GoMoPa® - der Finanznachrichtendienst (www.gomopa.net) - Pressemeldung vom 11.09.2017

Green City Energy AG: Bilanziell überschuldet - keine sichere Geldanlage


Convent Die Green City Energy AG aus München baut für Kommunen Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen. Dafür borgt sich das Unternehmen gern Geld von Privatanlegern.

Auf der morgen (12. September 2017) beginnenden Husum Wind, Deutschlands Fachmesse für Windkraft, wird die Green City Energy AG, einer Tochter der Umweltorganisation Green City e.V., erstmals als Aussteller auftreten. Wie Pressesprecherin Tine Messerschmidt mitteilte, wird die Green City Energy AG auf der Messe "auch immer wieder Gespräche mit möglichen Kooperationspartnern" führen und "nach Erneuerbare-Energien-ProjektenInvestoren" für die nachrangigen Inhaberschuldverschreibungen Kraftwerkspark III der eigens dafür gegründeten Tochterfirma Green City Energy Kraftwerkspark III GmbH & Co. KG aus der Zirkus-Krone-Straße 10 in München suchen.

"Aktuell enthält der 'Kraftwerkspark III' neben vier Kleinwasserkraftwerken in Italien und zwei Photovoltaikprojekten mit über 20 dachintegrierten Solaranlagen in Frankreich bereits drei Windparks in Deutschland", so Tine Messerschmidt.

Bis Februar 2018 soll ein Emissionsvolumen von 70 Millionen Euro eingesammelt werden. Die Mindestsumme für ein Nachrangdarlehen sind 5.000 Euro. 55 Millionen Euro sollen am 31. Dezember 2026 und 15 Millionen Euro am 31. Dezember 2036 zurückbezahlt werden. Die Jahreszinsen sollen 4 Prozent (Laufzeit bis 2026) oder 5 Prozent (Laufzeit bis 2036) betragen.

Jubiläums-Anleihe als sichere Geldanlage beworben

Die im Vorjahr patzierte sogenannte Jubiläums-Anleihe war sofort ausverkauft. 750 Anleger kauften für 10 Millionen Euro Schuldverschreibungen. Der Rückzahlungstermin für 6 Millionen Euro mit einem prognostizierten Jahreszins von 4 Prozent ist der 30. Juni 2021, der für weitere 4 Millionen Euro mit einem prognostizierten Jahreszins von 5 Prozent der 30. Juni 2026.

Der Run auf die Jubiläums-Anleihe der Green City Energy AG erklärt sich möglicherweise auch damit, dass diese Jubiläums-Anleihe als "sichere Geldanlage" beworben wurde.

Die Verbraucherzentrale Hamburg schritt ein und mahnte das bayerische Unternehmen "wegen irreführender Werbung" ab.

Die Verbraucherzentrale Hamburg teilte dazu mit:

Zitat:


Das Unternehmen hat erklärt, die Schuldverschreibung nicht mehr als "sichere Geldanlage" zu bewerben...

Wir gehen davon aus, dass Green City Energy auch die nächste und folgende Anleihen nicht mehr mit der irreführenden Aussage "Sicherheit" bewerben wird.


Die Verbraucherzentrale Hamburg begründet ihr Einschreiten mit dem hohen Risiko:

Zitat:


Hohe Zinsen, hohes Risiko

Unternehmensanleihen, die Anlegern in der Regel mit hohen Renditeversprechen verkauft werden, bergen immer das Risiko, dass bei einer Insolvenz des Unternehmens weder Zinsen noch das angelegte Geld zurückgezahlt werden. Auch bei grünen Geldanlagen ist eine Unternehmensanleihe immer nur so gut, wie ihr Emittent zahlungsfähig ist.

Am Totalverlustrisiko ändert weder die Aussicht einer Investition in Erneuerbare-Energien-Anlagen noch das Versprechen auf feste Zinsen etwas.


Wie hoch das unternehmerische Risiko auch bei der Auswahl von Kooparationspartnern sein kann, hat die Green City Energy AG bei der Kooperation im Jahr 2013 für den Bau von zwei Windparks in Rothhausen und Maßbach mit dem Wind- und Solarprojektierer juwi AG aus Wörrstadt in Rheinland-Pfalz unter Beweis gestellt.

Auch die juwi Bau Festzins GmbH, eine Tochter der juwi AG, legte zur Zwischenfinanzierung von Projekten Nachrangdarlehen auf: den Bauzins Deutschland 1.

Die juwi Bau Festzins GmbH sammelte noch im selben Jahr 2013 von 2.000 Anlegern 30 Millionen Euro ein, wie der Finanznachrichtendienst GoMoPa.net berichtete.

Um die Anleger anzulocken und in Sicherheit zu wiegen, gab die juwi AG eine Patronatserklärung ab, "in deren Rahmen die juwi AG für die Rückführung der von der Emittentin verliehenen Mittel einsteht".

Außerdem werde die Konzernmutter juwi AG eventuelle Jahresfehlbeträge sowohl der Nachrangdarlehen-Emittentin juwi Bau Festzins GmbH als auch Jahresfehlbeträge der Darlehensempfängerin juwi Energieprojekte GmbH ausgleichen. Das geschehe im Rahmen von Ergebnisabführungsverträgen zwischen Mutter und Töchtern.

Doch was nützen Patronatserklärung und Ergebnisabführungsverträge, wenn es der Mutter selbst schlecht geht?

Die juwi-Firmengruppe geriet in Schieflage und musste Ende 2014 vom Mannheimer Energieversorger MVV Energie gerettet werden. Seitdem rutscht Juwi von einem Skandal zum nächsten, wie GoMoPa.net berichten musste.

Die juwi AG weist mit ihrem letzten veröffentlichten Jahresbericht für Ende 2015 ein Ergebnis vor Steuern von rund minus 5,3 Millionen Euro aus, im Jahr davor sogar rund minus 108 Millionen Euro.

Und wie ist es mit der Anleihen-Emittentin Green City Energy AG bestellt?

Der letzte veröffentlichte Jahresabschluss weist einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag aus. Das Unternehmen ist somit bilanziell überschuldet.

Das Eigenkapital der Green City Energy AG ist laut ihrem letzten veröffentlichten Jahresbericht von rund plus 8,3 Millionen Euro im Jahr 2014 auf rund minus 6,3 Millionen Euro abgerutscht.

Das Ergebnis vor Steuern fiel von rund minus 3,8 Millionen Euro im Jahr 2014 auf rund minus 8,3 Millionen Euro im Jahr 2015.

Mit den letzten Finanzzahlen fiel das Reinvermögen um rund 14,6 Millionen Euro.

Hinzu kommen: Blindpool und gar kein Börsenhandel:

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