GoMoPa® - der Finanznachrichtendienst (www.gomopa.net) - Pressemeldung vom 27.11.2009

13speedtest37: Verrat brachte ihm die Freiheit


Weil er die Namen und Anschriften seiner Kameraden verpfiff und ein umfassendes Geständnis ablegte, wurde der Chef der deutsch-österreichischen Internetbetrügerbande Elite-Crew, Dominik B. (19) aus Wien, bereits nach zwei Nächten in Untersuchungshaft wieder frei gelassen.

"Sein Haftbefehl wurde aufgehoben, weil gegen den Beschuldigten sämtliche drei Haftgründe nicht mehr gegeben sind", sagte die Wiener Staatsanwaltschaftssprecherin Frau Magister Michaela Schnell heute dem Finanznachrichtendienst GoMoPa.net. "Es besteht keine Tatbegehungsgewähr, keine Verdunkelungsgefahr und keine Fluchtgefahr."

GoMoPa: Wieso keine Fluchtgefahr? Im Wiener Vorort Retz, wo Dominik B. am 24. November 2009 um 17 Uhr verhaftet worden war, kennt die Meldestelle keinen Dominik B.

"Das ist richtig", erläutert der Pressesprecher des Bundeskriminalamtes in Wien, Oberst Helmut Greiner, dem Finanznachrichtendienst. "Der Beschuldigte hat sich nirgendwo polizeilich angemeldet. Er lebt jedoch in Wien. Wir haben ihn seit Sonntag observiert und dann am Dienstag an seinem Firmensitz in Retz verhaftet. Die Vernehmungen begannen gleich dort und wurden später bei der Polizei fortgesetzt. Der junge Mann war sehr kooperativ. Zwei Stunden später konnten aufgrund seiner Angaben noch drei Komplizen, alle im Alter von 18 Jahren, aus Niederösterreich und Steir vorläufig festgenommen werden." Parallel durchsuchten 200 Beamte des Bundeskriminalamtes in Wiesbaden 46 Wohnungen von weiteren Bandenmitgliedern zwischen 15 und 26 Jahren in ganz Deutschland. Oberst Greiner: "Weil der Beschuldigte so kooperativ war, ist vor allem der Haftgrund der Verabredung nicht mehr gegeben. Deshalb kam er wieder frei. Das gesamte Beweismaterial ist ja beschlagnahmt."

Der Direktor des Bundeskriminalamtes, Franz Lang, aus Wien schätzte den Schaden, den Dominik B. allein in Österreich angerichtet hat, gestern noch relativ gering ein: "Die bisher in Österreich ermittelte Schadenssumme beträgt ungefähr 23.000 Euro", sagte Lang. Diese Summe habe sich bei ersten Sichtungen des sichergestellten Materials ergeben. "Immense Datenmengen müssen noch durchleuchtet werden", sagte der BK-Direktor. Die Ermittlungen würden in enger Zusammenarbeit mit dem federführenden deutschen Bundeskriminalamt geführt. Der Bonner Oberstaatsanwalt Fred Apostel sagte gegenüber GoMoPa: "Wir gehen von Schäden im siebenstelligen Bereich aus."

Auf heutige Nachfrage beim Bundeskriminalamt in Wien räumte Sprecher Oberst Greiner ein: "Bewiesen waren zunächst 23.000 Euro Schaden. Aber aufgrund des beschlagnahmten Datenvolumens ist ein Schaden von mehreren 100.000 Euro anzunehmen. Ein Untersuchungsrichter wertet zur Zeit alles aus."

Dominik B. betrieb ein riesiges Botnetz und steuerte damit wahrscheinlich mehr als 100.000 Computer. Ausgespäht wurden auch Konto- und Kreditkartendaten. In wie vielen Fällen die Daten missbräuchlich verwendet wurden, müssen jetzt die Ermittler herausfinden, sagte BK-Sprecher Helmut Greiner. Mit Konto- und Kartendaten wurden einerseits offenbar Bestellungen im Internet getätigt, andererseits wurde damit gehandelt, wobei sich die Preise zwischen einem und zehn Euro pro Datensatz bewegten.

Keiner sei mehr im Internet sicher

Der Chef des deutschen Bundeskriminalamtes, Jörg Ziercke, zeichnete gestern ein dunkles Bild von der Sicherheit im Internet. ?Kriminelle versuchen derzeit, die gesamte Identität aller User abzugreifen?, um sie für Verbrechen zu nutzen, warnt BKA-Chef Jörg Ziercke. Schon 350.000 PCs in Deutschland seien ?Zombie-PCs?, die ohne das Wissen ihrer rechtmäßigen Eigentümer über eingeschleuste Programme durch ein kriminelles Netzwerk kontrolliert werden könnten, sagte er auf der Herbsttagung seiner Behörde in Wiesbaden.

Im Visier: Die Underground-Economy (Untergrund-Wirtschaft), die so genannte Bot-Netze aufgebaut habe mit dem Ziel, den ?vollständigen Zugriff? auf alle Daten zu bekommen: auf Social-Networking-Plattformen, PayPal-Konten, E-mail-Accounts, Aktiendepots, Online-Vetriebsportale und Firmennetzwerke. Die ferngesteuerten Bot-Netze, vermutet das Bundeskriminalamt, würden auch weitervermietet. Diese Aussage trifft auch auf Dominik B. zu.

Was Dominik B. alias 13speedtest37 auf den Internetseiten 1337-crew.to und 1337crew.info so alles anbot, könnte eine Spam-E-Mail beantworten, die er kurz vor Weihnachten letzten Jahres zu Hunderttausenden versendet haben soll:

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