GoMoPa® - der Finanznachrichtendienst (www.gomopa.net) - Pressemeldung vom 26.08.2013

Verspielte Commerzbank ihren Börsen-AG-Fonds Recursa mit Swap-Wetten?


Rechtsanwältin Katja<br /> Fohrer © Kanzlei<br /> Mattil & Kollegen
Rechtsanwältin Katja
Fohrer © Kanzlei
Mattil & Kollegen
Obwohl die Immobilienzeitung schon im Jahre 1995 von der Stadtflucht großer Unternehmen aus Frankfurt am Main in umliegende Ortschaften berichtete, weil dort die Gewerbesteuern drastisch geringer sind, ließ die Commerzbank AG noch vier Jahre später im Jahre 1999 innerhalb der Frankfurter Stadtgrenzen im Stadtteil Bockenheim die Zentrale für die "Neue Börse" von Frankfurt, der Deutschen Börse AG, bauen und schloss mit der Deutschen Börse AG einen zehnjährigen Mietvertrag ab.

Die Commerzbanktochter CFB Commerz Fonds Beteiligungsgesellschaft mbH aus Düsseldorf legte eigens dafür den CFB Fonds 130 auf. 2.500 Gesellschafter (Privatkunden der Commerzbank) traten der Fondsgesellschaft mit dem langen Namen Recursa Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Deutsche Börse KG bei und zahlten ein Eigenkapital von insgesamt 100 Millionen Euro plus 5 Prozent Agio ein. Beginnend mit 5,5 Prozent pro Jahr im Jahre 2001 sollten die Ausschüttungen bis zum Jahre 2019 auf 8 Prozent steigen. Zum 31. Dezember 2019 sollte das Gebäude zum 14,5-fachen der Jahresnettomiete verkauft werden. Man rechnete mit einem Liquiditätserlös von 143,8 Prozent für die Anleger.

Doch schon im Jahre 2008 war Schluss mit den Auszahlungen. Es erfolgte für das zurückliegende Jahr 2007 zum letzten Mal eine Ausschüttung. Im Jahre 2009 wurde bekannt, dass der einzige Mieter, die Deutsche Börse AG, den zehnjährigen Mietvertrag nicht um weitere 20 Jahre (vier Mal fünf Jahre waren im Prospekt vorgesehen) verlängern wird, sondern 2010 ausziehen wird.

Und zwar nur einen Katzensprung weiter von Bockenheim am Stadtrand von Frankfurt ins benachbarte Eschborn außerhalb von Frankfurt.

In Frankfurt liegt der Gewerbesteuerhebesatz bei 460 Prozent, in Eschborn dagegen nur bei 280 Prozent. Das sind immerhin 180 Prozent, die die Deutsche Börse AG einspart.

"Das macht im Jahr einen zweistelligen Millionenbetrag aus", sagt die Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht Katja Fohrer aus der Kanzlei Mattil & Kollegen aus München dem Finanznachrichtendienst GoMoPa.net, die im Auftrag von Mandanten der Sache auf den Grund ging.

Die Commerzbank konnte keinen Nachmieter für das auf die Deutsche Börse AG zugeschnittene Gebäude finden.

Das ließ die Hypovereinsbank (HVB) von ihrem Pfandrecht Gebrauch machen.

Die HVB hatte der Fondsgesellschaft einen Kredit von 88 Millionen Euro gegeben. Wenn die Mieteinnahmen fehlen, kommt eine loan-to-value-Klausel ins Spiel. Fällt der Wert der Immobilie unter einen bestimmten Wert, kann die Bank pfänden.

Deshalb pfändete die HVB sofort nach Bekanntwerden der Nichtverlängerung des Mietvertrages durch die Deutsche Börse AG für die Jahre 2009 und 2010 die Miete. Die Anleger bekamen keine Ausschüttungen mehr, nicht mal für das zurückliegende Jahr 2008. Die HVB behielt von der vorhandenen Liquiditätsreserve von 40 Millionen Euro 20 Millionen Euro als Pfand ein.

Dabei hätte den Anlegern auch bei fehlenden Mieteinnahmen die jährlichen Zinszahlungen auf ihre Einlage gar nicht entgehen dürfen. Denn eigens um die Zinszahlungen an die Anleger zu sichern, schloss die Fondsgesellschaft mit der HVB auch noch parallel ein Zins-Swap-Geschäft ab. Es war eine Wette darauf, wie sich die Zinsen der Fondsgesellschaft künftig entwickeln werden.

Leider hat sich die Fondsgesellschaft...

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