GoMoPa® - der Finanznachrichtendienst (www.gomopa.net) - Pressemeldung vom 20.07.2009

Gulli.com: das Vorzeigeportal der Internetmafia


Tretminen gab es auf der Piraten- und Hackerseite "Gulli.com" schon immer. Während sich Gulli-Gründer Randolf Jorberg (27) aus Bochum in Nordrhein-Westfalen noch ein paar Tausender nebenher im Monat für Dialer-Umleitungen (0190er-Nummern) zu Testversionen von neuen Produkten hinzuverdiente, geht es für den neuen Besitzer Valentin Peymann Fritzmann (25) aus Wien (Österreich) heute um Millionen.

Egal, was Sie auf Gulli herunterladen wollen, Sie landen immer auf Firstload, einem Bezahlzugang (Jahresabo 94,80 Euro) für Umsonst-Software. Einer sogenanten Abo-Falle. Jahreseinnahme: 25 Millionen Euro, wie ein Insider dem Finanznachrichtendienst www.gomopa.net berichtete.

Firstload gehört Dr. Robert Fritzmann (50) aus Wien. Sein Sohn Valentin hat sich die alte Piratenseite und den Untergrund-Chat "Board.gulli.com" (900.000 registrierte User) im Februar 2008 für einen sechsstelligen Betrag gekauft. Offensichtlich zu dem einzigen Zweck, um neue Opfer für seine Inkassodienste in Wien und Vlotho (Teutoburger Wald) zu finden.

Gulli-Käufer<br /> Valentin Fritzmann<br /> aus Wien©INQNET
Gulli-Käufer
Valentin Fritzmann
aus Wien©INQNET
Ferrari-Fahrer Valentin Fritzmann bezeichnet sich selbst als Business-Angel, da er 50 Jungunternehmern zu Erfolg verholfen haben will. Er residiert im 16. Obergeschoss in Wiens teuerster Adresse, dem Galaxy Tower in der Praterstraße. Seinen wirtschaftlichen Erfolg verdankte er schon früher den Aboseiten Firstload.de, Firstload.at, Probenexpress.de, p2p-paradies.com, HandyKing.com oder messenger4you.net.

Fritzmanns falsche Läuterung

Als insbesondere Firstload im Jahre 2005 unter öffentlichem Beschuss geriet, gab sich Valentin Fritzmann reumütig. In einem Netzwelt-Interview versprach der Aufsteiger am 21. August 2005: "In Zukunft möchte ich auf jeden Fall solche Sachen vermeiden, wie sie bei Firstload geschehen." Geändert hat sich nichts. Die Fritzmanns machten am 21. November 2006 eine noch viel schlimmere Seite auf: Mega-Downloads.net (Nutzlosabo von 96 Euro im Jahr für Gedichte, Gesichtsanalysen oder freie Antivir-Programme). Megadownloads hat laut einem Insider jährlich rund 30 Millionen Euro Einnahmen.

Firstload wird weiterhin als angebliches kostenloses unbebegrenztes Downloadportal mit 14-Tage-Test beworben. Die Unbegrenztheit endet allerdings bei lächerlichen 3 Gigabyte. Wer darüber schwappt, und das geht ganz schnell, weil alte Downloads mitzählen, ist man in der Abo-Falle und bekommt nach einer Woche einen deftigen Inkassobrief.

GoMoPa rief bei der InQnet GmbH im Wiener Galaxy Tower an. Das ist die Firma von Valentin Fritzmann, über die er die angebliche Verbraucherseite Gulli betreibt. GoMoPa will wissen, warum die einstige Piratenseite zur reinen Werbeseite für Firstload verkommen ist.

Der Projektleiter von Gulli.com verteidigt den Werbepartner.

Zunächst meldet sich am Telefon ein Rene Aneter. Er stellt sich als der Projektentwickler für Gulli vor. Zunächst behauptet er: "Nicht alles wird auf Firstload umgeleitet."

GoMoPa kontert: "Doch, Sie können eingeben, was sie wollen."

Aneter streitet nicht lange und sagt: "Firstload ist unser Werbepartner. Da fährt die Bahn drüber. Punkt." Soll heißen, mehr gibt es nicht zu sagen.

GoMoPa setzt dennoch nach: Aber dann verstehen wir Ihren Testbericht über Firstload nicht, der mit einer klaren Gulli-Empfehlung endet. Wie auch sonst? Man kann ja schlecht etwas seriös testen, wenn man es zugleich bewirbt.

Aneter gibt zu: "Ja, das ist unglücklich. Der Testbericht wird noch überarbeitet". Dann geht er zum Angriff über: "Aber was haben Sie gegen Firstload? Der Zugang ist ab 18 Jahre, und die Kosten sind doch ausgewiesen. Ich habe mal einen Mann, Mitte 30, der sich beschwert hat, gefragt, warum er sich angemeldet hat. Er sagte, er habe keine Zeit gehabt, sich die AGBs durchzulesen. Ist deshalb Firstload schlecht?"

GoMoPa verlangt den Chef zu sprechen.

Valentin Fritzmann geht sofort in die Vollen: "Kennen Sie Firstload überhaupt?"

GoMoPa muss zugeben: "Nein, genutzt haben wir die Seite noch nicht."

Fritzmann erleichtert und siegesgewiß: "Glauben Sie mir, wenn Sie auch nur eine Stunde mit Firstload gearbeitet hätten, würden Sie mich begeistert anrufen."

GoMoPa verweist auf Tatsachen. Nämlich die AGBs, nach denen bereits 15 Euro fällig werden, wenn man nur einen falschen Vornamen angibt, und nach denen eine Widerspruchsfrist erlischt, wenn man über die engen Gigabytegrenzen hinaus herunterlädt, weil dann sofort das nächsthöhere Abo beginnt.

Fritzmann: "Ach AGBs. In der Praxis hält sich doch niemand an die AGBs."

GoMoPa: Das sehen Ihre 200 Inkassoeintreiber um Frank Babenhauserheide in Deutschland anders.

Fritzmann: "Mit Deutschland habe ich nichts zu tun. Ich war nirgendwo in Deutschland. Haben Sie Beweise dafür, dass ich in Deutschland war?"

GoMoPa hat. Denn die beiden Fritzmänner waren nicht unsichtbar, als sie sich im Juni zur Krisensitzung mit Frank Babenhauserheide in Herford (Nordrhein-Westfalen) im Inkassobüro von Collector trafen, obwohl Papa Fritzmann sich überwiegend in der Wüste in Dubai aufhält. Die deutschen Mitarbeiter haben Handy- und Internetverbot, bis der "Maulwurf" gefunden ist, der das Krisentreffen verriet, nachdem die Staatsanwaltschaft Hannover drei Inkassokonten mit fast einer Million Euro einfrieren ließ.

Was die Staatsanwaltschaft dabei am meisten interressiert: Wie kommen die Inkassofirmen der Fritzmänner an Adressen für täglich 10.000 Inkassobriefe, die alleine die Operationszentrale von Mega-Downloads und Firstload in Vlotho verlassen? Denn immer weniger Anzeigende waren wirklich auf den Seiten von Firstload oder Mega-Downloads.

GoMoPa traf sich mit einem Insider, der darüber sehr genau Bescheid weiß.

GoMoPa: Wie funktioniert die Adressenbeschaffung auf Gulli?

Insider: "Erstens, Gulli wirbt für Firstload. Firstload wirbt für anonymes kostenloses unbegrenztes Herunterladen von Programmen innerhalb von zwei Wochen. Wer es schafft, nicht in die Falle zu tappen, also unter 3 Gigabyte bleibt, hat ja dennoch seine Daten eingegeben, obwohl das Herunterladen doch anonym sein soll. Er bekommt einen Inkassobrief."

GoMoPa: Dann wäre ja Gulli eine Adress-Schaufel für die Inkassoeintreiber?

Insider: "Nur zu einem kleineren Teil."

GoMoPa: Und der größere Teil?

Insider: "Das läuft über Pop-Ups und Browser-Spiele. Valentin Fritzmann behauptet immer, er entwickelt neue Online-Spiele und bringt sie auf den Markt. Aber das ist Quatsch. Er verwaltet nur Geld. Er beauftragt die so genannte Rumänenbande mit der Entwicklung von Browser-Spielen. Das sind Matthias Müller (32) und Abdulla Saleh (32) von Mymovies, elicious, EyeStar und networx aus der Leopoldstraße 19 in München und Nico Gabriel Carjea, mit dem sie in Sibiu (Hermannstadt in Rumänien) die Firma SC Net Venture SRL betreiben. Sie sind zum Beispiel dafür verantwortlich, wenn beim Surfen im Internet plötzlich ein Popup-Fenster aufgeht mit den Worten: Sie haben einen Z4 gewonnen. Man braucht nur seine Daten eingeben, schon ist man dabei. Das geht auch bei den kostenfreien Test-Spielen. Eingetrieben wird das Geld dann über Inkassofirmen wie BWL Letter & Support GmbH, BWL Service GmbH Co. KG und Web-Inkasso unter Führung von Frank Babenhauserheide. Und über den Buchhalter der Fritzmänner, Reinhard Pils, in Wien kommt das Geld nach Österreich oder zu Briefkasten-Treuhandfirmen in Dubai."

GoMoPa: Gibt es noch mehr Adress-Beschaffmöglichkeiten, die die Fritzmänner nutzen?

Insider: "Und ob. Die Preisangabe baut sich auf der Bezahlseite in Zeitlupe auf. Man sucht zum Beispiel bei Google nach einem Programm, sagen wir Office oder Acrobate Reader. Es erscheinen viele Seiten. Ganz oben scheinbar völlig Neutrale. Die sind in Wirklichkeit von Mega-Downloads.net bezahlt. Klickt man auf eine dieser Seite, wird man sofort auf Mega-Downloads.net umgeleitet. Die Gemeinheit besteht darin, dass man es gar nicht merken kann."

GoMoPa: Wieso kann man es nicht merken?

Insider: "Weil die Schrift, also die Beschreibung der Seite, im Textformat HTML geschrieben ist. Aber die Preisangabe für das Abo ist nicht in HTML, sondern wird als hochauflösendes Foto im Format BIT eingespielt. Wer nun kein Hochgeschwindigkeits-Internet mit einem superschnellen Rechner hat, gibt seine Angaben in dem Glauben ein, dass das Programm kostenlos ist. Wenn dann das Foto mit dem Preis hochgeladen ist, ist es zu spät. Man bekommt in jedem Fall nach einer Woche einen Inkassobrief über 96 Euro für Mega-Downloads.net und 45 Euro Anwaltsgebühren. Und es gibt noch einen Trick."

GoMoPa: Welchen denn?

Insider: "Man stellt eine Seite ins Netz, die tatsächlich keine Gebühren verlangt, sammelt Adressen und ändert den Text dann nach einigen Tagen, indem man nunmehr ganz offen von Gebühren spricht. Der User ist verwirrt, denkt (vielleicht), er habe etwas übersehen. Und zwei Prozent der User zahlen."

GoMoPa: Was ist mit gekauften Datensätzen?

Insider: "Ja, das wird immer wieder von den Fritzmännern oder anderen Chefs als Ausrede ins Spiel gebracht. Mega-Downloads.net würde angeblich 100 Affiliates haben. Das sind Leute, die Adressen mit Bankverbindungen für 50 Cent kaufen und dann an Mega-Downloads für 15 Euro und mehr pro Adresse verkaufen. Mega-Downloads würde erst merken, dass die Adressen nicht stimmen, wenn Widersprüche kommen. Dann seien die Affiliates über alle Berge. Doch dies ist nur eine Ablenkung von der Wahrheit. Das Geschäft würde sich für Mega-Downloads doch gar nicht rechnen, weil erfahrungsgemäß nur ein bis zwei Prozent der Angeschriebenen auch wirklich zahlen. Deshalb gibt es diese Geschäfte in Wirklichkeit gar nicht. Und Betrug wäre es ja allemal, eine Adresse zu verwenden, wenn man gar nicht sicher ist, dass derjenige überhaupt auf einer Aboseite war."

Gibt es auf Gulli eine Zensur?



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