GoMoPa® - der Finanznachrichtendienst (www.gomopa.net) - Pressemeldung vom 12.07.2013

Grand Hotel Heiligendamm: Razzia bei Käufern Palladio AG und De & De Holding-GmbH


Der Insolvenzverwalter Dr. Jörg Zumbaum aus Düren muss Tomaten auf den Augen gehabt haben. Vor 14 Monaten hat er die Leitung des Grand Hotels Heiligendamm von Anno August Jagdfeld übernommen, der das 222-Bettenhaus mit 30 Millionen Euro Schulden wegen zu geringer Buchungen Insolvenz anmelden musste. 1.900 Anleger seines Fonds Fundus 34 mussten 90 Prozent ihrer eingezahlten 130 Millionen Euro abschreiben.

Dr. Zumbaum suchte nun als neuer Hotelchef dringend einen Käufer. Nur eine ernsthafte Interessentengruppe meldete sich: Die Palladio AG und die De & De Holding-GmbH aus Berlin boten an, das Hotel für 27 Millionen Euro plus 2,5 Millionen Euro für die Einrichtung kaufen zu wollen. Und legten Dr. Zumbaum eine notariell beglaubte Finanzierungszusage vor.

Dr. Zumbaum unterschrieb den Vertrag und wartete nun zum 1. Juli 2013 zunächst vergeblich auf die Überweisung der ersten Rate in Höhe von 2,5 Millionen Euro. Auch heute wartete Dr. Zumbaum vergeblich auf die Restzahlung.

Laut Kaufvertrag haben die Käufer nun immer noch 14 Tage Zeit, das Geld aufzubringen. Doch dazu wird es wohl nicht kommen.

Das Wirtschaftsministerium von Mecklenburg-Vorpommern hatte das Finanzierungsangebot der Berliner schon vor drei Wochen unter die Lupe genommen und gemerkt, dass sich da offenbar jemand mit falschen Federn schmückte, um möglicherweise Landeszuschüsse für die Rettung des seit dem G8-Gipfel im Jahre 2007 weit über die Landesgrenzen hinaus bekannten Hotels zu erschleichen.

Das Wirtschaftsministerium in Schwerin stellte gegen die Führungsriege und den Notar aus Berlin Strafanzeige. Die Staatsanwaltschaft Rostock nahm die Ermittlungen wegen des Verdachts auf banden- und gewerbsmäßigen Betruges auf.

Am Mittwoch dieser Woche rückten Rostocker Ermittler mit Unterstützung des Berliner Landeskriminalamtes bei fünf Managern und dem Notar zu Hausdurchsuchungen in Berliner Wohnungen und Büros an. Nach Angaben von Staatsanwalt Volker Schütt, Sprecher der Staatsanwaltschaft Rostock, wurde umfangreiches Material sichergestellt.

Der Vorwurf lautet:

Die Beschuldigten sollen "bei den Verhandlungen zum Kauf und beim Abschluss des Vertrags zum Erwerb des Hotels über ihre Zahlungsfähigkeit und -willigkeit getäuscht haben", so Staatsanwalt Schütt. Demnach wären die Finanzierungsgarantien, die die Käufer dem Insolvenzverwalter Jörg Zumbaum vorgelegt hatten, gar nicht belastbar gewesen.

Neben Führungskräften der Käufergesellschaften wird auch gegen einen Berliner Notar ermittelt, dem konkret vorgeworfen wird, "den übrigen Beschuldigten zur Vorlage bei den Kaufverhandlungen eine falsche Finanzierungsbestätigung erstellt zu haben".

Der Name des Notars blieb geheim. Die Namen der Führungsriege sind bekannt.

Hinter der Pallagio AG mit Sitzen am Berliner Kurfürstendamm 44, 188-189 und 213 sowie in der Karlsbader Straße 1 (Berlin Schmargendorf) sowie Olivaer Platz 13 (Berlin Charlottenburg) steht die gerichtsbekannte schillernde Gallionsfigur der Berliner Schrottimmobilienszene Ernst Bär (52).

Ernst Bär wurde von der Berliner Anlegerschutzkanzlei Dr. Thomas Schulte & Partner Rechtsanwälte seit 9. Mai 2011 per Haftbefehl zur Abgabe einer Eidesstattlichen Versicherung gesucht, weil er als Vorstandsvorsitzender der GRÜEZI Real Estate AG aus dem Kurfürstendamm 188 von zwei Frauen nicht eine völlig überteuerte Wohnung für 103.000 Euro zurückkaufte, obwohl ihn Berlins höchstes Gericht, das Kammergericht, dazu verdonnert hatte.

Die Muttergesellschaft der GRÜEZI Real Estate AG, die GRÜEZI Invest AG, befindet sich im Schweizerischen Zug in Liquidation. Die GRÜEZI Real Estate AG ist aus dem Kurfürstendamm 188 ausgezogen und versteckt sich heute hinter einem Billig-Büroservice in der Hauptstraße 117 in Berlin Schöneberg, der nicht zur Geschäftsleitung durchstellt.

Bär gab am 29. September 2011 den Offenbarungseid über seine persönliche Zahlungsunfähigkeit und Vermögenslosigkeit ab. Und wiederholte diesen Eid gegenüber dem Gerichtsvollzieher am 14. Februar 2013.

Das hielt Bär nicht davon ab,

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