GoMoPa® - der Finanznachrichtendienst (www.gomopa.net) - Pressemeldung vom 01.12.2009

Wettskandal: Geldflüsse sollen gestoppt werden


Im größten Wettskandal der europäischen Fußballgeschichte sind laut UEFA auch sieben Spiele im Europapokal verschoben worden.

Die verdächtigen Vereine kommen aus Albanien, Lettland, Slowenien und Ungarn, vermeldete gestern Sport Inside im Westdeutschen Rundfunk (WDR). Damit ist der Betrugsskandal, bei dem insgesamt mindestens 200 Spiele manipuliert worden sein sollen, auch in den Top-Ligen angekommen. In Deutschland stehen der SC Verl, der VfL Osnabrück, der SSV Ulm und Carl Zeiss Jena besonders im Fokus der Ermittler. Von insgesamt 32 manipulierten Partien ab der Bundesliga abwärts sei nach Auskunft von Sport Inside die Rede.

Erwin Horak (59)©Staatliche<br /> Lotterieverwaltung Bayern
Erwin Horak (59)©Staatliche
Lotterieverwaltung Bayern
Wie man Wettskandale künftig vermeiden könne, darüber sprach der Finanznachrichtendienst GoMoPa.net mit dem Präsidenten der Staatlichen Lotterieverwaltung Bayern und Chef der Lotto-Sportwette Oddset, Erwin Horak (59), aus München.

Auf Horaks Vorschlag hin, verhandeln die Glücksspiel- aufsichten der deutschen Bundesländer gerade mit den Banken darüber, wie man die Geldströme zu illegalen Anbietern sowie die Auszahlungen an die illegalen Gewinner kappen könnte.


GoMoPa: Wie stellt sich das Problem der illegalen Anbieter aus Ihrer Sicht da? Wie funktioniert das illegale System, was nutzen die Kriminellen aus?

Horak: "Eine Vielzahl von kommerziellen Anbietern von Wetten, mit Sitz in Steueroasen, bieten immer noch ihre ausufernden und aggressiven, aber auch manipulationsanfälligen Wettangebote in Deutschland an. Darüber hinaus gibt es immer noch illegale Wettbuden. Durch die Unterwanderung geltenden Rechts gehen den Bundesländern und damit dem Gemeinwohl und dem Sport Fördermittel in dreistelliger Millionenhöhe verloren. Unternehmen in Steueroasen zahlen in Deutschland weder Steuern noch Zweckabgaben oder Gewinnabführungen. Bei uns und damit beim Sport fehlen die Gelder, bei den Unternehmen im Ausland wandern sie als Gewinne in die Kassen der Aktionäre. Sportwettenanbieter im Ausland sind nicht an der Förderung des Breitensports, sondern - wenn überhaupt - nur am werblichen Auftritt bei Profiveranstaltungen interessiert.

Die Bundesländer haben dieser Entwicklung zu lange zugeschaut und sind nicht eingeschritten. Ich bin aber zuversichtlich, dass die Länder jetzt verstärkt gegen die Illegalen vorgehen, etwa indem sie Wettbuden schließen. Auch beim Thema Internet-Anbieter suchen  sie Lösungen. Besonders hier herrscht noch ein erhebliches Vollzugsdefizit."

GoMoPa: Welche Schäden richten die Illegalen an? Stimmt es, dass Ihre Umsatzzahlen bei Oddset von 540 Millionen Euro im Jahre 2000 auf 200 Millionen Euro im Jahre 2009 wegen der illegalen Konkurrenz gesunken sind?

Horak: "Wir hoffen, 2009 trotz Wirtschaftskrise bei ODDSET wieder 200 Millionen Euro Umsatz zu erreichen und rechnen im Weltmeisterschaftsjahr 2010 wieder mit Wachstum. Neben der schwierigen wirtschaftlichen Situation liegt der Grund für die niedrigen Umsätze bei ODDSET vor allem auch darin, dass illegale Anbieter der kommerziellen Glücksspielindustrie nach wie vor in Deutschland mit einem ausufernden Wettangebot tätig sind. Sie agieren von Steueroasen aus und können daher höhere Ausschüttungsquoten anbieten. Beiträge zur Förderung von Breitensport und Gemeinwohl, wie bei ODDSET gibt es da nicht. Die Länder müssen diesem illegalen Treiben Einhalt gebieten."

GoMoPa: Welche Auswirkungen hat das auf die Unterstützung für den Breiten- und Amateursport und auch für den Profisport? Mussten Sie Förderprojekte abspecken, wenn ja, welche und in welcher Höhe?

Horak: "Die staatlichen Lotteriegesellschaften fördern den Sport in Deutschland mit rund 500 Millionen Euro jährlich. Mit diesen Mitteln konnte die kontinuierliche Förderung des Breitensports, aber auch unzählige weitere Projekte im Bereich des Amateur-, des Leistungs- und des Nachwuchssports entscheidend gefördert werden. Insbesondere der Breitensport ist auf die Förderung durch Lottogelder angewiesen.

Allerdings ist diese Förderung immer mehr gefährdet. Die kommerziellen Anbieter von Lotterien und Wetten, die mit Sitz in Steueroasen immer noch ihre ausufernden und aggressiven Wett- und Glücksspielangebote in Deutschland anbieten können, tragen hierzu bei.

Wir  appellieren an die Politik, weiter am gemeinwohlorientierten Staatsvertragsmodell festzuhalten, das sich seit mehr als 50 Jahren bewährt hat. Nur wenn konsequent und mit Erfolg gegen die illegalen Anbieter der kommerziellen Glücksspielindustrie vorgegangen wird, kann die bewährte Sportförderung aufrechterhalten werden."

GoMoPa: Was schlagen Sie vor: Wie sollen die Länder illegale Wettbuden und Wettanbieter schließen? Gibt es schon erste Erfolge?

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