GoMoPa® - der Finanznachrichtendienst (www.gomopa.net) - Pressemeldung vom 24.09.2014

Die Pseudosicherheit der juwi AG für den Bauzins Deutschland 1


Die Gründer und Vorstände der juwi AG aus<br /> Wörrstadt in Rheinland-Pfalz: Fred Jung (44, links)<br /> und Matthias Willenbacher (45)<br /> © juwi invest GmbH (Vertrieb)
Die Gründer und Vorstände der juwi AG aus
Wörrstadt in Rheinland-Pfalz: Fred Jung (44, links)
und Matthias Willenbacher (45)
© juwi invest GmbH (Vertrieb)
(ss) - juwi steht für Jung und Willenbacher. Im Jahr 2002 gründeten der diplomierte Agrarökonom Fred Jung (44) aus Kirchheimbolanden und der Diplomphysiker Matthias Willenbacher (45) aus Mainz in Wörrstadt (Rheinland-Pfalz) in der Energie-Allee 1 den Wind- und Solarprojektierer juwi AG.

Zur Zwischenfinanzierung von (gelöscht laut einstweiliger Verfügung des Landgerichts Berlin vom 18.11.2014, Geschäftsnummer: 27 O494/14) Windenergie-Projekten in Deutschland legte die Tochtergesellschaft juwi Bau Festzins GmbH im vorigen Jahr die Nachrangdarlehen Bauzins Deutschland 1 auf.

Die Mindesteinlage betrug 2.500 Euro ohne Aufschlag (Agio) und ohne Verwaltungsgebühr. Die Anleger sollen ab 2014 einen Jahreszins von 4,5 Prozent, ab 2015 5,5 Prozent und ab 2016 6,5 Prozent ausgezahlt bekommen. Die Nachrangdarlehen sind jährlich kündbar.

Die juwi Bau Festzins GmbH sammelte bis Ende letzten Jahres von 2.000 Anlegern 30 Millionen Euro ein.

Es handelt sich dabei um Nachrangdarlehen mit qualifiziertem Rangrücktritt. Bilanztechnisch gilt das Geld als Eigenkapital, weil Zinsen und Rückzahlung nur erfolgen müssen, wenn das Unternehmen durch die Auszahlung nicht in eine Insolvenzgefahr gerät und wenn alle anderen Forderungen zum Beispiel an Banken befriedigt worden sind.

Die Emittentin reicht das Geld als Kredit an eine weitere Tochter der juwi AG, der juwi Energieprojekte GmbH, weiter, die wiederum Windparkprojekte, Übergabestationen und Umspannwerke an Objektgesellschaften zwischenfinanzieren will.

Weil so viel Zwischenfinanzierungen innerhalb verbundener Unternehmen ein hohes Ketten- und auch Klumpenausfallrisiko bergen, hatte sich die juwi AG eine besondere Sicherheitsmaßnahme einfallen lassen, um die Anleger vor Zeichnung des Bauzinses Deutschland 1 zu beruhigen.

Die juwi AG gab eine Patronatserklärung ab, "in deren Rahmen die juwi AG für die Rückführung der von der Emittentin verliehenen Mittel einsteht".

Außerdem werde die Konzernmutter juwi AG eventuelle Jahresfehlbeträge sowohl der Nachrangdarlehen-Emittentin juwi Bau Festzins GmbH als auch Jahresfehlbeträge der Darlehensempfängerin juwi Energieprojekte GmbH ausgleichen. Das geschehe im Rahmen von Ergebnisabführungsverträgen zwischen Mutter und Töchtern.

Doch was nützen Patronatserklärung und Ergebnisabführungsverträge, wenn es der Mutter selbst schlecht geht?

Was nützt dann die jährliche Kündigungsmöglichkeit, wenn möglicherweise gar kein Auseinandersetzungsguthaben mehr übrig ist, um die Nachrangdarlehen an die Anleger zurückzuzahlen?

Bis Ende September 2014 kann erstmalig zum 31. Dezember 2014 gekündigt werden.

Was dann noch da ist, ist fraglich. Denn der Mutter juwi AG geht es gar nicht mehr so gut:

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