GoMoPa® - der Finanznachrichtendienst (www.gomopa.net) - Pressemeldung vom 25.09.2009

Anno August Jagdfeld lehrte Heinz Gerlach das Fürchten


Vom zwielichtigen Anlegerschutz-Imperium des Heinz Gerlach (64) ist wegen Überschuldung kaum noch etwas übrig. Ende Dezember 2008 meldete der "Moshammer von Oberursel", wie Gerlach bei seinen sechs Angestellten genannt wird, seine Heinz Gerlach Medien AG mit 800.000 wertlosen Aktien im Alleinbesitz von Gerlach nach acht Jahren ab.

Bereits am 1. Oktober 2007 hat das Amtsgericht Bad Homburg in Hessen seine Heinz Gerlach GmbH, Oberhöchstädter Straße 8 in 161440 Oberursel (Taunus), gelöscht (Aktenzeichen: HRB 1761). Das Gericht beschloss: "Die Gesellschaft ist gemäß Paragraph 141 a Absatz 1 FGG wegen Vermögenslosigkeit von Amts wegen gelöscht." Übrig ist heute nur noch der eingetragene Kaufmann Heinz Gerlach, dem es zumindest offiziell nicht viel besser als seinen verlorenen Firmen gehen soll.

Die Firma zerbröselt:<br /> Heinz Gerlach (64)<br />©anlegerschutzauskunft
Die Firma zerbröselt:
Heinz Gerlach (64)
©anlegerschutzauskunft
Es ist der tiefe Fall eines Anlegerschützers, den er selbst im Jahre 1994 einleitete, als er nach 18 Jahren eines ruhmreichen Kampfes gegen windige Anlageberater plötzlich die Seiten wechselte und selbst zum Berater und damit Konkurrenten auf dem geschlossenen Fondsmarkt wurde. Niemand von Gerlachs Weggefährten, weder der Chefredakteur Helmut Kapferer vom Gerlach-Report, für den Gerlach nach dem Verkauf des Reports an den Bertelsmann Verlag in Gütersloh im Jahre 1988 weiter Kolumnen schrieb, noch Gerlachs Ex-Kollegen vom Kapital-Markt-Intern aus Düsseldorf, für den Gerlach von 1977-1987 schrieb, verstanden, warum Gerlach seine Unabhängigkeit verkaufte.

"Oh Baby, Baby Balla Balla"

Viele kannten Gerlachs Vorliebe für Wein. Und dass Gerlach auch gern mal was Verrücktes macht. Laut Handelsblatt vom 8. Mai 2001 sprach ihn mal eine Frau von der Plattenfirma CBS an, ob er nicht ein paar Musiker kennen würde. Gerlach kannte vier Jungs aus Berlin, die Rainbows. Er ging mit ihnen ins Studio und produzierte den Song "Oh Baby, Baby Balla Balla", der ein Riesenhit wurde. Verlor Gerlach den Boden unter den Füßen?

Fakt ist: Gerlach schloss im Jahre 1994 seinen ersten großen Beratervertrag gegen Honorar ab. Gerlachs Partner (für ein Jahr und umgerechnet rund 250.000 Euro Jahressalär) wurde Deutschlands größter und bedeutendster Strukturvertrieb für Lebensversicherungen, Bausparverträge und Investmentanteile, die Deutsche Vermögensberatung AG aus Düsseldorf (rund 2,35 Milliarden Euro Anlagemittel) des Dr. Reinfried Pohl (50 Prozent plus 1 Aktie) und der Aachener und Münchener Versicherungsgruppe. Nächste Mandate folgten im "Immobiliensegment" und im "Fondssegment".

Gerlach fiel nach Meinung von Wettbewerbsadvokaten als Anlageschützer damit aus, da er zum Wettbewerber aller Allfinanzierer wurde und dem Wettbewerbsrecht unterliegt. Das schrieb das Magazin Cash im Mai 1994. Gerlach sah das anders. Gegenüber Cash erklärte er: Trotz Beraterverträge wolle er weiterhin im "Gerlach-Report" als Kolumnist und Anlegerschützer firmieren - ohne regelmäßige Nennung seiner Nebentätigkeiten. Gerlach werde auch seine Publikation "Direkter Anlegerschutz" weiter herausgeben. Er sehe seine Unabhängigkeit nicht gefährdet. Gerlach zu Cash: "Ab sofort werde ich mich zu bestimmten Anlageanbietern in keiner Weise äußern."

Gerlachs Masche brachte ihm viel Geld ein. Anfangs hielt sich Gerlach noch an Vertriebe, verlangte in den Honorarvereinbarungen 0,4 Prozent des "bei den Anlegern akquirierten Zeichnungskapitals ohne Agio zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertsteuer". Später ging er die Fondshäuser an, leitete Fondsprospekte per E-Mail an 2.807 Vertriebe als "Chefsache" und verlangte von den Emittenten jeweils 8.120 Euro Honorar pro "Link-Schaltung". Für Voruntersuchungsberatungen (VUB) ließ sich Gerlach monatlich 14.500 Euro pro Prospekt für ein bis zwei Jahre überweisen.

Noch lukrativer war die Mandantenschaufelei für einen Kölner Prospektanwalt. Gerlach riet Emissionshäuser, wollten sie ihre Ruhe haben, überteuerte Neuprospektierungen in Auftrag zu geben. Bei einer 100-Millionen-Euro-Anlage bekam Gerlachs Prospektanwalt bis zu 150.000 Euro Honorar, und obendrauf bekamen Gerlach und sein Anwalt jeweils bis zu einem Prozent vom Anlagevolumen, also je bis zu 1 Million Euro. Abgerechnet soll Gerlachs Honorar über ein Anderkonto worden sein. Über seine Lebensgefährtin, die unter falschem Namen in Deutschland lebt, soll Gerlach Schwarzgeld auf Konten in Tschechien und Spanien transferiert haben, die auf den richtigen Namen der Lebensgefährtin laufen.

Doch Gerlach stößt zunehmend auf starke Gegner, die nicht bereit sind, sein Schweigen zu erkaufen, sondern ihm gerichtlich das "Maul" stopfen.

Fundus-Chef Anno August<br /> Jagdfeld (62) vor seinem<br /> Hotel Adlon in Berlin Mitte
Fundus-Chef Anno August
Jagdfeld (62) vor seinem
Hotel Adlon in Berlin Mitte
Der erste Große, an dem sich Steuergehilfe Gerlach die Zähne ausbiss, war Fundus-Chef Diplomkaufmann Anno August Jagdfeld (62) aus Düren (Nordrhein-Westfalen). Der Wiedererbauer des legendären Berliner Hotels Adlon am Brandenburger Tor lehnte Gerlachs "Prospektierungs-Know-How" für umgerechnet monatlich 12.500 Euro plus Mehrwertsteuer im Jahre 1997 schlichtweg ab. Gerlach reagierte, wie er immer reagierte: Er schrieb Jagdfelds aktuelle Emission nieder. Und besaß sogar die Frechheit, Jagdfeld wegen angeblich vollendeten Kapitalanlagebetruges in Bezug auf den Fundus Fonds 32 Forum Berlin Köpenick bei der Kölner Staatsanwaltschaft anzuzeigen und nutzte die Zeit bis zur Einstellung des Verfahrens, um über die Ermittlungsarbeit zu berichten und in der Presse zu trommeln.

Jagdfeld wehrte sich mit Erfolg. Er erwirkte am 14. Oktober 1999 am Landgericht Hamburg eine einstweilige Verfügung gegen Gerlach (gegen die Gerlach keinen Widerspruch einlegte). Gerlach wurde verboten zu behaupten, Jagdfeld sei "als brandgefährlicher, weil hoch intelligenter Informations-Manipulateur" einzuschätzen. Gerlach hatte diese Behauptung im Zusammenhang mit kritischen Darstellungen zu Jagdfelds Fonds 32 (Forum Köpenick, Berlin) gemacht. Auch dass Jagdfeld ,,ein genialer Prospektscharlatan" ist, darf Gerlach künftig ebenso wenig verbreiten wie die Darstellung: ,,Der Fundus Fonds 32 Forum Köpenick ist ein Informationsmanipulationsfonds". Streitwert: eine halbe Million Euro.

In einer Presseerklärung "Geld oder Rufschädigung - die Praktiken des Heinz Gerlach" schrieb die Fundus GmbH am 25. Oktober 1999: "Wer Gerlach unter Vertrag hält und nicht gegen dessen Machenschaften erkennbar angeht, läuft Gefahr, dass das rechtswidrige Treiben seines Beraters auch auf ihn selbst negativ zurückfällt. Im Sinne von Transparenz und fairem Leistungswettbewerb ist es im übrigen an der Zeit, dass Heinz Gerlach seine Auftraggeber und Schützlinge samt Beratungshonoraren offenlegt. Der Markt könnte dann den angeblichen Anlegerschützer Heinz Gerlach selbst beurteilen." Gerlach macht bis heute um Jagdfeld und dessen Fonds einen großen Bogen.

Dokumente zum Thema:
» Gerlach GmbH Löschung 1.10.2007
» Cash Mai 1994: Gelach faellt wohl aus
» Cash März 2000: Don Gerlachs letzte Gefechte
» Presseerklärung Fundus 25.10.1999 "Geld oder Rufschaedigung"
» Kapital Markt Intern 37(II)/1995: Heinz Gerlach und tschuess
» Handelsblatt 8.4.1994: Gerlach Vertrag mit DVAG
» Handelsblatt 27.10.1999: Fundus Schlappe für Gerlach
» Süddeutsche Zeitung 26.10.1999: Fundus gewinnt gegen Gerlach
» Beratervertrag und Honorare ICC/Aufina

Pressemitteilungen zum Thema
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» Heinz Gerlach: Wo ist die Million geblieben?

Beiträge zum Thema
» Heinz Gerlach: Direkter Anlegerschutz
» Gerlach Positivbewertung: ACI Alternative Capital Invest Dubai Tower
» BGH-Urteil: Klarheit für Anleger, Provisionen offenlegen
» Vermeintliche Anlegerschützer kassieren bei Gutgläubigen ab
» Akzenta AG und Gerlach Report

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