GoMoPa® - der Finanznachrichtendienst (www.gomopa.net) - Pressemeldung vom 05.01.2010

Das perfektionierte Betrugssystem aus Afrika


Convent Jede deutsche Firma bekommt im Durchschnitt drei Mal im Jahr ein Millionen-Dollar-Angebot aus Nigeria (Westafrika). Für die Hilfe beim Transferieren von mehreren Millionen Petroleum-Dollar oder Erbschaftsgelder von Afrika nach Europa winke eine satte Belohnung in Millionenhöhe.

Man müsse lediglich ein paar Vorkosten übernehmen. Zwischen 3.000 oder 13.000 US-Dollar für Bestechungsgelder und Dokumentengebühren seien zu überweisen. Doch noch nie hat ein Vorkostenzahler je einen müden Euro oder Dollar aus dem tropischen Regenwald gesehen. Das Geld aus Europa ist weg.

In Nigeria herrschen Korruption, Gewalt und ethnische Konflikte zwischen dem muslimischen Norden und christlich angehauchten Süden. Der als Nigeria Connection bekannte Vorschußbetrug kommt in Nigeria gleich nach dem bandenmäßigen Anzapfen von Öl-Pipelines und noch vor Entführungen und Erpressen von Lösegeld. Im mit 140 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichsten Landes Afrikas werden mit den märchenhaften Falsch-Verspechungen jährlich ein zweistelliger Milliardenbetrag erwirtschaftet.

Seit 1988 verschickt die Nigeria Connection ihr Seemannsgarn per E-Mails rund um den Globus und zählt damit zu den ältesten Betrugsmaschen des Internets.

Die Maschen werden immer ausgeklügelter

Sie glauben, Ihnen könne nichts passieren, wenn Sie nur mal einfach aus Interesse auf eine dieser E-Mails antworten? Schließlich würden Sie auf gar keinen Fall vorab auch nur einen Cent überweisen. Und das bisschen Korrespondenz könne doch keinem weh tun? Dann lesen Sie mal, wie es einer deutschen Firma erging, die sich auf das Aufspüren von Betrügereien spezialisiert hat und zum Schein auf so eine E-Mail-Schlinge einging.

Episode 1: Das 25,5-Millionen-Dollar-Versprechen des Dr. Gred Ahmed

Ein Herr Dr. Gred Ahmed teilte der deutschen Firma mit, dass er diese deutsche Mailadresse vom Handelsministerium in Nigeria erhalten habe und die Deutschen um einen Gefallen bitten möchte. Er wäre Arzt und im Gesundheitsministerium in Lagos (Nigeria) tätig. Er hätte den Deutschen ein vertrauliches und risikofreies Geschäft vorzuschlagen, bei dem 25,5 Millionen US-Dollar von Nigeria nach Europa überwiesen werden sollten. 3 Millionen US-Dollar wären für die Deckung der durch dieses Geschäft entstehenden Kosten und 5 Millionen US-Dollar als Anteil für die Deutschen gedacht. Die restlichen 17,5 Millionen US-Dollar möchte er in Europa anlegen und bittet hierbei um den Rat der Deutschen.

In weiteren Mails erfuhren die Deutschen dann:

Sein vor kurzem verstorbener Vater wäre für eine der größten Öl- und Gasgesellschaften in Nigeria, der National Nigerian Petroleum Corporation, einer staatlichen Gesellschaft, tätig gewesen. Und aus einem durch ein europäisches Unternehmen in einer Raffinerie in Nigeria durchgeführten Auftrag stünde noch ein Restguthaben zur Verfügung, welches man, wenn man über die richtigen Informationen und Beziehungen verfügte, ohne Probleme an eine in Europa ansässige Gesellschaft transferieren könnte.

Dies hätte ihm sein Vater, bevor er letztes Jahr an Herzversagen starb, mitgeteilt und ihm die nötigen Informationen und Dokumente ausgehändigt. Sein Vater hätte ihm auch eingeschärft, dass er sich wegen der Überweisung der Gelder an eine europäische Gesellschaft wenden solle, weil diese zuverlässig wären. Er könne dies nicht alleine durchführen, weil ihm als Angestellten im öffentlichen Dienst die Gründung von ausländischen Gesellschaften und die Eröffnung von ausländischen Konten nicht erlaubt wäre.

Es wäre lediglich eine europäische Gesellschaft und ein Konto in Europa notwendig. Die Eintragung der Gesellschaft ins nigerianische Handelsregister würde er veranlassen, und diese wäre innerhalb von ein bis zwei Tagen getätigt. Hierdurch würden zwar hohe Kosten fällig, da die Eintragungs- und Genehmigungsgebühren und auch die Steuer für zwei Jahre zu zahlen wären, aber diese würde er durch die Beleihung seines Hauses decken können. Darüber hinaus würden seines Wissens keine Kosten anfallen.

Episode 2: Die Anmeldung der Firma im nigerianischen Handelsregister

Die Deutschen gingen auf diesen Vorschlag ein und gaben Dr. Gred Ahmed die Daten einer ihrer Firmen durch: Handelsregisterauszug, die Gründungsurkunde und eine deutsche Bankverbindung.

Wenige Tage später faxte Dr. Gred Ahmed Dokumente der Eintragung dieser Firma ins nigerianische Handelsregister. Zusätzlich lagen Quittungen über etwa 30.000 US-Dollar bei, die Dr. Ahmed ausgelegt und beglichen hätte. Das schuf zunächst Vertrauen.

Da die Zahlung über die Nigerianische Zentralbank abgewickelt werden sollte, musste noch eine Erlaubnis des Finanzministeriums eingeholt werden.

Episode 3: Ein Telefon-Termin beim nigerianischen Finanzminister

Dafür arrangierte Dr. Gred Ahmed sogar einen Telefon-Termin für die Deutschen beim nigerianischen Finanzminister. Der Finanzminister war auch persönlich dran. Nach einer kurzen Suche fand der Minister die betreffende Akte auf seinem Schreibtisch und teilte den Deutschen mit, dass er gern helfen wolle und die Akte schnellstens weiterreichen würde.

Es wäre jedoch noch eine Gebühr in Höhe von 3.700 US-Dollar im Finanzministerium zu entrichten. Dies könne der Einfachheit und der gewünschten Schnelligkeit halber auch durch seinen Berater erledigt werden. Die Deutschen könnten diese Gebühr einfach per Western Union in bar bei jeder Bank oder in jedem Bahnhof einzahlen und ihm die Identifikationsnummer zukommen lassen, so dass sein Berater mit Hilfe der Identifikationsnummer das Geld bei einer Western Union - Filiale in Lagos abheben könne.

Die Deutschen teilten Dr. Ahmed mit, dass sie diese Gebühr aus verständlichen Gründen nicht entrichten würden und dass dies durch ihn geschehen müsse. Erst wehrte er sich und bat die Deutschen, ihm das Geld vorzustrecken, da er jetzt wirklich nach den bisher schon bezahlten Steuern für die Gesellschaft und die Eintragungsgebühren kein Geld mehr hätte. Er würde den Deutschen dieses sofort zurückzahlen, wenn die Überweisung der 25,5 Millionen US-Dollar erfolgt wäre. Die Deutschen blieben hart, zahlten nicht.

Nach einigen Tagen erhielten die Deutschen dann ein Mail, dass Dr. Ahmed einen Bekannten gefunden hätte, der ihm das Geld vorstrecken würde. Er wäre auch sofort ins Finanzministerium gegangen, um die offene Gebühr für die Deutschen zu entrichten, man hätte ihn jedoch weggeschickt, da er keine Vollmacht des ausländischen Unternehmens dabeigehabt hätte. Er bat um die Ausstellung einer Generalvollmacht, um für das Unternehmen die Gebühr einzahlen zu können.

Episode 4: Einen nigerianischen Anwalt für 7.500 US-Dollar

Die Deutschen stellten Dr. Ahmed eine Vollmacht für die Bezahlung der 3.700 Euro ans Finanzministerium aus. Der teilte dann mit, die Summe im Beisein eines Anwalts eingezahlt zu haben. Und es kam kurz darauf tatsächlich eine Bestätigung der Nigerianischen Zentralbank. Aber für die Unterzeichnung der Auszahlungs- und Haftungsvereinbarung durch einen nigerianischen Anwalt wären 7.500 US-Dollar fällig. Die Deutschen lehnten jedoch weiterhin hartnäckig jede Vorkostenzahlung ab. Der Kontakt brach zunächst ab. Nun fingen die Deutschen an zu recherchieren.

Episode 5: Recherchen führten ins Leere - alles war komplett erfunden

Nigeria liegt in Westafrika<br /> am Atlantischen Ozean©google map
Nigeria liegt in Westafrika
am Atlantischen Ozean©google map
Die Deutschen riefen die Auskunft in Nigeria an und ermittelten die Rufnummer des Gesundheitsministeriums, um zu prüfen, ob es dort einen Mitarbeiter mit dem Namen Dr. Greg Ahmed gibt. Der Name war dort unbekannt.

Die Deutschen ermittelten über die Auskunft die offizielle Rufnummer des Finanzministeriums und baten an der Zentrale, sie direkt mit dem Finanzminister zu verbinden. Dieser würde die Deutschen persönlich kennen und ein Gespräch ganz sicher annehmen. Die Dame an der Zentrale war sehr freundlich und teilte den Deutschen mit, dass sie sie ganz sicher durchstellen würde oder den Minister zumindest fragen würde, ob er ein Gespräch annehmen wolle, der Minister jedoch schon seit einer Woche auf einer Dienstreise wäre und daher nicht erreichbar sei. Die Deutschen sollten doch bitte in etwa 3 Tagen noch einmal anrufen.

Das geführte, sehr wirklichkeitstreue Gespräch mit dem hilfsbereiten Finanzminister stellte sich also als Gag heraus.

Die Deutschen ermittelten über die öffentliche Auskunft die Rufnummer und die Faxnummer der Zentrale von der Nigerian National Petroleum Corporation (NNPC) und prüften, ob der genannte Name des Vaters von Dr. Greg Ahmed bekannt sei. Hierzu verfassten die Deutschen ein offizielles Schreiben und baten um dringende Weiterleitung an den Geschäftsführer (Managing Group Director of NNPC) Gaius Jackson Obaseki. Den Namen des Geschäftsführers ermittelten die Deutschen durch Websites über Nigeria und die Staatsunternehmen Nigerias.

In diesem Schreiben baten die Deutschen um die dringende Bestätigung der Rechtmäßigkeit und Gültigkeit ihnen vorgelegter Dokumente und die Richtigkeit der ihnen genannten Namen. Zwei Tage später erhielten die Deutschen einen Anruf von einer Person, die sich als Managing Group Director Jackson Gaius Obaseki vorstellte. Herr Obaseki bat die Deutschen, ihn zukünftig nur noch über seine Direktnummer oder über sein Handy anzurufen und gab den Deutschen zusätzlich auch noch seine Direkt-Faxnummer und seine E-Mail-Adresse.

Seine Auskunft: Die von den Deutschen genannten Namen seien ihm völlig unbekannt, die ihnen vorgelegten Dokumente gefälscht und lediglich die Vertragsnummer sei echt. Er hätte sich die Unterlagen aus dem Archiv angefordert. und würde uns innerhalb der kommenden Tage über die Sachlage bezüglich der Vertragsnummer informieren.

Episode 6: Überraschung - Ein Staatsunternehmen wolle nun angeblich die 25,5 Millionen US-Dollar nach Deutschland überweisen



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