GoMoPa® - der Finanznachrichtendienst (www.gomopa.net) - Pressemeldung vom 13.06.2014

Tobias König (ehemals König & Cie. GmbH & Co. KG) sucht wieder Geldgeber für Schiffe


Convent Der wohl weltweit bekannteste deutsche Schiffs-Finanzierer, Tobias König (51) aus Hamburg, sagte am 14. April 2014 im asiatischen Magazin maritimeCEO den Niedergang der deutschen Schiffsfahrt voraus. Durch den Wegfall von Schiffsfinanzierungs-Fonds in Form von Kommanditgesellschaften (KGs) werde sich die Anzahl der deutschen Reedereien von einstmals 400 im Jahr 2012 auf 40 im Jahr 2016 reduzieren. Banken würden Verträge kündigen und aussteigen. Das Geschäft werde sich auf private Geldgeber (Private Equity) und institutionelle Anleger verlagern. Dafür hat er eine neue Firma gegründet, mit der er wieder in Schiffe investieren will. Diesmal ohne Fremdfinanzierungen.

König hatte schon vor einem Jahr 80 Prozent seiner 85 Prozent Anteile an der eigenen Massenpublikum-KG, dem Emissionshaus Koenig & Cie. GmbH & Co. KG (Hamburg, Axel-Springer-Platz 3), an die beiden US-Private-Equity-Investoren Tennenbaum Capital Partners aus Santa Monica und Delos Shipping LLC aus Dallas verkauft. Die restlichen 15 Prozent gehören weiter dem Hamburger Privatinvestor John C. Hinneberg.

König hatte die Koenig & Cie. GmbH & Co. KG im Januar 1999 gegründet und mit dieser 75 geschossene Publikums-Fonds (überwiegend Schiffe) in KG-Form aufgelegt, von denen 2011 nur noch 55 in Bewirtschaftung waren.

Rechtsanwalt Mathias<br /> Nittel aus Heidelberg
Rechtsanwalt Mathias
Nittel aus Heidelberg
Hohe Weichkosten, hohe Fremdmittel (Bankkredite) und Währungsrisiken machten die Kommanditbeteiligungen an diesen KGs jedoch für die Anleger zu hochriskanten Investments, wie der Heidelberger Anlegerschutzanwalt Mathias Nittel gegenüber dem Finanznachrichtendienst GoMoPa.net bemängelte.

Schon im Sommer 2012 anlässlich der Insolvenz der japanischen Reederei Sanko Steamship mit 185 Schiffen in Tokio, die auch mit der König & Cie. Renditefonds 76 MS King Robert GmbH & Co. KG aus dem Axel-Springer-Platz 3 in Hamburg Charterverträge hatte, über die das Amtsgericht Hamburg am 16. April 2013 dann ebenfalls Insolvenz eröffnen musste (Aktenzeichen 67 e IN 46/13) und an der Tobias König 42,5 Prozent Anteil hält, sagte Nittel auf GoMoPa.net den Niedergang der deutschen Schiffsfondsbranche voraus, wenn sich nichts ändert:

Zitat:


Die Probleme der Schiffsfondsbranche sind derzeit so massiv, dass mit einer schnellen Entspannung der Situation nicht zu rechnen ist. Neben dem extrem schwierigen Marktumfeld, der stagnierenden Nachfrage bei weiter steigendem Angebot sowie den derzeit sehr niedrigen Charterraten sind die Schwierigkeiten auch hausgemacht. Hohe Weichkosten und Fremdkapitalquoten sowie Währungsrisiken schwächen die Chancen einer schnellen Sanierung. Und auch für die nahe Zukunft sehen Experten keine Chancen auf starke Impulse in der Branche.


Das frische Kapital für den Verkauf der Mehrheitsanteile an der Koenig & Cie. GmbH & Co. KG konnte sich Tobias König nicht in die Tasche stecken. Laut Pressemitteilung des Unternehmens wurde das neue in das Unternehmen eingebrachte Kapital aus den USA "zur Ablösung und Restrukturierung von Verbindlichkeiten sowie zur Enthaftung von Eventualverbindlichkeiten verwendet".

Tobias König führte die Geschäfte noch bis zum 31. Dezember 2013 und half, das Retail-Emissionshaus in einen Asset-Manager mit einer kleinen Investment-Boutique umzuwandeln. Die Mitarbeiterzahl wurde von 140 auf 60 geschrumpft, die jährlichen Fixkosten um 10 Millionen Euro gesenkt. Das unter Management stehende Asset wurde beim Verkauf mit rund 4,5 Milliarden Euro angegeben.

Schiffsfonds wurden schon seit geraumer Zeit nicht mehr aufgelegt. Alle österreichischen Koenig & Cie. Schiffsfonds wurden verkauft, das Wiener Büro wurde schon 2012 geschlossen.

Der Name Koenig & Cie. ist inzwischen durch dutzende Sanierungsfälle und etliche Insolvenzen belastet, wie GoMoPa.net berichtete.

Selbst ein geglückter Verkauf eines Schiffes wie der Cape Darby von der MS CAPE DARBY Schifffahrt GmbH & Co. KG Anfang diesen Jahres für 8,5 Millionen Euro löste bei den Anlegern, die 2001 in den Schiffsfonds 15,8 Millionen Euro Eigenkapital eingezahlt hatten, keinen Jubel aus. Der ganze Erlös ging an die Banken, die das Geschäft mit Krediten gehebelt hatten, die Anleger gingen leer aus, wie GoMoPa.net berichtete.

Und was macht Initiator Tobias König?

Er stieg aus diesem KG-Fondsgeschäft mit Fremdfinanzierung aus und sucht schon wieder Investoren für Schiffe, aber als Private Equity.

Kennen würde er genug Leute...

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