GoMoPa® - der Finanznachrichtendienst (www.gomopa.net) - Pressemeldung vom 20.01.2010

So tricksen die Banker bei der Protokollpflicht


Convent Seit Januar 2010 gilt die Protokollpflicht für die Bankberatung von Privatkunden. Sie ist für die Banken eine große Last.

50 Millionen Beratungsgespräche würden so eine Viertelstunde länger dauern und die Kosten für die Schulung der etwa 167.000 Bankberater und die Technikumstellung würden sich erst nach elf Jahren amortisieren, rechnete das Frankfurter Analystenhaus Investors Marketing im Auftrag der Wirtschaftswoche aus. Die vorvertraglichen Papiere, die der Kunde bekomme, schwanken zwischen 25 und 250 Seiten.

Das neue Gesetz hat Lücken

Doch das neue Anlegerschutzgesetz (Paragraph 34 des Wertpapierhandelsgesetzes - WpHG sowie Paragraph 14 Absatz 6 der Wertpapierdienstleistungs-Verhaltens- und Organisationsverordnung ? WpDVerOV) hat Lücken, die von den Bankern nun verstärkt genutzt werden. Den Anlegern wird die Umgehung der Protokollpflicht mit Geheimtipps für höhere Renditen schmackhaft gemacht, die der Banker sonst nicht verraten könne. Das Protokoll binde den Bankern die Hände, sie könnten nur Produkte mit maximal fünf Prozent Rendite anbieten. Viele Anleger wollen natürlich mehr Rendite und gehen auf das Spiel der Banker ein.

Der Finanznachrichtendienst GoMoPa.net dokumentiert die fünf neuen Tricks, mit denen die Banker die Protokollpflicht umgehen oder für sich ausnutzen:

Trick Nummer 1: Der Vermögensverwaltungsvertrag

Wer einen Vermögensverwaltungsvertrag mit der Bank abschließt, ist aus der Protokoll-Pflicht raus. Der Kunde gibt der Bank oder dem Vermögensverwalter eine Vollmacht für die Geschäfte. Die Bank bekommt ein bis drei Prozent vom Vermögen als Verwaltungsgebühr und einen zusätzlichen Erfolgsbonus bei Gewinnen.

Dieses Modell war bislang nur einem exklusiven Kundenkreis ab einer halben Million Euro Vermögen vorbehalten. Aber jetzt drängen Banken vermehrt auch Kunden mit kleinerem Anlagevolumen in einen Vermögensverwaltungsvertrag, um Arbeitsaufwand zu vermeiden, bestätigte ein Berater einer süddeutschen Bank der Wirtschaftswoche.

Der Köder für die Privatkunden lautet: "Mit dem Voll-Mandat bekommen Sie Zugang zu exklusiven Produkten."

Bankexperte Niels<br /> Nauhauser©VZBW
Bankexperte Niels
Nauhauser©VZBW
Davor kann der Bankenexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, Niels Nauhauser, aus Stuttgart nur warnen. Gegenüber der Wirtschaftswoche sagte Nauhauser: "Die Praxis zeigt, dass auch in der Vermögensverwaltung längst nicht immer so uneingeschränkt im Kundeninteresse gearbeitet wird, wie die Banken es versprechen."

Bei einem Vermögen von unter 1 Million Euro gibt es nur Massenware. Das seien meist die hauseigenen standardisierten und nicht auf die Kundenbedürfnisse zugeschnittenen Dachfonds mit hohen Gebühren (2 bis 3 Prozent).

Trick Nummer 2: Der Profianleger

Der Privatkunde wird als Profianleger eingestuft, auch dann entfällt die Protokollpflicht. Allerdings ist diese Gesetzeslücke beschränkt. Den Status Profianleger dürfen nur Kunden bekommen, die mindestens 500.000 Euro Vermögen bei der Bank haben, mindestens 10 große Wertpapiergeschäfte im Quartal tätigen oder einen Beruf mit Kapitalmarktzugang ausüben, wie zum Beispiel Wirtschaftsanwalt.

Der Kunde kann den Trick der Banker allerdings aushebeln, indem er zu Beginn eines Beratunsgesprächs ein Protokoll fordert. Dann gilt die Protokollpflicht.

Trick Nummer 3: Doppelter Anruf

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