GoMoPa® - der Finanznachrichtendienst (www.gomopa.net) - Pressemeldung vom 19.09.2013

Cargofresh AG: Hat der Vorstand die Anleihen-Zeichner getäuscht?


Im selben Jahr 2009, in dem die Cargofresh AG aus Ahrensburg bei Hamburg Insolvenz anmelden musste, weil kaum ein Bananen- oder Schnittblumenspediteur von der althergebrachten Kühlung auf die neu angepriesene Stickstoff-Atmosphäre (CA) der Cargofresh AG umsteigen wollte, bei der die Pflanzen in einen Tiefschlaf versetzt werden sollten und somit reif geerntet hätten werden können, verlegte just der Vorstandsvorsitzende Peter Wolfgang Wich (67) seine eigene Privat-Firma PWW Investment GmbH mit einem Finanzpolster von knapp 200.000 Euro von Ahrensburg nach Stuttgart.

Um schlechter greifbar zu sein?

Denn bei der ersten Gläubigerversammlung der Cargofresh AG am 27. April 2010 teilte der vom Amtsgericht Reinbek bestellte Insolvenzverwalter Rechtsanwalt Dr. Steffen Koch aus Hamburg (Aktenzeichen 8 IN 326/09) den staunenden Anlegern mit, dass bei der Cargofresh AG nur noch 1,1 Millionen Euro Vermögen vorhanden sei. 1.725 Gläubiger forderten aber rund 24,3 Millionen Euro zurück.

Geld, das sie der Cargofresh aus zwei Schuldverschreibungen aus den Jahren 2005 und 2006 als Darlehen gaben und das sie mit 9 Prozent Jahreszinsen in den Jahren 2010 und 2012 zurückerhalten sollten. 2009 musste Cargofresh aber einräumen, dass daraus nichts wird, und meldete am 12. November 2009 Insolvenz an.

Matthias Gröpper<br /> © Bankrecht24.de
Matthias Gröpper
© Bankrecht24.de
Die geprellten Gläubiger wählten einen Gläubigerausschuss, dem der Hamburger Anlegeranwalt Matthias Gröpper von der Kanzlei BGKS Gröpper Köpke Rechtsanwälte angehört.

Rechtsanwalt Gröpper forderte bereits 2010 die Prüfung von Schadensersatzansprüchen gegen den Cargofresh-Vorstand Peter Wolfgang Wich.

BGKS Gröpper Köpke Rechtsanwältin Catia Sofia das Neves Sequeira teilte damals dem Finanznachrichtendienst GoMoPa.net mit: "Nach den uns vorliegenden Informationen spricht einiges für die Annahme, dass Herr Wich die Anleger nicht richtig über die tatsächliche Situation des Unternehmens zum Zeitpunkt der Emissionen der beiden Inhaber-Teilschuldverschreibungen informiert hat. Wenn das so wäre, könnten die Anleger, aber auch die Gesellschaft, Schadensersatzansprüche geltend machen."

Drei Jahre später sind sich die Hamburger Anwälte, die hunderte geschädigte Anleihen-Geber der Cargofresh AG vertreten, nun sicher, dass die Anleger von Ex-Vorstand Peter Wolfgang Wich getäuscht worden seien.

Matthias Gröpper führte aus:

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