GoMoPa® - der Finanznachrichtendienst (www.gomopa.net) - Pressemeldung vom 28.11.2013

EZB-Niedrigzinspolitik: die stille Enteignung der Sparer


(sa) Negative Renditen auf sichere Sparprodukte, wachsende Inflationsgefahr und sinkende Ausschüttungsprognosen für Lebensversicherungen und Rentensparpläne gefährden derzeit die sicher geglaubte Altersvorsorge Tausender Deutscher. Die Folgen der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank ziehen immer weitere Kreise. Zu allem Übel bereichern sich auch noch die emittierenden und vermittelnden Banken an den verunsicherten Kunden.

Frank Plasberg mit Santander Prospekt
Frank Plasberg mit Santander Prospekt

Die Konsequenzen aus Niedrigzinspolitik und mangelnder Qualität von Anlageprodukten waren Thema in der aktuellsten Ausgabe des ARD-Talks "hart aber fair". Insbesondere das Thema Riesterrente erhitzte die Debatte. Auslöser für die Diskussion war ein kurzer Beitrag über ein Riesterprodukt der Santander Customer Bank aus Mönchengladbach, die in den letzten Wochen gleich mehrfach durch einen kruden Umgang mit ihren Kunden für Schlagzeilen sorgte.

Das Produkt, eine Art Mischform aus Termingeld und Fondsinvestment, wurde in der Sendung heiß diskutiert. Das Investment sah eine Splittung der Einlagen in 50% Termingeld mit einem Garantiezins von 3%, allerdings nur mit einer Garantie für 6 Monate, sowie 50% in ein Produkt namens "Top-Chancen durch Top-Investments", also Fonds mit einem Ausgabeaufschlag von ca. 3%.

Die einhellige Empfehlung der "hart, aber fair"-Experten zum Santander-Produkt lautete: "Finger weg!" Sogar der Moderator Plasberg schmiss bei diesem Thema seine Neutralität über den Haufen: "In Köln sagt man linke Täsch, rechte Täsch. Das Problem ist dann, dass beide Täsch bei der Bank sind."

Michael Kemmer<br />Hauptgeschäftsführer <br />Bundesverband Deutscher Banken
Michael Kemmer
Hauptgeschäftsführer
Bundesverband Deutscher Banken
Selbst Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Bundesverband Deutscher Banken, will nicht so recht für Santander in die Bresche springen, als er gefragt wird: "Stellen Sie sich mal vor ich käme als Schulfreund zu Ihnen und würde sagen: `Mensch Mikael, würdest Du mir das empfehlen?, was würden Sie dem Frank sagen?"

"Das ist auf jeden Fall ein kompliziertes Produkt, soviel kann man nach dem kurzen Flyer schon mal sagen", antwortet Kemmer ausweichend, aber trotzdem viel sagend. Den schwarzen Peter schiebt der Lobbyprofi aber dem Verbraucher zu, der sich anständig informieren soll. Das Hauptproblem laut Kemmer sei weniger die Qualität der Bankprodukte, als der Umstand, dass "bei uns die finanzielle Bildung vergleichsweise unterentwickelt ist."

Diese Argumentation verfängt allerdings nicht bei den anderen Diskussionsteilnehmern, die beim Thema Riesterrente eine Front gegen den Lobbyisten des Bankenverbands bilden. Warum Kunden immer noch auf unseriöse Produkte hereinfallen und sich diese Tendenz in Niedrigzinszeiten noch verstärkt, erklärt die stellvertretende Parteivorsitzende der Linkspartei folgendermaßen: "Das liegt doch daran, dass die Leute verzweifelt sind. Wenn man auf das normale Sparbuch nur noch 0,5% bekommt, dann ist man natürlich auch ansprechbar für solche miese Werbung."

Edda Costello<br />Verbraucherzentrale Hamburg
Edda Costello
Verbraucherzentrale Hamburg
Beistand leistet an dieser Stelle auch Edda Costello, Abteilungsleiterin Recht und Finanzdienstleistungen bei der Verbraucherzentrale Hamburg. Wer solche Produkte vermittle, mache sich im Prinzip mitschuldig, so die Finanzexpertin. "Da liegt das Beratungsversagen quasi auf der Hand", kommentiert sie das Produkt der Santander.

Deutliche Worte findet auch der Ökonom Max Otte, Leiter des Instituts für Vermögensentwicklung, als er Moderator Plasberg bittet den Werbeflyer der Santander Bank nicht zu lange in die Kamera zu halten: "Es besteht tatsächlich, trotz dieser Diskussion, die Gefahr, dass auch in dieser Sendung noch Kunden auf diese Werbung reinfallen."

Schleichende Enteignung durch Niedrigzins


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