GoMoPa® - der Finanznachrichtendienst (www.gomopa.net) - Pressemeldung vom 03.07.2015

König & Cie.: Illegale Verschrottung in Indien?


Convent Antizyklisch wollte man sein und in der Schiffahrtskrise Container-Schiffe aus Insolvenzen ersteigern, diese weiter auf Tour schicken und nach zehn Jahren, wenn sich der Markt erholt hat, mit Gewinn verkaufen.

So kann man das Konzept zusammenfassen, mit dem der Hamburger Schiffahrtskaufmann Jens Adolf Mahnke (46) als geschäftsführender Gesellschafter und Leiter des Schiffahrtsbereiches beim Fondsanbieter König & Cie. in Hamburg für einen Container-Schnäppchenfonds namens König & Cie. Renditefonds 75 Schiffahrts Investment I warb.

Convent Doch nun stellte sich heraus, dass die Anleger schnell in einer Schiffondsinsolvenz landeten und alles verloren, aber die Fondsmanager für die finanzierende Bank noch einmal Kasse gemacht haben sollen, in dem sie das Schiff über Zwischenhändler zu Schrott-Höchstpreisen nach Indien verkauften, um es dort illegal zu verschrotten.

Der Container-Dachfonds von König & Cie. wurde 2008 aufgelegt. Es dauerte aber vier Jahre, ehe der angepeilte Schnäppchenkauf zum ersten Mal klappte.

Am 2. März 2012 ersteigerte die König & Cie. Schiffahrts Investment I schließlich aus der Insolvenzmasse der Flottenfonds von Hansa Capital das MS Condor I, das 1995 auf einer polnischen Werft gebaut worden war, und ließen das Motorschiff nun unter dem Namen King Justus weiterlaufen.

Die Schiffsfondsgesellschaft für King Justus wurde die Erste Schiffahrts Investment GmbH & Co. KG aus der Caffamacherstraße 7 in Hamburg, von der die Anleger Kommanditanteile ab 10.000 Euro plus 5 Prozent Aufgeld (Agio) kaufen konnten.

Geworben wurde beim Anteileverkauf auch damit, dass die Norddeutsche Landesbank NordLB für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt aus Hannover knapp 60 Prozent für den Kaufpreis des Schiffes beisteuert.

King Justus wurde vom Käufer auf 5,2 Millionen US-Dollar geschätzt und für rund 4 Millionen US-Dollar aus der Insolvenzmasse gekauft. Fondsgeschäftsführer Jens Mahnke publizierte 2012 eine Prognose, wonach die Anleger selbst im schlechtesten Fall, wenn das Schiff im Jahre 2018 zum Schrottpreis verkauft werden würde, immer noch eine Internal Rate of Return IRR von 1,38 Prozent pro Jahr haben würde.

Doch das Konzept ging nicht auf:

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