (Geschäftsführerin) der Fonds, hat das Landgericht München I am 20. Dezember 2012 gesprochen (Aktenzeichen 22 O 25489/11).

Demnach müssen die Aktona-Fondsgründer einem Anleger die komplette Einlage in Höhe von 5.080 Euro nebst Zinsen zurückzahlen und ihn von einer weiteren Ratenzahlung freistellen.

Der Anleger war am 28. Februar 2006 dem ein Jahr zuvor aufgelegten Immobilien-Fonds FCS Capital Select GmbH & Co. KG (40 Millionen Euro Zeichnungskapital bis zur Platzierung im Jahre 2008) beigetreten und zeichnete eine Summe von 9.000 Euro plus 5 Prozent Agio (450 Euro). Er entschied sich für eine monatliche Ratenzahlung von 50 Euro.

Grundlage seines Beitritts war allein der Flyer gewesen, der Emissionsprospekt war ihm erst nach der Vertragsunterzeichnung übergeben worden. Damit nicht genug fehlte im Prospekt jeglicher Hinweis auf den Widerspruch zwischen Flyer und Prospekt, es fehlte also eine Richtigstellung.

Das Gericht stellte fest:

Zitat:


Die Beklagten (Gründungsgesellschafter - Anmerkung der Redaktion) können sich auch nicht darauf berufen, dass die fehlerhaften Aussagen des Flyers durch den Emissionsprospekt beziehungsweise das Beratungsprotokoll, in dem darauf hingewiesen wird, dass es sich nicht um eine mündelsichere Anlage handelt, richtig gestellt wurden, denn hierauf kommt es nicht an.

Der Flyer und damit die Information des Anlegers ist bereits deshalb falsch, weil die verschiedenen zur Aufklärung verwendeten Informationsunterlagen widersprüchlich sind. Einen Hinweis, dass die Aussagen des Flyers ein unzutreffendes Bild zeichnen und über die bestehenden Risiken nicht zutreffend aufklären, enthält der Emissionsprospekt gerade nicht.


Was für ein unzutreffendes Bild zeichnete der Flyer der FCS Capital Select GmbH & Co. KG?

Dazu führte das Landgericht München I aus:

Convent

Zitat:


Indem Flyer (siehe Ausriss - Anmerkung der Redaktion) heißt es unter der Überschrift "Das Vermögen sichern und ohne hohes Risiko ausbauen":

"Dadurch wir es ihnen ermöglicht, ihr Geld abgesichert zu investieren, ohne lukrative Ertragschancen zu verpassen."

Unter der Überschrift Kapitalerhalt heißt es sodann:

"Wenn auch Sie für Ihr Vermögen Absicherung und langfristige Wachstumschancen suchen, ist FONDAX genau das Richtige für Sie".

Unter der Überschrift "Alles in einem" heißt es sodann:

"FONDAX vereint alle Vorteile dieser Anlagestrategie in einem Fonds - eine ideale Ergänzung zur gesetzlichen Altersvorsorge".


Die Irreführung liegt nach Ansicht des Landgerichts München I hierbei in folgendem:

... Fortsetzung » lesen.

 



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