GoMoPa® - der Finanznachrichtendienst (www.gomopa.net) - Pressemeldung vom 30.09.2009

Für Fahrradkuriere lohnt sich kein Rürup


Den Ruhestand genießen: Für viele Geringverdiener bleibt das ein Traum. Wer glaubt, dass die gesetzliche Rentenversicherung im Alter nicht ausreichen wird, der soll privat vorsorgen, heißt es. Aber stimmt das wirklich für jeden? Für viele Geringverdiener, die unter die Grundsicherung fallen, ist es rausgeschmissenes Geld. Denn die Grundsicherung von 701 Euro wird mit der privaten Vorsorge verrechnet und kommt nicht oben drauf. Man spart also nur für den Staat.

Der Altenpfleger

Altenpfleger Pedro Zieba ist auf dem Weg zu seinem nächsten Patienten. Als ausgebildete Fachkraft bekommt er 1.900 Euro brutto im Monat. Seine Renteninformation verheißt nichts Gutes: 639 Euro erwarten ihn als Rentner. Er muss dringend fürs Alter privat vorsorgen. Eigentlich: "Ich mache gar nichts, auch keine Riester-Rente. Weil meiner Rechnung zufolge bringt mir das gar nichts. Ich werde in die Grundsicherung fallen - mit und ohne Riester-Rente. Warum sollte ich dann jetzt eine Riester-Rente bezahlen, wo ich nichts davon habe?"

Und tatsächlich: Der 49Jährige hat richtig gerechnet. Aus der gesetzlichen Rente erwarten ihn 639 Euro. Doch damit liegt er auf jeden Fall unter der durchschnittlichen Grundsicherung im Alter von 701 Euro, auf die jeder Anspruch hat. Zusatzeinnahmen aus einem Riestervertrag werden komplett angerechnet. Die Folge: Wer unter solchen Bedingungen vorsorgt, hat später nur zum Teil oder gar nichts davon. Pedro Zieba hat es längst kapiert: "Das ist meine Entscheidung. Aber für jemanden der es macht, weil er darüber nicht Bescheid weiß oder sich nicht die Gedanken gemacht hat - der tut mir leid."

Die kaufmännische Angestelle

Es sind Leute wie Bettina Lau, kaufmännische Angestellte. 1.130 Euro brutto verdient die Teilzeit-Kraft. Macht laut Renteninfo 679 Euro im Alter. Auch sie kommt damit nicht über die Grundsicherung hinaus. Obwohl sie jetzt jeden Euro brauchen kann, riestert sie. Sie vertraute Walter Riester, dem Namensgeber der Riester-Rente. Denn der hatte einst versprochen: Das, was man aus einer Riester-Rente bekommt, bleibt ohne wenn und aber bis zum letzten Euro eigenes Geld.

Aber die Verrechnung mit der Grundsicherung kann bedeuten: Derjenige, der vorsorgt, hat am Ende genauso viel wie der, der nicht vorsorgt. Bettina Lau ist entrüstet: "Also total ungerecht finde ich das. Ich habe den Politikern geglaubt in der Richtung. Hätte ich das geahnt, hätte ich das doch nie abgeschlossen." Menschen mit so geringen Rentenerwartungen wie Bettina Lau und Pedro Zieba gibt es immer mehr. Ulrich Schneider vom Paritätischen Wohlfahrtsverband kennt die Prognosen: "Wenn nicht politisch ganz deutlich gegengesteuert wird, müssen wir davon ausgehen, dass die Quote derer, die auf Grundsicherung im Alter angewiesen sein wird, von jetzt gerade mal 2,7 Prozent in den nächsten zehn Jahren hochschnellen wird auf über zehn Prozent."

Der Fahrradkurier

Und es geht nicht nur um Riester-Sparer. Auch Rürup-Rente lohnt nicht immer. Beispiel Jan Zimmermann, selbständiger Fahrradkurier: Bei seinem Einkommen von 1.100 Euro müsste er dringend vorsorgen. Für Selbständige wie ihn hat sich die Politik die Rürup-Rente einfallen lassen. Doch davon will der Fahrradkurier nichts wissen: "Es kommt im Endeffekt so wenig bei raus, dass ich mich damit gedanklich nicht wirklich beschäftigen kann. Weil einfach zu wenig übrig bleibt. Tja, wenn es nicht besser läuft, muss ich wohl von der Stütze leben."

Der junge Mann hat das echte Problem erkannt. Das sagt sogar der Namensgeber der Rürup-Rente, Bert Rürup. Der Mann, der jetzt für einen Finanzkonzern arbeitet, kennt die Tücken des Produkts mit seinem Namen: "Lohnt sich für diesen Mann eine Rürup-Rente? Es kommt darauf an, wie alt er ist. Wenn er ein junger Mensch ist, auf jeden Fall. Es sei denn, er unterstellt, dass er auch im Alter einkommensarm sein muss."

Immer mehr Geringverdienern droht Grundsicherung

Aber genau darauf stellt sich der Fahrrad-Kurier ein - wie inzwischen so viele andere in den unteren Einkommensklassen. Wie schnell die Grundsicherung im Alter droht, zeigt eine einfache Rechnung: Wer wie der Altenpfleger 1.900 Euro brutto verdient, landet trotz 35 Beitragsjahren in der Grundsicherung. Wer nur 1.500 Euro verdient, nach 44 Jahren. Und bei 1.100 Euro wie der Angestellten oder dem Fahrradkurier wäre es sogar nach 60 Beitragsjahren. Völlig unrealistisch.

Was also tun?

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