GoMoPa® - der Finanznachrichtendienst (www.gomopa.net) - Pressemeldung vom 14.11.2014

Drei Jahre Knast: Der tiefe Fall des Thomas Middelhoff


(sa) - Als Top-Manager der Bertelsmann AG (1998 bis 2002) und des ehemaligen Karstadt-Mutterkonzerns Arcandor AG (2004 bis 2009) gehörte der gebürtige Düsseldorfer Thomas Middelhoff (61) zur Elite der deutschen Wirtschaft. Seit der Insolvenz der Arcandor AG im Jahr 2009 steht Middelhoff im Visier von Staatsanwälten, Gerichtsvollziehern und Journalisten. Jetzt wurde der einstige Managementstar zu drei Jahren Haft verurteilt.

Drei Jahre Haft: Thomas Middelhoff (61) bei Urteilsverkündung
Drei Jahre Haft: Thomas Middelhoff (61) bei Urteilsverkündung

Das Landgericht Essen zeigte keine Gnade mit dem einstigen Top-Manager Thomas Middelhoff. Am Freitag, den 14 November 2014, verurteilten die Richter den ehemaligen Arcandor-Chef zu drei Jahren Haft. Richter Jörg Schmitt begründete das harte Urteil damit, dass sich Middelhoff der Untreue in 27 Fällen und der Steuerhinterziehung in drei Fällen schuldig gemacht habe. Das Gericht hat einen Haftbefehl gegen Middelhoff ausgestellt. Es bestehe eine erhöhte Fluchtgefahr.

Statt teurer Luxusuhren und Maßanzüge wird Middelhoff in Zukunft Handschellen und Sträflingsmontur tragen.

Das Strafmaß ist nah an der Forderung der Staatsanwaltschaft, da Middelhoff das Gericht nicht davon überzeugen konnte, an einer Aufklärung des Sachverhalts mitzuwirken. Richter Jörg Schmitt befand, dass Middelhoffs Auftreten "nicht vom Willen des ehrlichen Umgang, sondern von verteidigungstaktischen Motiven geprägt" war und er selten einen Angeklagten erlebt habe, der sich selber so oft widersprochen habe.

Showman Middelhoff während Gerichtsverhandlung
Showman Middelhoff während Gerichtsverhandlung

Die Staatsanwaltschaft hatte Middelhoff in der Anklage vorgeworfen, den Arcandor-Konzern zu Unrecht mit Kosten von mehr als 800.000 Euro belastet zu haben. Das Geld sei vor allem für Flüge mit Hubschraubern und Charterjets verprasst worden. Zudem soll Middelhoff privat eine Festschrift für 1,1 Millionen Euro in Auftrag gegeben haben, die von Arcandor bezahlt wurde.

Das Urteil des Landgerichts Essen ist noch nicht rechtskräftig. Middelhofffs Verteidiger, die einen Freispruch gefordert haben, werden aller Wahrscheinlichkeit nach Revision einlegen.


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