GoMoPa® - der Finanznachrichtendienst (www.gomopa.net) - Pressemeldung vom 08.12.2014

Vatikanbank: Ex-Manager unterschlugen Millionen mit dubiosen Immobiliengeschäften


Der Petersdom in Rom, Sitz von Papst Franziskus.
Der Petersdom in Rom, Sitz von Papst Franziskus.
(ta) - Die päpstliche Vatikanbank steht aufgrund ihrer düsteren Vergangenheit erneut in der Kritik. Demnach haben ehemalige Manager des Geldinstituts zwischen 2001 und 2008 rund 60 Millionen Euro mit kriminellen Immobiliengeschäften in die eigene Tasche gewirtschaftet. Sie verkauften Häuser und Wohnungen in bester Römer Lage zunächst billig an eigene Briefkasten-Gesellschaften im Ausland, bevor sie wieder teuer an Kunden verkauft wurden. Den Differenzbetrag strichen die Ex-Manager selbst ein. Der Staatsanwalt des Kirchenstaates erhob bereits Anklage gegen die drei Beschuldigten. Zudem wurden ihre Konten mit Millionenbeträgen eingefroren.

Die Abkürzung der päpstlichen Bank lautet IOR, was für "Instituto per la Opere di Religione" ("Institut für Religiöse Werke") steht. Etwa 150 Banker verwalten laut italienischen Medienberichten eine Barschaft von 3,2 Milliarden Dollar und ein Anlagevermögen von 5 Milliarden Dollar. Kunden sind Vatikanmitarbeiter, Diözesen, Klöster, kirchliche Stiftungen. Das IOR veröffentlicht weder Bilanzen noch Rechenschaftsberichte. Der Wettbewerbsvorteil war jahrelang die Geheimhaltung. Aus Vatikankreisen hieß es dazu nur: "Das IOR wird sich bestimmt keiner italienischen oder europäischen Bankenaufsicht beugen."

Doch damit ist in ein paar Jahren Schluss, wenn man dem derzeitigen Papst Franziskus Glauben schenken darf. Er führt die vom Vorgänger Benedikt XVI. angeordneten Reformen beim alteingesessenen Geldinstitut fort und verlangt die korrekte Aufarbeitung der dubiosen Vergangenheit rund um die Vatikanbank. Zudem soll sich auch die Vatikanbank künftig den Regeln der europäischen Aufsichtsbehörden unterwerfen.

Krumme Immobiliendeals über ausländische Briefkastenfirmen

Im Zentrum des Skandals:<br /> Ex-IOR-Chef Angelo Caloia
Im Zentrum des Skandals:
Ex-IOR-Chef Angelo Caloia
Bei internen Kontrollen entdeckten Ermittler schwerwiegende Unregelmäßigkeiten in der Zeit zwischen 2001 und 2008. Im Fokus der Ermittlungen stehen ein ehemaliger Präsident der Vatikanbank, ein Ex-Generaldirektor und ein Anwalt. Sie sollen insgesamt 60 Millionen Euro beim Verkauf von 29 Immobilien unterschlagen haben.

Das "Trio Infernale" ging dabei wie folgt vor: Zunächst wurden Immobilien aus dem Besitz der Vatikanbank zu extrem niedrigen Preisen an Briefkastenfirmen in verschiedenen Steueroasen verkauft, die sich alle unter ihrer Kontrolle befanden. Von dort wurden die Häuser und Wohnungen zu einem marktüblichen Preis weiterverkauft. Die Differenz teilten die damaligen IOR-Manager und ihr Anwalt untereinander auf.

Das "Institut für Religiöse Werke" hat nach eigenen Angaben bereits vor einigen Monaten Anzeigen gegen die drei Männer erstattet. Auch Haftbefehle sollen bereits als Rechtshilfeersuchen bei den italienischen Behörden gestellt worden sein. Zudem hat die Vatikanbank auch die Konten der Beschuldigten mit insgesamt 16 Millionen Euro eingefroren, wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht. Das Vorgehen der Bank entspreche der neuen Leitlinie der Bank, "Transparenz und Null-Toleranz, selbst bei verdächtigen Ereignissen aus der Vergangenheit" auszuüben. Zu weiteren Details wollte das Geldinstitut jedoch keine Aussagen treffen, um die laufenden Ermittlungen nicht zu behindern.

Italienischen Medienberichten zufolge handelt es sich bei den Beschuldigten um den früheren Vatikanbank-Präsidenten Angelo Caloia (75), Ex-IOR-Generaldirektor Lelio Scaletti und den römischen Anwalt Gabriele Liuzzo ermittelt. Vatikansprecher Federico Lombardi sagte der französischen Nachrichtenagentur AFP, dass den Verdächtigen Untreue vorgeworfen werde. Lombardi, gab außerdem zu Protokoll, dass die krummen Geschäfte des Trios vom derzeitigen Management um IOR-Chef Jean-Baptise de Franssu an den Staatsanwalt des Kirchenstaates, Gian Piero Milano, weitergereicht wurden.

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