GoMoPa® - der Finanznachrichtendienst (www.gomopa.net) - Pressemeldung vom 05.03.2014

Deutsche Umweltberatung GmbH & Co. KG: Pleite mit Solarinvestments


ConventFrank Rahlf (46) mit Lübecker Bürgermeister Dr. Olaf Tauras (sa) Prokon lässt grüßen! Am 03.03.2014 wurde über die Deutsche Umweltberatung GmbH & Co. KG ein Insolvenzverfahren eröffnet. Seit 2007 hatte das Solarunternehmen, unter der Leitung von Geschäftsführer und Inhaber Frank Rahlf (46), Anlegergelder für sogenannte "Bürgersolarkraftwerke" eingesammelt. Die Schäden gehen in die Millionen.

Geworben wurde Genussrechtskapital, welches in Form von Nachrangdarlehen der Deutschen Umwelt Invest GmbH, einer Tochtergesellschaft der insolventen Deutschen Umweltberatung GmbH & Co. KG, mit Sitz in einem Bürocenter in Münchens edelster Einkaufsmeile, in der Maximilianstr. 35a, zugeschanzt wurde. Geschäftsführer der Deutschen Umwelt Invest GmbH ist wiederum Frank Rahlf.

Für die Zukunft der Deutschen Umwelt Invest sieht es ähnlich düster aus, wie für die Deutsche Umweltberatung. In der aktuellsten Bilanz für das Jahr 2011 weist das Unternehmen bereits einen Fehlbetrag von über 100.000 Euro aus. Demgegenüber stehen kaum nennenswerte Forderungen von rund 2.000 Euro und ein Anlagevermögen von 898 Euro.

Den Kunden der Umwelt Invest wurden in erster Linie Genussrechte, also Nachrangdarlehen, aufgeschwatzt. Mit dem Argument einer sicheren Rendite, da die Solarinvestments ja durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) quasi staatlich garantiert seien, wurden die ahnungslosen Käufer der hoch riskanten Beteiligungen sogar dazu gedrängt, kreditfinanzierte Investments zu tätigen.

Interessenten konnten zwischen zwei Varianten wählen:

Convent© Deutsche Umweltberatung

Zitat:


Typ A ist bei einer Mindestlaufzeit von fünf Jahren mit einer Grunddividende von 6 % p. a. ausgestattet.

Typ B wird bei einer Mindestlaufzeit von zehn Jahren mit einer Grunddividende von 8 % p. a. verzinst.


In beiden Fällen sollte die Mindestrendite zusätzlich durch eine quotale Gewinnbeteiligung in Höhe von 15 Prozent des Jahresüberschusses aufgestockt werden.

Damit das Produkt auch wirklich für jedermann erschwinglich ist und im Verkaufsgespräch auch noch der ärmste Schlucker über den Tisch gezogen werden konnte, waren sowohl Einmalzahlungen ab 5.000 Euro, als auch Ratensparen ab 50 Euro im Monat möglich. Bei beiden Varianten kommt ein Agio (Ausgabeaufschlag) in Höhe von 5 Prozent hinzu.

Auch bei Prokon wurden kurz vor dem Zusammenbruch des Systems Sparpläne ab 50 Euro im Monat angeboten. Das Ergebnis ist bekannt.

Convent© Deutsche Umweltberatung Die Ausgestaltung der Anlagemöglichkeit als Genussrecht zieht eine mangelnde Kontrolle der Emittentin nach sich. In einem Dokument mit dem Namen "Fernabsatzrechtliche Verbraucherinformationen nach BGB-InfoV" heißt es dann auch korrekterweise:

Zitat:


Die Geschäftstätigkeit der Deutschen Umwelt Invest GmbH unterliegt keiner gesonderten staatlichen Aufsicht durch bestimmte Behörden.


Die Anlegergelder sollten in sogenannte "Bürgerkraftwerke" investiert werden. Was sich hinter diesem Begriff verbirgt, erklärt ein Werbeflyer der Deutsche Umwelt Invest:

Zitat:


Der Begriff bezeichnet den Zusammenschluss eigenständiger, privater PV-Anlagen auf großen, angemieteten Dachflächen, der es praktisch jedermann ermöglicht, sich an Photovoltaik-Projekten zu beteiligen.



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