GoMoPa® - der Finanznachrichtendienst (www.gomopa.net) - Pressemeldung vom 23.05.2018

Wird Thomas Olek's publity AG von amerikanischen Hedgefonds aufgerieben?


Convent Die Börse hat die Leipziger publity AG, einen Asset Manager für deutsche Büroimmobilien, unter Führung und mehrheitlichen Besitz des ehemaligen Bankenberaters Thomas Olek (49) mächtig abgestraft: Binnen einen Jahres sackte der Aktienkurs an der Frankfurter Börse um zwei Drittel auf 12,54 Euro ab.

Und die im Jahr 2015 aufgelegte 30 Millionen Euro Wandelanleihe, die im Mai 2017 um weitere 20 Millionen Euro auf nunmehr 50 Millionen Euro aufgestockt wurde, brach an der Stuttgarter Börse im selben Zeitraum um rund ein Fünftel auf einen Kurs von rund 80 Prozent ein.

Die publity AG sei aber "gar nicht tot", sondern unterbewertet, betonte Thomas Olek Ende März 2018 gegenüber dem Magazin Der Aktionär aus Kulmbach in Bayern.

Der Aufsichtsratsvorsitzende der publity AG, Rechtsanwalt Günther Paul Löw aus Frankfurt am Main, habe diesen Umstand sogar persönlich ausgenutzt.

Olek sagte dem Frankfurter Unternhemensanleihen-Portal Bon Guide im April 2018:

Zitat:


Unser Aufsichtsratsvorsitzender hat seit Ende März (2018) für einen sechsstelligen Euro-Betrag Wandelanleihen an der Börse gekauft, und ich frage mich auf diesem Kursniveau, ob es nicht auch für uns als Unternehmen sinnvoll wäre, Wandelanleihen zurück zu kaufen.


Die Kriegskasse von Thomas Olek ist gut gefüllt, seit er vor drei Jahren begann, milliardenschwere Asset-Mandate von amerikanischen Hedgefonds wie etwa von der Elliot Management Corporation von Paul Singer aus New York an Land zu ziehen.

Das Eigenkapital der publity AG-Muttergesellschaft TO-Holding GmbH aus der Hochstraße 44-46 in Frankfurt am Main erhöhte sich sprunghaft von rund 16 Millionen Euro (2015) auf rund 87 Millionen Euro (2016). Der Gewinn der TO-Holding GmbH, die Olek allein gehört und von ihm auch allein geführt wird, katapultierte von rund 12,3 Millionen Euro (2015) auf rund 70,4 Millionen Euro (2016).

Aufgrund der Hedgefonds-Mandate hat die Tochter publity AG Büroimmobilien für rund 4,6 Millarden Euro unter Management.

Die publity AG hat laut Olek aktuell 2018 eine Bargeldliquidität von 20 Millionen Euro. Es bestehe auch kein Abschreibungsbedarf auf die Co-Investments mit den Hedfondsmandaten im Volumen von 50 Millionen Euro, die aus dem Emissionserlös der Wandelanleihe stammen.

Olek sagte dem Dem Aktionär:

Zitat:


Die Firma ist jetzt absolut unterbewertet. Wer jetzt nicht einsteigt, ist selber Schuld!


Doch Thomas Olek leidet dabei unter einem hausgemachten Problem.

Er hat es nicht mit Kleinaktionären zu tun, sondern mit Hedgefonds. Und solche wie Elliot erwarten eine Jahresrendite aus den vom Dienstleister publity AG ausgesuchten, gehaltenen und weiterverkauften Büroimmobilien von 15 Prozent und mehr. Die kann Olek aber nach eigenen Angaben im aktuellen deutschen Marktumfeld nicht mehr erfüllen.

Einige der Großinvestoren haben sich auch als Aktionäre an der publity AG beteiligt, dann aber ganze Blöcke an Aktien wieder als Leerverkäufe verscherbelt, um sich an der 50 Millionen Euro Wandelanleihe zu beteiligen, die einen Zinskupon von jährlich 3,5 Prozent einbringt. Die 50 Millionen Euro schwere Wandelanleihe gehört zu 98 Prozent den institutionellen Investoren und nur zu 2 Prozent Kleinanlegern.

Um die Gemüter der Investoren zu beruhigen, will Thomas Olek nun per virtueller Abstimmung am 30. Mai bis einschließlich 1. Juni 2018 den Zinskupon auf 7 Prozent verdoppeln lassen.

Denn, wenn auch drei große Hedgefonds, die 60 der Wandelanleihe halten, keinen Stress machen und hinter Olek stehen würden (er fühlt sich mit ihnen freundschaftlich verbunden), so haben einige der restlichen Großgläubiger ihre Beteiligung an der Wandelanleihe wegen einer angeblichen Convenants-Verletzung durch Olek aufgekündigt.

Im Zuge der Erhöhung der Anleihe von 30 auf 50 Millionen Euro im Mai 2017 bestanden die Gläubiger auf eine Absicherung. Die publity AG darf ihren Aktionären nicht mehr als 50 Prozent vom Gewinn an Dividende ausschütten (Negativverpflichtung der Gesellschaft gemäß § 12 der Anleihebedingungen).

Die publity AG machte im Jahr 2016 einen Gewinn von 3,89 Euro pro Aktie und schüttete den Aktionären, also vor allem Großaktionär Thomas Olek, im Laufe des Jahres 2017 für das Jahr 2016 eine Dividende von 2,80 Euro aus. Also weit mehr als die Hälfte des Gewinns.

Thomas Olek hält das für richtig. Die Verbotsklausel greife ja erst ab der Anleihenaufstockung im Jahr 2017. Das sehen einige Hedgefonds wohl anders, zumal Olek einräumte, dass es unterschiedliche Formulierungen zwischen den englischen und deutschen Fassungen der neuen Anleihenbedingungen gibt.

Einige Gläubiger kündigten ihre Anleiheanteile und verlangten die Rückzahlung. Was Olek für nicht rechtens hält und ablehnt.

Olek berief im November und Dezember 2017 zwei Anleihegläubiger-Versammlungen ein, um die Dividendenbegrenzung für die Aktien wieder zu kippen.

Die erste Versammlung scheiterte an der nötigen Beteiligung. Die zweite lehnte den Vorschlag der publity AG zur Rücknahme der Dividendenbegrenzung ab.

Um allen Streitigkeiten und damit auch den Kündigungen aus dem Wege zu gehen, ist die publity AG nun bereit, die Zinsen auf die Anleihe mit Wirkung vom November 2018 zu verdoppeln.

Damit nicht genug:

Auf der Hauptversammlung der publity AG am 1. August 2018 will Olek das aktuelle Grundkapital der publity AG von 6,05 Millionen Euro um bis zu 4 Millionen Euro (67 Prozent) durch Barkäufe von Namensstückaktien erhöhen lassen. Alle nicht von anderen Aktionären gezeichneten neuen Aktien wird publity-Vorstand Thomas Olek durch seine TO-Holding GmbH zeichnen. TO ist bereits heute Hauptaktionär von publity. Der Erlös soll der Wachstumsfinanzierung und der Stärkung der Eigenkapitalbasis der Gesellschaft dienen.

Doch das Grundübel, dass sich Olek durch die Annahme der milliardenschweren Hedgefonds-Mandate eingebrockt hat, ist damit nicht gelöst:

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