GoMoPa® - der Finanznachrichtendienst (www.gomopa.net) - Pressemeldung vom 05.06.2013

SAM AG-Verantwortliche: Versuch eines Freikaufs ohne Geld?


Ex-SAM AG-Chef Michael Oberle (49, links)<br /> und Ex-BESTLIFE SELECT AG-Vermittler<br /> Gerd Dörrscheidt (44)
Ex-SAM AG-Chef Michael Oberle (49, links)
und Ex-BESTLIFE SELECT AG-Vermittler
Gerd Dörrscheidt (44)
Erst haben die 4.500 Anleger der Schweizer SAM Management Group AG (kurz SAM AG) rund 44 Millionen Euro aus ihren aufgekündigten Lebensversicherungen als Darlehen an den Alleinaktionär Michael Frank Oberle (49) aus Würzburg ausgereicht. Das Geld war für ein Geothermiewerk in Kirchweidach gedacht.

Aber Oberle hatte für das Geschäft gar keine Lizenz. Seit 22. Februar 2013 ist die SAM AG in Konkurs. Laut den Schweizer Liquidatoren sind nur noch rund eine halbe Million Euro in der Kasse. Und der Wert des Firmenanteils eines nun mit Bankkrediten zu Ende zu bauenden Geothermiewerkes betrage laut einem Gutachten der Unternehmensberatungs-gesellschaft PriceWaterHouseCoopers (PWC) vom 1. August 2012 rund 4 Millionen Euro.

Und nun werden die Anleger von ihren Vermittlern aufgefordert, die Rückzahlungs-Forderungen gegen die SAM AG noch einmal und erneut auf Raten an dieselben SAM AG-Verantwortlichen zu verkaufen, die ihnen die Suppe eingebrockt haben.

Das Geld für den Forderungsabkauf soll von einem angeblichen Investor stammen. Aber da er geheim ist und es keinen Beweis dafür gibt, dass es ihn überhaupt gibt, werden die fälligen Raten für den Forderungskauf wohl von den neuen Geldern beglichen werden müssen, die die Vermittler als Bedingung für das Geschäft neu einzuwerben haben.

Oberle macht das Einwerben von neuem Geld für den Forderungskauf mit sehr eigenen Zahlen schmackhaft.

Oberle hat gegen den Konkursbeschluss der Schweizer Finanzmarktaufsicht FINMA vom 22. Februar 2013 Einspruch eingelegt und ein Gegengutachten vorgelegt, wonach die SAM AG-Beteiligung an dem Geothermieprojekt Kirchweidach (47,5 Prozent an der Fröschl Gruppe FGG aus Regensburg, die mit 50 Prozent am Geothermiewerksprojekt beteiligt ist) rund 53 Millionen Euro wert sei.

Die Schweizer Liquidatoren weisen dieses Gutachten als "nicht zuverlässig" zurück.

Wörtlich heißt es im Gläubigerzirkularbrief der Liquidatoren vom 6. Mai 2013 dazu:

Zitat:


Die früheren Organe der SAM hatten demgegenüber ein eigenes "Gutachten" der BBC Treuhand- und Steuerberatungsgesellschaft GmbH, 80331 München, in Auftrag gegeben (sogenanntes "BBC-Gutachten"), welches einen exorbitant hohen Wert der FGG-Anteile von 53.057.856 Euro ermittelte. Die Konkursliquidatoren haben gegenüber der FINMA schon früher ihre Zweifel an diesem "Gutachten" angemeldet und dieses als nicht zuverlässig beurteilt. Das BBC-Gutachten leidet an verschiedensten Mängeln.


Dennoch werben Oberle (auf dem Foto Mitte, nun Seniorchef einer am 19. März 2012 in Würzburg gegründeten Oberle Geothermik GmbH) sowie sein langjähriger Geschäftspartner Gerd Uwe Dörrscheidt (44, Vermittler der Bestlife Select AG München, einer Tochter der SAM AG) aus Aidlingen in Baden-Württemberg gemeinsam um neue Investoren.

Convent Ihre gemeinsame PR-Tour führte die beiden voriges Jahr sogar bis in den Reichstag nach Berlin, wo sie am 29. Juni ein gemeinsames Foto mit dem Bundestagsabgeordneten und zugleich Generalsekretär der CDU in Rheinland-Pfalz, Patrick Schnieder (44, links), aufnehmen ließen. Das Foto wurde am 30. Juni 2012 auf Politspiegel-Schilde.de veröffentlicht. Im Text hieß es vielsagend: "Und der Süden von Rheinland-Pfalz ist geologisch betrachtet interessantes Terrain für geothermische Kraftwerke."

Der Bundestagsabgeordnete Patrick Schnieder teilte auf Anfrage, ob er mit Michael Oberle über Geothermiekraftwerke gesprochen habe, mit, dass das Foto mit ihm und Herrn Oberle im Rahmen einer öffentlichen Besuchsveranstaltung im Bundestag aufgenommen wurde und Herr Schnieder selbst davon ausging, dass es ein schlichtes Erinnerungsfoto sei.

Das jetzige Angebot eines Forderungsaufkaufs auf Raten an die SAM AG-Anleger ist wohl eher ein Spiel auf Zeit und der Versuch, sich von zivilen Schadensersatzansprüchen und von Strafanzeigen freizukaufen.

Ein Spiel auf Zeit deshalb, weil der Forderungskauf-Vertrag, der dieser Tage den Anlegern über ihre Vermittler zur Unterschrift vorgelegt wird, noch gar nicht den Forderungskauf besiegele, sondern nur ein Angebot darstelle, das bis 31. Januar 2014 gelten solle.

Im Paragraphen 3 des "Forderungskauf-Vertrages" heißt es:

Zitat:


§ 3 Zustandekommen des Vertrages

Dieser Vertrag stellt noch kein rechtsverbindliches Angebot des Forderungskäufers dar. Bei dem vorliegenden Vertrag handelt es sich um eine sogenannte Einladung zur Abgabe eines Angebotes durch den Forderungsverkäufer (Invitatio ad offerendum).


Ein Versuch, sich freikaufen zu wollen, deshalb, weil sie die Anleger dazu verpflichten sollen, alle Anzeigen und Schadensersatzklagen zurückzuziehen und bereits entstandene Rechtsanwaltskosten selbst zu tragen:

Im Paragraphen 7 Abtretung der Forderung des Anlegers an den Forderungskäufer heißt es unter Punkten 3 und 4:

Zitat:


(3) Es besteht die Verpflichtung, Strafanträge, sofern gestellt, gegenüber den handelnden Personen der SAM Management Group zurückzunehmen, auch wenn es sich unter Umständen um den Vorwurf eines Offizialdeliktes handelt. Den Parteien ist bewusst, dass die Staatsanwaltschaft gegebenenfalls von sich aus weitere Ermittlungen vornimmt, auch wenn Strafanträge zurückgenommen wurden.

Die Abtretung kann den jeweiligen Gerichten und Behörden sowohl von dem Forderungsverkäufer wie auch von dem Forderungskäufer vorgelegt werden.

(4) Die Abtretung umfasst auch Schadensersatzansprüche, welche aufgrund von Rechtsverfolgungskosten (Gerichts- und Anwaltskosten) entstanden sind.

Hilfsweise verpflichtet sich der Verkäufer, sofern Rechtsverfolgungskosten angefallen sind, diese nicht gegenüber den beteiligten Personen (Vorstände, Direktoren, Verwaltungsräte, Berater, Rechtsanwälte, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Vermittlern und sonstigen Dritten beteiligten Personen) geltend zu machen, beziehungsweise verpflichtet er sich, vorbenannte Personen von Rechtsverfolgungskosten freizustellen.


Hinzu kommt, dass die Anleger im vorgelegten Forderungskauf-Vertrag mit einer Falschbehauptung in die Irre geleitet werden. Im zu unterschreibenden Vertrag heißt es:

... Fortsetzung » lesen.

 



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