GoMoPa® - der Finanznachrichtendienst (www.gomopa.net) - Pressemeldung vom 14.05.2014

GoMoPa live: Infinus - Gläubigerversammlung wird nach Tumulten abgebrochen


ConventStehen im Regen: geschädigte Anleger der Infinus-Gruppe (sa) Am Dienstag, 13.05.2014, fand die erste große Gläubigerversammlung der Future Business KGaA (Fubus) als Muttergesellschaft der insolventen Infinus-Gruppe statt. Hunderte Betroffene, Vermittler und Anlegerschutzanwälte sorgten für einen enormen Andrang. Doch statt Antworten zu liefern, endete die Versammlung in einem Eklat. GoMoPa.net war live vor Ort.

Rund 1300 Teilnehmer fanden sich morgens um 10 Uhr auf dem Dresdner Messegelände ein. Insolvenzverwalter Dr. Bruno Kübler und das Amtsgericht Dresden haben zur ersten großen Gläubigerversammlung geladen. Rund 970 stimmberechtigte Teilnehmer vertraten die Interessen von fast 36.500 Verträgen mit einem Nominalwert von rund 510 Millionen Euro.

ConventKämpft um das Geld seiner Mandanten: Rechtsanwalt Dr. Thomas Schulte auf der Infinus-Gläubigerversammlung Das Chaos begann bereits beim Einlass in die Messehallen. Zum anvisierten Beginn der Gläubigerversammlung standen immer noch Hunderte Teilnehmer im Regen vor der Tür und begehrten Einlass. Das Sicherheitspersonal kam mit den Kontrollen kaum hinterher.

Gleichzeitig gab es bereits Ärger mit Medienvertreter, die zur Versammlung nicht zugelassen waren.

Die Journalisten reagierten nicht sonderlich begeistert darauf, vor der Tür stehen gelassen zu werden. Sogar den zugelassenen Teilnehmern wurde bereist am Einlass untersagt zu fotografieren. Zu viel Transparenz wollten die Insolvenzverwalter wohl nicht zulassen.

Und auch technische Pannen verzögern den Einlass. Alle Teilnehmer erhielten nur einen Stimmzettel mit dem sie abstimmen sollten, unabhängig von der Anzahl an Stimmrechten. Einige Anwälte vertreten allerdings mehrere Tausend Anleger und monierten, dass sie im Auftrag abstimmen und nicht unbedingt von allen Anleger für dasselbe Vorgehen mandatiert wurden.

Rechtsanwalt Peter Mattil
Rechtsanwalt Peter Mattil
Insbesondere Peter Mattil, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht, der rund Tausend Vollmachten mitbrachte, sorgte für einen Aufruhr und drohte die Versammlungsergebnisse anzufechten, wenn keine Lösung für eine ordentliche Abstimmung gefunden werde.

Im bereits prall gefüllten Saal gab es zu Beginn ein großes Hallo.

Viele kennen einander. Opfer und Vermittler der Geldanlage sind bunt gemischt. Theorien und Spekulationen machen die Runde. Viele haben ihre Altersvorsorge verloren, man sieht viele graue Haare im Saal. Männer ab 60 Jahren als typischer Anleger. Viele Rechtsanwälte als Anlegerschützer in dunklen Anzügen.

Gegen 12 Uhr beginnt die Stimmung umzuschlagen. Im Saal macht sich Unmut breit und erste Buhrufe ertönen. Erst eine weitere Viertelstunde später passiert etwas. Die Versammlung beginnt mit einem erneuten Hinweis: "Fotografieren verboten!"

Insolvenzverwalter<br />Dr. Bruno Kübler
Insolvenzverwalter
Dr. Bruno Kübler
Der Star - Insolvenzverwalter Dr. Bruno Kübler betritt das Podium und erstattet Bericht.

Im hellen Schein der Lampen sitzt die Mannschaft rund um die Rechtspflegerin und den distinguiert wirkenden Dr. Kübler auf der Bühne. Er ist der Star des Tages, überlegen, groß und sich seiner Macht bewusst; sprachgewandt.

Unten sitzen, gedrängt in enger Bestuhlung, betroffene Geldanleger, Makler und Rechtsanwälte und lauschen dem Bericht des Insolvenzverwalters. Dr. Kübler berichtet ruhig und ausführlich über den Stand des Verfahrens. Mittlerweile seien auch die Buchhaltungsunterlagen der Fubus KG von der Staatsanwaltschaft eingegangen, etwa 1400 Karton, die bisher noch nicht gesichtet werden konnten. Derzeit werden die Unterlagen eingescannt. Nach der Auswertung soll erneut berichtet werden.

Dr. Kübler fasst das System Infinus-Fubus zusammen.

Der Kern des Geschäftsmodells der Fubus bestand im Kaufen und Verwerten von Lebensversicherungen. Seit 2005 wurden Eigengeschäfte von der Fubus betrieben. Es wurden Lebensversicherungen mit hohen Versicherungssummen abgeschlossen, für die rund 13 Millionen Euro Beitragszahlungen pro Monat an die Versicherungen flossen.

Die Vermittlungsprovision kassierte die sogenannte "rote Infinus" (Infinus IKP). Fünf Prozent der gesamten Summe, gerechnet auf die nächsten 30 Jahre, seien als Vorschuss gezahlt worden. Dadurch erhielt die Infinus IKP immer frische Liquidität. Diese Gelder wurden an die Fubus weitergleitet und haben dort den bilanziellen Gewinn erhöht. Solche Geschäfte seien schon länger von vielen als fragwürdig angesehen. Dem Ergo-Konzern etwa, welcher ebenfalls Geschäfte mit der Fubus getätigt hat, wären diese "Luftnummern" sehr unangenehm, so Dr. Kübler.

Und das mit gutem Grund. Diese Tricks ermöglichten frisches Geld durch Provisionen zu erhalten. Für die Verantwortlichen bedeutete das, dass damit wertvolle Zeit gewonnen werden konnte, um beispielsweise Zinsen zu zahlen. Dr. Kübler geht derzeit von Verlusten aus, weil er die Bilanzen korrigieren müsse, sodass auch Steuern zurückgefordert werden können. Dies werde aber noch Jahre dauern.

Auch die bereits bekannten Tricks um die Goldsparpläne wurden nochmals dargestellt. Hierbei wurden 12 Prozent Provision an den österreichischen Partner gezahlt. Der österreichische Partner zahlte 11,9 Prozent an die Infinus IKP zurück, welche wiederum den Gewinn an die Fubus abführte. Dies schlug sich in der Bilanz der Fubus ebenfalls als Gewinn nieder. Für diese Manipulationen rechnet Dr. Kübler mit strafrechtlichen Konsequenzen für die Verantwortlichen.

Weiterhin erklärte Dr. Kübler, dass die schwierigen Rechtsfragen rund um die ausgegebenen Genussrechte geklärt werden müssen, insbesondere der sogenannte Nachrang der Forderungen. Dr. Kübler stellte eine Prognose von 20 Prozent auf. Es sei sehr viel Vermögen da, welches noch verwertet werden müsse. Auch der Kopf der Infinus-Gruppe, Herr Biel müsse persönlich haften und vermutlich einen zweistelligen Millionenbetrag zahlen.

Dr. Kübler kündigt erste Zahlungen für 2015 als Vorschuss an und tröstet die Anleger damit, dass 20 Prozent doch auch etwas seien. Die Kurzübersicht endete um 13.15 Uhr. Noch bleibt das Auditorium ruhig.

Bei der anschließenden Fragerunde dreht die Stimmung.


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