GoMoPa® - der Finanznachrichtendienst (www.gomopa.net) - Pressemeldung vom 27.01.2014

The Wall AG: Anklage gegen Waben-Gerd und Kompagnons


Gerhard Niemöller<br />mit Kindern in Afrika<br /> © The Wall AG
Gerhard Niemöller
mit Kindern in Afrika
© The Wall AG
(sa) Die Medien feierten Gerhard Niemöller jahrelang für seine Idee Fertighäuser aus Papp-Waben herzustellen. Seine Produkte galten als leicht, günstig und stabil, also prädestiniert für den Einsatz in Dritte-Welt-Ländern. Doch der Weg von der Idee bis zur Marktreife war von Skandalen und Intrigen geprägt. Jetzt müssen sich Niemöller sowie zwei weitere Beteiligte der Schweizer The Wall AG und der Technik-Pool-Holding (TPH) Swiss GmbH vor Gericht verantworten.

Die Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen Gerhard Thomas Robert Niemöller (63), Christian Möller (39) und Klaus-Dieter Rethmeier (64) am Landgericht Düsseldorf erhoben. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft lautet Betrug in einem besonders schweren Fall (AZ: 014 KLs 23/13). Der Schaden soll sich auf rund drei Millionen Euro belaufen.

Dr. Michael Stolz, Sprecher des Landgerichts Düsseldorf teilte GoMoPa auf Anfrage mit:

Zitat:


Im Jahr 2008 sollen die Angeklagten übereingekommen sein, mit der T. W.-AG (Technik-Pool-Holding [TPH] Swiss GmbH, Anmerkung der Redaktion) eine Aktiengesellschaft nach schweizerischem Recht mit einer Zweigniederlassung in Ratingen zu gründen und über diese vermeintlich werthaltige, tatsächlich aber wertlose, vorbörsliche Aktien zu vertreiben. Als wesentlichen Geschäftszweck der sollen die Angeklagten die Forschung, Entwicklung, Herstellung und den Handel mit modernen Baustoffen angegeben haben. Sie hätten gleichberechtigt die strategischen Geschäfte des Unternehmens bestimmt. Die Angeklagten R. (Klaus-Dieter Rethmeier, Anmerkung der Redaktion) und N. (Gerhard Niemöller, Anmerkung der Redaktion) seien als Verwaltungsratsmitglieder der Gesellschaft nach außen hin aufgetreten. Der Angeklagte M. (Christian Möller, Anmerkung der Redaktion) wurde als ständiger Vertreter der Zweigniederlassung in Ratingen offiziell eingesetzt, so die Anklage.

Die Angeklagten hätten mittels Aktionärsbriefen, Verkaufsprospekten, Werbeveranstaltungen sowie durch eigens zu diesem Zweck eingestellte und eingewiesene Telefonverkäufer des Vertriebsbüros in Ratingen den Kunden vortäuscht, mit der T. W.-Aktie eine Anlage in ein vermeintlich gesundes, professionell geführtes, werthaltiges Unternehmen - welches so tatsächlich nicht existierte - zu investieren. Mit falschen und beschönigenden Angaben zum Unternehmensstand, den angeblich erfolgreichen Geschäften und insbesondere dem angeblich revolutionären "SwissCell"-Verbundswerkstoff, und einem angeblich bevorstehenden Börsengang mit tatsächlich nie erreichbaren Renditen, veranlassten sie nach Auffassung der Staatsanwaltschaft die Anleger unter Herabspielung der Risiken, die Aktien zu zeichnen.

Gerd Niemöller<br />mit Wabenbaustein
Gerd Niemöller
mit Wabenbaustein
Um den Schein der Seriosität des Unternehmens aufrechtzuerhalten wurde beispielsweise wahrheitswidrig angekündigt, dass die vollautomatisierte Massenproduktion der "SwissCell", bei der es sich um den Markenamen der von der T. W.-AG vertriebenen Konstruktionselemente für das sog. "Haus aus Papier" auf Basis einer Wabentechnologie handelte, unmittelbar bevorstehe. Tatsächlich jedoch handelte es sich - so die Anklage - bei dem Modellhaus, das der Angeklagte N. gerne vielerorts den interessierten Anlegern und den Medien präsentiert haben soll, um eine Attrappe aus Kunststoff und nicht um die beworbene Wabenkonstruktion.

Im Vertrauen auf die ihnen gemachten Angaben in ein seriöses und gutgehendes, innovatives und zukunftsorientiertes Unternehmen zeichneten unter anderem die hier in Rede stehenden 52 Anleger in der Zeit von Juni 2008 bis einschließlich Mai 2010 T. W.-Aktien zu Stückpreisen von 1,00 Euro, 1,50 Euro, 2,00 Euro sowie 4,00 Euro mit einem Anlagevolumen in Höhe von insgesamt 3.127.538,00 Euro bei einem Erwerb von insgesamt 2.182.773 Aktien.

Aufgrund ihrer ohne Rücksicht auf das Kundenwohl betriebenen Geschäftspolitik seien sich die Angeklagten jederzeit darüber im Klaren gewesen, dass die den Kunden verkauften vorbörslichen Aktien völlig wertlos waren. Die eingenommen Anlegergelder hätten die Angeklagten nicht wie angegeben unter anderem der Entwicklung des Geschäftsmodells zugeführt, sondern weitestgehend für eigene Zwecke wie großzügige Provisionszahlungen sowie zur Tilgung der unverhältnismäßig hohen laufenden Kosten der Gesellschaft und für eigene Zwecke verwandt.


Die Betrugs-Anklage in Düsseldorf ist der Höhepunkt einer skandalumwitterten Unternehmensgeschichte.


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