GoMoPa® - der Finanznachrichtendienst (www.gomopa.net) - Pressemeldung vom 10.04.2014

AFD GmbH: Finanzvertrieb droht Rechtsanwälten


AFD-Geschäftsführer Florian Schuh
AFD-Geschäftsführer Florian Schuh
(sa) Der Finanzvertrieb AFD GmbH aus dem Münchner Vorort Oberhaching verschickt unaufgefordert Vollmachten ihrer Kunden an Verbraucherschutzanwälte. Inhalt der Schreiben ist ein Kontaktverbot unter Androhung von Rechtsmitteln. Die betroffenen Anwälte reagieren irritiert.

Finanzvertriebe reagieren gewöhnlich pikiert auf Kritik an ihrer Arbeitsweise. Besonders ausgeprägt ist die Aversie gegenüber der Öffentlichkeit, wenn es um Schadensersatzansprüche von Anlegern geht. Das Vorgehen der bayerischen AFD GmbH gegenüber der auf Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisierten Kanzlei Resch Rechtsanwälte und der Schutzgemeinschaft geschädigter Kapitalanleger (SgK) ist allerdings ein Novum.

Ende 2013 flatterte den Rechtsanwälten Resch ein ungewöhnliches Schreiben ins Haus. Inhalt des umfangreichen Pakets war ein dicker Stapel mit Vollmachten von Anlegern, die bei AFD Fondsbeteiligungen gezeichnet hatten. Die standardisierten Schreiben hatten alle denselben Inhalt, nämlich ein Kontaktverbot für die Kapitalmarktanwälte sowie für Schutz- und Interessensgemeinschaften. Sollte es zu Zuwiderhandlungen kommen, sei die AFD GmbH bevollmächtigt hiergegen rechtlich vorzugehen.

Manfred und Jochen Resch
Manfred und Jochen Resch
Auf Nachfrage bei den Kunden, die diese Vollmacht unterschrieben hatten, welche Motive sie hätten, kam erstaunliches zutage.

Mit Serienbriefen hatte die AFD GmbH ihre Anleger angeschrieben und aufgefordert, die Kampagne einiger Anwälte, die nur Unruhe stiften und die Fonds schlecht reden wollen, abzuwehren, indem sie die Vollmacht unterschreiben, erklärt Rechtsanwalt Jochen Resch. Die Anleger hätten daraufhin häufig unbedarft das Schreiben gezeichnet und zurückgeschickt oder hatten sich bei Hausbesuchen von AFD-Vertrieblern überreden lassen, den Vordruck zu unterschreiben.

Das Erstaunen der Anwälte war groß, da sie von einem Teil der Fondsgesellschaften noch nie gehört hatten und es sich bei den Anlegern, die Vollmachten unterzeichnet hatten, um wildfremde Personen handelte. Dennoch wurde ihnen explizit mitgeteilt, dass die Anleger bei Verstößen gegen das Kontaktverbot unmittelbar anwaltliche und gerichtliche Hilfe in Anspruch nehmen würden.

Schreiben mit demselben Tenor wurden an mehrere bekannte Kanzleien sowie Schutzgemeinschaften wie die SgK - Schutzgemeinschaft geschädigter Kapitalanleger versandt.

Florian Schuh (49), Geschäftsführender Gesellschafter der AFD GmbH, sieht die Maßnahmen als Notwehr gegen gierige Anwälte:


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