GoMoPa® - der Finanznachrichtendienst (www.gomopa.net) - Pressemeldung vom 23.11.2009

Kommt die Goldsteuer?


"Keine Mehrwertsteuer für das Goldkonto". Die Werbung für ihren Verkaufsschlager, ein völlig kostenloses Goldkonto ab 5.000 Euro Einlage, kann die Sparkasse Pforzheim Calw in Baden-Württemberg demnächst wohl an den Nagel hängen.

Gold-Fachautorin<br /> Niki Vogt©Vogt
Gold-Fachautorin
Niki Vogt©Vogt
Denn Deutschlands letzte legale "Steueroase Gold" ist in ernste Gefahr. Das Bundesfinanzministerium in Berlin diskutiert gerade hinter verschlossenen Türen einen brisanten Referentenentwurf, der die Einführung einer Goldsteuer vorsieht. Das deckte jetzt Goldexpertin Niki Vogt im Informationsdienst Kopp exklusiv aus Rottenburg in Baden-Württemberg auf.

Der Finanznachrichtendienst GoMoPa.net wollte von der Fachautorin wissen: "Gibt es den Referentenentwurf wirklich, wir konnten trotz Nachfragen im Bundesministerium dafür keinerlei offizielle Bestätigung bekommen."

Kopp-Autorin Vogt: "Ja, den gibt es. Ich darf die Quelle nicht nennen, es handelt sich um einen direkten Draht ins Finanzministerium."

GoMoPa: "Was steckt hinter der Idee der Goldsteuer?"

Kopp-Autorin Vogt: "Gold in den Händen von privaten Anlegern bedeutet eine Parallelwelt zur Fiat-Währung (Fiat-Währung ? analog zu fiat lux - heisst frei übersetzt: es werde Geld, also beliebig vermehrbares, ungedecktes Papiergeld). Die Goldsteuer sorgt dafür, dass sich nicht mehr so viele Anleger in die sichere Anlage Gold flüchten werden. Die Steuer ist ein Hinderungsgrund, soll die Leute abschrecken. Und eben die Gewinne mit Gold schmälern."

GoMoPa: Im Moment ist ja das Gold noch doppelt steuerfrei. Man braucht keine Abgeltungssteuer (25 Prozent plus 5,5 Prozent Solizuschlag plus Kirchensteuer) zu bezahlen, wenn man zwischen Kauf und Verkauf ein Jahr Spekulationsfrist verstreichen lässt. Und man braucht keine Mehrwertsteuer zu bezahlen, wenn es sich um Anlagegold handelt. Also Gold in Barren- oder Plättchenform mit einem Feingehalt von mindestens 995 Tausendstel und Goldmünzen mit einem Feingehalt von mindestens 900 Tausendstel, die nach 1800 geprägt wurden und den Offenmarktwert ihres Goldgehalts um nicht mehr als 80 Prozent übersteigen. Was soll sich laut Referentenentwurf konkret ändern?

Kopp-Autorin Vogt: "Es geht vor allem um die Mehrwertsteuer. Die EU-Richtlinie 98/80/EWG des Rates der Europäischen Union vom 12. Oktober 1998, die Goldmünzen und Goldbarren in den Mitgliedsstaaten von der Umsatzsteuer befreit, ist eine Kann-Bestimmung. Kein Muss. Die deutsche Regelung zugunsten der Mehrwertsteuerbefreiung kann somit jederzeit wieder aufgehoben werden."

GoMoPa: Und was ist mit der Spekulationssteuerbefreiung, soll die auch fallen?

Kopp-Autorin Vogt: "Ja und Nein. Das könnte davon abhängen, wie hoch die Gewinne für das private Vermögensgeschäft künftig ausfallen werden. Kaufe ich Gold muss ich ja laut Referentenentwurf schon mal die Mehrwertsteuer von 19 Prozent bezahlen. Wenn ich dann beim Verkauf aber dennoch einen großen Gewinn mache, wird sicherlich ab einer bestimmten Summe der Fiskus zulangen. Und es sieht ganz danach aus, dass Gold, das bei den Anlegern erst im Kommen ist, große Gewinne abwerfen wird.

Nach seriösen Schätzungen ist es durchaus möglich, dass die Unze Feingold deutlich die 1.000-Euro-Marke überschreiten kann. Und da wird sich das Finanzministerium sehr wohl fragen, ist die spekulationssteuerbefreite Bullionmünze eine Sammlermünze oder eher eine Kapitalanlage? Denkbar wäre zum Beispiel eine Stichtagsregelung. So könnten beispielsweise Münzen wie Wiener Philharmoniker oder Krügerrand ab Prägungsjahr 2009, als die Gewinne nach oben gingen, mit der Abgeltungssteuer belegt werden. Es gab in der Vergangenheit in der Regel vier Ausnahmen beim Gold, die weder einem Goldverbot, noch einer Besteuerung unterzogen wurden: Das waren Schmuck, Zahngold, Antikes/Kunst und Sammlermünzen. Das Finanzministerium muss jetzt für seine geplante Steuer festlegen, ab wann eine Münze antik oder eine Kapitalanlage ist."

GoMoPa: Und was ist mit Silber? Sieht der Referentenentwurf da auch Veränderungen vor?

Kopp-Autorin Vogt: "Der Referentenentwurf sieht für Silber einheitlich den vollen Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent vor. Bislang gilt für bestimmte Silbermünzen in Deutschland ein ermäßigter Steuersatz von sieben Prozent."

GoMoPa: Was raten Sie Edelmetall-Anlegern?

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