GoMoPa® - der Finanznachrichtendienst (www.gomopa.net) - Pressemeldung vom 02.06.2014

Lässt die gamigo AG die Anleihe-Gläubiger bluten?


gamigo AG Vorstand<br /> Remco Westermann (50)<br /> aus Düsseldorf
gamigo AG Vorstand
Remco Westermann (50)
aus Düsseldorf
Der alte Vorstandschef des Online-Spielevermarkters gamigo AG aus Hamburg (Behringstraße 16b), Rainer Markussen (45) aus Hamburg, schaffte nach zwei verlustreichen Jahren schließlich 2012 erstmals ein leichtes Plus, weil der einstige Hauptgesellschafter Axel Springer SE auf die Rückzahlung eines Gesellschafterdarlehens von mehr als 17,5 Millionen Euro verzichtete.

Die alte gamigo AG hatte sich an der Entwicklung eigener Spiele verhoben. Trotz klangvoller Namen wie Black Prophecy (schwarze Prophezeiung) oder War of Angels (Krieg der Engel) brachten die Online-Spiele nicht die erwartete finanzielle Performance. Auch die finanziellen Folgen von Hackerangriffen hatte man unterschätzt.

Nachfolgevorstand Remco Westermann (50), der das Ruder nach dem Verkauf der gamigo AG von der Axel Springer SE an die Samarion SE des schillernden Beteiligungs-Profis Stefan Hartmann (der Finanznachrichtendienst GoMoPa.net berichtete) seit Dezember 2012 übernahm, setzte lieber auf den Kauf von Lizenzen fertiger Spiele mit einer etablierten Spielergemeinschaft, wie im Februar 2013 die Nordamerika-Lizenz für das Spiel Fiesta Online mit damals 1,2 Millionen Spielern.

Zur Forcierung brachte Westermann im Sommer 2013 eine Mittelstandsanleihe in den Entry Standard der Börse Frankfurt ein, die er von Creditreform raten ließ. Es lockten 8,5 Prozent Jahreszinsen, die auch noch vierteljährlich ausgezahlt werden sollen. In kurzer Zeit sammelte die gamigo AG mehr als 12 Millionen Euro von Anlegern als Darlehen ein (geplant waren 15 Millionen Euro).

Remco Westermann tönte im Juni 2013 gegenüber dem Magazin FINANCE aus Friedberg noch:

Zitat:


Unser Business erwirtschaftet jeden Monat Cashflows ohne große saisonale Ausschläge und erfordert keine hohen regelmäßigen Investitionen. Die knapp 1,3 Millionen Euro, die wir jedes Jahr an Zinsen bezahlen müssen, werden wir bald aus eigener Kraft erwirtschaften können.


Auch vor wenigen Tagen kündigte die gamigo AG auch für 2014 eine positive Entwicklung an. Aber offenbar wieder Mal auf Kosten der Darlehensgeber:

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