GoMoPa® - der Finanznachrichtendienst (www.gomopa.net) - Pressemeldung vom 25.02.2016

Geno eG: Die Zahlen sprechen gegen ein soziales Wohnmodell


Von Private User Struckischreck, ein Analyst aus Bayern

Bekanntlich verfolge ich seit langem das Geschäftsgebaren der Geno Wohnbaugenossenschaft eG (vormals Genotec) aus dem schwäbischen Ludwigsburg in Baden-Württemberg mit Jens Meier als Vorstandsvorsitzenden - vormals Genotec. Motto: "Mietkauf - ohne Schulden zur eigenen Immobilie."

Dem Geno eG-Chef Jens Meier ist dies hinlänglich bekannt, da er unter dem Nick @chagwidden eines Bekannten im Forum des Finanznachrichtendienstes GoMoPa.net meine Stellungnahmen hierzu gelesen hat. Er weiß daher, dass ich die vollmundigen Versprechungen von jeher erheblich angezweifelt habe.

Convent Zwischenzeitlich gibt es wieder einmal staatsanwaltliche Ermittlungen gegen die Geno eG, deren Berechtigung selbstverständlich von Geno empört zurückgewiesen werden. Allerdings setzt die Staatsanwaltschaft Stuttgart an den falschen Stellen an und sucht nach Belegen für Betrug und Insolvenzverschleppung. Das ist aber nach meiner Einschätzung bei Geno im strafrechlichen Sinne nicht der Fall.

Teuer oder nicht spielt keine entscheidende Rolle

Auch die Zeitschriften Finanztest und Focus haben sich auf die falsche Fährte locken lassen, indem sie die Finanzierungskosten des Genotec Mietkaufmodells mit einem Annuitätendarlehen der Banken verglichen haben und zu dem Schluss kamen, dass der Mietkauf teurer wäre. Das mag sein, spielt jedoch keine Rolle.

Die entscheidende Frage ist: Kann Geno das Versprechen überhaupt einhalten?

Das Ergebnis fällt jedenfalls völlig anders aus, wenn man die entscheidende Frage stellt, ob das Geno-Geschäftsmodell langfristig funktionsfähig ist, das heißt, das Versprechen einhalten kann, "als 3. Wohnlösung ... den Menschen in Deutschland wesentliche Vorteile und ein sicheres Wohnen ein Leben lang zu bringen." (Quelle: www.geno-eg.de)

Das genau ist nämlich nicht der Fall!

Um das zu belegen, habe ich mich erneut mit den aktuellen Geschäftsberichten der Geschäftsjahre 2012 bis 2014 (vorläufig) und den dazu getätigten Aussagen mehrerer Beteiligter kritisch auseinandergesetzt. Und sei dies nur, damit sich Jens Meier und der Aufsichtrat nicht noch länger damit herausreden können, sie hätten dies alles nicht gewusst und nicht vorhersehen können.

Zunächst gehe ich auf die aktuellen Geschäftszahlen ein, die ich Ihren, sehr geehrter Herr Meier, Geschäftsberichten zum Jahr 2012 und 2013 entnehmen konnte, die somit unbestritten sein dürften (Zahlen für 2014 vorläufig):






















Ich habe versucht, die Übersichten "Auf einen Blick" in den Geschäftsberichten 2012, 2013 und 2014 (vorläufig) zusammenzu assen und in ähnlicher Formatierung wie diese zu halten. Da es später erforderlich ist, bestimmte Zahlen in ein Verhältnis zueinander zu setzen, habe ich abweichend von den Geschäftsberichten die Zeilen mit den Daten durchnummeriert.

Zunächst einmal fällt auf, dass in den Jahren 2013 und 2014 die Abschlussgebühren (6) im Verhältnis zu den Beitrittssummen (2) mit 17,85 % und 13,57 % außergewöhnlich hoch und deutlich über den Vorjahren lagen. Möglicherweise liegt das daran, dass die neuen Mitglieder überdurchschnittlich hohe WohnSparSummen (4) mit entsprechend hohen Provisionen abgeschlossen haben, die Beitrittssummen (2) im Verhältnis hierzu nicht so hoch ausfielen.

Die WohnSparSumme (11) zur Beitrittssumme (10) beträgt konstant das 11,43fache: Das bedeutet, dass die Mitglieder durchschnittlich einen Anspruch auf den 11,43fachen ihres (später) voll eingezahlten Betrages erwerben.

Die durchschnittliche WohnSparsumme im Bestand (11) von 2011 bis 2014 belief sich je Mitglied auf zirka 164.000 Euro. Auch der durchschittliche Immobilienwert - Immobilienbestand (16) durch Anzahl Immobilien (15) - Stand 2014 lag bei zirka 164.000 Euro je Objekt.

Somit ist es möglich, unter gewissen Annahmen eine Hochrechnung über die Entwicklung für die Mitglieder zu erstellen. Angenommen, es gelänge der Geno eG, den Mitgliederbestand pro Jahr um 5 % zu steigern, bei gleichen Einzahlungen der Neumitglieder. Unberücksichtigt lassen wir zunächst einmal die erzielten Mieterträge (und somit Mittelrückflüsse zum Erwerb weiterer Immobilien), da diese ohnehin geringer als die Mietaufwendungen, Personal- und sonstigen betriebliche nAufwendungen sind.

Dann könnte die Entwicklung wie folgt verlaufen (grau unterlegt sind die bekannten Zahlen aus den Geschäftsberichten, siehe obige Tabelle):

























Was sehen wir daran? Die Anzahl der Mitglieder mit realisierten Objekten (A) ist sehr gering und der prozentuale Anteil dieser Mitglieder (B) bleibt nahezu konstant. Das ändert sich auch nicht, wenn man eine Steigerung der Mitgliederanzahl um 10 % oder mehr annimmt. Das wird Ihnen auch jeder Mathematiker belegen können.













Von Geno wird in diesen Fällen üblicherweise eingewendet, dass ja die Mitglieder mit realisierten Objekten den Mietzins entrichten.

Aber wie hoch ist dieser Betrag? Laut Zeile (17) waren dies zuletzt zirka 1,5 Millionen Euro. Davon könnten tatsächlich etwa 9 neue Objekte zu 164.000 Euro pro Jahr erworben werden. Wären da nicht die Miet-, Personal- und sonstigen betrieblichen Aufwendungen, die diesen Betrag auf ein dickes Minus von über 2 Millionen Euro ins Gegenteil verkehren würden. Und selbst wenn dies nicht der Fall wäre - mehr als einen Zehntel Prozentpunkt macht auch dieses nicht aus.

Jaaa, sagt Geno, aber die Mitglieder müssen ja die volle Mietkaufsumme nach 25 Jahren zurückerstattet haben, dieses Geld fließt wieder der Genossenschaft zu.

Richtig. Was aber hilft es denn den Mitgliedern, die heute 30jährig mit Familie anfangen zu sparen, wenn sie mit 60 Jahren dann endlich an die ersehnte Immobilie gelangen? Auch richtig, nichts.

Und somit bestätigt sich meine These, dass es sich bei dem Modell der Geno eG mitnichten um ein soziales Modell handelt, mit dem Ziel, möglichst vielen Menschen zu den eigenen vier Wänden zu verhelfen, sondern in erster Linie, um reichliche Provisionseinnahmen für den Vertrieb des Geno Mietkaufmodells zu erzielen, von denen dann wiederum Vorstand und Leitung der GenoTrade eK profitieren.

Nachdem Jens Meier nach wie vor die Anworten schuldig bleibt, stelle ich meine Fragen noch einmal öffentlich an die Vorstände, die Herren Jens Meier und Gerald Schäfer, und außerdem an die Mitglieder des Aufsichtsrates, die Aufsichtsratsvorsitzende Frau Simone Zipperle, Aufsichrat Herrn Hans-Günter Lohmann, Aufsichtsrat Herrn Steffen Schrader: 1. Ist Ihnen bekannt, dass das System des Bausparens deshalb einigermaßen stabil funktioniert, da hier eine Einzahlung von 40 % oder 50 % der Bausparsumme erfolgen und das Darlehen innerhalb von 7 bis 11 Jahren getilgt werden muss? Dass aber bei Geno nur etwa 10 % eingezahlt werden müssen und sich die Rückzahlung auf 25 Jahre erstrecken kann?

2. Ist Ihnen klar, dass etwa 10 bis 11 neue Mitglieder benötigt werden, damit Geno eG für ein Mitglied ein Objekt erwerben kann?

3. Haben Sie jemals rechnerisch nachvollzogen, wie es tatsächlich möglich sein soll, dass eine nennenswerte Anzahl von Mitgliedern in den Genuss des versprochenen Mietkaufs kommen soll?

4. Wollen Sie nach den oben von mir genannten Zahlen wirklich weiterhin behaupten, dass das Geno Mietkaufmodell in der Lage ist "den Menschen in Deutschland wesentliche Vorteile und ein sicheres Wohnen ein Leben lang zu bringen"?

5. Ist Ihnen bewusst, dass die liquiden Mittel der Geno eG nicht ausreichen, um einer größeren Anzahl von Mitgliedern das Auseinandersetzungsguthaben zu erstatten?

6. Warum werden die Provisionen an der in Aussicht gestellten WohnSparsumme und nicht an den tatsächlichen Einzahlungen der Mitglieder bemessen? Oder wie zum Beispiel bei Fondssparverträgen ratierlich erhoben?

7. Inwieweit ist Herr Jens Meier an der Genotrade e.K. und den dort erzielten Provisionseinnahmen beteiligt?

8. Inwieweit haben Herr Herr Jens Meier selber oder Personen aus seinem näheren Umfeld (Verwandte, Freunde) von den Vorteilen des Mietkaufs profitiert und sind in eine von Geno eG erworbene Immobilie gezogen?

Ich bin gespannt auf die Antworten. Nun denn...

... Fortsetzung » lesen.

 



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