GoMoPa® - der Finanznachrichtendienst (www.gomopa.net) - Pressemeldung vom 08.12.2009

Geht Atlantis wieder unter?


Wrack-Taucher Klaus Keppler<br /> (71) aus Freiburg©Nautic<br />Recovery Asia, Jakarta
Wrack-Taucher Klaus Keppler
(71) aus Freiburg©Nautic
Recovery Asia, Jakarta
Schatztaucher Klaus Franz Keppler (71) aus Freiburg, der seit vier Jahrzehnten die sieben Meere nach versunkenen Piratenschiffen und Handelsfrachtern absucht, sagt seinen Geldgebern offen ins Gesicht: "Ich bin ein kleiner Ganove."

Gemeint ist, dass er für nichts garantieren kann. Aber jeder kann nach Jakarta fliegen, in seine Lagerhalle schauen und ihn auf seinen Tauchgängen in der Java-See begleiten. Zuletzt hat er im Juli diesen Jahres 1,8 Tonnen Silbermünzen des britischen Piratenkreuzers Forbes in der Java-See im Wert von zehn Millionen Euro gehohen. Die Expeditionskosten betrugen: 400.000 Euro.

Ganz anders dagegen die Schatzsucher Wolfgang Leindecker, Felix Kretzschmar und der kroatischstämmige Hrvoje Capin aus Frankfurt in Hessen. Sie besorgten sich in der Schweiz eine stillgelegte Aktiengesellschaft, ein Weizenbier-Brauhaus aus dem Jahre 1998 (Weizentrumpf, Sternen AG), und gaben dem leeren Firmenmantel im Januar 2009 einen schönen Namen: Atlantis Exploration AG. Obwohl die Brauerreiaktien so gut wie nichts mehr Wert sind (Pennystocks), verkauften die drei Schatzsucher die Atlantis-Exploration-Aktien im außerbörslichen Handel.

 Der Dampfer Baron Paul von Frankenthurn Gautsch<br /> sank am 13. August 1814 auf dem Weg von Veli<br /> Losinj nach Trier in der Adria in Kroatien
Der Dampfer Baron Paul von Frankenthurn Gautsch
sank am 13. August 1814 auf dem Weg von Veli
Losinj nach Trier in der Adria in Kroatien
Den Käufern der Aktien versprachen die Abenteurer tolle Projekte: Endlich könne man zu den versunkenen Schiffen "Baron Gautsch", "Geuseppe Dezza" und "John Gilmore" in Istria in der Republik Chorvatsko (Zagreb) aufbrechen. Im Mai 2009 meldete die Atlantis Exploration, dass die Tauchgänge abgeschlossen seien. Über Einzelheiten schwieg man.

Eine Perlenkette und zwei Edelsteine

Da Intransparenz keine Anlegerportemonnaies öffnet, heizten die Schatzsucher das Anleger-Interesse im selben Monat mit einer Erfolgsbotschaft an. Verkaufsleiter Hrvoje Capin verbreitete als so genanntes Fact Sheet der kroatischen Partnerfirma Plavo More d.o.o., dass man zwei Wracks in 38 Metern Tiefe aus der Zeit Marco Polos (13. Jahrhundert) gefunden habe. Die gesunkenen Schiffe hätten zu einer Handelsflotte gehört, die in Richtung Orient unterwegs war. Die Schiffe seien mit Gold und Edelsteinen beladen gewesen, um Salz zu kaufen. Ein Kilo Salz habe damals zwei Kilo Gold gekostet. Die Taucher der Atlantis hätten eine Perlenkette und zwei Edelsteine geborgen. Um an die übrigen Schätze zu kommen, müsse man Schlamm und Geröll beseitigen. Das notwendige Equipment würde zirka 400.000 Euro kosten. Aktienverkäuferchef Capin beendete seine Meldung an Aktionäre mit der Aufforderung: "Bitte stellen Sie notwendige Mittel kurzfristig zur Verfügung."

Hier der vollständige Wortlaut der Mitteilung:

Zitat:


An
Atlantis Exploration AG ( Schweiz )
Und
Aktionäre der Seabed Invest AG

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir dürfen Ihnen mitteilen, dass bei folgenden Projekten die Probetauchgänge abgeschlossen worden sind:

Projekt ?Baron Gautsch?
Projekt ?Geuseppe Dezza?
Projekt ?John Gilmore?

Außerdem konnten wir bei zwei Wracks ( 45d 19m 9s u. 13d 25m 25s in einer Tiefe von ca. 38 m) diverse kostbare Fundstücke sicher stellen, unter anderem eine Perlenkette , sowie zwei Edelsteine. Bei den Wracks handelt es sich offensichtlich um Schiffe aus der Zeit Marco Polo (13 Jh.). Da die Recherchen noch nicht abgeschlossen sind, sind wir zur Zeit nicht in der Lage, die Wracks namentlich zu benennen. Allerdings können wir mit 100 % Bestimmtheit sagen, das es sich bei den Wracks um ein Handelsschiff handelt, das in Richtung Orient unterwegs war. Beladen mit Gold und Edelsteinen welche zum Tausch gegen Gewürze transportiert wurden (das Belegen diverse Teile der Wracks, die zu der Zeit eingesetzt wurden um eine kostbare Fracht zu lagern).

Außerdem ist bekannt dass zu jener Zeit für ein kg Salz zwei kg Gold gezahlt wurde. Um die Bergung schnellstens voranzutreiben, ist es zunächst notwendig, die Wracks von Schlamm und Geröll zu befreien. Das notwendige Equipment hierfür ist für ca 400.000 Euro erhältlich Bitte stellen sie notwendige Mittel kurzfristig zur Verfügung.


Der Finanznachrichtendienst GoMoPa.net fragte jetzt bei den drei Schatzsuchern an, was denn aus den Projekten geworden sei. GoMoPa erhielt dazu keine Antwort.

Auch die Internetseite der AG gibt keinen Aufschluss. Sie zeigt ein Wappen mit Krone, Weltkugel und einer alten Seefahrerkarte im Hintergrund. Keine Information über die Wracks, nur der Satz: "Der Webauftritt befindet sich im Aufbau."

Wappen der Atlantis Explora-<br />tion AG, Hauptsitz Schweiz
Wappen der Atlantis Explora-
tion AG, Hauptsitz Schweiz
Der Aktienhandel ging mittlerweile in großem Stil weiter. Im Juni 2009 gaben die Atlantis-Explorationchefs richtig Gas. Sie zauberten 20 Millionen Aktien ihrer Atlantis Exploration AG aus dem Hut und boten diese den Aktionären einer Seabed Invest AG aus Baar in der Schweiz als Umtauschgeschenk und zum Zukauf an. Die Seabed Invest AG mit Niederlassung in Frankfurt hatte am 9. Dezember 2008 ihren Aktienhandel im Freiverkehr der Frankfurter Börse einstellen müssen. Das Unternehmen wurde mit mehreren Millionen Euro Verlust geschlossen.

Die Seabed Invest AG war mit einem berühmten Forschernamen verbunden. Seit dem 6. Februar 2004 war kein Geringerer als Klaus Franz Keppler ihr Präsident mit Einzelunterschriftsberechtigung. Er schied nach viereinhalb Jahren am 20. November 2008 als einfaches Verwaltungsratsmitglied ohne Zeichnungsberechtigung aus der AG aus. GoMoPa fragte bei dem Forscher nach seinen Gründen an, erhielt aber keine Antwort.

Dabei fällt jedoch auf: Die Seabed Invest AG wurde von denselben Schatzsuchern (an selber Geschäftsadresse, mit selbem Personal) gemanaged wie jetzt die neue Firma Atlantis Exploration. Man bat einfach die angestammten Aktionäre, die alles verloren hatten, noch einmal ihr Glück zu versuchen. Diesmal allerdings ohne das Zugpferd Klaus Keppler.

Die Seabed Invest AG hatte damit geworben, dass Kepplers aktuelles Projekt das portugiesische Schifff "Flor de la Mar" sei, das als das mit Abstand reichste Schiffswrack der Welt gilt (die Schätzungen gehen bis 80 Milliarden Euro). Nur: Niemand, auch nicht Keppler, weiß, wo die "Flor de la Mar" genau liegt. Niemand hat sie bislang geortet. Den Anlegern wurde jedoch erzählt, dass das Wrack ein reales Projekt sei.

Über den Dienst Ariva (Firmenveröffentlichungen) verbreitete die Seabed Invest AG:

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