GoMoPa® - der Finanznachrichtendienst (www.gomopa.net) - Pressemeldung vom 17.05.2016

MIG-Fonds: Die Geldverbrennungsmaschine des Alfred Wieder


Gründeten 2007 die HMW Emssionshaus AG aus Pullach<br /> bei München, von links: Dr. Matthias Hallweger,<br /> Alfred Wieder und Michael Motschmann © HMW
Gründeten 2007 die HMW Emssionshaus AG aus Pullach
bei München, von links: Dr. Matthias Hallweger,
Alfred Wieder und Michael Motschmann © HMW
Mehr als eine Milliarde Euro haben Anleger in die Venture Capital Fonds der MIG-Gruppe investiert. Das Versprechen des MIG-Vertriebs lautet hohe Renditen durch Investments in Start-Up-Unternehmen aus den Bereichen Biotechnologie und Gesundheit. Doch eine unveröffentlichte Studie des renommierten Fonds-Analysten Stephan Appel kommt zu einem schockierenden Ergebnis: Die Chancen auf Renditen oder auch nur die Rückzahlung des investierten Kapitals tendieren gegen Null - hohe Verluste sind vorprogrammiert. Die Profiteure sind eine Gruppe von Initiatoren und Managern rund um den Vertriebsprofi Alfred Wieder und den "Graumarkt-Paten" Markus Fischer.

Ab 10.000 Euro zuzüglich eines Agios von 5,5 Prozent können Anleger in das aktuelle Venture Capital Produkt der HMW AG aus Pullach, die MIG GmbH & Co. Fonds 15, investieren. Das Geld der Anleger soll in aussichtsreiche Start-Up-Unternehmen investiert werden und bei den angestrebten Exits zweistellige Jahresrenditen für die Kapitalanleger erzielen, so das Versprechen des Vertriebs. Die MIG Verwaltungs AG erklärt das Beteiligungskonzept auf ihrer Webseite:

Zitat:


Die Fondsgesellschaft möchte somit zwei Interessen zusammenführen: Jungen, innovativen Unternehmen wird einerseits dringend benötigtes Eigenkapital zur Verfügung gestellt und andererseits erhält eine Vielzahl von Anlegern auch mit kleineren Beteiligungsbeträgen die Chance, an einer möglichen Wertsteigerung solcher Unternehmen zu partizipieren.


Rund 50.000 Anleger überzeugte der Ansatz der MIG-Fonds-Initiatoren, woraufhin sie der Fondsgruppe mehr als eine Milliarde Euro zur Verfügung stellten. Doch statt satter Renditen drohen den Investoren hohe Verluste, so das Ergebnis der bisher unveröffentlichten Studie aus der Feder des Analysten und Graumarktkenners Stephan Appel mit dem Titel:

Zitat:


GESCHÄFTSMODELL ZUR REPRODUKTION DES EMITTENTEN MIT BILLIGENDER INKAUFNAHME DER VERNICHTUNG DES ANLEGERKAPIALS - Eine Analyse zur Eignung des MIG-Private Equity-Fondsmodells für Kleinanleger


Bereits in der Einleitung seiner Studie geht Appel hart mit den 15 MIG-Fonds sowie den Vorgänger-Fonds GAF Global Asset Fund und GCF Global Chance Fund ins Gericht:

Zitat:


Selbst der bewanderte Investor ist nicht in der Lage, die komplexen Interessenkonflikte im MIG-System erkennen oder nachzuvollziehen und für seine Anlageentscheidung auswerten zu können. Das MIG-Fondsmodell hat bisher nur ein Ziel erreicht: sein Eigenerhaltungsziel: die Sichergestellung der Finanzierung des bis zu 40 Prozent des Anlagekapitals verschlingenden Fondsmanagements.


Die Wahrscheinlichkeit, dass die Fonds sich für die Anleger jemals rentieren, tendiere gegen Null, da jeder Exit mindestens das drei- bis vierfache des investierten Kapitals einspielen müsste - und zwar bei allen Beteiligungen. "Doch diese Perspektive ist fern jeder Realität", kommentiert Appel.

Das Missverhältnis von Chancen und Risiken sei aber kein Zufall oder Unfall, sondern durch die Initiatoren beabsichtigt.

Durch exorbitante Vertriebskosten von rund 35 Prozent sowie einer jährlichen Verwaltungsgebühr von zwei Prozent ziehen die Initiatoren sowie deren Helfershelfer einen großen Teil des Kapitals aus den Fonds, so dass für tatsächliche Investments nur ein Teil des eingelegten Kapitals zur Verfügung steht. Doch auch das tatsächlich investierte Kapital, rund 60 Prozent der Einzahlungen, verwendet das MIG-Management nicht im Interesse der Anleger:

Zitat:


Der größte Teil der MIG-Unternehmen ist bestenfalls Durchschnitt und faktisch insolvent. Ein erheblicher Teil des in diese Unternehmen investierte Fonds-Anlegerkapitals wird nicht zurückgezahlt werden können. Für einige Unternehmen steht das bereits fest (Sovicell, Virologik). Andere Unternehmen werden vorläufig noch künstlich am Leben erhalten. Diese wirtschaftlich und technisch bereits gescheiterten Unternehmen erhalten für ihre substanzlose Administration weitere Gelder.


Das alles ist schon schlimm genug, aber die Realität sei noch grausamer für die MIG-Investoren, so Appel. Es gebe weder eine vernünftige Due Diligence (Risikoprüfung) noch einen Anlegerausschuss oder Beirat, der die schlimmsten Investment-Entscheidungen prüfe.

Kein Wunder, konstatiert der Fonds-Analyst, denn dies passe "nicht zu einem Arbeitstil, der zwischen Golf-Platz und politisch professoralem Window-Dressing Anlegermillionen kostenaufwändig verwaltet, statt die Leistungsträger konsequent an die kurze Leine des Überlebenskampfes zu binden und durch engagiertes Vorbild das Leistungsprinzip auf allen Unternehmensebenen durchzusetzen".

Im Gegensatz zu den Anlegern verdienen Management, Vertrieb und Dienstleister aus dem Umfeld der MIG-Gruppe meist unabhängig vom Erfolg der Fonds. Allen voran die folgenden Personen:

- Dr. Matthias Hallweger (Vorstand HMW Emmisionshaus AG)
- Dr. Stefan Gritsch (Aufsichtsrat HMW Emmisionshaus AG)
- Alfred Wieder (Alfred Wieder Consulting GmbH)
- Markus Fischer (FIT Fondsinitiator und Treuhand GmbH)
- Michael Motschmann (Vorstand MIG Verwaltungs AG)
- Dr. Matthias Kromayer (Vorstand MIG Verwaltungs AG)
- Jürgen Kosch (Vorstand MIG Verwaltungs AG)
- Kristian Schmidt-Garve (Vorstand MIG Verwaltungs AG)
- Hauck & Aufhäuser Privatbankiers KG a.A. (Verwahrstelle)

Gemeinsam würden die Initiatoren und ihre Helfer nicht nur von hohen Gebühren profitieren, sondern den Aderlass der Fonds absichtlich forcieren, kommentiert Appel. Durch Insidergeschäfte mit Lieferanten und Lizenzgebern entziehe das MIG-Umfeld den Beteiligungsunternehmen massiv Kapital und lasse diese ausbluten.

Das Fondsgeschäft als "Gebührenmodell" habe vor allem den Zweck die Risiken auf Anlegerseite zu konzentrieren und gleichzeitig für das Fondsmanagement die Risiken zu minimieren. Appel erklärt den Interessenkonflikt und den "komplizenhaften Umgang mit den Anlegermillionen":

Zitat:


Selbst wenn die überwiegende Anzahl der Anleger ihr Geld niemals zurückerhalten werden: das Management wird über voraussichtlich circa zwei Jahrzehnte ein komfortables Auskommen gehabt und ein beachtliches Vermögenspolster angespart haben. Von circa einer Milliarde Euro werden nach Abzug für den Gesamtvertrieb von circa 150 Millionen Euro circa 200 Millonen Euro für die Dienstleister rund um die Initiatoren und Ihre Partner (Treuhand, Berater, Anwälte, Komplementäre, Konzeptionäre, Marketing, die Fondsverwalter, PR- und Ratingmanager, Gutachter...) ausgegeben.


Das krasseste Beispiele liefert das MIG-Beteiligungsunternehmen Antisense Pharma/ISARNA.

Die Schlüsselpersonen und involvierten Manager (Dr. Karl-Hermann Schlingensiepen, Georg Schlingensiepen, Dr. Reimar Schlingensiepen, Dr. Wolfgang Brysch, Ekkehard Brysch, Sybille C. Grosjean, Renate Schirrow und Rudolf Stäger) haben ein ausgeklügeltes Kapitalvernichtungssystem aufgebaut, so das Ergebnis der Appel-Studie.

Um an das Kapital der Anleger zu kommen, hätten die beteiligten Akteure diverse Firmen gegründet, "um Rechnungen für Leistungen zu generieren, die zum Schaden des MIG-Unternehmens Antisense eigentlich von Antisense selbst erbracht wurden. Faktisch haben sich diese mit Antisense verbundenen Manager unter dem Vorwand, externe Lieferanten zu sein, an dem MIG-Start-Up bereichert." Nachdem das Unternehmen geplündert wurde, hätten sich die Akteure mit einem goldenen Handschlag verabschiedet.

Das MIG-Management habe dem Treiben nicht nur tatenlos zugesehen, sondern dieses sogar gefördert. Um eine Abschreibung der größten MIG-Beteiligung (zum Zeitpunkt der Studie rund 30 Prozent) zu verhindern, habe das MIG-Management immer mehr Geld in das quasi tote Unternehmen investiert, Stillhalteprämien an Altanleger gezahlt und das enorme Klumpenrisiko weiter erhöht, lautet Appels Fazit. Böse Zungen sprächen in solchen Fällen von einem Schneeballsystem. Nun denn...

In den nächsten Folgen der MIG-Serie beschäftigt sich GoMoPa mit weiteren Skandalen rund um MIG-Beteiligungsunternehmen, der Rolle des "Graumarkt-Paten" Markus Fischer sowie der delikaten Vita von Alfred Wieder.

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