GoMoPa® - der Finanznachrichtendienst (www.gomopa.net) - Pressemeldung vom 17.12.2015

Hessen: Paranoide Steuerfahnder rehabilitiert


Vor sechs Jahren wurden vier Steuerfahnder in Frankfurt am Main, die gegen die Straffreiheit für Auslandstransfers von unter 250.000 Euro in Hessen protestierten, als paranoid abgestempelt und zwangspensioniert, wie der Finanznachrichtendienst GoMoPa.net berichtete. Jetzt wurden sie rehabilitiert, wollen aber nicht mehr zurück ins Amt.

Drei Jahre lang, von 1996 bis 1999, waren die Steuerfahnder Marco Wehner und Rudolf Schmenger sowie das Fahnderehepaar Heiko und Tina Feser als Bankentruppe in der Finanzmetropole Frankfurt am Main die Helden. Sie waren die ersten Steuerfahnder in Deutschland, die sich trauten, in eine deutsche Bankzentrale einzumarschieren und auch die Vorstandsbüros zu durchsuchen. Es war 1996 die Commerzbank. Die Fahnder hatten von einem Bankmitarbeiter einen Tipp bekommen.

Bei der Razzia ließen sich die Steuerfahnder auch nicht davon beeindrucken, dass der damalige Vorstandssprecher der Commerzbank, Dr. Martin Kohlhaussen (heute 80), dem damaligen Abteilungsleiter der Fahnder, Oberamtsrat Frank Wehrheim, bei der Durchsuchung seines Büros gedroht hat, "dass er noch am gleichen Abend den Bundeskanzler (damals Helmut Kohl, CDU - Anmerkung der Redaktion) beim Abendessen treffen wird." Wehrheim: "Ich hab ihm dann erwidert, dass er dem Kanzler schöne Grüße von der Steuerfahndung Frankfurt ausrichten soll."

Die Fahnder deckten zehntausende Fälle von Steuerhinterziehung in großem Stil auf. Die Commerzbank musste umgerechnet 200 Millionen Euro Steuern und 60 Millionen Euro Verzugszinsen nachzahlen. Mehrere Vorstände entkam durch "freiwillige" Millionenzahlungen knapp dem drohenden Strafverfahren.

Das Blatt wendete sich im Jahr 1999, als die CDU bei der Landtagswahl die SPD ablöste. Auf Anweisung von oben durfte das Erfolgsteam in Frankfurt keine Fälle aus einer nach der Wahl aufgetauchten Schwarzgeld-CD nach Liechtenstein bearbeiten.

Die Fahnder fragten sich damals, ob es einen Zusammenhang zur CDU-Schwarzgeldaffäre gab.

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